Schlagwort-Archive: Schalke 04

Erstaunlich gut und erstaunlich vielseitig

Sechs Spieltage hat RB Leipzig bisher absolviert. Eine Länderspielpause unterbricht die Saison zum zweiten Mal. Bei RB Leipzig kann man ganz entspannt in die Pause gehen, denn mit 12 Punkten aus sechs Spielen ist man besser gestartet als man vor der Saison vermutet hätte. Ist zwar noch vier Spieltage, also bis zur nächsten Länderspielpause Zeit, bis ein Blick auf die Tabelle größere Relevanz hat, aber auch jenseits der Tabelle entwickeln sich die Dinge aus RB-Sicht ziemlich positiv.

Denn die bisher zwölf Punkte aus sechs Spielen sind nicht die Folge von ganz viel Glück oder nicht wiederholbaren Energieleistungen eines übereuphorisierten Aufsteigers, sondern Konsequenz einer guten Mannschaftsorganisation gespickt mit der notwendigen individuellen Klasse, um die Organisiertheit zu veredeln. Sprich, RB Leipzig ist (bei allen Differenzen im Detail) eine Art Ingolstadt reloaded, nur mit mehr Qualität im Offensivdrittel.

Dass sich hinter den zwölf Punkten nicht nur Anfängerglück verbirgt, sondern Qualität, zeigt sich auch darin, dass RB Leipzig hinter den Bayern in Sachen Torschüssen das beste Team der Liga ist. Man hat die wenigsten Schüsse aller Bundesligisten auf das eigene Tor zugelassen. Und man hat die drittmeisten Schüsse aller Bundesligisten auf den gegnerischen Kasten abgegeben. Im Verhältnis von abgegebenen und zugelassenen Schüssen auf das Tor ist man entsprechend Zweiter hinter den Bayern.

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Transferperiode mit Abzügen in der B-Note

Die Transferperiode ist seit letzte Woche Geschichte. Aus Sicht von RB Leipzig durchaus eine seltsame und denkwürdige Zeit. Anfangs passierte wenig, dann kamen vier Neuzugänge (Schmitz, Müller, Keita, Werner) in relativ kurzer Zeit, mit denen erstmal die Basics abgedeckt waren. Dann passierte wieder sehr lange nichts, weil man große Teile der sowieso spät begonnenen Vorbereitung verstreichen ließ, um den Kader unter die Lupe zu nehmen. Und dann kam am Ende noch mal die Ketchup-Flasche mit zwei spektakulüren (Papadopoulos und Burke) und einem ergänzenden (Bernardo) Transfer.

Eine der Erkenntnisse der Transferperiode besteht darin, dass RB Leipzig kein großer Fisch in seiner Liga mehr ist, sondern in Konkurrenz zu Teams wie Dortmund, Leverkusen oder Schalke steht, die auf ein ähnliches Segment an Spielern (jung und talentiert genug, auch kurzfristig in der Bundesliga zu bestehen) schielen und man entsprechend als Bundesliga-Neuling nicht immer die besten Argumente hat, um am Ende auch den Zuschlag zu bekommen.

Oder anders gesagt. Wenn Schalke für einen Spieler noch einen Euro mehr an Ablöse oder Gehalt bietet, die Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb in petto hat und sowieso auch zu den perspektivreichen Spitzenteams der Liga gehört, dann ist man als RB Leipzig (noch?) relativ schnell raus, wie man bei Breel Embolo gesehen hat. Oder zieht sich auch dem Bieterwettbewerb zurück, wenn man die RB-Vereinsversion der Geschichte erzählen will.

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Regionaler Kern

Irgendwo hatte ich vor einiger Zeit mal wieder das Argument gelesen, dass der Anspruch von RB Leipzig, Jugendliche aus der Region zu förden, nicht wirklich erfüllt sei. Weil die Jugendarbeit nach oben nicht durchlässig ist und man nach unten überregional scoutet und so die Nachwuchsteams nur noch wenig Platz ließen für regionale Talente.

Was gleich die Frage aufwarf, wie dies eigentlich im großen Fußball, zu dem RB Leipzig ja jetzt dazugehört oder dazugehören will, aussieht und ob der Anspruch regionaler Talentförderung in globalisierten Zeiten und bei überregionalem Scouting überhaupt noch Teil der Vereinsphilosophien ist.

Wenn man sich mal die U19-Nachwuchsmannschaften der Bundesligisten anschaut, soweit sie selbst in der Bundesliga spielen, dann fällt auf, dass die Differenzen insgesamt geringerer Natur sind, als man denken könnte. Für alle U19-Mannschaften gilt, dass sie in der vergangenen Spielzeit im Kern aus Spielern aus der jeweiligen Region bestanden. Wobei Region hier so definiert wird, dass der letzte Verein der Spieler nicht weiter als 100 km entfernt war. Was eine eher unzureichende Klassifizierung ist, da manche Teams in Ballungsgebieten agieren und andere wiederum nicht.

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Zuwendung zu Leuchttürmen

Der Kicker hatte bereits im April (25.04.) im meist empfehlenswerten Mantelteil der Montagsausgabe auf der Basis von DFB-Daten ein paar interessante Zahlen zur Entwicklung der Mitgliederzahlen in Deutschland präsentiert. Demnach habe sich die Anzahl der Mitglieder in den 18 Bundesligaclubs innerhalb der letzten 15 Jahre auf knapp 1.200.000 Menschen ungefähr vervierfacht (die Zahl dürfte durch den Austausch von Stuttgart und Hannover gegen Freiburg und Leipzig für die kommende Saison wieder sinken, da die neuen Clubs um die 50.000 Mitlgieder weniger mitbringen als die alten).

Eine Vervierfachung der Mitgliederzahlen. Ausgerechnet in jener Phase der Entwicklung des Fußballs, in denen die Vereine aufgrund der Anforderungen im wirtschaftlichen Bereich zunehmend professionalisiert wurden und vielerorts die Fußballabteilungen aus dem Verein in Kapitalgesellschaften ausgegliedert wurden. Sprich, eigentliche Themen der Vereinsarbeit immer weiter in den Hintergrund rückten. Offenbar suchten Menschen weiter nach Identität und Zugehörigkeit und fanden in den Plastekarten ihrer Clubs gute Äquivalente, die im Fall der Fälle auch noch einen guten Zugang zu Tickets und Co mit sich bringen.

Interessant ist diese Entwicklung vor allem, wenn man sie vor dem Hintergrund der Entwicklungen im Fußball insgesamt bis runter zur letzten Amateurliga betrachtet. Denn im gleichen Zeitraum ist die Zahl der Mitglieder im DFB nur um knapp 650.000 Mitlieder gestiegen. Sprich, wenn man den Anstieg bei den Profis um 900.000 und auch noch den starken Anstieg im Frauenfußballbereich (plus rund 250.000 Mitglieder) abrechnet, bleibt für den Rest des Fußballs ein Minus von rund 500.000 Mitgliedern.

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RB Leipzig in der Bundesliga 2016/2017

Bundesliga. Wie ungewohnt das noch klingt. Aber jetzt darf man sich ja damit beschäftigen. Und was böte sich als Anlass für eine erste Annäherung an die kommende Saison besser an als die Tatsache, dass seit gestern die Zusammensetzung der Liga klar ist.

Dass RB Leipzig der 55. Neuling der Bundesliga sein würde, war klar. Auch dass Freiburg, der Inbegriff eines deutschen Top20-Teams (ok, Top23), wieder dabei sein würde. Seit nunmehr 25 Jahren war Freiburg immer Bundesligist oder nie schlechter als Fünfter in der 2. Liga.

Vervollständigt wurde das Bundesliga-Feld gestern durch Eintracht Frankfurt, die in der Relegation vergleichsweise dominant den 1.FC Nürnberg besiegten und die Klasse hielten. Und damit den scheidenden Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen zu einem freudetrunkenen Grüßmarathon vor laufenden Kameras zwangen. Eltern, Freunde, Gartenzwerge, Krümelmonster und all die anderen, die gegrüßt wurden, werden sich sehr gefreut haben.

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Throwback KW 29 bis 34

Fünf Jahre ist es her, dass RB Leipzig nach dem ersten Aufstieg in der Vereinsgeschichte Kontakt mit der Regionalliga aufnahm. Dass man dort drei Jahre verbringen und am Ende eher mühevoll über einen Relegationssieg gegen die Sportfreunde Lotte aufsteigen würde, war zu diesem Zeitpunkt sicherlich nicht vorhersehbar. Zumal man zum Start der Saison 2010/2011, wie eigentlich in jeder Saison seit sechs Jahren, zu den absoluten Topfavoriten auf den Staffelsieg zählen musste und der Aufstieg Kernziel der Spielzeit war.

Mit Tomas Oral hatte man einen neuen Trainer geholt, der beim FSV Frankfurt für Erfolge im Aufstiegskampf aus unteren Spielklassen in den Profifußball gestanden hatte. Mit Carsten Kammlott, Daniel Frahn, Tim Sebastian, Fabian Franke, Tom Geißler und vielen anderen hatte man neue Gesichter für den Verein geholt und einen Umbruch weg von altgedienten Bundesligaprofis auf ihrer letzten Karrierestation hin zu mehr Zukunft im Team gewagt. Ein Umbruch, der sich am Ende der Saison als zentraler Baustein für den Misserfolg herausstellen sollte, weil man es nicht schaffte, den Zerfall des Teams in altersbezogene Gruppen nachhaltig zu moderieren.

In der Vorbereitung hatte man noch einige Glanzlichter gesetzt. Gegen Erstligist Schalke 04 unter Felix Magath verlor man bei der Saisoneröffnung im nun Red Bull Arena heißenden Zentralstadion nur knapp mit 1:2. Gegen Zweitligist Hertha BSC gewann man mit einem starken Carsten Kammlott sogar 2:1. Alles schien vor dem Pflichtspielauftakt, zu dem für damalige Verhältnisse erstaunliche 4.000 Zuschauern kamen, gerichtet für eine erfolgreiche Saison, auch wenn man beispielsweise mit dem auf die linke Seite abgeschobenen Daniel Frahn eine erste, selbstkreierte Baustelle hatte.

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Gegenattacke

Eine meiner eindrücklichsten jugendlichen Erinnerungen an Fußball jenseits der damaligen deutsch-deutschen Landesgrenzen und jenseits spätabendlicher Europapokalübertragungen im Radio war eine Schalker Fankurve, die via TV ein lautstarkes „Wir sind Schalker und ihr nicht“ intonierte. Ob man gerade abstiegsgefährdet oder bereits abgestiegen war, weiß ich nicht mehr, nur noch an diese lautstarke Unmutsäußerung als letztes Mittel, sich von den eigentlichen Fußballhelden zu distanzieren und sich selbst zum Herzen des Vereins zu machen, erinnere ich mich. Auf der einen Seite also jene, die jenseits des Rasens dem Verein so etwas wie ein Aussehen und eine Identität geben und auf der anderen Seite die, die aus dieser Idenitätskonstruktion (vorübergehend) ausgeschlossen werden, weil man ihnen unterstellt, sich auf dem Rasen nicht dem Verein angemessen zu verhalten.

In jenen Tagen, als von der Veltins-Arena noch nicht mal Visionen existierten, erschienen mir diese Unmutsäußerungen absolut nachvollziebar und völlig plausibel. Heute würde ich vermutlich, falls dies neben mir im Stadion gerufen werden, emotional entweder mit lautem Lachen oder nicht ganz so lautem, dafür umso heftigerem Kopfschütteln reagieren, aber damals passte dies auch noch zu meiner eigenen Identität als Fußballanhänger.

Zur Identität des Schalker Fußballs gehörte für mich solange ich denken kann auch der Attacke-Ruf, der einem Trompetensignal folgt. Mitte der 80er wurde dieses Signal in einer Kneipe vom als „Trompeten-Willy“ zur Legende gewordenen Schalker Wilhelm Plenkers quasi erfunden und erprobt. Später setzte sich die Attacke nach und nach im Stadion durch, nicht unter Plenkers, aber unter einem anderen Trompeter. Seit Anfang der 90er trompetet Plenkers wieder selbst und ist damit so wie  seine kurze Tonfolge mit anschließendem Ruf fester Bestandteil der Schalke-Identität.

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Relegationswatch Teil 2: Regionalliga West

So steigt RB nicht auf. Zumindest nicht, wenn die gegen den Spitzenreiter aus dem Westen in der Relegation ran müssen!

So hatte es der Coach des SC Verl, Raimund Bertels gestern via BILD verkündet und damit sein Resümee des Testspielkicks vom Sonntag gegen RB Leipzig gezogen. Nimmt man vor allem die ersten 45 Minuten der Partie, dann hat der Übungsleiter sicherlich recht. Ob das sonderlich viel über die Stärke der Tabellenspitze in der Regionalliga West aussagt, bleibt erst mal unklar.

Deswegen und nachdem es in Teil 1 des Blicks auf mögliche Relegationsgegner in den Norden und damit auf halbwegs bekanntes Terrain ging, weil es sich um Teams drehte, die man noch aus den gemeinsamen letzten zwei Jahren in der Regionalliga Nordost kannte, rutscht der Blick heute weiter in den Süden und somit himmelsrichtungstechnisch nicht naheliegend in die Regionalliga West. Eine Liga, die man hierzulande nicht sonderlich genau kennt, weil es in den letzten Jahren keine Überschneidungen im Spielbetrieb gab.

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Felix Magath: Nüchterne Betrachtungen anstelle einer Hommage

Ist ja nicht so, dass Felix Magath hier im Blog nicht schon einige Male Thema gewesen wäre. Einerseits wegen der persönlichen Präferenzen des hiesigen Autors (also mir), andererseits wegen der – gelegentlich hanebüchenen – Versuche verschiedener Medienseiten eine Verbindung zwischen Red Bull/ RB Leipzig und Felix Magath herzustellen. Gern erinnert die Story von Steffen Enigk, der nach Magaths Abgang auf Schalke via LVZ das Dementi Magaths zu Gerüchten um RB Leipzig mit großer Geste abtat und behauptete, dass Magath trotzdem Platz habe bei RB. Dumm nur, dass Magath einen Tag später schon in Wolfsburg unterschrieb..

Nach seinem Abgang in Wolfsburg sind die Stimmen, die Magath und Red Bull in welcher verantwortlichen Position auch immer miteinander in Verbindung bringen, sehr viel leiser als bei Magaths letzter Arbeitslosigkeit. Was natürlich auch Sinn macht, denn im globalen Konzept Fußball bei Red Bull mit seinen zentralisierten Entscheidungsstrukturen und lokalen Verantwortlichen und viel Kommunikation ist für einen gewohnten Alleinentscheider kaum Platz. Obwohl man bei Red Bull nie ganz sicher sein kann, denn mit Peter Pacult kam ja genau so ein Typ Trainer vor einem Jahr nach Leipzig. Freilich musste damals dafür auch der globale Vernetzer und Entscheider Beiersdorfer seinen Hut nehmen. Dass Rangnick und Houllier aktuell ein ähnliches Schicksal blühen könnten, ist aber mehr als extrem unwahrscheinlich. Selbst wenn man davon ausgeht, dass Mateschitz und Magath einander durchaus schätzen.

Witzigerweise wurde im Zuge der Magath-Demission in Wolfsburg auch Ralf Rangnicks Name als potenzieller Nachfolger in der Autostadt genannt. Was ähnlich absurd ist, wie eine Verknüpfung Magaths mit Red Bull. Manche Gerüchte entstehen offenbar nach dem Prinzip freies Assoziieren. Wer ist grad arbeitslos? Zack auf die Liste. Wer ist nicht arbeitslos, passt aber aus irgendeinem Grund (schon mal mit dem Zug die Stadt gekreuzt, sich mal irgendwo positiv geäußert, mal in einem investorengestützten Verein gearbeitet)? Zack auch mit drauf und Liste fertig. Wahrheitsgehalt egal. Trefferquote aufgrund der Länge der Liste relativ hoch..

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Ralf Rangnick über Faneinfluss, Feuerzeuge und Gewalt

Ich behaupte ja an jeder möglichen Stelle, dass ich die neue Kommunikationsoffenheit bei RB Leipzig (und bei Red Bull Soccer generell) sehr angenehm finde (die entsprechenden Presse- und Öffentlichkeitsarbeiter in Salzburg und Leipzig mögen das an manchen Stellen anders sehen), weil es Argumentaustausch und Meinungsbildung grundsätzlich befördert. Man sollte dies im Hinterkopf behalten – meine grundsätzliche Wertschätzung – auch wenn im konkreten Fall die Sichtweisen doch erheblich auseinander liegen..

Ralf Rangnick lässt tatsächlich wenige Chancen aus, in der Öffentlichkeit zu erscheinen. Als recht namhafter deutscher Fußballverantwortlicher wird er aber auch gern genommen als Gesprächspartner. Diesmal war er bei „Sport im Dritten“ im Südwestrundfunk [broken Link] zu Gast. Inhaltlich ging es fast schon zwangsläufig (unter anderem) um den Fall Kevin Pezzoni. In dem Zusammenhang betonte Rangnick die Verantwortung der Fans für den Mobbingfall, aber auch die Verantwortung der Vereine für den konkreten Schutz der Spieler. Um dann anschließend und weitgehend ohne Punkt und Komma – aus Leipziger Sicht lokal – abzubiegen (alle folgenden Zitate aus der verlinkten Sendung): Ralf Rangnick über Faneinfluss, Feuerzeuge und Gewalt weiterlesen

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Wochen(end)splitter V

Auf denn in den letzten Spieltag der zweiten Saison  des Vereins RB Leipzig. Gegner wird heute um 13.30 Uhr der TSV Havelse sein. Für den geht es noch gegen den Abstieg. 3 Punkte und 9 Tore gilt es auf den 1.FC Magdeburg, der zu Hause gegen Holstein Kiel antritt, aufzuholen. Nunja, eine hochspannende Tabellenkonstellation sieht anders aus.

Für RB Leipzig geht es in dem Spiel derweil um nicht mehr viel. Im besten Fall baut man die Heimserie auf neun Siege in Folge aus. Im noch besseren Fall spielen die beteiligten RasenBallsportler ein lockeres Spielchen herunter, verlängern nicht noch die sowieso schon lange Verletztenliste und bestreiten dieserart eine Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen.

Was eine gute Form der Vorbereitung auf das letzte Pflichtspiel der Saison, auf das Sachsenpokal-Finale nächsten Mittwoch gegen den Chemnitzer FC sein dürfte. Der abschließende Höhepunkt der zuweilen etwas unbefriedigenden Saison. Die Chance wenigstens in diesem einen Spiel noch einmal dem sportlichen Krösus der Regionalliga Nord ein Bein zu stellen. Die letzte, bevor sie in die dritte Liga entschwinden, wo sie falls alles schief läuft auf ihr offensives Lebensversicherungstrio Garbuschewski, Förster und auf jeden Fall Löwe verzichten müssen (broken Link). Das wäre heftig und würde die Chemnitzer Träume von weiteren Schritten nach vorn im Profifußball wohl etwas bremsen.

Wer im Spielerkreise noch – vielleicht ja auch aufgrund unklarer Vertragsverhältnisse – ein wenig Motivation braucht für das Sachsenpokal-Finale, nehme sich mal den spöttelnden CFC-Sportdirektor Manfred Kupferschmied zur Hand. Der träumt schon vom baldigen Aufstieg in die zweite Bundesliga und hat dementsprechend in der Freien Presse ein wenig Höhenluft bei der Kaderplanung:

Von RB Leipzig werden wir niemanden verpflichten, denn den RB-Spielern fehlt das Sieger-Gen.

Klar, in Chemnitz sickert langsam der sportliche Erfolg in die Rhetorik ein. Was völlig in Ordnung ist, aber dem einen oder anderen RasenBallsportler vielleicht ja trotzdem einen besonderen Blick auf den kommenden Mittwoch verschafft. Ich für meinen Teil spekuliere übrigens darauf dem Projekt sportliche Replik auf Herrn Kupferschmied vom Block C (Gegengerade) aus zuzusehen. Was bedeutet, dass am besten alle möglichst bald eins, zwei, viele Karten für den Block A kaufen, sodass man sich gezwungen sieht, auch gegenüber aufzumachen. Unwahrscheinlich, ich weiß.

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Ralf Rangnick und Felix Magath: Trennendes und Verbindendes

Ach lieber FC Schalke 04: Ein bisschen dankbar kann ich Ihnen ja auch sein, dass Sie Felix Magath letzte Woche kurz entschlossen entkernt haben. Schließlich kann ich mich jetzt wieder auf meinen eher negativ-distanzierten Blick aufs Schalker Sportgeschehen zurückziehen, den ich noch bis vor der aktuellen Saison mein Eigen nannte. Das erleichtert auch ein wenig den Blick auf die Spieltage in den Fußballligen und das Lesen von Artikeln, wenn man Sie und Ihr Vorkommen darin wieder an den Rand schieben kann. Obwohl, ein bisschen schade ist es natürlich schon, dass das ansatzweise Mitfiebern mit Ihrer Mannschaft gerade in so sportlich wertvollen Spielen wie dem Champions League Viertelfinale nun ziemlich flach fällt. Ich weiß, dass Otto Rehhagel auch mal einen UEFA-Cup-Sieg quasi kurz vor dem Erreichen an seinen Nachfolger Franz Beckenbauer abgeben musste. Aber mal ehrlich, dass sich Ralf Rangnick nun ins gemachte Nest zweier Pokalwettbewerbe setzt und mit dem DFB-Pokal wohl den ersten Titel seiner Karriere abholen wird, ist ziemlich arg gewöhnungsbedürftig.

Dass Sie sich, lieber Ralf Rangnick anfänglich ob dieser Konstellation zu zieren schienen, kam bei mir als ein netter Zug an. Bis Sie bei Schalke Ihren ersten Tag verbringen durften und diesen zum Plaudern mit der Presse nutzten und dort dann feststellten, dass Sie mit Hoffenheim nach Berlin gefahren wären, wenn Sie dort nicht gegangen (worden) wären und Ihnen somit das Fahren nach Berlin (und auch der Pokal?) sowieso von Hause aus ein wenig zusteht. Vermutlich Ihnen als Fußballfachmann vor allem. Genau jener Fachmann, der noch gar nicht mit der Mannschaft gearbeitet hat, das Schalker Spiel in Leverkusen nur am Fernseher verbrachte und trotzdem schon alles über den Club und die Magathschen Fehler weiß. Kader zu groß und wahllos zusammengestellt, eine Mannschaft, die nicht weiß, wie sie Gegner in Bedrängnis bringen kann, die Spieler zu ungleich behandelt und Spieler wie Holtby und Moravek zu Unrecht verliehen. Ralf Rangnick und Felix Magath: Trennendes und Verbindendes weiterlesen

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Felix Magath, Schalke 04, RB Leipzig: viel Medien und Unsinn

Die Bundesliga spielt derzeit verrückt. Was sich nicht nur im Tabellenstand, sondern auch auf dem Trainerkarussell bemerkbar macht. Zuerst wird beim FC Bayern van Gaal entlassen, darf aber noch bis zum Saisonende weitermachen. Ähm ja. Dann verkündet Armin Veh öffentlich seinen Abschied vom HSV, ohne vorher seinen Chefs Bescheid zu sagen und begründet das mit dem großartigen Satz

Ich bin ja auch nie über etwas informiert worden. (Armin Veh am 08.03. bei sportschau.de (broken Link))

Und zum krönenden Abschluss der Woche scheint es gesichert, dass Schalke-Aufsichtsratschef Tönnies Felix Magath loswerden will. Besser sofort als gleich, so kolportiert man. Ein Wahnsinn sondersgleichen das. Was hat man den Felix Magath letztes Jahr über den grünen Klee gelobt, als er mit komplett destruktivem Anti-Fußball seine Schalker ins Pokal-Halbfinale und zur Vizemeisterschaft geführt hat. Kann sich noch jemand dran erinnern? Ich meine, wir reden über den Trainer des Pokalfinalisten und eines Champions-League-Viertelfinalisten, ein Titel, den man bei Real Madrid in den letzten Jahren vergeblich anstrebte.

Seit dem Sommer und dem öffentlichen Gezerre um das Investitionsvolumen für Transfers wurde Felix Magath mehr und mehr demontiert. Zurecht oder nicht zurecht wurde er für seinen unzulänglichen Umgang mit den Fans kritisiert. Die (Art und Weise der) Entbindung Rolf Rojeks von seinem Posten als Fanbeauftragter hat man ihm nie verziehen und aufbauend darauf versuchte man in jeder Richtung sein Mütchen an ihm zu kühlen.

Die Zeit machte sich bereits im letzten Herbst die Mühe und schrieb ein ganzes Dossier, dessen bahnbrechende Erkenntnis darin bestand, dass Magath ein ganz seelenloser Knochen sein muss, weil er seinen Gesprächspartnern nicht in die Augen guckt und irgendwas unverarbeitetes mit seinem Vater hat (der wegging als er ein Jahr war). Voll Psycho der Typ. Keiner, dem man einen Verein voller Seele wie Schalke 04 anvertrauen möchte. Aha. Felix Magath, Schalke 04, RB Leipzig: viel Medien und Unsinn weiterlesen

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Felix Magath im Web 2.0

Mal wieder zu einem meiner Lieblingsthemen neben dem Geschehen bei RasenBallsport Leipzig, zu Felix Magath. Der kam auf die Idee, sein mediales Auftreten durch eine eigene Facebook-Seite zu erweitern. Was erstaunlich ist, da sein Arbeitgeber Schalke 04 in Form des PR- und Pressechefs Rolf Dittrich, noch vor kurzem ernsthaft den Nutzen moderner Webinstrumente wie Facebook oder Twitter anzweifelte und Schalke immer noch keine offizielle Facebook-Seite besitzt. Offenbar ist die Imagepflege für den Schalke-Trainer doch ein Terrain, auf dem sich das Engagement im Web 2.0 lohnt. Felix Magath im Web 2.0 weiterlesen

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Die Deutsche Amateurmeisterschaft

Streit, Escudero, Pliatsikas, Papadopoulos, Baumjohann, Pander, Gavranović. Gesamtmarktwert: 13.250.000 Euro (zum Vergleich: RB Leipzig hat einen Gesamtmarktwert von 5.500.000 Euro). Nein, das ist nicht meine Wintertransferwunschliste, das alles sind Spieler, die in dieser Saison (zugegeben bis auf Streit nicht sehr oft) bereits für die U23 von Schalke 04 in der Regionalliga West aufliefen. Durchaus beachtlich und einmal mehr ein Indiz dafür, dass der Kader der zweiten Mannschaften vor allem von den Erfordernissen der Profis abhängt. Da können junge Spieler ohne Spielpraxis, aber auch Spieler aus disziplinarischen Gründen schnell mal in der 4.Liga auflaufen. (Gibt es eigentlich neben dem Argument, dass die zweiten Mannschaften Zuschauer kosten, auch das Argument, dass Zuschauer extra wegen solcher, oben genannter Spieler kommen?) Die Deutsche Amateurmeisterschaft weiterlesen

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Abschied

So viel Zeit muss bleiben im hiesigen Alltag von RasenBallsport und Bloggen. Einer der größten und besten bundesdeutschen Fußball-Blogs hat vermittelt durch den Blogger Torsten Wieland sein Ende verkündet. Eine Instituion und auch ein Vorbild verschwindet und die Blogwelt wird dadurch ein wenig ärmer. Was bleibt, ist ein virtuelles Blog-Denkmal, in dem man weiter Blättern, Schmökern und Suchen kann. Anschauungsunterricht für den Bloggernachwuchs sozusagen. Adios Königsblog, es war immer sauschön bei Dir. Dank Dir ist mir selbst Schalke 04 ein wenig ans Herz gewachsen.

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Nutzloses Web 2.0

In einem Interview mit der Website medienhandbuchsport.de [broken Link] plaudert Rolf Dittrich, PR- und Pressechef bei Schalke 04 über seine Sicht auf die Potenziale der modernen Netzwelt für die eigene Öffentlichkeitsarbeit. Skeptisch ist er:

Nun, bei Facebook, Twitter und Co.schöpfen sie das Potenzial nicht wirklich aus.
Da stellt sich doch in erster Linie die Frage, was man überhaupt als Potenzial bezeichnet. Mir fehlt hier eine genaue Definition. Ständig wird von Potenzial gesprochen und es werden Zahlen ohne Bezug genannt. Bei Twitter sind das Follower, bei Facebook diejenigen, die den „Gefällt mir“-Button getätigt haben, hier sind es 20.000, da wiederum 40.000 – aber es erschließt sich noch kein definierter Nutzen dadurch. Nutzloses Web 2.0 weiterlesen

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Harakiri

Neben Westermann haben wir ja noch Rafinha verkauft, dazu die Gehaltseinsparungen durch die Abgänge von Kevin Kuranyi und Marcelo Bordon. Stelle ich die Ablösesummen und Gehälter der Neuen dagegen, haben wir nur 7 Mio Euro investiert. Noch weniger als die 10 Mio Euro, die der Aufsichtsrat mir zunächst als Rahmen gesetzt hatte. (…) Ich mache keine neuen Schulden, um schnell Meister zu werden. Ich mache doch kein Harakiri für die Schale! Ich baue Schulden ab, um die Basis für den Titel zu schaffen. (Felix Magath in der BILD am Sonntag vom 05.09.2010)

Wohl selten gingen öffentliche Wahrnehmung (Schuldenmacher) und Sicht eines sportlich Verantwortlichen (Schuldenabbauer) so weit auseinander. Dass Felix Magath von Öffentlichkeit und eigenen Fans genau für das von ihm verneinte finanzielle Harakiri kritisiert wird, macht die sportlich sowieso schon schwierige Lage nicht einfacher. Wenn Magath mit seiner Rechnung recht hat, dann hat er einen genialen Transfersommer hinter sich. Wenn das Umfeld das auch begreift, hat er eventuell sogar eine schöne sportliche Zukunft vor sich. Den Stand der Klubfinanzen dürfte die Mitgliederversammlung klären, das sportliche die Saison. Ich bin beileibe kein großer Schalke-Fan, aber ich drück für den sportlichen Teil der Saison die Daumen.

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Mourinho des Monats (August 2010)

Wer mich holt, weiß, wen er holt. Meine Konzepte sind bekannt, meine Methoden ebenso. Ich kann die Befürchtungen der Fans nicht verstehen oder nachvollziehen, denn ich habe mich nicht gemeldet und gesagt, ich will nach Schalke, sondern Clemens Tönnies ist nach Wolfsburg gefahren und hat gesagt, ich brauche einen starken Mann. Wenn das jetzt nicht mehr gewünscht ist, bin ich der falsche Mann. (Felix Magath laut süddeutsche.de [broken Link] vom 19.08.2010)

Ach lieber Felix Magath: Meine Bewunderung für José Mourinho hatte ich schon verschiedentlich ausgedrückt. Sie sind mit Ihrer egozentrisch-selbstsicheren und sportlich erfolgreichen Art auf jeden Fall ganz nah dran am aktuell Besten Europas. Wie Sie derzeit auf Schalke mit aus Ihrer Perspektive völlig nachvollziehbaren Argumenten einen öffentlichen Aufschrei nach dem nächsten ernten, ist phänomenal. Man darf gespannt sein, ob eventueller sportlicher Erfolg den scheinbaren Bruch mit Teilen der Fanszene wieder kitten kann oder ob Sie aufgrund Ihres wirtschaftlichen und sportlichen Pragmatismus nicht die besten Schalke-Zeiten bereits hinter sich haben. Wie auch immer, aus meiner Sicht verdienen Sie für Ihre Auftritte in den letzten Wochen den Titel ‚Mourinho des Monats‘. Herzlichen Glückwunsch.

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RasenBallsport Leipzig vs. FC Schalke 04 1:2

Im 7. Testspiel bekamen es die RasenBallsportler mit dem letztjährigen Vizemeister Schalke 04 zu tun. Heraus sprang eine knappe Niederlage vor knapp 22.000 Zuschauern, von denen der eine oder andere vielleicht auch zur in zwei Wochen beginnenden Regionalliga-Saison den Weg ins Stadion wiederfinden wird. Spannender als das Ergebnis sicherlich wieder mal die nächsten Aufschlüsse über die Stammelf, da der Test gegen Schalke auch Fingerzeig war, wie Trainer Tomas Oral sich den RB Leipzig in den Pflichtspielen vorstellt. RasenBallsport Leipzig vs. FC Schalke 04 1:2 weiterlesen

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