Schlagwort-Archive: Schalke 04

Eher nüchtern, denn spektakulär

Seit letzte Woche sind auch die letzten Spiele in der Bundesliga terminiert. Wie schon für die Zeit bis zum 20. Spieltag mal gemacht, hier ein Überblick zu den Terminen, zu denen die Bundesligisten über die Saison gesehen antreten durften. Auch vor dem Hintergrund, dass an mancher Stelle in den weiten Welten der individuellen Online-Kommunikation gern mal eine Bevorteilung von RB Leipzig bei der Vergabe von exklusiven Spielterminen gewittert wurde.

Exklusive Spieltermine sind all jene, zu denen kein Parallelspiel in der Bundesliga stattfindet. Darf man zu so einem Zeitpunkt antreten, sichert das gute Medienzahlen, weil dann natürlich wesentlich mehr Zuschauer auch am TV dabei sind, als wenn man am Samstagnachmittag und da vielleicht noch parallel zu den Quotenkönigen aus München oder Dortmund spielt. Und dann aufmerksamkeitstechnisch ein wenig untergeht.

Absoluter König des exklusiven Spieltermins ist der FC Schalke 04. Ein Verein, der in Deutschland gut ein paar Anhänger hat (neben Bayern und Dortmund der dritte bundesweit funktionierende Klub) und für Sky deswegen sowieso schon von Interesse ist. Dazu hat der Klub Europa League gespielt (bzw. spielt noch), was ihm gleich 14 Sonntagsspiele eingebracht hat. Bei lediglich 29 Spieltagen, an denen es überhaupt Sonntagsspiele gab und noch gibt. Entsprechend logisch, dass man mit nur zehn Spielen am ‚regulären‘ Samstagnachmittagtermin dort deutliches Schlusslicht ist. Gleich 21mal trat man zu einem exklusiven Spieltermin an. Falls man in das Halbfinale der Europa League einzieht, kommt man sogar noch auf ein 22. Mal, weil man dann am vorletzten Spieltag statt am traditionellen Samstag ausnahmsweise Sonntag spielen würde.

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Mia san entschlüsselt

„Ohne uns wäre die Bundesliga im März schon entschieden“, erklärte Ralph Hasenhüttl noch Anfang Februar vor dem Spiel von RB Leipzig in Dortmund. Drei Niederlagen später ist es Mitte März und die Bundesliga zumindest in Sachen Meisterschaft entschieden. „Mia san mia“ heißt es bei den Bayern auch in dieser Saison. „Mia san entschlüsselt“, so könnte man nach der Niederlage gegen Wolfsburg mit Blick auf allerlei Berichte von der Partie meinen, heißt es nun statt des Bayernjägers in Leipzig. Wobei die Rolle des Bayernjägers genauso wie die Interpretation, entschlüsselt worden zu sein, ja eine Zuschreibung von außen ist.

Letztlich tritt in Leipzig vor allem erstmal Normalität ein. Man gewinnt Spiele und verliert Spiele. Man spielt teilweise gut und teilweise nicht so gut. Auf keinen Fall spielt man seit der Winterpause völlig abseits des möglichen in einer Bundesliga, die in der Rückrunde sehr viel ausgeglichener ist als in der Hinrunde.

Elf Punkte trennte nach sieben Spielen Platz 3 und Platz 16, also Toptrio und die letzten drei Mannchaften. In der Rückrundentabelle liegen zwischen Platz 3 und 16 gerade mal sechs Punkte. Und RB Leipzig liegt mit zehn Punkten genau in der Mitte. Wenn man am Anfang der Saison sagt, dass die Tabelle nach zehn Spielen Aussagekraft hat, dann stellt sich nun die Frage, in welche Richtung der Trend bei RB Leipzig weist. Beißt man sich eher an den oberen Plätzen fest oder geht der Trend nach unten?

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Top-Trio Bayern, Dortmund, Leipzig

36 Tore fielen am vergangenen Spieltag in der Bundesliga. Das sind durchaus reichlich. Vier pro Spiel, zwei je Mannschaft. RB Leipzig und Augsburg waren also am Freitag stilbildender Prototyp des Spieltags.

Wie das aber eben immer so ist im Fußball, verteilen sich die Dinge nur selten so gleich. Es liegt in der Natur der Sache, dass im Normalfall die einen gleicher als die anderen sind. Sodass auch der Torerfolg in der Bundesliga sehr unterschiedlich verteilt ist. Dass Bayern fast viermal so viele Tore erzielt hat wie der SV Darmstadt 98 ist durchaus eine bemerkenswerte Differenz. Braunschweig war vor drei Jahren ein Team, dem es mit den Bayern so ähnlich ging.

Nun, das ist vielleicht nicht so spannend. Interessanter da vielleicht, wie sich der Torerfolg innerhalb der Mannschaften verteilt. Bei den Bayern gibt es diese Saison bereits 16 Torschützen. Was deutlich zeigt, dass das Team qualitativ sehr breit besetzt ist und sich das auch in der Offensive bzw. im Offensivspiel bemerkbar macht. Auch Dortmund und Hoffenheim sind mit je 13 Torschützen ganz oben dabei. Bremen wird seinem offensiven Ruf mit gleich 14 Torschützen gerecht.

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Historischer Tabellenzweiter auf dem Weg nach Europa

Famos sind die 39 Punkte, die RB Leipzig in den 17 Spielen der Hinrunde sammelte. Das erkennt man auch daran, dass seit Einführung der Dreipunktregel 1995 alle Teams, die 39 Punkte oder mehr hatten, auch Tabellenführer waren. RB Leipzig ist entsprechend der allererste Club, der mit 39 Punkten nach 17 Spielen nur Platz 2 belegt. Es gab also noch nie gleichzeitig zwei Teams mit einer solchen Punktausbeute nach der Hinrunde.

Zwölfmal kam es bis zur letzten Saison in 21 Spielzeiten vor, dass eine Mannschaft mindestens 39 Punkte hatte. Elfmal wurde das entsprechende Team Meister. Nur Leverkusen kam 2001/2002 noch als Zweiter hinter Dortmund ein, hatte nach der Hinrunde aber auch nur einen Punkt Vorsprung vor dem BVB. Sprich, in dieser Saison wird erst das zweite Mal in dann 22 Spielzeiten der Fall eintreten, dass ein Team, das nach der Hinrunde mindestens 39 Punkte hatte, nicht deutscher Meister wird. Nur um mal die historische Dimension zu verdeutlichen, die die Saison von RB Leipzig bisher hat.

Nach dieser überragenden Hinrunde wird natürlich häufig auf die TSG Hoffenheim verwiesen. Der Vorzeigeeinbruch eines Überraschungsteams. Und dann damals noch traininert von Ralf Rangnick. Das ergibt in jedem Fall eine gute Geschichte.

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Zwischenbilanz: RB Leipzig in der Saison 2016/2017

Das erste Jahr in der Bundesliga wird ein hochgradig spannendes. Weil die Gegner plötzlich die Schwergewichte des deutschen Fubßalls sind, weil die Dimenson öffentlicher Aufmerksamkeit noch mal eine komplett andere ist und weil nach einem Aufstieg sowieso immer ein wenig die Unsicherheit mitschwingt, wo man mit seinem Leistungsvermögen eigentlich steht. Wenn die avisierten zwei Transfers noch gelingen und der Kader dann bis zur Nummer 17, 18 gut besetzt ist, sollte es drinliegen, das Saisonziel, nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben zu wollen, zu erreichen. Also irgendwas zwischen Platz 9 und Platz 14 als realistische Zielvorgabe, die einen halbwegs gelungenen Anpassungsprozess der jungen Hüpfer voraussetzt. Wenn das Team explodiert und ein bisschen Euphorie und Laune mitnimmt, dann ist auch noch mehr zumindest denkbar. Wenn wenig gelingt oder unvorhergesehene Ausfälle dazukommen, dann kann es auch schlechter und doch Abstiegskampf werden. Wobei diesbezüglich RB Leipzig den Vorteil hat, dass man im Winter eher keinen Schmerz hätte, noch mal tief in die Ablösekiste zu greifen und Lücken auszufüllen, wenn bis dahin Lücken erkannt wurden. (RB Leipzig vor der Hinrunde in der Bundesliga 2016/2017)

Ja, nun. Echter Fußballfachverstand eben. Aber bei allem guten Willen konnte man im Sommer eben nicht ahnen, dass RB Leipzig nach 16 Spielen (in der Folge der Einfachheit halber nach der Hinrunde genannt, auch wenn die eigentlich erst nach dem 17.Spieltag endet) von Platz 2 der Bundesliga grüßen wird. Völlig verdient von Platz 2 grüßen wird und nicht, weil drei-, viermal in der 92. Minuten noch der Siegtreffer eines glücklichen Aufsteigers gelang.

Die Erwartungshaltung an diese Bundesligasaison war eigentlich gering bis entspannt. Man wusste, dass RB Leipzig im Normalfall nicht absteigen kann (was weiterhin der besondere Luxus eines RB-Anhängers ist). Und nach oben hin schienen die Wege verbaut. Sodass eine Saison des Ankommens avisiert war. Ankommen wäre sowieso der passende Begriff gewesen, da die RasenBallsportler ja erstmals in einer Liga spielen, aus der sie nicht schnellstmöglich wieder rauswollen.

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Verdränger und Verdrängte

Die Spitze in der Bundesliga bestand in den letzten Jahren weitgehend aus den gleichen Teams, wie hier gestern an dieser Stelle im Blog gezeigt wurde. Bayern, Dortmund, Schalke und Leverkusen sind die Teams, die konstant über die Jahre vornehmlich die Plätze 1 bis 3 untereinander ausmachen.

Wenn man mal auf die Zusammensetzung der Bundesliga insgesamt seit 1992, also seit die Fußballvereinigung von Ost und West erstmal in einer 18er-Staffel ausgetragen wurde (1991/1992 wurde übergangsweise noch mit 20 Teams gespielt, was wegen schwieriger Vergleichbarkeit hier nicht mit betrachtet wurde), anschaut, dann gibt es natürlich auch hier Teams, die durchgängig und konstant dazugehörten. Andere hingegen verschwanden oder kamen hinzu.

Über die 24 Spielzeiten hinweg waren lediglich sieben Teams ständig dabei. Bayern, Dortmund, Leverkusen und Schalke waren schon genannt als konstanteste Teams und sind auch hier dabei. Dazu kommen Bremen und Hamburg, die taumelnden Nordklubs, die sich in jüngerer Vergangenheit alle Mühe gaben, in die zweite Liga runterzugehen. Und dazu kommt auch noch der VfB Stuttgart, die diese Saison erstmals im Betrachtungszeitraum in der Bundesliga fehlen.

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Überraschungen nach Art des modernen Fußballs

Endlich mal wieder Spannung in der Bundesliga. So hörte man es immer wieder mal in den letzten Wochen. Eine Situationsbeschreibung, die sich vermutlich auch wieder ändert, nachdem am letzten Wochenende von den ersten sieben Teams nur die Bayern gewonnen haben und sich die Dinge langsam wieder gerade rücken.

Nur noch RB Leipzig ist aktuell punktetechnisch auf Augenhöhe mit dem Rekordmeister. Der Rest ist schon mindestens sechs Punkte zurück. Zwischen Platz 1 und Platz 4 liegen aktuell sieben Punkte. Wenn man mal nur die Zeit seit 1995 (seit Einführung der Dreipunktregel) nimmt, dann gab es in 21 Spielzeiten gerade mal sechsmal den Fall, dass zwischen Platz 1 und 4 zehn Punkte oder mehr Differenz lagen. In zehn Spielzeiten war der Abstand geringer als sieben Punkte.

Die derzeit sieben Punkte Differenz liegen also eher im Schnitt der letzten 21 Spielzeiten, in denen der Abstand zwischen dem Topquartett bei 7,5 Punkten lag. Der Eindruck, was normal ist, hat sich lediglich in den letzten vier Spielzeiten extremer Bayern-Dominanz unter Heynckes und dann Guardiola etwas verändert, denn in diesen Jahren lagen zwischen Erstem und Vierten im Schnitt 13 Punkte.

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Verpflichtungen jenseits der ausgetretenen Pfade

Gestern ging es an dieser Stelle, um den Altersschnitt in der Stammelf der Bundesligisten. Eine kleine Übersicht, die unterschiedliche Ideen und Zukunftspotenziale bei der Kaderzusammenstellung deutlich machten.

Ergänzend dazu heute noch ein kleiner Blick auf einen anderen Teil, der direkt mit der Erfahrung der Teams und damit auch mit dem Alter der Mannschaften zu tun hat. Es geht um die Zahl der Einsätze, die die elf meisteingesetzten Spieler der Vereine bisher in ihrer Karriere national und international sammelten.

Dabei kommen die Bundesligisten im Schnitt pro Stammspieler auf ungefähr 105 Spiele in einer der fünf europäischen Topligen (also Deutschland, England, Spanien, Italien oder Frankreich) und 30 Spiele in anderen ersten Ligen in Europa und der Welt. Macht zusammen also 135 Erstligaspiele, die ein Bundesligaakteur im Schnitt bereits auf dem Buckel hat. Pro Mannschaft sind das mehr als 1480 Erstligaspiele, davon mehr als 1150 in einer europäischen Topliga. In jedem Team stehen im Schnitt fünf Spieler, die bereits mehr als 100 Spiele in einer europäischen Topliga absolviert haben.

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Propheten, eigene Länder und anderes mit und ohne Jugend

Nachwuchsarbeit im Fußball gilt in Deutschland oft auch ein wenig als hehres Ziel. Bildet man junge Spieler aus und entwickelt sie, dann gilt das per se als gut. Tut man das nicht gilt das eher als schlecht.

Wobei jenseits von Nachhaltigkeit für den Verein oder im Fall der Fälle regionaler Identität die Frage ist, was der Mehrwert sein soll (wenn man mal von der Nationalmannschaft absieht, die davon profitiert), an dem es sich bemisst, dass Nachwuchsarbeit gut ist. Am Ende ist es auch kein Frevel, mit älteren Spielern erfolgreich zu kicken und auch keinen Deut weniger ehrenwert, als eine junge Mannschaft aufs Feld zu schicken.

Gute Nachwuchsarbeit ist im besten Fall aus Vereinssicht ein strategischer Wettbewerbsvorteil, weil man so Talente vom eigenen Klub überzeugen kann, die ansonsten wohl kaum zu bekommen wären und diese perspektivisch entweder die eigene Qualität erhöhen oder vielleicht auf dem Transfermarkt Geld abwerfen. Aber Nachwuchsarbeit im Schatten eines Profiklubs mit ihrer ganzen Allürenhaftigkeit ist aus einer gesellschaftlichen Perspektive heraus eben auch nicht unbedingt ein besonders hervorhebens-, lobens- oder schützenswerter Bereich.

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Bundesliga: RB Leipzig vs. FC Schalke 04 2:1

RB Leipzig gegen Schalke 04. Das Duell der beiden formstärksten Teams der Bundesliga. Ein echtes Spitzenspiel. Das durch zwei schnelle Tore in beiden Halbzeiten und dadurch, dass RB Leipzig in der zweiten Halbzeit das gefährlichere und aktivere Team war, am Ende durchaus verdient an die Heimmannschaft ging.

Ins Spiel gegangen war RB Leipzig ohne Veränderungen. Defensiv hatte man keine Wechseloptionen mehr übrig. Und offensiv gab es keinen Grund zu wechseln. Sodass es naheliegend war, dass man ohne Wechsel in die Partie geht. Auch Schalke gegenüber dem Darmstadt-Spiel ohne Veränderungen. Auch hier gab es keine auf der Hand liegenden Optionen oder Gründe, etwas an der Formation zu verändern.

Die Partie begann extrem fulminant. Denn schon der erste Angriff von RB Leipzig mündete in der Führung. Ballgewinn am eigenen Strafraum. Perfekt über Orban, Halstenberg und Demme herausgespielt. Über Sabitzer, der einen wichtigen Zweikampf im Mittelfeld gewinnt, kommt der Ball zu Keita, der ein Stück geht und ihn tief auf Werner spielt. Naldo hat den Ball eigentlich schon, verliert ihn aber wieder an Werner, der daraufhin allein auf Fährmann zuläuft, von Naldo noch leicht an der Schulter gehalten wird und sich dann zwei Schritte später zu Boden wirft. Ohne erneuten Gegnerkontakt. Schon gar nicht mit Fährmann, der trotzdem Gelb sieht und sich einem Strafstoß ausgesetzt sieht.

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Defensives Topspiel

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig gegen den FC Schalke 04 (03.12.2016, 18.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralph Hasenhüttl.]

Lang, lang ist es her, dass sich Schalke und RB Leipzig mal in einem Spiel gegenüberstanden. Im Sommer 2010 war es. In einem Testspiel, dem ersten nach der Umbenennung des Zentralstadions in Red Bull Arena. Reichlich 20.000 Zuschauer wollten sich damals den Regionalligisten gegen den Bundesligisten ansehen. Wie lange das her ist, sieht man auch daran, dass damals auf den Trainerbänken Tomas Oral gegen Felix Magath in den Ring stieg. Nur am Rande erwähnenswert, dass von den damaligen Spielern bis auf Benni Höwedes diesmal keiner mehr dabei sein wird.

Interessant schon eher, wie sehr sich die Perspektiven verschoben haben. Damals noch ein klassisches Duell in der Vorbereitungsphase zwischen unterklassigem Verein und durch die Welt tingelndem Bundesligisten und Champions-League-Teilnehmer. Diesmal dagegen kommt eines der deutschen Topteams der letzten Jahre mit einer ‚Sind stark genug auch in Leipzig zu bestehen‘-Rhetorik angereist. Angesichts des Tabellenstands vielleicht nachvollziehbar dieses Auftreten. Aber auch immer noch irgendwie gewöhnungsbedürftig, dass große deutsche Vereinsnamen mit dieser leichten Attitüde eines selbstbewussten Underdogs anreisen.

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Immer wieder samstags. Oder auch nicht.

Wieder mal steht am nächsten Spieltag für RB Leipzig eine Partie an, die nicht am Samstag, 15.30 Uhr ausgetragen wird. Wieder mal ein Freitag. Schon zum dritten Mal in dieser Saison. Zum zweiten Mal in Folge auswärts. Ins geschmeidige 650 km entfernte Freiburg.

Generell wird RB Leipzig in dieser Saison nur selten zur ’normalen‘ Bundesliga-Spielzeit am Samstag Nachmittag angesetzt. Bis zum 20. Spieltag wurden die Partien bisher von der DFL terminiert. 18 Spieltage davon fallen aufs Wochenende, zwei Spieltage in englischen Wochen auf Dienstag und Mittwoch. An den 18 Wochenendsspieltagen spielt RB Leipzig gerade mal sechsmal am Samstag Nachmittag.

Entsprechend spielt man gleich zwölfmal zu anderen Terminen. Wobei man bis zum 20. Spieltag nirgendwo die Spitze hält. Freitags spielt Bayern, Freiburg und Frankfurt häufiger als RB. Samstag Abend spielen Leverkusen und Dortmund häufiger als RB. Und Sonntags spielen Mainz, Schalke, Hertha und Hoffenheim häufiger als RB.

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Lokales Kapital in globalen Sportwelten?

Wenn sich ein Investor zu Werbezwecken einen Verein strategisch raussucht, ohne regionalen Bezug, nur um ihn nach oben zu bringen, dann finde ich das schon fragwürdig. (Lars Stindl im 11Freunde-Interview)

Lars Stindl kann mit RB Leipzig (denn darum dreht es sich überraschenderweise bei der Antwort) also nichts anfangen. Das ist zuerst einmal sein gutes Recht und soll im Detail gar nicht so sehr interessieren. Interessanter daran ist ja der Inhalt (und auch hier gilt Stindl eher als Aufhänger denn als Adressat, zumal man seinen Satz in verschiedene Richtungen interpretieren kann). Und der läuft auf die These hinaus, dass es nicht gut ist, wenn eine Firma ihr Geld strategisch und ohne regionalen Bezug in einen Verein steckt, um mit diesem erfolgreich zu sein bzw. diesen erfolgreich zu machen.

Nehmen wir der Einfachheit halber mal an, dass es durchaus Sinn von Firmen und deren Versuch, sie im Wettbewerb mit anderen Firmen, erfolgreich sein zu lassen, ist, strategisch Geld zu investieren. Auch und gerade zu Werbezwecken. Auch und gerade mit der Hoffnung, dass das Geld gut angelegt ist und sich vermehrt und der Sponsoringgegenstand durch das investierte Geld noch erfolgreicher wird. Bezüglich der Sportart Fußball scheint zudem Konsens zu sein, dass das ein Ort ist, wo man sehr gut Geld so versenken kann, dass man am Ende als Firma noch was davon hat. Ob das nun stimmt oder nicht, müssen die jeweiligen Firmen wissen. Hängt vermutlich auch immer davon ab, wie gut man die positiven Effekte dann innerhalb der Firma zu formulieren weiß.

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Interessante Frage trotzt uninteressanter Debatte

Nicht fair fand Dortmund-Coach Thomas Tuchel zuletzt die 21 Fouls gegen sein Team im Spiel bei Bayer Leverkusen. Um weiter festzustellen: „Da werden Mittel angewendet, die in der Häufigkeit dazu führen müssen, dass man nicht komplett zu Ende spielt.“ Aussagen, mit denen Tuchel viel Spott erntete, weil man ihm eine nicht angemessene Opferrolle unterstellte.

„Vielleicht ist Dortmund ja eine Mannschaft, die schnell Fouls zieht“, entgegnete Leverkusen-Coach Roger Schmidt gar und schob den Schwarzen Peter des unfairen Spiels zurück und machte den BVB zu einer „cleveren“ Schauspielertruppe.

Nun, im Bundesliga-Mediengeschäft nimmt man solche Auseinandersetzungen gern, um dann das ‚der gegen den und was sagt eigentlich Lothar Matthäus dazu‘-Spiel zu spielen. Dabei ergeben sich aus den Statements Fragen, die nicht mit Schuldzuweisungen zu klären sind.

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Überraschendes Spitzentrio

Sechs gespielte Spieltage. Eigentlich noch nicht wirklich die Zeit, um schon Schlussfolgerungen aus dem Tun der Bundesligisten zu ziehen. Zu unterschiedlich sind die Spielpläne und zu gering ist die Spielanzahl, als dass sich schon alle Qualitäten und Nicht-Qualitäten in den Zahlen durchsetzen würden.

Kleine Hinweise liefern die Daten allerdings schon jetzt, wenn man im Hinterkopf behält, dass sie vielleicht nicht final belastbar sind oder gar Aussagen mit prognostischem Charakter hergeben. Vor allem Torschussstatistiken vermitteln durchaus ein ganz gutes Bild über Stärken und Schwächen von Teams.

Torschüsse bzw. Chancen als Datengrundlage heranzuziehen, macht deswegen Sinn, weil sich darin eigentlich ausdrücken sollte, inwiefern man es mit seiner Spielidee schafft, mehr Torgelegenheiten als sein Gegner herauszuspielen. Was im Normalfall auch die Siegwahrscheinlichkeiten erhöhen sollte. Es leuchtet vielleicht ein, dass ein Team, dass sich wesentlich mehr Chancen herausspielt als zulässt, am Ende besser dastehen sollte als ein Team, das viele Chancen zulässt und nur wenige herausspielt.

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Erstaunlich gut und erstaunlich vielseitig

Sechs Spieltage hat RB Leipzig bisher absolviert. Eine Länderspielpause unterbricht die Saison zum zweiten Mal. Bei RB Leipzig kann man ganz entspannt in die Pause gehen, denn mit 12 Punkten aus sechs Spielen ist man besser gestartet als man vor der Saison vermutet hätte. Ist zwar noch vier Spieltage, also bis zur nächsten Länderspielpause Zeit, bis ein Blick auf die Tabelle größere Relevanz hat, aber auch jenseits der Tabelle entwickeln sich die Dinge aus RB-Sicht ziemlich positiv.

Denn die bisher zwölf Punkte aus sechs Spielen sind nicht die Folge von ganz viel Glück oder nicht wiederholbaren Energieleistungen eines übereuphorisierten Aufsteigers, sondern Konsequenz einer guten Mannschaftsorganisation gespickt mit der notwendigen individuellen Klasse, um die Organisiertheit zu veredeln. Sprich, RB Leipzig ist (bei allen Differenzen im Detail) eine Art Ingolstadt reloaded, nur mit mehr Qualität im Offensivdrittel.

Dass sich hinter den zwölf Punkten nicht nur Anfängerglück verbirgt, sondern Qualität, zeigt sich auch darin, dass RB Leipzig hinter den Bayern in Sachen Torschüssen das beste Team der Liga ist. Man hat die wenigsten Schüsse aller Bundesligisten auf das eigene Tor zugelassen. Und man hat die drittmeisten Schüsse aller Bundesligisten auf den gegnerischen Kasten abgegeben. Im Verhältnis von abgegebenen und zugelassenen Schüssen auf das Tor ist man entsprechend Zweiter hinter den Bayern.

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Transferperiode mit Abzügen in der B-Note

Die Transferperiode ist seit letzte Woche Geschichte. Aus Sicht von RB Leipzig durchaus eine seltsame und denkwürdige Zeit. Anfangs passierte wenig, dann kamen vier Neuzugänge (Schmitz, Müller, Keita, Werner) in relativ kurzer Zeit, mit denen erstmal die Basics abgedeckt waren. Dann passierte wieder sehr lange nichts, weil man große Teile der sowieso spät begonnenen Vorbereitung verstreichen ließ, um den Kader unter die Lupe zu nehmen. Und dann kam am Ende noch mal die Ketchup-Flasche mit zwei spektakulüren (Papadopoulos und Burke) und einem ergänzenden (Bernardo) Transfer.

Eine der Erkenntnisse der Transferperiode besteht darin, dass RB Leipzig kein großer Fisch in seiner Liga mehr ist, sondern in Konkurrenz zu Teams wie Dortmund, Leverkusen oder Schalke steht, die auf ein ähnliches Segment an Spielern (jung und talentiert genug, auch kurzfristig in der Bundesliga zu bestehen) schielen und man entsprechend als Bundesliga-Neuling nicht immer die besten Argumente hat, um am Ende auch den Zuschlag zu bekommen.

Oder anders gesagt. Wenn Schalke für einen Spieler noch einen Euro mehr an Ablöse oder Gehalt bietet, die Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb in petto hat und sowieso auch zu den perspektivreichen Spitzenteams der Liga gehört, dann ist man als RB Leipzig (noch?) relativ schnell raus, wie man bei Breel Embolo gesehen hat. Oder zieht sich auch dem Bieterwettbewerb zurück, wenn man die RB-Vereinsversion der Geschichte erzählen will.

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Regionaler Kern

Irgendwo hatte ich vor einiger Zeit mal wieder das Argument gelesen, dass der Anspruch von RB Leipzig, Jugendliche aus der Region zu förden, nicht wirklich erfüllt sei. Weil die Jugendarbeit nach oben nicht durchlässig ist und man nach unten überregional scoutet und so die Nachwuchsteams nur noch wenig Platz ließen für regionale Talente.

Was gleich die Frage aufwarf, wie dies eigentlich im großen Fußball, zu dem RB Leipzig ja jetzt dazugehört oder dazugehören will, aussieht und ob der Anspruch regionaler Talentförderung in globalisierten Zeiten und bei überregionalem Scouting überhaupt noch Teil der Vereinsphilosophien ist.

Wenn man sich mal die U19-Nachwuchsmannschaften der Bundesligisten anschaut, soweit sie selbst in der Bundesliga spielen, dann fällt auf, dass die Differenzen insgesamt geringerer Natur sind, als man denken könnte. Für alle U19-Mannschaften gilt, dass sie in der vergangenen Spielzeit im Kern aus Spielern aus der jeweiligen Region bestanden. Wobei Region hier so definiert wird, dass der letzte Verein der Spieler nicht weiter als 100 km entfernt war. Was eine eher unzureichende Klassifizierung ist, da manche Teams in Ballungsgebieten agieren und andere wiederum nicht.

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Zuwendung zu Leuchttürmen

Der Kicker hatte bereits im April (25.04.) im meist empfehlenswerten Mantelteil der Montagsausgabe auf der Basis von DFB-Daten ein paar interessante Zahlen zur Entwicklung der Mitgliederzahlen in Deutschland präsentiert. Demnach habe sich die Anzahl der Mitglieder in den 18 Bundesligaclubs innerhalb der letzten 15 Jahre auf knapp 1.200.000 Menschen ungefähr vervierfacht (die Zahl dürfte durch den Austausch von Stuttgart und Hannover gegen Freiburg und Leipzig für die kommende Saison wieder sinken, da die neuen Clubs um die 50.000 Mitlgieder weniger mitbringen als die alten).

Eine Vervierfachung der Mitgliederzahlen. Ausgerechnet in jener Phase der Entwicklung des Fußballs, in denen die Vereine aufgrund der Anforderungen im wirtschaftlichen Bereich zunehmend professionalisiert wurden und vielerorts die Fußballabteilungen aus dem Verein in Kapitalgesellschaften ausgegliedert wurden. Sprich, eigentliche Themen der Vereinsarbeit immer weiter in den Hintergrund rückten. Offenbar suchten Menschen weiter nach Identität und Zugehörigkeit und fanden in den Plastekarten ihrer Clubs gute Äquivalente, die im Fall der Fälle auch noch einen guten Zugang zu Tickets und Co mit sich bringen.

Interessant ist diese Entwicklung vor allem, wenn man sie vor dem Hintergrund der Entwicklungen im Fußball insgesamt bis runter zur letzten Amateurliga betrachtet. Denn im gleichen Zeitraum ist die Zahl der Mitglieder im DFB nur um knapp 650.000 Mitlieder gestiegen. Sprich, wenn man den Anstieg bei den Profis um 900.000 und auch noch den starken Anstieg im Frauenfußballbereich (plus rund 250.000 Mitglieder) abrechnet, bleibt für den Rest des Fußballs ein Minus von rund 500.000 Mitgliedern.

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