Schlagwort-Archive: SC Paderborn

Verdränger und Verdrängte

Die Spitze in der Bundesliga bestand in den letzten Jahren weitgehend aus den gleichen Teams, wie hier gestern an dieser Stelle im Blog gezeigt wurde. Bayern, Dortmund, Schalke und Leverkusen sind die Teams, die konstant über die Jahre vornehmlich die Plätze 1 bis 3 untereinander ausmachen.

Wenn man mal auf die Zusammensetzung der Bundesliga insgesamt seit 1992, also seit die Fußballvereinigung von Ost und West erstmal in einer 18er-Staffel ausgetragen wurde (1991/1992 wurde übergangsweise noch mit 20 Teams gespielt, was wegen schwieriger Vergleichbarkeit hier nicht mit betrachtet wurde), anschaut, dann gibt es natürlich auch hier Teams, die durchgängig und konstant dazugehörten. Andere hingegen verschwanden oder kamen hinzu.

Über die 24 Spielzeiten hinweg waren lediglich sieben Teams ständig dabei. Bayern, Dortmund, Leverkusen und Schalke waren schon genannt als konstanteste Teams und sind auch hier dabei. Dazu kommen Bremen und Hamburg, die taumelnden Nordklubs, die sich in jüngerer Vergangenheit alle Mühe gaben, in die zweite Liga runterzugehen. Und dazu kommt auch noch der VfB Stuttgart, die diese Saison erstmals im Betrachtungszeitraum in der Bundesliga fehlen.

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Bundesliga-Aufsteigerbilanzen

Mit dem SC Freiburg ist diese Saison ein alter Bekannter in die Bundesliga aufgestiegen, mit RB Leipzig dagegen ein kompletter Frischling. Leipzig ist der 55. Verein, der in die Bundesliga aufsteigt.

Seit Einführung der Dreipunktregel 1995 haben 28 verschiedene Vereine in 21 Spielzeiten als Aufsteiger in der Bundesliga gespielt. Dabei traten diverse Teams mehr als einmal als Aufsteiger auf. Insgesamt waren es in den 21 Spielzeiten 58 Aufsteiger, die sich darin versuchten, die Klasse zu halten. Was im Normalfall das erste Ziel eines Aufsteigers ist.

Gleich fünfmal Aufsteiger waren der 1.FC Köln und der VfL Bochum. Eintracht Frankfurt, der 1.FC Nürnberg und Arminia Bielefeld waren mit je vier Aufstiegen auch sehr häufig Neulinge. Nicht die allerkonstantesten Vereinskarrieren.

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Festes Band

Letztens bin ich in meinem Kopf irgendwie darüber gestolpert, dass ich es merkwürdig finde, dass in dieser Saison gleich beide Bundesligaaufsteiger keine wirklich relevanten Abgänge zu verzeichnen haben. Bis auf Immanuel Höhn (wechselte nach Darmstadt), der in Freiburg verzichtbar war und schon in der zweiten Liga seinen Stammplatz verloren hatte, blieben alle Spieler an Bord, die mit wesentlicher Spielzeit zum Aufstieg beitrugen.

In meiner Vorstellung gab es dagegen eine Fußballwelt, in der Aufsteiger immer damit leben müssen, dass die großen Clubs kommen und sich die besten Spieler der Aufsteiger holen, weil die sich mit ihren Leistungen in die Scoutingblöcke der Republik gespielt hatten. Wie das aber immer so ist mit Vorstellungen, sie müssen nicht wirklich stimmen. Weswegen ich mir zumindest für die letzten acht Spielzeiten seit Wiedereinführung der Relegation für die Aufsteiger angeschaut habe, welche der elf in der Liga meisteingesetzten Spieler auch im Jahr nach dem Aufstieg noch im Club waren.

Interessanterweise verloren zwölf von achtzehn Aufsteigern seit 2010 maximal einen ihrer Zweitligastammspieler. Gleich sieben Clubs verloren keinen ihrer Stammspieler. Im Schnitt sind es pro Aufsteiger 1,22 Stammspieler, die nach dem Aufstieg den Verein verlassen. Düsseldorf hatte einst das Maximum von fünf Spielern, die man ziehen ließ. Was eventuell auch mit den Wirren nach der Relegation gegen Hertha und dem sich lange ziehenden Sportgerichtsnachspiel zu tun gehabt haben mag.

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Bilanzen vom Rande des Spielfelds 2015/2016

Zuschauerzahlen. Ein ständiger Quell der Freude im Universum von Fußballanhängern, Online-Fanseiten und Foren, um Beliebheit oder Unbeliebtheit, Tradition oder Kommerz nachzuweisen. Nicht zuletzt rekurrierte ja auch das Team Marktwert u.a. auf Zuschauerzahlen als Indikator für Clubs, die mehr zum Produkt Bundesliga und dessen Popularität beitragen.

Bei RB Leipzig zeigte sich in dieser Saison das erwartbare Phänomen, sich zuschauerzahlentechnisch im zweiten Zweitligajahr zu konsolidieren. Allerdings trat die Prognose von vor einem Jahr, dass die „30.000er-Grenze recht locker fallen“ wird, wenn man auf Kurs ist, die sportlichen Aufstiegsziele zu erreichen und es der Spannungsbogen hergibt, dann doch nicht ein.

Stadionbesitzer Michael Kölmel zeigte sich zuletzt im Interview bei der LVZ nicht ganz zu Unrecht ein wenig enttäuscht darüber, dass wichtige Spiele wie die gegen Sandhausen und Bielefeld dann doch nicht (und nicht mal ansatzweise) ausverkauft waren. Könnte auch ein guter Fingerzeig sein, wie sich die ordentlich teurer gewordenen Tagestickets nächste Saison gegen Ingolstadt, Augsburg, Darmstadt und Co verkaufen werden. Bilanzen vom Rande des Spielfelds 2015/2016 weiterlesen

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Tore über Tore

808 Tore sind in dieser Saison in der zweiten Bundesliga gefallen. Im Schnitt schossen die Teams demnach ungefähr 45 Tore. Freiburg und Nürnberg kamen mit 75 bzw. 68 deutlich oberhalb des Schnitts ein. Ganz unten fühlt sich Paderborn mit nur 28 Treffern selbst im Vergleich mit den anderen Teams, die gegen den Abstieg kämpften, einsam.

Besonders viele Torschützen hatte Kaiserslautern, denen aber ein aus der Masse herausragender Torjäger fehlte. Die Aufsteiger Freiburg und Leipzig liegen mit insgesamt 13 bzw. 14 Torschützen irgendwo im Ligaschnitt, während in Fürth und Bielefeld nur sehr wenig Spieler einen Torerfolg feiern durften.

Freiburg steht allerdings zusammen mit Nürnberg ganz oben, wenn es danach geht, wie viele Spieler mindestens dreimal getroffen haben. Jeweils acht Spieler sind es bei den Clubs gewesen. Leipzig dagegen bleibt auch hier mit sechs Spielern Ligamittelmaß. In Paderborn und Düsseldorf hatte man derweil sogar jeweils nur drei Spieler vorzuweisen, die mehr als zweimal über eigene Treffer jubeln durften. Aber gejubelt wurde ja in beiden Clubs sowieso eher wenig.

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Bilanz: RB Leipzig in der Saison 2015/2016

Nach den ersten 19 Saisonspielen ist RB Leipzig natürlich noch mal viel mehr als vor der Saison der klare Aufstiegsfavorit. Man hat eine junge Mannschaft, deren Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft ist und von der man eher erwarten darf, dass sie sich noch weiterentwickelt. Ein Selke, ein Sabitzer, ein Forsberg, ein Bruno, ein Poulsen, ein Orban, ein Halstenberg und wie sie alle heißen, sind in ihren Leistungen noch nicht ausgereizt. Was dann aber eben auch heißt, dass man das Leistungsniveau der bisherigen 19 Spiele als Basis oder Mindestzielvorgabe für die verbleibenden Spiele ansehen darf. (…) Die besonderen Auswärtsaufgaben der Rückrunde in den großen Zweitligastadien und auch der Druck der Favoritenrolle in einer ausgeglichenen Liga, in der die meisten Mannschaften gut verteidigen können, sind vielleicht die größten Hindernisse für RB Leipzig auf dem Weg Richtung Bundesliga. Bisher hat man die Hindernisse gut aus dem Weg geräumt und sich nicht beirren lassen von Rückschlägen. Macht man in der Rückrunde so weiter, dann wird man das sportliche Ziel auch erreichen. (Zwischenbilanz: RB Leipzig in der Saison 2015/2016)

Die Perspektiven von RB Leipzig waren in der Winterpause bei acht Punkten Vorsprung auf Platz 3 und zwölf auf Platz 4 klar. Bundesligaaufstieg sowieso. Meisterschaft als naheliegendes Ziel. Doch so einfach wie man dachte, wurde es dann am Ende doch nicht.

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Was von Spieltag 34 bleibt

Und da ging sie dann doch dahin, die Saison 2015/2016, die auf den ersten beiden Plätzen jene Teams sah, die man auch am Anfang der Saison da erwartet hatte. Fußballerisch war es nicht unbedingt eine sehr spektakuläre Saison. Wie schon letztes Jahr viel laufen, kratzen, beißen und wenig überraschendes.

Selbst Freiburg verordnete sich nach der Winterpause eine darmstadteske Zweitligataktikspritze und setzte fortan vermehrt auf lange Bälle, weil man bemerkt hatte, dass man mit Zerspielen nicht ganz so hohe Erfolgsaussichten hat. Das und viele Standardtore, zusammen mit einer hervorragend besetzten Offensive sorgten am Ende für den sicheren Aufstieg.

Fußballerisch am interessantesten ging es vielleicht in Bochum zu, wo Gertjan Verbeek von seiner Idee, mit Ballbesitz und vielen Läufen im Hochgeschwindigkeitsbereich (quasi spielerisch geradlinig) die Konkurrenz nass zu machen, auch dann nicht abrückte, wenn er damit offensichtlich ins offene Messer rannte. Das war in vielerlei Hinsicht unterhaltsam, aber am Ende auch nicht so erfolgreich, wie man beim VfL lange insgeheim gehofft hatte. Der Unterschied zu den Spitzenteams bestand tatsächlich darin, dass man viele Torschüsse zuließ und diesbezüglich auf Augenhöhe mit Paderborn, Frankfurt und Duisburg, also nicht gut war.

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Was von Spieltag 33 bleibt

Da waren es nur noch drei, für die es in der zweiten Liga noch um was geht. Na gut, vielleicht dreieinhalb, denn Fortuna Düsseldorf ist zumindest rechnerisch nicht gesichert. Wer wollte denn allerdings glauben, dass ausgerechnet Duisburg und/ oder Frankfurt am letzten drei Punkte und sechs bzw. zehn Tore Düsseldorf aufholen können.

Duisburg, die im gesamten Saisonverlauf nur ein Spiel mit mehr als einem Tor gewonnen haben. Und Frankfurt, die in der Rückrunde bei sieben Punkten aus 16 Spielen stehen und dabei überhaupt gerade mal ein Spiel gewonnen haben. Wenn Düsseldorf in Braunschweig maximal knapp verliert, sind sie praktisch nicht mehr vom Nichtabstiegsplatz zu verdrängen.

Was bedeutet, dass Duisburg, Frankfurt und Paderborn den letzten bedeutsamen Platz, den Relegationsplatz und damit zwei Spiele gegen die Würzburger Kickers aus der dritten Liga, unter sich ausspielen. Für keines der Zweitligateams dürften die zwei Spiele gegen Würzburg zum Selbstläufer werden, von daher sind die Relegationsspiele auch nur ein erster Nichtabstiegsstrohhalm.

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Was von Spieltag 32 bleibt

Von Formel 1 zu Schneckenrennen in nur ein paar Wochen. Der Aufstiegskampf war zwischenzeitlich eine echte Hatz. RB Leipzig mit 16 Siegen in 20 Spielen. Der 1.FC Nürnberg mit 18 Spielen ohne Niederlage. Zuletzt ging es dagegen tempomäßig steil bergab. Zwei Punkte aus drei Spielen für Leipzig, drei Punkte aus vier Spielen für Nürnberg.

Da versuchen zwei Mannschaften offenbar eindrucksvoll zu demonstrieren, dass es eine nicht unwesentliche, psychologische Dimension jenseits von Taktik, Kader und sportlicher Spieltagsvorbereitung gibt. Sag Hallo zum Wackelfuß im Aufstiegskampf.

65 bis 66 Punkte, so hatte Leipzigs Innenverteidiger Marvin Compper Mitte März vorgerechnet, würden diese Saison für den Direktaufstieg reichen. Und war dafür leicht belächelt worden, weil im aufgehitzten Hochgeschwindigkeitsrennen das Szenario denkbar schien, dass alle drei Topteams mit 70 Punkten plus x aus der Saison gehen würden. Am Ende hat Compper Recht behalten und man braucht aktuell tatsächlich nicht mehr als 66 Punkte, um sicher aufzusteigen.

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Montäglicher Reisemeister

Zweimal wird in dieser Saison noch eines dieser Montagspiele ausgetragen. Spiele, die die einen furchtbar schlimm finden, weil es ihnen dann nicht möglich ist, mit ihrem Team zu reisen und die die anderen gar nicht so schlimm finden, weil sie eh nur vom Fernseher aus zuschauen oder sich darüber freuen, dass ihr Verein mal eine mediale Sonderbehandlung bekommt, die man sonst als Zweitligist im frei empfangbaren Fernsehen nie bekommt.

Man kann über die Montagsspiele sicherlich mit verschiedenen Argumenten streiten. Wobei der Streit auch etwas albern ist, wenn man bedenkt, dass inzwischen quasi an jedem Wochentag von irgendjemandem ein Fußballspiel bestritten (und vor allem via TV geschaut) wird. Das nun ausgerechnet an Montagsspielen festzumachen, wird dann schon reichlich schwierig. Wobei natürlich Zweitligisten im Normalfall eher seltener Wochentermine abbekommen.

Lässt man mal die Montagsspiele, die in englischen Wochen an Donnerstagen stattfanden, außer acht (weil diese Spiele nicht so besonders sind, weil auch die anderen Spiele des jeweiligen Spieltags in der englischen Woche unter der Woche stattfinden und somit für Gästefans eher schwer erreichbar sind), dann wird die zweite Liga diese Saison am Ende 27 Montagsspiele bestritten haben.

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Was von Spieltag 28 bleibt

Vielleicht ein wenig typisch für diese Saison, dass die obersten drei Teams alle gewannen und die untersten drei alle verloren. Die Ausgeglichenheit der letzten Saison erreicht man dies Jahr in der zweiten Liga nicht mehr. Was vor allem am Spitzentrio liegt, das weiter durch die Liga pflügt. 56 Punkte hatte ein Drittplatzierter in der zweiten Liga nach 28 Spieltagen noch nie (seit Einführung der Dreipunktregel).

Allen voran geht in der Rückrunde der 1.FC Nürnberg, die nach elf Spielen schon zwei Punkte mehr eingefahren haben als in 17 Hinrundenspielen. 2,64 Punkte holen die Franken in der Rückrunde im Schnitt pro Spiel (neun Siege, zwei Unentschieden), schossen die meisten Tore und kassierten die wenigsten Gegentore. Das ist tatsächlich nur noch schwerlich in Worte zu fassen.

Und reicht doch nur für Platz 3 sechs Spiele vor dem Ende. Weil Freiburg und Leipzig auch eine sehr konstante Saison spielen. Jeweils 24 Punkte in elf Rückrundenspielen und jeweils 2,11 Punkte im Schnitt über die gesamte Saison gesehen, würden in den meisten Spielzeiten für den Direktaufstieg reichen. Diese Saison reicht es zumindest dazu, nicht schon von starken Nürnbergern eingefangen und überholt worden zu sein.

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Was von der englischen Woche bleibt

Die letzte englische Woche der Saison ist vorüber. Auf Ergebnisebene extrem überraschend vielleicht nur die neun Punkte für 1860 München. Gerade noch nach sieben Spielen ohne Sieg, davon fünf Niederlagen am Stück, depremierter Abstiegskandidat mit neun Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz und eine reichliche Woche später hat man den Rückstand komplett aufgeholt und den Nichtabstiegsplatz selbst belegt. Mehr als erstaunliches Comeback.

Das auch dazu führt, dass die schon so klar wirkenden Verhältnisse im Abstiegskampf komplett durchgewirbelt wurden. Denn plötzlich stecken auch Teams wie Sandhausen, Bielefeld oder Frankfurt wieder in ernsteren Schwierigkeiten bei nur noch zwischen vier und sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang.

Sandhausen übt sich im Angesicht der näherrückenden Abstiegsplätze immer noch trotzig im ‚Wer hätte vor der Saison denn geglaubt, dass wir trotz drei Punkte Abzug so gut dastehen würden‘-‚Alles ist gut‘-Sprech, hat aber in acht Rückrundenspielen nur vier Punkte geholt. Also so viel wie Paderborn und Duisburg im selben Zeitraum. Dazu kommen Scharmützel zwischen Präsident Machmeier und der Schiedsrichtergilde, der er absichtliche Benachteiligung des SV Sandhausen unterstellte. Nach Aluhut kommt Abstieg. Vielleicht. Zumindest tut Sandhausen inzwischen sportlich alles dafür.

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24.Spieltag – 2.Bundesliga 2015/2016

Die Rangnick-Effenberg-Kontroverse schlug in den letzten Tagen ihre typischen, öffentlichkeitswirksamen Wellen. Dazu muss man im Detail gar nicht mehr viel sagen. Es ist sicherlich etwas ungünstig, nach einem glücklich gewonnenen Spiel den Spielstil des Gegners kritisch zu würdigen (mit Betonung auf kritisch), aber faktisch steckte in Rangnicks Äußerungen auch nichts extremes, sondern eher eine Beschreibung dessen, was er auf dem Spielfeld wahrgenommen hatte.

Erwartbar trotzdem, dass man daraus ein paar Schlagzeilen bastelt und dann noch mal das übliche Spielchen von ‚der hat das dazu gesagt, der findet den arrogant, der ist ganz empört‘ spielt, um die Story so lange auszupressen und mit O-Tönen aufzuheizen, bis sie dann wirklich nicht mehr interessiert oder beim nächsten Streit als Referenz (’schon vor zwei Jahren waren Rangnick und Effenberg aneinandergeraten, als…) genutzt wird. So eine Story auszupressen macht aus Mediensicht natürlich Sinn. Zumal wenn mit Rangnick und Effenberg zwei Schwergewichte mit öffentlicher Relevanz und Klickträchtigkeit im Zentrum der Auseinandersetzungen stehen.

Inhaltlich war eigentlich mit den Einlassungen von Rangnick (Paderborn mit Spielsystem wie vor 30 Jahren, „Anti-Fußball“, „Manndeckung“) und dem entgegnenden Effenberg-Verweis auf zentrale Spieldaten (mehr Chancen gebhabt, mehr Zweikämpfe gewonnen, mehr gelaufen) fast alles gesagt. Tobias Escher schafft es bei spielverlagerung.de trotzdem noch was schlaues zum Thema beizutragen und Rangnicks Äußerungen einzuordnen und darauf zu verweisen, dass Manndeckung nicht 30 Jahre lang her ist und Mannorientierungen in mancherlei Hinsicht auch abseits von Spielen des SC Paderborn gegen RB Leipzig eine nicht unwesentliche Rolle im modernen Fußball spielen.

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2.Bundesliga: SC Paderborn vs. RB Leipzig 0:1

Der Spitzenreiter zu Besuch beim 16. der zweiten Liga. RB Leipzig erstmals zu Besuch beim SC Paderborn. Zumindest vom Ergebnis her wurde RB der Favoritenrolle gerecht und gewann die Partie glücklich mit 1:0.

Begonnen hatten beide Teams die Begegnung in derselben Formation wie am letzten Spieltag. Bei RB Leipzig stand Stefan Ilsanker nach eigentlich ausgeheilt geglaubter Schulterverletzung überraschend nicht mal im Kader, sodasss es komplett beim 4-2-3-1 bzw. gegen den Ball mehr ein 4-2-2-2 der Vorwoche blieb. Beim SC Paderborn änderte sich zwar personell nichts, taktisch wurde es aber eher ein 4-4-2, in dem man sehr mannorientiert agierte und die jeweiligen Gegenspieler verfolgte.

Das Spiel lief so, wie man es bei RB-Spielen inzwischen erwartet. RB Leipzig hat den Ball und versucht gegen einen tief verteidigenden Gegner Lücken und Räume zu finden, die man bespielen kann. Der Gegner lauert auf Balleroberungen, Kontersituationen und Diagonalpässe. RB Leipzig versucht das zu unterbinden, indem man direkt nach dem Ballverlust den Gegenspieler wieder attackiert.

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Erstligaabsteiger im Kampf gegen den freien Fall

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig beim SC Paderborn (26.02.2016, 18.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick und Emil Forsberg.]

Spieltag Nummer 23 bringt für RB Leipzig mal was Neues. Nämlich eine Auswärtsfahrt zum SC Paderborn. Erstmals in der jungen Vereinshistorie darf man den Erstligaabsteiger besuchen, nachdem man in der Vergangenheit schon zweimal zu Hause auf den SCP getroffen war.

Wenn der Tabellenführer zum stark abstiegsgefährdeten 16. der zweiten Liga fährt, dann sind die Rollen natürlich klar verteilt. Zumal der letzte Heimsieg Paderborns von Mitte Oktober stammt und der letzte Sieg überhaupt nur eine Woche später errungen wurde.

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Was von Spieltag 22 bleibt

Der 22.Spieltag war einer der Unentschieden. Gleich sechsmal teilten sich die Mannschaften die Punkte. Macht entsprechend gleich zwölf Mannschaften, die nicht so richtig vom Fleck weggekommen sind. Was die Sieger des Spieltags (Leipzig, Freiburg und Frankfurt) gleich noch mal viel strahlender erscheinen lässt bzw. deren Siege noch wichtiger macht.

Wegen der vielen Unentschieden wurde auch die Chance verpasst, die Tabellenkonstellationen noch klarer zu gestalten. Nürnberg hätte mit einem Sieg gestern vier Punkte zwischen sich und die Verfolger hinter den Aufstiegsrängen legen können. Durch das zweite Unentschieden in Folge gegen einen starken Schiedsrichter Düsseldorf bleibt man aber im Pulk, der schon wieder ein Schneckenrennen um den Aufstieg bzw. aktuell um den Relegationsplatz veranstaltet.

Mit Schneckenrennen ist die Veranstaltung im Tabellenkeller vielleicht sogar noch ein wenig unzureichend beschrieben. Auch wenn Düsseldorf es verpasste, auf acht Punkte von den letzten drei Teams wegzuziehen, bleibt doch aktuell ein Trio, das den Abstiegsrelegationsplatz untereinander auszuspielen scheint. Wie schneckig das Schneckenrennen dabei ist, zeigt sich schon darin, dass noch nie seit Einführung der Dreipunkteregel ein 16. nach dem 22. Zweitligaspieltag weniger Punkte hatte als der SC Paderborn in dieser Saison.

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Was von Spieltag 21 bleibt

Man hätte es sich eigentlich denken können, dass die Gelegenheit für das Spitzentrio, sich abzusetzen, ungenutzt verstreichen wird. Mit Siegen von Nürnberg und Leipzig hätte man St. Pauli und Bochum ein ganzes Stück distanzieren können, so sind vor allem Nürnberg und Freiburg und mit größeren Abstrichen RB Leipzig wieder in einen Pulk von Aufstiegsanwärterteams gerutscht, der neben ihnen im Kern noch St. Pauli umfasst, aber auch noch Teams wie Bochum, Braunschweig und ganz fern Kaiserslautern oder Karlsruhe Chancen lässt.

Nur einen einzigen Punkt für die drei Spitzenteams in ihren drei Spielen, das erwartet man eigentlich eher von den Teams im Keller. Lediglich Nürnberg ergatterte beim 1:1 gegen Bochum noch einen (wichtigen) Punkt, mit dem man den Kontrahenten auf ursprüngliche Distanz hielt. In einem Spiel, das von der Intensität, der Physis und der Geschwindigkeit her vielleicht das Beste aufeinanderprallen ließ, was die Liga derzeit so zu bieten hat. Ein Beharken und Bekämpfen, bei dem kein Team viel Luft zum Atmen geschweige denn zu einem vernünftigen Spielaufbau bekam. Eine Art des Spiels, wie sie letzte Saison vielleicht noch Zorniger und Hasenhüttl gegeneinander auf den Platz zaubern ließen. Nürnberg und Bochum spielen das vielleicht nicht ganz so zweikampf- und foullastig.

Nürnberg durch den Punkt nun das Team der Stunde. Elf Spiele ohne Niederlage, davon sechs Siege. Das letzte Mal verlor man in Leipzig und das ist gefühlt in einem anderen Fußballjahrhundert gewesen. RB verlor derweil nach sechs Siegen wieder mal mit 0:1 beim FC St. Pauli. 29 Torschüsse und vor allem 18 Abschlüsse von innerhalb des Strafraums reichten nicht aus, um ein Tor zu erzielen. Zum Vergleich: die besten Teams der Liga (Bochum, Leipzig) schießen im Schnitt pro Spiel ungefähr zehnmal aus dem Strafraum heraus auf das gegnerische Tor, das schlechteste Team (Frankfurt) im Schnitt gerade mal fünfmal.

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Was von Spieltag 20 bleibt

Erster Spieltag nach der Winterpause. Ein Tag, nach dem man ein wenig zur Überreaktion und Überinterpretation neigt und Siege und Niederlagen schon mit unvermeidbaren weiteren Saisonentwicklungen verknüpfen könnte. Was, wie nach dem ersten Spieltag nach der Sommerpause, ein wenig früh und zu viel des Guten wäre.

Angesichts der Lage mancher Vereine ist eine Überreaktion aber durchaus auch nachvollziehbar ist. Insbesondere die Teams im Tabellenkeller sind mit teilweise großen Hoffnungen in den 20. Spieltag gestartet und wollten dort den Bock umstoßen. Herausgekommen sind für die vier Teams ganz unten zusammen null Punkte und gerade mal ein Tor. Das ist ein ziemlicher Schlag in die Magengrube namens Hoffnung.

Insbesondere in Duisburg gehen die Zweitligalichter langsam aber sicher aus. Viele plausible Argumente, warum sie noch auf einen direkten Nichtabstiegsplatz, der immerhin schon acht Punkte weg ist, gelangen sollten, lassen sich nicht finden. Und auch Platz 16 ist vor allem angesichts der kadertechnisch gut besetzten Konkurrenten aus München, Paderborn und Düsseldorf schwer verargumentierbar. Die nächsten beiden Spiele gegen Karlsruhe und in Fürth dürften schon fast die letzte Chance sein, um noch mal in einen Modus der Hoffnung gelangen zu können.

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Zwischenbilanz: RB Leipzig in der Saison 2015/2016

Fakt ist, dass man bei Transferausgaben von über 20 Millionen Euro (wenn man Sabitzer und Bruno mitzählt), einigen Neuzugängen auf Erstliganiveau (Orban, Sabitzer, Selke, Ilsanker) und ja schon in den letzten zwei Transferperioden ordentlichen Investitionen nicht umhinkommt, als klarer Staffelfavorit in die Saison zu gehen. Auch wenn man sich da vereinsseits ein wenig dagegen sträubt. Zwei entscheidende Punkte werden darüber entscheiden, ob man diese Favoritenrolle mit Leben füllen kann. Einerseits wird die Frage sein, inwieweit die sehr junge Mannschaft (Durchschnittsalter im Sturm bspw. irgendwas um die 21 Jahre) trotzdem schon abgeklärt genug ist, um auch bei hitziger Atmosphäre zu bestehen. Andererseits bleibt abzuwarten, wie sich die nach den Abgängen vieler (nicht unbedingt sportlicher) Führungsspieler in ihren Hierarchien völlig neu zusammengesetzte Mannschaft im Saisonverlauf auch als soziale Gruppe zusammenfindet. (Vor dem Zweitligastart 2015/2016 – Teil II)

Die zweite Zweitligasaison von RB Leipzig brachte diverse Änderungen in der Besetzung des Teams und auf Seiten der sportlich Verantwortlichen. Etwas, was sich nicht nur darin niederschlug, dass der Club sich in seinem spielerischen Auftreten deutlich verändert zeigte, sondern auch darin, dass man in der Anfangsphase der Saison ein paar Probleme hatte, dominant und stabil aufzutreten und man sich in der Folge wie bei einem Steigerungslauf in Richtung höhere Tempostufen entwickelte und so auch zu einem absoluten Zweitligaspitzenteam zusammenwuchs.

Ab dem sechsten Spieltag begann RB Leipzig ungefähr, individuelle Klasse und mannschaftliches Auftreten zu Dominanz zu verbinden. Man hatte dann noch für ein paar Spiele Probleme, die Dominanz auch in Siege umzumünzen bzw. klare Führungen auch sicher ins Ziel zu bringen und machte es sich durch Fehleranfälligkeiten und Unaufmerksamkeiten im Defensivverhalten selber schwer. Aber nachdem auch dieses abgestellt war, wurde man endgültig zum Ligadominator und gewann neun der zehn letzten Spiele. In dieser Zeit verbesserte man sich von Platz 6 (sechs Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Freiburg) auf Platz 1 (drei Punkte Vorsprung auf Freiburg). Glatte acht Punkte mehr als das zweitbeste Team in dieser Phase (Nürnberg) holte man.

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Was von Spieltag 19 bleibt

19. und letzter Spieltag vor der Winterpause in der zweiten Bundesliga. Eigentlich ein guter Zeitpunkt für Besinnlichkeit und Ruhe. Nicht so in Paderborn, wo einige Spieler in so selten zu erlebender, offener Form die Suspendierungen von drei ihrer Kollegen kritisiert haben. Man kenne die Gründe für die Suspendierung nicht und sei solidarisch, auch wenn man die Entscheidung nicht ändern kann.

Manager Michael Born musste sich deswegen bei Sky diverse Fragen zur Situation gefallen lassen, auch wenn er schon nach der zweiten Frage keinen Bock mehr hatte auf eine Antwort. Man habe den Beteiligten und der Mannschaft die Hintergründe der Suspendierung erklärt, die darin bestünden, dass man die Hierarchie in der Mannschaft ändern wolle und blicke nun nicht mehr zurück.

Funktioniert natürlich eher schlecht, wenn wichtige Spieler des Teams am anderen Mikrofon praktisch parallel das völlige Gegenteil erzählen und die Situation so prekär ist, dass der Paderborner Pressesprecher ein Sky-Interview verzögert, um Kapitän Bakalorz noch mal zu briefen. Der daraufhin die ‚ist ein internes Thema‘-Karte zog.

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