Schlagwort-Archive: Regionalliga

Chemnitzer FC vs. RasenBallsport Leipzig 1:0

Viel Lärm um nichts. So könnte man den letzten Regionalliga-Auswärtsauftritt von RasenBallsport Leipzig beim Chemnitzer FC umschreiben. Deftiger formuliert würde es „große Klappe, nichts dahinter“ heißen. Aber hier soll nicht deftig formuliert werden, zumal dieses Aufeinandertreffen nur für eines der beteiligten Teams das Spiel des Jahres war. Das Spiel des Jahres der RasenBallsportler folgt erst noch im Sachsenpokal-Finale. Wieder gegen den Chemnitzer FC.

Im Vorfeld des Aufeinandertreffens von RasenBallsport Leipzig und dem Chemnitzer FC wurde viel gesprochen. Als Höhepunkt der Kampfansagen formulierte RasenBallsport-Coach Tomas Oral sinngemäß, dass der Chemnitzer FC, wenn er denn nach diesem Spiel den Aufstieg feiern wolle, auf Schützenhilfe des Halleschen FC hoffen müsse, da sein  Team auf keinen Fall verlieren werde. Doch daraus wurde wieder mal nichts.

Ich persönlich habe nichts gegen Kampfansagen. Solange man den sportlichen Respekt vor dem Gegner im Blick behält, gehört ein bisschen Verbalscharmützel zum Fußball dazu und peppt das Drumherum um die Spiele angenehm auf. Das macht definitiv mehr Spaß als das Dortmunder Prinzip, erst dann von der Meisterschaft zu reden, wenn man vier Spiele vor Schluss 10 Punkte Vorsprung hat. Ein wenig Demonstration des eigenen Selbstvertrauens beziehungsweise die Idee mit einem öffentlichen ‚wir wollen und werden die weghauen‘ in ein Spiel zu gehen statt mit einem ‚wir werden unser bestes geben und dann sehen was dabei raus kommt‘, kann ich eigentlich gut leiden. Demut vor der Spielklasse, in der man spielt und Respekt vor dem Gegner: ja. Übermäßige Zurückhaltung und bloß niemanden verbal verletzen wollen: nein. Selbsbewusstsein gehört zum sportlichen Teil des Fußballs tatsächlich dazu.

Problematisch wird das ganze nur, wenn das Selbstbewusstsein nicht so recht mit den eigenen Leistungen korrespondieren will. Auch gegen Chemnitz war dies bei den RasenBallsportlern wieder zu beobachten. Solides, kompaktes Spiel. Ansehnlich vielleicht noch bis zum Strafraum. Aber ohne Durchschlagskraft nach ganz vorn. Das funktioniert eventuell sogar noch, wenn man nicht gleich nach der Pause nach grobem Schnitzer in der Abwehr das 0:1 kassiert. Steht es lange 0:0 wird Chemnitz eventuell unruhig, weil sie wissen, dass sie gewinnen müssen. Eventuell ergibt sich dann sogar noch mal der Platz für einen lucky Punch. Durch die Führung retten die Chemnitzer das Spiel gegen ungefährliche RasenBallsportler eben über die Zeit und starten ihre größte Party der vergangenen Jahre. Chemnitzer FC vs. RasenBallsport Leipzig 1:0 weiterlesen

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RasenBallsport Leipzig vs. Dynamo Dresden 2:1

Vor nicht allzu langer Zeit, als ich mich auf den Weg machte zum freitagabendlichen Heimspiel gegen die U23 von Energie Cottbus fragte ich mich auf dem Weg zur Arena immer wieder, ob ich mich eventuell im Spieltermin geirrt hätte, so wenig Menschen waren unterwegs zum Stadion. Gestern fragte ich mich bereits in der Straßenbahn, ob es denn ein bisher unbekanntes RB-Nest gäbe. So viele Menschen mit RB-Fanartikeln in unterschiedlichster Form habe ich vor einem Spiel glaube ich noch nie gesehen.

Das ’noch nie‘ setzte sich im Stadion im positiven Sinne fort. Was aus Block B, also der Fankurve selbst bis zu mir hinüberschwappte, hatte ich in der Form auch noch nicht erlebt. Das war nicht mehr der Support der 80-100 Leute ganz unten in der Kurve. Gerade in der ersten Hälfte und gerade in der Zeit bis zum 1:0 waren da weite Teile des Blocks höchstmotiviert und geil auf das Spiel und zeigten dies lautstark. Respekt, man hatte eine ungefähre Ahnung, wie Block B tatsächlich irgendwann einmal in einer mittelfernen Zukunft zu einer Wand werden könnte. Wenn sich jetzt auch noch die Haupttribüne und irgendwann auch die meinerseits herbeigesehnte Gegengerade davon ein wenig anstecken ließen, wäre es in der Red Bull Arena richtig gehend laut. Auf Heimseite wohl gemerkt, nicht auf Gästeseite.

Angesichts der Beobachtungen wurde gestern auch wieder einmal schmerzlich klar, was man bei RasenBallsport Leipzig in dieser Saison aufgrund der durchwachsenen, sportlichen Situation eigentlich an quantitativem und qualitativem Fan-Entwicklungs-Potenzial hat liegen lassen. Gestern hat man jedenfalls gesehen, welches Potenzial der Verein in Bezug auf seine Zuschauer derzeit hat und nur selten ausschöpfen kann. Vergleicht man das ganze beispielsweise mit dem Saisonbeginn gegen Türkiyemspor, dann hat man da einen heftigen Sprung gemacht.

Punkt 19 Uhr gestern Abend war also das ganze Vorgeplänkel um die mögliche Aufstellung von Dynamo Dresden auf einen Schlag vergessen. Zweite Mannschaft, dritte Mannschaft, alte Herren, Junioren, alles war in der Diskussion. Heraus kam eine Mischung aus Profiteamanschlusskader (inklusive ehemaligen Stammspielern, die nach Verletzungen Spielpraxis sammelten) plus Oberliga-Stammspielern. Ein Team also, das nominell auf ordentlichem Regionalliganiveau agieren würde. Nimmt man die durch das bunte Zusammenwürfeln fehlende Eingespieltheit, bleibt ein durchschnittliches Regionalligateam übrig. Auf Augenhöhe mit Meuselwitz und Plauen. Ungefähr. Würde ich sagen. Kein Fallobst, auf jeden Fall. Schon gar nicht in einem Pokalspiel. RasenBallsport Leipzig vs. Dynamo Dresden 2:1 weiterlesen

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RasenBallsport Leipzig vs. Hallescher FC 2:0

Es ist in dieser Saison nie vorgekommen, dass ich ein Spiel von RasenBallsport Leipzig so unkonzentriert und mit halbem Auge verfolgt habe wie das gestrige. Was nicht nur am Spiel lag, aber auch. Meine Augen und mein Interesse widmeten sich mit erstaunlich hoher Häufigkeit dem Treiben oder Nichttreiben in den beiden Fansektoren. In Hälfte 1 kam ich mir vor wie beim Tennis. Von rechts nach links und wieder zurück und wieder hin wanderte mein Kopf. Wie ein Zuschauer in Boris Beckers besten Zeiten.

Während Fraktion rechts (von mir von der Haupttribüne aus gesehen), also Gast sich mit ihren vielleicht 700 Anhängern dem Erwarteten widmete, also dem was man in manchen Fankulturen so als Kritik empfindet, also der in unterschiedlicher Qualität der Rhetorik ausgedrückten Wut über Red Bull, Dietrich Mateschitz, den DFB, RB-Fans, kaputtgehenden Sport, Zensur und was auch immer ich noch verpasst haben mag, kam es mir auf Seiten von Fraktion links, also Heim gerade im Bereich des aktiven Supports erstaunlich leer und vergleichsweise verhalten vor. Halbzeit 2 bestärkte mich in meiner Wahrnehmung von Fraktion Heim derart, dass ich permanent verwundert Richtung links schielte (und deswegen rechts ein paar Anti-…-Transparente  verpasste) und mich fragte, ob sich die verschiedenen Fanfraktionen eventuell verstritten hätten und heute nicht zusammen supporten wollten. Fraktion Gast schloss sich mit zunehmender Spieldauer dem Schweigen weitestegehend an und so war es gegen Ende des Spiels, mal abgesehen vom 2:0, als noch einmal Fußballatmosphäre aufkam, erstaunlich ruhig im weiten Rund. Fraktion Haupttribüne verhielt sich währenddessen angepasst unauffällig.

Das alles passte als weitestgehend emotionsloses Ambiente insgesamt natürlich wunderbar zum weitestgehend emotionslosen Spiel. Ein Gast, der auch aufgrund seiner B-Mannschaft (die A-Mannschaft wurde fürs Landespokalfinale morgen geschont) nicht konnte. Also wirklich nicht konnte, wie sich anhand der dürftigen Ausbeute von zwei Halbchancen (eine knapp verpasste Flanke und ein abgefälschter Schuss) gegen die bekanntermaßen nicht übermäßig stabile RasenBallsport-Verteidigung deutlich zeigte. Und ein Heimteam, das offensichtlich nicht übermäßig wollte, es aber immerhin minimal besser machte als der Hallesche FC. Insbesondere Thiago Rockenbach zeigte in zwei, drei Szenen seine überragende Klasse am Ball. Freilich ohne dass dies von Erfolg gekrönt worden wäre. RasenBallsport Leipzig vs. Hallescher FC 2:0 weiterlesen

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Wochen(end)splitter III

In der Bundesliga fallen heut die letzten Entscheidungen. Direkte Champions-League-Quali. Die Abstiegsfrage. Es ist zwar bei weitem nicht das spannendste Saisonfinale ever, aber auf jeden Fall ein höchst skurriles. Ich jedenfalls könnte mich nicht erinnern, dass es im letzten Spiel jemals zu einem direkten Duell gekommen wäre, bei dem beide Trainer zumindest mit Blick auf die neue Saison gewinnen, wenn sie aktuell verlieren. Die Rede ist – na klar – vom Spiel Freiburg gegen Leverkusen und den Trainern Dutt gegen Heynckes. Für Ersteren würde eine Niederlage bedeuten, dass sein zukünftiger Arbeitgeber Bayer Leverkusen direkt für die Champions League qualifiziert ist. Für zweiteren besteht bei einer Niederlage die Chance, dass seinem zukünftigen Arbeitgeber Bayern München noch die direkte Qualifikation zur Champions League gelingt. Wohl selten haben zwei Trainer so beharrlich darauf bestanden, dass sie darüber nicht nachdenken und 100% für dieses Spiel und einen Sieg geben würden. Wohl noch seltener dürften sich Trainer ernsthaft darüber gefreut haben, wenn 100% nicht zum Sieg reichen..

Drei Etagen weiter unten ist es mit dem Saisonfinale noch nicht ganz so weit. Drei Spieltage stehen für RasenBallsport Leipzig noch auf dem Programm. Dazu kommt noch mindestens ein Spiel im Sachsenpokal. Dabei hat es die kommende Woche in sich. Morgen gegen Halle, am Mittwoch im Pokal gegen Dynamo Dresden, am Samstag beim Chemnitzer FC. Eine namhafte und spannende Woche. Einerseits.

Andererseits geht es gegen den Halleschen FC maximal um Platz vier, was angesichts der Irrelevanz dieses Platz kein übermäßiger Grund für überhöhte Motivation darstellt. Zudem spielen RasenBallsport und Halle beide nächste Woche wichtige Pokalspiele. Für den Halleschen FC geht es im Pokalfinale Sachsen-Anhalts gegen Grün-Weiß Piesteritz um die Qualifikation zum DFB-Pokal und auch um die Lizenz für die kommende Regionalliga-Saison, da in den Etatplanungen die Einnahmen aus dem DFB-Pokal bereits enthalten sind. Verliert man das Pokalfinale steht auch der Etat auf dem Prüfstand und man müsste Einsparungen vornehmen. Für ein Team, das im kommenden Jahr den Aufstieg anpeilt eine unkomfortable Situation. Und eine Situation, in der das Ligaspiel bei RasenBallsport Leipzig nur zwei Tage vor dem Pokalfight zur Nebensache verkommen dürfte. Wochen(end)splitter III weiterlesen

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ZFC Meuselwitz vs. RasenBallsport Leipzig 3:3

In 90% der Fällen sind Auswärtsspiele für mich kein Reise-Thema. Macht bei 17 Auswärtsspielen 1,7 Spiele, wo das Hinfahren zum Thema wird. Das erste Auswärtsspiel der Saison in Braunschweig hatte ich mir angetan. Das Meuselwitz-Spiel wäre bei anderem Tabellenstand vielleicht das Thema für die noch fehlenden 0,7 geworden. In der jetzigen, sportlichen Situation bei RasenBallsport Leipzig fiel es mir wie bei sonstigen Auswärtswochenenden aber nicht schwer, das familiäre Zuckeln in der Parkeisenbahn um den Auensee dem Auswärtstrip vorzuziehen. Bis ich die Ereignisse des Spiels medial aufbereitet bekam..

Eigentlich war die Fahrt nach Meuselwitz für RB Leipzig nur von sehr geringer Bedeutung. Angesichts der Ereignisse der letzten Tage, die fest mit den Namen Linke, Pacult, Mateschitz und Oral verbunden sind, kam einem das Meuselwitz-Spiel sowieso wie ein Nebenaspekt vor. Doch dann das: 6 Tore, zwei Platzverweise, diverse Verwarnungen und ein hochemotionales Spiel auf und neben dem Grün.

Es sind diese Spiele, die RasenBallsport Leipzig in dieser Saison nur höchst selten erlebt hat. Vielleicht beim2:1-Auswärtssieg kurz vor Schluss in Kiel, vielleicht beim 3:2-Heimsieg nach Rost-Platzverweis gegen Wilhelmshaven. Emotionale Spiele, die das Gefühl vermitteln, die RasenBallsportler wollten aller Welt zeigen, dass sich sich nicht unendlich (sportlich und unsportlich) beleidigen und mit Häme überschütten lassen wollen. Irgendwo in der fußballerischen Provinz vor einem aufgeheizten Publikum. Von Spielern, die sich nach dem Führungstor flügelschlagend über die Red-Bull-gestützten RasenBallsportler lustig machen. Der 3:3-Ausgleich in der Nachspielzeit, als 9 Leipziger den 11 Meuselwitzern noch den rechnerisch geglückten Klassenerhalt versauten, gehört zu diesen Momenten der tiefen, sportlichen Befriedigung. „In your Face, Meuselwitz!“ hieß es im Live-Ticker [broken Link] auf RasenBallsport-Seite. Und zwar fußballerisch, auf dem Grün. Und völlig zutreffend. ZFC Meuselwitz vs. RasenBallsport Leipzig 3:3 weiterlesen

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RasenBallsport Leipzig vs. FC Energie Cottbus II 3:2

Der regelmäßige Leser hier wird wissen, dass ich meine Fußballsozialisation ein reichliches Jahrzehnt lang zwischen 1984 und 1997 im Cottbusser Stadion der Freundschaft genossen habe. Und tatsächlich meistenteils GENOSSEN habe. In meiner Erinnerung war mein letzter Stadionbesuch mit Cottbusser Beteiligung das erste Heimspiel in der zweiten Bundesliga 1997 gegen den VfB Leipzig (1:1).

Mit dem gestrigen Auftritt der U23 von Energie Cottbus bei RasenBallsport Leipzig, fast 14 Jahre später schloss sich da gewissermaßen der Kreis und auch wenn es nur die kleine Energie war, die da anreiste, irgendwie war es eben doch etwas besonderes. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich an mir keine besondere Emotionalität gegenüber dem Gegner feststellen konnte, sieht man vom sentimentalen Ziehen in der Magengegend ab, das mich ereilte, als die für Zweitmannschaftsverhältnisse recht zahlreich erschienenen Cottbusser Anhänger (insgesamt etwa 100) ein kurzes „Nur, nur, nur Energie“ ertönen ließen.

Das von seinen Umständen her zumindest für mich besondere Spiel entwickelte sich auch auf dem Rasen zu einem besonderen Spiel. Als Zweitligaspiel vor 20.000 Zuschauern wäre das ein hochemotionaler Knaller gewesen, so war es in Bezug auf den Spielverlauf ein hochunterhaltsamer Fußballabend mit viel Zittern um den Sieg der RasenBallsportler aus Leipzig. RasenBallsport Leipzig vs. FC Energie Cottbus II 3:2 weiterlesen

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Hertha BSC II vs. RasenBallsport Leipzig 1:1

Für die meisten (inklusive Bloggern) ist Ostern ein Familienfest, für Fußballspieler ist es eine gute Gelegenheit zum Kicken. Obwohl sich die Freude von Profifußballern über ein Spiel bei der U23 von Hertha BSC vor knapp 500 Zuschauern an einem sonnigen Ostersonntag in Grenzen halten dürfte. So kam denn auch nicht unerwartet – zumal angesichts eines Tabellenstandes, der für RasenBallsport Leipzig keine besonderen Ziele mehr mit sich bringt – eine Art Sommerfreundschaftsspielkick heraus.

Der Punktgewinn war für RasenBallsport Leipzig angesichts des Zeitpunkts glücklich, insgesamt aber völlig verdient. Damit wächst aber auch die negative Auswärtsserie auf fünf Spiele ohne Sieg an. 3 Unentschieden, 2 Niederlagen. Fünf Gegentore. Drei geschossene Tore. In Worten: drei! In fünf Spielen! Unglaublich. Nimmt man die Auswärtsbilanz seit der Winterpause stehen dank zweier 3:0-Siege in 7 Spielen immerhin 2 Siege, 3 Unentschieden, 2 Niederlagen bei 9:5 Toren und 9 Punkten zu Buche. Trotzdem auch eher suboptimal.

Die Saison wurde natürlich nicht bei Hertha BSC vergeigt. Dass Richtung Ende der Saison ein paar Punktspiele mit halbem Eínsatz dabei sein dürften, erscheint logisch und sollte verkraftbar sein. Dem Gesetz der Serie folgend sollten zumindest die Heimspiele ein Erlebnis bleiben. Hier holte RasenBallsport Leipzig in den letzten fünf Spielen fünf Siege bei immerhin 13:1 Toren. Da am Freitag (19Uhr) die U23 von Energie Cottbus mit der Empfehlung eines 6:1-Erfolges gegen Oberneuland in die Red Bull Arena reist, darf man ein ansehnliches Fußballspiel erwarten. Hertha BSC II vs. RasenBallsport Leipzig 1:1 weiterlesen

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RasenBallsport Leipzig vs. VFC Plauen 1:0

Die Regionalliga-Abschluss- und Sachsenpokal-Begleit-Tour geht für RasenBallsport Leipzig weiter. Diesmal mit einem Heimsieg, der dem Gesetz der Serie zufolge fast schon zwangsläufig erscheint. 1:0 durch ein Frahn-Tor gewonnen, kannte man in der Form aber bisher vor allem aus der letzten Saison von Babelsberg 03, wo Daniel Frahn damals fast im Alleingang für den Aufstieg sorgte. Gut, dass er jetzt RasenBallsportler ist. Auch in sportlich mauen Zeiten werden ja bereits die Geschichten von morgen mit ihren Helden vorgeschrieben. Die des Goalgetters Frahn könnte so eine sein nächstes Jahr. Dass er in allen 6 Heimspielen nach der Winterpause getroffen hat, trägt in nicht unerheblichem Maße dazu bei, dass RasenBallsport Leipzig gegen Plauen den fünften Heimsieg in Folge feiern durfte. Bisher ist Daniel Frahn in jedem Fall das positiv prägende Gesicht der RasenBallsport-Rückrunde.

Womit man fast zwangsläufig bei Nico Frommer landet. Der wurde von den Fans zum Spieler der Hinrunde gewählt (war quasi der Vorgänger von Daniel Frahn, auch in der Rolle als zentraler Stürmer) und durfte gegen Plauen nach langer Verletzungs-Abwesenheit wieder mal für 10 Minuten und zum ersten Mal in der Rückrunde mitmachen. Herzlich Willkommen zurück an Bord. Wobei dies auch von relativ kurzer Dauer sein könnte, denn im Interview im Red Bull Audioplayer [broken Link] (15.04.2011) nach dem Spiel gegen Plauen ließ Frommer recht deutlich verlauten, dass er derzeit eher auf der Liste der Spieler steht, die nach der Saison aussortiert werden sollen. Zwar habe er noch die Chance sich für einen neuen Vertrag anzubieten, insgesamt klang das ganze schon eher etwas desillusioniert. Ich war nie der Riesen-Frommer-Fan, mir sagt die Spielweise eines Daniel Frahn viel mehr zu, ob man sich einen erfahrenen, schlitzohrigen und meist treffsicheren Stürmer wie Nico Frommer bei RasenBallsport Leipzig nicht trotzdem warmhalten sollte, fände ich zumindest überlegenswert.

Ansonsten scheint das Spiel den derzeitigen Leistungsstand bei RasenBallsport Leipzig recht gut wiedergegeben zu haben. Optische Überlegenheit, ansehnliches Spiel, keine/ kaum Durchschlagskraft nach vorn. Wenig Feuerwerk, viel Regionalliga. Was nicht schlimm sein muss. Zumal vor dem Hintergrund der letzten, unruhigen Wochen und des Abschieds vom Red-Bull-Fußballchef Dietmar Beiersdorfer und den damit verbundenen Unsicherheiten in Bezug auf die personellen Planungen bei RasenBallsport Leipzig für die nächste Saison. In vielen O-Tönen von RasenBallsportlern und Coach Tomas Oral wird greifbar, wie stark die Unruhe auch auf die Mannschaft und ihr Arbeiten einwirkt. Bleibt zu hoffen, dass man sich für den Donnerstag und das Viertelfinalspiel im Sachsenpokal in Auerbach ein wenig frei machen kann von diesen Scharmützeln im administrativen Hintergrund. RasenBallsport Leipzig vs. VFC Plauen 1:0 weiterlesen

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RasenBallsport Leipzig vs. VfB Lübeck 2:1

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.

Man kennt das ja aus Leipzig. Sobald die ersten wärmenden Sonnenstrahlen die Stadt bestrahlen, stürmen die Einwohner alle erdenklichen Freizeitorte, besetzen alle verfügbaren Grünflächen und haben offenbar auch die Red Bull Arena als einen Ort erwählt, den man mit einem Getümmel belebt, wie man es aus (oben zitiertem) Goethes Osterspaziergang kennt. Nach den sehr familiären Erlebnissen der letzten, kalten Wochen tobte am gestrigen Sonntag wieder mal Fußballfestatmosphäre durch die Leipziger Red Bull Arena. Schön war das, sehr schön.

Mal ab vom (pseudo)intellektuellen Klassikerzitieren muss man sich dies (auch vereinsseitig) mal vor Augen halten. Gut, das gestrige Spiel galt als Spitzenspiel. Vier gegen Zwei. Vor der Saison Aufstiegsfavorit gegen aktuellen (zumindest vor dem Spiel) Aufstiegsaspiranten. Aber wir reden hier von RasenBallsport Leipzig, einem Verein mit durchwachsener Rückrunde, punktetechnisch im Niemandsland der Regionalliga-Tabelle, derzeit eher mit Kaderplanungen für die neue Saison und Personalentlassungen beschäftigt und daraus resultierend nicht gerade mit euphorischer Stimmung im Umfeld. Und wir reden von Liga 4. Dass bei herrlichstem Wetter trotz sportlich suboptimalen Rahmens 4.000 Zuschauer (die restlichen reichlich 200 schlagen wir mal der Lübecker Seite zu) den Kick der RasenBallsportler verfolgen wollten, also ins Stadion gingen, weil sie hier und jetzt und heute Bock auf Fußball UND Regionalliga haben, auch wenn es keine Aufstieghoffnungen mehr gibt, finde ich mehr als bemerkenswert. Fast schon großartig. Der Verein sollte mehr als dankbar sein, dass er bereits jetzt einen solchen Rückhalt genießt. RasenBallsport Leipzig vs. VfB Lübeck 2:1 weiterlesen

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Zwischen Woche der Wahrheit und Frage der Ehre

Es ist immer einfach gesagt, ihr könntet 4:0, 5:0, 6:0 gewinnen, aber wer Fußball richtig versteht, weiß, was es für ein Aufwand ist gegen eine solche Mannschaft zu spielen, die sich hinten rein stellt. 3:0 ist ein gutes Ergebnis. (…) Am Ende zählen nur die 3 Punkte. Auch wenn wir 1:0 gewonnen hätten, wäre ich zufrieden. Man muss die 3 Punkte mitnehmen und die Fehler, die man macht, im nächsten Spiel besser machen. (Thiago Rockenbach nach dem Heimspiel von RasenBallsport Leipzig gegen Oberneuland im Red Bull Audioplayer [broken Link] vom 19.03.2011)

Da hat er durchaus Recht, der Winterneuzugang bei RasenBallsport Leipzig Thiago Rockenbach. Die Erwartungshaltung, dass man Gegner der unteren Tabellenhälfte einfach mal so mit vier oder fünf Toren abschießt, rechtfertigt sich sportlich überhaupt nicht. Auch in solchen Spielen geht es darum, sich clever anzustellen, 3 Punkte mitzunehmen und realistisch auf Verbesserungspotenzial zu blicken. Gilt übrigens unabhängig davon ob man 5:0 gewinnt oder sich zu einem 0:0 quält. Sportliche Leistungen und Entwicklungen zeigen sich oft auch unabhängig vom konkreten Ergebnis.

Apropos sportliche Entwicklung. In der Hinserie schoss RasenBallsport Leipzig in den Partien gegen die 4 Regionalliga-Konkurrenten an der Spitze Chemnitz, Lübeck, Wolfsburg und Halle insgesamt nur ein einziges Tor und konnte keine Begegnung für sich entscheiden. Nachdem ich persönlich den Eindruck hatte, dass die Mannschaft in den letzten Heimspielen einen Schritt nach vorne gemacht hat, hin zu einer erfolgreicheren Mischung aus robustem Regionalliga-Fußball und kreativen Momenten, wird die kommende Woche – irgendwo zwischen Woche der Wahrheit und Frage der Ehre – mit den Spielen gegen den Tabellenzweiten Lübeck, dem Auswärtsspiel beim Dritten Wolfsburg und zwischendrin der Pokal-Begegnung beim FC Sachsen zeigen, wo RasenBallsport Leipzig in seiner sportlichen Entwicklung steht. Zu oft hatte man in der Saison schon den Eindruck, dass es jetzt ein wenig bergan geht, nur um anschließend herauszufinden, dass man den Weg bergan nur gegangen ist, um schnell wieder runterzurutschen.

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Meine 18 bis zur Dritten Liga

Wenn ich nun einmal für ein paar Minuten unterstelle, das Leben wäre ein Wunschkonzert, und ich könnte mir eine erste Bundesliga nach völlig willkürlichen tendenziell nostalgischen Kriterien zusammenstellen. Oder müsste es sogar, ohne Abstieg, closed shop, festgeschrieben auf 11 Jahre (also bis Katar, weil danach die Fußballwelt ja ohnehin eine ganz andere ist). Wenn ich weiter unterstelle, dass alle Vereine mit sportlich wie finanziell vergleichbaren Voraussetzungen in diese Phase gingen, wenn also beispielsweise Blau-Weiß 90 Berlin nicht von vornherein nur Kanonenfutter für die Bayern und viele andere wäre, dann könnte meine Bundesliga so aussehen. (Meine 18 bis Katar)

Mit diesen Worten und unter dem Titel „Meine 18 bis Katar“ löste Heinz Kamke bei angedacht.de eine Lawine von Beiträgen in den diversesten Fußballblogs aus, die alle zum Ziel hatten, die subjektiv perfekte Bundesliga zu kreieren, was sich sehr leicht nachvollziehen lässt, wenn man die Kommentare zum obigen Beitrag durchwühlt und den gesammelten Pingbacks von anderen Bloggern folgt.

Die Wunschbundesliga der Bloggosphäre hatte Herr Kamke dann dankenswerterweise auch noch zusammengefasst. Auffällig daran, die fast komplette Abwesenheit des Fußballostens. Bis auf Dynamo Dresden (die oft nach dem Motto ‚irgendeiner aus dem Osten muss auch noch rein‘ gewählt wurden) schafft es kein Verein auch nur ansatzweise in die Top 18. Einmal mehr ein Beweis dafür, wie wenig Fußballmannschaften aus dem Osten das Bild der Bundesliga geprägt haben oder aufgrund ihres Images (Cottbus) als nicht bundesligatauglich erachtet werden. Bundesliga, das ist für viele immer noch eher Braunschweig, Düsseldorf oder 1860 als Magdeburg, Rostock oder gar Leipzig. Völlig verständlich aus meiner Sicht, aber auch schräg 20 Jahre nachdem der zuvor aufgelöste Deutsche Fußball-Verband (DFV) als Nordostdeutscher Fußball-Verband (NOFV) und somit als Regionalverband dem DFB beitrat. Meine 18 bis zur Dritten Liga weiterlesen

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Ralf Rangnick und Felix Magath: Trennendes und Verbindendes

Ach lieber FC Schalke 04: Ein bisschen dankbar kann ich Ihnen ja auch sein, dass Sie Felix Magath letzte Woche kurz entschlossen entkernt haben. Schließlich kann ich mich jetzt wieder auf meinen eher negativ-distanzierten Blick aufs Schalker Sportgeschehen zurückziehen, den ich noch bis vor der aktuellen Saison mein Eigen nannte. Das erleichtert auch ein wenig den Blick auf die Spieltage in den Fußballligen und das Lesen von Artikeln, wenn man Sie und Ihr Vorkommen darin wieder an den Rand schieben kann. Obwohl, ein bisschen schade ist es natürlich schon, dass das ansatzweise Mitfiebern mit Ihrer Mannschaft gerade in so sportlich wertvollen Spielen wie dem Champions League Viertelfinale nun ziemlich flach fällt. Ich weiß, dass Otto Rehhagel auch mal einen UEFA-Cup-Sieg quasi kurz vor dem Erreichen an seinen Nachfolger Franz Beckenbauer abgeben musste. Aber mal ehrlich, dass sich Ralf Rangnick nun ins gemachte Nest zweier Pokalwettbewerbe setzt und mit dem DFB-Pokal wohl den ersten Titel seiner Karriere abholen wird, ist ziemlich arg gewöhnungsbedürftig.

Dass Sie sich, lieber Ralf Rangnick anfänglich ob dieser Konstellation zu zieren schienen, kam bei mir als ein netter Zug an. Bis Sie bei Schalke Ihren ersten Tag verbringen durften und diesen zum Plaudern mit der Presse nutzten und dort dann feststellten, dass Sie mit Hoffenheim nach Berlin gefahren wären, wenn Sie dort nicht gegangen (worden) wären und Ihnen somit das Fahren nach Berlin (und auch der Pokal?) sowieso von Hause aus ein wenig zusteht. Vermutlich Ihnen als Fußballfachmann vor allem. Genau jener Fachmann, der noch gar nicht mit der Mannschaft gearbeitet hat, das Schalker Spiel in Leverkusen nur am Fernseher verbrachte und trotzdem schon alles über den Club und die Magathschen Fehler weiß. Kader zu groß und wahllos zusammengestellt, eine Mannschaft, die nicht weiß, wie sie Gegner in Bedrängnis bringen kann, die Spieler zu ungleich behandelt und Spieler wie Holtby und Moravek zu Unrecht verliehen. Ralf Rangnick und Felix Magath: Trennendes und Verbindendes weiterlesen

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RasenBallsport Leipzig vs. FC Oberneuland 3:0

Und weiter geht es im bekannten Rückrundenstil von RasenBallsport Leipzig. Wenn schon gewinnen, dann richtig. 5 Siege stehen nunmehr seit der Winterpause zu Buche: drei mal 3:0, ein mal 4:0 lautet die durchaus beeindruckende Bilanz für diese 3 Heim- und 2 Auswärtsspiele. Wenn da nicht die 2 Niederlagen und die 2 kürzlichen Unentschieden wären, hätte man im übrigen am gestrigen Freitag den Chemnitzer FC in der Tabelle überholen können. Hätte, wenn und trallala.

Genauso wie sich die Ergebnisse der Siege gleichen, gleicht sich auch die Art und Weise der letzten 3 Heimauftritte, die ich nach dem Hamburg-Spiel als robusten, zielführenden Regionalligafußball gekennzeichnet hatte. So eben auch gestern. Ohne groß zu glänzen, man könnte auch sagen, dass das Spiel von RasenBallsport Leipzig streckenweise nicht sonderlich ansehnlich war, dominierten die RasenBallsportler das Geschehen auf dem Rasen deutlich. Defensiv robust, was dazu führte, dass der Gast erst um die 70. Minute herum zur ersten Chance aus dem Spiel heraus kam. Da stand es allerdings auch schon 2:0. Offensiv kein Feuerwerk, aber trotzdem immer wieder, insbesondere in Hälfte 2 mit hochkarätigen Chancen oder potenziellen Chancen (also Angriffssituationen). Verknüpft mit einer recht ordentlichen Chancenverwertung war das Spiel so ok und unterhaltsam wie solider, zielführender Regionalligafußball eben so ist. Ein angenehmer Fußballabend im kalten, hell erleuchteten UFO Red Bull Arena. Mir machte das bei allem gelegentlichen Kopfschütteln tatsächlich Spaß.

Wobei der Spaß auch durchaus hätte getrübt werden können von einem weitestgehend chancenlosen und harmlosen Gast aus Oberneuland. Vor allem in der mit nur wenig Chancen und Höhepunkten gespickten 1.Hälfte, die man im Zusammenschnitt auf 2 oder 3 Szenen zusammenkürzen kann, hätte das Pendel auch gegen RasenBallsport Leipzig ausschlagen können. Wie so oft in dieser Saison waren dafür Standards verantwortlich, von denen 2 derart dilettantisch verteidigt wurden, dass ich nicht mal zum Kopfschütteln kam. Im ersten Fall rettete Christopher Gäng großartig auf der Linie, im zweiten Fall verhinderte der Pfosten den Einschlag der Kopfballbogenlampe, die mich ein wenig an den Regionalliga-Auftakt gegen Türkiyemspor Berlin erinnerte. RasenBallsport Leipzig vs. FC Oberneuland 3:0 weiterlesen

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Zwischentöne

Am 13.02. begann für RB Leipzig die Rückrunde der Regionalliga. 29 Tage später, am 13.03. hatte man schon insgesamt 8 Spiele in den Beinen. Vor Beginn der englischen Wochen dachte man heimlich, still und leise daran, dass man in solchen Wochen prima große Stücken des großen Rückstandes auf den Chemnitzer FC wegknabbern könnte. Man dachte daran, dass RB Leipzig im knapp zweiwöchigen Türkei-Trainingslager Mut und neue Klasse geschöpft habe, um sich noch einmal voller Angriffslust in den Kampf um den Aufstieg zu werfen.

Nach dem Ende der englischen Wochen sieht die Bilanz für die bisherige Rückrunde so aus: 4 Siege, 2 Unentschieden, 2 Niederlagen. Oder um den Vergleich anschaulich zu machen. Im letzten Sommer stand man zum Saisonbeginn nach 8 Spielen bei 18 Punkten und 15:7 Toren. Nach 8 Spielen nach der Winterpause steht RB Leipzig bei 14 Punkten und 18:8 Toren. Rein von den Zahlen her hat sich die Saison nicht nur nicht verbessert, sie ist gar noch schlechter geworden, als die auch schon durchwachsene Hinrunde. Dafür, dass man die Winterpause über immer davon tönte, präsent sein zu wollen, wenn der Chemnitzer FC Schwäche zeigt, ist die Punktausbeute von RB Leipzig eine mittlere, sportliche Katastrophe.

Dabei fing alles so gut an nach der Winterpause. Vielleicht zu gut, wenn man an die Lobeshymnen nach dem 3:0 in Hannover denkt. Auf eine neue Stufe sah man die Mannschaft gehoben. Das Trainingslager habe das seine dazu getan, dass RB Leipzig nun endlich sportlich angemessen auftrete. Ich war nicht in Hannover und deswegen weiß ich nicht wirklich, was dort auf dem Platz zu beobachten war, aber nach dem Hannover-Spiel drückte ich meine vorsichtigen Zweifel zum neuen RB-Optimismus so aus: Zwischentöne weiterlesen

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SV Wilhelmshaven vs. RasenBallsport Leipzig 1:1

Oha, weiter geht es mit den mauen Ergebnissen der RasenBallsportler. Dem Unentschieden in Havelse folgt ein Unentschieden in Wilhelmshaven. Ein verdientes. Also keins, bei dem sich der Gastgeber über die Zeit rettete. Eher eins, bei dem der Gegner – je länger das Spiel dauert – die Chance auf 3 Punkte wittert und zu ergreifen sucht. Darf ich an dieser Stelle mal feststellen, dass keiner(!) der Punktverluste der Saison, weder der Hin- noch der Rückserie, sich durch Pech erklären ließe. Alle Spiele, die RasenBallsport nicht gewinnen konnte, hatten absolut verdiente Endergebnisse. Das ist tatsächlich die traurigste Erkenntnis der Saison. Dass Platz 4 und 12 Punkte Rückstand auf Platz 1 (bei einem Spiel mehr) den Leistungsstand bei RasenBallsport Leipzig absolut korrekt wiedergeben.

Absolut korrekt wiedergegeben ist mit Platz 1 auch der Leistungsstand des Chemnitzer FC. Die bei ihrem gestrigen 2:0 in Havelse auch demonstrierten, wo der Unterschied zwischen Chemnitz und Leipzig liegt. Defensiv stabil UND offensiv gefährlich, das gab es bei RasenBallsport Leipzig in der Zusammensetzung bisher nur äußerst selten zu bewundern. Da der einzige ernsthafte Verfolger der Chemnitzer, der VfB Lübeck beim nächsten RasenBallsport-Gegner Oberneuland verlor, kann man von einer Vorentscheidung im Aufstiegskampf sprechen und dem CFC schon fast Glückwunschkarten schicken. Und selbst ein bisschen Angst kriegen vor dem nächsten Freitag und dem Spiel gegen Oberneuland, den nächsten Gegner aus den unteren Tabellenregionen, der für RasenBallsport Leipzig, in deren derzeitiger Verfassung zur Herausforderung werden könnte. Wir werden sehen.

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Tore: 1:0 Ricketts (26.), 1:1 Gaebler (57., Eigentor)

Aufstellung:  Gäng – Albert, Sebastian, Franke, Müller – Geißler, Laas – Kammlott, Rockenbach (82. Ismaili), Schinke (72. Baier) – Frahn (87. Kutschke)

Zuschauer: 650

Links: RBL-Bericht [broken Link], RBL-Liveticker [broken Link], RB-Fans-Bericht [broken Link], MDR-Bericht [broken Link], Wilhelmshaven-Bericht

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Die Bank von RB Leipzig ist keine Bank

Für ein, zwei Tage fühlte sich das ja hier in diesem Blog fast schon wie Bundesliga an, nun geht es aber wieder weiter mit der geliebten Regionalliga Nord. Und auf die Meinung von gestern folgen heute wieder mal die zumindest für RB Leipzig harten Fakten. Nicht an den Leser denken inklusive.

Ich hatte mich in meinem kurzen Einwurf zum Havelse-Spiel ja darüber mokiert, dass Tom Geißler erst eine Minute vor Schluss in das Spiel geworfen wurde, eine Maßnahme, die mir arg sinnlos vorkam, weil sie dem Spieler keine Spielpraxis zukommen lässt und auf das Spiel keinen Einfluss haben kann. Ach doch, gewöhnlich wechselt man in der 89.Minute aus, um das Spiel über die Runden zu kriegen. Hmm, da es für RB Leipzig aber beim Tabellenvorletzten 0:0 stand, scheidet die Option wohl eher aus. Obwohl, sicher bin ich mir da natürlich auch nicht..

Wie auch immer, da ich an der einen oder anderen Stelle (wo hab ich vergessen) las, dass Tomas Oral vorgeworfen wird, zu spät zu wechseln, werfen wir heute mal einen Blick auf die Auswechslungen und vor allem deren Einfluss auf das Spiel. Als Vergleichsbasis für die Daten von RB Leipzig halten die beiden Top-Teams Chemnitzer FC und VfB Lübeck her. Zuerst einmal natürlich die Frage, wie oft gewechselt wurde und wie lange die Wechselspieler auf dem Platz standen. RB Leipzig wechselte demnach in 23 Spielen 67 mal (nur gegen Chemnitz ließ man 2 Optionen verstreichen), wobei die 67 Einwechsler insgesamt 1246 Minuten auf dem Platz standen: Die Bank von RB Leipzig ist keine Bank weiterlesen

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TSV Havelse vs. RasenBallsport Leipzig 0:0

Und wenn Du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her. Genauso ist es bei RasenBallsport Leipzig. Nur eben andersherum. Immer wenn man denkt, dass es nun ein wenig aufwärts geht, kommt der nächste Rückschlag. Und ein 0:0 beim Tabellenvorletzten gehört definitiv in die Kategorie Rückschläge. Egal, ob man nun eine Hälfte nur zu Zehnt gespielt hat oder nicht. Egal, ob man zum dritten Mal in Folge ohne Gegentor blieb. RasenBallsport Leipzig hat eine Halbzeit lang mit elf Spielern kein Tor erzielt und eine Halbzeit lang mit zehn Spielern auch keins. Das spricht für sich. Punkt. Alles andere müssen die beurteilen, die einen regnerischen Mittwochnachmittag mit Regionalliga-Livefußball verbrachten.

Weiter geht es bei RasenBallsport Leipzig natürlich trotzdem. Nämlich am Sonntag. Und wieder auswärts. Diesmal in Wilhelmshaven. Die stehen derzeit noch ein ganzes Stück vor Havelse über dem Abstiegsstrich. Könnte für die RasenBallsportler demnach eine richtige Herausforderung werden. Dass die LVZ in ihrem Online-Anhängsel Felix Magath als RasenBallsport-Trainer für die neue (Regionalliga!)Saison in Stellung bringt, sollte in diesem Zusammenhang nicht nur mir extrem komisch vorkommen. Sei es drum. Warten wir das Sonntag-Spiel noch ab, dann kann man in aller Ruhe eine Bilanz der 3 englischen Wochen am Stück ziehen.

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Tore: Keine

Aufstellung: Gäng – Sebastian, Hertzsch (46. Müller), Kläsener, Franke – Baier (89. Geißler), Rosin – Kammlott, Rockenbach, Schinke (81. Kutschke) – Frahn

Nur mal so als Anmerkung. Wie muss sich eigentlich Tom Geißler vorkommen, wenn er in der 89.Minute beim Stand von 0:0 beim Tabellenvorletzten auf den Platz muss. Ein Kopfballungeheuer, das vorne noch mal die letzte Ecke verwandelt, ist er nun nicht gerade. Also ich käme mir an seiner Stelle veralbert vor. Hoffentlich durfte er wenigstens mal gegen den Ball treten..

Rote Karte: Kläsener (43., nach Notbremse, die keine war)

Zuschauer: 525

Links: RBL-Bericht [broken Link], RBL-Liveticker [broken Link], RB-Fans-Bericht [broken Link], MDR-Bericht [broken Link], Havelse-Bericht [broken Link]

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Tomas Oral und der Gegenwind

Wir hatten super Wetter, super Rasen, ein super Ergebnis – und wenn der Abstand zu Chemnitz nicht so groß wäre, könnte ich mich auch darüber freuen. (Tomas Oral spielanalysierend auf der Pressekonferenz nach dem Sieg gegen den HSV am 06.03.2011, zitiert nach mdr.de (broken Link))

Hat eigentlich schon mal jemand Tomas Oral vor Pressevertretern beim Lachen oder bei einem Witz erwischt? Von daher wäre das mit der Freude sowieso so eine Sache, ganz egal wie groß der Abstand von RB Leipzig auf Chemnitz gerade ist. Aber mal unter uns: Ich kann diese spröde Art, die sicherlich nicht sonderlich medientauglich ist, eigentlich gut leiden. Zumindest nach Siegen funktioniert Tomas Orals Art sehr gut. Schon am vergangenen Mittwoch-Abend hatte Oral auf einen langen, zielsicheren Monolog des Braunschweiger Gästetrainers Benbennek sachlich völlig richtig mit

Von meiner Seite gibt es da nichts hinzuzufügen. (Video von der Pressekonferenz auf der offiziellen RB-Leipzig-Website [broken Link])

geantwortet. Was ihm später in Medienberichten als Überheblichkeit angelastet wurde. Naja. Ob aus RB-Trainer Tomas Oral bei sportlichem Erfolg in Medien und Öffentlichkeit noch ein gefeierter Star werden könnte? Zweifelhaft. Tomas Oral und der Gegenwind weiterlesen

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RasenBallsport Leipzig vs. Hamburger SV II 3:0

Langsam schmerzen die Niederlagen gegen Kiel und – die völlig unnötige – in Magdeburg. 4 liegen gelassene Punkte aus diesen Spielen im Sinn könnte man bei RasenBallsport Leipzig derzeit wieder ein bisschen Richtung Tabellenspitze schielen. So bleibt nur die Tatsache, dass man sich durch zwei Siege hintereinander wieder an die Plätze 2 und 3 herangeschoben hat. Stichwort Goldene Ananas.

Abseits der konkreten Tabellensituation stimmt es hoffnungsfroh, dass RasenBallsport Leipzig mit 7:0 Toren und 6 Punkten in 2 Spielen die Rückrunden-Achterbahnfahrt unterbrochen hat. Das Spiel gegen die U23 vom HSV wirkt auf den ersten Blick wie eine Kopie des Mittwochspiels gegen Braunschweig. Wieder zwei späte Tore in Hälfte 1, wieder beide Tore nach Standards. Dazu kurz vor dem Abpfiff noch ein Tor aus dem Spiel heraus. Es fehlte nur das spielentscheidende Tor gleich nach der Halbzeit.

Doch jenseits dieser puren Zahlen war das Spiel von RasenBallsport Leipzig gegen den HSV ein komplett anderes als das gegen Braunschweig. Die Braunschweiger unwillig am Spiel teilzuhaben und zumindest am Mittwoch auch nicht in der Lage, den destruktiven Stil erfolgreich umzusetzen, zeigte der HSV eine insgesamt starke spielerische Leistung, der nur die Torbelohnung versagt blieb. Ball- und Spielkontrolle, das waren die Konzepte des HSV. Damit konnte RasenBallsport Leipzig in Hälfte 1 noch sehr gut umgehen. Bei gegnerischem Ballbesitz (selbst hatte man den Ball vergleichsweise selten) wurden permanent Überzahlsituationen geschaffen, sodass der HSV zwar optisch gefällig kombinierte, aber in Strafraumnähe mit seinem Latein am Ende war. Ausnahme war Reagy Ofosu, der auf der rechten Seite einige Male seinem Verteidigungsgegenüber Fabian Franke entwischen konnte. RasenBallsport Leipzig vs. Hamburger SV II 3:0 weiterlesen

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Die Bundesliga zu Gast in RB Leipzigs Augen

Es war klar – so schmerzlich das auch ist –, dass es Rückschläge geben würde. Tiefschläge und Tiefs. Doch es war ebenso klar, dass es weiter- und vorwärtsgehen würde und wird. RB Leipzig wird weiterkämpfen und das Ziel Bundesliga nicht aus den Augen verlieren. (Editorial des RB-Programmhefts ‚Heimspiel‘ zum Braunschweig-Spiel, erhältlich auch noch zum HSV-Spiel am Sonntag oder zum Download hier [broken Link])

Ich fordere für RB Leipzig ein sofortiges Verbot des Wortes Bundesliga. Sicher ist es notwendig die Vereinsstrukturen (Nachwuchs, Infrastruktur) schon jetzt nach und nach an das Bundesliga-Niveau heranzuführen. Sicher sollte man seine sportlichen Ziele nicht aus den Augen verlieren. Und sicher führt die Öffentlichkeit das Wort Bundesliga gerne im Mund. Aber, im offiziellen Programmheft von RB Leipzig nach der zweiten Niederlage im erst vierten Rückrundenspiel der Regionalliga bei 16 Punkten Rückstand auf Platz 1 immer noch die Bundesliga vor sich her zu tragen, ist schon ziemlich unvernünftig. Von den 1276 Anwesenden dürften nur sehr wenige an Bundesliga gedacht haben. Die waren zu 95% tatsächlich wegen Regionalligafußballs da. Weil es sie weiter interessiert, mit welcher Mannschaft RB Leipzg die Saison beendet, ob es Shaban Ismaili mal wieder in den Kader schafft, ob Timo Rost und Lars Müller weiter auf der Bank schimmeln müssen, ob Daniel Frahn weiter den Goalgetter spielt, ob Thiago Rockenbach der erhoffte kreative Baustein ist. Alles Spieler übrigens, die vermutlich bei einer eventuellen RB-Bundesligasaison nicht mehr in Leipzig auf dem Platz stehen werden..

Die übrig gebliebenen Fans leben im Hier und Jetzt, freuen sich auf den Sonntag und das Gastspiel des HSV und den Rest der Saison. Etwas, was rings um RB Leipzig die ganze Saison über viel zu kurz gekommen ist. Immer ging es darum, etwas großes zu bauen, auf dem Weg in die Bundesliga zu sein, viel erreichen zu können, anstatt dem nächsten Gegner den Respekt zu erweisen, den er auch und gerade in der robusten Regionalliga verdient. Schluß jetzt endlich mit dem Quatsch. Wir spielen Regionalliga (!), hier und heute und vermutlich für mindestens 15 weitere Monate. Und ich freu mich drauf. Und falls RB Leipzig irgendwann auf Platz 1 stehen sollte, können wir uns ja mal über die 3.Liga unterhalten. Die steht nämlich genauso zwischen RB Leipzig und der Bundesliga wie die 2.Liga. Und bis das alles möglicherweise soweit ist, sind die einzigen, die Bundesliga sagen dürfen, die A- und B-Junioren, denn wenn irgendwer bei RB Leipzig zumindest in der (mehr oder weniger) Nähe der obersten Spielklasse ist, dann sie.

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