Schlagwort-Archive: Lok Leipzig

Verdränger und Verdrängte

Die Spitze in der Bundesliga bestand in den letzten Jahren weitgehend aus den gleichen Teams, wie hier gestern an dieser Stelle im Blog gezeigt wurde. Bayern, Dortmund, Schalke und Leverkusen sind die Teams, die konstant über die Jahre vornehmlich die Plätze 1 bis 3 untereinander ausmachen.

Wenn man mal auf die Zusammensetzung der Bundesliga insgesamt seit 1992, also seit die Fußballvereinigung von Ost und West erstmal in einer 18er-Staffel ausgetragen wurde (1991/1992 wurde übergangsweise noch mit 20 Teams gespielt, was wegen schwieriger Vergleichbarkeit hier nicht mit betrachtet wurde), anschaut, dann gibt es natürlich auch hier Teams, die durchgängig und konstant dazugehörten. Andere hingegen verschwanden oder kamen hinzu.

Über die 24 Spielzeiten hinweg waren lediglich sieben Teams ständig dabei. Bayern, Dortmund, Leverkusen und Schalke waren schon genannt als konstanteste Teams und sind auch hier dabei. Dazu kommen Bremen und Hamburg, die taumelnden Nordklubs, die sich in jüngerer Vergangenheit alle Mühe gaben, in die zweite Liga runterzugehen. Und dazu kommt auch noch der VfB Stuttgart, die diese Saison erstmals im Betrachtungszeitraum in der Bundesliga fehlen.

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Neustart ohne Lerneffekt

Am Wochenende beginnt für die Frauen von RB Leipzig mit dem Auswärtsspiel beim Bischofswerdaer FV ihre erste Saison. Geräuschlos geht der Start in eine neue Epoche allerdings nicht vonstatten, denn diverse Konkurrenten warfen in den letzten Tagen vor allem dem Sächsischen Fußballverband Täuschung im Vorfeld der Entscheidung über die Eingruppierung von RB Leipzig in die Landesliga vor und beklagen Vorgehen und Strategie des Verbandes. Aber vielleicht fangen wir besser weiter vorn an..

Denn wenn man den Frauenfußball in Leipzig in seiner aktuellen Form auch nur ansatzweise verstehen will, kommt man nicht umhin, in seine Entwicklung hineinzuschauen. Für diese ist das Jahr 2007 ein entscheidendes Datum. Denn vor neun Jahren suchte der Sächsische Fußballverband einen Verein, an den er sein sächsisches Nachwuchsleistungszentrum anschließen konnte. Ein Leuchtturmprojekt sollte entstehen und Erfolg in Sachsens Frauenfußball einziehen.

Zu diesem Zwecke wurde der Leipziger FC 07 gegründet und am Gontardweg beheimatet. Idee des Vereins war es, die Kräfte des Frauenfußballs in Leipzig zu bündeln und vor allem Lok und FC Sachsen ins Boot zu holen. Es sollte also gelingen, was im Männerfußball immer undenkbar war. Dass sich quasi jenseits der Konkurrenten ein übergeordneter Verein findet, der als starker Leipziger Verein Erfolge feiert.

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Zwischen Eckkneipe und Großraumdisse

Ach lieber Chemieblogger alias Bastian Pauly, wir kennen uns ja nun schon ein Weilchen bzw. fochten vor allem in den Anfangstagen von RB Leipzig den einen oder anderen argumentativen Strauß miteinander aus. Deswegen sei mir erlaubt, dir zu deinem „persönlichen Text“, den Du beim inhaltlich großen, erwachsenen Bruder von Faszination Fankurve und Co, bei Vice Sports veröffentlichtest, eine kleine Geschichte von früher zu erzählen.

Drei-, viermal bin ich in meinem Leben in Großraumdiskotheken gegangen. Es blieb immer eine unerfüllte Beziehung. Ich mochte es nicht, ich fühlte mich nicht wohl, ich konnte damit nichts anfangen. Ich fand es ganz schlimm, die Leute, die Musik, das Drumherum und schloss daraus, dass es der Gegenstand, also die Großraumdisse sein muss, die ganz schlimm ist.

Ich fand mein Zuhause in der Subkultur. Da war die Musik meist nicht besser, meist (wenn auch nicht immer) aber anders, oft allerdings sogar noch schlechter, wenn man an manchen Gitarrenschrammelabend mit Hauptsache vier Bands auf der Bühne denkt. Zudem waren die Anforderungen, sich irgendwie an die Gruppe anzugleichen und sich in sie einzufügen im Groben dieselben wie bei der homogen auftretenden Großraumdissengruppe, aber es fühlte sich trotzdem irgendwie besser an. Nenn es heimischer, nenn es besser aufgehoben.

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Aufstieg ohne Grenzen

Wieder mal eine Buchrezension hier im Blog. Nicht dass diese Online-Präsenz noch Teil der Hochkultur wird. Ach nee, keine Angst, es geht zwar um ein Buch, aber weiterhin um Fußball. Und während vor einem halben Jahr die Sicht auf RB Leipzig aus Fansicht dran war, ist es diesmal der journalistische Blick auf sieben Jahre RasenBallsport, der pünktlich zur Buchmesse seinen Weg in die Regale gefunden hat.

„RB Leipzig – Aufstieg ohne Grenzen“ heißt das Büchlein, das 176 Seiten umfasst und den Anspruch hat, „die überregionale Diskussion über und Bewertung von RB Leipzig durch zahlreiche, zum Teil neue Fakten, Details, Hintergründe, Zusammenhänge und Bewertungen auf ein neues Niveau zu heben“ und den RB-Anhängern „jede Menge neue Impulse“ zu liefern.

Geschrieben wurde die zweite Auseinandersetzung mit RB Leipzig in Buchform von Ullrich Kroemer, seines Zeichens freier Journalist, der sich seit 2012 intensiv mit dem Verein beschäftigt und in vielerlei bundesweiten Publikationen darüber berichtet hat. Seit der ersten Hälfte des Jahres 2015 findet man die journalistische Arbeit zu RB Leipzig auch in der tagesaktuellen Berichterstattung in der Mitteldeutschen Zeitung.

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Throwback KW 42 bis 47

Fünf Jahre ist es her, dass vom an Geschichten nicht armen Leipziger Fußball ein weiteres überraschendes Kapitel geschrieben wurde. In einer Zeit, als RB Leipzig ein reichliches Jahr nach Start in den Spiebetrieb erst langsam an Akzeptanz in der Stadt gewann, platzte mitten in den grauen November die Nachricht, dass ausgerechnet Lok Leipzig eine Nachwuchskooperation mit RB Leipzig unterschrieben habe.

Im sachlichen Kern gar keine so spektakuläre Geschichte, die dem Wechseln von Jugendspielern zwischen den Vereinen einen Rahmen geben sollte. Inklusiver schmaler finanzieller Entschädigung für Lok, aber vor allem der Zusammenarbeit auf Trainerebene und des schnellen Wechselns von Jugendspieler in beiden Richtungen, um bestmöglich Spielpraxis zu ermöglichen.

Lok-Chef Steffen Kubald wollte den Weg gehen, seinen Club im Kielwasser von RB Leipzig zu positionieren und von der Nachwuchsausbildung des (finanziell) großen Nachbarn zu profitieren, anstatt bei den wichtigsten Talenten nur auszubluten. Und unterschätzte dabei offenbar komplett die Emotionalität, die mit diesem Thema bei den Clubmitgliedern verbunden war. Eine Emotionalität, die letztlich die Kooperation in einer Mitgliederversammlung noch kippte und nebenbei auch das Ende von Steffen Kubald als Lok-Präsident bedeutete (und das famose Kapitel mit Nachfolger Michael Notzon einleitete).

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Throwback KW 21 bis 28

Lange hier im Blog nicht mehr auf die Zeit vor fünf Jahren zurückgeblickt. Eine Zeit, die wie manchmal bei RB Leipzig erst nach Saisonende so richtig spannend wurde. Zum Abschluss der ersten Vereinsspielzeit, an deren Ende man überlegen in die Regionalliga aufstieg, hatte man noch durch ein spätes Gegentor von Stephan Neigenfink (zuletzt beim VfL Halle in der fünften Liga aktiv) gegen den FC Sachsen Leipzig mit 1:2 verloren.

Es waren die einzigen beiden Gegentore und die einzigen Punktverluste in vier Liga-Derbys gegen Lok und FC Sachsen. Im Schnitt mehr als 10.000 Zuschauer wollten damals die sechs Stadtduelle in der fünftklassigen Oberliga sehen. Handgeschätzt drückten dabei im Schnitt 7.000 bis 8.000 Zuschauer Lok die Daumen, 5.000 bis 6.000 dem FC Sachsen und 2.000 bis 3.000 RB Leipzig. Für einen neugegründeten Verein wie RB gar keine schlechten Zahlen, die schon einen ersten Hinweis gaben, in welche Richtung es künftig gehen sollte.

Das Spiel gegen RB Leipzig war einer der letzten Tage, an dem man beim FC Sachsen noch was zu feiern hatte, denn ein Jahr später zog sich der Verein aus dem Spielbetrieb zurück. An diesem Tag feierte man sich noch mal selbst und den Triumph über das finanziell und sportlich überlegene U-Boot. Der damals noch durchaus RB-kritische MDR (glaubt man heutzutage gar nicht mehr) überschlug sich im Kommentar zum Spielbericht fast beim Rufen des Namens Neigenfink.

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Leipziger Fußball 2014/2015

Ein bisschen spät dran dieses Jahr mit einem kurzen Rundflug über den Stand im aktuellen höherklassigen Fußball in Leipzig. Sprich im Fußball Landesliga aufwärts. Dabei wird wie gewohnt der SSV Markranstädt als Umlandteam und RB-Geburtshelfer und der Rote Stern Leipzig als subkulturelle Bastion (aber sportlich nicht ganz so interessante Institution) gekonnt ignoriert. Auch eine Art Tradition..

Gibt ja aber auch so schon wieder allerlei neues im Leipziger Fußball, in dem scheinbar ein Jahr ohne Veränderung ein verlorenes Jahr wäre. Am hervorstechendsten sicherlich die Neugründung des FC International Leipzig, deren Zukunftsaussichten weiterhin unklar sind, weil man nicht so recht weiß, wie tragfähig die Idee, im Leipziger Osten Landesliga aufwärts spielen zu wollen, mittel- bis langfristig ist und wie sich das alles nachhaltig finanzieren lässt.

Zweite mehr oder minder einschneidende Veränderung ist die Insolvenz der einst als SG Leipzig Leutzsch gestarteten SG Sachsen Leipzig, die daraufhin keine Spiellizenz mehr erhielt und sich dazu entschloss, die Männermannschaft künftig bzw. vorerst als TuS Leutzsch II auflaufen zu lassen. Spielklasse ist die 1. Kreisklasse, wo man in vier Spielen unter Michael Breitkopf bisher 20 Gegentore und einen Punkt eingefahren hat. Im Nachwuchsbereich versucht man derweil weiter unter dem Label SG Sachsen Leipzig aufzulaufen und Zukunftssicherung zu betreiben. Eine Zukunft, die nach dem Auszug aus dem Leutzscher Alfred-Kunze-Sportpark mehr als unsicher ist.

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Fabian Franke: „Ich brauche mich vor niemandem verstecken“

Fabian Franke gehört fast schon zu den Urgesteinen im Team von RB Leipzig. In diesem Jahr geht er in seine fünfte Saison mit dem hiesigen RasenBallsport. 2010 gekommen, saß er erst ein halbes Jahr auf der Bank, bevor er unter drei verschiedenen Trainern (Oral, Pacult, Zorniger) jeweils Stammspieler war. Auch wegen Verletzungen rutschte der gebürtige Leipziger in der vergangenen Spielzeit zeitweise ein wenig in die zweite Reihe. 25jährig nimmt Fabian Franke nun erstmals Anlauf in der zweiten Bundesliga und versucht dort, seine Stärken im Zweikampf im Sinne der Mannschaft einzubringen und den Anforderungen einer hoch verteidigenden Abwehr gerecht zu werden. Grund genug, sich mit dem Innenverteidiger, der aktuell wegen Achillessehnen-Problemen auf unbestimmte Zeit ausfällt, zu einem Interview zusammenzusetzen und sich über Verletzungspech, aus dem Spielsystem resultierende Anforderungen für die Verteidiger und Karriereverlauf zu unterhalten.

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Der Kampf um den (Leipziger) Fußball wird FC International

Immer mal was neues am Leipziger Fußballhimmel. Die letzte größere Zäsur war die Gründung der SG Leipzig Leutzsch nach der Insolvenz des FC Sachsen Leipzig im Jahr 2011. Inzwischen ist der Verein als SG Sachsen Leipzig selbst schon wieder pleite gegangen. 300.000 Euro Schulden und über drei Jahre fehlende Buchführung sagt man dem Verein, der deswegen aus der Landes- in die Stadtliga zwangsversetzt wird, nach. Ob man unter diesen Umständen und angesichts der Tatsache, dass zukünftig die grün-weiße Konkurrenz von der BSG Chemie im Alfred-Kunze-Sportpark das Sagen haben wird, überhaupt noch eine Überlegenschance hat, wird sich noch zeigen müssen.

Fakt ist, dass man sich damals, als sich die SG Leipzig Leutzsch den Chemikern vor die grün-weiße Nase setzte, völlig verwundert fragte, was ein solcher aus dem Boden gestampfter Verein, ohne größere Fanunterstützung und mit dubiosen, weil ungenannten Sponsoren denn eigentlich nun wieder soll. Vor ziemlich genau drei Jahren äußerte ich hier im Blog die Hoffnung, dass bei diesem grotestken Wettstreit um die Leutzscher Vorherrschaft nicht letztlich beide Vereine auf der Strecke bleiben mögen. Was sich zumindest insofern erfüllt hat, dass die BSG Chemie als Untermieter im SGLL-Alfred-Kunze-Sportpark diverse Streits mit dem Hauptmieter um Geld, Weltsicht und Deutungshoheit relativ unbeschadet überstanden hat und nun als Sieger des grün-weißen Konkurrenzkampfs nach dem Aufstieg die Fahnen in der Landesliga hochhält.

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Goldene und weniger goldene November

Die aktuelle Situation ist für RB Leipzig insgesamt zufriedenstellend. Auch wenn die letzte Niederlage gegen Rostock und die eine oder andere offensive Dürftigkeit ihre Kratzer im Lack hinterlassen haben. Nur drei Tore in drei Ligaspielen bisher im November, eins nach Torwartfehler beim Herauslaufen, eins durch einen Sonntagsschuss und eins durch einen Freistoß, den der Keeper eigentlich halten muss, legen den Finger in die derzeitige Wunde.

Vor einem Jahr noch war der November so etwas wie ein goldener Monat. 12:1 Tore und vier Siege standen damals in der Regionalliga zu Buche (ergänzt durch einen Sieg im Sachsenpokal). Darunter die emotionalen Highlights in Magdeburg mit einem Röttger on fire und in Zwickau. Quasi ein Festmonat aus RB-Sicht. Der die klare Tabellenführung in der Regionalliga mit sich brachte und die Liga fast schon vorentschied. Ein bisschen was von jener offensiven Sicherheit wünschte man sich vor dem anstehenden Spiel in Saarbrücken zurück..

Als nicht unwesentlicher Grund für die damalige Erfolgssträhne – mal abgesehen von der tieferen Liga – ließ sich eine fest eingespielte Stammformation ausmachen. Sieben bis acht Spieler waren in praktisch allen Spielen mehr oder minder durchgängig auf dem Platz. Das sieht in diesem Jahr, in dem auf einigen Positionen öfters gewechselt wird, deutlich anders aus, ist aber angesichts einer größeren Liga und wesentlich mehr Spielen auch gar nicht anders möglich. Umso erstaunlicher, dass angesichts einer gewissen Unruhe bei der Kaderbesetzung in diesem Jahr bisher Platz 2 in der dritten Liga steht.

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Sachsenpokal: 1.FC Lokomotive Leipzig vs. RB Leipzig 0:2

Im Mai noch war man davon ausgegangen, dass man auf ein Duell RB gegen Lok Leipzig auf absehbare Zeit verzichten muss oder je nach Sichtweise auch kann. Nur fünf Monate später traf man sich dann doch wieder, um im Sachsenpokal noch einmal einen Sieger auszuspielen. Und stärker noch als in der vergangenen Saison wurde deutlich, dass man von seinen Möglichkeiten her in unterschiedlichen Gewichtsklassen kämpft. Sodass der Favorit einen überwiegend souverän herausgespielten Sieg gegen durchaus nicht schlechte Feierabendkicker nach Hause fuhr.

Letztlich nicht weiter verwunderlich angesichts der unterschiedlichen Voraussetzungen werden jetzt einige einwenden, aber da in einem Pokalspiel auch bei unterschiedlichen Voraussetzungen immer mal Überraschungen passieren, wie einige Bundesligisten Jahr für Jahr feststellen müssen, ist das Normale, das da gestern im Spiel zwischen Lok und RB Leipzig eintrat, eben doch ein paar Bemerkungen wert.

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Pressekonferenz: 1. FC Lokomotive Leipzig vs. RB Leipzig

[Nach der Sachsenpokal-Partie von Lok Leipzig gegen RB Leipzig folgen hier die Einschätzungen der beiden Trainer Heiko Scholz und Alexander Zorniger live aus der Pressekonferenz zum Spiel. Ab etwa 17 Uhr. Bei Verlängerung und Elfmeterschießen entsprechend später.] Pressekonferenz: 1. FC Lokomotive Leipzig vs. RB Leipzig weiterlesen

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Blogstöckchen: Länderspielpause

Das FCSBlog 2.0 hat geworfen, ein Blogstöckchen nämlich. Der Libero fing bereits und ich auch ich will nun die Chance ergreifen und den letzten Arbeitstag der Woche zum fangen und weiterwerfen nutzen. Auch wenn ich angesichts eines nicht unbedeutenden Pflichtspiels von RB Leipzig gar nicht unbedingt zur bemitleidenswerten Zielgruppe gehöre, die in der Länderspielpause von ihrem Verein getrennt werden. Nun denn..

Bislang bestes Spiel 2013/2014?

1.FC Heidenheim vs. RB Leipzig 0:2

Es deutete sich zwei Spiele zuvor in Osnabrück schon an, dass RB Leipzig einen Schritt nach vorn im erfolgreichen Ankommen in der dritten Liga gemacht hatte. In Heidenheim zog man dies auch dank der Mithilfe des erst 18jährigen Talents Joshua Kimmich 90 Minuten lang durch und ließ dem überlegenen Spitzenreiter (fast) keine Chance. Ein Sieg, an dem neben der notwendig sehr guten Einstellung vor allem die fußballerischen Komponenten beeindruckten. Ein Sieg, der auch dank des 90minütigen Einsatzes von etwa 400 mitgereisten Fans unheimlich viel Spaß machte. An dem Tag passte einfach von Glück über Stimmung bis hin zu Können alles zusammen.

Absolutes Langweilerspiel 2013/2014?

SV Elversberg vs. RB Leipzg 1:0

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Problemverein im Aufwind

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht zur Sachsenpokal-Partie von RB Leipzig beim 1.FC Lokomotive Leipzig (12.10.2013, 15.00 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Alexander Zorniger und Daniel Frahn.]

Gerade mal fünf Monate ist es her, dass RB und Lok Leipzig in einem Pflichtspiel aufeinandertrafen. Mit der Vermutung verbunden, dass dies auf absehbare Zeit das letzte Spiel gegeneinander sein würde. Nicht weil Lok in den Tiefen einen Insolvenz verschwinden, sondern weil RB aufsteigen sollte. Doch nun trifft man trotz des eingetretenen Aufstiegs wieder aufeinander. Diesmal im Sachsenpokal.

Für den klammen blau-gelben Nachbarn war dies fast schon ein Glückslos, eines das man sich vor der Auslosung sogar wünschte, weil es als fast einziges Los im Topf und mit Blick auf die mehr als 20.000 Besucher im Mai einen ordentlichen Geldregen für die klammen, vom Minus geprägten Vereinskassen bedeuten würde. Dachte man.

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Überall siegende Verlierer

Größere Uneinigkeit verzeichnete man in den letzten Tagen in der medialen Aufarbeitung eines Gerichtsurteils zum Streit zwischen Lok Leipzig und dem Berliner AK. In dem juristischen Tauziehen wollte Lok dem Regionalliga-Konkurrenten die Behauptung untersagen lassen, dass die Berliner Delegation beim Auswärtsspiel am 01.09.2013 in Leipzig auf der Haupttribüne und im VIP-Bereich rassistisch beleidigt, körperlich angegriffen und mit Bier überschüttet worden seien, wie der BAK nach dem Spiel in einer Pressemitteilung und einem (inzwischen offenbar gelöschten) Bericht auf der eigenen Homepage behauptet hatte.

Den Auftakt im Tauziehen um die Deutungshoheit in Bezug auf das Gerichtsurteil machte die LVZ [broken Link], die am vergangenen Freitag (04.10) online mit dem Titel „Lok Leipzig gewinnt vor Gericht gegen Berliner AK“ aufmachte und sich dabei auf Aussagen von Lok-Präsident Spauke berief. Der Artikel vermittelt den Eindruck, dass Lok mit der Unterlassungsklage uneingeschränkten Erfolg gehabt hätten.

Das nächste Kapitel in diesem Streit öffnete sich nun gestern, als der BAK (vielleicht auch als Reaktion auf die Spauke-Deutung) auf seiner Website [broken Link] bekanntgab, dass „das Landgericht Leipzig mit Urteil vom 04.10.2013 bestätigt hat, dass es im Rahmen des Regionalliga-Spiels 1. FC Lok-Leipzig und BAK 07 zu rassistischen Beleidigungen auf der Haupttribüne gekommen ist.“ Gleichzeitig informierte man aber auch darüber, dass die anderen Vorwürfe vom Gericht als nicht bewiesen angesehen wurden, ergo auch vom BAK nicht mehr behauptet werden dürfen. Man behalte sich aber Rechtsmittel vor, um gegen das Urteil vorzugehen.

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Sachsenpokalstart

Gar nicht lange her, da wurde hier im Blog in der Vorschau auf ein weiteres Jahr Leipziger Fußball die These aufgestellt, dass es ja auch mal ganz angenehm ist, dass die verschiedenen Leipziger Mannschaften in unterschiedlichen Ligen kicken und sich so mal nur um sich selbst kümmern können und sich nicht in Duellen untereinander und dem entsprechenden Brimborium um die Spiele aufreiben. Kurz darauf wurde bereits die Bezirksliga-Partie zwischen der BSG Chemie und Lok II aus Sicherheitsgründen abgesagt und verschoben und nun auch noch die Sachsenpokal-Drittrundenpartie Lok gegen RB Leipzig ausgelost.

Ein weiteres Duell also zwischen den beiden Vereinen, die sich so unterschiedlich sehen und die im Verlauf der letzten Jahre aufgrund verschiedener Geschichten fanseitig eher noch weiter auseinander als aneinander heran gerückt sind. Ein weiteres Hochsicherheitsspiel mithin, das für tagelangen medialen Ausnahmezustand sorgen und am Spieltag selbst die nötigen Polizeieinheiten in Atem halten wird. Ein Duell, das aus genau diesen Gründen rund um das Spiel, eigentlich keiner braucht.

Wirtschaftlich gesehen, ist es zumindest aus Lok-Sicht ein gern genommenes Duell, bietet es doch die Chance, noch vor der Winterpause dringend benötigte Zusatzeinnahmen für die klamme Vereinskasse zu generieren und so zu einem gesicherten Saisonetat beizutragen. Nicht ganz unverständlich zumindest aus dieser Perspektive, dass Lok das Spiel gern im heimischen Bruno-Plache-Stadion austragen möchte, wo die Kosten nicht so hoch wären, wie bei einem Einmieten in die große und bei Lok wenig beliebte Red Bull Arena.

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Leipziger Fußball 2013/2014

Immer mal wieder was neues im Leipziger Fußball. Einerseits spielt mit RB Leipzig zum ersten Mal seit 1997/1998 ein Leipziger Team wieder in einer eingleisigen bundesweiten Profiliga. Und andererseits spielen erstmalig vier Leipziger Teams mit eher überregionalen Träumen in gleich vier verschiedenen Ligen. Wenn man von den zweiten Mannschaften und den Möglichkeiten im Sachsenpokal absieht, wird es also keinerlei Kontakt zwischen den vier Teams geben. Kann allen Beteiligten in Leutzsch, Probstheida und am Cottaweg eigentlich nur gut tun. Nachdem alle Teams schon in die Saison gestartet sind, heute der leicht verspätete Rundumblick zum Saisonstart.

RB Leipzig und die Übergangssaison

Alles was rund um RB Leipzig in den letzten Wochen passierte, deutet daraufhin, dass man intern mit einer Saison rechnet, in der man oben mitspielt, aber der letzte Schritt, der Aufstieg in die zweite Liga, noch nicht zur Zielvorgabe gehört. Wenn man zur Winterpause in Schlagdistanz liegt, wird man da sicherlich noch mal neu darüber diskutieren, aber bis dahin bleibt man wohl die Ruhe selbst und widmet sich der Akklimatisierung an die Liga.

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Unüberraschende Vereinspräferenzen

Als ich kürzlich in Leipzig in einem Restaurant war, lief ein kleiner Bub mit einem Freiburg-Trikot herum. Ich wollte wissen, ob er hier zu Besuch ist. Nein, war er nicht. Er hatte auch keinen Onkel aus Freiburg, der ihm das Trikot geschenkt hat. Das hat mich sehr gefreut. Stellen Sie sich das nur vor: Ein Leipziger Bub mit einem Freiburg-Trikot. Nicht mit einem von Dortmund oder Bayern. Es gibt einen Grund, warum er das Trikot anhat. Und es ist bestimmt kein negativer. (Christian Streich, Freiburg-Coach gegenüber der Sportbild vom 07.08.2013)

Sicherlich hat es einen guten Grund, dass der Bub mit einem Freiburg-Trikot herumläuft. Und sicherlich liegt der auch darin begründet, wie Streich in dem Interview weiter ausführt, dass Freiburg sich in den letzten Jahren so gut entwickelt hat und inzwischen sogar europäisch spielt. Nur interessanterweise würde sich in Leipzig über so ein Trikot wohl kaum einer so wundern, wie das der Freiburger Coach tut.

Ohne auf eine repräsentative Beobachtung der Verhältnisse auf Leipziger Straßen zurückgreifen zu können, kann man vom subjektiven Eindruck her mit einiger Sicherheit behaupten, dass Devotionalien von Nicht-Leipziger Bundesliga-Clubs verschiedenster Couleur in Form von Trikots, Autowimpeln oder Basecaps in der Überzahl gegenüber Fanartikeln hiesiger Vereine sind. Vergleichsweise regelmäßig sieht man im Alltag abseits von Spieltagen auch noch hier und da das Lok-Emblem. Und gelegentlich auch mal ein RB-Basecap.

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Regionalliga: RB Leipzig vs. Lok Leipzig 0:0

Der nächste Schritt im Saisonfinale brachte das Highlightspiel gegen den lokalen Nachbarn. Und auch wenn das 0:0 nicht danach klingt, hatte das Spiel ziemlich viel von dem, was man sich von so einem Spiel wünschen kann. Extrem hohe Intensität, viele Zweikämpfe, lautstarkes Publikum, Torraumszenen. Ein Kutschke- oder ein Kaiser-Tor kurz vor Schluss hätte dem Spiel noch gut getan, aber das ist wohl auch eine sehr subjektive Wahrnehmung.

Schon vor dem Spiel war klar, dass Fabio Coltorti und Juri Judt erneut ausfallen würden. Sodass dieselbe Formation wie gegen Cottbus auf den Platz lief. Also Paul Schinke auf links verteidigen durfte. Und Benjamin Bellot im Tor stand. In Cottbus hatte Bellot noch unsicher gewirkt, sodass man gespannt sein durfte, wie er sich in einem solchen Spiel mit 20.000 Zuschauern machen würde. Insgesamt gesehen gut, kann man guten Gewissens behaupten. In der Präsenz bei der Strafraumbeherrschung ist Bellot natürlich weit von einem Coltorti entfernt, aber gegen Lok fischte er weg, was wegzufischen war, inklusive der größten Lok-Chance im Spiel nach einem Surma-Kopfball und in der Spieleröffnung per Fuß (schnelle Abschläge) ist er sowieso ziemlich klasse. Insgesamt wirkte Bellot ziemlich sicher und dass auf seiner Seite die Null stand, ist dem jungen Keeper sehr zu gönnen.

Vor dem Spiel hatte sich der spezielle Kick, dass RB Leipzig ausgerechnet gegen Lok die Meisterschaft klarmachen kann, aufgrund der Niederlage von Carl Zeiss Jena beim Berliner AK in Luft aufgelöst, sodass zumindest diesbezüglich die Brisanz fehlte. Wer nun aber gedacht hätte, die RasenBallsportler würden getragen von der Meisterschaft, respektive dem Erreichen der Relegation und getragen von den letzten beiden klaren Siegen gegen Magdeburg und in Cottbus die Lok einfach überrennen, sah sich recht schnell getäuscht. Denn die ‚Gäste‘ kamen sehr viel besser in die Partie und kauften RB gerade bei den zweiten Bällen ein wenig den Schneid ab.

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Pressekonferenz: RB Leipzig vs. Lok Leipzig

[Nach der Partie RB Leipzig gegen Lok Leipzig folgen hier die Einschätzungen der beiden Trainer Marco Rose und Alexander Zorniger live aus der Pressekonferenz zum Spiel. Ab ca. 20 Uhr.]

20.30

Das war es hier schon wieder. Rose war emotional noch extrem im Spiel und wirkte geflasht. Würde man ihm heute einen unterschriftsreifen Vertrag vorlegen, würde er wohl unterschreiben.

Zorniger wirkte da gefasster. Ihn schienen die toten Polizisten mehr mitzunehmen. Insgesamt trauerte er den vergebenen Chancen nach, monierte unnötige Ballverluste, war aber ansonsten mit dem Spiel ab der 30. Minute zufrieden. Die Frahn-Geschichte ließ ihn aber auch nicht kalt, aber er beschwor hier die Wunderkräfte der Ärzte.

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