Schlagwort-Archive: Florian Müller

Kaderumbau bei RB Leipzig

Zuerst verbreitete die LVZ gestern Nachmittag die Neuigkeiten, kurze Zeit später folgte die Bestätigung des Vereins via Twitter. Gleich fünf Spielern wurde mitgeteilt, dass der Verein und Trainer Alexander Zorniger nicht mehr mit ihnen plane. Als da wären: Pascal Borel, Timo Rost, Tomasz Wisio, Adrian Mrowiec und Pekka Lagerblom.

Bis auf Pekka Lagerblom, den ich eher wieder auf dem aufstrebendem Ast sah, kann ich die Entscheidungen sachlich nachvollziehen. Wisio und Borel setzten in den Testspielen nahtlos da an, wo sie in der vergangenen Rückrunde aufhörten. Was insgesamt zu wenig war, um sich in den Kernkader zu spielen. Und Timo Rost und Adrian Mrwoiec dürften von ihrer ganzen Spielanlage her das komplette Gegenteil von dem sein, was sich Alexander Zorniger vorstellt. Oder um es mit Rangnicks Worten zu Pacult zu sagen. Es ist nicht die Qualität der Arbeit, sondern es sind völlig unterschiedliche Vorstellungen vom Spiel, die zur Trennung geführt haben dürften.

Klar, dass gerade die Trennung von Adrian Mrowiec deutschlandweit für einige Erheiterung sorgt. Einem Spieler nicht mal zwei Wochen nachdem er seinen Zweijahres-Vertrag antrat mitzuteilen, dass man nicht mehr mit ihm plant, ist schon eine schräge Nummer. Die herauskommt, wenn man die Führungsspitze erst austauscht, nachdem die Kaderplanung schon durch ist. Die Entscheidung für Rangnick und Zorniger war gut, hätte aber auch gern drei bis vier Wochen früher getroffen werden können.

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RB Leipzig im Spiegel der DFB-Statuten

Angestoßen durch einen Hinweis in einem Kommentar habe ich mich mal dem DFB-Statut der dritten und vierten Liga (pdf) (broken Link) angeschaut. Beide Ligen werden mit eigenem Statut im Verantwortungsbereich des DFB ausgetragen, während die ersten zwei Ligen die DFL und die Ligen unterhalb der Regionalliga die jeweiligen Regionalverbände organisatorisch betreuen.

Das Statut ist ein 114 Seiten starkes Papier in typischem Verbandsdeutsch, das die Zulassung zu den Spielklassen und die Anforderungen an die beteiligten Vereine regelt. Und so auch für RB Leipzig und den DFB in ihrem vermuteten Streit um die Zulassungsvoraussetzungen für die kommende Spielzeit relevant ist.

Nur um das in Erinnerung zu rufen: Glaubt man den medialen Berichten, dreht sich der Streit und die kolportierte Meinung des DFB (der laut gestriger BILD und dem DFB-Mediendirektor sogar zusammen mit der DFL eine Arbeitsgruppe zu RB Leipzig gebildet hat), dass RB Leipzig derzeit wegen seiner Vereinsstrukturen keine Lizenz für die kommende Spielzeit erhalten würde, um die Allmacht des Ehrenrates, möglicherweise um die fehlende Mitbestimmung der Mitglieder und um zu viel (formalen) Einfluss durch den Sponsor Red Bull.

Erste wichtige Erkenntnis des virtuellen Blätterns im Statuten-Papier: Es gibt keine Differenz zwischen der dritten und der vierten Liga in Bezug auf die organisatorischen Voraussetzungen, die ein Verein erfüllen muss. (Zumindest wenn es um Mitglieder, Organe und Vorstände geht, bei Stadiongröße und Co natürlich schon.) Was mich in meiner Position bestärkt, dass es doch sehr erstaunlich ist, dass der DFB plötzlich einen Verein unter Beobachtung nimmt, dem man bereist zweimal die Lizenz erteilt hat und bei dem sich seither nichts (zumindest nichts öffentlich wahrnehmbares) geändert hat und auf den keine neuen Statuten anzuwenden sind.

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100 minus x: Wieviel x vertragen RB Leipzig, Red Bull und DFB?

Na klar, wenn man über Lizenzprobleme bei RB Leipzig berichten kann, dann muss man das schon wegen der Story tun. Wenn es dazu noch um die Nichteinhaltung der 50+1-Regel geht, also um den rein formalen Streit zwischen RB Leipzig und dem DFB über die Frage, inwiefern sich die Entscheidungsgewalt von Red Bull bei RB in der Satzung widerspiegeln darf beziehungsweise eben nicht widerspiegeln darf, dann ist es erst recht eine berichtenswerte Story. Sowieso hatte ich mich schon gewundert, dass im Zuge der Reformierung der 50+1-Regel kürzlich fast ausschließlich über Wolfsburg, Leverkusen, Hannover und Hoffenheim, aber fast nie über RB Leipzig geredet wurde.

Die Story um 50+1 und den Streit zwischen RB und DFB wurde wiederum von der heutigen LVZ umfänglich und durchaus sehr informativ ausgeschlachtet. Drüben bei den rb-fans.de findet man die Langfassung der Texte, bei rb-leipzig-news.de die Kurzfassung. Interessanterweise hat sich der Verein bemüßigt gefühlt, den LVZ-Journalismus mit einer eigenen Audioantwort von Wolfgang Loos [broken Link] zu adeln. Entweder hat man beim Verein die Kommunikationsstrategie gewechselt und sagt nun manchmal doch nicht mehr gar nichts oder man sieht das Nervpotenzial des Themas und wollte schnellstmöglich eine eigene Sicht platzieren. Die – nun ja – ziemlich vor sich hin floskelnd geworden ist (keine Probleme, übertrieben, Zukunft, werden es lösen, noch lange Zeit).

Nun, ich werde wohl dem in nichts nachstehen und zum Thema nichts substanzielles beizutragen haben, auch weil mir grad schlicht die Zeit fehlt, mich durch Vereinssatzungen und Verbandsstatuten zu schlagen. Was einen ja nicht hindern muss, eine Meinung zu haben. Eine Meinung zu einer Story, die der LVZ zufolge so geht: Der DFB hat Schwierigkeiten mit der Satzung von RB Leipzig, weil laut dieser die Mitglieder nicht die Vereinsgeschicke bestimmen, sondern ein von den Mitgliedern auf sieben Jahre eingesetzter Ehrenrat, in dem drei Vertraute der Führungsebene von Red Bull sitzen. Deshalb soll laut LVZ die Lizenz für die kommende Saison gefährdet sein, weil der DFB die Umsetzung von Mitbestimmungsstrukturen (schon lange) fordert und nicht mehr länger auf die Umsetzung warten wird.

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Ruhige Unruhe

Erscheint eigentlich noch jemandem außer mir die Welt rund um RB Leipzig derzeit erstaunlich ruhig? Klar, es war Länderspielpause und in diesen kehrt meist eine sommerpausenähnliche Stimmung in die Klubfußballwelt ein. Irgendwie kommt mir das aber trotzdem unheimlich und komisch vor. Zumal mit den Partien beim VfB Lübeck am Sonntag und der Partie gegen den 1.FC Magdeburg eine Woche drauf die ersten emotionalen Höhepunkte der Regionalliga-Saison warten. Aber so richtig nah dran an außergewöhnlichen, fußballerischen Ereignissen fühlt es sich noch nicht an. Vielleicht ja morgen, wenn die Vorberichte auf das Lübeck-Spiel dann doch langsam durch die Gehirnwindungen gerutscht sein dürften. Ach ja, nebenbei gesagt, ein Sieg sollte her, mit einem Punkt könnte man sicher leben, wenn er glücklich ist wie vor einem Jahr.

Ein bisschen im Widerspruch zur öffentlichen Ruhe rund um RB Leipzig stehen ja in dreijähriger Tradition die Personalentwicklungen bei RB Leipzig, die in dieser Woche mit der bekannt gewordenen, aber schon längere Zeit feststehenden Inthronisation des neuen Vorstandsvorsitzenden Florian Müller ihren vorläufigen Abschluss fanden. Weswegen es an der Zeit ist, die zum Abschied von Dieter Gudel bereits einmal aufgestellte und inzwischen fast völlig überholte Tabelle zum verantwortlichen Vereinspersonal neu aufzulegen:

Position2009/20102010/20112011/2012
VorstandsvorsitzenderAndreas Sadlo (bis 01/2010)Dietmar Beiersdorfer (bis 04/2011)Dr. Florian Müller
GeschäftsführerDieter Gudel (ab 02/2010)Dieter GudelWolfgang Loos
SportdirektorJoachim KrugThomas Linke (ab 02 bis 05/2011)Wolfgang Loos
PressesprecherHans-Georg FelderHans-Georg Felder (bis 03/2011)/
Enrico Bach ab 04 bis 07/2011)
Sharif Shoukry
TrainerTino VogelTomas OralPeter Pacult

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Biete Namen und Tätigkeit, suche Gesicht: Florian Müller

Nichts verdeutlicht die Unwichtigkeit des rein formalen Chefpostens bei RB Leipzig mehr als die Tatsache, dass die Neubesetzung des Vorstandsvorsitzes lediglich im Impressum der Vereinshomepage nachzuvollziehen ist. Dass Ex-Allmacht Dietmar Beiersdorfer nun einen Nachfolger hat, entdeckte und verbreitete bereits gestern der offizielle RB-Fanclub namens Bulls-Club. Größere diskursive Folgen hatte dies in Fanforen und offiziellen Medien vorerst nicht. Dass der Verein derartige Personalentscheidungen nicht kommuniziert, daran hat man sich ja inzwischen (fast) schon gewöhnt.

Der glückliche oder zwangsverpflichtete neue formale Vereinsboss heißt Florian Müller. Die erste und einzige mir bekannte urkundliche Erwähnung des Herren fand am 07.07.2011 in der BILD, dem investigativen Notnagel in newsarmen Zeiten statt. Im Gepäck des Head of was auch immer bei Red Bull Detlef Kornett soll dieser damals die Geschäftsstelle von RB Leipzig besucht haben. Rechtsanwalt so hieß es im damaligen Artikel sei der Herr. Dass es derselbe Florian Müller gewesen ist, der nun auf dem Chefposten bei RB Leipzig sitzt, davon kann man jedenfalls ausgehen.

„Florian Müller + Anwalt“ ist nun jedenfalls nicht gerade eine zielführende Suche bei Google (und sicherlich auch nicht bei allen anderen existierenden Suchmaschinen). Orte kriegt man ein paar. Würzburg, Ismaning, Herrsching. Viel mehr nicht.

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