Schlagwort-Archive: FC Sachsen Leipzig

Neustart ohne Lerneffekt

Am Wochenende beginnt für die Frauen von RB Leipzig mit dem Auswärtsspiel beim Bischofswerdaer FV ihre erste Saison. Geräuschlos geht der Start in eine neue Epoche allerdings nicht vonstatten, denn diverse Konkurrenten warfen in den letzten Tagen vor allem dem Sächsischen Fußballverband Täuschung im Vorfeld der Entscheidung über die Eingruppierung von RB Leipzig in die Landesliga vor und beklagen Vorgehen und Strategie des Verbandes. Aber vielleicht fangen wir besser weiter vorn an..

Denn wenn man den Frauenfußball in Leipzig in seiner aktuellen Form auch nur ansatzweise verstehen will, kommt man nicht umhin, in seine Entwicklung hineinzuschauen. Für diese ist das Jahr 2007 ein entscheidendes Datum. Denn vor neun Jahren suchte der Sächsische Fußballverband einen Verein, an den er sein sächsisches Nachwuchsleistungszentrum anschließen konnte. Ein Leuchtturmprojekt sollte entstehen und Erfolg in Sachsens Frauenfußball einziehen.

Zu diesem Zwecke wurde der Leipziger FC 07 gegründet und am Gontardweg beheimatet. Idee des Vereins war es, die Kräfte des Frauenfußballs in Leipzig zu bündeln und vor allem Lok und FC Sachsen ins Boot zu holen. Es sollte also gelingen, was im Männerfußball immer undenkbar war. Dass sich quasi jenseits der Konkurrenten ein übergeordneter Verein findet, der als starker Leipziger Verein Erfolge feiert.

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Vom Besten, das nicht optimal ist, aber trotzdem gut genug sein könnte

Die Stadionfrage ist das neue Synonym für Sommerpause. Immer wieder ploppte das Thema in den letzten Wochen auf, um dann vom Geschäftsführer der RB Leipzig GmbH und Vorstandsvorsitzenden des RB Leipzig e.V. beendet Oliver Mintzlaff weiter angeheizt zu werden, indem der im Sponsors-Interview davon sprach, dass die „leichte Tendenz“ zu einem Stadionneubau gehe.

Dabei erstaunt vor allem der defizitäre Blick, den der Leipziger RB-Chef auf die aktuelle Spielstätte formuliert. Dort fehlende Aufzüge, hier ein paar inexistente Parkplätze dort, dazu ein paar unmoderne Kioske. Für RB-Verhältnisse, wo es sonst nur Chancen und Möglichkeiten und keine Grenzen gibt, geht das fast schon als auffälliges Geningel durch.

Was auch deswegen verwundert, da sich bauliche Probleme vielleicht nicht zu 100% Perfektionsgrad wie bei einem Neubau, aber zumindest größtenteils zur Zufriedenheit aller Beteiligten lösen ließen. Wenn man es denn will und sich dafür entscheidet. Und vor noch nicht allzu langer Zeit hieß es noch aus dem Verein, dass man ja wohl mit Red Bull im Hintergrund einen Stadionumbau hinkriegen werde, wenn es benötigt werde und man es wolle, sprich Schwierigkeiten dazu da sind, beseitigt zu werden.

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Zwischen Eckkneipe und Großraumdisse

Ach lieber Chemieblogger alias Bastian Pauly, wir kennen uns ja nun schon ein Weilchen bzw. fochten vor allem in den Anfangstagen von RB Leipzig den einen oder anderen argumentativen Strauß miteinander aus. Deswegen sei mir erlaubt, dir zu deinem „persönlichen Text“, den Du beim inhaltlich großen, erwachsenen Bruder von Faszination Fankurve und Co, bei Vice Sports veröffentlichtest, eine kleine Geschichte von früher zu erzählen.

Drei-, viermal bin ich in meinem Leben in Großraumdiskotheken gegangen. Es blieb immer eine unerfüllte Beziehung. Ich mochte es nicht, ich fühlte mich nicht wohl, ich konnte damit nichts anfangen. Ich fand es ganz schlimm, die Leute, die Musik, das Drumherum und schloss daraus, dass es der Gegenstand, also die Großraumdisse sein muss, die ganz schlimm ist.

Ich fand mein Zuhause in der Subkultur. Da war die Musik meist nicht besser, meist (wenn auch nicht immer) aber anders, oft allerdings sogar noch schlechter, wenn man an manchen Gitarrenschrammelabend mit Hauptsache vier Bands auf der Bühne denkt. Zudem waren die Anforderungen, sich irgendwie an die Gruppe anzugleichen und sich in sie einzufügen im Groben dieselben wie bei der homogen auftretenden Großraumdissengruppe, aber es fühlte sich trotzdem irgendwie besser an. Nenn es heimischer, nenn es besser aufgehoben.

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La Bundesliga et moi

Die Bundesliga, dieses ferne Wesen. Handgeschätzte 60 Minuten habe ich in der abgelaufenen Saison aus der obersten deutschen Spielklasse in Form von Zorniger-Fußball in bewegten Bildern gesehen. Und in den Jahren davor waren es nicht wesentlich mehr. Mag also nicht sehr verwundern, dass sich diese neue Liga aus meiner Sicht immer noch seltsam fern anfühlt.

Letztmalig persönlich in Kontakt war ich mit einer ersten Liga in den späten 80ern bis ins Jahr 1991 hinein. Damals noch mit Energie Cottbus in der DDR-Oberliga. Es folgte der Absturz in die Drittklassigkeit und das Beobachten vieler spannender Spiele gegen den SC Gatow, Hertha Zehlendorf, Union und ähnliche Berliner Stadtteilvereine.

Irgendwann Mitte bis Ende der 90er verlor sich die Fußballbegeisterung ein wenig in den Irrungen und Wirrungen persönlicher Lebensentwürfe. Der Aufstieg von Energie Cottbus in die 2. Bundesliga 1997 stellte so etwas wie den vorläufigen Endpunkt dar, während es in der Bundesliga (der Erinnerung nach) schon ein Jahr früher mit der live beim Auswärtsspiel bei 1860 verfolgten Meisterschaft von Borussia Dortmund ein Ende hatte. Zu einer Zeit, als man für ein solches Spiel im Vorfeld noch ohne größere Mühen an Karten kommen konnte.

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Aufstieg ohne Grenzen

Wieder mal eine Buchrezension hier im Blog. Nicht dass diese Online-Präsenz noch Teil der Hochkultur wird. Ach nee, keine Angst, es geht zwar um ein Buch, aber weiterhin um Fußball. Und während vor einem halben Jahr die Sicht auf RB Leipzig aus Fansicht dran war, ist es diesmal der journalistische Blick auf sieben Jahre RasenBallsport, der pünktlich zur Buchmesse seinen Weg in die Regale gefunden hat.

„RB Leipzig – Aufstieg ohne Grenzen“ heißt das Büchlein, das 176 Seiten umfasst und den Anspruch hat, „die überregionale Diskussion über und Bewertung von RB Leipzig durch zahlreiche, zum Teil neue Fakten, Details, Hintergründe, Zusammenhänge und Bewertungen auf ein neues Niveau zu heben“ und den RB-Anhängern „jede Menge neue Impulse“ zu liefern.

Geschrieben wurde die zweite Auseinandersetzung mit RB Leipzig in Buchform von Ullrich Kroemer, seines Zeichens freier Journalist, der sich seit 2012 intensiv mit dem Verein beschäftigt und in vielerlei bundesweiten Publikationen darüber berichtet hat. Seit der ersten Hälfte des Jahres 2015 findet man die journalistische Arbeit zu RB Leipzig auch in der tagesaktuellen Berichterstattung in der Mitteldeutschen Zeitung.

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Throwback KW 21 bis 28

Lange hier im Blog nicht mehr auf die Zeit vor fünf Jahren zurückgeblickt. Eine Zeit, die wie manchmal bei RB Leipzig erst nach Saisonende so richtig spannend wurde. Zum Abschluss der ersten Vereinsspielzeit, an deren Ende man überlegen in die Regionalliga aufstieg, hatte man noch durch ein spätes Gegentor von Stephan Neigenfink (zuletzt beim VfL Halle in der fünften Liga aktiv) gegen den FC Sachsen Leipzig mit 1:2 verloren.

Es waren die einzigen beiden Gegentore und die einzigen Punktverluste in vier Liga-Derbys gegen Lok und FC Sachsen. Im Schnitt mehr als 10.000 Zuschauer wollten damals die sechs Stadtduelle in der fünftklassigen Oberliga sehen. Handgeschätzt drückten dabei im Schnitt 7.000 bis 8.000 Zuschauer Lok die Daumen, 5.000 bis 6.000 dem FC Sachsen und 2.000 bis 3.000 RB Leipzig. Für einen neugegründeten Verein wie RB gar keine schlechten Zahlen, die schon einen ersten Hinweis gaben, in welche Richtung es künftig gehen sollte.

Das Spiel gegen RB Leipzig war einer der letzten Tage, an dem man beim FC Sachsen noch was zu feiern hatte, denn ein Jahr später zog sich der Verein aus dem Spielbetrieb zurück. An diesem Tag feierte man sich noch mal selbst und den Triumph über das finanziell und sportlich überlegene U-Boot. Der damals noch durchaus RB-kritische MDR (glaubt man heutzutage gar nicht mehr) überschlug sich im Kommentar zum Spielbericht fast beim Rufen des Namens Neigenfink.

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Throwback KW 16

Vor fünf Jahren ging es bei RB Leipzig sportlich nicht mehr um allzu viel. Ein 3:1 gegen den VfB Auerbach brachte den Verein auch rechnerisch dem Aufstieg sehr nahe. So richtig interessant war es aber nicht mehr angesichts eines beruhigenden Vorsprungs auf ‚Verfolger‘ Budissa Bautzen. 760 Zuschauer in Markranstädt zeugten davon, dass die Luft etwas raus war. Zweimal Jochen Höfler und einmal Lars Müller drehten einen Rückstand trotz überschaubarer Motivationslage im Oberliga-Endspurt noch in einen Sieg.

Wichtiger da schon wie so oft im Frühling die Frage nach den Kaderveränderungen für die folgende Saison. Der damals noch in Verantwortung stehende, sportliche Leiter Joachim Krug arbeitete seine regionalen Kontakte ab und so kam gleich ein Trio vom Zweitligaabsteiger Rot-Weiß Ahlen in die Leipziger Gerüchteküche. Keiner der drei wurde letztlich je bei RB Leipzig angestellt.

Tim Gorschlüter verschlug es zu den Sportfreunden Lotte und traf mit diesen 2013 in der Relegation zur dritten Liga auf RB Leipzig. Baldo di Grigorio, in seiner Jugend als eines der größten Talente weltweit gehandelt, ist nach vielen Irrungen und Wirrungen inzwischen in der hessischen Verbandsliga bei Germania Schwanheim gelandet. Und Ole Kittner durfte zwar ein Jahr später noch mal unter Pacult zum Probetraining antanzen, ist inzwischen aber gänzlich vereinslos. Verschlungen sind sie manchmal, die Wege der Profifußballer zwischen Traum vom großen Glück und Realität..

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Fabian Franke: „Ich brauche mich vor niemandem verstecken“

Fabian Franke gehört fast schon zu den Urgesteinen im Team von RB Leipzig. In diesem Jahr geht er in seine fünfte Saison mit dem hiesigen RasenBallsport. 2010 gekommen, saß er erst ein halbes Jahr auf der Bank, bevor er unter drei verschiedenen Trainern (Oral, Pacult, Zorniger) jeweils Stammspieler war. Auch wegen Verletzungen rutschte der gebürtige Leipziger in der vergangenen Spielzeit zeitweise ein wenig in die zweite Reihe. 25jährig nimmt Fabian Franke nun erstmals Anlauf in der zweiten Bundesliga und versucht dort, seine Stärken im Zweikampf im Sinne der Mannschaft einzubringen und den Anforderungen einer hoch verteidigenden Abwehr gerecht zu werden. Grund genug, sich mit dem Innenverteidiger, der aktuell wegen Achillessehnen-Problemen auf unbestimmte Zeit ausfällt, zu einem Interview zusammenzusetzen und sich über Verletzungspech, aus dem Spielsystem resultierende Anforderungen für die Verteidiger und Karriereverlauf zu unterhalten.

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Der Kampf um den (Leipziger) Fußball wird FC International

Immer mal was neues am Leipziger Fußballhimmel. Die letzte größere Zäsur war die Gründung der SG Leipzig Leutzsch nach der Insolvenz des FC Sachsen Leipzig im Jahr 2011. Inzwischen ist der Verein als SG Sachsen Leipzig selbst schon wieder pleite gegangen. 300.000 Euro Schulden und über drei Jahre fehlende Buchführung sagt man dem Verein, der deswegen aus der Landes- in die Stadtliga zwangsversetzt wird, nach. Ob man unter diesen Umständen und angesichts der Tatsache, dass zukünftig die grün-weiße Konkurrenz von der BSG Chemie im Alfred-Kunze-Sportpark das Sagen haben wird, überhaupt noch eine Überlegenschance hat, wird sich noch zeigen müssen.

Fakt ist, dass man sich damals, als sich die SG Leipzig Leutzsch den Chemikern vor die grün-weiße Nase setzte, völlig verwundert fragte, was ein solcher aus dem Boden gestampfter Verein, ohne größere Fanunterstützung und mit dubiosen, weil ungenannten Sponsoren denn eigentlich nun wieder soll. Vor ziemlich genau drei Jahren äußerte ich hier im Blog die Hoffnung, dass bei diesem grotestken Wettstreit um die Leutzscher Vorherrschaft nicht letztlich beide Vereine auf der Strecke bleiben mögen. Was sich zumindest insofern erfüllt hat, dass die BSG Chemie als Untermieter im SGLL-Alfred-Kunze-Sportpark diverse Streits mit dem Hauptmieter um Geld, Weltsicht und Deutungshoheit relativ unbeschadet überstanden hat und nun als Sieger des grün-weißen Konkurrenzkampfs nach dem Aufstieg die Fahnen in der Landesliga hochhält.

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Rote Kühe braucht die Stadt?

Von allem Vor-Derby-Gedöns übertönt, bahnte die LVZ vergangene Woche Samstag der spektakulären Nachricht den Weg, dass RB Leipzig plane, eine Frauenmannschaft zu gründen und das in Leipzig befindliche, sächsische Frauen-Nachwuchsleistungszentrum zu übernehmen. Das ist derzeit bei Lok Leipzig angesiedelt und wird durch den Sächsischen Fußballverband co-finanziert. Hintergrund soll sein, dass die Förderung des Frauenfußballs beim DFB hohes Ansehen genießt und RB damit sein Standing beim Verband verbessern könnte.

In aller Kürze gesagt, halte ich das Motiv der Imagepflege für das untauglichste, um im Frauenfußball Fuß fassen zu wollen. Sollte dies tatsächlich auch das Hauptmotiv sein, sollte man ziemlich definitiv die Finger davon lassen. Zusätzlich stellen sich natürlich allerlei Fragen, die vor allem das Verhältnis zu und die weitere Existenz der Frauenabteilung von Lok Leipzig betreffen. Die spielen immerhin zweitklassig, haben gerade ein Jahr (wenig erfolgreiche) Erstklassigkeit hinter sich und durchaus keine extrem schlechten Voraussetzungen, wieder die höchste Spielklasse anzugreifen. Doch letztlich in einem allzeit klammen Verein wohl auch eher schlechte Karten, die Erstklassigkeit dauerhaft zu sichern.

An dieser Stelle würde dann ein potenter Partner Sinn machen, doch stellt sich natürlich sofort die Frage, inwieweit Red Bull als Finanzier bereit wäre, nur Partner zu sein. Den bisherigen Erfahrungen des Sportengagements in allen Feldern nach zu urteilen, wäre es ziemlich ungewöhnlich, wenn man plötzlich auf die Idee käme, lediglich als Mitfinanzier aufzutreten. Die Strategie, im Sport als Red Bull, Rote Bullen, eben immer irgendwie selbst und nicht als klassischer Sponsor aufzulaufen, würde man wohl auch im Frauenfußball nicht aufgeben wollen (oder vielleicht ja doch, weil man es marketingtechnisch für irrelevant hält und die Mitfinanzierung eben nur zu DFB-Imagezwecken braucht.)

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Leipziger Talfahrten

Man könnte ja auch ein wenig verzweifeln über Fußball-Leipzig. ‚Nur zwei Viertligisten – Leipzigs Fußball weiter am Boden‘ könnte die Headline für die kommende Spielzeit heißen, wenn Lok nach zwei Jahren ligentechnisch wieder zu RB Leipzig aufgeschlossen hat (auf das Ereignis hätte man beim Wettanbieter des Vertrauens 5 Euro setzen sollen..). Nimmt man es aber genau, dann ist dieser Zustand in Fußball-Leipzig so ziemlich der erfolgreichste Zustand seit fast zehn Jahren oder seit der Jahrtausendwende (je nachdem, ob man die Spielzeit 2003/2004 mit Abstieg des FC Sachsen und VfB-Insolvenz aufgrund der Nummer der Ligen als Erfolg sehen will).

Die tatsächlich letzten halbwegs erfolgreichen Tage des Fußballs in Leipzig liegen jedenfalls in den 90ern. Seitdem prägen Insolvenzen und sportliche Fehlversuche das Bild. Wenn man mal von Loks Marsch durch die unteren Ligen absieht. Die Tatsache, dass die beiden ranghöchsten Leipziger Vereine der 90er inzwischen nicht mal mehr existieren, ist jedenfalls ziemlich extrem.

Der Fußball in Leipzig ist also mit seinen zwei Viertligisten – wenn dieser Ligenformalismus als Argument gilt – leistungstechnisch über das schlimmste Tief hinweg (zumal die heutigen vierten Ligen aufgrund der Einführung der eingleisigen dritten Liga sehr viel leistungsstärker sind als die vierten Ligen zum Anfang des Jahrtausends). Was sich auch darin verdeutlicht, dass mit der BSG Chemie und der SG Leipzig Leutzsch in der sechstklassigen Landesliga auch noch zwei Vereine um das grün-weiße Erbe konkurrieren, die sicherlich (zumindest einer von ihnen) irgendwann die fünfte Liga (Oberliga) anpeilen werden wollen.

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Auf den Spuren des FC Sachsen Leipzig?

Nach den statistischen Betrachtungen zum Sturmduo Frahn/ Kutschke nun also wieder zurück zum Kerngeschäft. Und das ist der Fußball. Der drittletzte Spieltag steht am Sonntag (06.05., 13.30 Uhr) auf dem Programm und der Gegner heißt im vorletzten Auswärtsspiel Germania Halberstadt. Was auch Anlass sein dürfte, allseits die Geschichte der 3:2-Wiederauferstehung aus dem Hinspiel wieder und wieder zu erzählen. Fast schon so als würde man von früher erzählen.

Und ein bisschen fühlt es sich tatsächlich so an, denn irgendwie lag das Hinspiel noch in einer Zeit, in der vieles, trotz der damals schon limitierten spielerischen Mittel, noch zu funtionieren schien und als der tiefe Riss im Selbstverständnis, der durch das Halle-Spiel zwei Wochen später folgen sollte, noch nicht erahnbar war. Das 3:2 im Hinspiel war genaugenommen schon ein Signal, dass nicht alles prima funktioniert, denn Halberstadt war mit seinem variablen, sehr ansehnlichen 4-1-4-1 spieltaktisch einfach mal besser und die RasenBallsportler drehten den 0:2-Rückstand vor allem mit einer großen Portion Willen und Moral und dank der Einwechsler Marcus Hoffmann und Carsten Kammlott.

Nun also wieder Halberstadt. Denen aber inzwischen der langjährige Chefcoach Andreas Petersen fehlt. Der hat sich vor kurzem für das Traineramt beim 1.FC Magdeburg ab der kommenden Saison entschieden, was zu einer sofortigen Vertragsauflösung in Halberstadt führte. Keine Ahnung, ob das jetzt gut oder schlecht für RB Leipzig ist. So ein Wechsel kann bei einer taktisch eingespielten und funktionierenden Mannschaft auch noch mal ein paar Prozente Energie freisetzen, weil man sich ja dem neuen Coach (der der alte Co-Trainer ist) zeigen will. Andererseits ging das erste Spiel unter Enrico Gerlach beim ZFC Meuselwitz mit 0:2 verloren.

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Peter Pacult und die Reisenden

Mir gefällt an Peter Pacult, dass er jemand ist, der eine Meinung hat und die auch vertritt. Auch in der Öffentlichkeit. Das macht ihn zwar angreifbar, kann aber sympathischerweise auch dazu führen, dass es was zu diskutieren gibt. Man also an Inhalten dran bleiben und sich und seine Meinung weiterentwickeln kann. Wird Pacult nicht demnächst von der Kommunikationsabteilung bei RB/ Red Bull zurückgepfiffen, dann wird das eine verbal höchst unterhaltsame und anregende Saison. Gestern jedenfalls veröffentlichten die Salzburger Nachrichten ein Interview mit dem RB-Chefcoach Peter Pacult mit einigen recht interessanten Meinungen und Details (man kann das folgende auch gut als Ergänzung zum gestrigen Beitrag „Mittelfristige Vereinsphilosophien“ lesen):

Sie werden  als „Alleinherscher“ in Leipzig bezeichnet, weil es seit Ihrer Bestellung in der Clubführung viele Wechsel gab.
Einige Leute sind ja freiwillig gegangen, wie Sportdirektor Thomas Linke oder Geschäftsführer Dieter Gudel. Reisende soll man ja bekanntlich nicht aufhalten.

Das leicht hämisch wirkende „Reisende soll man nicht aufhalten“ finde ich ehrlich gesagt über das Ziel hinaus geschossen. Sportdirektor Thomas Linke ging, weil er als Sportdirektor zumindest die Mitverantwortung über die Auswahl des Trainers haben wollte, sie aber offenbar nicht eingeräumt bekam. Und Geschäftsführer Dieter Gudel ging, weil in seiner Abwesenheit über seinen Kopf hinweg ein Sportdirektor verpflichtet wurde. Beide waren keinesfalls freiwillig Reisende. Formal vielleicht, defacto nicht. Was auch Peter Pacult vermutlich weiß, weswegen sein Hinterherwinken eher als Nachtreten erscheint und jedenfalls weit von der Position bei seiner Vorstellung als Cheftrainer entfernt ist, dass er zur Vergangenheit nichts sagen möchte, weil er es auch gar nicht könne.

In Leipzig lautet der Tenor der Fußballfans:  „Entschieden wird ohnedies alles in Salzburg.“
Es gibt auch einen Herrn Hopp in Hoffenheim, es gibt Volkswagen in Wolfsburg, es gibt Bayer in Leverkusen. Überall wird am Ende ein Einzelner entscheiden. So auch bei Red Bull. Ich wehre mich dagegen, dass man das nur bei Red Bull und Herrn Mateschitz immer negativ auslegt.
Also gibt es einen kurzen Draht nach Salzburg?
Es gibt einen sehr kurzen Draht.

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Grün-weiße Alternativen: SG Leipzig Leutzsch vs. BSG Chemie

Ich hatte vor kurzem bereits meine damalige Sicht auf die Entwicklungen bei grün-weiß in der Nachfolge des FC Sachsen dargelegt oder besser gesagt dargeätzt. Seitdem ist schon wieder einiges passiert, was nur wenig Anlass gibt, darauf zu hoffen, dass die Zukunft im Alfred Kunze Sportpark besser werden wird als die jüngere Vergangenheit. Denn auch wenn man bei Lok Leipzig mit den Rücktritten von Aufsichtsratschef Gunter Weißgerber und Vorstandsangehöriger Katrin Pahlhorn (nach Morddrohung) offenbar etwas von der öffentlichen Aufmerksamkeit abhaben wollte, schlägt man das alles bei grün-weiß derzeit locker.

Es geht bei grün-weiß wie meist seit der Neugründung der BSG Chemie um den legitimen Vertreter grün-weißen Fußballs und damit derzeit auch um die Nachfolge des FC Sachsen Leipzig. Mit der Gründung der SG Leipzig Leutzsch, die nun von den Verbänden die Spielrechte der Nachwuchsteams von der U23 abwärts zugeschlagen bekam, stehen wieder die zwei grün-weißen Vereine auf der Matte, die es schon vor der Bekanntgabe des Endes des FC Sachsen gab.

Ehrlich gesagt ist es etwas schwierig zu erfassen, wofür die SG Leipzig Leutzsch steht und wer dahinter steht. Bis auf Jamal Engel tritt öffentlich niemand so recht für den Verein auf. Wodurch es auch schwierig ist einzuschätzen, worauf der Verein eigentlich fußt. Im Raum stehen Sponsoren, die nach dem Ende des FC Sachsen weiterhin grün-weißen Fußball unterstützen, aber nicht zur BSG Chemie wollen. Im Raum standen bei der SG Leipzig Leutzsch in den letzten zwei Wochen auch zwei grundverschiedene Konzepte. Auf der einen Seite das Konzept kompromisslose, erfolgreiche Nachwuchsarbeit ohne sonderliche Rücksicht auf Fans, Farben und Männermannschaft. Auf der anderen Seite das Konzept grün-weißer Fußball in der Nachfolge des FC Sachsen Leipzig, also ein Konkurrenzprodukt zur BSG Chemie, das sich an die Anhänger richtet, die mit der BSG nicht können oder wollen. Grün-weiße Alternativen: SG Leipzig Leutzsch vs. BSG Chemie weiterlesen

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Der Trauer folgt das Leipziger Allerlei

Der Leipziger Fußball übertrifft sich in dieser Saison mal wieder selbst. Die Kubald-Demontage bei Lok, nachdem der gern mit RB kooperiert hätte, die Nichtkommunikation von RB Leipzig in Bezug auf ihr Trainingszentrum Ende letzten Jahres, die Personalquerelen und -abgänge bei RB (Felder, Linke, Beiersdorfer), die vor allem bei Lok und RB unbefriedigende sportliche Entwicklung und auch die schöne Geschichte um den Fußballweltreisenden Heiner Backhaus, der kam, um sich bei Lok sehr wohl fühlen zu wollen und spielen und ein bisschen Marketing betreiben zu können und nach gerade einmal fünf Spielen den Verein wieder verließ. Das alles und noch viel mehr hätte für einen Jahresbericht Leipziger Fußball 2010/2011 locker gereicht. Aber den wenig witzigen Höhepunkt des Storytellings lieferte dann doch der FC Sachsen Leipzig mit dem nun feststehenden negativen Abschluss des Insolvenzverfahrens mit der Liquidition und dem darauf folgenden Hauen und Stechen um die Vereinsreste.

Es ist wie so oft in Leipzig. Es muss wieder mal alles ganz schnell gehen. Letzten Dienstag gab Sachsen-Insolvenzverwalter Heiko Kratz bekannt, dass er den Verein zum Jahresende aus dem Spielbetrieb nehmen und versuchen werde, die Mannschaften des FC Sachsen Leipzig bei anderen Vereinen unterzubringen. Das ganze muss bis Ende Mai oder Anfang Juni über die Bühne gegangen sein, da bis dahin die Meldungen für die neue Saison vorliegen müssen. Nach ersten Plänen sollte alles ab der U23 abwärts an die BSG Chemie Leipzig als zweitem grün-weißen Verein in Leipzig gehen, für das Spielrecht der ersten Männermannschaft in der Oberliga interessiert sich nach allgemeinem Kenntnisstand RB Leipzig für das eigene U23-Team. So weit, so gut und im Rahmen der Ereignisse nachvollziehbar. Doch dann kam die SG Leipzig-Leutzsch und damit eine Tradition, die in Leipzig kaum jemand kannte. Der Chemieblogger machte sich bei sich drüben auf die Suche nach der Vergangenheit des Vereinsnamens:

Der Name ist nicht ohne Geschichte. Als die sowjetische Besatzungsmacht nach 1945 den Fußball in der Ostzone reorganisierte, trugen zunächst Stadtteilmannschaften die Wettkämpfe aus. Eine davon war die SG Leipzig-Leutzsch, worauf sich die Neugründung von Bauchspieß, Engel & Co. scheinbar beziehen soll. Wie aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs einst der Arbeiter- und Bauernstaat geschaffen wurde, soll nun also der Leutzscher Fußball begleitet von dem Soundtrack „Auferstanden aus Ruinen“ ein furioses Comeback feiern.

Bernd Bauchspieß und Jamal Engel sind also die Gesichter, die mit Unterstützung einer ominösen Investorengruppe dem neu gegründeten Verein grün-weiße Seele einhauchen und die Nachfolge vom FC Sachsen Leipzig antreten wollen. Ersterer gilt in Leutzsch als ehemalige Legende mit recht zweifelhaften, aktuellen Ansichten und als Gegner der BSG Chemie Leipzig. Zweiterer wurde in den letzten Wochen von den Fans immer mal wieder in verantwortlicher Position (Trainer) beim FC Sachsen erhofft, wozu es nicht mehr kam. Der Trauer folgt das Leipziger Allerlei weiterlesen

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Die Bundesliga ruft, Leipzig kommt

Meine Wochenendplanung musste leider ohne die Beschäftigung mit RasenBallsport Leipzig ausgekommen (was in keinster Weise mit den Namen Beiersdorfer, Mateschitz, Pacult und wie sie alle heißen zu tun hat). Deshalb habe ich den gestrigen Auftritt gegen den VFC Plauen auch verpasst und zumindest heute nichts dazu zu berichten. Da man dieser Tage nie sicher sein sollte, dass nicht von heut auf morgen spektakuläre Personalentscheidungen getroffen werden, habe ich natürlich ein wenig Angst hier gerade an einem topaktuellen Diskussionsthema vorbeizuschreiben. Aber egal, manchmal muss man ja auch was verpassen dürfen..

Deshalb an dieser dieser Stelle, quasi als virtuelle Stimme aus dem Off das Aufgreifen eines Themas, das hier im Blog schon mal im Zuge einer ungewöhnlichen Torverhinderung angesprochen wurde, den Bundesligaaufstieg der Lok-Frauen. Als erste Leipziger Fußballmannschaft seit 1994 dürfen die Frauen von Lok Leipzig in der nächsten Saison wieder Bundesligaluft schnuppern dürfen. Nach den Handballerinnen des HCL, die immer noch das Aushängeschild der Stadt Leipzig in Sachen Mannschaftssportarten mit Ball sind, das zweite Leipziger Team, das in diese Sphären vorstößt.

Nach dem Aufstieg von Lok Leipzig in die höchste Spielklasse und dem im Frauenfußball Riesensprung dahin geht es im nächsten Jahr ausschließlich um den Klassenerhalt. Vielleicht, liebe LVZ schaffen es ja die Leipziger Sportseiten dann auch den Frauenfußball aus der Rubrik Lokalfußball weiter nach vorne in den Bereich zu schieben, wo auch die Fünftligaherren von Lok und FC Sachsen und die Viertligaherren von RB Leipzig ansonsten zeitungstechnisch agieren dürfen.

Mit dem Aufstieg zeigt auch die Konzentration des Leipziger Frauenfußballs auf einen Verein seinen ersten Erfolg. Mit dem Wechsel des Landesleistungszentrums für Frauen- und Mädchenfußball weg von den Fittichen des Leipziger FC hin zu Lok und dem Verzicht des LFC auf höherklassigen Fußball war Lok die bisherige Konkurrenz gerade im Nachwuchsbereich los und um einige EX-LFClerinnen reicher. Wenn ich an die noch sehr, sehr jungen Marie-Luise Herrmann und Marlene Ebermann denke, die früher hochtalentiert beim LCF kurbelten und nun mitentscheidenden Anteil am Bundesligaaufstieg haben oder an die nunmehrige Stammkeeperin bei Lok Carolin-Sophie Härling, dann erkennt man, wie wichtig die Konzentration der sportlichen Spitzenkräfte in einem Verein für den Erfolg des Frauenfußballs in der Stadt war. Die Bundesliga ruft, Leipzig kommt weiterlesen

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FC Sachsen Leipzig vs. RasenBallsport Leipzig 0:2

Man darf das ja mal vorneweg sagen. Das beste am gestrigen Spiel der RasenBallsportler beim FC Sachsen ist, dass es vorbei ist und dass das Ergebnis gestimmt hat. Achtelfinalsieg im Sachsenpokal. Der nächste Gegner im Viertelfinale heißt VfB Auerbach, wieder auswärts. Darüber hinaus gibt es vom Spielfeld und dessen Umfeld kaum positives zu berichten.

Der Alfred-Kunze-Sportpark mag ein schönes Stadion sein und vermutlich gibt es dort schöne Ecken, von denen man aus das Spiel beobachten kann (zumindest wenn man sehr viel Grün-Weiß in sich trägt). Der Oberrang vom Norddamm sieht beispielsweise aus der Ferne nach einem sehr schicken Platz aus. Der Gästeblock dagegen ist in allen Belangen ein gruseliger Ort. Schlechte Sicht, die Getränke gibt es durch dicke Gitterstäbe hindurchgereicht und im Rücken stinkt das Dixi-Klo vor sich hin. Es gibt definitiv bessere Orte als diesen Käfig, um sich Fußballspiele anzuschauen.

Aus der schlechten Sicht resultiert auch, dass man eigentlich nicht wirklich einen Eindruck vom spieltaktischen Geschehen bekommen kann. Mannschaftsorganisation, taktisches Verhalten, Spielabstimmung, das alles bekommt man von einem Platz hinter der Eckfahne nicht mehr mit. Mitbekommen habe ich trotzdem, dass sich die RasenBallsportler in der ersten Halbzeit vom unterklassigen Konkurrenten haben den Schneid komplett abkaufen lassen. Passsicherheit und Spielkontrolle waren Begriffe, mit denen RasenBallsport Leipzig einen Tag lang nichts zu tun haben wollte. FC Sachsen Leipzig vs. RasenBallsport Leipzig 0:2 weiterlesen

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Zwischen Woche der Wahrheit und Frage der Ehre

Es ist immer einfach gesagt, ihr könntet 4:0, 5:0, 6:0 gewinnen, aber wer Fußball richtig versteht, weiß, was es für ein Aufwand ist gegen eine solche Mannschaft zu spielen, die sich hinten rein stellt. 3:0 ist ein gutes Ergebnis. (…) Am Ende zählen nur die 3 Punkte. Auch wenn wir 1:0 gewonnen hätten, wäre ich zufrieden. Man muss die 3 Punkte mitnehmen und die Fehler, die man macht, im nächsten Spiel besser machen. (Thiago Rockenbach nach dem Heimspiel von RasenBallsport Leipzig gegen Oberneuland im Red Bull Audioplayer [broken Link] vom 19.03.2011)

Da hat er durchaus Recht, der Winterneuzugang bei RasenBallsport Leipzig Thiago Rockenbach. Die Erwartungshaltung, dass man Gegner der unteren Tabellenhälfte einfach mal so mit vier oder fünf Toren abschießt, rechtfertigt sich sportlich überhaupt nicht. Auch in solchen Spielen geht es darum, sich clever anzustellen, 3 Punkte mitzunehmen und realistisch auf Verbesserungspotenzial zu blicken. Gilt übrigens unabhängig davon ob man 5:0 gewinnt oder sich zu einem 0:0 quält. Sportliche Leistungen und Entwicklungen zeigen sich oft auch unabhängig vom konkreten Ergebnis.

Apropos sportliche Entwicklung. In der Hinserie schoss RasenBallsport Leipzig in den Partien gegen die 4 Regionalliga-Konkurrenten an der Spitze Chemnitz, Lübeck, Wolfsburg und Halle insgesamt nur ein einziges Tor und konnte keine Begegnung für sich entscheiden. Nachdem ich persönlich den Eindruck hatte, dass die Mannschaft in den letzten Heimspielen einen Schritt nach vorne gemacht hat, hin zu einer erfolgreicheren Mischung aus robustem Regionalliga-Fußball und kreativen Momenten, wird die kommende Woche – irgendwo zwischen Woche der Wahrheit und Frage der Ehre – mit den Spielen gegen den Tabellenzweiten Lübeck, dem Auswärtsspiel beim Dritten Wolfsburg und zwischendrin der Pokal-Begegnung beim FC Sachsen zeigen, wo RasenBallsport Leipzig in seiner sportlichen Entwicklung steht. Zu oft hatte man in der Saison schon den Eindruck, dass es jetzt ein wenig bergan geht, nur um anschließend herauszufinden, dass man den Weg bergan nur gegangen ist, um schnell wieder runterzurutschen.

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Meine 18 bis zur Dritten Liga

Wenn ich nun einmal für ein paar Minuten unterstelle, das Leben wäre ein Wunschkonzert, und ich könnte mir eine erste Bundesliga nach völlig willkürlichen tendenziell nostalgischen Kriterien zusammenstellen. Oder müsste es sogar, ohne Abstieg, closed shop, festgeschrieben auf 11 Jahre (also bis Katar, weil danach die Fußballwelt ja ohnehin eine ganz andere ist). Wenn ich weiter unterstelle, dass alle Vereine mit sportlich wie finanziell vergleichbaren Voraussetzungen in diese Phase gingen, wenn also beispielsweise Blau-Weiß 90 Berlin nicht von vornherein nur Kanonenfutter für die Bayern und viele andere wäre, dann könnte meine Bundesliga so aussehen. (Meine 18 bis Katar)

Mit diesen Worten und unter dem Titel „Meine 18 bis Katar“ löste Heinz Kamke bei angedacht.de eine Lawine von Beiträgen in den diversesten Fußballblogs aus, die alle zum Ziel hatten, die subjektiv perfekte Bundesliga zu kreieren, was sich sehr leicht nachvollziehen lässt, wenn man die Kommentare zum obigen Beitrag durchwühlt und den gesammelten Pingbacks von anderen Bloggern folgt.

Die Wunschbundesliga der Bloggosphäre hatte Herr Kamke dann dankenswerterweise auch noch zusammengefasst. Auffällig daran, die fast komplette Abwesenheit des Fußballostens. Bis auf Dynamo Dresden (die oft nach dem Motto ‚irgendeiner aus dem Osten muss auch noch rein‘ gewählt wurden) schafft es kein Verein auch nur ansatzweise in die Top 18. Einmal mehr ein Beweis dafür, wie wenig Fußballmannschaften aus dem Osten das Bild der Bundesliga geprägt haben oder aufgrund ihres Images (Cottbus) als nicht bundesligatauglich erachtet werden. Bundesliga, das ist für viele immer noch eher Braunschweig, Düsseldorf oder 1860 als Magdeburg, Rostock oder gar Leipzig. Völlig verständlich aus meiner Sicht, aber auch schräg 20 Jahre nachdem der zuvor aufgelöste Deutsche Fußball-Verband (DFV) als Nordostdeutscher Fußball-Verband (NOFV) und somit als Regionalverband dem DFB beitrat. Meine 18 bis zur Dritten Liga weiterlesen

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RasenBallsport Leipzig vs. Holstein Kiel 1:5

Untertitel gefällig? Ein Satz mit x, das war wohl nix. Ähm, naja. Besser schon: RasenBallsport Leipzig und die wahrscheinlich kürzeste Aufholjagd der jüngeren Fußballgeschichte. Ehrlich gesagt bin ich nach so einem Fußballspiel fast schon sprachlos, aber als Content Manager, ähm Blogger hat man ja Verpflichtungen gegenüber seiner Zielgruppe, vor allem der freudig-hämischen. Stimmts Herr Interpreter? 😉

Eigentlich war alles bereitet für einen schönen Fußballabend mit RasenBallsport Leipzig, der ja dann immerhin denkwürdig wurde. Flutlichtspiel im Zentralstadion. Ups, ist mir nur rausgerutscht. Red Bull Arena meine ich natürlich. Ich finde das als sportliches Ereignis immer noch großartig und war dementsprechend extrem vorfreudig gestimmt. Würde ich twittern, hätte ich wahrscheinlich immerzu ‚Geil, Flutlichtspiel‘-Tweets verschickt. Da ich nicht twittere, habe ich es mir quasi quer übers strahlende Gesicht geschrieben. RasenBallsport Leipzig vs. Holstein Kiel 1:5 weiterlesen

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