Schlagwort-Archive: Dieter Gudel

Aufstieg ohne Grenzen

Wieder mal eine Buchrezension hier im Blog. Nicht dass diese Online-Präsenz noch Teil der Hochkultur wird. Ach nee, keine Angst, es geht zwar um ein Buch, aber weiterhin um Fußball. Und während vor einem halben Jahr die Sicht auf RB Leipzig aus Fansicht dran war, ist es diesmal der journalistische Blick auf sieben Jahre RasenBallsport, der pünktlich zur Buchmesse seinen Weg in die Regale gefunden hat.

„RB Leipzig – Aufstieg ohne Grenzen“ heißt das Büchlein, das 176 Seiten umfasst und den Anspruch hat, „die überregionale Diskussion über und Bewertung von RB Leipzig durch zahlreiche, zum Teil neue Fakten, Details, Hintergründe, Zusammenhänge und Bewertungen auf ein neues Niveau zu heben“ und den RB-Anhängern „jede Menge neue Impulse“ zu liefern.

Geschrieben wurde die zweite Auseinandersetzung mit RB Leipzig in Buchform von Ullrich Kroemer, seines Zeichens freier Journalist, der sich seit 2012 intensiv mit dem Verein beschäftigt und in vielerlei bundesweiten Publikationen darüber berichtet hat. Seit der ersten Hälfte des Jahres 2015 findet man die journalistische Arbeit zu RB Leipzig auch in der tagesaktuellen Berichterstattung in der Mitteldeutschen Zeitung.

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Stunde Null

Wir haben vor drei Jahren im Grunde genommen bei Null begonnen und sind mittlerweile mit allen Jugendmannschaften in den höchsten Spielklassen gelandet. Die U23 muss aber schon auch noch mal aufsteigen. Wir haben viele Spieler auf einen sehr guten Weg gebracht und mittlerweile 31 Juniorennationalspieler in unseren Reihen. Wir wollen so bald und so viele Spieler wie möglich für unsere erste Mannschaft qualifizieren. In jedem Jahr wollen wir ein, zwei, vielleicht auch mal drei Spieler für die erste Mannschaft rausbringen. (Frieder Schrof, Leiter der Nachwuchsausbildung von RB Leipzig vor dem Spiel gegen den MSV Duisburg bei Sky)

Die schon früher verwendete Rhetorik, dass die Nachwuchsarbeit in Leipzig praktisch erst mit den Herren Schrof und Rangnick angefangen habe, bleibt – das wurde hier im Blog auch früher schon erwähnt – merkwürdig bis leicht respektlos gegenüber den Vorgängern. Weil die Grundlagenarbeit im Verein schon drei Jahre früher und unter Nachwuchschef Ivo Jungbauer bei einem tatsächlichen Nullpunkt irgendwo im Nichts begann.

Klar hat sich mit den Umwälzungen nach dem Rangnick-Antritt 2012 noch mal einiges getan in Sachen Schlagzahl und Schlagrichtung und wurden vielerlei Entwicklungen angestoßen, die für den Erfolg der Nachwuchsteams einen positiven Schub gegeben haben. Aber man hat auch Teams wie die U17 schon als Bundesligateam von den Vorgängern übernommen und musste den beschwerlichen Schritt aus der Regionalliga dort nicht mehr machen, sondern nur noch bei der U19, wo es auch nach Antritt von Rangnick und Schrof noch mal zwei Spielzeiten dauerte, bis man in der Bundesliga ankam.

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Spendenbereitschaft

Die Freie Presse heute mit einem kleinen Polit-Krimi um den BUND und verschiedene Vorstellungen von dessen Weiterentwicklung und personeller Besetzung in der Spitze und Einflussnahme seitens der Grünen. Das wäre an dieser Stelle wohl kaum eine Bemerkung wert (auch wenn der Artikel recht interessant ist), gäbe es nicht auch einen ganz kleinen Abstecher zu RB Leipzig:

Als der von Red Bull finanzierte Fußballclub RB Leipzig vor drei Jahren den Bau eines Trainingszentrums im geschützten Auwaldgebiet ankündigt, stellt sich der BUND in Leipzig zunächst quer. Im Dezember 2012 gehen auf dem Konto des BUND-Landesverbandes dann 5000 Euro von RB Leipzig ein – deklariert als Spende für die Regionalgruppe Leipzig. Danach verstummt die Kritik an dem Red-Bull-Bau.

Wer die Hintergründe verstehen will, wer hier aus welchem Interesse diese Information lanciert hat, lese den Artikel. Fakt ist, dass dem Leipziger Teil des BUND, für den Jürgen Kasek als präsentestes Gesicht stellvertretend steht, hier quasi Bestechlichkeit vorgeworfen wird.

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Wochen(end)splitter X

[Frage der Woche: Gegen den HSV II konnte RB Leipzig in der vergangenen Saison zwei mal gewinnen. Mit der Niederlage letzten Samstag ging diese weiße Weste verloren. Welches ist aktuell das einzige Team aus der Regionalliga Nord, das bereits letztes Jahr gegen RB antreten durfte und noch nicht in den Genuss eines Punktgewinns gegen den Favoriten kam? Auflösung am Ende.]

Sieht man mal vom wohl nur für mich interessanten Umstand ab, dass mir das Hoffenheimer Piepen neue Blog-Besucher-Rekorde eingebracht hat, verlief die Woche doch eigentlich ganz schön ruhig. Ich meine ja nur, so nach einem 1:2 zu Hause gegen den HSV II. Als großer Favorit der Liga. Irgendwie ist es – na klar – blöd, im zweiten Spiel bereits eine Niederlage zu kassieren und hinterher zu rennen, aber das auf dem Platz sah eigentlich ganz gut und zukunftsfähig aus. So der für Leipziger Verhältnisse erstaunlich gelassene Tenor.

Allerdings dürfte der Tonfall auch recht schnell schärfer werden, wenn die RasenBallsportler in Wilhelmshaven nicht alle drei Punkte ins Gepäck packen. Wilhelmshaven ist einer der Orte, wo man im Frühjahr eines dieser gruseligen Auswärtsspiele abgeliefert hat.  Die haben inzwischen ihren Kader in selbst für RB-Verhältnisse extremem Maße einmal komplett ausgetauscht. Glaubt man der offiziellen RB-Homepage [broken Link], dann falle beim SV Wilhelmshaven vor allem die quantitativ magere Anhängerschaft, als auch die fehlende Kondition der Mannschaft auf. Ein Selbstgänger quasi. Bleibt zu hoffen, dass das ein anderer Selbstgänger wird als so viele Selbstgänger der letzten Saison.

Falls es schief geht, darf man sich schon mal erinnern, wie es zuging, als RB Leipzig vor einem Jahr nach drei Spieltagen mit 3 Punkten und 2:2 Toren im Mittelfeld der Regionalliga herumgeisterte. Winfried Wächter durfte auf Seite 1 der LVZ einen Leitartikel zum Thema veröffentlichen. Und der MDR fragte sich allen Ernstes, wie lange Tomas Oral denn wohl noch Trainer sein werde. Aber irgendwie kann man sich in der derzeitigen medialen Ruhe einen solchen Bruch gar nicht vorstellen.

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Peter Pacult und die Reisenden

Mir gefällt an Peter Pacult, dass er jemand ist, der eine Meinung hat und die auch vertritt. Auch in der Öffentlichkeit. Das macht ihn zwar angreifbar, kann aber sympathischerweise auch dazu führen, dass es was zu diskutieren gibt. Man also an Inhalten dran bleiben und sich und seine Meinung weiterentwickeln kann. Wird Pacult nicht demnächst von der Kommunikationsabteilung bei RB/ Red Bull zurückgepfiffen, dann wird das eine verbal höchst unterhaltsame und anregende Saison. Gestern jedenfalls veröffentlichten die Salzburger Nachrichten ein Interview mit dem RB-Chefcoach Peter Pacult mit einigen recht interessanten Meinungen und Details (man kann das folgende auch gut als Ergänzung zum gestrigen Beitrag „Mittelfristige Vereinsphilosophien“ lesen):

Sie werden  als „Alleinherscher“ in Leipzig bezeichnet, weil es seit Ihrer Bestellung in der Clubführung viele Wechsel gab.
Einige Leute sind ja freiwillig gegangen, wie Sportdirektor Thomas Linke oder Geschäftsführer Dieter Gudel. Reisende soll man ja bekanntlich nicht aufhalten.

Das leicht hämisch wirkende „Reisende soll man nicht aufhalten“ finde ich ehrlich gesagt über das Ziel hinaus geschossen. Sportdirektor Thomas Linke ging, weil er als Sportdirektor zumindest die Mitverantwortung über die Auswahl des Trainers haben wollte, sie aber offenbar nicht eingeräumt bekam. Und Geschäftsführer Dieter Gudel ging, weil in seiner Abwesenheit über seinen Kopf hinweg ein Sportdirektor verpflichtet wurde. Beide waren keinesfalls freiwillig Reisende. Formal vielleicht, defacto nicht. Was auch Peter Pacult vermutlich weiß, weswegen sein Hinterherwinken eher als Nachtreten erscheint und jedenfalls weit von der Position bei seiner Vorstellung als Cheftrainer entfernt ist, dass er zur Vergangenheit nichts sagen möchte, weil er es auch gar nicht könne.

In Leipzig lautet der Tenor der Fußballfans:  „Entschieden wird ohnedies alles in Salzburg.“
Es gibt auch einen Herrn Hopp in Hoffenheim, es gibt Volkswagen in Wolfsburg, es gibt Bayer in Leverkusen. Überall wird am Ende ein Einzelner entscheiden. So auch bei Red Bull. Ich wehre mich dagegen, dass man das nur bei Red Bull und Herrn Mateschitz immer negativ auslegt.
Also gibt es einen kurzen Draht nach Salzburg?
Es gibt einen sehr kurzen Draht.

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Mittelfristige Vereinsphilosophien

Der Aufstieg soll kurzfristig her, mittelfristig braucht der Klub eine Philosophie. Wie sieht die aus?
Der Cheftrainer gibt die sportliche Philosophie vor. Wir arbeiten Hand in Hand, um diese auch umzusetzen. (Wolfgang Loos im BILD-Interview am 16.07.2011)

Na wenigstens wird nicht lange um den heißen Brei herum geredet bei RB Leipzig. Das derzeitige Prinzip, das gleichzeitig als Vereins-Philosophie gehandhabt wird, heißt Pacult. Punkt. In einem Ähnlichkeitswettbewerb zum Prinzip Magath. Da darf sich jeder gern selbst entscheiden, ob er das mag oder eben nicht.

Wenn man sportlichen Erfolg als Zielkategorie nimmt, dann zumindest kann man guter Hoffnung sein, dass die sachlich-zielstrebige Art Peter Pacults eben diesen mit sich bringt. Dass er bei seiner Arbeit gerne vertraute, fähige und kompetente Personen um sich hat und dementsprechend den Verein personell umkrempelt, ist aus seiner Sicht und angesichts der Philosophie vom Trainer als Vereinsboss absolut verständlich.

Auf der anderen Seite gilt trotzdem weiterhin das, was schon aus meiner virtuellen Feder floss, als einer der vielen RB-Geexten Dieter Gudel noch das Siegen als imagepflegendes Ziel ausgab, also die sportliche Erfolgsmaximierung als zentrale Vereinsstrategie postulierte:

Sportlicher Erfolg ist fürs Image, für das Verhältnis zu den Fans und für das Wachstum des Vereins die absolut zentrale Komponente. Wer keinen Erfolg hat, steht in der Öffentlichkeit in der Kritik und kriegt auf den Deckel – und damit meine ich noch nicht einmal die Attacken jenseits der Schmerzgrenze, wie man sie in letzter Zeit in Köln oder Frankfurt beobachten konnte. Trotzdem gibt es bei Fußballvereinen Komponenten jenseits des aktuellen Erfolgs, die man als Vereinsverantwortlicher nicht ignorieren sollte. (…)

Will man erfolgreich im Fußball arbeiten, dann muss man auch die Rahmenbedingungen mitdenken und beachten. Man muss Identifikationsmöglichkeiten zulassen können, man muss in Bezug auf Fanstrukturen manchmal auch einfach Entwicklungen ohne größere Steuerungsmöglichkeit beiwohnen können. Und man sollte nicht den Fehler machen, den sportlichen Erfolg als einzige Maxime auszugeben. Denn dann bastelt man sich erst ein Publikum, das nicht mehr mit dem Verein mitfiebert, sondern das sich in erfolgsorientierter Distanz nur dann offen zeigt, wenn die eigene Mannschaft alles abräumt.

Ich glaube immer noch, dass es jenseits der sportlichen Optimierung einer Idee bedarf, die dem Verein RB Leipzig, vor allem auch, weil er mit seinen zwei Jahren noch sehr jung ist, eine eigene Identität verschafft. Klar wird sich dabei gesteuerterseits viel um Red Bull und Eventkultur drehen. Passt ja auch grundsätzlich völlig prima zur Kultur des heutigen Profifußballs.

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Enrico Bach: der letzte Beiersdorfer-Mohikaner geht

Man muss Red Bull, äh RasenBallsport, also RB Leipzig ja auch mal dankbar sein können. Das ist nun wirklich keine Firma, die einen auf dem Karriereweg fesselt und so in der Entwicklung beschränkt. Das darf nun und als nächstes Presse- und Kommunikationschef Enrico Bach dankenswerterweise erfahren. Er wurde – wie heute die LVZ final verkündete – durch Beurlaubung von der Gefahr befreit, lange Zeit bei ein und demselben Arbeitgeber arbeiten zu müssen. Nun kann er sich und seine Karriere wieder voll entfalten, neue Herausforderungen suchen und so flexibel sein, wie es moderne Arbeitsmärkte eben erfordern und ermöglichen. Da kann der fast 30jährige Enrico Bach aber von Glück reden, dass ihm die Fesseln eines starren Arbeitslebens abgenommen wurden und er sich wieder der freien Selbstbestimmung widmen kann.

Man kann die Entlassung von Enrico Bach also sarkastisch sehen, so sarkastisch wie es angesichts des Komplettumbaus im administrativen Bereich bei RB Leipzig vielleicht nahe liegt. Man könnte aber auch entspannt pragmatisch argumentieren. Dann gäbe es zwei Varianten, die überraschenderweise ziemlich ähnliche Muster haben. In der ersten Variante wäre die Entlassung von Dietmar Beiersdorfer als Fußballboss Red Bull der Ausgangsfehler, aus dem die direkte Einflussnahme von der Red-Bull-Spitze in Form von Dietrich Mateschitz auf die Geschehnisse bei RB Leipzig resultiert. Das Resultat, die Verpflichtung Peter Pacults als Trainer führt in der Sicht konsequenterweise zur Absetzung allen Personals, das Beiersdorfer-Stallgeruch und keine Pacult-Bindung hat (Linke, Gudel, Bach).

In der zweiten Variante wäre schon die Beiersdorfer-Verpflichtung der Fehler gewesen und dessen Entlassung als Boss des Fußballs bei Red Bull nur die Korrektur dieses Fehlers. Alles was danach kommt, ist lediglich die konsequente Aufarbeitung des Fehlers. Bei beiden Varianten wäre alles was der Beiersdorfer-Entlassung folgt lediglich ein Folgefehler. In der Mathematik zumindest kann man noch eine Eins kriegen, wenn man eine Aufgabe wegen eines Folgefehlers komplett verhaut. Wie es im Fußball ist, wird sich erst noch zeigen. Enrico Bach: der letzte Beiersdorfer-Mohikaner geht weiterlesen

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Verschwörungstheoretische Interpretationsspielräume

Schon Mitte März war klar, dass ich beim TuS Koblenz aufhöre – dann ergab sich sehr schnell ein Kontakt zu RB Leipzig. (Wolfgang Loos, Sportdirektor und kommissarischer Geschäftsführer bei RB Leipzig wird im Sachsensonntag vom 03.07.2011 zitiert)

Nun wird es bei dieser Aussage wohl drauf ankommen, wie man das schwammige „sehr schnell“ interpretiert. Nehmen wir rein spekulativ mal an, dass „sehr schnell“ zwei bis drei Wochen meint und Wolfgang Loos Ende März, Anfang April Kontakt zu RB Leipzig aufnahm. Wobei er wohl eher Kontakt zu Peter Pacult meint, denn nach allem, was man aus der Berichterstattung der letzten Wochen lesen konnte, ist Loos hier, weil Pacult ihn wollte. Zumal bis Anfang Mai noch Thomas Linke Sportdirektor bei RB Leipzig war und kaum Kontakt zu einem potenziellen Nachfolger gesucht haben dürfte. Ok, eine mögliche Zeitabfolge sähe dann so aus:

  • Ende März, Anfang April (?): Wolfgang Loos nimmt Kontakt mit RB Leipzig/ Peter Pacult auf
  • 07.04.2011: Peter Pacult und Dietrich Mateschitz, Chef von Red Bull treffen sich bei einer Weinverkostung, sprechen dort aber nach eigener Auskunft nicht über ein Engagement Pacults bei Red Bull
  • 08.04.2011: Red Bull und Head of Global Soccer Red Bull Dietmar Beiersdorfer gehen getrennt Wege
  • 09.04.2011: Peter Pacult dementiert Gerüchte um einen Wechsel zu RB Leipzig
  • 11.04.2011: Peter Pacult wird als Trainer bei Rapid Wien entlassen
  • 21.04.2011: Tomas Oral gibt seinen Abschied bei RB Leipzig zum Saisonende bekannt
  • 04.05.2011: Thomas Linke tritt bei RB Leipzig als Sportdirektor zurück, Peter Pacult wird als Trainer vorgestellt.
  • 16.06.2011: RB Leipzig präsentiert Wolfgang Loos als neuen Sportdirektor

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Tomas Oral: Als richtiger Trainer zur falschen Zeit gescheitert

Ganz klar gesagt: die Verpflichtung Orals ist unter den gegebenen Bedingungen und Wünschen, also aus heutiger Sicht – gerade wenn man ihn mit allen anderen gehandelten Namen vergleicht – die optimale Entscheidung. Wenn man in absehbarer Zeit zu einer anderen Einschätzung kommen sollte, dann ändert das nichts an dieser Tatsache. (Schon wieder ein richtiger Trainer zur richtigen Zeit)

Ach lieber Tomas Oral: Gestern war ja Trainingsauftakt bei RB Leipzig. Vermutlich, so es Ihnen denn noch als Datum im Gedächtnis geblieben ist, noch einmal ein schmerzhafter Tag für Sie als ehemaligen Trainer, der dies sicherlich gern geblieben wäre. Vermutlich wissen Sie auch schon, dass mit Dieter Gudel gestern einer der letzten gegangen ist, mit denen Sie noch zusammengearbeitet haben. Neben Beiersdorfer, Linke und Gudel befinden Sie sich in einer sehr illustren Runde von Ex-Angestellten beziehungsweise Funktionsträgern bei RB Leipzig. Von daher sollte Sie Ihr eigener Abgang nicht über die Maßen schmerzen.

Obwohl ich zugeben muss, dass mir Ihre Vertragsnichtverlängerung im Gegensatz zu den anderen drei Personalien als einzige plausibel und sinnvoll erschien. Als Trainer eines Aufstiegsfavoriten, der 18 Punkte hinter dem Spitzenreiter ins Ziel kommt, muss irgendetwas nicht richtig gelaufen sein. Als sportlich Verantwortlicher müssen Sie auch die sportliche Verantwortung tragen. Ein verlängerter Vertrag wäre dem nicht mal im Ansatz gerecht geworden.

Nur damit wir uns nicht falsch verstehen, lieber Tomas Oral, ich mochte es, mit welchem Herzblut Sie Ihre Aufgabe bei RB Leipzig angefangen und durchgehalten haben. Von der ersten bis zur letzten Minute Ihrer Leipziger Aktivitäten hatte man das Gefühl, dass Sie mit 100% bei der Sache sind. Gerade im letzten Drittel der Saison, als die sportlichen Ziele nicht mehr zu erreichen waren und Sie es als Person in verschiedensten, medialen Situationen und nicht zuletzt durch die Pacult-Gerüchte und später -Verpflichtung nicht übermäßig einfach hatten, blieben Sie mit Ihrem Fokus (fast) immer bei der Mannschaft und dem letzten, verbliebenen Ziel, dem Gewinn des Sachsen-Pokals. Ein Ziel, das Sie glücklicherweise erreichten und so wenigstens ein kleines, positives Ausrufezeichen unter die verkorkste Saison setzten. Tomas Oral: Als richtiger Trainer zur falschen Zeit gescheitert weiterlesen

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Schon wieder ein Ex bei RB Leipzig: Dieter Gudel

Position2009/20102010/20112011/2012
VorstandsvorsitzenderAndreas Sadlo (bis 01/2010)Dietmar Beiersdorfer (bis 04/2011)???
GeschäftsführerDieter Gudel (ab 02/2010)Dieter Gudel???
SportdirektorJoachim KrugThomas Linke (ab 02 bis 05/2011)Wolfgang Loos
PressesprecherHans-Georg FelderHans-Georg Felder (bis 03/2011)Enrico Bach (bereits seit 04/2011)
TrainerTino VogelTomas OralPeter Pacult

Es ist schon ein ordentliches Personalroulette, das da bei RB Leipzig in mehr als regelmäßigen Abständen vonstatten geht. Dieses Mal trifft die personelle Umstrukturierung offenbar den Posten des Geschäftsführers, auf dem für RB-Verhältnisse fast schon eine idyllische Kontinuität herrschte. Mit Dieter Gudels von der LVZ verkündetem Rückzug trat auch jene Person ab, die es mit 17 Monaten auf das nach Hans-Georg Felder (21 Monate!) zweitlängste aktiv ausgeübte Angestelltenverhältnis aller bisher auf Führungsebene tätigen Personen brachte. Glückwunsch. Ähm oder eben auch nicht. Bei RB könnte man sich jedenfalls mal überlegen, ob man nicht nur noch Ein-Jahres-Verträge ausstellt. Viel länger lässt man eh kaum jemanden auf seinem Posten verharren beziehungsweise bleiben nicht viele freiwillig.

Es ist ja nicht so, als ob es gerade heute nicht auch andere Themen gäbe. Stichwort Trainingsauftakt [broken Link], neuer Trainer, neue Spieler, neuer Sportdirektor, Aufbruchstimmung. Doch es wäre nicht RB Leipzig, wenn es nicht stattdessen um Stellen und deren Besetzung ginge. Das ist selbst im Sommerloch, wo man ja für Nachrichten oftmals geradzu dankbar ist, ein mühseliges Business. Schon wieder ein Ex bei RB Leipzig: Dieter Gudel weiterlesen

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Transfergerüchte: Loos, Borel, Grischok

Und weiter geht es mit der Vervollständigung des Kaders bei RB Leipzig für die kommende Saison. Die Herren Röttger, Lagerblom, (Christian) Müller, Kerner und Ernst hatte ich bereits als Neuzugänge erwähnt und vorgestellt. Wer das nachvollziehen will, nutze die bloginterne Google-Suche rechts oben. Auch bereits als Gerücht besprochen wurde Umut Kocin, der nun sinnigerweise (vermutlich als neuer Linksverteidiger) verpflichtet wurde. Bis dahin tauchten alle Herren irgendwie schon vor der Verkündung in der Gerüchteküche auf und waren mehr oder weniger nicht sonderlich überraschend. Das ändert sich zumindest mit den beiden Namen Loos und Borel, um die es unter anderem heute gehen wird.

Wolfgang Loos (LVZ vom 16.06.2011): Das nennt man wohl eine spektakuläre Neuigkeit. Jene von der Verpflichtung eines neuen Sportdirektors (oder wie auch immer sich Wolfgang Loos wird bezeichnen lassen wollen). Bis vor kurzem noch war Peter Pacult der Überzeugung, dass er bei RB Leipzig keine solche Person neben sich bräuchte. Irgendwer im Verein oder im drumherum scheint ihn vom Gegenteil überzeugt zu haben. Was prinzipiell erst mal zu begrüßen ist, denn das was einem bei RB Leipzig sportlich und ideologisch entgegenprasselt, sollte man im Optimalfall auf verschiedene Schultern verteilen. Überrascht wurde nicht nur die Öffentlichkeit von der Verpflichtung von Wolfgang Loos. Auch bei RB selbst scheint man mit der Nachricht Ungläubigkeit hervorgerufen zu haben. Dieter Gudel jedenfalls wird (aus dem Urlaub) von der heutigen BILD derart zitiert: „Ich habe von dem Besuch nur telefonisch erfahren und bin schon etwas überrascht.“ Ob Gudel nur davon überrascht wurde, dass Loos bereits gestern in der RB-Geschäftsstelle zu Besuch war oder ihn die Personalie an sich überrascht, ist nicht überliefert. Ich tippe (wohlwollend) auf ersteres.

Wolfgang Loos jedenfalls ist ein sportlicher Leiter mit viel Erfahrung. In den achziger Jahren beim VfL Osnabrück angefangen, weist seine Vita Dynamo Dresden, den 1.FC Köln, Eintracht Braunschweig, den 1.FC Saarbrücken und die TuS Koblenz als weitere Stationen auf. Allerdings ist seine Karriere auch immer wieder getrieben von ungeplanten Trennungen. In Dresden (verständlicherweise) nicht mit dem damaligen Präsidenten Otto klargekommen, in Köln gegangen worden, in Braunschweig und Saarbrücken beendeten Differenzen mit der Vereinsführung die Engagements und in Koblenz hinterlässt er mit Ablauf seines Vertrages einen finanziell am Boden liegenden Verein, der (mindestens) in die Regionalliga zwangsabsteigen muss. Transfergerüchte: Loos, Borel, Grischok weiterlesen

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Thomas Linke macht bei RB Leipzig den Weg frei, aber wofür?

Man weiß gar nicht so recht, wo man in diesen Tagen anfangen soll. Denkwürdig ist das, womit man bei RB Leipzig einer sportlich durchwachsenen Saison die ultimative Theater-Krone aufzusetzen sucht. Vieles an den letzten Monaten war verkraftbar, erklärbar und aushaltbar. Die Verpflichtung Peter Pacults als neuem Trainer für RB Leipzig und vor allem der daraus resultierende Abgang von Sportdirektor Thomas Linke scheint aber selbst mit viel gutem Willen nicht mit Sinn ausstattbar zu sein.

Mit Männerfreundschaften ist das ja so eine Sache. Insbesondere wenn es um Entscheidungen zum Wohle von Fußballklubs geht. Dietrich Mateschitz‘ Männerfreundschaften entfalten gerade ihre unangenehmen Wirkungen. Nach einem Treffen mit Franz Beckenbauer berichtete letzterer, dass er nicht genau wisse, ob Mateschitz mit seinem Red Bull Salzburg noch glücklich sei. Was übersetzt hieß, dass Matreschitz sehr unglücklich sei. Kurz danach mussten Huub Stevens und Dietmar Beiersdorfer ihren Hut nehmen.

Mit Beiersdorfer fiel das Scharnier weg, dass den direkten Weg von Mateschitz zu RB Leipzig verstellte. Als Chef der Fußballabteilung von Red Bull filterte Beiersdorfer alles, was von oben kam und traf seine Entscheidungen für eine zukunftsfähige Struktur in den Fußballklubs, die den Bullen auf der Brust tragen, in einer Art und Weise, die dem Zusammenhang zwischen pragmatisch-rational-wirtschaftlichem Denken und zu kreierender Fußballkultur bestmöglich gerecht wurden. Mit seiner Entlassung standen plötzlich sämtliche Strukturen seiner Zeit auf dem Prüfstand. Thomas Linke macht bei RB Leipzig den Weg frei, aber wofür? weiterlesen

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RB Leipzig vor dem Spiel gegen Holstein Kiel

Das war das, was sich die Jungs für den Verlauf der Saison vorstellen. Dass wir nicht nur auf die Defensive achten, sondern auch unsere Qualitäten nach vorne ausspielen. Wir haben super Fußballer in der Mannschaft (…), wir müssen uns das einfach zutrauen.“ (Thiago Rockenbach im Red Bull Audioplayer [broken Link] vom 14.02.2011 nach dem Sieg von RB Leipzig bei der U23 von Hannover 96 )

Das war sicher das, was man sich als den entscheidenden Quantensprung vor der Rückrunde erhofft hatte. Dass RB Leipzig auch die nötigen spielerischen Qualitäten entwickelt, die einer defensiv ingesamt recht sicher und robust agierenden Mannschaft fehlten. Qualitäten mit denen man nicht gleich jeden Gegner an die Wand spielen muss, aber Qualitäten, die die vorhandenen Offensivtalente wie Kammlott und Frahn auch in Szene setzen. Denn das wurden sie in der Hinrunde selten. Falls (auch dank Thiago Rockenbach) RB Leipzig künftig in der Lage ist, potenziell in jeder Partie auch einen entscheidenen spielerischen Moment zu kreieren, dann kann ich das nur umfänglichst begrüßen.

Sorgen – wenn man das überhaupt so nennen möchte – bereitet mir vor dem heutigen Spiel nur die Möglichkeit, dass man sich bei RB Leipzig vielleicht schon wieder zu wohl fühlt in der Wahrnehmung, dass nun alles viel besser ist als in der Hinserie. Ich war nicht in Hannover und vielleicht habe ich dort tatsächlich eine überirdische Leistung verpasst, aufgrund derer man nicht umhin kommt, daran zu glauben, dass sich die RasenBallsportler auf hohem Niveau konsolidiert haben. Andererseits gebe ich zu bedenken, dass auch in der Hinserie nicht alles Mist war. Auch dort gab es die Momente, die glauben machten, dass der Knoten geplatzt sei, dass die Mannschaft nun auf einem anderen Niveau agiere, die Anpassung an die Regionalliga geschafft sei. RB Leipzig vor dem Spiel gegen Holstein Kiel weiterlesen

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Linke Füße

Vielleicht machen wir noch etwas, zum Beispiel für die linke Seite, erhöhen den Konkurrenzdruck. (Tomas Oral, RB-Trainer in der LVZ vom 28.12.2010)

Auf dieser Position werden wir nichts mehr machen. Wir sind froh, dass Paul Schinke endlich gesund ist und eine komplette Vorbereitung durchziehen kann. Er ist gewissermaßen ein Neuzugang. (Dieter Gudel, RB-Geschäftsführer in der LVZ vom 06.01.2011 über mögliche Verstärkungen für das linke Mittelfeld) Linke Füße weiterlesen

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Kompromissnachtrag

Als Ergänzung zum gestrigen Beitrag zur Regionalliga-Reform hier noch in aller Kürze die Position von RB Leipzig zum Thema:

Aufgrund der erst vor drei Jahren durchgeführten Strukturreform mit Einführung der 3. Liga und einer dreigeteilten Regionalliga ist es aus unserer Sicht zu früh, um die erzielten Effekte und auch die Notwendigkeit einer erneuten Strukturreform abschließend beurteilen zu können. Daher sollte die Entwicklung der Regionalligen sowie der 3. Liga auch in den kommenden Jahren kritisch beobachtet werden, das bestehende System jedoch vorerst aufrecht erhalten werden. (Geschäftsführer Dieter Gudel am 20.10. auf Nachfrage per E-Mail)

Interessant an den professionell-freundlichen Worten ist das Zusammendenken von 3.Liga und Regionalliga. Während der bayerische Verband mit seinem Vorschlag von 8 sehr regionalen Regionalligen statt der bisherigen 3 deutlich auf eine Abkopplung der Regionalliga von Liga 3 und dem Profisport abzielt, zielt das Zusammendenken von 3.Liga und Regionalliga eher auf die am Profifußball interessierten Reste in der derzeitigen 4.Liga. Und wer weiß, vielleicht steckt ja hinter der Forderung nach kritischem Begleiten der Entwicklung der Regionalliga bei gleichzeitger Beibehaltung des bestehenden Systems auch das Wissen darum, dass man den eigenen U23-Nachwuchs in irgendeiner mittleren Zukunft auch gerne neben dem Nachwuchs anderer Proficlubs in der Regionalliga oder gar 3.Liga gegen etablierte Männerteams und nicht in einer eigenen Nachwuchsrunde spielen sehen würde..

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