Schlagwort-Archive: DFL

Pragmatisch, aber nicht wirklich ideal

Kaum ist das eine Nachwuchsthema durch, da ist auch schon das nächste da. In der Winterpause noch waren die Abgänge der einst hoch gehandelten Talente Renat Dadashov, Vitaly Janelt und Idrissa Touré aus vornehmlich nicht sportlichen Gründen das Thema. Bis Sportdirektor Ralf Rangnick höchstpersönlich die Streichung der U23 verkündete. Das saß. Zumal Ralf Rangnick noch vor nicht allzu langer Zeit als absoluter Befürworter der U23-Ausbildung auftrat und diese zur besseren Durchlässigkeit in die 3. Liga führen wollte.

Dass dieser Schritt überhaupt möglich wurde, liegt an einer DFL-Entscheidung aus dem Jahr 2014. Damals wurde die Verpflichtung, eine U23 im Spielbetrieb zu haben, aufgehoben. Sodass sich alle Vereine der ersten und zweiten Liga seit der Saison 2014/2015 selbst entscheiden können, ob sie diese Nachwuchsarbeit weiter betreiben wollen oder nicht.

RB Leipzig ist nun der vierte Bundesligaverein, der den Weg der Abschaffung der U23 geht. Zuvor hatten schon Frankfurt, Leverkusen und (der damalige Zweitligaaufsteiger) Darmstadt 98 diese Lösung präferiert. Auch in der zweiten Liga sind es mit Union Berlin, Aue, Dynamo Dresden und Bochum vier Mannschaften, die keine zweite Mannschaft mit Nachwuchsspielern mehr führen. Interessanterweise eben auch alle drei Ostklubs. (Unter anderem) Finanzielle Gründe dürfte man da durchaus naheliegend als Hintergrund vermuten.

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Business as usual im Haus der 11Freunde

Größter Außenseitererfolg aller Zeiten. Vorhersehbarer, erkaufter Erfolg. Nach der Übernahme der Tabellenführung durch RB Leipzig ist es, wie es im modernen medialen Zeitalter nun mal ist. Differenzierungen sind nicht unbedingt gefragt. Frag nach bei den Kösters und Draxlers dieser Welt.

Wobei der Köstersche N-TV-Versuch, den RB-Erfolg komplett klein zu reden, etwas arg bemüht und vom persönlichen ‚RB Leipzig ist doof‘-Standpunkt getrieben wirkt. Eines der dortigen Argumente besteht zum Beispiel darin, die durchschnittlichen Kaderkosten bei RB Leipzig anzuzweifeln.

Lassen wir mal das dort auch genannte Leicester bei Seite (wobei es auch gute Gründe gibt, Leipzig und Leicester (mal abgesehen vom Alter der Mannschaften) miteinander zu vergleichen und die Bedingungen in England aufgrund einer geringeren Schere beim TV-Geld auch für kleinere Klubs ganz ok sind). Dann bleibt, dass eine Behauptung einer Behauptung entgegengestellt wird.

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Her mit der TV-Kohle

Gestern also die Präsentation des Spielplans der kommenden Bundesliga-Saison. Zu dem es eigentlich nicht viel mehr zu sagen gibt als das, was der erstklassige Drittligablogger von stellungsfehler.de bei Twitter formulierte:

https://mobile.twitter.com/FedorFreytag/status/748099398543020032

So ist es dann also gestern gekommen. Der Spielplanplaner brachte noch einen kleinen Witz unter und ließ für den ersten Spieltag RB Leipzig bei der TSG Hoffenheim antreten. Vermutlich, um sich anschließend an den Online-Witzeleien und seltsamen Großkreutz-Vergleichen zu erfreuen. Wobei die Begegnung zum Auftakt ganz hübsch ist. Sportlich und wegen der Rangnick-Kaiser-Compper-Ex-Hoffenheim-Geschichten.

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Bayernjäger, Bayernjäger. Hey, hey. (Oder so.)

Nach Aufstiegen von RB Leipzig wiederholt sich das Spielchen regelmäßig, dass der bundesweite Journalismus seine ‚Was mit der … (hier die jeweilige Liga einsetzen) oder dem deutschen Fußball nun passiert‘-Texte aus der Schublade holt.

In der Vergangenheit war der Unterton eher düster und es drohte der Untergang der Fußballkultur und der alteingesessenen Clubs. Nach dem Aufstieg in die Bundesliga hat sich, abgesehen von den üblichen Verdächtigen von Christoph Ruf bis 11 Freunde, vor allem bei der bundesweit publizierenden Presse der Wind ziemlich gedreht.

Exemplarisch dafür die Welt, die vor drei Jahren, vor dem Aufstieg Leipzigs in die dritte Liga in einer kritischen Auseinandersetzung mit den RB-Vereinsstrukturen noch im düsteren Ton davon sprach, dass „der deutsche Fußball auch Rasenballsport Leipzig verkraften müssen wird“. Nach dem Aufstieg in die Bundesliga titelte nun das selbe Blatt und derselbe Journalist vergleichsweise euphorisch, dass „RB Leipzig eine große Chance für die Bundesliga ist“.

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„Team Marktwert“

Das Thema TV-Gelder wurde schon in den letzten Monaten immer wieder mal diskutiert und wird in den kommenden Monaten immer wieder diskutiert werden. Der bevorstehende Abschluss eines neuen TV-Vertrags macht es möglich, dass sich verschiedenste Seiten hinsichtlich der Verteilung der Summen ins Zeug legen werden mit Vorschlägen.

Nach St. Paulis Vorschlag aus dem letzten Jahr, einfach Vereine, die nicht die 50+1-Regel erfüllen, künftig vom TV-Geld auszuschließen (ein Vorschlag mit merkwürdigem Timing, unabsehbaren Implikationen und falschen Freunden) sind nun Teile der Erstligisten am Drücker der Geldverteilungspistole.

Als „Team Marktwert“ konstituierte sich ein Bündnis aus Werder Bremen, Eintracht Frankfurt, Hertha BSC, 1.FC Köln, HSV und VfB Stuttgart, wie man gestern lesen durfte. Die beste Selbstbezeichnung mindestens seit Erfindung von „Die Mannschaft“. Großartig, wenn Akteure die Witze, die über sie gemacht werden könnten, gleich selbst vorwegnehmen.

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Aufstieg ohne Grenzen

Wieder mal eine Buchrezension hier im Blog. Nicht dass diese Online-Präsenz noch Teil der Hochkultur wird. Ach nee, keine Angst, es geht zwar um ein Buch, aber weiterhin um Fußball. Und während vor einem halben Jahr die Sicht auf RB Leipzig aus Fansicht dran war, ist es diesmal der journalistische Blick auf sieben Jahre RasenBallsport, der pünktlich zur Buchmesse seinen Weg in die Regale gefunden hat.

„RB Leipzig – Aufstieg ohne Grenzen“ heißt das Büchlein, das 176 Seiten umfasst und den Anspruch hat, „die überregionale Diskussion über und Bewertung von RB Leipzig durch zahlreiche, zum Teil neue Fakten, Details, Hintergründe, Zusammenhänge und Bewertungen auf ein neues Niveau zu heben“ und den RB-Anhängern „jede Menge neue Impulse“ zu liefern.

Geschrieben wurde die zweite Auseinandersetzung mit RB Leipzig in Buchform von Ullrich Kroemer, seines Zeichens freier Journalist, der sich seit 2012 intensiv mit dem Verein beschäftigt und in vielerlei bundesweiten Publikationen darüber berichtet hat. Seit der ersten Hälfte des Jahres 2015 findet man die journalistische Arbeit zu RB Leipzig auch in der tagesaktuellen Berichterstattung in der Mitteldeutschen Zeitung.

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Der FC St. Pauli macht den Watzke

Die [RB Leipzig/ Anm. rotebrauseblogger] sollen von mir aus dreimal die Champions League gewinnen. Mit dem Geld des Sponsors. Da hab‘ ich doch nichts dagegen. Aber, bitte schön, nicht mit dem Geld der Bundesliga noch dazu.

Die Liga hat einen kapitalen Fehler gemacht, als sie Wolfsburg und Leverkusen, zwei Klubs, die Töchter von Dax-Unternehmen sind, einen Sonderstatus eingeräumt hat, ohne dafür eine Gegenleistung zu bekommen. Man hätte doch sagen können: Die kriegen nur die Hälfte des Fernsehgeldes, der Rest wird in einen Solidarfonds eingezahlt. Ich glaube, keiner der beiden Dax-Konzerne hätte sich daran gestört. Die wollen doch, dass auch die Fans der anderen Klubs Aspirin schlucken oder VW fahren. Dieser Fehler ist nicht mehr zu korrigieren. (Hans-Joachim Watzke, faz.net vom 19.10.2010)

Ein bisschen Zeitschleife ist immer. Und was Hans-Joachim Watzke 2010 konnte, kann der FC St. Pauli mit dem neuerdings jobzufriedenen Andreas Rettig in hauptverantwortlicher Rolle fünf Jahre später schon lange. Nur diesmal auf ganz offiziellem DFL-Antragswege und nicht via FAZ-Interview.

Rettig selbst war es, der erst vor kurzem verkündete, dass man einen Vorschlag zur Neuverteilung der TV-Gelder einbringen wolle und er deswegen klinkenputzend unterwegs sei, um für diese Idee zu werben. Heute nun vermeldet der Kicker mit Verweis auf Orginaldokumente, dass die neue Idee des FC St. Pauli, mit der er sich als Antrag an den Ligaverband wenden will, darin besteht, dass die Versammlung der Proficlubs in ihrer Mehrheit beschließen möge, dass Vereine, die nicht die 50+1-Regel erfüllen (brauchen), künftig von der Verteilung der Fernsehgelder ausgeschlossen werden sollen.

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Wettbewerbs(nicht)schützer

Ich kann mit der generellen Debatte Kommerz gegen Tradition wenig anfangen. Seit Einführung der Bundesliga im Jahr 1963 ist Kommerz ein wesentlicher Bestandteil im Profifußball. Manche Ligavertreter, die diese Diskussion mit manchmal erstaunlichem Enthusiasmus führen, hätten in den vergangenen 15 Jahren Zeit gehabt, Anträge zu stellen, die das Verhältnis von Kommerz und Tradition anders regeln. Das ist selten geschehen. Deshalb ist es reichlich inkonsequent, jedes Jahr die Diskussion Tradition versus Kommerz neu zu führen. Alle Vereine spielen nach den Regeln, die sie sich selbst gegeben haben. (DFL-Geschäftsführer Christian Seifert im Kicker vom 26.05.2015)

Es gehört zu den normalen Erscheinungen rund um den Fußballsport, dass nach besonderen Ereignissen auch besonders heftig diskutiert, räsoniert und publiziert wird. Das gilt natürlich auch für den Feuerzeugtreffer von Osnabrück, nach dem die mediale Krisenintervention alles in die Waagschale wirft, was in die Waagschale zu werfen ist und Personen und Meinungen aller Art eine Plattform bietet.

Das ist in Bezug auf die schlichte Masse an Berichterstattung noch nicht mal kritisch gemeint. Presse lebt von Aufmerksamkeit und Zugriffen und entsprechend stehen Themen mit viel Aufmerksamkeit auch stärker im Fokus derjenigen, die täglich die Online- und Printseiten hunderter Pubikationsorgane füllen müssen.

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Bekenntniszwang als Debattensackgasse

Der folgende Text ist die ungekürzte Langfassung eines Beitrags der vorgestern bei Zeit Online erschien und zu (kleinen) Teilen auf einem älteren Blogbeitrag fußt.

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Die öffentliche Auseinandersetzung um RB Leipzig hat in den letzten Wochen noch einmal deutlich an Fahrt aufgenommen, sodass die Ausläufer sogar Bundesinnenminister Thomas de Maizière erreichten, der sich genötigt sah, die Form der Proteste gegen RB Leipzig zu kritisieren. Es bleibt ein grundlegendes Dilemma der Debatte, dass es zu großen Teilen eine Bekenntnisdebatte und somit ein Scheingefecht ist, bei dem die relevanten Fragen danach, wie man sich den Wettbewerb im Profifußball wünscht, meist nur am Rande behandelt werden.

Sicher, die Vorkommnisse rund um das Spiel von RB Leipzig beim Karlsruher SC, angefangen beim Besuch des RB-Mannschaftshotels durch KSC-Anhänger über die Blockade des RB-Bus und das Beschimpfen von Sportdirektor Ralf Rangnick bis hin zum erzwungenen Rücktausch eines KSC-Trikots überschritten die Grenzen des guten Geschmacks. Daraus eine Art Ausnahmezustand zu machen, auf den mit dem typischen Law-and-Order-Forderungsinventar von personalisierten Tickets bis hin zur Strafrechtsverschärfung reagiert werden muss, war dann wohl doch eher eine Kanone zu heftig. Zumal das Strafrecht schon jetzt alle Möglichkeiten bieten würde, auf bestrafenswerte Extreme zu reagieren und personalisierte Tickets bei Vorkommnissen abseits des Stadions auch nichts helfen.

Es müsse möglich sein, Kritik an RB Leipzig zu äußern, hört man nach solchen Tagen immer wieder. Ganz so als ob dies in Frage stünde und diese Kritik in den letzten sechs Jahren nicht ausgiebig praktiziert worden wäre. Interessant in dem Zusammenhang eher die Frage, wo die Grenzen für diesen kritischen Zugang sind bzw. wo Kritik offensichtlich den ideologischen Nährboden für über die Grenzen hinausschießende Aktionen liefert.

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GmbH-Klappe auf Fliegenjagd

Mitgliederversammlungen als Kernelement des deutschen Fußballs sind ein zweischneidiges Schwert, wenn es darum geht, Personalentscheidungen in leicht emotionalisierbarer Atmosphäre irgendwann in der Saison zwischen zwei Pflichtspielen mit ihren tagesaktuellen Stimmungslagen zu teffen.

In Kaiserslautern zeigte sich dies zuletzt wieder mal. Einerseits als seitens der Vereinsführung durch Verbalangriffe auf Medienvertreter, die falsch über den Club berichtet haben sollen, und entsprechend durch emotionale Aktivierung der Mitgliedschaft die Stimmung im Veranstaltungszelt im eigenen Sinne hochgeputscht wurde. Andererseits als alle Aufsichtsratskandidaten ihre Meinung zu RB Leipzig preisgeben sollten. Etwas was letztlich auch wenig Aufschluss gibt über die Eignung eines Kandidaten für das Kontrollgremium eines Profifußballclubs, also im Kerngeschäft eines Unternehmens, sondern letztlich nur einen populistischen Drive in die Wahl bringt.

Den Gegenpol zu dieser leicht zu emotionalisierenden Personaldebatte bildet RB Leipzig. Es wäre wohl akutell kein zweiter Verein im deutschen Profifußball denkbar, der es schafft, auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die Ausgliederung von Profiteam und Nachwuchsmannschaften bis zu U16 zu beschließen und über diesen Beschluss auf keinem der offiziellen Vereinskanäle auch nur ein Sterbenswörtchen zu verlieren und sei es in rein nüchtern-informativer Kurzform oder phrasenhafter (irgendwas mit professionell und zukunftsfähig hier einsetzen) Art. Und nein, das geht nicht wirklich als Achievement durch.

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Mitgliederversammlung mit interessierten Zuschauern

Immer mal was neues rund um den Leipziger RasenBallsport im Themenfeld der Vereinskonstruktion. Gestern wurde wegen entsprechender Einladungsschreiben an die nicht stimmberechtigten Fördermitglieder bekannt, dass am 02.12.2014 bei RB Leipzig eine außerordentliche Mitgliederversammlung stattfinden soll, auf der man auch beschließen will, dass alle Mannschaften ab B-Jugend aufwärts aus dem eingetragenen Verein in eine GmbH ausgelagert werden.

Ein etwas überraschender Move, weil er auf den ersten Blick abseits von Formalien nur wenig ändert. Zwar wird durch die GmbH nun die 50+1-Regel auch für RB Leipzig relevant, aber letztlich auch wiederum nicht wirklich. Denn da die Regel nur besagt, dass der eingetragene Verein mehr als 50% der Stimmanteile an der GmbH halten muss, um im Fall der Fälle die Entscheidungsfäden in der Hand zu halten, wandert der Blick wieder zurück zum e.V., für den mögliche Änderungen aktuell unklar sind.

Bleibt es bei der Konstitution des RasenBallsport Leipzig e.V. mit seinen (je nachdem wen man fragt) irgendwas knapp über 10 geldgeberfreundlichen, stimmberechtigten und einigen Hundert nicht stimmberechtigten Mitgliedern, dann ändert sich an der Grundsituation, dass über die Zusammensetzung des e.V. dem Geldgeber Red Bull auch ein Mindestmaß an finaler Kontrolle eingeräumt ist, nicht viel.

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Champions Regionalleague

Wir haben als Kompromiss damals gemeinsam die Entscheidung, die Regionalliga von drei auf fünf Staffeln aufzustocken, mit Sinn und Verstand getroffen. (Peter Peters, Vizepräsident beim Ligaverband bzw. stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der DFL in Sportbild vom 05.11.2014)

Alles eine Frage der Definition von Sinn und Verstand mögen die besonders Witzigen unter uns an dieser Stelle einwerfen. Faktisch gesprochen bleibt es auch mit deutlichem Abstand zu den Entscheidungen der Regionalliga-Reform erstaunlich, dass man diesen „Sinn und Verstand“ zusprechen mag. Zumindest wenn man (dies sei nur für die Jüngeren unter uns repetiert) betrachtet, dass die Verbände in Form von DFB und DFL aus einer Reform, die von den Betroffenen ursprünglich angestoßen wurde, um die Durchlässigkeit nach oben in die dritte Liga zu erhöhen, eine Reform machten, die bezüglich dieses Ziels genau das Gegenteil erreichte.

Sei es drum, wir schreiben ja inzwischen das Jahr 2014 und nicht mehr das Jahr 2010, als man sich für die Lösung mit den fünf Regionalligastaffeln und einer Aufstiegsrelegation einfallen ließ, die eigentlich alle sportlich Verantwortlichen, die damit in Berührung kommen, absurd finden. Ein Jahr 2014, in dem der von Peters beaufsichtigte DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig ein wenig Schwung in die Sache bringt, indem er die Anzahl der Regionalligen wieder reduzieren will, um zu einer Regelung zurückzukehren, bei der die Staffelsieger auch aufsteigen können und bei der das Niveau der Ligen, in denen sich die meisten der Bundesliga-U23-Teams rumtreiben erhöht wird, um auch die Nachwuchsausbildung zu verbessern.

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Zu kleines Problem für große Lösungen?

Ich ärgere mich darüber, dass es Statuten gibt, die dem Verein die Möglichkeit geben, ‚betriebsintern‘ Spieler hin und her zu schieben. Das kann ich mit meiner Empfindung von fairem Wettbewerb nicht nachvollziehen. (Peter Neururer vor dem Spiel seines VfL Bochum bei RB Leipzig)

Das merkwürdig mechanistische Bild, das man im Hause Red Bull Spieler, die im Kern auf der Basis ihrer eigenen Karriereinteressen und -ziele und entsprechend der Perspektiven, die ihnen in Verhandlungen aufgezeigt werden, Verträge unterschreiben, hin- und herschiebt, wurde hier im Blog ja vor wenigen Monaten bereits kritisch beleuchtet.

Letztlich bleibt es dabei, dass kein Spieler ein Vertrag hat, der gleichermaßen für Leipzig und Salzburg gilt und ohne seine Zustimmung den Verein wechseln müsste. Natürlich gibt es aber normale Leihverträge wie bei Bredlow und Prevljak, die von Leipzig nach Liefering verliehen wurden oder bei Sabitzer und Bruno, die auch leihweise in Salzburg spielen und entsprechend nach Ablauf des Leihvertrags wieder zurückkehren müssten.

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Organisationsprobleme

Wir erkennen Rasenballsport Leipzig mit nur 8 stimmberechtigten Mitgliedern und stimmlosen Pro-Forma-Mitgliedschaften für alle anderen nicht als “Verein” an. (Quelle [broken Link])

So oder so ähnlich liest man es ja von Zeit zu Zeit an verschiedenen Stellen im Internet. Zielrichtung der Argumentation ist dabei zumeist, dass RB Leipzig ja kein richtiger Verein sei oder wahlweise [broken Link] „das Vereinsrecht mit Füßen tritt und regelrecht ausnutzt“.

Eine etwas erstaunliche Argumentation, denn ganz grundsätzlich darf man einmal festhalten, dass alles ein eingetragener Verein ist, was vom Amtsgericht als Verein eingetragen wird. Die einzige Instanz, die tatsächlich beurteilen darf und kann, inwiefern ein Verein den entsprechenden Regularien entspricht, ist also mitnichten ein Verband, andere Vereine oder deren Anhänger, sondern ein kleines, feines Gericht, in dem man sich mit formaljuristischen Fragen hoffentlich auskennt.

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Financial Fairplay als Instrument gegen Red Bull?

Das Grundrauschen in Bezug auf nichtsportliche Themen rund um RB Leipzig war in den letzten Wochen und Monaten relativ groß. Nicht alles überschritt die Schwelle des Spannenden und Thematisierenswerten. Zumal man sich hierzulande, wie schon an verschiedenen Blog-Stellen erwähnt, schon seit bis zu fünf Jahren mit der Kritik an RB Leipzig beschäftigt und man schon deshalb nicht mehr jeden Einwurf als total spannend und besprechenswert empfinden muss. Was inzwischen zugegebenermaßen sowohl für die Kritik an RB, als auch für die verstärkt im bundesweiten Meinungsdiskurs auftauchende Kritik der Kritik an RB gilt.

Nicht ganz uninteressant ist aber, mindestens auf den zweiten Blick, die neu ins Boot mit aufgenommene Forderung seitens des Vorstandsvorsitzenden der FC Bayern München AG und Vorsitzenden der Vereinigung der europäischen Fußballclubs Karl-Heinz Rummenigge nach Aufnahme der Regeln des Financial Fairplay (FFP) der UEFA in die DFL-Lizenzierung. Und zwar für beide Bundesligen. Rummenigge hofft, dass man so „das Thema RB Leipzig relativ schnell zu den Akten legen kann“, wie er in erstaunlicher Offenheit der Sportbild vor einer reichlichen Woche verriet (06.08.2014).

Das Financial Fairplay ist letztlich ein kleiner Bestandteil der Klublizenzierung der UEFA (pdf), der sich alle Vereine unterziehen müssen, die in einem europäischem Wettbewerb starten wollen. In der Kurzversion geht es der UEFA nach eigenen Angaben nicht darum, mit dem FFP finanzielle Unterschiede auszugleichen, sondern vor allem auf eine nachhaltige Entwicklung der beteiligten Vereine zu drängen. Dazu werden bei allen Vereinen fest definierte Einnahmen und Ausgaben verglichen.

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Reform ohne Reformwillen

Vor ein paar Tagen ging es hier im Blog bereits um die Regionalliga und die Forderung der DFL, dass diese zum Modell mit drei Staffeln zurückkehren solle. Was zumindest dahingehend eine schwierige Forderung ist, weil man vor drei Jahren, als man die Regionalliga-Reform hin zu fünf Staffeln beschloss, dies ja wegen der großen Unzufriedenheit mit der dreistaffligen Regionalliga tat.

Nachdem DFL-Chef Andreas Rettig seine Regionalliga-Forderungen, die darauf abzielen, dass die U23-Teams der Profis eine leistungsstärkeres Ligenumfeld bekommen, in den Ring geworfen hatte, stieg der beim DFB als Vizepräsident für den Amateurfußball zuständige Rainer Koch, der gleichzeitig Chef des bayerischen Landesverbands ist und als solcher vor drei Jahren einen Regionalliga-Kompromiss mit der DFL aushandelte und gegen den Willen diverser Clubs außerhalb Bayerns durchpeitschte, mit in den Ring und bezog in einem aufschlussreichen Interview mit dem Kicker (alle Zitate dieses Textes von dort) Stellung.

Im Interview spricht Rainer Koch in bewährter Art und Weise von der Erfolgsgeschichte der Regionalliga Bayern, die er seinem Landesverband mit dem Reformkompromiss vor drei Jahren quasi zuschanzte. Dass in Bayern auch im zweiten Jahr in Folge nur Zweitvertretungen überhaupt gen dritter Liga aufsteigen wollten, ficht ihn nicht an. Er sehe dies „sogar positiv“, dass sportlich erfolgreiche Vereine wie Illertissen aufgrund ihrer begrenzten Möglichkeiten nicht aufsteigen wollen. Warum auch immer es positiv sein soll, eine Liga kreiert zu haben, aus der niemand mehr aufsteigen will, während sich parallel in den anderen Regionalligen einige Aufstiegswillige finden lassen..

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Reform der Reform

Die haben einen Kompromiss ausgeklügelt, damit sich niemand wehtut. Mit Demokratie hat das wenig zu tun. Und es zeigt doch nur, welch geringen Stellenwert der so gepriesene und angeblich doch so bedeutende Amateurfußball eigentlich hat. Die Profiklubs haben sich durchgesetzt. (Werner Georg, Chef des Fußball-Landesverbandes von Sachsen-Anhalt in der Mitteldeutschen Zeitung vom 20.10.2010)

Mit der Regionalliga-Reform ist ein wahrhaft unvernünftiges und trauriges Kapitel deutscher (Fußball-)Sport-Politik abgeschlossen. Irgendwann wird man nicht umhin kommen, das ganze noch einmal zu öffnen und weiterzuschreiben. (Das Finale der Regionalliga-Reform, 26.02.2011)

Es wäre wünschenswert aufgrund der gemachten Erfahrungen, wenn zum alten Modell mit drei Regionalligen zurückgekehrt werden würde. Die Aufstockung auf fünf Regionalliga-Staffeln mit 90 Klubs statt vorher 55 Vereine führt zu einer Verwässerung des Spielniveaus. (DFL-Chef Andreas Rettig via Sportbild, 28.05.2014)

Neben dem Dauerbrenner Lizenzgeschichten und RB Leipzig in allen Facetten war vor allem die Regionalliga-Reform ein gleichermaßen absurdes wie aufgrund der wiederkehrenden Debatten und allerlei Auseinandersetzungen mit den Fakten und Inhalten liebgewonnenes Thema. Das man fast schon ein bisschen vermissen durfte, seitdem Alexander Zorniger das ganze vor knapp zwei Jahren elegant mit „Schwachsinn“ zusammengefasst hatte.

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Na Logo

Eigentlich sollte man sich nach fünf Jahren rund um den Leipziger RasenBallsport über nichts mehr wundern. Aber irgendwie – und sei es, weil sich beim Übergang zwischen den Ligenstufen die altbekannten öffentlichen Phänomene und Reflexe einfach eins zu eins wiederholen – wundert man sich dann doch immer wieder.

Im konkreten Fall geht es um das neue Logo, das RB Leipzig gestern über die Kommunikationskanäle verbreitete. Dass man es kommuniziert hätte, kann man so nicht behaupten, denn es wurde einfach ohne begleitende Erklärung bei Twitter, Facebook und Google+ als neues Profilfoto gesetzt. Den Rest musste man sich selbst zusammen reimen, wenn man davon absieht, dass Geschäftsführer Ulrich Wolter der heutigen LVZ zumindest noch erklären mochte, dass beim neuen Logo der „Wiedererkennungseffekt“ erhalten geblieben sei.

Wiedererkennungseffekt ist in viele Richtungen sicherlich ein richtiges Stichwort, denn zum einen ist die Differenz des neuen zum alten Logo ziemlich minimal. Was essenziell fehlt, ist letztlich nur die Red-Bull-Sonne. Dazu ist der Fußball etwas größer als zuvor und das RB wurde aus der exponierten Stellung am oberen Rand herunter zum Stadtnamen gezogen. Aber das entscheidende Element der Wiedererkennung, die zwei roten Bullen sind weiter im Logo enthalten. Und zwar weiterhin in der schon zuvor praktizierten (in Salzburg nach der Übernahme der Austria 2005 kurzzeitig verwendeten [broken Link]), vom Red-Bull-Logo [broken Link] leicht abweichenden dynamischen Art. Na Logo weiterlesen

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Wir sind Lizenz! (Das vorläufige Ende einer Farce..)

So gesehen läuft alles auf eine Kompromisslösung DFB-RB heraus, die den Weg vor ein bundesdeutsches Gericht zur Klärung der vereinsrechtlichen Fragen vermeidet. Denn beide Seiten dürften daran kein gesteigertes Interesse haben. In diesem Sinne wird auch Wolfgang Loos mit seiner Behauptung Recht behalten, dass RB Leipzig genau wie in den letzten Jahren auch im kommenden Jahr die Lizenz erhalten wird. Nur der Preis dafür muss noch in juristischen Kompromissen ausgehandelt werden. (RB Leipzig im Spiegel der DFB-Statuten, 16.09.2011)

Seit knapp drei Jahren ist die Lizenzierung durch DFB und DFL hier im Blog immer wieder Begleiter gewesen. Ein Begleiter wohlgemerkt mit meist überdurchschnittlichem Interesse seitens der Leserschaft. Ein liebgewonnener Begleiter sozusagen, der schon allein deswegen so gut funktionierte, weil die Beteiligten meist nur in Nebensätzen ihre Positionen mitteilten und man sich nach Herzenslust im Graubereich zwischen Wissen und Spekulation austoben konnte.

Mit dem gestrigen Tag und der erfolgreichen Zweitligalizenzierung durch die DFL – so scheint es – wurde vorerst ein Schlussstrich unter die knapp drei Jahre umfangreicher und manchmal auch erhellender Debatten und Auseinandersetzungen um Vereinsrecht, Verbandsstatuten und Gemeinnützigkeit gezogen. Mit einem Ende, das so schon – siehe oben – am Anfang aller Debatten, als es noch um die Lizenzierung beim DFB ging, prognostiziert wurde. Nämlich einem Kompromiss, der einen gerichtlichen Streit bis zum bitteren Ende vermeidet.

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