Schlagwort-Archive: Burkhard Jung

Gelesener RasenBallsport

Buchtechnisch war es um RB Leipzig in den frühen Jahren sehr ruhig. Der Schwarzkopf Verlag war der erste und wollte unbedingt der erste sein, der ein entsprechendes Büchlein auf den Markt warf. Das ist nun auch schon wieder zwei Jahre her. „111 Gründe, RB Leipzig zu lieben“ hieß das Machwerk und beinhaltete genau das, was draufstand.

111 Gründe waren damals natürlich schon recht sportlich nach gerade mal sechs Jahren Vereinshistorie. Demnächst will der Verlag eine zweite Ausgabe mit neuen 111 Gründen („ein roter Bulle zu sein“) veröffentlichen. Mal sehen, wie tragfähig das Konzept in Versuch Nummer 2 ist, der statt des RBLObservers nun Guido Schäfer als Schreiberling gefunden hat.

Vor eineinhalb Jahren kam dann „Aufstieg ohne Grenzen“ um die Ecke. Ein Buch aus der journalistischen Richtung und eine Aufarbeitung der Entstehungsgeschichte und der Debatten um den Verein. Sachliche, knapp 200 Seiten, die man als so etwas wie das Standardwerk zur Vereinsentwicklung bis kurz vor dem Bundesligaaufstieg ansehen kann.

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Blogbeitrag mit unklarem Public Value

RB Leipzig ist auch als Zielobjekt für Studien seit dem Bundesligaaufstieg noch interessanter geworden. Lockere Zahlen in einer Schlagzeile machen sich immer gut. Auch irgendwas mit einer Hochschule und einer knackigen Ansage danach funktioniert wegen des wissenschaftlichen Anstrichs immer. Aus irgendeinem Grund werden Zahlen aus Umfragen oder Studien aus wissenschaftlichem Umfeld in der Öffentlichkeit oft fast schon als Gesetze wahrgenommen. Weil sie so schön objektiv und als Spiegel der Realität erscheinen.

Dabei gibt es viele Probleme, die mit dem Versuch des Messens und Beschreibens von gesellschaftlichen Phänomenen oder Einstellungen oder Bewusstseinsveränderungen oder was auch immer verbunden sind. Damit haben schlaue Leute viele dicke Bücher gefüllt. Was hier aber gar nicht so großes Thema sein soll.

Heraus kommen im Zusammenhang mit Statistiken meist drei Absätze im Print- oder Online-Teil von Zeitungen, in denen kurz auf die prägnanteste Zahl der Untersuchung verwiesen, also die Schlagzeile geliefert wird. Und darüberhinaus wird es dann schon eng. Sprich, die meisten in jüngerer oder nicht mehr so junger Vergangenheit präsentierten Untersuchungsergebnisse rund um RB Leipzig (aber natürlich auch in vielen anderen Bereichen) glänzen durch eine unbefriedigene Abwesenheit von Informationen, die wesentlich wären, um die Ergebnisse und ihre Qualität einordnen zu können. Und die Ergebnisse unterschlagen in ihrer Schlagzeilenzugespitztheit die interessanten Details.

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Burkhard Jung goes Initiative 60plus

Fünf Jahre ist es schon her gewesen, dass in der Friedrich-Ebert-Stiftung das Thema „Red Bull und die Leipziger Stadtgesellschaft“ diskutiert wurde. Eine Diskussion über die Folgen des damals sehr jungen Vereins, der gerade ein erstes Ausrufezeichen mit einem Sieg in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Wolfsburg gesetzt hatte, für die (Fußball-)Stadt Leipzig. Eine Diskussion, die damals ein wenig am diskussionsunwilligen Vereinsvertreter Wolfgang Loos gescheitert war.

Nun also wieder die Friedrich-Ebert-Stiftung, die nach dem Bundesliga-Aufstieg von RB Leipzig unter dem Titel „Fußballstadt Leipzig. Chancen und Herausforderungen.“ diesmal vor allem die wirtschaftlichen Folgen für Leipzig diskutieren wollte. Eingeladen hatte man dazu Oberbürgermeister Burkhard Jung, Kristian Kirpal (Präsident der Leipziger Industrie- und Handelskammer), Michael Kölmel (Inhaber und Betreiber der Red Bull Arena) und Henning Völpel (Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut).

Nun, wer jetzt vermutet, dass es wenig Dissenz auf dem Podium gab, der liegt damit völlig richtig. Für eine Diskussion ist das immer eine recht ungünstige Konstellation. Und so bestand dann viel Einigkeit darüber, dass RB Leipzig gut für die Stadt sei („großartig“, „psychologisch wichtiges Zeichen“ – Jung), weil man nun wieder einen Ruf in der Welt habe (was mit verschiedenen Taxi-Geschichten belegt wurde), die Stadt einen erheblichen Image-Gewinn erfahre und auch die wirtschaftlichen Effekte sehr positiv seien.

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RB Leipzig und der geplante (Marketing-)Fußball

Nun, so lange, wie die ganzen Trainerdebatten bei RB Leipzig im halboffiziellen, medialen Bereich verhandelt werden und was heute als klar beschrieben wird, morgen schon wieder verschoben wird oder ganz neu sein kann, so lange bleibt Zeit sich um andere Themen zu kümmern. Eins davon ist die sechsteilige Doku über Fußballleipzig im Allgemeinen und RB Leipzig im Speziellen „Fußball nach Plan“ [broken Link]. Diese ist letzten Samstag im MDR gestartet und wird fortan an genau diesem Tag jeweils um 18 Uhr für 15 Minuten laufen.

Teil 1 behandelte [broken Link] mehr oder weniger die Anfänge von RB Leipzig. Fußballleipzig, die Bipolarität Lok vs. Chemie, der Einstieg von Red Bull, etc. Alles nicht sehr neu für jene, die RB Leipzig seit Vereinsgründung vor zwei Jahren interessiert begleiten. Aber vielleicht richtet sich die Doku ja auch an ein ganz anderes Zielpublikum.

In Teil 1 zu sehen auch die üblichen Leipziger Gesichter. Burkhard Jung darf das Jobwunder RB Leipzig und die Bundesliga beschwören und macht es seinen Kritikern sehr einfach, weil die von ihm prognostizierten, tausenden entstehenden Jobs natürlich vor allem prekäre Jobs sind. Kellner, Bratwurstverkäufer, Hotelangestellte und Co. Andererseits ist ein Bundesligaverein natürlich ein Imageträger, den man gar nicht hoch genug schätzen kann. Die Bundesliga ist ein weltweit wahrgenommenes Ereignis und wenn man bedenkt, dass man mit dem Wort Cottbus in seinem Pass an einem ausländischen Flughafen durchaus in ein Fußballgespräch verwickelt werden kann, dann weiß man, welche Außenwirkung mit einem Bundesligaverein verbunden sein kann. Wobei ich keine Studien und Zahlen kenne, die belegen, dass aus solcher Art Bekanntheit der Stadt auch ein direkter Vorteil erwächst. Aber vermutlich ist das wie mit Facebook-Freunden. 180.000 Freunde bedeuten per se noch nichts, man muss was mit ihnen anfangen, sie anzusprechen wissen. RB Leipzig und der geplante (Marketing-)Fußball weiterlesen

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