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Wochen(end)splitter IX

Da ist sie nun schon wieder fast vorbei, die Frauen-Fußball-WM. Von der ich zugegebenermaßen nicht viel mitbekommen habe. Größere Teile der deutschen Spiele gegen Nigeria und Frankreich verfolgt. Das dicke Ende gegen Japan erlebt. Das war es dann auch schon an Live-Ansichten. Dem medialen Drumherum konnte man sich hingegen nicht verschließen, was ich persönlich gar nicht so schlimm fand, denn der gemeinschaftliche Hype führte dazu, dass die meisten teilnehmenden Sportlerinnen einen, wenn nicht den Höhepunkt ihrer Karriere erleben durften, denn allzu selten kommt es vor, dass FußballerInnen vor fünfstelligen, stimmungswilligen Kulissen spielen dürfen. Und was kann es schöneres geben, als dass Leistungssportlerinnen Momente feiern, in denen sie spüren, warum sie sich das alles eigentlich antun.

Was und ob die Bundesliga davon abkriegt, ist nicht sinnvoll vorauszusagen. Es dürfte schwer fallen aus der Fußball-Bundesliga der Frauen ein permanentes Event zu basteln, wie es für ein Highlight wie die WM gelungen ist. Von daher wird man wohl auch künftig unter sich sein. Aber vielleicht hilft es ja doch, dass man bei der Sportschau laut BILD überlegt, am Samstag jeweils ein Spitzenspiel in Ausschnitten zu übertragen. Hier in Leipzig darf man sich zukünftig jedenfalls persönlich davon überzeugen, welchen Zulauf das Produkt Frauen-Fußball hat. In der LVZ vom 02.07. hatte Bernd Wickfelder mit im Schnitt 300 Zuschauern bei den Bundesliga-Spielen des Neubundesligisten Lok Leipzig spekuliert und für das erste Spiel gegen den FFC Frankfurt auf 1000 Zuschauer gehofft. Nicht unambitioniert, aber auch nicht unmachbar.

Eine bemerkenswerte These zur WM gabe es noch beim freitagsspiel:

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Wochen(end)splitter

Journalismus und insbesondere das Herausgeben von Zeitungen ist schon ein arg hartes Brot. Meist geht es darum, aus News, die keine sind, welche zu machen und damit als Zeitung im Gespräch zu bleiben. Dass die LVZ dieses harte Brot beherrscht, zeigt sich darin, dass sie seit Jahren zu den meistzitierten Regionalzeitungen Deutschlands gehört, ihr also im Bereich der Eigen-PR nur wenige etwas vormachen. Dass dies gelegentlich zu einer tiefen Kluft zwischen Behauptung und Informationsgehalt führen kann, bewies die LVZ gestern (26.03.2011) wieder einmal:

Ab Sonntag wird Formel-1-Champion Sebastian Vettel der Gejagte sein. Vor dem Saisonstart gibt der Red-Bull-Pilot im Exklusiv-Interview mit dieser Zeitung Auskunft zu seinen Erwartungen, den Chancen der Konkurrenz und den Zielen des Leipziger Fußball-Regionalligateams RBL.

Das schreibt die LVZ auf ihrer Titelseite unter ein Bild des Rennfahrers Vettel. Nun erwartet man tatsächlich irgendetwas Spannendes, irgendeine Information aus dem Innenleben Sebastian Vettels zu RB Leipzig. Heraus kommt dann im Sportteil das:

Interessiert Sie die RB-Fußball-Abteilung, auch RB Leipzig?
Ich hoffe, dass sie jedes Jahr eine Klasse höher steigen, bis sie in der Bundesliga sind.

Ah ja, ein vorgefertigter Antwortsatz, vermutlich direkt aus dem Management Vettels, das ist sie die exklusive Auskunft zum Leipziger Fußballgeschehen. Vermutlich wird dies in späteren Berichten als „RB-Leipzig-Fan Vettel“ paraphrasiert..

Und noch einer wird in der LVZ vom 26.03.2011 zu RB Leipzig zitiert: Bernd Schröder, Trainer des frischgebackenen Deutschen Meisters und DFB-Pokalverlierers im Frauenfußball Turbine Potsdam. Einer, dessen sportliches Lebenswerk ich beeindruckend finde, aber auch einer, den ich als Typus, wie er sich öffentlich in Interviews präsentiert bzw. wie er öffentlich präsentiert wird doch eher schräg finde. Einer von dem ich gerade erst gelernt habe, dass er seit 41 ehrenamtlich als Trainer arbeitet und dies nicht etwa als Not, sondern als Tugend begreift und einer, der desöfteren über die charakterlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau philosophiert. Die Verleihung (in Abwesenheit) des Mitteldeutschen Trainerpreises beim Olympiaball in Leipzig nahm die LVZ zum Anlass für ein längeres Porträt, in dessen Rahmen sie auch dieses Zitat von Schröder zum Geschehen bei RB Leipzig unterbrachte: Wochen(end)splitter weiterlesen

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