Schlagwort-Archive: Bayern München

Lasset das Losen beginnen

Geht ja Schlag auf Schlag dieser Tage. Ein Spiel jagt das nächste und zwischendurch losen wir mal eben noch die zwei wichtigsten Spiele der RB-Vereinsgeschichte aus. Die unseligen und erstmals durchgeführten Relegationsspiele zur dritten Liga. Es geht ganz schön gehetzt zu auf dem Markt der Fußballöffentlichkeit und vermutlich lässt das erst nach dem Spiel in Jena in einer Woche mal kurz nach, wenn man bis zum letzten Regionalligaspieltag bei RB Leipzig noch ein letztes Mal durchatmen kann, bevor es in die letzten drei Spiele in neun Tagen geht.

Wie dem auch sei. Vor den Erfolg hat der DFB die Auslosung gesetzt. Und hat sie aus welchem Grund auch immer – wahrscheinlich weil der MDR gern übertragen wollte – nach Leipzig vergeben. Und dann hat man beim MDR entschieden, dass eine Auslosung in der Halbzeitpause des Spiels von RB Leipzig gegen den FSV Zwickau eine gute Idee wäre. Was zwar das Spiel drumherum in den Schatten stellt (Was der MDR freimütig vor sich her trägt, wenn er seinen Livestream von der Partie  und somit auch von der Auslosung wie folgt ankündigt [broken Link]: „Viel spannender als diese Partie dürfte aber die Relegations-Auslosung in der Halbzeitpause sein.“ Ein bisschen weniger arrogant gegenüber dem Spiel 1 gegen 2 in der Regionalliga Nordost hätte es schon sein dürfen..), aber wo gehobelt wird, fallen wohl auch Späne.

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Die Regionalliga aus Sicht des Trends

Das Spiel gegen die zweite Mannschaft von Hertha BSC am vergangenen Sonntag war für RB Leipzig das fünfte und vorletzte Spiel gegen eine der drei U23-Mannschaften von Zweitligisten. In diesen fünf Spielen kam RB Leipzig auf vier Siege und ein Unentschieden (das Auftaktunentschieden gegen Union II als man noch am richtigen System herumschraubte). In fünf Spielen gegen die Nachwuchsteams gelangen den RasenBallsportlern also 13 Punkte (2,6 pro Spiel) und 9:3 Tore (1,8:0,6 pro Spiel), während aus den restlichen 18 Partien ’nur‘ 44 Punkte (2,44 im Schnitt) bei 37:13 Toren (2,1:0,7 pro Spiel) heraussprangen.

Interessanter vielleicht, dass RB Leipzig in 10 Spielen gegen Teams aus der (aktuell) oberen Tabellenhälfte nur zwei Unentschieden (Jena zu Hause und Meuselwitz auswärts) bei acht Siegen kassierte, während es gegen die (aktuell) untere Tabellenhälfte immerhin vier Unentschieden (Union II, zweimal Plauen, Halberstadt) bei neun Siegen zu vermelden gab. Was man insgesamt gut so interpretieren könnte, dass gegen vermeintlich kleinere Teams dann doch manchmal die Konzentration nicht hoch genug ist, um drei Punkte zu erringen. Was hinsichtlich der hoffentlich wartenden großen Spiele eher ein gutes Signal ist, denn daraus folgt ja auch, dass hohe Motivation und Konzentration auch gegen die besseren Teams fast immer zum Erfolg führt.

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Relegationswatch Teil 4: Regionalliga Bayern

Heute dann also schon der letzte Teil der kleinen Reihe zu möglichen Relegationsgegnern von RB Leipzig. (Beziehungsweise der vorletzte Teil, denn der letzte Teil wird eine Zusammenfassung unter Einbeziehung der Regionalliga Nordost sein.) Nachdem es bisher in die Regionalliga Nord, in die Regionalliga West und in die Regionalliga Südwest ging, geht es heute ganz in den Süden und in die einzige Regionalliga, die sich nicht nach einer Himmelsrichtung benennt, sondern nach dem Bundesland, in dem die Regionalliga sich abspielt, nämlich Bayern.

Genaugenommen ist die Neuorganisation der Regionalliga, die unter dem Titel Regionalliga-Reform vor der aktuellen Saison eingeführt wurde, exakt auf den bayerischen Landesverband zugeschnitten. Nicht ganz zufällig war die treibende Kraft hinter der Reform, bzw. vor allem der Verantwortliche für deren letztliche Gestalt, damals der bayerische Verbandschef und stellvertretende DFB-Präsident Rainer Koch, der sich auch nicht ganz zufällig kürzlich sehr zufrieden mit der aktuellen Regionalliga zeigte.

Letzteres kann leider nicht sonderlich erstaunen, denn nimmt man Kochs Maßgabe, dass es darum gegangen sei, eine Liga für Mannschaften zu organisieren, „die von ihrer Struktur gar nicht mehr höher spielen wollen oder können“ (Kicker), also letztlich für Amateurmannschaften, dann hat man sich in Bayern tatsächlich die perfekte Liga geschaffen. Dass in den restlichen vier Regionalligen handgeschätzt ca. ein Drittel der Teams mindestens mittelfristig Ambitionen nach oben haben, soll nicht stören, wenn der bayerische Verband eine Reform benutzt, um aus der vorher fünftklassigen Bayernliga nun eben eine Regionalliga Bayern zu basteln. In der bis auf fünf U23-Teams (Bayern, Nürnberg, Fürth, 1860, Ingolstadt) und dem aktuell 14. FC Memmingen ausschließlich Teams spielen, die in der letzten Saison bestenfalls Fünftligisten waren.

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Verpasstes Spitzenspiel!

Nach menschlichem Ermessen wird RB Leipzig wird in diesem Jahr keinen Fußball mehr spielen. In Berlin und somit auch im rasenheizungslosen Poststadion des Berliner AK liegt so viel Schnee, dass an eine Spielaustragung nicht zu denken ist und man das Spiel absagen wird (Entscheidung heute vormittag) abgesagt hat. RB Leipzig kommt demnach bis zur Winterpause auf 14 Spiele, der FSV Zwickau als Ligakonkurrent gar nur auf 13 Regionalliga-Partien. Man könnte es Bezirksliganiveau nennen..

In den anderen Regionalligen haben die Teams zu diesem Zeitpunkt hingegen bereits mindestens 17 Partien hinter sich. Und auf 17 kommen auch nur Mannschaften, die noch Nachholespiele zu bestreiten haben. Der absolute König in Sachen bereits absolvierte Partien heißt Bayern München II und kommt auf wie viele Spiele? 24! In Worten: Vierundzwanzig. Fast doppelt so viele Regionalliga-Partien wie der FSV Zwickau! Man möchte dem NOFV die Zahl in einer ewigen Spamwelle per Post, Mail, Rauchzeichen und Telefon zukommen lassen, als Zeichen, dass man eine Regionalliga auch als normale Liga mit (mindestens) 18 Mannschaften innerhalb des üblichen Saisonrahmens ausrichten kann.

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Schlüpferstürmer

Letzte Woche erst ging es hier im Blog um das weite Themenfeld Sicherheit und den zumeist humorlos-irreal-aufgeladenen Umgang damit. Pragmatische, kommunikationsorientierte Lösungsansätze scheinen jedenfalls im Kampf mit aufgeladenen Sicherheitsdebatten zu unterliegen. Letzten Samstag setzte der FC Bayern einen weiteren Baustein in das abstruse Gebilde, indem man am Gästeeinlass Zelte aufbaute, in denen sich Gästeanhänger potenziell sogenannten Ganzkörper- bzw. Nacktkontrollen unterziehen hätten müssen. Frei nach dem absurden Motto ‚Zeig mir Deine Unterhose und ich sage Dir, ob Du ein Fußballspiel gucken darfst‘.

Ziel der Aktion soll es gewesen sein, Pyro oder allerlei gefährliche Materialien nicht ins Stadion kommen zu lassen. Der FC Bayern präsentierte dann nach dem Spiel in einem atemberaubendem Akt kommunikativer Cleverness auch gleich die passenden Zahlen. 30-40 AnhängerInnen der Frankfurter Eintracht seien ins Zelt gebeten worden, aber nur um Jacke und Tasche abzulegen. Gefunden worden seien „20 Messer, 2 Schlagstöcke, 1 Schlagring, 1 Sturmhaube, Pfefferspray und Kokain“.

Nicht schlecht, erfolgreiche Kontrollen und Zelte also. Nicht ganz, denn bis auf die Messer wurde alles sowieso abseits des Stadioneinlasses bei Kontrollen aufgetan. Und die Messer wurden nicht in den Zelten gefunden, sondern bei der Kontrolle von allen 71.000 Besuchern des Spiels (wie viele Messer die im Zelt durchsuchten Gäste bei sich hatten, kann niemand sagen). 20 Messer bei 71.000 Besuchern? Könnte da das eine oder andere Taschenmesser im Spiel gewesen sein? Wer noch nie beim Fußball oder im Flugzeug saß und merkte, dass er aus Versehen etwas in der Tasche hatte, was da nicht unbedingt hin gehörte, werfe den ersten Stein. (Im Blog-G [broken Link] wird die ganze Story und die Wirkung der falsch kontextualisierenden Bayern-Meldung auf die Medienberichte sehr schön und mit allerlei Links dargestellt.)

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Felix Magath: Nüchterne Betrachtungen anstelle einer Hommage

Ist ja nicht so, dass Felix Magath hier im Blog nicht schon einige Male Thema gewesen wäre. Einerseits wegen der persönlichen Präferenzen des hiesigen Autors (also mir), andererseits wegen der – gelegentlich hanebüchenen – Versuche verschiedener Medienseiten eine Verbindung zwischen Red Bull/ RB Leipzig und Felix Magath herzustellen. Gern erinnert die Story von Steffen Enigk, der nach Magaths Abgang auf Schalke via LVZ das Dementi Magaths zu Gerüchten um RB Leipzig mit großer Geste abtat und behauptete, dass Magath trotzdem Platz habe bei RB. Dumm nur, dass Magath einen Tag später schon in Wolfsburg unterschrieb..

Nach seinem Abgang in Wolfsburg sind die Stimmen, die Magath und Red Bull in welcher verantwortlichen Position auch immer miteinander in Verbindung bringen, sehr viel leiser als bei Magaths letzter Arbeitslosigkeit. Was natürlich auch Sinn macht, denn im globalen Konzept Fußball bei Red Bull mit seinen zentralisierten Entscheidungsstrukturen und lokalen Verantwortlichen und viel Kommunikation ist für einen gewohnten Alleinentscheider kaum Platz. Obwohl man bei Red Bull nie ganz sicher sein kann, denn mit Peter Pacult kam ja genau so ein Typ Trainer vor einem Jahr nach Leipzig. Freilich musste damals dafür auch der globale Vernetzer und Entscheider Beiersdorfer seinen Hut nehmen. Dass Rangnick und Houllier aktuell ein ähnliches Schicksal blühen könnten, ist aber mehr als extrem unwahrscheinlich. Selbst wenn man davon ausgeht, dass Mateschitz und Magath einander durchaus schätzen.

Witzigerweise wurde im Zuge der Magath-Demission in Wolfsburg auch Ralf Rangnicks Name als potenzieller Nachfolger in der Autostadt genannt. Was ähnlich absurd ist, wie eine Verknüpfung Magaths mit Red Bull. Manche Gerüchte entstehen offenbar nach dem Prinzip freies Assoziieren. Wer ist grad arbeitslos? Zack auf die Liste. Wer ist nicht arbeitslos, passt aber aus irgendeinem Grund (schon mal mit dem Zug die Stadt gekreuzt, sich mal irgendwo positiv geäußert, mal in einem investorengestützten Verein gearbeitet)? Zack auch mit drauf und Liste fertig. Wahrheitsgehalt egal. Trefferquote aufgrund der Länge der Liste relativ hoch..

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Psychoverlierer

Jeder (…) hat die Erwartung, dass wir in der (…) Liga gewinnen. Wenn wir 3:0 gewinnen, heißt es dann, der Gegner wäre schwach gewesen. Wenn wir 1:0 gewinnen, hatten wir Glück. Und wenn das Spiel Unentschieden ausgeht, ist es schon eine Katastrophe. Das müssen sie sich mal vorstellen! Du gehst ins Spiel und kannst nichts gewinnen.

Mal abgesehen davon, dass der letzte Sieg von RB Leipzig mit mehr als zwei Toren Unterschied von Ende März datiert und der damalige Gegner VFC Plauen tatsächlich schwach war und die aktuelle Reaktion auf das Auftaktunentschieden gegen Union Berlin II für Leipziger Verhältnisse vergleichsweise unkatastrophisch war, passt diese Beschreibung doch ziemlich perfekt auf die Verhältnisse bei und rund um RB Leipzig. Bleibt die Frage, wer diese völlig richtige Beschreibung getätigt hat? Daniel Frahn? Fabian Franke? Christian Müller? Naja, immerhin Müller ist schon mal richtig. Aber der Vorname lautet Thomas, das Medium war die letztwöchige SportBild (08.08.2012) und sein Verein ist der FC Bayern..

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Des FC Bayern zwölfter Mann

Ich versuche es mir einfach mal vorzustellen. Mein Verein lädt aus heiterem Himmel an einem kalten Donnerstag im Januar zu einer Pressekonferenz, die eine Stunde später stattfinden soll und kündigt eine spektakuläre Neuverpflichtung an. Um sich das live im Netz angucken zu können, soll man auf der Facebook-Page den Like-Button drücken. Die Nachricht verbreitet sich über die üblichen Kommunikationskanäle (Facebook, Twitter und Co) blitzschnell. Hoffnungen und Namen machen die Runde. Eine aufgeregte Stimmung entsteht. Als es dann 14 Uhr ist und der Vorhang aufgeht, wird schnell klar, dass der Verein keinen neuen Spieler vorstellt, sondern ein Tool, mit dem man als Facebook-Mitglied, Teil eines Videos werden kann und zum Spieler der eigenen Lieblingsmannschaft wird. Sinngemäße Message: „Die Fans sind unser zwölfter Mann und unsere wichtigste Neuverpflichtung.“

Was würde ich also tun, wenn mein Verein dies täte? Vermutlich erstmal ungläubig den Kopf schütteln. Dann vermutlich abwinken, weil ich keinen eigenen Facebook-Account mein Eigen nenne. Aber selbst wenn ich einen hätte, würde ich wohl eher abwinken, da mich dieser Teil der Fan-PR (eine FacebookApp) nicht übermäßig anspricht. Was ich dagegen definitiv nicht machen würde, wäre im Netz verbal abzuladen und mich an einem Shit-Storm gegen den Verein zu beteiligen, weil der sich einen schlechten Witz erlaubt und einem die versprochene Neuverpflichtung vorenthalten habe.

Das genau ist aber dem FC Bayern gestern mit seinen insgsamt 2,7 Millionen (!) Facebook-Freunden passiert. Binnen weniger Minuten hatten sich auf der Facebook-Page der Bayern Hunderte, insgesamt dann Tausende empörte Kommentare gesammelt (trotzdem stellt sich natürlich die Frage, inwieweit dies die Masse der Fans repräsentiert) und medial war man sich schnell einig, dass die Bayern sich hier ein klassisches PR-Eigentor geschossen hätten.

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Zwischen Projektion und Normalität

Es ist schon eine Weile her, dass es hier in diesem Blog um eine Fake-Ultra-Gruppierung ging, die sich als Red-Bull-Leipzig-Ultras ausgab und eine Website kreierte, auf der sie mit Mobfotos andere Fangruppen anpöbelten, um gewaltaffines Ultragehabe auf die Schippe zu nehmen. Neulich passierte es, dass dieses Thema durch die Twitter-Welt lief, was den twitternden Chemieblogger zur verwunderten Frage trieb, wieso die Zwitscherer denn ausgerechnet jetzt auf dieses alte Thema kommen.

Nun, da das Thema direkt (so weit dies nachvollziehbar ist) von Bayern-Fans aufgegriffen wurde, liegt die Vermutung nahe, dass der Ausgangspunkt das Gerücht ist, dass RB Leipzig im Sommer ein Testspiel gegen den FC Bayern bestreiten würde (LVZ vom 28.04.2011). Was, so trifft sich das derzeit mit Freundschaftsspielen der Leipziger, bei der in letzter Zeit oft in der Öffentlichkeit auftauchenden Münchener Schickeria zum Beißreflex und zur Behauptung führte, dass es für einen fußballliebenden Bayern-Fan undenkbar wäre, ein Testspiel beim „Marketing-Produkt“ gut zu finden. Dieselbe Schickeria, die damit weit hinter dem zurückbleibt, worauf sie selbst auf ihren Blogseiten mit einem Text einer Pauli-Fangruppierung verweist. Dieser Text – man mag zu Kapitalismus-Kritik stehen wie man will – macht deutlich und plausibel, warum Red Bull nicht das böse Andere, sondern das normale Alltägliche des Fußballs ist. Zwischen Projektion und Normalität weiterlesen

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Viertklassige Bayern, na und? Oder doch nicht na und?

Für die Ausbildung eines Spielers ist die 3. Liga absolut notwendig.

So wurde Hermann Gerland vor kurzem bei sportschau.de (broken Link) zitiert. Zu einem Zeitpunkt als der FC Bayern München II, bei dem Gerland über Jahre und auch bei Erscheinen des sportschau.de-Berichts die U23 trainieren durfte, drohte aus der 3.Liga in die Regionalliga abzusteigen. Inzwischen ist klar, dass der Bayern-Nachwuchs tatsächlich – zum ersten Mal seit 1973 wie der Kicker zu berichten wusste (21.04.2011) – die neue Saison in der Viertklassigkeit bestreiten muss. Eine Viertklassigkeit, die – so würde ich vermuten – sportlich ähnlich reizvoll ist wie die Drittklassigkeit von vor 10 Jahren beispielsweise.

Wie auch immer, bei mir stellte sich sofort die Frage, welche direkten Auswirkungen die Ausbildung bei der U23 der Bayern tatsächlich auf den Profikader hat. Im Hinterkopf hatte ich These, dass die U23 bestimmt nahezu irrelevant ist und der Abstieg deshalb niemandem weh tut. Mit dieser Form von viel Meinung habe ich angefangen, mir bei transfermarkt.de [broken Link] für die letzten 10 Spielzeiten der kleinen Bayern anzuschauen, welche Akteure der U23 feste Säulen des Bayern-Bundesligakaders wurden. Voraussetzung war, dass ein Spieler in einem der 10 Jahre mindestens 10 Pflichtspiele für die U23 absolviert haben musste, tatsächlich ein Nachwuchsspieler war (also unter 23) und heute irgendwo in einer europäischen, ersten Liga spielt. Viertklassige Bayern, na und? Oder doch nicht na und? weiterlesen

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Markensynergien

Dank des Medienlotsen bin ich über die dikri- (Deutsches Institut für Kommunikation und Recht im Internet) Studie ‚Social Media Bundesliga Report 2010‘ gestolpert (broken Link). Neben vielen interessanten Zahlen über Aktivität der Bundesligisten und ihrer Fans und die Wahrnehmung und Beliebtheit der Vereine im Web 2.0 gibt es auch einen interessanten Vergleich zwischen der Marke Bayern München und Red Bull (S.27): Markensynergien weiterlesen

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Bayernjäger?

Mateschitz hat erklärt, Leipzig solle „in fünf bis sieben Jahren“ international spielen. Suchen nicht auch Sie, der mit dem HSV schon ganz oben mitspielte, die Augenhöhe zum FC Bayern?
Dafür müssten wir sehr, sehr viel Geld in die Hand nehmen – sehr viel mehr, als wir es jetzt tun. Der FC Bayern wächst seit 1965, also seit knapp fünf Jahrzehnten. Was wir den Bayern aber gern streitig machen würden: Im Moment sind sie geografisch gesehen der östlichste Bundesligaklub. Das würden wir ganz gern werden. Für weiterführende Kampfansagen stehe ich nicht bereit. (Dietmar Beiersdorfer, Welt vom 12.08.2010)

Ich hatte bereits in meiner Auseinandersetzung um die 50+1-Regel darauf hingewiesen, dass die alteingesessenen Bundesliga-Klubs einen sportlich-wirtschaftlichen Vorsprung haben, den man nicht einfach durch den Einsatz von Geld aufholen kann. Schon das Ziel, auf Augenhöhe mit Dortmund, Bremen, Hamburger SV, Schalke, Wolfsburg oder Leverkusen zu agieren, ist hochgradig ambitioniert und keineswegs ein Selbstläufer. Ein Verein und das entsprechende Publikum müssen sich über Jahre entwickeln, um bundesligareif zu werden. Das braucht auch entsprechend Geduld, insbesondere wenn man erst mal in den ersten zwei Profiligen angekommen sein sollte. An den Punkt zu kommen, sich auf Dauer mit den Bayern messen zu können, also Jahr für Jahr gejagt zu werden und sich durchsetzen zu müssen, ist nicht nur nicht planbar, sondern überhaupt erst in Ansätzen denkbar, wenn RasenBallsport Leipzig ein paar Jahre lang national und später auch international gewachsen sein sollte. Bis dahin fließt noch extrem viel Wasser die den jeweiligen Regionen entsprechenden Flüsse hinunter. Und sowieso heißt die sportliche Realität derzeit Havelse und Meuselwitz oder auch Magdeburg und Kiel, eine Realität, die für den Moment anspruchsvoll genug ist, als dass man über Kampfansagen an alteingesessene (Erst-, Zweit- oder Dritt-) Bundesligisten nachdenken müsste.

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Pflichten

Was sind die Ziele für die neue Spielzeit?
Wir müssen einfach eine gute Saison spielen. Die großen Ziele des Vereins sind ja kein Geheimnis: Aber in meinen Augen ist die Meisterschaft nicht Pflicht für uns.
Der Hauptsponsor Red Bull will aber so schnell es geht in die Bundesliga.
Sicher, aber der Druck ist in diesem Jahr nicht so groß wie noch in der Oberliga. Aber ratsam wäre es sicherlich für uns, wenn wir aufsteigen. (Lars Müller im Westfälischen Anzeiger vom 26.07.2010)

Kommt wahrscheinlich drauf an, was man unter Pflicht versteht. Wenn Pflicht bedeutet, dass man bei Nichterfüllung mit Freiheitsentzug rechnen muss (wie bei der Wehrpflicht zum Beispiel), dann hat Lars Müller sicher Recht damit, dass die Meisterschaft für RasenBallsport Leipzig nicht Pflicht ist. Wenn man Pflicht eher als das zu leistende Soll oder den Anspruch an den Verein interpretiert, dann ist die Meisterschaft schon Pflicht. Und wenn man die sportliche Ausgangslage von RB Leipzig und seinem Kader sieht, dann kann nichts als die Meisterschaft das Ziel sein. Dann würde aber eher der Satz ‚Die Meisterschaft ist Pflicht‘ Sinn machen. Drei Ligen weiter oben würden die Bayern jedenfalls nicht lange herumdrucksen..

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Saisonrückblick

Auch wenn die Saison noch nicht in allen Ligen beendet ist, wird es langsam Zeit einmal einen kurzen Blick auf die Gewinner und Verlierer der Saison zu werfen, zumal die Entscheidungen auch in Regional- und Oberliga (zumindest was die Vereine in Ostdeutschland angeht) bereits gefallen sind.

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Champions League Finale 2010

Ach lieber FC Bayern München: Es hätte alles so schön werden können. Triple-Sieger und Fußball-Legende für immer. Nun mussten Sie aber doch einsehen, dass Sie als deutsches Top-Team schlechthin von der absoluten europäischen Spitze weiter entfernt sind als Sie das vor dem Finale gedacht hatten – Sichtweite, maximal. Das macht grundsätzlich gar nichts, führt aber hoffentlich zu der Erkenntnis, dass Sie nächstes Jahr ein paar Prozente drauflegen müssen, wenn Sie weiter und dauerhaft an die europäische Spitze heranrücken wollen.

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Finale der Gemeinsamkeiten

Mourinho hält sich für den Größten. Er könnte Recht haben. (sportschau.de [broken Link])

Besser könnte man es nicht auf den Punkt bringen. Und damit auf in den Champions-League-Finaltag, der uns zu einem Finale führt, das wie ein Ausflug in die Vergangenheit wirkt. Ein deutsches und ein italienisches und kein englisches und spanisches Team, damit hätte man vor der Saison beim Wettanbieter des Vertrauens sicher viel Geld gewinnen können. Zudem gab es wohl selten so viele Gemeinsamkeiten zwischen zwei Finalisten, wie in diesem Jahr.

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Probleme, die andere gerne hätten

Möchte man auf legendäre Reporter-Sprüche zurückgreifen, hätte man am gestrigen Abend im Rückgriff auf DDR-Sport-Moderatoren-Legende Heinz-Florian Oertel den Fernsehzuschauer auffordern müssen, seine Kinder Ivica zu nennen. Doch erstens haben Sportereignisse (außer vielleicht WM-Endspiele) wohl kaum noch die gesellschaftliche Integrationskraft, dass solch ein Aufruf folgenreich wäre und zweitens möchte man wohl kaum, dass das eigene Kind Waldemar (wie von Heinz-Florian Oertel gefordert) oder Ivica (wie von niemandem gefordert) heißt.

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Champions League Halbfinale 2010

Ach lieber Franck Ribéry: Ihre rote Karte war das krönende Ende (?) einer absoluten Katastrophensaison. Da dürfte sich Ihr Marktwert binnen einer Woche erheblich verringert haben. Aber das interessiert wahrscheinlich nur den Bayern-Schatzmeister.

Ach lieber Thomas Müller: ich weiß, alle halten Sie für ein großes Talent in einer großen Saison. Wenn ich ehrlich bin, fand ich Sie aber in den Spielen, in denen ich Sie sehen durfte (Schalke, Manchester, Lyon) wenig überzeugend. Vielleicht hab ich die falschen Spiele gesehen, vielleicht hab ich auch keine Ahnung, wie man die Rolle, in der Sie agieren interpretieren sollte (vielleicht weiß ich nicht mal, was genau das eigentlich für eine Rolle ist), vielleicht ist da aber auch einfach nur viel Luft nach oben.

Ach lieber FC Barcelona: wenn Sie da in Ihrem katalanischen Top-Club nun anfangen, sich über die Schiedsrichterleistung bei ihrer Halbfinal-Hinspiel-Niederlage in Mailand aufzuregen, möchte ich nur ein Wort sagen: Chelsea. Dass sie in London im letzten Jahr den Champions-League-Finaleinzug feiern durften, ist für mich immer noch eine der eklatantesten Ungerechtigkeiten, die ich im Fußball je gesehen habe. Und für Chelsea gab es damals nach gefühlten 5 (waren es drei?) nicht gegebenen Elfern keine Möglichkeit mehr wie für Sie, im Rückspiel den Spieß noch mal umzudrehen. Ehrlich: ich hoffe, Sie schaffen das mit dem Umdrehen und dem Spieß nicht mehr. Und falls Sie vielleicht mal in Leipzig vorbeikommen sollten irgendwann, werde ich einmal laut ‚Buh‘ rufen, versprochen.

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Ferguson fliegt raus und teilt aus

„Sie haben den Schiedsrichter belagert und die Rote Karte erzwungen.“, behauptete Alex Ferguson (sportschau.de [broken Link]) nachdem sein Team Manchester United gegen die Bayern das Champions-League-Zeitliche segnete. Mal abgesehen davon, dass dieses Gewinke von Spielern nach Karten absolut peinlich, unsportlich und vielleicht sogar eine typisch Deutsche Sitte ist, bleibt doch der Fakt, dass Schiedsrichter meistens eher angenervt sind, wenn Spieler bestimmte Entscheidungen von ihnen verlangen und dann erst recht gegenteilig entscheiden und sowieso die gelb-rote Karte völlig berechtigt war (da hat der 19-jährige Rafael im falschesten aller Spiele Lehrgeld bezahlen müssen). Der Unmut Fergusons bleibt aber nachvollziehbar (auch wenn ihn der Falsche abkriegte), weil ManU gegen diese Bayern niemals ausscheiden durfte. Doch 3 folgenschwere, individuelle Fehler, nämlich das Pennen beim 2:1-Siegtreffer der Bayern in München, das wiederholte Pennen beim 1:3-Anschluss der Bayern in Manchester und der erwähnte Platzverweis haben dem besseren Team das Ausscheiden beschert. Dazu noch die schwer nachvollziehbare Wechseltaktik Fergusons bei Hin- und Rückspiel und fertig war die Überraschung. Ich finds gut, aber ich mag die Bayern auch..

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