Schlagwort-Archive: Andreas Rettig

Leben nach dem Tod

Diskussionen über 50+1 kommen mir persönlich ja meist recht seltsam vor. Bzw. kommt es recht seltsam , wenn Menschen darüber streiten, ob man die 50+1-Regel behalten soll oder nicht. Weil 50+1 eigentlich schon seit ein paar Jahren tot ist. Nämlich spätestens seit der DFB im Streit mit Hannovers Martin Kind nicht etwa die Regel stärkte, sondern sie quasi zu einer permanenten Ausnahmeregel machte, die jeder Verein nach 20 Jahren kippen kann.

Sprich, nach 50+1 ist es so, dass der eingetragene Verein an einer ausgelagerten Spielbetriebsgesellschaft die Stimmmehrheit und ergo die formale Entscheidungshoheit besitzen muss. Bayer und VW sind in Leverkusen und Wolfsburg historische Ausnahmen. Seit knapp sechs Jahren ist es so, dass die Stimmmehrheit auch dann an einen Investor, an eine Firma oder an eine Einzelperson gehen kann, wenn diese mehr als 20 Jahre lang „den Fußballsport des Muttervereins ununterbrochen und erheblich gefördert hat“. Wenn man dann den Amateursport weiterfördert, dann kann der DFB auf Antrag der DFL (wenn ein Verein dies will) eine weitere Ausnahme von 50+1 zulassen. Wie eben bei Dietmar Hopp und Hoffenheim vor zwei Jahren geschehen.

Man hat also mit Wolfsburg, Leverkusen und Hoffenheim drei reale Ausnahmen zur 50+1-Regel und mit Leipzig und 1860 München zwei kreative Umgangsweisen mit 50+1 (bzw. Umgehungstatbestände, wenn man es scharf formulieren will) und mit Hannovers Kind einen Verein, der demnächst gern die 20-Jahre-Regel in Anspruch würde. Wobei bei letzteren die Frage steht, ob die DFL einen entsprechenden Antrag weitergeben würde (die Geschäftsführung der DFL müsste dies entscheiden). Und falls sie das nicht tut, besteht die nicht geringe Wahrscheinlichkeit, dass Kind (der eigentlich einen Kompromiss sucht) die Regel juristisch prüfen wird und dann von einem Gericht komplett kassiert wird.

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Business as usual im Haus der 11Freunde

Größter Außenseitererfolg aller Zeiten. Vorhersehbarer, erkaufter Erfolg. Nach der Übernahme der Tabellenführung durch RB Leipzig ist es, wie es im modernen medialen Zeitalter nun mal ist. Differenzierungen sind nicht unbedingt gefragt. Frag nach bei den Kösters und Draxlers dieser Welt.

Wobei der Köstersche N-TV-Versuch, den RB-Erfolg komplett klein zu reden, etwas arg bemüht und vom persönlichen ‚RB Leipzig ist doof‘-Standpunkt getrieben wirkt. Eines der dortigen Argumente besteht zum Beispiel darin, die durchschnittlichen Kaderkosten bei RB Leipzig anzuzweifeln.

Lassen wir mal das dort auch genannte Leicester bei Seite (wobei es auch gute Gründe gibt, Leipzig und Leicester (mal abgesehen vom Alter der Mannschaften) miteinander zu vergleichen und die Bedingungen in England aufgrund einer geringeren Schere beim TV-Geld auch für kleinere Klubs ganz ok sind). Dann bleibt, dass eine Behauptung einer Behauptung entgegengestellt wird.

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Der FC St. Pauli macht den Watzke

Die [RB Leipzig/ Anm. rotebrauseblogger] sollen von mir aus dreimal die Champions League gewinnen. Mit dem Geld des Sponsors. Da hab‘ ich doch nichts dagegen. Aber, bitte schön, nicht mit dem Geld der Bundesliga noch dazu.

Die Liga hat einen kapitalen Fehler gemacht, als sie Wolfsburg und Leverkusen, zwei Klubs, die Töchter von Dax-Unternehmen sind, einen Sonderstatus eingeräumt hat, ohne dafür eine Gegenleistung zu bekommen. Man hätte doch sagen können: Die kriegen nur die Hälfte des Fernsehgeldes, der Rest wird in einen Solidarfonds eingezahlt. Ich glaube, keiner der beiden Dax-Konzerne hätte sich daran gestört. Die wollen doch, dass auch die Fans der anderen Klubs Aspirin schlucken oder VW fahren. Dieser Fehler ist nicht mehr zu korrigieren. (Hans-Joachim Watzke, faz.net vom 19.10.2010)

Ein bisschen Zeitschleife ist immer. Und was Hans-Joachim Watzke 2010 konnte, kann der FC St. Pauli mit dem neuerdings jobzufriedenen Andreas Rettig in hauptverantwortlicher Rolle fünf Jahre später schon lange. Nur diesmal auf ganz offiziellem DFL-Antragswege und nicht via FAZ-Interview.

Rettig selbst war es, der erst vor kurzem verkündete, dass man einen Vorschlag zur Neuverteilung der TV-Gelder einbringen wolle und er deswegen klinkenputzend unterwegs sei, um für diese Idee zu werben. Heute nun vermeldet der Kicker mit Verweis auf Orginaldokumente, dass die neue Idee des FC St. Pauli, mit der er sich als Antrag an den Ligaverband wenden will, darin besteht, dass die Versammlung der Proficlubs in ihrer Mehrheit beschließen möge, dass Vereine, die nicht die 50+1-Regel erfüllen (brauchen), künftig von der Verteilung der Fernsehgelder ausgeschlossen werden sollen.

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Throwback KW 35 bis 41

Vor fünf Jahren stand man als erklärter Favorit in der ersten Regionalligasaison nach dem dritten Spieltag und drei Unentschieden schon ordentlich unter Druck vor der Fahrt nach Kiel in den ganz hohen Norden. 1:0 führten die Gastgeber bis fast in die Schlussviertelstunde hinein. Die Häme, die über den Verein mit dem vielen Geld und der Erfolgslosigkeit ausgeschüttet werden sollte, war in Teilen des Landes schon vorbereitet. Aber Lars Müller und Timo Rost kurz vor Schluss drehten die Partie noch in ziemlich emotionaler Art und Weise. Es war einer dieser besonderen Momente rund um den RasenBallsport, als man es der Umwelt unter ordentlichem Druck gezeigt hatte. Was sich auch in befreiten Jubelszenen manifestierte.

Druck war damals durchaus ein besonderes Thema. Anfeindungen bei den Auswärtsspielen, dazu ein beschädigter Mannschaftsbus beim Auswärtsspiel in Braunschweig. Klar, dass das in den Köpfen der Spieler eine Rolle spielte. Bzw. laut Carsten Kammlott offiziell keine Rolle spielte (bzs. spielen durfte), weswegen er auch einen Mentaltrainer (den man später unter Rangnick und Zorniger richtigerweise trotzdem holte) überflüssig fand. Der Sieg in Kiel, der Jubel dort und die Worte von Stefan Kutschke, der eine ablehnende Atmosphäre als besonders motivierend empfand, zeigten aber recht deutlich, dass der nicht immer freundliche Umgang mit RB Leipzig bei den Spielern sehr wohl in den Köpfen steckte und die Ummünzung dessen in positive Energie durchaus ein Erfolgsbaustein sein konnte. Wurde es aber so richtig erst unter Zorniger, als man eine recht verschworene Gemeinschaft zusammen hatte.

Inwieweit bei dieser Entwicklung hin zu einer verschworenen Gemeinschaft auch die immer wieder mal auftretenden RB-kritischen Vereinsoffiziellen eine Rolle spielten, ist nicht zu benennen. Fakt ist, dass Magdeburgs Volker Rehboldt in dieser Regionalliga-Saison der erste Vereinschef war, der vor dem Spiel gegen RB die Atmosphäre mit ein paar Äußerungen noch anheizte. Äußerungen mit Versatzstücken, die es in verschiedensten Variationen aus verschiedensten Mündern auf verschiedensten intellektuellen Stufen seitdem immer wieder gab.

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GmbH-Klappe auf Fliegenjagd

Mitgliederversammlungen als Kernelement des deutschen Fußballs sind ein zweischneidiges Schwert, wenn es darum geht, Personalentscheidungen in leicht emotionalisierbarer Atmosphäre irgendwann in der Saison zwischen zwei Pflichtspielen mit ihren tagesaktuellen Stimmungslagen zu teffen.

In Kaiserslautern zeigte sich dies zuletzt wieder mal. Einerseits als seitens der Vereinsführung durch Verbalangriffe auf Medienvertreter, die falsch über den Club berichtet haben sollen, und entsprechend durch emotionale Aktivierung der Mitgliedschaft die Stimmung im Veranstaltungszelt im eigenen Sinne hochgeputscht wurde. Andererseits als alle Aufsichtsratskandidaten ihre Meinung zu RB Leipzig preisgeben sollten. Etwas was letztlich auch wenig Aufschluss gibt über die Eignung eines Kandidaten für das Kontrollgremium eines Profifußballclubs, also im Kerngeschäft eines Unternehmens, sondern letztlich nur einen populistischen Drive in die Wahl bringt.

Den Gegenpol zu dieser leicht zu emotionalisierenden Personaldebatte bildet RB Leipzig. Es wäre wohl akutell kein zweiter Verein im deutschen Profifußball denkbar, der es schafft, auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die Ausgliederung von Profiteam und Nachwuchsmannschaften bis zu U16 zu beschließen und über diesen Beschluss auf keinem der offiziellen Vereinskanäle auch nur ein Sterbenswörtchen zu verlieren und sei es in rein nüchtern-informativer Kurzform oder phrasenhafter (irgendwas mit professionell und zukunftsfähig hier einsetzen) Art. Und nein, das geht nicht wirklich als Achievement durch.

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Champions Regionalleague

Wir haben als Kompromiss damals gemeinsam die Entscheidung, die Regionalliga von drei auf fünf Staffeln aufzustocken, mit Sinn und Verstand getroffen. (Peter Peters, Vizepräsident beim Ligaverband bzw. stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der DFL in Sportbild vom 05.11.2014)

Alles eine Frage der Definition von Sinn und Verstand mögen die besonders Witzigen unter uns an dieser Stelle einwerfen. Faktisch gesprochen bleibt es auch mit deutlichem Abstand zu den Entscheidungen der Regionalliga-Reform erstaunlich, dass man diesen „Sinn und Verstand“ zusprechen mag. Zumindest wenn man (dies sei nur für die Jüngeren unter uns repetiert) betrachtet, dass die Verbände in Form von DFB und DFL aus einer Reform, die von den Betroffenen ursprünglich angestoßen wurde, um die Durchlässigkeit nach oben in die dritte Liga zu erhöhen, eine Reform machten, die bezüglich dieses Ziels genau das Gegenteil erreichte.

Sei es drum, wir schreiben ja inzwischen das Jahr 2014 und nicht mehr das Jahr 2010, als man sich für die Lösung mit den fünf Regionalligastaffeln und einer Aufstiegsrelegation einfallen ließ, die eigentlich alle sportlich Verantwortlichen, die damit in Berührung kommen, absurd finden. Ein Jahr 2014, in dem der von Peters beaufsichtigte DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig ein wenig Schwung in die Sache bringt, indem er die Anzahl der Regionalligen wieder reduzieren will, um zu einer Regelung zurückzukehren, bei der die Staffelsieger auch aufsteigen können und bei der das Niveau der Ligen, in denen sich die meisten der Bundesliga-U23-Teams rumtreiben erhöht wird, um auch die Nachwuchsausbildung zu verbessern.

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Reform ohne Reformwillen

Vor ein paar Tagen ging es hier im Blog bereits um die Regionalliga und die Forderung der DFL, dass diese zum Modell mit drei Staffeln zurückkehren solle. Was zumindest dahingehend eine schwierige Forderung ist, weil man vor drei Jahren, als man die Regionalliga-Reform hin zu fünf Staffeln beschloss, dies ja wegen der großen Unzufriedenheit mit der dreistaffligen Regionalliga tat.

Nachdem DFL-Chef Andreas Rettig seine Regionalliga-Forderungen, die darauf abzielen, dass die U23-Teams der Profis eine leistungsstärkeres Ligenumfeld bekommen, in den Ring geworfen hatte, stieg der beim DFB als Vizepräsident für den Amateurfußball zuständige Rainer Koch, der gleichzeitig Chef des bayerischen Landesverbands ist und als solcher vor drei Jahren einen Regionalliga-Kompromiss mit der DFL aushandelte und gegen den Willen diverser Clubs außerhalb Bayerns durchpeitschte, mit in den Ring und bezog in einem aufschlussreichen Interview mit dem Kicker (alle Zitate dieses Textes von dort) Stellung.

Im Interview spricht Rainer Koch in bewährter Art und Weise von der Erfolgsgeschichte der Regionalliga Bayern, die er seinem Landesverband mit dem Reformkompromiss vor drei Jahren quasi zuschanzte. Dass in Bayern auch im zweiten Jahr in Folge nur Zweitvertretungen überhaupt gen dritter Liga aufsteigen wollten, ficht ihn nicht an. Er sehe dies „sogar positiv“, dass sportlich erfolgreiche Vereine wie Illertissen aufgrund ihrer begrenzten Möglichkeiten nicht aufsteigen wollen. Warum auch immer es positiv sein soll, eine Liga kreiert zu haben, aus der niemand mehr aufsteigen will, während sich parallel in den anderen Regionalligen einige Aufstiegswillige finden lassen..

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Reform der Reform

Die haben einen Kompromiss ausgeklügelt, damit sich niemand wehtut. Mit Demokratie hat das wenig zu tun. Und es zeigt doch nur, welch geringen Stellenwert der so gepriesene und angeblich doch so bedeutende Amateurfußball eigentlich hat. Die Profiklubs haben sich durchgesetzt. (Werner Georg, Chef des Fußball-Landesverbandes von Sachsen-Anhalt in der Mitteldeutschen Zeitung vom 20.10.2010)

Mit der Regionalliga-Reform ist ein wahrhaft unvernünftiges und trauriges Kapitel deutscher (Fußball-)Sport-Politik abgeschlossen. Irgendwann wird man nicht umhin kommen, das ganze noch einmal zu öffnen und weiterzuschreiben. (Das Finale der Regionalliga-Reform, 26.02.2011)

Es wäre wünschenswert aufgrund der gemachten Erfahrungen, wenn zum alten Modell mit drei Regionalligen zurückgekehrt werden würde. Die Aufstockung auf fünf Regionalliga-Staffeln mit 90 Klubs statt vorher 55 Vereine führt zu einer Verwässerung des Spielniveaus. (DFL-Chef Andreas Rettig via Sportbild, 28.05.2014)

Neben dem Dauerbrenner Lizenzgeschichten und RB Leipzig in allen Facetten war vor allem die Regionalliga-Reform ein gleichermaßen absurdes wie aufgrund der wiederkehrenden Debatten und allerlei Auseinandersetzungen mit den Fakten und Inhalten liebgewonnenes Thema. Das man fast schon ein bisschen vermissen durfte, seitdem Alexander Zorniger das ganze vor knapp zwei Jahren elegant mit „Schwachsinn“ zusammengefasst hatte.

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Wir sind Lizenz! (Das vorläufige Ende einer Farce..)

So gesehen läuft alles auf eine Kompromisslösung DFB-RB heraus, die den Weg vor ein bundesdeutsches Gericht zur Klärung der vereinsrechtlichen Fragen vermeidet. Denn beide Seiten dürften daran kein gesteigertes Interesse haben. In diesem Sinne wird auch Wolfgang Loos mit seiner Behauptung Recht behalten, dass RB Leipzig genau wie in den letzten Jahren auch im kommenden Jahr die Lizenz erhalten wird. Nur der Preis dafür muss noch in juristischen Kompromissen ausgehandelt werden. (RB Leipzig im Spiegel der DFB-Statuten, 16.09.2011)

Seit knapp drei Jahren ist die Lizenzierung durch DFB und DFL hier im Blog immer wieder Begleiter gewesen. Ein Begleiter wohlgemerkt mit meist überdurchschnittlichem Interesse seitens der Leserschaft. Ein liebgewonnener Begleiter sozusagen, der schon allein deswegen so gut funktionierte, weil die Beteiligten meist nur in Nebensätzen ihre Positionen mitteilten und man sich nach Herzenslust im Graubereich zwischen Wissen und Spekulation austoben konnte.

Mit dem gestrigen Tag und der erfolgreichen Zweitligalizenzierung durch die DFL – so scheint es – wurde vorerst ein Schlussstrich unter die knapp drei Jahre umfangreicher und manchmal auch erhellender Debatten und Auseinandersetzungen um Vereinsrecht, Verbandsstatuten und Gemeinnützigkeit gezogen. Mit einem Ende, das so schon – siehe oben – am Anfang aller Debatten, als es noch um die Lizenzierung beim DFB ging, prognostiziert wurde. Nämlich einem Kompromiss, der einen gerichtlichen Streit bis zum bitteren Ende vermeidet.

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Noch lange nicht das Ende der U23-Teams

Die Sportbild war es, die am Montag mit einem nicht uninteressanten Bericht über Bemühungen, dass die Pflicht von Proficlubs, sich eine U23 zu halten, gestrichen werden möge, aufwartete. Leverkusens Rudi Völler wurde hier als Vorreiter benannt, der den Sinn dieser Teams in Frage stellt. DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig bestätigte, dass man an dem Thema arbeite und Düsseldorfs Manager Helmut Schulte will gehört haben, dass künftig der Betrieb einer U23-Mannschaft auf Freiwilligkeit basieren werde.

Was alles in allem deswegen interessant ist, weil noch vor nicht allzu langer Zeit behauptet wurde, dass die tolle Nachwuchsausbildung, die der Nationalmannschaft ihre Erfolge bescheren würde, ohne Zweitvertretungen nicht denkbar wären. Ex-MSV-Geschäftsführer und DFB-Vorstandsmitglied Roland Kentsch argumentierte auf diese Art (damals noch als Zweitligist..) beispielsweise nach der letzten Fußball-WM in Südafrika gegen Pläne, die Regionalliga so zu reformieren, dass die U23-Teams in eine eigene Staffel müssen.

Das war genaugenommen schon vor knapp vier Jahren nicht wirklich richtig, wie hier an dieser Stelle damals anhand der Einsatzzeiten der WM-Fahrer in U23-Teams gezeigt wurde. Die im Schnitt derart gering waren, dass das eindeutige Fazit lautete, dass „das vielgepriesene Argument, die Profimannschaften vollzögen mit ihren Zweitvertretungen quasi ihren Dienst an der Nationalmannschaft, täten damit also etwas für das Gemeinwohl (…), empirisch nicht zu halten ist“.

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Streitobjekt Zweitligalizenz

Zu Beginn der Saison war nach einem Interview mit den DFL- Leuten Rauball und Seifert bereits klar, dass die Frage, inwieweit die Vereinskonstruktion von RB Leipzig mit den Anforderungen der DFL als lizenzierendem Verband für das Fußballspiel in 1. und 2. Bundesliga zusammenpasst, im Zuge des Lizenzverfahrens, das offiziell ab März beginnt, als öffentliches Thema Fahrt aufnehmen wird. Mitte Januar erreichen die Debatten darum in den Weiten der Online-Welt einen ersten Peak unter dem sinngemäßen Titel ‚RB Leipzig mit Problemen bei der Zweitligalizenz‘.

Verantwortlich ist dafür DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig, der am vergangenen Wochenende den Fankongress [broken Link] in Berlin besuchte, an dem insgesamt 700 Fußballanhänger aus dem gesamten Bundesgebiet teilnahmen. Und im Rahmen einer Diskussion im Panel „Der Verein & seine Mitglieder“ laut Kicker verlauten ließ, dass „wir klar für die 50+1-Regel stehen“. Diesbezüglich habe „die DFL mit den Fans keinen Dissens“. Geldgeber aller Art würde man begrüßen, „sofern sie sich an die Spielregeln halten“.

Die Passage kam ohne Nennung von Vereinsnamen aus. Der Bezug zu RB Leipzig, die in diesem Jahr erstmals eine Lizenz bei der DFL beantragen werden, wurde implizit hergestellt. Und ist aber in Bezug auf die 50+1-Regel, die besagt, dass die Vereine mehr als 50% der Stimmen an ausgegliederten Kapitalgesellschaften halten, sprich sie letztlich mehr Stimmen haben müssen als beteiligte Geldgeber, falsch hergestellt. Denn RB Leipzig ist formal ein e.V. ohne Ausgliederung der Lizenzmannschaft. Sodass alleinig der Verein die Entscheidungen trifft.

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Auf der Suche nach dem Kompromiss

Aus gegebenem Anlass des morgen beginnenden (und hier [broken Link] live zu erlebenden) DFB-Bundestages wieder mal das Thema Regionalliga-Reform. Wer hiervon bereits genug hatte, der lese nicht weiter. Wem die Regionalliga völlig schnuppe ist, der darf jetzt auch abschalten. Auf der Suche nach dem Kompromiss weiterlesen

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Alles für den Profinachwuchs

Dies noch als Nachtrag zum letzten Artikel zur Regionalliga-Reform:

Es ist abenteuerlich, dass in einer sportfachlichen Frage zwei Anträge gestellt werden, die mit dem kompetentesten Vertreter des DFB, Matthias Sammer, inhaltlich nicht abgestimmt sind. (Andreas Rettig, Manager des FC Augsburg in der Sport BILD vom 08.09.2010)

Mag sein, dass die Vertreter der Reformvorschläge zu wenig Lobbyarbeit betreiben. Wobei die Tatsache, dass hinter dem 2+1 Vorschlag mit Herrn Korfmacher ein DFB-Präsidumsmitglied steht eher für die feste Verankerung der Vorschläge in der DFB-Spitze spricht. Was viel überraschender ist, ist die Tatsache, dass die Profivereine davon ausgehen, dass die Regionalliga-Reform in der Essenz auf Matthias Sammers Schreibtisch soll, also auf den Schreibtisch desjenigen, der im DFB für sämtliche Instanzen der Nachwuchsarbeit zuständig ist. Alles für den Profinachwuchs weiterlesen

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