Schlagwort-Archive: 3.Liga 2013/2014

Ruhige Aufsteigerblicke nach oben

Der erste Spieltag in der dritten Liga ist für RB Leipzig Geschichte. Insgesamt eine höchst erfreuliche Geschichte. Abgesehen von einer kaputten Mannschaftsbusscheibe [broken Link], die einem Mangel an Gehirnwindungen zum Opfer fiel und einer Zugfahrer-Odyssee, die erst am nächsten Morgen um 1.00 Uhr am von Halle knapp 50 km entfernten Leipziger Hauptbahnhof endete. Sportlich war es letztlich die Fortsetzung der vergangenen Saison mit gleichen Mitteln. Der drittbeste Vorlagengeber der Regionalliga-Saison Kaiser bedient den besten Torschützen Frahn. Und die drei Punkte wandern nach Leipzig.

Es war dies in zehn Auswärtsspielen, die die bisher 15 Aufsteiger in die dritte Liga in fünf Jahren bestreiten mussten (im ersten Jahr wurden zwei Regionalligen zusammengelegt, sodass es Aufsteiger im engeren Sinne nicht gab) (dass die Aufsteiger in den vergangenen Jahren vornehmlich auswärts starten mussten, mag nicht ganz logisch  und ein kleiner Wettbewerbsnachteil sein, wie kürzlich gezeigt), erst der erste Sieg bei drei weiteren Unentschieden und gleich sechs Niederlagen (traten die Aufsteiger zu Hause an, stehen immerhin zwei Siege, zwei Unentschieden und nur eine Niederlage zu Buche).

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3.Liga: Hallescher FC vs. RB Leipzig 0:1

Eine neue Liga ist wie ein neues Leben. So ein bisschen fühlt es sich mit der dritten Liga jedenfalls an, die in so vielen Dimensionen der öffentlichen Aufmerksamkeit die bisher aus der Regionalliga bekannten Dinge pulverisiert und auch in Sachen Namhaftigkeit der Gegner eine ganz andere Welt ist.

Damit der Übergang nicht ganz so schwer fällt, hatte der DFB unter freundlicher Mithilfe des MDR ein Spiel für den Auftakt organisiert, das es vor einem reichlichen Jahr schon als abschließende Partie in der Regionalliga 2011/2012 gab. Damals wie gestern mit ausverkauftem Haus. Gestern allerdings unter veränderten Vorzeichen, denn für RB Leipzig ging es diesmal um etwas (damals konnte man gar nichts dagegen tun, dem HFC beim Feiern des Aufstiegs zuzugucken), nämlich um Punkte und einen guten Drittligastart.

Vor der Partie konnte man annehmen, dass viele Tore nicht fallen würden. Bisher hatten beide Mannschaften zusammen in vier Aufeinandertreffen gerade dreimal treffen können. Und auch gestern kam nur ein Treffer dazu. Was diesmal aber nicht an überragenden Abwehrreihen, sondern an beidseitiger Ungenauigkeit beim Abschluss und an zwei guten Keepern lag. Coltorti mit gewohnter Stärke im Eins-gegen-Eins. Und Kisiel mit schon in der letzten Saison in der Regionalliga mit dem BAK gezeigter überragender Klasse auf der Linie.

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1.Spieltag – 3.Liga 2013/2014

Als neue Rubrik (mal sehen, ob sie die Saison auch übersteht) teste ich mal an dieser Stelle ein kurze Übersicht an, die es fortan vor jedem Spieltag geben soll. Mit zwei, drei Sätzen zu jedem Spiel, inklusive einem Tendenztipp (also 1-Heimsieg, 0-Unentschieden oder 2-Auswärtssieg) und einer Übersicht, welche Drittligaspiele man denn abseits der samstäglichen Sportschau oder Sport im Osten im MDR oder den jeweiligen Äquivalenten in den ARD-Landesstudios auch live und in voller Länge im Netz sehen kann. Und das sind am ersten Spieltag immerhin sechs der insgesamt zehn Partien.

Hallescher FC – RB Leipzig: Wie schon im Vorbericht geschrieben, würde ich RB sportlich leicht im Vorteil sehen, weil Halle aufgrund der vielen späten Neuzugänge in vielen Bereichen noch nicht eingespielt sein kann. Deshalb ist ein Gästesieg die wahrscheinlichere Variante. – 2

Stuttgarter Kickers – FC Rot-Weiß Erfurt: Die Kickers letztes Jahr nur knapp gerettet, Erfurt mit neuem Trainer und Substanzverlust in der Mannschaft noch auf der Suche nach der optimalen Umsetzung taktischer Vorgaben. Leichte Vorteile für Stuttgart. Letztlich aber ein Unentschiedenkandidat. – 0

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Finale Prognosen

Letztlich ist der geliebte Fußball eine Sache von Wahrscheinlichkeiten. Man kann die Wahrscheinlichkeit, in einer Saison gut abzuschneiden, durch eine kluge Kaderzusammenstellung (mit oder ohne Geld) oder durch fachlich sehr gut ausgebildetes Personal zu seinen Gunsten beeinflussen. Und man kann die Wahrscheinlichkeit, dass die einzelnen Spiele gewonnen werden, durch Scouting, Aufstellung und Taktik erhöhen oder bei falschen Entscheidungen verringern. Und nicht zuletzt spielt in einer so engen und ausgeglichenen Liga wie der dritthöchsten deutschen Spielklasse auch das Momentum keine zu unterschätzende Rolle. Man kann sich in den 38 Saisonspielen in einen Flow spielen, der zum Schluss den Aufstieg sichert. Aber genausogut kann man in einen negativen Strudel geraten, der wiederum die Wahrscheinlichkeit, Spiele zu gewinnen, deutlich verringert.

Was man bei all dem nicht kriegt, ist Sicherheit. Ich kann so ziemlich alles richtig machen und am Ende trotzdem nicht ganz oben stehen, weil man eben doch nur Wahrscheinlichkeiten erhöhte, ohne Sicherheit zu kriegen. Weswegen es eigentlich eine ziemlich brotlose Sache ist, vor der Saison Prognosen über deren Verlauf abzugeben. Denn letztlich wird das endgültige Saisonergebnis auch durch Zufälle, Schiedsrichterentscheidungen oder abgefälschte Bälle entschieden. Sodass man meist oberhalb oder unterhalb des ‚theoretisch‘ wahrscheinlichen landet. Es wird zwar nie der Fall eintreten, dass der FC Bayern absteigt, das wäre schlicht eine zu große Abweichung von der Wahrscheinlichkeit, aber der FC Bayern kann auch mal Dritter oder Vierter werden, ohne dass dies – im Sinne der Wahrscheinlichkeit – ein extremes Ergebnis wäre.

Was auch heißt, dass das Reden darüber, wer wohl am Ende der Drittligasaison 2013/2014 aufsteigen wird, letztlich außer Acht lässt, dass man eigentlich mit gutem Gewissen immer nur einen Ereigniskorridor vorgeben kann und das Küren von Favoriten noch nicht sonderlich viel heißt. Trotzdem herrscht in Expertenkreisen und das sind die 20 Drittligatrainer nun mal, weitgehend Einigkeit, dass das Quartett 1.FC Heidenheim, Preußen Münster, Chemnitzer FC und RB Leipzig die heißesten Anwärter auf einen der drei Topplätze am Ende der Saison stellt.

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Neue alte Bekannte in frisch bezogenem Drittligahaus

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht zur Partie von RB Leipzig beim Halleschen FC (19.07..2013, 20.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ulrich Wolter, Alexander Zorniger, Daniel Frahn und Bastian Schulz.]

Da startet RB Leipzig in eine neue Liga und ein neues, heiß ersehntes Abenteuer und was wartet dort zum Auftakt? Mit dem HFC ein alter Regionalliga-Bekannter. Halle gegen RB Leipzig, mit dieser Partie und einem 0:0 verabschiedete sich Halle vor einem reichlichen Jahr gen dritte Liga, weil Kiel zeitgleich in Hannover verlor. Nachdem RB Leipzig nachgezogen hat, trifft man sich nun zur Saisoneröffnung der dritten Liga wieder.

Wobei die Sache mit den alten Bekannten eine relative ist, denn in Halle ist in den letzten 13 Monaten kaum ein Kaderstein auf dem anderen geblieben. Von den 15 Spielern, die in den zwei Spielen gegen RB 2011/2012 eingesetzt wurden, stehen nur noch vier im Hallenser Kader Mouaya ist verletzt und Lindenhahn, Wagefeld und Müller könnten auflaufen und werden das nach Lage der Dinge auch tun.

Auf Seiten von RB Leipzig sind es dagegen von 19 damals in zwei Spielen eingesetzten Spielern immerhin noch 10, die eventuell auf Revanche gegen jenes Team sinnen, das ihnen damals den Aufstieg wegschnappte und sie bei der 0:1-Heimniederlage im Dezember 2011 fast schon demütigte. Von den Herren Frahn, Schulz, Müller, Rockenbach, Röttger, Sebastian, Ernst, Kammlott, Heidinger und Franke haben allerdings nur die ersten drei sichere Einsatzchancen, die folgenden drei mehr oder minder realistische, die nächsten drei maximal Einsatzchancen über die Bank und Fabian Franke fällt aufgrund seiner längeren Verletzungspause ganz aus der Wahl.

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Rhetorischer Vorgeschmack

RB Leipzig hat selbst den Anspruch, durch die Liga zu marschieren. Dort scheint Geld keine Rolle zu spielen. (Marco de Angelis, Präsident bei Preußen Münster via Münstersche Zeitung [broken Link] am 18.06.2013)

Da wird dann schon mal der rhetorische Rahmen für die kommende Saison vorgegeben. RB Leipzig als der reiche Club, dem man entsprechend als ‚Underdog‘ mal ganz ordentlich die kalte Schulter zeigen kann. Aufgebaut als Interpretationsrahmen von einem selbsternannten Aufstiegsfavoriten, der beim lokalen Nachbarn VfL Osnabrück wilderte (Piossek). Und auch sonst ganz gut einkaufte. Weil – man höre und staune – man in Münster schlicht etwas besser bei Kasse ist als in Osnabrück. Naja, macht ja nichts, stimmts? Und letztlich kann man sowieso festhalten, dass ein gefestigter Drittligist wie Preußen Münster, der sich in der aktuellen Transferperiode in Breite und Spitze noch mal ganz ordentlich verstärkt hat, nun wirklich (genau wie der Chemnitzer FC oder der 1.FC Heidenheim) nicht als Underdog durchgeht..

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Sinnlose Vergnüglichkeit

Es gibt so Dinge, die gingen bisher komplett an mir vorbei. Der Tag, an dem der Spieltag herauskommt zum Beispiel. In der Regionalliga war er halt irgendwann da und das war auch ok so. Eher zufällig bekam ich letztens bezüglich der Bundesliga mit, dass man die Bekanntgabe des Spielplans auch live im Netz übertragen und dementsprechend auch verfolgen kann. Ich habe mich ein wenig gefragt, was denn wohl die Motive sein könnten, sich das als Zuschauer anzutun, aber vermutlich würde ich letztlich auch zur Zielgruppe gehören, die sich so etwas anguckt (natürlich nicht, ohne mich drüben bei Twitter ordentlich ironisch distanziert zu zeigen..).

Aktuell bin ich aber voll auf die dritte Liga fokussiert und da es in dieser dann wohl doch noch nicht so viele Leute wie mich gibt, verzichtet man hier auf die Liveübertragung und bringt den Spielplan eben irgendwann heraus. Und dieses irgendwann soll heute sein. Wobei die Betonung auf  dem Wort ’soll‘ liegt, denn wenn im unterklassigen Fußball auf etwas Verlass ist, dann darauf, dass man sich besser nicht auf Termine verlässt.

Sollte trotzdem heute der Spielplan präsentiert werden, dann mit der Unbekannten MSV Duisburg, die erst einmal mit in die Spieltagsplanung aufgenommen wird und erst später – für den Fall, dass der DFB dem MSV die Lizenz für die dritte Liga verweigert (bis spätestens 05.07.) – einfach wieder gestrichen wird, sodass das Team, das ein Spiel gegen den MSV bestreiten müsste, dann eben einfach ein freies Wochenende hätte. Aber wie man aus Duisburg hört, ist man dort ganz optimistisch, dass man die wirtschaftlichen Vorgaben des DFB erfüllen kann. Was nicht nur für die Liga, sondern im speziellen für den MSV sehr wünschenswert wäre.

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Neuland unterm Fußball

Ich werde nie dazu neigen die Fußballgeschichte in Leipzig als gemeinsame Stadtgeschichte zu verallgemeinern. Spiele, die der VfB Leipzig oder der FC Sachsen oder Lok oder wer auch immer bestritten haben, eignen sich nicht unbedingt als geschichtliche Bezugsnahme, wenn man über die kommende Drittligasaison von RB Leipzig reden will. Jeder dieser Vereine hatte seine ganz eigene Geschichte, die sich schlecht unter einem globalen Stadtlabel vereinnahmen lässt.

Trotzdem ist es ganz interessant, mal zu gucken, wann in dieser Stadt eigentlich so das letzte Mal gegen jene Vereine gespielt wurde, gegen die RB Leipzig 2013/2014 in der dritten Liga antreten wird. Denn in den entsprechenden Daten zeigt sich auch, wie lange es eigentlich her ist, dass eines der Leipziger Teams Fußball höherklassig Fußball spielte. 1997/1998 spielte mit dem VfB Leipzig letztmalig ein Club aus Leipzig in einer eingleisigen, bundesdeutschen Liga, nämlich in der zweiten Bundesliga. 20o3/2004 war ein Leipziger Team letztmalig drittklassig. Damals der FC Sachsen Leipzig im Rahmen der zweigleisigen Regionalliga. Am Ende stand der Abstieg und wohl eines der entscheidenden Ereignisse, die einen Einstieg von Red Bull in Leipzig überhaupt erst möglich machten. Die These steht weiterhin, dass eine erfolgreiche Konsolidierung des FC Sachsen damals im frisch umgebauten Zentralstadion und im Profifußball der Idee Red Bull einen frühen Riegel vorgeschoben hätte.

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RB Leipzig in der 3.Liga 2013/2014

Bevor es noch mal Zeit wird für ein paar Saisonrückblicke und auch schon wieder für die Auslosung im DFB-Pokal (Samstag, 15.06.) soll noch ein bisschen Raum sein für einen kurzen Ausblick auf die erste Drittligasaison in Leipzig seit dem FC Sachsen 2003/2004, der allerdings seinerzeit noch in die drittklassige und zweigleisige Regionalliga aufstieg. Die letzte Saison eines Leipziger Teams in einer eingleisigen Profiliga war 1997/1998, als der VfB Leipzig in der zweiten Liga spielte. Lang, lang ist es her..

Mein Blick auf die eingleisige dritte Liga war vom Start weg immer positiv. Das erste Spiel damals (2008) hieß Erfurt gegen Dresden, lief live im TV und von dieser (Vor-)Freude auf diesen Startschuss in diese neue Liga ist bei mir (auch wenn ich weiß, dass die Liga für viele Vereine wirtschaftlich eine Herausforderung ist) immer noch viel übrig. Weswegen ich mich für meinen Teil, nachdem das teils schlecht, teils recht gelöste Ticketwirrwarr hinter uns liegt, wie ein kleines Kind auf diese neue dritte Liga freue. Das mag für Anhänger höherklassiger Vereine, die auf diese Liga eher etwas hochnäsig heruntergucken, nicht nachvollziehbar sein. Für mich bedeuten diese bundesdeutsche Neuland-Liga und die Gegner mit ihrem Klang viel an Aufregung und Vorfreude.

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Kaderschmiede RB Leipzig 2013/2014

Zwei Tage sind seit dem nervenaufreibenden und spektakulären Aufstieg vergangen. Und man weiß gar nicht, ob man eher zurück oder doch lieber vor oder doch lieber in sich oder doch nur auf das Hochwasser schauen soll.

Zeit für die Rückblicke wird noch ausreichend sein, in mich geschaut und mir versucht die Realität einer neuen dritten Liga zu vergegenwärtigen, habe ich auch genug (ohne dass ich es so richtig realisieren kann), das Hochwasser bestimmt die Themen an allen Enden und den Alltag zu vieler Menschen an viel zu vielen. Weswegen der Blick in die Zukunft übrig bleibt. Der zudem von Ralf Rangnick inspiriert wurde.

14 bis 15 Spieler werden bleiben. Die, die zuletzt weniger gespielt haben, können sich ja ausrechnen, dass es für sie nicht leichter wird. Die Positionen 15 bis 22 müssen wir dann neu besetzen, wovon zwei ganz junge Spieler sein werden, die zum erweiterten Kader gehören. (Ralf Rangnick gestern via BILD)

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