RasenBallsport Leipzig vs. SV Wilhelmshaven 3:2

Ich hatte bereits in der Nachbetrachtung eines früheren Spiels ein Loblied auf das Publikum gesungen. Da werde ich mich nun wohl wiederholen müssen. 3500 Zuschauer gegen Wilhelmshaven sind schon von der Menge her sehr ordentlich. Doch darüber hinaus ist es vor allem die Art und Weise des Publikums, die bemerkenswert ist. Immer auf Ballhöhe (und mindestens so oft falsch liegend, wie der Schiedsrichter – aber deswegen ist es wohl auch ein Fußballpublikum), immer mitfiebernd hinter der Mannschaft stehend und nur sehr selten unruhig. Ein Publikum, dessen Anspannung sich in einer ultimativ-erleichterten Jubelorgie nach dem 3:1 entlud. Großartig, wieviel Spaß es macht mit 3500 anderen korrumpierten Opportunisten (wie sie der Chemieblogger nennen würde) ein Fußballspiel in der Red Bull Arena zu gucken. Zumal man auch zu spüren glaubt, wie Mannschaft und Publikum miteinander wachsen (vor allem qualitativ). RasenBallsport Leipzig vs. SV Wilhelmshaven 3:2 weiterlesen

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Hamburger SV II vs. RasenBallsport Leipzig 1:2

Der dritte 2:1-Sieg in Folge. Gleichzeitig auch alle drei Varianten des 2:1-Gewinnens ausprobiert. Einmal in Kiel einen Rückstand in einen Sieg verwandelt. Einmal gegen Magdeburg nach 2:0-Führung gewonnen. Und einmal gegen die U23 vom HSV nach eigener Führung und Ausgleich 3 Punkte eingefahren. Nach 3 Auftaktunentschieden und 3 2:1-Siegen stellt sich die Frage, welche Dreier-Serie RasenBallsport Leipzig als nächstes startet. Das Spiel gegen Wilhelmshaven am Mittwoch Abend könnte da erste Erkenntnisse liefern. Drei Niederlagen sollten es schon mal nicht sein.. Hamburger SV II vs. RasenBallsport Leipzig 1:2 weiterlesen

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Regionalliga als Talentestahlbad?

Wir waren bei der WM nicht umsonst so erfolgreich und die ganze Welt will unser Konzept kopieren. Wir sollten es also tunlichst vermeiden, nun wieder alles umzuwerfen, was erfolgreich ist. (Roland Kentsch, Geschäftsführer beim MSV Duisburg am 03.09.2010 bei reviersport.de zu den Gründen gegen die Reform der Regionalliga zu sein)

Noch mal zurück also zur Regionalliga-Reform (die Vorgeschichten gibt es hier und hier und hier) und einem der Argumente gegen diese. Der deutsche Fußball und seine Nationalmannschaft brauche die Wettkampfpraxis der 2.Mannschaften im Männerspielbetrieb für seine Talente. Gut werfen wir einmal einen Blick auf die WM-Fahrer und die Anzahl ihrer Spiele in Zweitvertretungen (Datengrundlage transfermarkt.de): Regionalliga als Talentestahlbad? weiterlesen

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Harakiri

Neben Westermann haben wir ja noch Rafinha verkauft, dazu die Gehaltseinsparungen durch die Abgänge von Kevin Kuranyi und Marcelo Bordon. Stelle ich die Ablösesummen und Gehälter der Neuen dagegen, haben wir nur 7 Mio Euro investiert. Noch weniger als die 10 Mio Euro, die der Aufsichtsrat mir zunächst als Rahmen gesetzt hatte. (…) Ich mache keine neuen Schulden, um schnell Meister zu werden. Ich mache doch kein Harakiri für die Schale! Ich baue Schulden ab, um die Basis für den Titel zu schaffen. (Felix Magath in der BILD am Sonntag vom 05.09.2010)

Wohl selten gingen öffentliche Wahrnehmung (Schuldenmacher) und Sicht eines sportlich Verantwortlichen (Schuldenabbauer) so weit auseinander. Dass Felix Magath von Öffentlichkeit und eigenen Fans genau für das von ihm verneinte finanzielle Harakiri kritisiert wird, macht die sportlich sowieso schon schwierige Lage nicht einfacher. Wenn Magath mit seiner Rechnung recht hat, dann hat er einen genialen Transfersommer hinter sich. Wenn das Umfeld das auch begreift, hat er eventuell sogar eine schöne sportliche Zukunft vor sich. Den Stand der Klubfinanzen dürfte die Mitgliederversammlung klären, das sportliche die Saison. Ich bin beileibe kein großer Schalke-Fan, aber ich drück für den sportlichen Teil der Saison die Daumen.

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Alles für den Profinachwuchs

Dies noch als Nachtrag zum letzten Artikel zur Regionalliga-Reform:

Es ist abenteuerlich, dass in einer sportfachlichen Frage zwei Anträge gestellt werden, die mit dem kompetentesten Vertreter des DFB, Matthias Sammer, inhaltlich nicht abgestimmt sind. (Andreas Rettig, Manager des FC Augsburg in der Sport BILD vom 08.09.2010)

Mag sein, dass die Vertreter der Reformvorschläge zu wenig Lobbyarbeit betreiben. Wobei die Tatsache, dass hinter dem 2+1 Vorschlag mit Herrn Korfmacher ein DFB-Präsidumsmitglied steht eher für die feste Verankerung der Vorschläge in der DFB-Spitze spricht. Was viel überraschender ist, ist die Tatsache, dass die Profivereine davon ausgehen, dass die Regionalliga-Reform in der Essenz auf Matthias Sammers Schreibtisch soll, also auf den Schreibtisch desjenigen, der im DFB für sämtliche Instanzen der Nachwuchsarbeit zuständig ist. Alles für den Profinachwuchs weiterlesen

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RasenBallsport Leipzig vs. 1.FC Magdeburg 2:1

Auch unter der internetlosen Sonne Spaniens fühlte sich die Nachricht vom Sieg im Spitzenspiel süß an, selbst wenn das Spiel offenbar kein Glanzlicht darstellte. Dass die RasenBallsportler auch diese Spiele gewinnen, macht Mut für die Zukunft. Wenn man sieht, wie sich die Mannschaft über Tore und Siege freut, dann merkt man, dass sie den Kampf der Regionalliga angenommen hat und bereits ein ganzes Stück zu einem Team gewachsen ist. RasenBallsport Leipzig vs. 1.FC Magdeburg 2:1 weiterlesen

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Regionalliga nicht reloaded?

Vielleicht ist es noch zu früh, um davon zu sprechen, dass die viel diskutierte und von vielen Fans und unterklassigen Vereinen geforderte Regionalliga-Reform gescheitert ist. Dass aber DFL (Deutsche Fußball-Liga) bzw. der Ligaverband als Vertretung der Klubs der ersten und zweiten Liga sich gegen die Vorschläge der Neuordnung ausgesprochen haben und bei der entsprechenden entscheidenden Tagung des DFB-Bundestages sehr wahrscheinlich von ihrem Vetorecht Gebrauch machen werden, um die Vorschläge einer Extrastaffel für zweite Mannschaften oder gar der Auflösung der Regionalliga zugunsten regionalerer Strukturen zu verhindern, lässt vermuten, dass die Chancen für die Reform schlecht stehen. Regionalliga nicht reloaded? weiterlesen

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Zuschauermagneten

Zugegeben eine Zuschauertabelle ist nach vier Spieltagen noch ein wenig verzerrt (HSV II!), aber eine Tendenz für die Saison dürfte sich bereits ablesen lassen. Hier also ein Blick auf die Top 5 des Zuschauerschnitts, wenn man alle 4 bisherigen Spiele (Heim- und Auswärtsspiele) als Basis nimmt:

  • 1. FC Magdeburg: 4096
  • RB Leipzig: 3391
  • HSV II: 2379
  • Holstein Kiel: 2373
  • Chemnitzer FC: 2364

Nimmt man diese Tabelle – und so ähnlich dürfte sie auf Platz 1 und 2 auch am Saisonende aussehen – als Maßstab, dann treffen am Sonntag in der Leipziger Schüssel die Publikumsmagneten aufeinander. Das und die Tatsache, dass der 1.FC Magdeburg traditionell einen zahlenmäßig großen Auswärtssupport auf die Beine stellt, lassen mich auf etwa 8000 bis 9000 Besucher (3000 aus Magdeburg) tippen. Eine schöne Kulisse also für das Spitzenspiel des Spieltages. Zwei neuformierte Mannschaften, von denen überraschend die Magdeburger den wesentlich besseren Start erwischt haben. Insbesondere zwei überzeugende Auswärtsauftritte haben dem 1.FCM die Tabellenführung beschert. Wieder mal ein richtungsweisendes Spiel für RasenBallsport Leipzig, wieder mal gegen ein sehr gut organisiertes Team und es dürfte wieder eine enge Partie werden. Timo Rost, übernehmen Sie!

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Volker Rehboldt macht den Watzke

Nachdem die Rolle FC Bayern des Ostens an RasenBallsport Leipzig vergeben scheint, macht sich der Präsident des 1.FC Magdeburg Volker Rehboldt daran, den Hans-Joachim Watzke des Ostens zu geben. Watzke, seines Zeichens Wegbegleiter und Verhinderer der Dortmunder (Beinahe-)Insolvenz vor einigen Jahren übt sich in regelmäßigen Abständen in mehr oder weniger gelungenen Ausfällen gegen finanzstarke Konkurrenten wie Hoffenheim oder RasenBallsport Leipzig. Watzke ist auch derjenige, der als Geschäftsführer der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA und der BVB Stadion Holding GmbH (ja, Wiki-Wissen) den großartigen Satz kreierte „Ein Klub soll nicht wie ein Konzern geführt werden.“ Ah ja.

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Besondere Motivation

Wenn alle gegen mich sind, das möchte ich haben. (Stefan Kutschke im Red-Bull-Audioplayer vom 04.09.2010)

Ich hatte an anderer Stelle schon darauf hingewiesen, dass es darauf ankommen wird, eine Art Bayern-Mentalität zu entwickeln, eine Mentalität, bei der sich aus Ablehnung eine besondere Motivation und nicht Last entwickelt. Stefan Kutschke und auch diverse andere Stimmen nach dem Kiel-Spiel weisen darauf hin, dass man bei RasenBallsport Leipzig offenbar auf einem guten Weg ist, die Regionalliga und die besonders motivierten Gegner anzunehmen. Wenn man diesen Weg beibehält und sich Woche für Woche entwickelt, dann sollte einem um die Saison und das Erreichen der Ziele nicht bange sein. Wichtig nur, dass man sich auf sich selbst und die positiven Entwicklungen im sportlichen Bereich und im Vereinsumfeld fokussiert. Gerade der Blick für die kleinen Schritte nach vorn, die im öffentlichen Blick auf das als übermächtig beschriebene Team oft gar nicht wahrgenommen werden, ist vermutlich sehr wichtig um Vereinsnormalität zu leben und resultierend sportlichen Erfolg zu erreichen.

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Holstein Kiel vs. RasenBallsport Leipzig 1:2

An manchen Tagen möchte man gerne einmal mit anderen Menschen tauschen. Am Freitagabend zum Beispiel mit Timo Rost, der bis dahin in Leipzig noch nicht in einer cottbusähnlichen Leader- und Chefrolle angekommen schien und mit dem Siegtreffer gegen Holstein Kiel seine ganz persönliche Befreiung gefeiert haben dürfte. Oder mit einem der immerhin 60 RasenBallsport-Fans, die den Freitag für eine Kiel-Reise opferten und live die Neugeburt von RB Leipzig bewundern durften. Bis zur 73.Minute war der Katastrophenstart in die Saison perfekt und die Tastaturen (meine natürlich nicht) eingestellt auf Unmengen an Häme-Artikeln. Dann kam der Ausgleich durch Lars Müller. Bis zur 88.Minute war es ein holpriger Saisonstart und die potenzielle Häme kaum geringer. Dann kam Timo Rost und stellte mit seinem Tor das Kieler Publikum und die Häme für einen Moment ruhig. Ein großartiges Gefühl, was man auch in den Bildern aus Kiel sieht. Holstein Kiel vs. RasenBallsport Leipzig 1:2 weiterlesen

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Kommunikationsguerilla

Zuerst waren da Aufkleber-Motive einer Gruppe namens Ultras Red Bull Leipzig mit den Sprüchen „Für den modernen Fußball“ und „Tradition seit 2009“ und ich dachte, ach schau her, das ist einmal eine witzige Antwort auf die Anti-RBL-Fraktion. Nicht völlig selbstironiefrei und trotzdem eindeutig in der Sache. Ähnlich wie das bei Spielen von RasenBallsport Leipzig die Fans mit ihrem „Wenn wir wollen, kaufen wir euch auf“ (Reaktion auf den Stinkefinker eines Halberstädter Spielers, wenn ich mich recht erinnere), „Hier könnte Ihre Werbung stehen“ (Transparent bei einem der Lokalderbys) oder „Unsere Tradition heißt Zukunft“ (erstes Ligaspiel gegen den FC Sachsen) auch schon hinkriegten. Kommunikationsguerilla weiterlesen

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Mentales

Vor kurzem war Carsten Kammlott bei kopfstoss.fm zu Gast und sprach immerhin eine dreiviertel Stunde mit seinen moderierenden Gastgebern. Viel Erkenntnis bleibt von dem Gespräch allerdings nicht, da es Carsten Kammlott hörbar schwer fiel, die Bälle, die im Interview Homophobie im Fußball, Tradition vs. Moderne oder Hass auf RasenBallsport Leipzig hießen, elegant zu verwerten.

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Mourinho des Monats (August 2010)

Wer mich holt, weiß, wen er holt. Meine Konzepte sind bekannt, meine Methoden ebenso. Ich kann die Befürchtungen der Fans nicht verstehen oder nachvollziehen, denn ich habe mich nicht gemeldet und gesagt, ich will nach Schalke, sondern Clemens Tönnies ist nach Wolfsburg gefahren und hat gesagt, ich brauche einen starken Mann. Wenn das jetzt nicht mehr gewünscht ist, bin ich der falsche Mann. (Felix Magath laut süddeutsche.de [broken Link] vom 19.08.2010)

Ach lieber Felix Magath: Meine Bewunderung für José Mourinho hatte ich schon verschiedentlich ausgedrückt. Sie sind mit Ihrer egozentrisch-selbstsicheren und sportlich erfolgreichen Art auf jeden Fall ganz nah dran am aktuell Besten Europas. Wie Sie derzeit auf Schalke mit aus Ihrer Perspektive völlig nachvollziehbaren Argumenten einen öffentlichen Aufschrei nach dem nächsten ernten, ist phänomenal. Man darf gespannt sein, ob eventueller sportlicher Erfolg den scheinbaren Bruch mit Teilen der Fanszene wieder kitten kann oder ob Sie aufgrund Ihres wirtschaftlichen und sportlichen Pragmatismus nicht die besten Schalke-Zeiten bereits hinter sich haben. Wie auch immer, aus meiner Sicht verdienen Sie für Ihre Auftritte in den letzten Wochen den Titel ‚Mourinho des Monats‘. Herzlichen Glückwunsch.

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Zwischen Leitartikeln und Qualitätsjournalismus

Wenn sich der Leitartikel auf der Titelseite der LVZ mit Fußball beschäftigt, dann geht es meist um besonderes. Die Fußball-WM beginnt, Deutschland schießt sich ins Halbfinale, Bayern München als Champions-League-Finalist, der Einstieg von Red Bull im Leipziger Fußball, Gewalt. Auch am heutigen Tag darf Sportchef Winfried Wächter auf Seite 1 über Fußball sprechen. Warum? Weil RasenBallsport Leipzig drei Mal in Folge unentschieden spielte: „RB-Magerkost trotz großer Pläne“. Wow, ein durchwachsener Saisonstart in Liga 4 reicht für einen Leitartikel? Hätten eigentlich drei Siege in Folge auch Newswert gehabt? Der leicht hämischen Kritik der Leipziger Volkszeitung setzt der MDR in seiner Berichterstattung im „gut verdienende Profis dürfen nicht schlecht Fußball spielen“-Tenor den deutlicheren Ton entgegen und schafft es, sich im Spiel(!)bericht zum Hannover-Spiel, die Hälfte der Zeit mit der möglichen Entlassung des Trainers auseinanderzusetzen, die aber, so dürfte man auch beim MDR wissen, vereinsseitig gar nicht diskutiert wird. Stellt sich doch die Frage, ob die MDR-Redakteure über die selbe hohe Qualitätslatte springen könnten, die sie selbst für Fußballprofis auflegen..

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RasenBallsport Leipzig vs. Hannover 96 II 1:1

Man sollte ja immer das positive Denken in den Vordergrund stellen. Nein, das zielt nicht darauf, dass RB Leipzig weiter unbesiegt bleibt. Das zielt vor allem auf ein Lob des Publikums. Mehr als 2600 Zuschauer sind an einem regnerischen Samstagmittag nach durchwachsenem Saisonstart gegen einen wenig attraktiven Gegner durchaus sehr, sehr respektabel. Man kann hoffnungsfroh davon ausgehen, dass man hier den Kern des RB-Regionalliga-Publikums gesehen hat. Wenn man bedenkt, dass der Verein fantechnisch ein Jahr alt ist, ist diese Zahl erstaunlich und zeigt einmal mehr, dass es jenseits vom FC Sachsen und von LOK Platz im Leipziger Fußball gibt, selbst für einen Viertligisten. Doch jenseits der Zahlen ist es auch die Art und Weise des Publikums, die man einmal einer Lobeshymne unterziehen sollte. Sicher, es ist kein fanatisches Publikum, sicher es ist keine Ultra-Kurve mit Dauerstimmung. Doch es ist ein Publikum, das selbst in zwei dürftigen Spielen bei allem Unmut immer wohlwollend und begeisterungsfähig geblieben ist. Da wird nicht nach zwei Fehlpässen die Pfeiffkonzertkeule herausgeholt, sondern vielmehr jede halbwegs gelungene Aktion mit dankbarem Applaus quittiert. Ich finde, dass es zuschauertechnisch Spaß macht, Spiele von RasenBallsport Leipzig zu besuchen. Bleibt zu hoffen, dass das so bleibt und wächst und gedeiht. RasenBallsport Leipzig vs. Hannover 96 II 1:1 weiterlesen

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Leipziger Öffentlichkeitsextreme

Es bringt doch nichts, schon die große Keule rauszuholen, draufhauen kann man immer noch, wenn wir unsere Ziele nicht erreichen. Wir sitzen alle im gleichen Boot, deshalb sollten jetzt auch alle das Projekt RB pushen. (Timo Rost, LVZ vom 19.08.)

Ich persönlich verstehe Timo Rosts an Medien und Öffentlichkeit gerichtete Kritik zumindest ansatzweise. Als Fast-Kapitän und Führungsspieler muss er sich natürlich auch öffentlich vor die Mannschaft stellen dürfen. Und darauf hinzuweisen, dass man gleich nach Saisonbeginn nicht eine neu zusammengestellte Mannschaft runterputzen muss, ist mehr als legitim. Zumal es tatsächlich albern ist, wenn man immer so tut, als müssten Fußballspieler – nur weil sie mit ihrem Job gutes Geld verdienen – maschinengleich ihr Pensum herunterspielen können. Fußballmannschaften sind fragile Systeme, die gerade in Bezug auf das Spielverständnis auch Zeit brauchen, sich zu finden und gerade in Zeiten, in denen es nicht so läuft, öffentliche Unterstützung gebrauchen können. Leipziger Öffentlichkeitsextreme weiterlesen

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Bayernjäger?

Mateschitz hat erklärt, Leipzig solle „in fünf bis sieben Jahren“ international spielen. Suchen nicht auch Sie, der mit dem HSV schon ganz oben mitspielte, die Augenhöhe zum FC Bayern?
Dafür müssten wir sehr, sehr viel Geld in die Hand nehmen – sehr viel mehr, als wir es jetzt tun. Der FC Bayern wächst seit 1965, also seit knapp fünf Jahrzehnten. Was wir den Bayern aber gern streitig machen würden: Im Moment sind sie geografisch gesehen der östlichste Bundesligaklub. Das würden wir ganz gern werden. Für weiterführende Kampfansagen stehe ich nicht bereit. (Dietmar Beiersdorfer, Welt vom 12.08.2010)

Ich hatte bereits in meiner Auseinandersetzung um die 50+1-Regel darauf hingewiesen, dass die alteingesessenen Bundesliga-Klubs einen sportlich-wirtschaftlichen Vorsprung haben, den man nicht einfach durch den Einsatz von Geld aufholen kann. Schon das Ziel, auf Augenhöhe mit Dortmund, Bremen, Hamburger SV, Schalke, Wolfsburg oder Leverkusen zu agieren, ist hochgradig ambitioniert und keineswegs ein Selbstläufer. Ein Verein und das entsprechende Publikum müssen sich über Jahre entwickeln, um bundesligareif zu werden. Das braucht auch entsprechend Geduld, insbesondere wenn man erst mal in den ersten zwei Profiligen angekommen sein sollte. An den Punkt zu kommen, sich auf Dauer mit den Bayern messen zu können, also Jahr für Jahr gejagt zu werden und sich durchsetzen zu müssen, ist nicht nur nicht planbar, sondern überhaupt erst in Ansätzen denkbar, wenn RasenBallsport Leipzig ein paar Jahre lang national und später auch international gewachsen sein sollte. Bis dahin fließt noch extrem viel Wasser die den jeweiligen Regionen entsprechenden Flüsse hinunter. Und sowieso heißt die sportliche Realität derzeit Havelse und Meuselwitz oder auch Magdeburg und Kiel, eine Realität, die für den Moment anspruchsvoll genug ist, als dass man über Kampfansagen an alteingesessene (Erst-, Zweit- oder Dritt-) Bundesligisten nachdenken müsste.

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Kein Transfergerücht mehr: Christopher Gäng

Eine eher unspektakuläre Neuverpflichtung vermeldete RasenBallsport Leipzig am Wochenende. Mit Christopher Gäng wurde die noch offene Stelle auf der Torwartposition besetzt. Gäng ist mit seinen 22 Jahren für einen Torhüter relativ jung und erhält einen Einjahresvertrag mit Option auf mehr. Gäng galt vor drei Jahren als großes Talent, konnte sich aber bei Hertha BSC auch aufgrund diverser Verletzungen nicht durchsetzen, sodass sein Vertrag dort nicht verlängert wurde. Aufgrund seiner fehlenden Spielpraxis ist Christopher Gäng ein relativ unbeschriebenes Blatt und wird wohl – so seine Leistung bei RB Leipzig nicht explodiert – über die Rolle des Ergänzungsspielers nicht hinauskommen. Fraglich ist in jedem Fall, ob Gäng die gewünschte Druck machenden Konkurrenz zu Sven Neuhaus sein kann. Vielmehr scheint die Position der Nummer 1 zementierter denn je und Gäng und Bellot werden sich um die Nummer 2 und um Einsätze in der zweiten Mannschaft streiten. Aus meiner Sicht könnte man damit die Kaderplanung bis zur Winterpause schließen, denn trotz des eher mauen Punktspielauftakts denke ich immer noch, dass Kader und Trainerposition bei RasenBallsport Leipzig nach menschlichem Ermessen absolut sinnvoll und ausreichend besetzt sind. Jetzt heißt es arbeiten, arbeiten und noch mal arbeiten, System und Mannschaft aufeinander abstimmen und irgendwann die Früchte der Arbeit ernten. Meinetwegen gerne schon am Samstag im Heimspiel gegen Hannovers U23.

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