Dementidementierer

Felix, der Glückliche, wird weich fallen. Falls er den Stress satt hat, in Ruhe ein Team aufbauen möchte und noch Geld braucht, reicht ein Anruf beim stets erfolgsorientierten Herrn Mateschitz. Im Reich der Roten Bullen ist trotz des gestrigen Dementis Platz für den dreifachen Meistertrainer und seine Wünsche. (Steffen Enigk, LVZ-Redakteur, nachdem Thomas Linke Spekulationen über Felix Magath als Trainer von RB Leipzig dementiert hatte in der LVZ vom 17.03.2011 )

Und ein Tag später schon war Felix Magath in Wolfsburg angestellt. Tut das was zur Sache? Vermutlich nicht. Wenn man schon derart offensiv öffentlich zeigt, dass das, was handelnde Akteure äußern, für die eigene Meinungsbildung überhaupt keine Rolle spielt, dann wird die Meinung wohl auch nicht von Fakten widerlegt. Vielmehr wird die neue Sprachregelung ein ‚Dann eben in ein paar Jahren Magath bei RB Leipzig‘ sein. Ein Narrenspiel der Geschichtenproduktion in den Medien ist das, was in den letzten knapp 2 Wochen rund um Magath und Red Bull und Leipzig passiert ist. Magath schaut sich nach einem Haus in Salzburg um, hieß es irgendwo. 8 Millionen würde RB an Gehalt für eine Magath-Verpflichtung zahlen, schrieb die BILD, wenn ich mich recht erinnere. Und Enigk, Steffen toppt das ganze und zeigt, dass ihn Dementis nur interessieren, weil er mit ihnen nach dem schrägen Motto ‚wer dementiert, der gibt etwas nicht zu, was aber tatsächlich stimmt‘ oder anders ‚wer dementiert, schwindelt‘ verfahren kann. Man muss sich nur mal versuchen vorzustellen, wie ein Dementi aussehen müsste, damit zum Beispiel ein Steffen Enigk es glaubt. Schwer das.

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RasenBallsport Leipzig vs. FC Oberneuland 3:0

Und weiter geht es im bekannten Rückrundenstil von RasenBallsport Leipzig. Wenn schon gewinnen, dann richtig. 5 Siege stehen nunmehr seit der Winterpause zu Buche: drei mal 3:0, ein mal 4:0 lautet die durchaus beeindruckende Bilanz für diese 3 Heim- und 2 Auswärtsspiele. Wenn da nicht die 2 Niederlagen und die 2 kürzlichen Unentschieden wären, hätte man im übrigen am gestrigen Freitag den Chemnitzer FC in der Tabelle überholen können. Hätte, wenn und trallala.

Genauso wie sich die Ergebnisse der Siege gleichen, gleicht sich auch die Art und Weise der letzten 3 Heimauftritte, die ich nach dem Hamburg-Spiel als robusten, zielführenden Regionalligafußball gekennzeichnet hatte. So eben auch gestern. Ohne groß zu glänzen, man könnte auch sagen, dass das Spiel von RasenBallsport Leipzig streckenweise nicht sonderlich ansehnlich war, dominierten die RasenBallsportler das Geschehen auf dem Rasen deutlich. Defensiv robust, was dazu führte, dass der Gast erst um die 70. Minute herum zur ersten Chance aus dem Spiel heraus kam. Da stand es allerdings auch schon 2:0. Offensiv kein Feuerwerk, aber trotzdem immer wieder, insbesondere in Hälfte 2 mit hochkarätigen Chancen oder potenziellen Chancen (also Angriffssituationen). Verknüpft mit einer recht ordentlichen Chancenverwertung war das Spiel so ok und unterhaltsam wie solider, zielführender Regionalligafußball eben so ist. Ein angenehmer Fußballabend im kalten, hell erleuchteten UFO Red Bull Arena. Mir machte das bei allem gelegentlichen Kopfschütteln tatsächlich Spaß.

Wobei der Spaß auch durchaus hätte getrübt werden können von einem weitestgehend chancenlosen und harmlosen Gast aus Oberneuland. Vor allem in der mit nur wenig Chancen und Höhepunkten gespickten 1.Hälfte, die man im Zusammenschnitt auf 2 oder 3 Szenen zusammenkürzen kann, hätte das Pendel auch gegen RasenBallsport Leipzig ausschlagen können. Wie so oft in dieser Saison waren dafür Standards verantwortlich, von denen 2 derart dilettantisch verteidigt wurden, dass ich nicht mal zum Kopfschütteln kam. Im ersten Fall rettete Christopher Gäng großartig auf der Linie, im zweiten Fall verhinderte der Pfosten den Einschlag der Kopfballbogenlampe, die mich ein wenig an den Regionalliga-Auftakt gegen Türkiyemspor Berlin erinnerte. RasenBallsport Leipzig vs. FC Oberneuland 3:0 weiterlesen

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Zwischentöne

Am 13.02. begann für RB Leipzig die Rückrunde der Regionalliga. 29 Tage später, am 13.03. hatte man schon insgesamt 8 Spiele in den Beinen. Vor Beginn der englischen Wochen dachte man heimlich, still und leise daran, dass man in solchen Wochen prima große Stücken des großen Rückstandes auf den Chemnitzer FC wegknabbern könnte. Man dachte daran, dass RB Leipzig im knapp zweiwöchigen Türkei-Trainingslager Mut und neue Klasse geschöpft habe, um sich noch einmal voller Angriffslust in den Kampf um den Aufstieg zu werfen.

Nach dem Ende der englischen Wochen sieht die Bilanz für die bisherige Rückrunde so aus: 4 Siege, 2 Unentschieden, 2 Niederlagen. Oder um den Vergleich anschaulich zu machen. Im letzten Sommer stand man zum Saisonbeginn nach 8 Spielen bei 18 Punkten und 15:7 Toren. Nach 8 Spielen nach der Winterpause steht RB Leipzig bei 14 Punkten und 18:8 Toren. Rein von den Zahlen her hat sich die Saison nicht nur nicht verbessert, sie ist gar noch schlechter geworden, als die auch schon durchwachsene Hinrunde. Dafür, dass man die Winterpause über immer davon tönte, präsent sein zu wollen, wenn der Chemnitzer FC Schwäche zeigt, ist die Punktausbeute von RB Leipzig eine mittlere, sportliche Katastrophe.

Dabei fing alles so gut an nach der Winterpause. Vielleicht zu gut, wenn man an die Lobeshymnen nach dem 3:0 in Hannover denkt. Auf eine neue Stufe sah man die Mannschaft gehoben. Das Trainingslager habe das seine dazu getan, dass RB Leipzig nun endlich sportlich angemessen auftrete. Ich war nicht in Hannover und deswegen weiß ich nicht wirklich, was dort auf dem Platz zu beobachten war, aber nach dem Hannover-Spiel drückte ich meine vorsichtigen Zweifel zum neuen RB-Optimismus so aus: Zwischentöne weiterlesen

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Kaufrausch

Um aus der Regionalliga herauszukommen, braucht RB – unter anderem – noch zwei, drei torgefährliche Techniker wie Rockenbach, Typen, die das Offensivspiel prägen. (Steffen Enigk, LVZ-Sportredakteur am 11.03.2011 eben in der LVZ)

Genau das ist nicht das Problem von RB Leipzig, die individuelle Klasse. Die Offensivkräfte Rockenbach, Kammlott und Frahn haben locker Drittligaformat. Bei Paul Schinke bin ich mir (noch) nicht sicher. Was RB Leipzig fehlte und immer noch fehlt, sind schnelle und automatisierte Offensivabläufe. Fähigkeiten, die sich durch Training, passendes System und Spielpraxis ergeben. Das System von RB Leipzig mit 2 Sechsern, einer hängenden Spitze und zwei flexiblen, recht offensiven Außen passt meiner Meinung nach ziemlich gut zu den Einzelspielern. Spielpraxis gab es inzwischen auch reichlich. Trainieren tut die Mannschaft auch viel. Ob da zielgerichtetes Training von Offensivabläufen dabei ist, kann ich nicht beurteilen. Richtig sichtbar wird es jedenfalls nicht, wenn RB Leipzig bei jedem kompakten Gegner in tiefer, kreativer Verzweiflung versinkt. Aber na klar, man kann natürlich auch so tun, als lösten sich die Probleme durch massenhafte Einkäufe. Tun sie nicht, wie der Fall Rockenbach und seine im RB-Alltag verpuffende individuelle Kreativität zeigen..

Wie wäre es denn eigentlich im Gegensatz zu Kaufrauschforderungen mit dem hier, mitten aus dem sportlichen Herzen von RB Leipzig:

Gut langt nicht, wir müssen sehr gut werden. Da müssen wir weiter dran arbeiten. (Alexander Laas, Red Bull Audioplayer [broken Link], 13.03.2011)

Guter Ansatz von einem, den ich gerne einmal über einen längeren Zeitraum für RB Leipzig auf dem Platz sehen würde.

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SV Wilhelmshaven vs. RasenBallsport Leipzig 1:1

Oha, weiter geht es mit den mauen Ergebnissen der RasenBallsportler. Dem Unentschieden in Havelse folgt ein Unentschieden in Wilhelmshaven. Ein verdientes. Also keins, bei dem sich der Gastgeber über die Zeit rettete. Eher eins, bei dem der Gegner – je länger das Spiel dauert – die Chance auf 3 Punkte wittert und zu ergreifen sucht. Darf ich an dieser Stelle mal feststellen, dass keiner(!) der Punktverluste der Saison, weder der Hin- noch der Rückserie, sich durch Pech erklären ließe. Alle Spiele, die RasenBallsport nicht gewinnen konnte, hatten absolut verdiente Endergebnisse. Das ist tatsächlich die traurigste Erkenntnis der Saison. Dass Platz 4 und 12 Punkte Rückstand auf Platz 1 (bei einem Spiel mehr) den Leistungsstand bei RasenBallsport Leipzig absolut korrekt wiedergeben.

Absolut korrekt wiedergegeben ist mit Platz 1 auch der Leistungsstand des Chemnitzer FC. Die bei ihrem gestrigen 2:0 in Havelse auch demonstrierten, wo der Unterschied zwischen Chemnitz und Leipzig liegt. Defensiv stabil UND offensiv gefährlich, das gab es bei RasenBallsport Leipzig in der Zusammensetzung bisher nur äußerst selten zu bewundern. Da der einzige ernsthafte Verfolger der Chemnitzer, der VfB Lübeck beim nächsten RasenBallsport-Gegner Oberneuland verlor, kann man von einer Vorentscheidung im Aufstiegskampf sprechen und dem CFC schon fast Glückwunschkarten schicken. Und selbst ein bisschen Angst kriegen vor dem nächsten Freitag und dem Spiel gegen Oberneuland, den nächsten Gegner aus den unteren Tabellenregionen, der für RasenBallsport Leipzig, in deren derzeitiger Verfassung zur Herausforderung werden könnte. Wir werden sehen.

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Tore: 1:0 Ricketts (26.), 1:1 Gaebler (57., Eigentor)

Aufstellung:  Gäng – Albert, Sebastian, Franke, Müller – Geißler, Laas – Kammlott, Rockenbach (82. Ismaili), Schinke (72. Baier) – Frahn (87. Kutschke)

Zuschauer: 650

Links: RBL-Bericht [broken Link], RBL-Liveticker [broken Link], RB-Fans-Bericht [broken Link], MDR-Bericht [broken Link], Wilhelmshaven-Bericht

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Die Bank von RB Leipzig ist keine Bank

Für ein, zwei Tage fühlte sich das ja hier in diesem Blog fast schon wie Bundesliga an, nun geht es aber wieder weiter mit der geliebten Regionalliga Nord. Und auf die Meinung von gestern folgen heute wieder mal die zumindest für RB Leipzig harten Fakten. Nicht an den Leser denken inklusive.

Ich hatte mich in meinem kurzen Einwurf zum Havelse-Spiel ja darüber mokiert, dass Tom Geißler erst eine Minute vor Schluss in das Spiel geworfen wurde, eine Maßnahme, die mir arg sinnlos vorkam, weil sie dem Spieler keine Spielpraxis zukommen lässt und auf das Spiel keinen Einfluss haben kann. Ach doch, gewöhnlich wechselt man in der 89.Minute aus, um das Spiel über die Runden zu kriegen. Hmm, da es für RB Leipzig aber beim Tabellenvorletzten 0:0 stand, scheidet die Option wohl eher aus. Obwohl, sicher bin ich mir da natürlich auch nicht..

Wie auch immer, da ich an der einen oder anderen Stelle (wo hab ich vergessen) las, dass Tomas Oral vorgeworfen wird, zu spät zu wechseln, werfen wir heute mal einen Blick auf die Auswechslungen und vor allem deren Einfluss auf das Spiel. Als Vergleichsbasis für die Daten von RB Leipzig halten die beiden Top-Teams Chemnitzer FC und VfB Lübeck her. Zuerst einmal natürlich die Frage, wie oft gewechselt wurde und wie lange die Wechselspieler auf dem Platz standen. RB Leipzig wechselte demnach in 23 Spielen 67 mal (nur gegen Chemnitz ließ man 2 Optionen verstreichen), wobei die 67 Einwechsler insgesamt 1246 Minuten auf dem Platz standen: Die Bank von RB Leipzig ist keine Bank weiterlesen

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Felix Magath, Schalke 04, RB Leipzig: viel Medien und Unsinn

Die Bundesliga spielt derzeit verrückt. Was sich nicht nur im Tabellenstand, sondern auch auf dem Trainerkarussell bemerkbar macht. Zuerst wird beim FC Bayern van Gaal entlassen, darf aber noch bis zum Saisonende weitermachen. Ähm ja. Dann verkündet Armin Veh öffentlich seinen Abschied vom HSV, ohne vorher seinen Chefs Bescheid zu sagen und begründet das mit dem großartigen Satz

Ich bin ja auch nie über etwas informiert worden. (Armin Veh am 08.03. bei sportschau.de (broken Link))

Und zum krönenden Abschluss der Woche scheint es gesichert, dass Schalke-Aufsichtsratschef Tönnies Felix Magath loswerden will. Besser sofort als gleich, so kolportiert man. Ein Wahnsinn sondersgleichen das. Was hat man den Felix Magath letztes Jahr über den grünen Klee gelobt, als er mit komplett destruktivem Anti-Fußball seine Schalker ins Pokal-Halbfinale und zur Vizemeisterschaft geführt hat. Kann sich noch jemand dran erinnern? Ich meine, wir reden über den Trainer des Pokalfinalisten und eines Champions-League-Viertelfinalisten, ein Titel, den man bei Real Madrid in den letzten Jahren vergeblich anstrebte.

Seit dem Sommer und dem öffentlichen Gezerre um das Investitionsvolumen für Transfers wurde Felix Magath mehr und mehr demontiert. Zurecht oder nicht zurecht wurde er für seinen unzulänglichen Umgang mit den Fans kritisiert. Die (Art und Weise der) Entbindung Rolf Rojeks von seinem Posten als Fanbeauftragter hat man ihm nie verziehen und aufbauend darauf versuchte man in jeder Richtung sein Mütchen an ihm zu kühlen.

Die Zeit machte sich bereits im letzten Herbst die Mühe und schrieb ein ganzes Dossier, dessen bahnbrechende Erkenntnis darin bestand, dass Magath ein ganz seelenloser Knochen sein muss, weil er seinen Gesprächspartnern nicht in die Augen guckt und irgendwas unverarbeitetes mit seinem Vater hat (der wegging als er ein Jahr war). Voll Psycho der Typ. Keiner, dem man einen Verein voller Seele wie Schalke 04 anvertrauen möchte. Aha. Felix Magath, Schalke 04, RB Leipzig: viel Medien und Unsinn weiterlesen

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TSV Havelse vs. RasenBallsport Leipzig 0:0

Und wenn Du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her. Genauso ist es bei RasenBallsport Leipzig. Nur eben andersherum. Immer wenn man denkt, dass es nun ein wenig aufwärts geht, kommt der nächste Rückschlag. Und ein 0:0 beim Tabellenvorletzten gehört definitiv in die Kategorie Rückschläge. Egal, ob man nun eine Hälfte nur zu Zehnt gespielt hat oder nicht. Egal, ob man zum dritten Mal in Folge ohne Gegentor blieb. RasenBallsport Leipzig hat eine Halbzeit lang mit elf Spielern kein Tor erzielt und eine Halbzeit lang mit zehn Spielern auch keins. Das spricht für sich. Punkt. Alles andere müssen die beurteilen, die einen regnerischen Mittwochnachmittag mit Regionalliga-Livefußball verbrachten.

Weiter geht es bei RasenBallsport Leipzig natürlich trotzdem. Nämlich am Sonntag. Und wieder auswärts. Diesmal in Wilhelmshaven. Die stehen derzeit noch ein ganzes Stück vor Havelse über dem Abstiegsstrich. Könnte für die RasenBallsportler demnach eine richtige Herausforderung werden. Dass die LVZ in ihrem Online-Anhängsel Felix Magath als RasenBallsport-Trainer für die neue (Regionalliga!)Saison in Stellung bringt, sollte in diesem Zusammenhang nicht nur mir extrem komisch vorkommen. Sei es drum. Warten wir das Sonntag-Spiel noch ab, dann kann man in aller Ruhe eine Bilanz der 3 englischen Wochen am Stück ziehen.

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Tore: Keine

Aufstellung: Gäng – Sebastian, Hertzsch (46. Müller), Kläsener, Franke – Baier (89. Geißler), Rosin – Kammlott, Rockenbach, Schinke (81. Kutschke) – Frahn

Nur mal so als Anmerkung. Wie muss sich eigentlich Tom Geißler vorkommen, wenn er in der 89.Minute beim Stand von 0:0 beim Tabellenvorletzten auf den Platz muss. Ein Kopfballungeheuer, das vorne noch mal die letzte Ecke verwandelt, ist er nun nicht gerade. Also ich käme mir an seiner Stelle veralbert vor. Hoffentlich durfte er wenigstens mal gegen den Ball treten..

Rote Karte: Kläsener (43., nach Notbremse, die keine war)

Zuschauer: 525

Links: RBL-Bericht [broken Link], RBL-Liveticker [broken Link], RB-Fans-Bericht [broken Link], MDR-Bericht [broken Link], Havelse-Bericht [broken Link]

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Tomas Oral und der Gegenwind

Wir hatten super Wetter, super Rasen, ein super Ergebnis – und wenn der Abstand zu Chemnitz nicht so groß wäre, könnte ich mich auch darüber freuen. (Tomas Oral spielanalysierend auf der Pressekonferenz nach dem Sieg gegen den HSV am 06.03.2011, zitiert nach mdr.de (broken Link))

Hat eigentlich schon mal jemand Tomas Oral vor Pressevertretern beim Lachen oder bei einem Witz erwischt? Von daher wäre das mit der Freude sowieso so eine Sache, ganz egal wie groß der Abstand von RB Leipzig auf Chemnitz gerade ist. Aber mal unter uns: Ich kann diese spröde Art, die sicherlich nicht sonderlich medientauglich ist, eigentlich gut leiden. Zumindest nach Siegen funktioniert Tomas Orals Art sehr gut. Schon am vergangenen Mittwoch-Abend hatte Oral auf einen langen, zielsicheren Monolog des Braunschweiger Gästetrainers Benbennek sachlich völlig richtig mit

Von meiner Seite gibt es da nichts hinzuzufügen. (Video von der Pressekonferenz auf der offiziellen RB-Leipzig-Website [broken Link])

geantwortet. Was ihm später in Medienberichten als Überheblichkeit angelastet wurde. Naja. Ob aus RB-Trainer Tomas Oral bei sportlichem Erfolg in Medien und Öffentlichkeit noch ein gefeierter Star werden könnte? Zweifelhaft. Tomas Oral und der Gegenwind weiterlesen

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RasenBallsport Leipzig vs. Hamburger SV II 3:0

Langsam schmerzen die Niederlagen gegen Kiel und – die völlig unnötige – in Magdeburg. 4 liegen gelassene Punkte aus diesen Spielen im Sinn könnte man bei RasenBallsport Leipzig derzeit wieder ein bisschen Richtung Tabellenspitze schielen. So bleibt nur die Tatsache, dass man sich durch zwei Siege hintereinander wieder an die Plätze 2 und 3 herangeschoben hat. Stichwort Goldene Ananas.

Abseits der konkreten Tabellensituation stimmt es hoffnungsfroh, dass RasenBallsport Leipzig mit 7:0 Toren und 6 Punkten in 2 Spielen die Rückrunden-Achterbahnfahrt unterbrochen hat. Das Spiel gegen die U23 vom HSV wirkt auf den ersten Blick wie eine Kopie des Mittwochspiels gegen Braunschweig. Wieder zwei späte Tore in Hälfte 1, wieder beide Tore nach Standards. Dazu kurz vor dem Abpfiff noch ein Tor aus dem Spiel heraus. Es fehlte nur das spielentscheidende Tor gleich nach der Halbzeit.

Doch jenseits dieser puren Zahlen war das Spiel von RasenBallsport Leipzig gegen den HSV ein komplett anderes als das gegen Braunschweig. Die Braunschweiger unwillig am Spiel teilzuhaben und zumindest am Mittwoch auch nicht in der Lage, den destruktiven Stil erfolgreich umzusetzen, zeigte der HSV eine insgesamt starke spielerische Leistung, der nur die Torbelohnung versagt blieb. Ball- und Spielkontrolle, das waren die Konzepte des HSV. Damit konnte RasenBallsport Leipzig in Hälfte 1 noch sehr gut umgehen. Bei gegnerischem Ballbesitz (selbst hatte man den Ball vergleichsweise selten) wurden permanent Überzahlsituationen geschaffen, sodass der HSV zwar optisch gefällig kombinierte, aber in Strafraumnähe mit seinem Latein am Ende war. Ausnahme war Reagy Ofosu, der auf der rechten Seite einige Male seinem Verteidigungsgegenüber Fabian Franke entwischen konnte. RasenBallsport Leipzig vs. Hamburger SV II 3:0 weiterlesen

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Die Bundesliga zu Gast in RB Leipzigs Augen

Es war klar – so schmerzlich das auch ist –, dass es Rückschläge geben würde. Tiefschläge und Tiefs. Doch es war ebenso klar, dass es weiter- und vorwärtsgehen würde und wird. RB Leipzig wird weiterkämpfen und das Ziel Bundesliga nicht aus den Augen verlieren. (Editorial des RB-Programmhefts ‚Heimspiel‘ zum Braunschweig-Spiel, erhältlich auch noch zum HSV-Spiel am Sonntag oder zum Download hier [broken Link])

Ich fordere für RB Leipzig ein sofortiges Verbot des Wortes Bundesliga. Sicher ist es notwendig die Vereinsstrukturen (Nachwuchs, Infrastruktur) schon jetzt nach und nach an das Bundesliga-Niveau heranzuführen. Sicher sollte man seine sportlichen Ziele nicht aus den Augen verlieren. Und sicher führt die Öffentlichkeit das Wort Bundesliga gerne im Mund. Aber, im offiziellen Programmheft von RB Leipzig nach der zweiten Niederlage im erst vierten Rückrundenspiel der Regionalliga bei 16 Punkten Rückstand auf Platz 1 immer noch die Bundesliga vor sich her zu tragen, ist schon ziemlich unvernünftig. Von den 1276 Anwesenden dürften nur sehr wenige an Bundesliga gedacht haben. Die waren zu 95% tatsächlich wegen Regionalligafußballs da. Weil es sie weiter interessiert, mit welcher Mannschaft RB Leipzg die Saison beendet, ob es Shaban Ismaili mal wieder in den Kader schafft, ob Timo Rost und Lars Müller weiter auf der Bank schimmeln müssen, ob Daniel Frahn weiter den Goalgetter spielt, ob Thiago Rockenbach der erhoffte kreative Baustein ist. Alles Spieler übrigens, die vermutlich bei einer eventuellen RB-Bundesligasaison nicht mehr in Leipzig auf dem Platz stehen werden..

Die übrig gebliebenen Fans leben im Hier und Jetzt, freuen sich auf den Sonntag und das Gastspiel des HSV und den Rest der Saison. Etwas, was rings um RB Leipzig die ganze Saison über viel zu kurz gekommen ist. Immer ging es darum, etwas großes zu bauen, auf dem Weg in die Bundesliga zu sein, viel erreichen zu können, anstatt dem nächsten Gegner den Respekt zu erweisen, den er auch und gerade in der robusten Regionalliga verdient. Schluß jetzt endlich mit dem Quatsch. Wir spielen Regionalliga (!), hier und heute und vermutlich für mindestens 15 weitere Monate. Und ich freu mich drauf. Und falls RB Leipzig irgendwann auf Platz 1 stehen sollte, können wir uns ja mal über die 3.Liga unterhalten. Die steht nämlich genauso zwischen RB Leipzig und der Bundesliga wie die 2.Liga. Und bis das alles möglicherweise soweit ist, sind die einzigen, die Bundesliga sagen dürfen, die A- und B-Junioren, denn wenn irgendwer bei RB Leipzig zumindest in der (mehr oder weniger) Nähe der obersten Spielklasse ist, dann sie.

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RasenBallsport Leipzig vs. Eintracht Braunschweig II 4:0

Ganz im Sinne der sportlichen Achterbahnfahrt nach der Winterpause war der gestrige, klare Sieg von RasenBallsport Leipzig fast schon zu erwarten. Und auch ganz im Sinne der bisherigen sportlichen Leistungen erstaunt es nicht, dass man vielfach erkennen konnte, wie das Spiel der RasenBallsportler funktionieren KANN, aber nur selten zu sehen war, dass es tatsächlich funktionierte. Gleich 3 Standardtore sind statistischer Beleg für die spielerisch nicht durchgängig überzeugende, aber trotzdem immer überlegene und solide Leistung.

Erstaunen bereits zum Anpfiff. Zum ersten Mal hatte Tomas Oral auf eine Niederlage nicht mit personellen Änderungen reagiert, sondern die selben 11 RasenBallsportler aufs Spielfeld geschickt, wie gegen Magdeburg. Das ist grundsätzlich eine gute Idee, denn wenn man eine Vorstellung und ein Konzept von seinem Team hat, dann sollte es auch nach Niederlagen halten. Persönlich finde ich die Spielerwahl im Einzelnen nicht vollständig plausibel. Insbesondere die in der RasenBallsport-Defensive als Doppel-Sechs agierenden Baier und Rosin finde ich nicht unbedingt die perfekte Mischung. Sei es drum, das ist letztlich ja auch Sache des Trainers und wo er mit seinem Team hin will.

Man muss insgesamt sagen, dass die erste Halbzeit eine zwar dominante, aber trotzdem zähe Angelegenheit war. Zu limitiert waren die spielerischen Mittel bei RasenBallsport Leipzig, um aus dem Spiel heraus Gefahr zu erzeugen. Eine schöne Schusschance durch Baier, hervorragend aufgelegt von Frahn war da schon das höchste der Gefühle der ersten Hälfte. RasenBallsport Leipzig vs. Eintracht Braunschweig II 4:0 weiterlesen

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BAFF almighty

Man kann davon ausgehen, dass die Fans keine Träne des Bedauerns darüber verdrücken werden, dass Leipzig wohl nicht aufsteigt. So ein Projekt funktioniert vielleicht in der Formel 1, aber der Fußball ist zum Glück nicht kalkulierbar.* (Wilko Zicht, Sprecher des Bündnisses Aktiver Fußball-Fans [BAFF] bei sportschau.de (broken Link))

Es ist manchmal schon seltsam, mit welchem Allmachtsgedanken sich Einzelpersonen oder Fangruppen (als Vertreter von Partikularinteressen) zum Sprecher aller Fans erheben. Seltsam schon deswegen, weil sie eben jene eine Homogenität des Fan-Seins konstruieren, die es in keinem Stadion der Welt gibt. Es gibt bei allen Vereinen verschiedenste Gruppen mit verschiedenstem sozialen, politischen oder meinetwegen kulturellen Hintergrund. Sicherlich haben viele Vereine die eine oder andere dominierende Schicht, aber Homogenität als etwas was behauptet, dass alle gleichgeschaltet die selben Gedanken pflegen, ist das noch lange nicht. Oder anders gesagt: Was – aus Fankultur-Sicht – der Kurven-Ultra beim FC Bayern mit dem Haupttribünen-Gelegenheitsbesucher gemein hat, muss mir erst noch jemand erklären. BAFF almighty weiterlesen

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1.FC Magdeburg vs. RasenBallsport Leipzig 2:1

Wenn man 20, 21 Spieltage gespielt hat, dann lügt eine Tabelle nicht. Deswegen sind beide Mannschaften da, wie sie hingehören, im Moment. (Tomas Oral, Trainer RasenBallsport Leipzig im Red Bull Audioplayer [broken Link] vom 25.02.2011)

Recht hat er, der Tomas Oral. Deswegen gleich noch ein paar Blicke mehr auf die Tabelle vor dem Spiel beim 1.FC Magdeburg. RasenBallsport Leipzig: 4.Platz, 36 Punkte, 1.FC Magdeburg: 13.Platz, 20 Punkte (2 Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsrang). RasenBallsport Leipzig in Auswärtsspielen: 21 Punkte, 17:5 Tore. 1.FC Magdeburg in Heimspielen: 9 Punkte, 10:15 Tore (1 Punkt und 1 Tor pro Heimspiel!). Endergebnis des ungleichen Duells: 2:1 für die Elbestädter. Verdient!

Man kann wohl guten Gewissens behaupten, dass die Berg-und Talfahrt bei RasenBallsport Leipzig mit unvermindertem Tempo weitergeht. Hieß es aus des Trainers Mund vor dem Spiel noch, dass man mit dem Sieg bei Türkiyemspor „bei schwierigsten Bedingungen Charakter gezeigt“ [broken Link] habe und nun aufgrund des großen Abstands nach oben befreit vom Druck aufspielen könne, zeigte das Magdeburg-Spiel einmal mehr, dass es bei RasenBallsport Leipzig in und mit der Mannschaft über die Länge der bisherigen Saison gesehen keinerlei positive Entwicklung gibt. Was vor allem für den spieltaktischen Bereich gilt. In der Rückwärtsbewegung permanent anfällig für Konter, weil im Mittelfeld die Bälle verloren gehen. In der Offensive jenseits der schon vom Ex-Trainer Tino Vogel gepflegten Strategie der Flanke aus dem Halbfeld absolut ideenlos. Ballzirkulation als einziges, erkennbares Spielkonzept, das in sich zusammenbricht, sobald man auf Gegenwind stößt. 1.FC Magdeburg vs. RasenBallsport Leipzig 2:1 weiterlesen

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Das Finale der Regionalliga-Reform

All jene, denen das Thema eh am Arsch vorbei geht egal ist, können langsam und befreit durchatmen. Denn nun ist die Regionalliga-Reform wohl endgültig durch und die Regionalliga auf absehbare Zeit für die meisten Klubs mit Aufstiegswünschen wirtschaftlicher und sportlicher Wahnsinn. Wie deprimiert die allgemeine Stimmung bei jenen ist, die spätestens seit Saisonbeginn für eine neue, attraktive Regionalliga kämpften, lässt sich gut am verödeten Internetauftritt der Fans pro Regionalliga! [broken Link] feststellen. Mehr als 4.000 Facebook-Freunde, aber seit der unvernünftigen Entscheidung auf dem DFB-Bundestag ist Ruhe im virtuellen Karton.

Noch mal in Kurzform: Die Vereine der Regionalliga und vor allem deren Fans forderten eine reformierte Regionalliga, die attraktiver sein sollte als die alte. Zentraler Punkt des Forderungskatalogs war die Verbannung der zweiten Mannschaften in eine eigene Staffel, sodass alle anderen Mannschaften in die 2 verbleibenden Staffeln gekommen wären (deshalb auch 2+1-Lösung genannt). Das stellte sich früh als undurchführbar durch, weil die Profiklubs, denen die zweiten Mannschaften zugehören via DFL – so nahmen sie zumindest an – ein Vetorecht gegen diese Lösung gehabt hätten. Deshalb trafen sich einige Regionalligisten mit der DFL und loteten andere Lösungen aus, die sich um eine gesteigerte Attraktivität der Regionalligen drehten. Ein zusätzlicher Aufstiegsplatz war hier im Gespräch oder die Möglichkeit als Regionalliga-Zweiter am DFB-Pokal teilzunehmen. Es ging also den Regionalligisten bei den Reformwünschen darum, dass sie in verbesserter wirtschaftlicher Situation (durch mehr zuschauerfreundliche Duelle ohne zweite Mannschaften oder steigende Attraktivität duch Spannung auch jenseits des 1.Platzes, der zum Aufstieg berechtigt) auch anschlussfähig bleiben für die 3.Liga und somit für den Profifußball.

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Das gar nicht verflixte erste Jahr

Das erste Jahr ist wohl das leichteste, zumindest vermute ich so, wenn ich die Aussagen von Bloggern, die schon ein paar Jahre dabei sind, richtig interpretiere. Dieses hier, den rotebrauseblogger.de gibt es nun seit genau einem Jahr. Ein Jahr, das bei 262 geschriebenen Beiträgen als recht umfangreiches Bloggingjahr bezeichnet werden kann. Ein Maßstab (und darum drehen sich wohl alle Berichte über das erste Jahr), den ich vermutlich nicht auf ewige Zeit halten kann. Aber dafür ist der Blog hier ja auch ganz und gar meins und jederzeit veränderbar und so weiter. Das erste Jahr jedenfalls war schön, auch weil der Blog kontinuierlich inhaltlich und technisch gewachsen. Vor allem aber, weil sich eine kleine (aber immer größer werdende) und feine Stammleserschaft gebildet hat, für die zu schreiben sich lohnt und die sich egal ob pro oder contra RasenBallsport Leipzig bei Diskussionen zu fast 100% innerhalb der Toleranzgrenzen, die die Netiquette setzt, bewegt, was auch mir den einen oder anderen Erkenntnis- oder Verständnisgewinn gebracht hat. In diesem Sinne: Auf ein neues Jahr Bloggen im Dunstkreis eines deutschen Viertligisten.
Und weil es immer so schade ist, dass alte Texte in der Versenkung verschwinden, hier – quais als rückblickende Geburtstagssentimentalität – eine Liste meiner perönlichen Favoriten des ersten Jahres in alphabetischer Folge. Zum Stöbern quasi. Manches ernst, manches weniger, manches auch Zeitdokumente, die ich vielleicht heute ein wenig anders schreiben würde. Viel Spaß denen, die sich das antun möchten.

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Türkiyemspor Berlin vs. RasenBallsport Leipzig 0:3

Minustemperaturen, Minuskulisse, Auswärtsspiel beim Tabellenletzten. Schön geht definitiv anders. Heraus kam für RasenBallsport Leipzig dann doch was schönes, nämlich das Rückrundenstandardauswärtsergebnis, ein 3:0. Da Chemnitz zur Abwechslung mal auf Dusel machte und sein Heimspiel erst in der Nachspielzeit gewann, braucht man sich trotzdem nicht übermäßig über die verlorenen Punkte gegen Kiel ärgern. Sportlich dürfte das Ergebnis beim abgeschlagenen Tabellenletzten ein Muster ohne Wert sein. Die bekannten Offensivschwächen in der ersten Halbzeit wurden nach einem Frahn-Elfmetertor in Halbzeit 2 ein wenig vergessen gemacht. Mal gucken, was davon in Magdeburg am Sonntag übrig bleiben wird.

Spannender dann schon, was vor dem Spiel passierte. Aussortiert wurden bei RasenBallsport Leipzig nach dem Debakel gegen Kiel für dieses Mal die Herren Rost und Müller. Auf der Bank saßen sie dann für die gesamten 90 Minuten. Man könnte sagen, dass sich Tomas Oral in seinem saisonübergreifenden Rasieren einzelner Spieler treu bleibt und nun mal auf 2 zruückgriff, die noch gar nicht dran waren. Nun ja. Zumindest letzterer hatte gegen Kiel tatsächlich einen extrem schwachen Tag erwischt, hob sich damit aber nur unwesentlich von seinen verteidigenden Nebenleuten und dem Rest der Mannschaft ab. Türkiyemspor Berlin vs. RasenBallsport Leipzig 0:3 weiterlesen

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Thomas Linke: das passende Puzzlestück im RB-Universum

Manchmal geht das echt schnell mit dem Erfüllen von Wünschen. Gestern erst schoss mir angesichts des abzuhakenden Aufstiegs dies hier durch den Kopf:

Man hat nun bei RB Leipzig viel Zeit, die neue Saison anzugehen und Entscheidungen zu treffen, die sowieso schon seit langem anstehen. Die Wahl eines Sportdirektors oder die Inthronisation eines in Leipzig agierenden Präsidenten, also einer zentralen Figur im sportlichen Bereich wäre aus logischer Sicht zuerst dran. (RB Leipzig und der Versuch von Normalität)

Und ein paar Stunden später schon, also noch am selben Tag wird Thomas Linke bei RB Leipzig als Sportdirektor präsentiert. Halt präsentiert noch nicht, das wird erst im Laufe der Woche geschehen, aber schon mal bekannt gegeben. Was zumindest einem meiner freitäglichen Erlebnisse eine neue Komponente beimischt. Beim Blick ins Programmheft befiel mich nämlich wieder einmal ein leichtes Kopfschütteln als mir auf Seite 11 gleich nach der Fotostrecke der Salzburger Vize-Sportdirektor Linke entgegen lächelte und ein paar aufdiktierte Worte zu ‚unseren‘ Spielern bei RB Leipzig verlor. Dass 3 Tage später so richtig seine Spieler draus werden würden, konnte ich ja nicht ahnen. Wenn ich zu dem Zeitpunkt gewusst hätte, dass da der neue Sportdirektor spricht, hätte ich jedenfalls nicht so despektierlich die Nase gerümpft. Ob die Redakteure des ‚Heimspiels‘ (so heißt das Stadionheft) schon was ahnten?

Thomas Linke wird also Sportdirektor bei RB Leipzig. Thomas Linke, von dem es heißt bzw. der von sich sagt, dass er bisher bei Red Bull Salzburg stellvertretender Sportdirektor war. Wenn ich die Personalbesetzung in der Gesamtorganisation Red Bull richtig verstehe, dann war er aber tatsächlich Stellvertreter von Dietmar Beiersdorfer und nicht stellvertretender Sportdirektor bei Red Bull Salzburg, die witzigerweise gar keinen Sportdirektor haben(?). Thomas Linke also, der sich in der sportlichen Kurzaufzählung so anhört: Weltpokalsieg, Champions-League-Sieg, UEFA-Cup-Sieg, Vizeweltmeister, 5 mal Deutscher Meister, 3 mal DFB-Pokalsieger, 1 mal Österreichischer Meister, 340 Bundesligaspiele mit Schalke und Bayern, 43 Länderspiele. Beeindruckende Vita eines immer eher stillen Stars. Thomas Linke: das passende Puzzlestück im RB-Universum weiterlesen

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RB Leipzig und der Versuch von Normalität

Leipzig war bei Standards gefährlich. (Thorsten Gutzeit, Trainer bei Holstein Kiel nach der Partie (broken Link) bei RB Leipzig)

Wie deprimierend ist das denn. Da fährt RB Leipzig 2 Wochen lang ins Wintertrainingslager, holt mit Thiago Rockenbach eine kreative Schlüsselfigur und startet mit viel Hoffnung auf auch spielerische Entwicklungen in die Rückrunde. Und wofür wird man gelobt? Für Standards! Also das, was unisono in der Hinserie bei den Konkurrenten die Antwort war, wenn man sie nach den Stärken von RB Leipzig befragte. Standards! Ts.

Mit ein wenig Abstand wird das Spiel von RB Leipzig gegen Holstein Kiel nicht besser, aber man kann es gelassener betrachten. Es war wohl einer jener Tage, an denen Fußballspiele eine Eigendynamik kriegen, die man nur schwerlich stoppen kann. Das gibt es im positiven oder wie am Freitagabend bei RB eben auch im negativen. Da startet das Team 20 Minuten lang mit funktionierender Taktik, macht hinten die Räume eng und hält so den Gegner vom Strafraum weg, lässt den Ball laufen, kreiert sogar die eine oder andere gefährliche Situation und schießt ein Tor. Und dann kommt eine Standardsituation, in der die Innenverteidigung schlecht aussieht und den Torschuss nicht mit letzter Konsequenz verhindert und das Spiel bricht in sich zusammen. RB Leipzig und der Versuch von Normalität weiterlesen

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RasenBallsport Leipzig vs. Holstein Kiel 1:5

Untertitel gefällig? Ein Satz mit x, das war wohl nix. Ähm, naja. Besser schon: RasenBallsport Leipzig und die wahrscheinlich kürzeste Aufholjagd der jüngeren Fußballgeschichte. Ehrlich gesagt bin ich nach so einem Fußballspiel fast schon sprachlos, aber als Content Manager, ähm Blogger hat man ja Verpflichtungen gegenüber seiner Zielgruppe, vor allem der freudig-hämischen. Stimmts Herr Interpreter? 😉

Eigentlich war alles bereitet für einen schönen Fußballabend mit RasenBallsport Leipzig, der ja dann immerhin denkwürdig wurde. Flutlichtspiel im Zentralstadion. Ups, ist mir nur rausgerutscht. Red Bull Arena meine ich natürlich. Ich finde das als sportliches Ereignis immer noch großartig und war dementsprechend extrem vorfreudig gestimmt. Würde ich twittern, hätte ich wahrscheinlich immerzu ‚Geil, Flutlichtspiel‘-Tweets verschickt. Da ich nicht twittere, habe ich es mir quasi quer übers strahlende Gesicht geschrieben. RasenBallsport Leipzig vs. Holstein Kiel 1:5 weiterlesen

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