Archiv der Kategorie: Vorberichte

Zwischenspiel

[Direkt unter diesem Text der Liveticker von der Pressekonferenz einen Tag vor dem Spiel RB Leipzig gegen den FC Energie Cottbus II mit Alexander Zorniger, Daniel Frahn und Stefan Kutschke.]

Es wird wohl sowohl für den 1.FC Magdeburg als auch für RB Leipzig nach diesem bemerkenswerten Kampfspiel vor toller Kulisse in der vergangenen Woche eine erhebliche Aufgabe wieder zurück in den Ligaalltag zu kommen. Auf Magdeburg wartet bei Optik Rathenow eine unangenehme Aufgabe, bei der sie dank geographischer Nähe zumindest einige Fan-Unterstützung mitbringen dürften. Auf RB Leipzig wartet mit dem Freitagspiel (16.11., 19 Uhr, Red Bull Arena) gegen den Abstiegskandidaten Energie Cottbus II ein erhebliches sportliches Kontrastprogramm, bei dem es nicht wirklich viel zu gewinnen gibt, da jeder mit einem überzeugend erspielten Dreier rechnet.

Der eine oder andere dürfte so ein Spiel zum Charaktertest erheben. Kann man machen, trifft aber kaum den Kern, denn dass einem solches Spiel nicht mit dem selben Kribbeln entgegengefiebert wird wie dem Spiel in Magdeburg, leuchtet sofort ein (und darf vermutlich jeder auch an sich selbst beobachten). Schon eher sollte dieses Spiel ein Test sein, ob die Mannschaft in ihrem Spiel und ihrer Spielidee schon so gefestigt ist, dass sie in der Lage ist, einen Abstiegskandidaten zu beherrschen, auch wenn der motivationale Anreiz nur Normalmaße hat.

Energie Cottbus II könnte bis zur Winterpause der letzte Gegner aus der unteren Tabellenhälfte sein. Was einfach klingt, aber auch gleich die Alarmglocken schrillen lässt, denn die einzigen beiden Unentschieden der Saison leisteten sich die RasenBallsportler bisher in Spielen gegen Teams, die nach 11 Spieltagen in der unteren Tabellenhälfte stehen. Union Berlin II und der VFC Plauen (jeweils 1:1). In den vier Spielen gegen Teams, die aktuell in der oberen Tabellenhälfte stehen, gelangen vier Siege bei 11:2 Toren (also 2,75:0,5 Tore pro Spiel), in den anderen sieben Spielen gelangen fünf Siege bei 19:8 Toren (also 2,71: 1,14Tore pro Spiel). Keine extreme Differenz, aber vielleicht ein kleiner Fingerzeig, dass das mit der leichten Schulter nicht immer eine gute Idee ist.

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Fußballfesttag trotzt sportlich klarer Ausgangslage

[Ab 12 Uhr soll hier unter dem Text wieder von der Pressekonferenz vor dem Spiel 1.F Magdeburg gegen RB Leipzig getickert werden. Anwesend sein werden planmäßig Carsten Kammlott und Alexander Zorniger.]

Es hätte sportlich der absolute Knüller werden können, das Spiel von RB Leipzig beim 1.FC Magdeburg. Nach dem sechsten Spieltag stand der einst ruhmreiche Verein aus Sachsen-Anhalt mit nur zwei Punkten Rückstand auf RB Leipzig und fünf Punkten Vorsprung auf Jena und Zwickau auf Platz 2. Im Umfeld des Clubs begann man daraufhin bereits davon zu träumen, erster und einziger Herausforderer von RB Leipzig zu werden. Aus den nächsten vier Spielen holte man allerdings bei 4:7 Toren nur noch vier Punkte, inklusive des fast schon peinlich zu nennenden 0:3 bei Lok Leipzig vor ein paar Tagen, sodass man mit nun schon acht Punkten Rückstand auf RB Leipzig auch hinter Jena und Zwickau rangiert und die ganz große Euphorie erst mal weg ist.

Bei manchen Spielen macht der Tabellenstand aber auch nur einen Teil des Reizes einer Partie aus, sodass das Duell zwischen dem FCM und RB Leipzig, aus dem der MDR mal eben schnell ein Derby zauberte, trotz der geklärt scheinenden sportlichen Verhältnisse allenthalben mit einiger Vorfreude aufgenommen wird. In Magdeburg dürfte es völlig unabhängig vom Tabellenstand eine große Portion Motivation ausschütten, wenn es gegen das viele Geld aus der Messestadt geht. Vorbei die Tage, als man in Magdeburg selbst vom Investment träumte, ein Traum der in einer filmreifen Geschichte (wohl glücklicherweise aus Sicht der Gastgeber) den Bach runter ging.

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Zwischen Normalfall und Blamagegefahr

Die medialen Messer dürften schon gewetzt sein und entsprechende Artikel vorbereitet in der Schublade liegen, wenn der Tabellenerste RB Leipzig am Sonntag beim Tabellenletzten Torgelower SV Greif antritt (04.11., 13.30 Uhr). Zu verlockend ist die Ausgangssituation in diesem ungleichen Duell, als dass man nicht bereits Wörter wie Blamage, Millionentruppe und David und Goliath im Kopf zu einem entsprechenden Artikel verarbeitet hätte.

Es bietet sich ja auch an, wenn der große Aufstiegsfavorit zum ersten Abstiegskandidaten reist, wenn knapp 6 Millionen bei etwa 1 Million Euro Transferwert antreten, wenn ein Team aus einer 500.000-Einwohner-Stadt in eine 9.000-Seelen-Gemeinde reist. Es ist in jeder Beziehung ein Duell der Gegensätze, wenn die nach oben strebenden RasenBallsportler sich mit einem Verein messen, der noch vor zwei Jahren auf den Aufstieg in die Regionalliga trotz sportlicher Qualifikation verzichtete. Für RB Leipzig wird es nicht nur die weiteste Auswärtsreise der Regionalliga-Saison, sondern gleichzeitig auch die Fahrt in die kleinste aller Regionalliga-Städte.

Es ist dies gleichzeitig Neuland für RB Leipzig, denn weder traf man schon einmal auf den Torgelower SV Greif, noch war man überhaupt schon einmal so weit im Nordosten der Republik, ziemlich nah an der Ostsee-Küste in Form der Insel Usedom. Es ist nach der Fahrt nach Neustrelitz auch erst das zweite Mal in der Vereinsgeschichte, dass die RasenBallsportler Mecklenburg-Vorpommern einen sportlichen Besuch abstatten. Generell kann ich mich abseits der diesjährigen Spielzeit an keine Duelle zwischen Torgelow und Leipziger Mannschaften erinnern (Historienkenner vor für die Gegenfakten).

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Auf der Suche nach dem U23-Nussknacker

[Ab 12 Uhr (25.10.2012) hier unter dem Artikel der Liveticker von der Pressekonferenz vor dem Spiel RB Leipzig gegen Hertha BSC II mit Alexander Zorniger und Niklas Hoheneder]

Ich persönlich habe nicht wirklich etwas gegen die zweiten Mannschaften von Profiteams. Fußballerisch stecken sie mit ihren jungen Talenten sowieso die meisten Konkurrenten in die Taschen. Und interessetechnisch müssen sie sich vor Rathenow, Neustrelitz, Torgelow, Plauen und Co auch nicht verstecken. Zumindest halte ich es im Regionalligazusammenhang für eine Mär, dass mit zweiten Mannschaften automatisch geringere Zuschauerzahlen verbunden sind, weil jene Vereine, die sie ersetzen könnten, in Auswärtsspielen auch keine erhöhte Aufmerksamkeit über das Stammpublikum hinaus erregen, geschweige denn lohnende Gastfanmassen mitbringen würden. (Vielleicht ist meine Sicht hier aber auch durch die Regionalliga-Nordost-Idylle von nur drei Zweitteams verklärt.)

Trotzdem merkt man spätestens dann einen Unterschied, wenn man selbst nach vier Duellen zwischen RB Leipzig und Hertha BSC II, von denen ich drei glücklicherweise beobachten durfte, eigentlich keine besondere Geschichte erzählen kann. Gewissermaßen ist mit jedem Jahr eine neue Geschichte verbunden, weil die Fluktuation in einer U23-Ausbildungsmannschaft naturgemäß zu groß ist, um so etwas wie Kaderkonstanz und somit auch storytechnischer Stringenz zu entwickeln.

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Ungewisse Erwartungen

So, können wir uns also langsam wieder bereit machen für den Ernst des Ligaalltags, der morgen Abend (19.10., 19 Uhr) für RB Leipzig beim VFC Plauen wieder einzieht. Und wie schon im letzten Auswärtsspiel geht es wieder ins Vogtland. Nur statt nach Auerbach eben etwas weiter westlich nach Plauen.

Wobei das mit dem Ernst der Regionalliga im konkreten Fall so eine Sache ist. Denn einerseits scheinen die sportlichen Verhältnisse beim Spiel 14. und somit Drittletzter gegen den überlegenen Tabellenführer klar zu sein. Und andererseits dreht sich in der Wahrnehmung des VFC Plauen in diesen Tagen alles um die vielen, vielen Probleme die der Verein hat. Was aber für die Spieler der Gastgeber weniger relevant sein wird, da diese unabhängig von allem drumherum, dem großen Meisterschaftsfavoriten in die Suppe spucken werden wollen. Eher relevant könnte das für die RasenBallsportler sein, die bei all den Berichten über die Probleme des VFC Plauen das Gefühl kriegen könnten, dass im Vogtland gar nicht mehr Fußball gespielt wird. Wird es aber und spätestens mit Anpfiff der Partie wird man es erfahren.

Das was beim VFC Plauen derzeit so los ist, ist selbst in der problembeladenen Schnittstelle zwischen Profi- und Amateurfußball, die die Regionalliga ja ist, ziemlich beispielslos. Finanziell klemmt es mächtig, weil die Altlasten drücken und vor allem aktuell diverse Sponsorenzahlungen ausgefallen sind (das sind sie, die Probleme der Ebene in einer nicht unbedingt sehr wirtschaftsstarken Region). Was wiederum dazu führte, dass auch die Spielergehälter nicht pünktlich gezahlt werden konnten. Auch aus wirtschaftlichen Gründen ist das Ausscheiden im Sachsenpokal gegen den Landesligisten Döbelner SC am letzten Wochenende ein ziemliches Desaster.

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Grundbausteine für eine erfolgreiche Pokalsaison

Da können wir ja jetzt wieder mal all die Fußballplattitüden aufwärmen, die man eben so aufwärmt, wenn es im Pokal gegen einen unterklassigen Gegner geht. Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Es gibt keine Kleinen mehr. Und so weiter. Wobei das aus der Sicht von RB Leipzig eh alles keinen Unterschied macht, da die jeweiligen Gegner eh immer zu 120% motiviert sind, wenn sie gegen den finanziell und personell ordentlich gepimpten RasenBallsport auflaufen, ganz egal ob der Wettbewerb Regionalliga oder Sachsenpokal heißt.

Aus dieser Perspektive heraus sollte das Achtelfinalspiel von RB Leipzig bei Einheit Kamenz eine lockere Geschichte werden, denn ein hochmotivierter Landesligist ist eben doch noch mal mindestens zwei Nummern kleiner als ein hochmotivierter Regionalligist. Trotzdem hat Alexander Zorniger natürlich recht, der irgendwann einmal (das Fatale an Zornigers Kommunikationslust ist, dass sich nur selten erinnern kann, in welchem Zusammenhang er was wo gesagt hat) in völlig anderem Zusammenhang (ich glaub es ging um die These, dass auf RB eine Saison voller Pokalspiele wartet) anmerkte, dass höherklassige Mannschaften in Pokalspielen im Normalfall aufgrund ihrer Einstellung scheitern. Was auch für RB Leipzig in Kamenz der alles entscheidende Knackpunkt sein wird.

Jenseits dessen spricht aber wiederum deutlich für die RasenBallsportler, dass die Differenzen zwischen Regionallga und Landesliga gerade im Bereich der Fitness nicht unwesentlich sein dürften. Felix Magath merkte einmal nach einem mühevollen Pokalsieg mit den Bayern beim Drittligisten (damals noch die Regionalliga) St. Pauli an, dass es nicht verwunderlich sei, dass man sich so schwer tue, weil vom Trainingsaufwand her Profis gegen Profis spielen würden, die sich in Bezug auf ihre körperlichen Voraussetzungen wenig nehmen. Das sollte im Normalfall für einen Vergleich RB Leipzig vs. Einheit Kamenz und völlig unterschiedliche Trainings- und Fitnessmöglichkeiten nicht gelten. Von daher könnte es auch ein Motto des Spiels werden, den Gegner der Einfachheit halber müde zu spielen.

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Gegen die bösen Geister

[Die Pressekonferenz vor dem Spiel RB Leipzig gegen den ZFC Meuselwitz ab 13 Uhr im Liveticker unter diesem Text. Angekündigt sind Thiago Rockenbach und Alexander Zorniger.]

Nimmt man das Tempo der bisherigen fünf Saisonspiele zwischen Mitte August und Ende September als Maßstab, dann geht es gerade Schlag auf Schlag, denn nur fünf Tage liegen und lagen zwischen dem Spektakel in Auerbach und dem Auftritt von RB Leipzig unter Flutlicht am morgigen Freitag (05.10.2012, 19 Uhr, Red Bull Arena) gegen den ZFC Meuselwitz. Macht insgesamt vier Tage Trainingsmöglichkeiten, um den Spielern noch einmal nahezulegen, dass Defensivorganisation auch in der Regionalliga Nordost ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgs ist.

Ob man diese Qualitäten bereits gegen Meuselwitz benötigt, ist dabei durchaus fraglich, denn die Thüringer sind mit gerade einmal vier geschossenen Toren im Ligavergleich Abstiegskandidat. Dass sie mit diesen vier Toren trotzdem aus sechs Spielen bereits 10 Punkte geholt haben und damit im oberen Tabellendrittel stehen, wo sie auch zum Saisonende hin wollen, ist fast schon beeindruckend. Zumal man nach drei Spieltagen mit 1:9 Toren und nur einem Punkt noch Tabellenletzter war. Doch seither gewann man dreimal hintereinander mit 1:0. Wobei zu beachten bleibt, dass gerade die Heimgegner Plauen und Torgelow nun nicht gerade zu den schwierigsten Gegnern der Liga zählen.

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Unerwartete Taktiknebengeräusche

Spät, aber noch lange nicht zu spät, ein paar Worte zum morgigen (Sonntag, 30.09.2012, 13.30 Uhr) Spiel von RB Leipzig beim VfB Auerbach. Auerbach, da folgt spontan ein leichtes Ziehen in der Fußballmagengrube, denn Auwärstfahrten zu den heim- und kampfstarken Vogtländern gehören sicherlich nicht zu den Dingen, die man sich als Fußballer mit allergrößter Freude in den Terminkalender einträgt. Was nicht daran liegt, dass das Fahrtziel ein unschönes wäre, sondern vor allem daran, dass die Trauben in bekannt hitziger und enger Umgebung doch einigermaßen hoch hängen. Auch für einen gepimpten Kader wie dem von RB Leipzig. Darauf verweist schon allein die Tatsache, dass in Auerbach in einem Ligaspiel seit dem 07.05.2011 und seit Borea Dresden kein Team mehr drei Punkte eingesackt hat. Wird also Zeit, einer hübschen Serie einen hübschen Schlusspunkt zu verpassen..

Aus Sicht von RB Leipzig war Auerbach bisher ein erstaunlich gutes Pflaster. An das 3:0 im Oktober 2009, jenem Spiel in dem Nico Frommer seinen ersten von insgesamt 19 Liga-Treffern im RB-Trikot erzielte, wird sich wohl kaum noch jemand erinnern. An das 3:1 in einem Freundschaftsspiel im Juli 2011 eher noch weniger. Vielleicht schon eher in Erinnerung dürfte das hochemotionale 2:1 im Sachsenpokal am Gründonnerstag im April 2011 geblieben sein. Damals schoss Stefan Kutschke nach 70 Minuten und in Unterzahl (Tim Sebastian hatte noch vor der Pause Rot gesehen) mit seinem ersten(!) Pflichtspieltreffer RB ins Sachsenpokalhalbfinale. Die weitere Geschichte dürfte bekannt sein. Über die Stationen Dynamo Dresden und Chemnitzer FC ging es in den DFB-Pokal und gegen Wolfsburg und Augsburg. Sprich, große Geschichten können auch in Auerbach ihren Anfang nehmen. Davon können neben Kutschke und Sebastian auch noch die ebenfalls mitspielenden Frahn, Rockenbach, Schinke und Kammlott erzählen..

Legendär wurde der damalige Auswärtsauftritt aber vor allem durch Trainer Tomas Oral, der just diesen Tag nutzte, um erst der Mannschaft und dann der Presse mitzuteilen, dass er zum Saisonende nicht mehr Trainer bei RB Leipzig sein werde. Nicht ganz freiwillig, aber dank des damaligen Sportdirektors Thomas Linke äußerlich und im Zeitpunkt selbstbestimmt. Und in seinem Auftritt, wenn ich mich recht erinnere, auch sehr emotional und tränenbestückt. Es ist definitiv nicht so, dass bei RB Leipzig in reichlich drei Jahren wenig passiert wäre. Und der Oral-Abgang war ja damals auch erst der Auftakt für die vielen weiteren Storys um die Herren Linke, Gudel, Bach, Pacult und Loos. Fast kommt man sich vor als würde man über Zeiten sprechen, die 10 Jahre her sind. Dabei sind es gerade mal 17 Monate..

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Außersportliche Brisanzen

[So technischerseits alles klar geht, gib es unter diesem Text ab 11 Uhr den Liveticker von der heutigen Pressekonferenz vor dem Spiel RB Leipzig gegen Germania Halberstadt. Angekündigt sind Sebastian Heidinger und Alexander Zorniger. Anmerkungen, potenzielle Fragen und Co gern als Kommentar unter dem Text.]

Bereits zum fünften Mal treffen am Sonntag (zur gewohnten Uhrzeit um 13.30 Uhr in der Red Bull Arena) RB Leipzig und Germania Halberstadt aufeinander. Fast könnte man für RB-Verhältnisse schon von einer Art Traditionsduell sprechen. Vier Mal ging bisher RB Leipzig als Sieger vom Platz. Nur einmal allerdings gelang ein Sieg mit mehr als einem Tor, damals noch in der NOFV-Oberliga Staffel Süd im Frühjahr 2010 (mit 2:0).

In Regionalligaspielen ist RB Leipzig damit gegen Halberstadt noch mit weißer Weste. Eine Bilanz, die RB nach zwei Jahren Regionalliga Nord außerdem mit je zwei Siegen nur noch gegen Oberneuland und gegen Meppen vorweisen kann (Voraussetzung: bereits mindestens zwei absolvierte Spiele gegen den Verein). Gegen alle anderen Gegner haben die RasenBallsportler bereits auf die eine oder andere Art und Weise Punkte liegen gelassen. Im Spiel gegen Halberstadt bietet sich also die Chance, die weiße Weste auf Rekordniveau auszubauen, denn in der Regionalligabilanz von RB gibt es keinen Gegner, gegen den man mindestens drei Mal spielte und verlustpunktfrei blieb.

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Charmante Wege zum Erkenntnisgewinn

Wem zu Optik Rathenow ohne Online-Schummelei und ohne näheren persönlichen Kontakt ins Havelland in freier Assoziation fußballerisches Wissen einfällt, den könnte man guten Gewissens in irgendeine Fußball-Quizzshow schicken. Mich jedenfalls nicht, denn bei Rathenow macht bei mir spontan wenig klick.

Was offenbar auch anderen so geht, weswegen die Story um Rathenows Coach Ingo Kahlisch gern bemüht wird. Der ist seit 1989, also seit 23 Jahren Trainer in Rathenow. Nächstes Jahr läuft sein Vertrag aus. Auf eine Vertragsverlängerung zu setzen, würde wohl jedenfalls nicht viel Geld einbringen..

23 Jahre sind natürlich eine verdammt lange Zeit. Aber die Zeit relativiert sich auch ein wenig, wenn man bedenkt, dass Optik Rathenow ein Verein ist, der fast die komplette Zeit zwischen Verbandsliga, Landesliga und Oberliga Nordost verbracht hat. Und für den die Regionalliga schon ein absoluter Ausreißer nach oben ist. Ein Verein also in den weiten Breiten der Amateurwelten. Ohne große Ambitionen, höheres zu erreichen. Wenn man das Steuern eines Vereins durch die Zeiten nicht bereits als höhere Aufgabe empfindet.

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Das überflüssige, aber elektrisierende Derby

Da steht es nun schon ziemlich nah vor der Tür dieses Derby Lok vs. RB Leipzig, von dem wohl kaum einer vor zwei Jahren gedacht hätte, dass es dieses als Ligaspiel in irgendeiner realistischen Zukunft noch mal geben wird. Zu unterschiedlich waren damals (und sind es auch heute noch) die Bedinungen und Zustände in den beiden Vereinen, als dass man glauben konnte, dass sich die Wege demnächst noch mal kreuzen könnten. Auf Lok-Seite dürfte dies zurecht ein wenig Häme produzieren über den Misserfolg des reichen Nachbarn, auf RB-Seite darf man dies nur allzu gern als Manifestation des sportlichen Scheiterns der letzten zwei Jahre begreifen. Dass man sich nun doch noch mal in die tiefen Unergründlichkeiten der lokalen Konkurrenz stürzen muss, hätte man sich jedenfalls (trotz des zu erwartenden Fußballfests) meinetwegen gerne sparen können, weil RB Leipzig in Spielen gegen Lok als großer Favorit kaum etwas zu gewinnen hat.

Das Spiel Lok gegen RB Leipzig ist das erste Leipziger Stadtderby (sieht man von inner-grün-weißen und anderen unterklassigen Duellen ab) seit April 2011, als der FC Sachsen Leipzig in seinem letzten Auftritt vor etwa 15.000 Zuschauern in dem, was zu besseren Vereinszeiten noch Zentralstadion hieß, Lok Leipzig mit 2:0 besiegte. Für RB Leipzig muss man gar bis in den Mai 2010 zurückblättern, bis man auf jenes erinnerungswürdige Spiel stößt, in dem RB Leipzig am letzten Spieltag der Oberliga-Saison 2009/2010 dem gastgebenden FC Sachsen Leipzig, in dem was an jenem Tag tatsächlich noch Zentralstadion hieß, mit 1:2 unterlag. Denkwürdig nicht nur, weil es die erste Niederlage von RB in einem Stadtduell war, sondern denkwürdig auch wegen der Rahmenbedingungen, die durch ein halbe Mannschaft, die bereits um ihre Vertragsnichtverlängerung wusste, geprägt war und ihren ultimativen Höhepunkt in der Entlassung von Aufstiegscoach Tino Vogel am Tag nach dem Spiel und im Anschluss an die Aufstiegsfeier fand.

Die letzten und einzigen zwei Duelle zwischen Lok und RB Leipzig fanden auch in der Saison 2009/2010 statt. Einem ungefährdeten 3:0 im Hinspiel (da gab es diesen Blog hier noch nicht einmal), folgte ein nicht ganz so ungefährdeter, aber auch verdienter 1:0-‚Auswärts’sieg im Rückspiel (da gab es den Blog dann schon, wie der Link beweist). Damals kamen in beiden Spielen zusammen reichlich 18.000 Zuschauer (Zuschauerbilanz der damaligen sechs Stadtderbys). Am Sonntag, 14 Uhr in der Red Bull Arena wird diese Zahl an Zuschauern in nur einem Spiel erwartet.

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Im Kampf gegen den FC Sachsen und den Geist der Vergangenheit

Schon jetzt ist mir bewusst, dass ich in Bezug auf die TSG Neustrelitz mit meiner Einschätzung zur Regionalliga Nordost 2012/2013 von Ende Juni, dass dieses Team zu den Kandidaten auf den zweiten Abstiegsplatz gehören würde, ziemlich phänomenal daneben gelegen haben dürfte (wobei ich damals auch einschränkte, dass Neustrelitz zum Kreis der Teams gehört, die „mich persönlich im neuen Spieljahr am positivsten überraschen“ könnten) . Diese Erkenntnis brachte mir nicht erst der Auswärtssieg beim Torgelower SV Greif vor zwei Wochen, der den Neustrelitzern die erste, wenig aussagekräftige Tabellenführung bescherte, sondern vor allem ein Blick auf den Kader des Aufsteigers aus der letztjährigen NOFV-Oberliga Nord.

Denn für die Regionalliga-Saison hat man nicht nur in Steine (das Stadion bzw. die eine Tribünenseite, die das Stadion hat, wurde regionalligatauglich gemacht, sprich ein wenig aufgehübscht und ein Zaun um den Gästebereich gezogen), sondern vor allem auch in Beine investiert. Und einige Beine haben durchaus auch klangvolle Namen. Wie zum Beispiel der ehemalige Spieler des FC Sachsen Leipzig Kai Hempel, der zuletzt in drei Jahren bei Energie Cottbus II zum Kapitän und Führungsspieler reifte. Hempel fehlte allerdings zum Saisonauftakt verletzt. Für das RB-Spiel wird der zentrale Mittelfeldspieler wohl kaum zur Verfügung stehen.

Auch aus Cottbus wechselte Velimir Jovanovic nach Neustrelitz. Auch er wie Hempel ein ehemaliger Spieler des FC Sachsen Leipzig. Und ebenso ein Neustrelitzer Urgestein sozusagen. Denn bereits zwischen 2007 und 2010 agierte der 24jährige im Süden Mecklenburg-Vorpommerns und avancierte zum Publikumsliebling. Sein Versuch, eventuell im Profifußball Fuß zu fassen ging über die glücklosen Stationen Cottbus, Jena, Magdeburg aber gründlich schief. Zu einer Hauptrolle in einer der deprimierendsten Episoden des Fußballs rund um RB Leipzig hat es aber trotzdem gereicht. 2 Tore und eine Torvorlage war Jovanovics Bilanz beim 3:1 von Energie Cottbus II gegen RB Leipzig im November 2010, also jenes Regionalliga-Spieljahr unter Tomas Oral, dessen Scheitern dieses Spiel einläutete.

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Das Warten findet langsam sein verdientes Ende

[Anmerkung: Unter dem Text gibt es einen Liveblog von der heutigen Pressekonferenz mit Ralf Rangnick und Alexander Zorniger und einigen mehr zum Saisonstart]

Eine neue Saison ist wie ein neues Leben. So oder zumindest ganz ähnlich lautet ja eine alte Weisheit aus dem Bereich des Schlagers. Nun denn, hier ist es das neue Leben mit altem Verein, die Regionalliga Nordost mit RB Leipzig. Saisoneröffnungen sind ja immer begleitet von einer ziemlichen Unsicherheit. Was sich in diesem Jahr noch dadurch verstärkt, dass in der Vorbereitung kaum ein Gegner auf Augenhöhe dabei war, sodass es ziemlich schwer ist, das aktuelle Leistungsvermögen der RasenBallsportler realistisch einzuschätzen.

Dazu kommt, dass mit Union Berlin II auch noch ein Gegner anreist, von dem man noch viel weniger weiß. Als typische Nachwuchsmannschaft hat man in der Sommerpause einen größeren Umbruch hinter sich. Gleich 12 neue Spieler weist der Kader bei transfermarkt.de aus. Keiner von ihnen älter als 23. Die meisten jünger bis wesentlich jünger. Eine echte und angesichts des frühen Saisonstarts noch stärkere Wundertüte. Wie es für zweite Mannschaften ja oft typisch ist. In der Vorbereitung war der Union-Nachwuchs jedenfalls nur durchwachsen erfolgreich. Die letzten zwei Spiele gingen gegen Oberligisten (Lichterfelde und Neubrandenburg) sogar jeweils mit 1:2 verloren.

Was darauf hindeuten könnte, dass Union Berlin II zum Heimspiel-Auftakt am Sonntag (13.30 Uhr) ein guter Aufbaugegner ist. Das wäre allerdings mit Blick in die Vergangenheit ein höchst fataler Gedanke, denn in zwei Jahren Regionalliga konnte RB Leipzig seinen Heimspiel-Auftakt noch nicht gewinnen. Im ersten Jahr konnte man sich gegen den krassen Außenseiter Türkiyemspor Berlin am ersten Spieltag gerade mal zu einem 1:1 kämpfen. Was noch dadurch an Peinlichkeit gewann, dass Türkiyemspor am Ende der Saison insgesamt nur zwei Pünktchen auf dem Konto hatte.. Im letzten Jahr dann unterlag RB Leipzig am zweiten Spieltag sogar nach gutem Spiel dem Hamburger SV II. In einer formalistischen Analyse könnte man nun sagen, dass Union Berlin die perfekte Kreuzung aus Türkiyemspor Berlin und Hamburger SV II ist. Aus dieser – zugegeben eher albernen – Perspektive wird es ein Kantersieg für die Gäste.

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Statt mittendrin nur irgendwie dabei

Und dann gibt es diese wirklich großartigen Statistiken. Die, die leicht verschwörungstheoretischen Charakter haben und Ableitungen vornehmen, wo de facto keine sind. Wie jene, dass dies Jahr bisher drei von vier Mannschaften, die zu Hause gegen den BVB im DFB-Pokal ausgeschieden sind, am Ende der Saison einen Aufstieg feiern durften. Düsseldorf und Fürth in die Bundesliga, Sandhausen in die zweite Liga. Und der vierte Auswärtsgegner des BVB hieß Holstein Kiel und spielt morgen im Fernduell mit dem Halleschen FC um den Aufstieg in die dritte Liga. Ausgang ist – na klar – nicht offen, sondern dank Statistik bereits entschieden. Schade HFC. 😉

Hätte man mich vor der Saison (und auch noch lang in diese hinein) gefragt, dann hätte ich gehofft, dass vor dem Spiel in Halle die Saison entschieden sein möge, weil mir ein Ausflug nach Halle mit dem Auftrag Punkte mitbringen zu müssen, als ziemlich heftiges Roulettespiel erschien. Dass RB Leipzig nun ziemlich entspannt und ohne Druck nach Halle fahren kann, entspricht trotzdem nicht so recht meinen Hoffnungen vor der Saison.

Aber es ist eben wie es ist, für RB Leipzig geht es nur noch um solche Kategorien wie Ehre und Charakter und um einen gelungenen Saisonabschluss und für den Halleschen FC geht es schlicht um alles, nämlich um den Drittligaaufstieg. Wenn sie die sechs Punkte Vorsprung auf Kiel, die es nach 30 Spielen waren, tatsächlich noch verspielen, dann wäre dies tatsächlich ein heftiges Desaster für eine Stadt, die nach der Phase der allumfassenden Tristesse während der Zeit des Stadionumbaus so etwas wie Fußballeuphorie atmet. Allerdings endete auch der letzte aussichtsreiche Versuch, aus der Regionalliga zu entkommen, im Jahre 2009 auf dem undankbaren zweiten Platz. Hinter? Na klar, Holstein Kiel. Wegen zweier Unentschieden und einer Niederlage in den letzten vier Spielen. Aktuelle Bilanz der Spieltage 31-33: ein Sieg, ein Unentschieden, eine Niederlage.

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Anders als gedacht

Ja, das hatte man sich etwas anders vorgestellt, das mit dem letzten Heimspiel am morgigen Samstag (13.30 Uhr) in der Red Bull Arena gegen den VfL Wolfsburg. Ein rauschendes Fest sollte es werden. An einem Tag, an dem der Aufstieg im besten Fall klar gemacht worden wäre. Und nebenbei hätte man den bundesdeutschen  Zuschauerrekord für Viertliga-Regionalliga-Spiele (bisher 18.500 beim Spiel Preußen Münster gegen Gladbach II letzte Saison) gebrochen.

So oder so ähnlich sah es wohl in den Träumen der meisten RB-Anhänger aus. Und nun wird das Stadion mit Freikartenbesuchern aufgefüllt und selbst Lok dürfte (so in Meuselwitz nichts weltbewegendes passiert) einen Tag später trotz sportlich durchwachsener Saison dank intakter Aufstiegschance mehr Euphorie erleben (auch wenn ich nicht an die erwarteten 10.000 Besucher glaube) als die RasenBallsportler bei ihrem vorletzten Regionalligaauftritt der aktuellen Saison.

Na klar, ein kleines Fünkchen Hoffnung wabert natürlich ganz heimlich, still und leise auch durch mein Hirn. Was aber nichts damit zu tun hat, dass Meuselwitz-Boss Wolf vollen Einsatz angekündigt hat und beim ZFC im Spiel gegen den HFC offenbar (was mich überraschen würde) keine Spieler für das Pokalfinale gegen Jena vier Tage später geschont werden. Denn realistisch ist es nicht, dass Meuselwitz den euphorisierten Gegner mit seinen mehr als 2.000 mitreisenden Anhängern stoppt. Aber ganz unten im Unterbewusstsein lauert das Wissen, dass im Fußball nicht immer der Realismus gewinnt, sondern auch ab und zu die unglaublichen Dinge passieren. Halt aber nicht täglich, sondern eher aller 10 Jahre mal. Mal abwarten, ob RB Leipzig schon dran ist mit einem Zehnjahresereignis..

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Auf den Spuren des FC Sachsen Leipzig?

Nach den statistischen Betrachtungen zum Sturmduo Frahn/ Kutschke nun also wieder zurück zum Kerngeschäft. Und das ist der Fußball. Der drittletzte Spieltag steht am Sonntag (06.05., 13.30 Uhr) auf dem Programm und der Gegner heißt im vorletzten Auswärtsspiel Germania Halberstadt. Was auch Anlass sein dürfte, allseits die Geschichte der 3:2-Wiederauferstehung aus dem Hinspiel wieder und wieder zu erzählen. Fast schon so als würde man von früher erzählen.

Und ein bisschen fühlt es sich tatsächlich so an, denn irgendwie lag das Hinspiel noch in einer Zeit, in der vieles, trotz der damals schon limitierten spielerischen Mittel, noch zu funtionieren schien und als der tiefe Riss im Selbstverständnis, der durch das Halle-Spiel zwei Wochen später folgen sollte, noch nicht erahnbar war. Das 3:2 im Hinspiel war genaugenommen schon ein Signal, dass nicht alles prima funktioniert, denn Halberstadt war mit seinem variablen, sehr ansehnlichen 4-1-4-1 spieltaktisch einfach mal besser und die RasenBallsportler drehten den 0:2-Rückstand vor allem mit einer großen Portion Willen und Moral und dank der Einwechsler Marcus Hoffmann und Carsten Kammlott.

Nun also wieder Halberstadt. Denen aber inzwischen der langjährige Chefcoach Andreas Petersen fehlt. Der hat sich vor kurzem für das Traineramt beim 1.FC Magdeburg ab der kommenden Saison entschieden, was zu einer sofortigen Vertragsauflösung in Halberstadt führte. Keine Ahnung, ob das jetzt gut oder schlecht für RB Leipzig ist. So ein Wechsel kann bei einer taktisch eingespielten und funktionierenden Mannschaft auch noch mal ein paar Prozente Energie freisetzen, weil man sich ja dem neuen Coach (der der alte Co-Trainer ist) zeigen will. Andererseits ging das erste Spiel unter Enrico Gerlach beim ZFC Meuselwitz mit 0:2 verloren.

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Wie Phönix aus der Asche?

Es hätte wohl so etwas wie die Elefantenduell der Regionalliga Nord werden sollen, das morgige Auswärtsspiel von RB Leipzig bei Holstein Kiel. Im Heimspiel gegen Kiel am 13.Spieltag kämpften sich die RasenBallsportler mit einem 2:1-Heimsieg durch zwei Frahn-Tore an die Tabellenspitze. Zwei Punkte Vorsprung hatte man damals auf den Halleschen FC, vier Punkte Rückstand sind es dank des Hallenser Siegs im Nachholspiel in Halberstadt inzwischen geworden. 6 Punkte hat man auf Halle in den letzten 16 Spielen verloren. Nicht gerade wenig.

Statt des Elefantenduells der zwei nominell wohl stärksten Viertliga-Teams um den Aufstieg geht es deswegen in diesem heiß ersehnten Duell nur noch um die Rolle des ersten Halle-Verfolgers. Wer verliert, ist raus aus dem Aufstiegskampf. Wobei ich glaube, dass Kiel bei sechs Punkten Rückstand praktisch sowieso schon ziemlich nah dran ist, raus zu sein, egal wie das Spiel ausgeht. Trotzdem werden die Norddeutschen wohl mit der hundertprozentigen Einstellung in das Spiel gehen, dass sie ihre letzte Chance nutzen wollen. Und die heißt, genau wie bei RB Leipzig: die letzten fünf Spiele gewinnen. Da beide Teams die selbe Aufgabe eint und dies ganz automatisch in offenem Widerspruch zueinander steht, gilt für morgen das alte Highlander-Motto: Es kann nur einen geben.

Es ist nicht nur das Duell drei gegen zwei, es ist auch das Duell der extrem heimstarken Kieler gegen die extrem auswärtsstarken RasenBallsportler. Erstere haben zu Hause in 15 Partien lediglich zweimal Unentschieden (Halle und Plauen) gespielt, letztere in 14 Auswärtsspielen nur ein Unentschieden (Havelse) und eine Niederlage (HSV) kassiert.

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Motivationshilfen

Vorneweg an die, die sich nicht so recht für Twitter, Google+ und Facebook interessieren, der Hinweis auf den Sonderzug [broken Link], der vereinsseitig für das Auswärtsspiel in Kiel organisiert wurde. Prima Angebot für ein hochwichtiges Auswärtsspiel.

Aber nun zur Sache, denn das Duell RB Leipzig gegen den Halleschen FC (und vielleicht ja doch noch mal gegen Holstein Kiel, die derzeit etwas hinten an stehen) geht offenbar – noch mal angeheizt durch das 1:0 des HFC gestern in Lübeck und das Erobern der Tabellenspitze – in die entscheidende Phase. Zumindest kann man zu diesem Schluss kommen, wenn man den Vizepräsidenten des Halleschen FC Peter Sitte beim verbalen Angriff zuhört:

Wir steigen auf, weil wir eine Mannschaft sind und nicht nur Einzelspieler. Teamgeist schlägt Geld.

In Chemnitz hat man sich dieses Bild, so ich mich recht erinnere (zumindest in der öffentlichen Kommunikation), im letzten Jahr aufgespart bis nach der Saison, also bis zu einem Zeitpunkt, wo er ihnen nicht mehr auf die Füße fallen konnte. Den Hallenser Spruch können sich die RasenBallsportler nun gern in den Mannschaftsbus hängen oder wo auch immer man ihn hinhängen kann, wenn man will, dass er öfters ins Auge fällt.

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Wundertütenweisheiten

Können wir dann mal wieder? Uns nach dem emotionalen und diskussionsreichen Ausflug in die Welt von DFB, 50+1 und 11Freunden dem aktuellen Fußballgeschehen in der Regionalliga zuwenden, also dem am Sonntag (13.30 Uhr) wartenden Heimspiel gegen Energie Cottbus II? Ja? Super.

Denkt man an das Hinspiel bei der U23 von Energie Cottbus zurück, dann denkt man an einen ziemlich tristen, aber aus RB-Perspektive immerhin erfolgreichen Tag. 11 Cottbuser verteidigten 85 Minuten lang auf ziemlich altmodische Art ihr eigenes Tor. Etwa 45 Minuten davon sogar trotz Rückstands. Selten hat man das ‚Glück’, Fußball einer derart destruktiven Sorte zu bewundern, bei der der Gegner sich tatsächlich auf das Bespielen der 30 Meter vor dem eigenen Tor beschränkt. Und nachdem die Cottbuser in den letzten fünf Minuten, dann doch mal gen gegnerischem Strafraum unterwegs war, beschied man sich sogar nach dem Spiel noch selbst, dass man seine aufopferungsvolle Leistung hätte mit einem Punkt belohnen können. Dabei hätten sie sich statt einer Belohnung zur Strafe eine Dauerberieselung mit dem Spiel verdient gehabt.

Zuschauertechnisch waren das aus RB-Sicht noch die alten Zeiten, in denen etwa 50 Leute die leicht spärliche Gästeblockbesatzung bildeten. Ein Wochenendspiel in Cottbus würde wohl derzeit locker das Sechsfache, vermutlich eher das Zehnfache mobilisieren. Irgendwie fast ein wenig surreal die Entwicklung. Am Sonntag ab 13.30 Uhr warten aber auf RB Leipzig ein Heimspiel und vermutlich irgendwas um die 7.000 Zuschauer. Und dazu eine sportliche Pflichtaufgabe, da muss man gar nicht lang drum herum reden.

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Fehlende Flexibilität

Wie RB spielt, ist uns bekannt. Von beiden Flügeln werden die Bälle in den Strafraum geschlagen, darauf müssen wir uns einstellen. (Thomas Hoßmang, Trainer beim VFC Plauen gegenüber der Freien Presse)

Also ich finde das ein wenig deprimierend, dass der Plauener Coach mit seiner Analyse den Finger doch relativ präzise in die Wunde legt. Hat man die Flügel ausgeschaltet, dann hat man RB Leipzig bereits die wichtigste Waffe genommen. Durch Tom Geißler (solange er spielen durfte) und Roman Wallner ist das Spiel zwar nicht mehr ausschließlich flügelfixiert, wie man gegen Wilhelmshaven gut sehen konnte, aber ansonsten läuft das meiste an geordnetem Spielaufbau über die Flügel und ansonsten wird es der klassische lang-hohe Ball auf die Stürmer. Ganz besonders deprimierend daran ist, dass Hoßmang seine Plauener mit dem vorhandenen Kader im Vergleich mit RB als weniger ausrechenbar(!) ansieht. Autsch.

Peter Pacult erklärt derweil via BILD seine Umstellungen beim Auswärtsspiel in Hamburg:

Wir haben englische Wochen, ich wollte frische Leute bringen.

Der Tofavorit der Regionalliga mit der vielgerühmten Fitnessabteilung muss präventiv rotieren, weil man eine englische Woche spielt? Zumindest interessant die Aussage..

Und weil wir schon bei der Niederlage von RB Leipzig beim Hamburger SV II sind, ist auch das interessant: Fehlende Flexibilität weiterlesen

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