Archiv der Kategorie: Vereinsbaustellen

RB Leipzig vor der Hinrunde in der Bundesliga 2017/2018

Nur noch vier Tage, dann startet RB Leipzig in die zweite Saison in der Bundesliga. Praktisch, aber nicht formal auch der Saisonstart. Denn die Spielzeit wurde natürlich mit dem DFB-Pokal gestartet (und behinhaltet auch noch die Champions League). Der Auftakt gegen Dorfmerkingen war allerdings eher ein lockeres Warm-up, das man (bei aller Gegenwehr) eher der Testphase denn der Pflichspielphase zurechnen konnte.

Drei Wettbewerbe, das wird vor allem bis zur Winterpause viel Stress im Spielplan bedeuten. 25 oder 26 Spielen (je nach Abschneiden im DFB-Pokal) wird man binnen reichlich vier Monaten bestreiten. Ein ordentliches Pensum, wenn man es mit den 17 Spielen, die man letzte Saison bis zum Winter bestritt, vergleicht. Neun englische Wochen wird man dabei bestreiten. Zweimal sind es drei englische Wochen am Stück. Schon im September steht der erste Dreierpack mit fünf Bundesligaspielen und zwei CL-Auftritten in reichlich zwei Wochen an.

Klar, dass diese Art der neuen Anforderungen auch eine der zentralen Herausforderungen der neuen Saison ist. Auch wenn Dreifachbelastung aufgrund seiner dauernden Verwendung schon fast zum Unwort geworden ist (und im Saisonverlauf wohl solange genutzt wird, bis die Ohren bluten), wird das für alle Spieler im RB-Kader und für die Trainingssteuerung etwas völlig neues sein. Vergessen sollte man dabei nicht, dass die Nationalspieler auch in den Wochen, in denen keine Ligaspiele stattfinden, mit Länderspielen unterwegs sind und dort im Extremfall vielleicht auch noch zwei Spiele bestreiten.

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Saurer Apfel Champions-League-Kader

Beim Rumgucken bin ich aus welchem Grund auch immer mal wieder über die UEFA-Seite gestolpert. Und dort über die Regularien für die kommende Champions-League-Saison (pdf). Gar nicht bewusst war mir bisher, dass es auch in diesem Wettbewerb Beschränkungen bei der Kadernominierung in Bezug auf lokal ausgebildete Spieler gibt.

In den Bundesligen gibt es diese ja auch. Die UEFA-Regeln schließen sich da an, sind aber etwas rigider formuliert. Vor allem gilt bei der UEFA, dass man nur einen 25-Mann-Kader für die ganze Saison nominieren kann, sodass das Erfüllen der Local-Player-Regel sehr viel schwieriger ist als in der DFL, wo das auch Spieler sein können, die die Kaderplätze 26 bis 30 belegen. Saurer Apfel Champions-League-Kader weiterlesen

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Mehr Metropole wagen

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet im Umfeld von RB Leipzig nun teilweise Emil Forsberg angegangen wird, weil man ihm Wechselwünsche nachsagt. Geldgierig seien er und sein Berater heißt es an manchen Stellen vorwurfsvoll. Sie hätten doch in Leipzig alles, was sie brauchen. Ausgerechnet in Leipzig, wo man in den vergangenen acht Jahren sehr gut davon lebte, Spieler von Vereinen wegzuholen, die bei den entsprechenden Lohnzahlungen nicht mithalten konnten, erstaunt diese Argumentation dann doch ein wenig.

Man mag in der Bundesliga im Gegensatz zu den Vorjahren nicht mehr (und bei weitem nicht mehr) der größte Fisch sein. Aber man ist im Vergleich mit anderen Klubs in der Liga immer noch ein großer Fisch. Nur dass es halt eben auch größere Tiere gibt, die nun mit RB Leipzig auch das machen können, was man selbst immer mal wieder gemacht hat in den letzten Jahren (sowohl im Nachwuchs- als auch im Erwachsenenbereich).

Dass nun Emil Forsberg dafür ein wenig ins Visier gerät und öffentlich über sein Modebewusstsein oder seine angeblich veränderte Persönlichkeit oder seine „niederen Instinkte“ (LVZ) oder das Mode- und Stylebewusstsein seiner Frau Shanga geurteilt wird, ist ziemlich absurd. Da fühlt man sich ein bisschen wie im Dorf, wenn einer in die große weite Welt will oder nach großer weiter Welt aussieht und dafür von allen begafft und bekopfschüttelt wird. Macht man nicht, sei gefälligst so wie wir und träume nur davon, den Haushalt und deinen Vorgarten jeden Tag in Ordnung zu halten, so der seltsame Duktus dahinter.

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Geringe Restzweifel

Wenig beschäftigte die allgemeine Phantasie rund um den RasenBallsport (neben dem irrwitzigen Transfergerüchtekarussell) zuletzt mehr als die Lizenzierung der UEFA in Bezug auf die Teilnahme an europäischen Wettbewerben. Zwischenzeitlich griff man auf Experten zurück (wobei man sich bei manch einem auch fragen konnte, was ihn zum Experten qualifiziert), oft landet man auch bei meist bei freien Meinungstexten mit anonymen Quellenverweisen. Mein persönliches Lieblingsargument (bzw. Lieblingsindiz) für Verflechtungen zwischen Red Bull Salzburg und RB Leipzig ist immer noch die gemeinsam genutzte Fotodatenbank. Eine echte Legende. Einzutragen auf Seite 948 der UEFA-Lizenzierungsunterlagen unter ‚Welche Fotodatenbank nutzen sie und unter welcher Adresse stellen sie diese Journalisten zur Verfügung?‘

Abgesehen davon ist die Frage danach, ob RB Leipzig eine Lizenz für die Champions League erhält, durchaus keine triviale. Wenn man nicht gerade in Leipzig nachfragt, wo man gebetsmühlengleich keine Probleme mit irgendwas erwartet. Denn natürlich ist gerade die Verbindung über Red Bull nach Salzburg nicht wirklich wegzudiskutieren. Und das Interesse der UEFA, zwei Vereine, die nicht nur optisch auf den ersten Blick schwer voneinander zu unterscheiden sind, im Rahmen eines europäischen Wettbewerbs aufeinandertreffen zu sehen, sollte eigentlich eher gering sein. Selbst wenn die zugrunde liegenden Konstruktionen und Geldgeberüberschneidungen so oder so ähnlich auch schon anderswo praktiziert wurden.

Nun geht es aber wie so oft nicht wirklich um Interessenslagen, sondern vor allem um die Erfüllung von Lizenzbedingungen und Statuten und ähnlichem. Also all dem formalen Zeug, mit dem der Verband versucht, Dinge, die ihm wichtig sind (wie wirtschaftliche Nachhaltigkeit oder Wettbwerbsintegrität), so in Regeln festzugießen, dass man die Wettbewerbsteilnehmer in die gewünschte Richtung lenkt. Mit der entsprechenden Folge, dass manch Wettbewerbsteilehmer die Grenzen der Formalisierungen vor allem in Bezug auf die wirtschaftlichen Vorgaben auszureizen versucht.

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Bilanz: RB Leipzig in der Saison 2016/2017

Aktuell geht es eher darum, die Welle auch über den Winter weiterzureiten. Die Diskussionen, dass Leipzig in einen europäischen Wettbewerb einziehen muss, werden weitergehen. Von RB-Seite hält man sich diesbezüglich weiter bedeckt und stellt lieber die Entwicklung der Mannschaft in den Mittelpunkt. Fakt ist, dass man an den Europa-Debatten als Zweiter und bei elf Punkten Vorsprung auf Platz 7 nicht vorbeikommt. Fakt ist auch, dass Rangnick und Hasenhüttl irgendwas zwischen Platz 1 und 6 sicherlich sehr gern mitnehmen würden. Und die sportlichen Leistungen der Hinrunde haben entsprechende Ansprüche durchaus untermauert. Wird halt spannend, ob man nach der Winterpause den nächsten sportlichen Schritt in Sachen Konstanz gehen kann. (Zwischenbilanz: B Leipzig in der Saison 2016/2017)

Das was RB Leipzig vor der Winterpause auf den Rasen brachte, war überragend. Dass man dieses Niveau über die ganze Saison würde tragen können, war mehr als unwahrscheinlich. Entsprechend waren die 18 Spiele nach der Winterpause auch im Vergleich zu den ersten 16 Spielen geprägt von einigen Wellen in der Tagesform.

Der von vielen erwartete oder prognostizierte Einbruch blieb allerdings aus. Vielmehr stand eine Konsolidierung auf sehr hohem Niveau an. Anpassungen im Team betrafen sowohl die personelle Zusammensetzung als auch taktische Fragen. Notgedrungen oder freiwillig war gerade der erste Teil der Zeit nach der Winterpause auch geprägt von Versuchen, den Kader breiter einzusetzen. Dazu wich man auch zeitweise vom 4-2-2-2 ab und probierte es mit einer Dreierkette in der Abwehr oder mit Hasenhüttls Ingolstädter 4-3-3.

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Neue Kreativität gefragt

Am Wochenende feierten nicht nur die Profis ihren Erfolg des Einzugs in die Champions Leauge. Im Nachwuchsbereich endete parallel für die U19 zumindest die aufgrund ihres schlechten Verlaufs und den Dissonanzen im Nachwuchsbereich mit den Abgängen von Renat Dadashov, Idrissa Touré und Vitaly Janelt quälend lange Bundesliga-Saison. Und die Saison für die U23 ist auch in den letzten Zügen.

Gerade in diesen zwei Mannschaften gibt es unheimlich viele Spieler, deren Zukunft nicht geklärt ist. Die U23 wird aufgelöst, sodass die dort spielenden Akteure genauso eine neue Heimat brauchen wie der ältere Jahrgang der U19, der mehr nicht zu großen Teilen einfach in die U23 übertreten kann.

Das stellt RB Leipzig vor die Frage, welche Talente man behalten will, um den Profi- und Champions-League-Kader breit genug aufzustellen, welche Talente vielleicht über Leihen gehalten werden und Spielpraxis bekommen und welche Talente komplett gehen. Da müssen viele Entscheidungen getroffen werden. Die Abgänge von U23-Kapitän Alexander Siebeck und von Anthony Barylla jeweils in die dritte Liga (Karlsruhe bzw. Zwickau) verweisen darauf, dass da im Hintergrund schon einiges gewerkelt wird. Auch Alexander Vogel war zuletzt im Probetraining beim Halleschen FC, dürfte also zu den Abgängen gehören.

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„Politik gehört nicht ins Stadion“ als Antwort auf eine Frage, die sich gar nicht stellt

Immer wieder erregt das Thema Politik im Fußball die Gemüter. Politik gehört unbedingt dazu und wir bräuchten noch viel mehr Politisierung im Fußball hieß es kürzlich in einem Interview mit den St.-Pauli-Machern Lienen und Rettig. Fußball sollte ein Raum sein, in dem die Menschen vom Alltag und von Politik auch ein Stückweit abschalten können, so die Gegenposition, wie sie ein DFL-Geschäftsführer Seifert unter anderem vertritt.

Es gehört zu dieser Diskussion dazu, dass man sich dabei meist am Schlagsatz „Politik gehört nicht ins Stadion“ abarbeitet. Wobei häufig unklar bleibt, was da so alles unter Politik fällt und was nicht. Und Allsätze sowieso eine schlechte Diskussionsgrundlage sind.

Fakt ist, dass der Wunsch, sich in einem Stadion nicht mit Dingen jenseits des Fußballspiels auseinandersetzen zu müssen, zumindest nachvollziehbar ist. Der Anspruch, dass auch noch der letzte Lebensbereich von Menschen politisiert zu sein habe bzw. von ihnen selbst mitpolitisiert werden muss, ist ein seltsamer in einer Welt, in der sowieso schon der Anspruch besteht, sich mit Haut und Haar den Sphären von Kapitalismus und Gesellschaft zu verschreiben. Das Bedürfnis, sich dem zu entziehen und sich dem puren Träumen von Erfolgen und Glück zu widmen, per se als falsch zu diskreditieren, hilft nicht so richtig weiter.

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Keine Welle ohne Delle

Die letzte Länderspielpause der Saison. Manch einer wird sagen, dass sie nach drei Spielen ohne Sieg für RB Leipzig zum richtigen Zeitpunkt kommt. Weil man vor den letzten neun Spielen dieser Spielzeit, die ab dem 01.04.2017 innerhalb von sieben Wochen ausgetragen werden, noch mal durchschnaufen und feinjustieren kann.

Seit Spieltag acht ist RB Leipzig nun schon Zweiter oder besser. Nur fünfmal stand man überhaupt auf einem Platz, der nicht zur Teilnahme an der Champions League berechtigen würde. Klar hat man bisher im Saisonverlauf schon viel erreicht und deutlich über den Erwartungen gepunktet. Trotzdem oder deswegen wäre ein Herausrutschen aus den Top3 oder gar Top4 inzwischen durchaus eine Enttäuschung. Sprich, man hat nicht mehr nur etwas zu gewinnen, sondern auch zu verlieren. Auch deshalb vielleicht ganz gut, dass man jetzt mal ein paar Tage zum Durchschnaufen und Ablenken vor dem Saisonfinale kriegt.

Wenn man die bisher neun Spiele seit der Winterpause nimmt, dann war das aus Sicht von RB Leipzig schon auch ein wenig eine Berg- und Talfahrt. Vier Siege, vier Niederlagen und ein Unentschieden stehen im Jahr 2017 bisher zu Buche. Damit erreichte man 13 Punkte. Was im Vergleich der Bundesliga mittleres Niveau bedeutet. Interessant, dass man auf die Topteams Bayern, Dortmund und Hoffenheim seit der Winterpause zwischen vier und zehn Punkten verlor, während man auf die potenzielle Europa League Konkurrenz (Hertha, Köln, Frankfurt) sogar noch Punkte (zwischen einem und sechs) gutmachte.

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Mia san entschlüsselt

„Ohne uns wäre die Bundesliga im März schon entschieden“, erklärte Ralph Hasenhüttl noch Anfang Februar vor dem Spiel von RB Leipzig in Dortmund. Drei Niederlagen später ist es Mitte März und die Bundesliga zumindest in Sachen Meisterschaft entschieden. „Mia san mia“ heißt es bei den Bayern auch in dieser Saison. „Mia san entschlüsselt“, so könnte man nach der Niederlage gegen Wolfsburg mit Blick auf allerlei Berichte von der Partie meinen, heißt es nun statt des Bayernjägers in Leipzig. Wobei die Rolle des Bayernjägers genauso wie die Interpretation, entschlüsselt worden zu sein, ja eine Zuschreibung von außen ist.

Letztlich tritt in Leipzig vor allem erstmal Normalität ein. Man gewinnt Spiele und verliert Spiele. Man spielt teilweise gut und teilweise nicht so gut. Auf keinen Fall spielt man seit der Winterpause völlig abseits des möglichen in einer Bundesliga, die in der Rückrunde sehr viel ausgeglichener ist als in der Hinrunde.

Elf Punkte trennte nach sieben Spielen Platz 3 und Platz 16, also Toptrio und die letzten drei Mannchaften. In der Rückrundentabelle liegen zwischen Platz 3 und 16 gerade mal sechs Punkte. Und RB Leipzig liegt mit zehn Punkten genau in der Mitte. Wenn man am Anfang der Saison sagt, dass die Tabelle nach zehn Spielen Aussagekraft hat, dann stellt sich nun die Frage, in welche Richtung der Trend bei RB Leipzig weist. Beißt man sich eher an den oberen Plätzen fest oder geht der Trend nach unten?

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Pragmatisch, aber nicht wirklich ideal

Kaum ist das eine Nachwuchsthema durch, da ist auch schon das nächste da. In der Winterpause noch waren die Abgänge der einst hoch gehandelten Talente Renat Dadashov, Vitaly Janelt und Idrissa Touré aus vornehmlich nicht sportlichen Gründen das Thema. Bis Sportdirektor Ralf Rangnick höchstpersönlich die Streichung der U23 verkündete. Das saß. Zumal Ralf Rangnick noch vor nicht allzu langer Zeit als absoluter Befürworter der U23-Ausbildung auftrat und diese zur besseren Durchlässigkeit in die 3. Liga führen wollte.

Dass dieser Schritt überhaupt möglich wurde, liegt an einer DFL-Entscheidung aus dem Jahr 2014. Damals wurde die Verpflichtung, eine U23 im Spielbetrieb zu haben, aufgehoben. Sodass sich alle Vereine der ersten und zweiten Liga seit der Saison 2014/2015 selbst entscheiden können, ob sie diese Nachwuchsarbeit weiter betreiben wollen oder nicht.

RB Leipzig ist nun der vierte Bundesligaverein, der den Weg der Abschaffung der U23 geht. Zuvor hatten schon Frankfurt, Leverkusen und (der damalige Zweitligaaufsteiger) Darmstadt 98 diese Lösung präferiert. Auch in der zweiten Liga sind es mit Union Berlin, Aue, Dynamo Dresden und Bochum vier Mannschaften, die keine zweite Mannschaft mit Nachwuchsspielern mehr führen. Interessanterweise eben auch alle drei Ostklubs. (Unter anderem) Finanzielle Gründe dürfte man da durchaus naheliegend als Hintergrund vermuten.

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RB Leipzig vor der Rückrunde in der Bundesliga 2016/2017

Wenn die avisierten zwei Transfers noch gelingen und der Kader dann bis zur Nummer 17, 18 gut besetzt ist, sollte es drinliegen, das Saisonziel, nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben zu wollen, zu erreichen. Also irgendwas zwischen Platz 9 und Platz 14 als realistische Zielvorgabe, die einen halbwegs gelungenen Anpassungsprozess der jungen Hüpfer voraussetzt. Wenn das Team explodiert und ein bisschen Euphorie und Laune mitnimmt, dann ist auch noch mehr zumindest denkbar. Wenn wenig gelingt oder unvorhergesehene Ausfälle dazukommen, dann kann es auch schlechter und doch Abstiegskampf werden. Wobei diesbezüglich RB Leipzig den Vorteil hat, dass man im Winter eher keinen Schmerz hätte, noch mal tief in die Ablösekiste zu greifen und Lücken auszufüllen, wenn bis dahin Lücken erkannt wurden. (RB Leipzig vor der Hinrunde in der Bundesliga 2016/2017)

Abstiegskampf. Hahaha. Nun ja, passiert, dass sich Saisonprognosen und -erwartungen völlig in Luft auflösen. Im Guten wie im Schlechten. Dass es so gut laufen würde, konnte dann aber doch niemand erahnen. Zumindest ist mir im privaten wie medialen Rahmen niemand bekannt, der vor der Saison RB Leipzig auf einen lockeren zweiten Platz nach der Hinrunde gesetzt und 39 Punkte dahintergeschrieben hätte.

Die für den Klassenerhalt notwendigen Punkte wurden damit also in der Hälfte der Spiele der Saison schon eingesammelt. Im Gegensatz zu zwölf Teams zuvor, die nach 17 Spielen auch mindestens 39 Punkte hatten und allesamt Tabellenführer waren, ist RB Leipzig nur Zweiter. Das erste Team seit Einführung der Dreipunktregel im Jahr 1995, das in 17 Spielen 39 Punkte sammelte und ’nur‘ Zweiter ist. Und dabei haben die Bayern noch nicht mal eine überragende Hinrunde gespielt. Vorn liegen sie trotzdem. RB Leipzig vor der Rückrunde in der Bundesliga 2016/2017 weiterlesen

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Kleiner Wirkungstreffer

Viereinhalb Jahre sind inzwischen ins Land gegangen, seit Ralf Rangnick in Leipzig angetreten ist und in allen Bereichen jeden Stein umgedreht hat. So auch im Nachwuchsbereich, der unter seiner Führung mit Schrof und Albeck als Chefs völlig neu aufgestellt wurde. Und in dem wesentlich aggressiver Talente von anderen Vereinen aus der Region und weit darüber hinaus abgeworben wurden als noch vor Rangnick.

Der Ertrag dessen hält sich noch arg in Grenzen. Beim U19-Juniorcup in Sindelfingen vor kurzem war der Hallensprecher mehr als bemüht darum, immer wieder zu betonen, dass das ja auch normal sei, weil der Verein ja schließlich noch so jung ist. Ralf Rangnick selbst soll sich laut Geschäftsführer Oliver Mintzlaff in einem Kicker-Interview bei der Weihnachtsfeier gewünscht haben, dass in diesem Jahr ein erster Spieler aus dem Nachwuchs den Durchbruch bei den Profis schaffft.

Genaugenommen hat sich der Zeitplan für diesen Schritt in den letzten Jahren immer weiter nach hinten verschoben. Natürlich auch durch die drei Aufstiege in vier Spielzeiten bedingt, durch die die Luft für Talente, sich gegen die Qualität der extern verpflichteten Profis durchzusetzen, immer dünner wird.

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Zwischenbilanz: RB Leipzig in der Saison 2016/2017

Das erste Jahr in der Bundesliga wird ein hochgradig spannendes. Weil die Gegner plötzlich die Schwergewichte des deutschen Fubßalls sind, weil die Dimenson öffentlicher Aufmerksamkeit noch mal eine komplett andere ist und weil nach einem Aufstieg sowieso immer ein wenig die Unsicherheit mitschwingt, wo man mit seinem Leistungsvermögen eigentlich steht. Wenn die avisierten zwei Transfers noch gelingen und der Kader dann bis zur Nummer 17, 18 gut besetzt ist, sollte es drinliegen, das Saisonziel, nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben zu wollen, zu erreichen. Also irgendwas zwischen Platz 9 und Platz 14 als realistische Zielvorgabe, die einen halbwegs gelungenen Anpassungsprozess der jungen Hüpfer voraussetzt. Wenn das Team explodiert und ein bisschen Euphorie und Laune mitnimmt, dann ist auch noch mehr zumindest denkbar. Wenn wenig gelingt oder unvorhergesehene Ausfälle dazukommen, dann kann es auch schlechter und doch Abstiegskampf werden. Wobei diesbezüglich RB Leipzig den Vorteil hat, dass man im Winter eher keinen Schmerz hätte, noch mal tief in die Ablösekiste zu greifen und Lücken auszufüllen, wenn bis dahin Lücken erkannt wurden. (RB Leipzig vor der Hinrunde in der Bundesliga 2016/2017)

Ja, nun. Echter Fußballfachverstand eben. Aber bei allem guten Willen konnte man im Sommer eben nicht ahnen, dass RB Leipzig nach 16 Spielen (in der Folge der Einfachheit halber nach der Hinrunde genannt, auch wenn die eigentlich erst nach dem 17.Spieltag endet) von Platz 2 der Bundesliga grüßen wird. Völlig verdient von Platz 2 grüßen wird und nicht, weil drei-, viermal in der 92. Minuten noch der Siegtreffer eines glücklichen Aufsteigers gelang.

Die Erwartungshaltung an diese Bundesligasaison war eigentlich gering bis entspannt. Man wusste, dass RB Leipzig im Normalfall nicht absteigen kann (was weiterhin der besondere Luxus eines RB-Anhängers ist). Und nach oben hin schienen die Wege verbaut. Sodass eine Saison des Ankommens avisiert war. Ankommen wäre sowieso der passende Begriff gewesen, da die RasenBallsportler ja erstmals in einer Liga spielen, aus der sie nicht schnellstmöglich wieder rauswollen.

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Später wird alles besser

Da muss man sich als RB-Fan wohl auch erstmal dran gewöhnen. Dass es Auswärtsspiele gibt, bei denen man nicht noch ein paar Tage vorher in Leipzig oder an der Tageskasse genug Karten für sich, seine Freunde und ein ganzes Bataillon an Leuten kriegt.

In der Vergangenheit wurde es lediglich bei Spielen beim FC St. Pauli eng. Und zuletzt war das Spiel in Wolfsburg ausverkauft. Wobei lediglich ein Spiel beim FC St. Pauli auch im Vorverkauf ausverkauft war und es bei den anderen beiden Spielen beim FC St. Pauli und beim VfL Wolfsburg noch Karten an der Tageskasse gab.

Bei ungefähr 3.000 Leuten stand entsprechend bisher der Rekord an Auswärtsfahrern bei einem Spiel von RB Leipzig. Bis der Vorverkauf für das Bayern-Spiel losging. Und binnen nicht mal drei Tagen 7.500 Tickets verkauft wurden. Also mehr als doppelt so viele in kürzester Zeit als bisher überhaupt jemals insgesamt zu irgendeinem Auswärtsspiel weggingen.

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Mit Abgeklärtheit in die Bundesliga-Spitze

Inzwischen weiß man bei RB Leipzig, dass man in dieser Liga mit praktisch allen Teams mithalten kann, wenn man einen guten Tag mit einem guten Plan erwischt. Man darf durchaus gespannt sein, mit welchen Anpassungen die (auch nicht auf den Kopf gefallene) Bundesliga-Konkurrenz auf den Saisonstart von RB Leipzig reagieren wird. Und man darf gespannt sein, wie die RasenBallsportler auf Misserfolg reagieren werden. Dieses Experiment darf ruhig noch ein bisschen warten, aber es wird ziemlich sicher über kurz oder lang kommen. (Erstaunlich gut und erstaunlich vielseitig)

Und erstens kommt es anders und zweitens sowieso. Von wegen Anpassungen der Bundesliga-Konkurrenz. Beziehungsweise zumindest keine Anpassungen, die den Lauf von RB Leipzig tatsächlich einbremsen konnten. Denn vier Siege aus vier Spielen und 9:2 Tore stehen seit der letzten Länderspielpause, nach der die oben stehenden Sätze formuliert wurden, auf dem RB-Konto. Vier völlig verdiente Siege wohlgemerkt. Und vier Siege, die teilweise mit einer erstaunlichen Abgeklärtheit und Souveränität auch gegen Teams errungen wurden, die sich in Defensivarbeit versuchten.

Den ersten Saisonabschnitt bis zum sechsten Spieltag konnte man sich vielleicht noch mit Euphorie eines Aufsteigers, mit Intensität und einem Lauf nach dem späten 1:0 gegen Dortmund erklären. Die folgenden vier Spiele seit der letzten Länderspielpause haben RB Leipzig dagegen als ein sehr stabiles und sehr abgeklärtes Team ausgewiesen. Das soll nicht heißen, dass man nicht mehr mit Intensität, Geschwindigkeit und Athletik spielt. Das soll nur heißen, dass Spiele gemeistert wurden, in die man nicht als Underdog hineinging und in denen man entsprechend Geduld haben und einen Gegner auch mal bespielen musste.

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Kein körperlicher Stresstest

21 Punkte aus neun Spielen. Kein Punkt davon kam glücklich zustande. Immer noch ungeschlagen. Platz 2 in der Bundesliga. Die fußballinteressierte, mediale Öffentlichkeit überschlägt sich entsprechend gerade hinsichtlich der Leistungen und Perspektiven von RB Leipzig. Die große Frage ist, ob da schon kurzfristig ein Bayern-Jäger heranwächst. Eine weiterhin eher unspannende Frage, weil diese Momentaufnahme wenig über einen nachhaltigen Stand der Dinge oder längerfristige Perspektiven aussagt.

Die Zeit hatte letzte Woche in Bezug auf die längerfristigen Perspektiven gefragt, inwieweit RB Leipzig mit Rangnick-Fußball tatsächlich in der Lage ist, oben mitzumischen. Die dortige (auch hier im Blog ja schon immer mal wieder verhandelte) Frage lautete vor allem, ob man mit dem Fokus auf Balleroberung und Umkehrspiel nicht eigentlich Underdog-Fußball spielt, mit dem man als Aufsteiger gut fährt, aber langfristig eher nicht konstant oben mitspielt.

Genährt wurde die Frage mit dem Verweis darauf, dass Ralf Rangnick (und im Kern spielt RB Leipzig nun mal Fußball nach den grundsätzlichen Maßgaben des Sportdirektors) in seiner Karriere noch keine wichtigen Titel vorweisen kann (bzw. der DFB-Pokalsieg mit Schalke lediglich abgestaubt war).

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Früher war alles…

Waren die Anfeindungen gegen RB Leipzig damals mehr oder weniger als jetzt?
Es war damals gefühlt mehr. Mittlerweile ist das deutlich weniger und vor allem auch sachlicher geworden. Wir reden hier aber von Minoritäten, die für diese Anfeindungen stehen. Zudem war der Support unserer eigenen Fans in der ersten Zeit noch nicht so ausgeprägt.
Insgesamt habe ich den Eindruck, dass es deutlich weniger geworden ist, weil mehr über unsere Ergebnisse und unserer Art Fußball zu spielen, gesprochen wird. Wir stehen für viele positive Attribute, sind ein Verein zum Anfassen. Natürlich muss man manche Plakate bei Auswärtsspielen nicht wegdiskutieren. Aber die werden uns nicht daran hindern, unseren Weg konsequent weiterzugehen.
Was ist denn bislang passiert. Wir haben zuletzt drei Bundesliga-Spiele in einer Top-Atmosphäre erlebt. Und über Dortmund mussten wir sogar schmunzeln (voller BVB-Gästeblock trotz Abwesenheit und Protest verschiedener Fangruppen/ Anmerkung rotebrauseblogger). Ernst nehmen kann man das dann nicht. Grundsätzlich interessiert uns diese ganze Thematik auch nicht. (Dominik Kaiser in Sportbild, 21.09.2016)

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Saubere Kommunikation

Kommunikation = „der Austausch oder die Übertragung von Informationen. „Information“ ist in diesem Zusammenhang eine zusammenfassende Bezeichnung für Wissen, Erkenntnis, Erfahrung oder Empathie. Mit „Austausch“ ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen gemeint. „Übertragung“ ist die Beschreibung dafür, dass dabei Distanzen überwunden werden können, oder es ist eine Vorstellung gemeint, dass Gedanken, Vorstellungen, Meinungen und anderes ein Individuum „verlassen“ und in ein anderes „hineingelangen““ (laut Wiki)

„Nein, das wurde sauber besprochen.“ (Oliver Mintzlaff heute in der LVZ auf die Frage, ob es beim Bannergate „Defizite bei der internen Kommunikation“ gab.)

„Operative Entscheidungen trifft auch in Zukunft der Verein und teilt diese entsprechend mit.“ (Oliver Mintzlaff und wie er offenbar auch in der LVZ die Kommunikationswege sieht.)

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Entscheidungsbekanntgabe als Kommunikationsstil

Themen, über die ich schon immer mal reden wollte. Also eigentlich nicht, aber was solls. Es geht um Banner. Das sind die Dinger, die bei RB Leipzig immer mit auf den Bildern sind, unter denen dann irgendwas von „Danke an unsere Fans, ihr wart großartig“ oder ähnliches drunter steht. Banner sind auch die Dinger, wegen denen sich Ultra-Gruppen gern auflösen, falls das ihrige mal verschwunden ist oder kaputt ging. Seltsames Ritual.

In jedem Fall haben viele Fan-Gruppierungen gern Banner irgendwo am Zaun eines Fußballstadions herumhängen, um ihre Anwesenheit, ihre Fan-Unterstützung oder schlicht ihre Existenz zu demonstrieren. Nichts ganz spektakuläres, aber irgendwie gehört es zur Optik eines Fußballstadions dazu.

Bzw. gehört es im Sektor A der Red Bull Arena zu Leipzig und in einem fernsehkamerarelevante Teil des Hintersektors D ab sofort nicht mehr dazu, wenn es nach dem Willen von RB Leipzig geht. Sprich, die komplette Haupttribüne und die Hälfte des einen Hintertorsektors soll künftig komplett bannerfrei bleiben. In Sektor D sollen die entsprechenden Banner einfach enger zusammenrutschen. Banner aus Sektor A sollen künftig auf die andere Stadionseite in den Bereich der Gegengerade im Sektor C wandern.

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Erstaunlich gut und erstaunlich vielseitig

Sechs Spieltage hat RB Leipzig bisher absolviert. Eine Länderspielpause unterbricht die Saison zum zweiten Mal. Bei RB Leipzig kann man ganz entspannt in die Pause gehen, denn mit 12 Punkten aus sechs Spielen ist man besser gestartet als man vor der Saison vermutet hätte. Ist zwar noch vier Spieltage, also bis zur nächsten Länderspielpause Zeit, bis ein Blick auf die Tabelle größere Relevanz hat, aber auch jenseits der Tabelle entwickeln sich die Dinge aus RB-Sicht ziemlich positiv.

Denn die bisher zwölf Punkte aus sechs Spielen sind nicht die Folge von ganz viel Glück oder nicht wiederholbaren Energieleistungen eines übereuphorisierten Aufsteigers, sondern Konsequenz einer guten Mannschaftsorganisation gespickt mit der notwendigen individuellen Klasse, um die Organisiertheit zu veredeln. Sprich, RB Leipzig ist (bei allen Differenzen im Detail) eine Art Ingolstadt reloaded, nur mit mehr Qualität im Offensivdrittel.

Dass sich hinter den zwölf Punkten nicht nur Anfängerglück verbirgt, sondern Qualität, zeigt sich auch darin, dass RB Leipzig hinter den Bayern in Sachen Torschüssen das beste Team der Liga ist. Man hat die wenigsten Schüsse aller Bundesligisten auf das eigene Tor zugelassen. Und man hat die drittmeisten Schüsse aller Bundesligisten auf den gegnerischen Kasten abgegeben. Im Verhältnis von abgegebenen und zugelassenen Schüssen auf das Tor ist man entsprechend Zweiter hinter den Bayern.

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