Archiv der Kategorie: Spieltagsrückblick

Was von Spieltag 26 bleibt

Stünde Vincenzo Grifo aktuell nicht nur bei der TSG Hoffenheim unter Vertrag, sondern auch auf dem Feld und wäre nicht ’nur‘ in die zweite Liga zum FSV Frankfurt ausgeliehen, die ganze Republik würde wohl in dieser Woche über ihn sprechen. Was hätte man dafür gegeben mitzuerleben, wie sich die bundesweite Presse in Superlativen und moralischer Empörung gegenseitig übertrifft. So muss es ein eher profanes „die frechste Unsportlichkeit dieser Fußballsaison“ tun (Focus). Ein Jammer.

Dass Vincenzo Grifo mit seiner elfmeterschindenden Flugeinlage, die eher eine spektakuläre Sprungeinlage war, wie man sie sicher nicht gelehrt bekommen würde, wenn Schwalben auf dem Wochentrainingsplan stünden, überhaupt durchkam, war fast noch spektakulärer als das dreiste Erschummeln eines Elfmeters. Schiedsrichter Markus Wingenbach wird die Szene sicherlich noch eine ganze Weile verfolgen.

Dass die Szene auch Vincenzo Grifo verfolgt, dafür dürfte der hiesige Boulevard schon sorgen. Vereinsseits zieht man sich bei der BILD auf diese alberne „Schlitzohr“-Interpretation, also so etwas wie die verbale Schutzschwalbe zurück. Dachte man eigentlich auch, dass diese Rhetorik-Zeiten lange hinter einem liegen würden.

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Was von Spieltag 24 bleibt

24 Spieltage sind in der zweiten Liga rum. Das Tabellenbild bleibt vergleichsweise klar. Oben sind vorerst vier Mannschaften weg. Unten auch. Die Wahrscheinlichkeit, dass die finalen Entscheidungen in der Liga in diesen zwei Gruppen ausgespielt werden, ist relativ hoch.

Wobei man gerade in der oberen Tabellenhälfte nicht das Gefühl hat, dass jemand unbedingt in die Bundesliga durchmarschieren will. Ingolstadt (‚Haben nicht den Aufstieg als Ziel, geben unsere Position aber nicht freiwillig her‘) an diesem Spieltag das einzige Team aus der oberen Tabellenhälfte, das überhaupt gewinnen konnte. Alle anderen mussten sich mit Punkteteilungen begnügen oder legten gar Nullnummern ein.

Das Schneckenrennen um den Aufstieg seit der Winterpause führt auch dazu, dass die heißesten Teams der Liga (also die Teams mit den meisten Punkten seit der Winterpause) Frankfurt und Sandhausen sind. Mehr zweite Liga war nie.. Aufsteigen werden beide Teams aber nicht mehr. Selbst wenn sie bis zum Ende der Saison auf dem Niveau weiterpunkten wie bisher.

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Was von Spieltag 21 bleibt

So schnell geht es. Letzte Woche schon fast durch auf dem Weg in die Bundesliga. Diese Woche mit mehr als überschaubarer Leistung gegen einen Abstiegskandidaten völlig verdient verloren. Und schon fühlt es sich gar nicht mehr so souverän an. Mal sehen, wie es für Ingolstadt nach der 1:3-Pleite gegen Sandhausen weitergeht und ob die Nerven flattern werden.

Dass das Nervenflattern gering bleiben kann, dafür sorgt die Konkurrenz, denn bis auf Karlsruhe und Kaiserslautern gewann kein einziges der Teams, die vor dem 21.Spieltag in der vorderen Tabellenhälfte standen. Zu verzeichnen waren Pleiten, Pech und Pannen, vor allem bei den (selbst)ernannten Aufstiegsfavoriten Braunschweig, Düsseldorf und Leipzig, die alle drei zusammen bisher an zwei Spieltagen nach der Winterpause einen einzigen Punkt holten. Eine Ausbeute, die definitiv höher wird, wenn am kommenden Montag Braunschweig und Leipzig zum ultimativen Topspiel am Montag gegeneinander antreten.

In Darmstadt bliebt man derweil der Erfolgsserie treu, selbst wenn man nicht gut spielt. Auch gegen den TSV 1860 München verlor man nicht. Es war das zwölfte Spiel in Folge ohne Niederlage für den Aufsteiger, bei denen man trotzdem ein wenig mit dem spielerischen Output unzufrieden ist. Interessant auch, dass von den zwölf Spielen ohne Niederlage gleich acht Unentschieden endeten (zuletzt drei am Stück). Sodass man insgesamt zwar zusammen mit Ingolstadt die wenigsten Niederlagen der Liga verzeichnet (2), aber bei gleich 11 Unentschieden in 21 Spielen eben doch ein ganzes Stück hintenansteht.

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Was von Spieltag 20 bleibt

Für Braunschweigs Coach Torsten Lieberknecht war die Sache schon vor seinem eigenen Spiel gegen Kaiserslautern klar: Ingolstadt sei Richtung Aufstieg bereits durch, verkündete er, nachdem die ihr Spiel gegen Fürth gewonnen hatten. Tatsächlich taten bis auf Kaiserslautern alle Teams dann etwas dafür, dass diese Aussage untermauert wird. Denn alle anderen sechs der vor dem Spieltag ersten acht Teams konnten ihre Spiele nicht gewinnen.

Acht Punkte Vorsprung auf Platz 2 für Ingolstadt und neun Punkte Vorsprung auf Platz 3. Bei nur noch 14 Spielen. Klar kann im Fußball immer alles passieren, aber im Normalfall verliert ein Spitzenreiter nicht 0,6 Punkte pro Spiel auf gleich zwei Teams der Tabelle, um dann am Ende noch Dritter oder schlechter zu werden. Zumal nicht, wenn sich die Teams auf den Plätzen 2 bis 10 auch weiter gegenseitig die Punkte klauen.

Kaiserslautern war schon vor der Winterpause spielerisch das vielleicht stärkste Team der Liga, brachte aber einige Partien nicht durch, die man eigentlich im Griff hatte. Falls man jetzt auch noch auswärts dominant auftritt und gewinnt, ist man Richtung Aufstieg allererster Anwärter hinter Ingolstadt.

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