Archiv der Kategorie: Personenkult

Yussuf Poulsen: Auf der Suche nach einer Prise Dennis Rodman

Im Sport gibt es ja immer wieder mal großartige Geschichten. Eine meiner Lieblingsgeschichten stammt aus der NBA-Finalserie 1996 als der basketballerisch mäßig begabte Frank Brickowski für die Seattle Supersonics mit einer besonders physischen und provozierenden Spielweise versuchen sollte, Dennis Rodman zu stoppen. Rodman konnte im Trikot der Chicaco Bulls basketballerisch auch nicht sonderlich viel. Aber er konnte rebounden ohne Ende, was ihn für eine Sonderbehandlung empfahl, die ihm den Zahn ziehen und im besten Fall foulbelastet, weil auf die Provokationen reagierend, aus dem Spiel nehmen sollte.

Doch Dennis Rodman war viel zu cool für dieses Spielchen. Nicht nur, dass er eine besonders gute Finalserie spielte, die gegen ihn gerichtete, physische Spielweise schlug direkt auf den Verursacher Brickowski zurück, der schnell die Nerven verlor und zu einer tragischen Figur und zum Symbol des Scheiterns der Supersonics in dieser Serie werden sollte. Unvergessen die Szene als sich Rodman bei einem Freiwurf direkt neben Brickowski aufbaut und ihn von der Seite einfach grinsend anschaut und ihm zeigt, dass er dieses Spielchen nicht nur besser beherrscht, sondern auch noch eine besondere Motivation daraus zieht.

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Achim Beierlorzer: Interimsjob als Karrierechance

Den fünften Trainer im sechsten Jahr der Vereinsgeschichte darf man seit einer Woche bei RB Leipzig bei der Arbeit beobachten. Nach Tino Vogel (heutiger U23-Coach), Tomas Oral (vereinslos), Peter Pacult (vereinslos) und Alexander Zorniger (vereinslos) wird es mit Achim Beierlorzer nach Lage der Dinge eine Interimslösung bis zum Saisonende, also zum ersten Mal auch ein Trainer, der gar kein Weihnachtsfest im Verein erleben wird (zumindest nicht als Coach der Profis), wenn man diese von Vorgänger Alexander Zorniger eingebrachte Erfolgsrechnung aufmachen will.

Für Beierlorzer, der wie Zorniger 47 Jahre alt ist, ist der Sprung in die zweite Bundesliga ein enormer und in der Kürze der Zeit auch unerwarteter Karrieresprung. Schließlich kam der Coach erst zu Beginn der Saison aus dem Nachwuchsbereich von Greuther Fürth zu RB Leipzig, wo er wie schon beim alten Club die U17 in der Bundesliga betreute.

Auch wie für Zorniger ist der Posten als Cheftrainer bei RB Leipzig für Beierlorzer der erste Job im Profifußball, denn im Männerbereich coachte er zuvor lediglich ein Jahr lang in der damals noch viertklassigen Bayernliga (2002/2003) und konnte damals den SC Schwabach noch vor dem Abstieg retten. Zudem stehen neben der Nachwuchsarbeit in Fürth und Leipzig sechs Jahre mit dem SV Kleinsendelbach im Bezirksligafußball als Spielertrainer zu Buche.

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Hey, hey, hey, hier geht Alex

Gibt ja immer mal wieder Ereignisse, bei denen man sich genau erinnern kann, wie man davon erfahren hat oder, wo man in dem Moment war. „Was hast du eigentlich gerade gemacht, als du erfahren hast, dass Alexander Zorniger nicht mehr Trainer bei RB Leipzig ist?“, könnte zumindest bei Menschen, die enger an RB Leipzig dran sind, in diesem Zusammenhang eine Frage bleiben, die man auch zukünftig spontan und jederzeit gut beantworten kann.

Ob sich noch irgendjemand daran erinnern kann, wo er oder sie war, als Alexander Zorniger zum Cheftrainer bei RB Leipzig geworden ist, ist wohl eher zweifelhaft. ‚Bitte wer?‘ war wohl damals eine der gebräuchlichsten Reaktionen. Lehrgangsbester bei der Trainerausbildung und zwei Jahre in Großaspach seine Spielphilosophie eingebracht, standen in jenen Tagen auf der Haben-Seite. Ein Trainer also, der den Schritt in den Profifußball machen wollte und in Leipzig einen Platz unter einem Sportdirektor fand, unter dem er seine Spielidee finanziell abgesichert umsetzen konnte.

Eine Trainerwahl Rangnicks, die in vielerlei Hinsicht komplett aufging. Nach durchwachsenen Jahren unter Oral und Pacult brachte Zorniger eine klare Strategie mit, die er zusammen mit Rangnick in die Kaderplanung einfließen ließ und so ziemlich direkt nach seinem Amtsantritt ein paar der älteren Spieler mit höherklassiger Vergangenheit, die nicht ins Spielsystem passten, aussortierte (man erinnere sich nur an die Geschichte, dass Mittelfeldmann Adrian Mrowiec als Pacult-Neuzugang zwei Wochen nach seinem Dienstantritt bei RB Leipzig unter der neuen Führung schon wieder gegangen wurde).

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Spieler der Hinrunde: Tim Sebastian

In der Rückschaureihe hier im Blog fehlt nur noch der Spieler der Hinrunde. Wobei die Wahl etwas schwierig ist, nach insgesamt 21 Pflichtspielen, in denen sich niemand so richtig aus dem Team abhob. Zumindest nicht so sehr, dass es unmöglich wäre, an ihm vorbeizukommen.

Anthony Jung wäre sicherlich keine schlechte Wahl gewesen. Der 23jährige Linksverteidiger darf mit Fug und Recht als konstantester Spieler der Hinrunde bezeichnet werden und hat nur wegen einer gelb-roten Karte in Aalen überhaupt Spielminuten verpasst. Anthony Jung hat nach einer ersten Saison in Leipzig mit Höhen und Tiefen in seinem zweiten Jahr noch mal einen erheblichen Sprung gemacht und sich zu einem absoluten Stammspieler mit defensiver Sicherheit und dynamischem Auftreten entwickelt. Offensiv fehlt ihm trotz aller Bemühungen allerdings das letzte Quentchen Gefährlichkeit, das aus einer sehr guten eine überragende Saison gemacht hätte.

Immer nennen könnte man natürlich Yussuf Poulsen, der sich in seinem zweiten RB-Jahr zum absoluten Topstürmer entwickelt hat, der an manchen Tagen die Offensivgefahr fast schon im Alleingang herstellen musste. Mit acht Toren ist Poulsen der mit Abstand treffsicherste Spieler in Leipzig und zeigte an guten Tagen, warum er perspektivisch auf jeden Fall in die erste Liga gehört. Allerdings hatte er zwischendurch auch schlechte Tage, weil er nach einem intensiven Jahr, in dem bis zur Einladung zur Nationalmannschaft ziemlich viel auf ihn einprasselte, irgendwann körperlich und wohl auch mental nicht mehr in Topverfassung war. Dazu kommen gelegentliche Allüren z.B. in Sachen (teilweise nachvollziehbarer) Klagen über den Schiedsrichter.

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Veränderte Situation

Als durchaus erstaunlich durchgehen, darf die Tatsache, dass das Bank-Dasein von Daniel Frahn am vergangenen Wochenende in Düsseldorf kaum mediale Nachwirkungen hatte. Dabei war es fast schon historisch, was dem 27jährigen Kapitän von RB Leipzig da passierte. Denn erst zum zweiten Mal in seiner Zeit bei RB Leipzig, die nun auch schon in ihre fünften Saison geht, saß Daniel Frahn in einem Spiel 90 Minuten lang nur auf der Bank (wenn man von den zwei Relegationsspielen gegen Lotte absieht, als Frahn nach Innenbandriss zwar auf der Bank saß, aber er nicht eingesetzt wurde, weil man seine Gesundheit nicht gefährden wollte bzw. es nicht nötig wurde, die Gefahr auf sich zu nehmen).

Von 139 potenziellen Spielen in Liga und DFB-Pokal bestritt Daniel Frahn also bisher 137 und kam dabei in lediglich fünf Partien von der Bank. 132 Startelfeinsätze unter Oral, Pacult und Zorniger, da kann sich die Reservebank schon mal hart anfühlen. Zumal es bisher lediglich Tomas Oral wagte, Daniel Frahn dort zu belassen. Das letzte Mal, dass Frahn 90 Minuten auf der Bank saß, war am zweiten Spieltag der Saison 2010/2011, als er unter Oral noch nicht seine Rolle gefunden hatte. Weitere viermal ließ Oral ihn zumindest zu Beginn auf der Bank schmoren.

Peter Pacult kam unterdessen nie auf die Idee, Frahn, den er überhaupt erst zum Kapitän befördert hatte, mal auf der Bank zu lassen. Alexander Zorniger bis auf eine Ausnahme letztes Saison am letzten Spieltag bei den Suttgarter Kickers, als es um nichts mehr ging, auch nicht. Und jetzt gleich 90 Minuten. Man darf das durchaus erstaunlich finden.

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Statistische Anomalie

  • Gegentore Benjamin Bellot in 17 Ligaspielen zwischen 2009 und 2014: 7 in 17 Spielen (0,41 pro Spiel)
  • Gegentore andere Keeper bei RB Leipzig zwischen 2009 und 2014: 127 Gegentore in 153 Spielen (0,83 pro Spiel)

Wäre Bellots Torwartspiel ein Zufallsexperiment, dann weichen die Ergebnisse des Experiments sehr weit vom Erwartungswert ab. Oder anders gesagt: Im statistischen Sinne sind Bellots Werte ein enorm unwahrscheinlicher Output, der sich nicht nur durch Zufall erklärt, sondern sich auch aus den Leistungen von Bellot selbst erklären muss. Zumindest, wenn es sich bei den Daten nicht um einen großen Zufall handelt.

Selten wurde jedenfalls über einen Torwart mit so guten statistischen Werten so kontrovers diskutiert wie über Benjamin Bellot. Geborener Leipziger, seit 2009 bei RB spielend und noch nie eine Niederlage kassiert. Wohl selbstverständlich, dass Bellot angesichts dieser Tatsachen die klare Nummer 2 bei RB und ein würdiger Coltorti-Vertreter ist. Sagen die einen. Zu wenige Ausstrahlung, unsicher bei Flanken und Hereingaben, bei denen er zu sehr auf der Linie klebt. Sagen die anderen.

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Fabian Franke: „Ich brauche mich vor niemandem verstecken“

Fabian Franke gehört fast schon zu den Urgesteinen im Team von RB Leipzig. In diesem Jahr geht er in seine fünfte Saison mit dem hiesigen RasenBallsport. 2010 gekommen, saß er erst ein halbes Jahr auf der Bank, bevor er unter drei verschiedenen Trainern (Oral, Pacult, Zorniger) jeweils Stammspieler war. Auch wegen Verletzungen rutschte der gebürtige Leipziger in der vergangenen Spielzeit zeitweise ein wenig in die zweite Reihe. 25jährig nimmt Fabian Franke nun erstmals Anlauf in der zweiten Bundesliga und versucht dort, seine Stärken im Zweikampf im Sinne der Mannschaft einzubringen und den Anforderungen einer hoch verteidigenden Abwehr gerecht zu werden. Grund genug, sich mit dem Innenverteidiger, der aktuell wegen Achillessehnen-Problemen auf unbestimmte Zeit ausfällt, zu einem Interview zusammenzusetzen und sich über Verletzungspech, aus dem Spielsystem resultierende Anforderungen für die Verteidiger und Karriereverlauf zu unterhalten.

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Spieler der Rückrunde: Dominik Kaiser

Es ist nicht immer so einfach, bei der Bestimmung des herausragenden Spielers einer Saison oder einer Hin- bzw. Rückrunde eine ausgefallene Wahl zu treffen. Zumal wenn die Sache so eindeutig ist, wie in der Zeit seit der Winterpause.

Klar, man könnte den unkonventionellen Weg und Yussuf Poulsen wählen, der wohl den größten Qualitätssprung im ganzen Kader gemacht und sich von einem hervorragenden Individualisten zu einem mannschaftsdienlichen Stürmer mit Abschlussqualitäten entwickelt hat. Einem Poulsen bei der Arbeit zuzuschauen, wie er sich im wahrsten Sinne des Wortes mit Freude in jeden Ball wirft oder dem Spielgerät hinterhersprintet und mit dem Ball am Fuß inzwischen auch den Kopf oben behält, macht viel Spaß und ist ein großes Versprechen auf die kommenden Jahre, falls Poulsen auch die nächsten Enwicklungsschritte macht.

Auch einen Sebastian Heidinger könnte man nennen, wenn es um prägende Figuren geht. Insbesondere in der Zeit direkt nach der Winterpause war er eine der herausragenden Stützen. Im Laufe der Runde entwickelte er sich vielleicht (überspitzt gesagt) von Weltklasse zu europäischer Klasse zurück, blieb aber trotzdem ein nicht ersetzbarer, unheimlich konstanter Fixpunkt. Ähnliches gilt für Diego Demme und mit Abstrichen für Joshua Kimmich.

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Könige der Drittligastrafräume

Mit Dominik Stroh-Engel und Daniel Frahn treffen am Samstag im Spiel zwischen RB Leizig und dem SV Darmstadt 98 die beiden Top-Stürmer der dritten Liga aufeinander. Wenn Stroh-Engel nicht wäre, der die Saison seines Lebens spielt (bisher erst einmal oberhalb der Oberliga mit zweistelliger Saisonbilanz – 13 Tore in 36 Spielen in Babelsberg), dann hätte Frahn wohl zum dritten Mal in Folge und zum vierten Mal in seiner Karriere Torschützenkönig werden können. Das nur mal nebenbei zur gelegentlich aufblitzenden Kritik am Torjäger und Kapitän von RB Leipzig.

26 Treffer hat Dominik Stroh-Engel 2013/2014 in 31 Einsätzen erzielt. Bei Daniel Frahn sind es 16 Tore in 30 Partien. Zieht man die Elfmeter als spezielle Situationen mal ab, dann bleiben immer noch 19 bzw. 14 Treffer. Von den Toptorschützen der Liga können lediglich Marvin Ducksch (ein Tor alle 176 Minuten) und Adriano Grimaldi (ein Tor alle 177 Minuten) in Sachen Tore pro Minute aus dem Spiel heraus auf Augenhöhe mit Daniel Frahn (ein Tor alle 183 Minuten) und ein Stück hinter Stroh-Engel (ein Tor alle 140 Minuten) agieren.

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Die unklare Zukunft des Timo Röttger

Anfang Juli 2011 war es, der eine oder die andere wird sich vielleicht noch erinnern, als Timo Röttger im allerersten Testspiel unter Peter Pacult an einem verregneten Tag in Braunsbedra zum Einsatz kam und sich dort nach seinem Wechsel von Dresden nach Leipzig mit seiner Spielweise und drei Toren eindrücklich dem neuen Publikum präsentierte. Wer ihn an dem Tag sah, sah ein Versprechen auf die folgende Saison.

Ein Versprechen, das Timo Röttger lange vollumfänglich hielt, denn in seiner ersten Halbserie bei RB Leipzig wurde er zum besten Spieler im Team. Mit fünf Toren und sieben Vorlagen bis zur Winterpause plus einer Torvorbereitung im Pokal gegen Wolfsburg hatte er eine eindrucksvolle Offensivbilanz, die Folge eines spektakulären Auftretens auf dem Feld war. Wobei ihm auch die Pacultsche Taktik, den Ball einfach auf die Außen zu spielen und dann zu gucken, was passiert, entgegen kam. Denn so erhielt er als Alleinunterhalter einen Großteil der offensiven Anspiele und konnte sich dann auf dem Flügel austoben.

Was für Timo Röttger eine wahre Wonne war, denn als einer, der im positiven Sinne immer ein wenig den Eindruck eines Straßenfußballers erweckt, tobte er sich mit dem Ball am Fuß in vielen Zweikämpfen und Eins-gegen-Eins-Situationen nach Herzenslust aus. Wenn man Timo Röttger damals (und auch heute noch) beim Fußballspielen zuschaut, dann hat man immer das Gefühl, man könnte ihm auch nachts um drei einen Ball ins Bett werfen und er würde sofort hochschnellen und mit größter Freude gen nächstem Tor sprinten und dribbeln. Bei all dem übertrug sich die Wonne nicht nur auf den Beobachter, es war in seinen Anfangswochen bei RB Leipzig sportlich auch ziemlich effektiv.

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The never-ending Kammlott-Story

Wie oft wurde in den letzten dreieinhalb Jahren an dieser Stelle im Blog, aber nicht nur hier über Carsten Kammlott geredet. 2010 wurde das damals 20jährige Offensivtalent von RB Leipzig aus Erfurt für einen höheren sechstelligen Betrag  als Versprechen auf die Zukunft und quasi als Gesicht des Vereins verpflichtet, was auch darin Ausdruck fand, dass Kammlott als Aushängeschild prominent auf der Website eingebunden wurde.

Anfang 2014, ein halbes Jahr vor Auslaufen des Vierjahres-Vertrages erwartet eigentlich niemand mehr, dass aus Carsten Kammlott noch der Superstar und entscheidende Spieler im System von RB Leipzig wird. Dafür halten sich hartnäckig die auch in Erfurt nicht dementierten Gerüchte, Kammlott könnte noch im Winter an die alte Wirkungsstätte zurückkehren. Und auch in Halle und seit neuestem gerüchteweise auch in Duisburg zeigt man Interesse am inzwischen 23jährigen.

Vor allem anderen muss man festhalten, dass Carsten Kammlott ein großartiger Fußballer war und immer noch ist. An guten Tagen ist seine feine Ballbehandlung, seine Dribbelstärke und seine Geschwindigkeit mit dem Ball eine absolute Waffe, die locker drittligareif ist. Warum aus diesem Potenzial nur so selten auch gute Spiele und vor allem auch konstante Leistungen entstanden sind, darf zu den großen Rätseln des Fußballs gezählt werden und kann vermutlich niemand so richtig erklären.

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Spieler der Hinrunde: Dominik Kaiser

Wie es an dieser Stelle im Nachgang einer Halbserie schon Tradition geworden ist, soll auch in diesem Jahr der Spieler der Hinrunde seine besondere Würdigung erfahren. Dabei fiel die Wahl nicht ganz leicht, denn die konstant strahlende Spielerpersönlichkeit gab es im bisherigen Verlauf der Saison nicht wirklich. Eher schon einige Sterne, die immer mal wieder strahlten, aber auch immer wieder verglühten.

Wenn man einen Blick über mögliche Kandidaten streifen lässt, dann bleibt man gleich mal bei Sebastian Heidinger und Henrik Ernst hängen. Beide haben eine erstaunliche und vor allem nicht prognostizierte Drittligahinrunde gespielt. Saßen beide anfangs auf der Bank oder wie im Fall Heidinger gar auf der Tribüne, spielten sie sich im Saisonverlauf ins Team und standen ab dem 9.Spieltag durchgängig in der Startelf und verpassten zusammen nur noch sieben Spielminuten. Beide glänzten auf ihren Positionen mit so nicht erwarteten, stabilen Leistungen auf hohem Niveau. Sebastian Heidinger mit unnachahmbarer Dynamik in der Rückwärtsbewegung, dank der er viele potenziell gefährliche Situationen entschärfte und Henrik Ernst als präsenter Löcherstopfer auf der Sechs, der auch in der Vorwärtsbewegung ein paar Schritte nach vorn machte.

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Spieler der Rückrunde: Bastian Schulz

Auch diese Rubrik mit dem Spieler der zurückliegenden Halbserie fehlt im Nachgang der Regionalliga-Saison 2012/2013 von RB Leipzig noch und soll heute gefüllt werden. Und ehrlich gesagt fiel es nicht ganz so leicht, sich da auf einen einzigen Kandidaten zu einigen. Denn letztlich war der Aufstieg – fünf Euro ins Phrasenschwein – eine Leistung der Mannschaft, bei der einzelne Spieler nicht unbedingt extrem herausragten.

Daniel Frahn wäre als Leader und Toptorschütze sicherlich ein Kandidat gewesen, wenn er sich nicht Anfang Mai verletzt hätte (in den letzten vier Spielen vor der Verletzung drei Tore und fünf Vorlagen!) und in der Endphase der Saison ein wenig aus dem Fokus gerutscht wäre. Stefan Kutschke, der nach dem Ausfall Frahns noch einmal viel stärker als emotionaler Leader beeindruckte und auch fußballerisch zulegte, wäre auch ein Kandidat gewesen, wenn er nicht am Anfang der Rückrunde eher durchwachsen gespielt hätte (und sich in Halberstadt auch noch eine völlig unnötige gelb-rote Karte abgeholt hätte). Niklas Hoheneder spielte eine starke Rückrunde, doch bei ihm erwartet man diese Konstanz auf hohem Niveau – ungerechterweise – fast schon. Ähnliches gilt auch für Dominik Kaiser, der aber zusätzlich erst in der zweiten Hälfte der Rückrunde nach Verletzung langsam wieder auftaute.

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Spieler der Hinrunde: Daniel Frahn

Fast schon traditionell ist in der Halbseriennachbetrachtung auch ein kleines Plätzchen für die individuelle Lobpreisung reserviert. Es ist natürlich immer etwas subjektiv und willkürlich, einen Spieler aus einer Mannschaft herauszuheben. Aber wovon, wenn nicht von Subjektivität und Willkür lebt denn ein Blog wie dieser hier..

Es gab in den letzten 4 Monaten, die die Hinrunde der Regionalligasaison 2012/2013 im Nordosten für RB Leipzig dauerte, sicherlich einige Kandidaten, die für den Titel Spieler der Hinrunde in Frage kamen. Fabio Coltorti war als Neuzugang im Tor eine sehr auffällige Spielerpersönlichkeit, ist in Sachen Konstanz (Herauslaufen!) aber für mich noch nicht einschätzbar. Dominik Kaiser war im Mittelfeld das Puzzlestück, das da fehlte, also ein Spieler, der den Unterschied zur Vorsaison macht und in der ganz engen, persönlichen Auswahl war. Fabian Franke als Spieler der letzten Rückrunde gehörte auch wieder zum erweiterten Kandidatenkreis (zu dem man auch noch Christian Müller zählen könnte), hatte aber aus meiner Sicht ein, zwei Fehler im Passspiel zu viel drin.

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Alexander Zorniger: „Im Moment fühle ich mich extrem wohl“

Vor reichlich vier Monaten wurde Alexander Zorniger Cheftrainer von RB Leipzig und hat recht schnell alle Zweifel an diesem erneuten Personalwechsel zerstreut. Er kam, sah und gewann mit seiner kommunikativ-herzlichen Art und seinem Sachverstand so ziemlich alle Fußballherzen. Zumindest von denen, die nur halbwegs mit den RasenBallsportlern mitfiebern. Schon längere Zeit auf meinem persönlichen Interview-Wunschzettel ganz oben platziert, stand Alexander Zorniger kürzlich Rede und Antwort zu seiner bisherigen Karriere, taktischen Präferenzen, Trainervorbildern, dem Wechsel aus der schwäbischen Heimat nach Sachsen und vielem mehr, was sonst im Alltagsgeschäft rund um die Regionalliga nur wenig beleuchtet wird.

Wissen Sie eigentlich, dass Sie bei Wikipedia einen Eintrag hatten, der wegen Irrelevanz gelöscht wurde? Begründung: Sie sind schließlich nur Trainer im „Amateurbereich“..

Nein, das habe ich noch nicht gewusst. Aber wenn ich mit Leuten über Fußball spreche, werde ich meine fachlichen Qualitäten nicht daran festmachen, ob ich bei Wikipedia bin oder nicht, egal ob ich in der ersten oder fünften Liga Trainer wäre.

Sie sind ja ein recht kommunikativer Typ und geben viele Interviews bzw. sind in den Medien häufig präsent. Gibt es eigentlich Fragen, die sie ständig erwarten, die aber nie gestellt werden?

Nein, eigentlich nicht. Das ist ja auch euer Job, dass ihr euch die Fragen raussucht, die für euch interessant sind. Ich frage mich eigentlich schon immer, was für mich der perfekte Fußball ist. Das ist nicht unbedingt für jemanden interessant, der vielleicht auch etwas mehr über den Menschen Alex Zorniger wissen will. Alexander Zorniger: „Im Moment fühle ich mich extrem wohl“ weiterlesen

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Spieler der Rückrunde: Fabian Franke

Dem einen oder anderen mag es seltsam vorkommenn, nach der ziemlich schwachen Rückrunde der RasenBallsportler trotzdem eine positive Auszeichnung wie den Spieler der Rückrunde zu verleihen. Und sicherlich ist die Wahl nicht ansatzweise mit so viel Klasse verbunden wie jene aus der Hinrunde als Timo Röttger zu einer ziemlich hohen Prozentzahl zu überzeugen wusste. Denn in dieser Rückrunde schwächelte jeder mal mehr, mal weniger.

So fällt es auch nicht wirklich leicht, sich für einen konkreten Spieler zu entscheiden. Stefan Kutschke könnte man auf jeden Fall in die engere Auswahl nehmen, weil er es unter starker Konkurrenz geschafft hat, sich mit Leidenschaft und Leistung ins Team zu kämpfen. Henrik Ernst wäre zu nennen, der sich in der Rückrunde ins defensive Mittelfeld spielte und dort, mal vom Ende der Saison abgesehen, sehr zu überzeugen wusste.

Meine ganz subjektive Wahl fällt aber auf den zentralen Mann auf der linken Seite der Innenverteidigung Fabian Franke. 2010 (als früherer Jugendspieler beim FC Sachsen Leipzig) vom HSV II zu RB Leipzig gewechselt, war ich mir damals nicht wirklich sicher, was ich von Franke halten soll: Spieler der Rückrunde: Fabian Franke weiterlesen

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Tim Thoelke: „Am Ende mache ich das, was ich immer mache.“

Als RB Leipzig im vergangenen Juli Tim Thoelke zum neuen Stadionsprecher ernannte, wurde dies allgemein als Überraschung empfunden. Handelte es sich doch um jenen Tim Thoelke, der sich bis dahin vor allem über den Szene Club Ilses Erika einen Namen gemacht hatte und als Moderator seinen Ruf via Leipzig Fernsehen [broken Link] und Moritzbastei festigte. Mit Fußball hätte man ihn damals spontan nicht unbedingt in Verbindung gebracht, schon gar nicht mit RB Leipzig. Seit jenem Tag im Juli stand Tim Thoelke auf meiner höchst geheimen Interviewwunschliste, weil ich wissen wollte, was einen wie ihn, einen also aus der sogenannten ‚Szene‘ in die Red Bull Arena verschlagen hat und wie es ihm dort geht. Inmitten des Januars nahm er sich die Zeit, um für mich nach einem halben Jahr RB Leipzig eine Art Zwischenbilanz zu ziehen. Tim Thoelke über seinen Weg zum Stadionsprecher, seinen holprigen Start bei RB, seinen Wunsch nach leipzigspezifischen Fan-Ritualen, seine Fußballvergangenheit, die Musik, die Moderation, Leipzig, den Spagat zwischen Massenkultur bei RB und Subkultur in Ilses Erika und Moritzbastei, sein Vereinshymnen-Angebot an Sebastian Krumbiegel und einiges mehr.

Wie kam es denn dazu, dass Du Stadionsprecher bzw. wie es offiziell heißt Stadionmoderator geworden bist?

Das passierte in der Sommerpause, circa zwei Wochen vor dem Wolfsburg-Spiel. Es ist ja allgemein bekannt, dass RB auch gern mal neue Wege geht. Man kannte mich durch die Sachen, die ich für Leipzig Fernsehen mache und über die Show „Riskier Dein Bier!“. Das hat sich mal jemand angesehen, und sie fanden es interessant, was ich für eine Ausstrahlung habe und wie ich eine Moderation angehe. Sie wollten es auch nicht ganz so klassisch haben, sondern jemanden, der eher aus der Unterhaltung kommt. Einer, der mit dem Fußball noch gar nicht so viel zu tun hat und es von seiner Seite angeht. Keiner, der schon ewig Fan ist und dann dort im Trikot steht. Da ich sowieso fußballaffin bin, fiel mir das auch relativ leicht, obwohl ich mich vorher mit dem Thema vierte Liga noch nicht so intensiv beschäftigt hatte. Tim Thoelke: „Am Ende mache ich das, was ich immer mache.“ weiterlesen

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Spieler der Hinrunde: Timo Röttger

Dritte Personalie der ersten Hälfte war Neuzugang Timo Röttger, der drei von vier Vorhalbzeittoren erzielte und den Torreigen bereits nach zwei Minuten eröffnet hatte. Röttger war dazu auch noch schnell, ballsicher und körperlich robust. Kann er sich auf diesem Niveau aufbauend in der Vorbereitung noch verbessern, dann wird man mit ihm bei RB Leipzig noch viel Freude haben. Kann man sich durchaus schon mal heimlich drauf freuen. (Testspiel: SV Braunsbedra vs. RB Leipzig 3:12)

Mit Wechseln nach unten ist das ja so eine Sache. Da kommt man als frisch gebackener Zweitligaaufsteiger zu einem Viertligisten und denkt vielleicht, die Gegner stünden nun Spalier oder man könne auch mal mit fünf Prozent weniger Einsatz zum Erfolg kommen. (Holstein Kiel widerlegt gerade eindrucksvoll den Mythos, dass in der Regionalliga nicht gekickt werden kann.) Mit Timo Röttger war das von Anfang an anders. Mit seinem ersten Auftritt für RB Leipzig nach seinem Wechsel von Dynamo Dresden zeigte er nicht nur seine Klasse, sondern auch seinen Willen, sich in und mit Leipzig durchzusetzen. Es vermittelte sich sofort das Gefühl, dass er 100% Bock habe auf seinen neuen Arbeitgeber, sein neues Umfeld und sogar auf die Regionalliga.

Und es blieb glücklicherweise nicht beim kurzen Testspielflackern. Das was Röttger in Braunsbedra Anfang Juli als Verheißung zeigte, nämlich personell der entscheidende Unterschied zum Kader der Vorsaison zu sein, nahm er auch mit in die Regionalliga-Saison. Beziehungsweise vorher schon mit in das DFB-Pokalspiel gegen den VfL Wolfsburg, in dem er mit einer Torvorlage zum 3:2 beitrug. In den 18 bisherigen Spielen der Regionalliga brachte es Röttger auf beachtliche 12 Scorerpunkte. Darunter fünf Tore und sieben Vorlagen. Dazu kommen laut des Kommentars des Statistikfreunds Rumpelstilzchen noch vier Vorlagen auf den Vorlagengeber zu einem Tor.

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Alexander Laas: „Ich wollte eigentlich nur gut Fußball spielen“

Er war – statistisch betrachtet – einer der effektivsten Spieler der Hinrunde. In seiner Karriere hat er schon vieles erlebt, was andere Fußballer nicht erleben werden. Bundesliga-Premiere mit 20 beim HSV. Anschließend auf dem Weg zum Bundesliga-Stammspieler. Dann der Wechsel zu Felix Magaths VfL Wolfsburg und der Karrierebruch. Bei RB Leipzig versuchte er in der vergangenen Saison den Neuanfang. Zuerst im linken Mittelfeld, seit der Rückrunde in zentraler Position. Dort erkämpfte er sich einen Stammplatz und durfte so auch im erfolgreichen Saisonfinale, beim Sachsenpokal-Sieg gegen den Chemnitzer FC von Beginn an auflaufen. Die Rede ist von Alexander Laas, der schon seit einigen Monaten auf meinem Interview-to-do-Zettel stand. Kurz vor dem Sachsenpokal-Finale, also vor zwei Wochen war es soweit und ich traf mich mit einem Spieler, der im Vergleich zur durchaus bewegten Karriere erstaunlich wenig im öffentlichen Rampenlicht steht.

Erzähl mal, wie das so los ging bei Dir mit dem Fußball und dem Traum Profifußballer zu werden.

Ich habe mit drei, vier Jahren angefangen, Fußball zu spielen. Mein Vater hat viel Wert darauf gelegt, dass ich nicht zu früh in einen Verein komme. Wenn man zu früh in eine Mannschaft kommt, dann geht es nur darum sich einzuordnen. Dann gehen Kreativität und Spaß ein bisschen verloren. Das war seine Meinung und im Nachhinein teile ich die auch. Mit acht Jahren bin ich dann in einen Verein, den Niendorfer TSV gekommen. Da wusste ich noch gar nicht, was ein Profifußballer ist. Ich habe den Sport einfach geliebt und habe ihn jeden Tag gespielt. Mir hat es Spaß gemacht, Tore zu schießen und im Team zu gewinnen. Der Ehrgeiz, Profi werden zu wollen, kam mit der ersten Einladung von der Jugendnationalmannschaft. Da war ich schätzungsweise 13, 14. Ich merkte, dass ich mit den Besten meines Jahrgangs zumindest mithalten kann und nicht abfalle. Wenn man älter wird, überlegt man dann, was man mal werden will. Da war dann schon viel darauf ausgelegt, den Fußball auch zum Beruf zu machen. Und dann bin ich zum Hamburger SV gewechselt. Alexander Laas: „Ich wollte eigentlich nur gut Fußball spielen“ weiterlesen

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„Ich würde es nicht als Rückschritt bezeichnen“

Ruhig war es in den letzten Wochen um Tino Vogel. Nach der öffentlichen Aufregung um seine Entlassung als Cheftrainer entschied er sich für den Trainerposten bei der A-Jugend von RasenBallsport Leipzig; ein Posten, der an der Ruhe um ihn und sein Team im Wesentlichen nichts änderte. Da die A-Jugend am kommenden Samstag beim Greifswalder SV ihr erstes Saisonspiel bestreitet, habe ich mir die Zeit für einen Besuch bei Neujugendtrainer Vogel genommen und mich über den Stand der Dinge in Bezug auf seine Person und sein Team informiert. „Ich würde es nicht als Rückschritt bezeichnen“ weiterlesen

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