Archiv der Kategorie: Leipziger Fußball

Burkhard Jung goes Initiative 60plus

Fünf Jahre ist es schon her gewesen, dass in der Friedrich-Ebert-Stiftung das Thema „Red Bull und die Leipziger Stadtgesellschaft“ diskutiert wurde. Eine Diskussion über die Folgen des damals sehr jungen Vereins, der gerade ein erstes Ausrufezeichen mit einem Sieg in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Wolfsburg gesetzt hatte, für die (Fußball-)Stadt Leipzig. Eine Diskussion, die damals ein wenig am diskussionsunwilligen Vereinsvertreter Wolfgang Loos gescheitert war.

Nun also wieder die Friedrich-Ebert-Stiftung, die nach dem Bundesliga-Aufstieg von RB Leipzig unter dem Titel „Fußballstadt Leipzig. Chancen und Herausforderungen.“ diesmal vor allem die wirtschaftlichen Folgen für Leipzig diskutieren wollte. Eingeladen hatte man dazu Oberbürgermeister Burkhard Jung, Kristian Kirpal (Präsident der Leipziger Industrie- und Handelskammer), Michael Kölmel (Inhaber und Betreiber der Red Bull Arena) und Henning Völpel (Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut).

Nun, wer jetzt vermutet, dass es wenig Dissenz auf dem Podium gab, der liegt damit völlig richtig. Für eine Diskussion ist das immer eine recht ungünstige Konstellation. Und so bestand dann viel Einigkeit darüber, dass RB Leipzig gut für die Stadt sei („großartig“, „psychologisch wichtiges Zeichen“ – Jung), weil man nun wieder einen Ruf in der Welt habe (was mit verschiedenen Taxi-Geschichten belegt wurde), die Stadt einen erheblichen Image-Gewinn erfahre und auch die wirtschaftlichen Effekte sehr positiv seien.

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Leipziger Fußball 2014/2015

Ein bisschen spät dran dieses Jahr mit einem kurzen Rundflug über den Stand im aktuellen höherklassigen Fußball in Leipzig. Sprich im Fußball Landesliga aufwärts. Dabei wird wie gewohnt der SSV Markranstädt als Umlandteam und RB-Geburtshelfer und der Rote Stern Leipzig als subkulturelle Bastion (aber sportlich nicht ganz so interessante Institution) gekonnt ignoriert. Auch eine Art Tradition..

Gibt ja aber auch so schon wieder allerlei neues im Leipziger Fußball, in dem scheinbar ein Jahr ohne Veränderung ein verlorenes Jahr wäre. Am hervorstechendsten sicherlich die Neugründung des FC International Leipzig, deren Zukunftsaussichten weiterhin unklar sind, weil man nicht so recht weiß, wie tragfähig die Idee, im Leipziger Osten Landesliga aufwärts spielen zu wollen, mittel- bis langfristig ist und wie sich das alles nachhaltig finanzieren lässt.

Zweite mehr oder minder einschneidende Veränderung ist die Insolvenz der einst als SG Leipzig Leutzsch gestarteten SG Sachsen Leipzig, die daraufhin keine Spiellizenz mehr erhielt und sich dazu entschloss, die Männermannschaft künftig bzw. vorerst als TuS Leutzsch II auflaufen zu lassen. Spielklasse ist die 1. Kreisklasse, wo man in vier Spielen unter Michael Breitkopf bisher 20 Gegentore und einen Punkt eingefahren hat. Im Nachwuchsbereich versucht man derweil weiter unter dem Label SG Sachsen Leipzig aufzulaufen und Zukunftssicherung zu betreiben. Eine Zukunft, die nach dem Auszug aus dem Leutzscher Alfred-Kunze-Sportpark mehr als unsicher ist.

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Der Kampf um den (Leipziger) Fußball wird FC International

Immer mal was neues am Leipziger Fußballhimmel. Die letzte größere Zäsur war die Gründung der SG Leipzig Leutzsch nach der Insolvenz des FC Sachsen Leipzig im Jahr 2011. Inzwischen ist der Verein als SG Sachsen Leipzig selbst schon wieder pleite gegangen. 300.000 Euro Schulden und über drei Jahre fehlende Buchführung sagt man dem Verein, der deswegen aus der Landes- in die Stadtliga zwangsversetzt wird, nach. Ob man unter diesen Umständen und angesichts der Tatsache, dass zukünftig die grün-weiße Konkurrenz von der BSG Chemie im Alfred-Kunze-Sportpark das Sagen haben wird, überhaupt noch eine Überlegenschance hat, wird sich noch zeigen müssen.

Fakt ist, dass man sich damals, als sich die SG Leipzig Leutzsch den Chemikern vor die grün-weiße Nase setzte, völlig verwundert fragte, was ein solcher aus dem Boden gestampfter Verein, ohne größere Fanunterstützung und mit dubiosen, weil ungenannten Sponsoren denn eigentlich nun wieder soll. Vor ziemlich genau drei Jahren äußerte ich hier im Blog die Hoffnung, dass bei diesem grotestken Wettstreit um die Leutzscher Vorherrschaft nicht letztlich beide Vereine auf der Strecke bleiben mögen. Was sich zumindest insofern erfüllt hat, dass die BSG Chemie als Untermieter im SGLL-Alfred-Kunze-Sportpark diverse Streits mit dem Hauptmieter um Geld, Weltsicht und Deutungshoheit relativ unbeschadet überstanden hat und nun als Sieger des grün-weißen Konkurrenzkampfs nach dem Aufstieg die Fahnen in der Landesliga hochhält.

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Leipziger Fußball 2013/2014

Immer mal wieder was neues im Leipziger Fußball. Einerseits spielt mit RB Leipzig zum ersten Mal seit 1997/1998 ein Leipziger Team wieder in einer eingleisigen bundesweiten Profiliga. Und andererseits spielen erstmalig vier Leipziger Teams mit eher überregionalen Träumen in gleich vier verschiedenen Ligen. Wenn man von den zweiten Mannschaften und den Möglichkeiten im Sachsenpokal absieht, wird es also keinerlei Kontakt zwischen den vier Teams geben. Kann allen Beteiligten in Leutzsch, Probstheida und am Cottaweg eigentlich nur gut tun. Nachdem alle Teams schon in die Saison gestartet sind, heute der leicht verspätete Rundumblick zum Saisonstart.

RB Leipzig und die Übergangssaison

Alles was rund um RB Leipzig in den letzten Wochen passierte, deutet daraufhin, dass man intern mit einer Saison rechnet, in der man oben mitspielt, aber der letzte Schritt, der Aufstieg in die zweite Liga, noch nicht zur Zielvorgabe gehört. Wenn man zur Winterpause in Schlagdistanz liegt, wird man da sicherlich noch mal neu darüber diskutieren, aber bis dahin bleibt man wohl die Ruhe selbst und widmet sich der Akklimatisierung an die Liga.

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Unüberraschende Vereinspräferenzen

Als ich kürzlich in Leipzig in einem Restaurant war, lief ein kleiner Bub mit einem Freiburg-Trikot herum. Ich wollte wissen, ob er hier zu Besuch ist. Nein, war er nicht. Er hatte auch keinen Onkel aus Freiburg, der ihm das Trikot geschenkt hat. Das hat mich sehr gefreut. Stellen Sie sich das nur vor: Ein Leipziger Bub mit einem Freiburg-Trikot. Nicht mit einem von Dortmund oder Bayern. Es gibt einen Grund, warum er das Trikot anhat. Und es ist bestimmt kein negativer. (Christian Streich, Freiburg-Coach gegenüber der Sportbild vom 07.08.2013)

Sicherlich hat es einen guten Grund, dass der Bub mit einem Freiburg-Trikot herumläuft. Und sicherlich liegt der auch darin begründet, wie Streich in dem Interview weiter ausführt, dass Freiburg sich in den letzten Jahren so gut entwickelt hat und inzwischen sogar europäisch spielt. Nur interessanterweise würde sich in Leipzig über so ein Trikot wohl kaum einer so wundern, wie das der Freiburger Coach tut.

Ohne auf eine repräsentative Beobachtung der Verhältnisse auf Leipziger Straßen zurückgreifen zu können, kann man vom subjektiven Eindruck her mit einiger Sicherheit behaupten, dass Devotionalien von Nicht-Leipziger Bundesliga-Clubs verschiedenster Couleur in Form von Trikots, Autowimpeln oder Basecaps in der Überzahl gegenüber Fanartikeln hiesiger Vereine sind. Vergleichsweise regelmäßig sieht man im Alltag abseits von Spieltagen auch noch hier und da das Lok-Emblem. Und gelegentlich auch mal ein RB-Basecap.

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Leipziger Fußball 2013

Dann ist es mal wieder so weit. Eine neue Runde Fußball beginnt bzw. hat bei Lok sogar schon vor einer Woche begonnen. Sodass an dieser Stelle ein Blick auf die Aussichten der vier ranghöchsten, mindestens landesweit agierenden Leipziger Vereine in der Rückrunde der Saison 2012/2013 in der Regionalliga Nordost bzw. in der Landesliga Sachsen gewagt wird.

Wenn diese dusslige Relegation nicht wäre

Wenn das Wörtchen wenn nicht wär, wäre es zumindest absehbarer, was den weiteren Verlauf der Saison für RB Leipzig angeht. Denn durch die Installation einer Relegationsrunde am Ende der Saison ist die Meisterschaftsrunde zuvor genaugenommen völlig witzlos. Der sportliche Output der Saison wird reduziert auf das Resultat zweier Entscheidungsspiele, deren Verlauf gewiss auch von einem gewissen Prozentsatz Zufall geprägt ist. Und während in der Regionalliga Bayern der Meister wenigstens in jedem Fall das Trostpflaster DFB-Pokal-Teilnahme sicher hat, bleibt anderen Relegationsverlierern nichts, außer eine gute Saison und ein sich bleiern anfühlender Meistertitel. Noch nicht mal Anerkennung. Höchstens Mitleid.

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Diskursive Randbemerkungen

Es ist schon erstaunlich, dass extreme Ereignisse oft dazu führen, dass sich die Meinungen und Verhältnisse noch weiter extremisieren, anstatt nach Möglichkeiten der Entspannung zu suchen. Fünf Tage ist das Derby jetzt her. Fünf Tage lang versuche ich nun schon, Ruhe mit einem Spiel zu finden, das bis zum Abpfiff geil war und dessen Anschluss man sich hätte sparen könne. „Ich behalte lieber die tolle, großartige Stimmung während der Partie in positiver Erinnerung.“, hieß die Konklusion bei den Blognachbarn von Abenteuer Fußball, die ich mir auch als Handlungsoption vornahm, die mir aber in der Umsetzung ziemlich schwer fällt.

Das öffentliche Kommunikationsrauschen lässt einen nämlich leider schwerlich zur Ruhe kommen. Und das öffentliche Kommunikationsrauschen führt offenbar aktuell auch zu einer kleinen Spirale, die die Kluft zwischen Lok und RB noch größer macht, als die Vorfälle zu nutzen, um näher aneinander zu rücken.

Um es mal vorneweg zu sagen. Die Medienberichterstattung war wieder mal keine Offenbarung, egal welches größere oder kleinere Produkt man sich nun herauspickt. Hauptproblem meiner Meinung nach weiterhin, dass sich alles nur um die Vorfälle auf dem Parkplatz vor dem Stadion drehte. Und diese natürlich in klassischer Medienmanier überstrapaziert wurden. Denn wenn dort wirklich 500 Leute angefangen hätten, irgendetwas zu stürmen, dann hätte der Parkplatz und sein Umfeld anschließend nicht mehr so ausgesehen, wie er auch eine halbe Stunde nach den Ereignissen noch aussah.

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Rote Kühe braucht die Stadt?

Von allem Vor-Derby-Gedöns übertönt, bahnte die LVZ vergangene Woche Samstag der spektakulären Nachricht den Weg, dass RB Leipzig plane, eine Frauenmannschaft zu gründen und das in Leipzig befindliche, sächsische Frauen-Nachwuchsleistungszentrum zu übernehmen. Das ist derzeit bei Lok Leipzig angesiedelt und wird durch den Sächsischen Fußballverband co-finanziert. Hintergrund soll sein, dass die Förderung des Frauenfußballs beim DFB hohes Ansehen genießt und RB damit sein Standing beim Verband verbessern könnte.

In aller Kürze gesagt, halte ich das Motiv der Imagepflege für das untauglichste, um im Frauenfußball Fuß fassen zu wollen. Sollte dies tatsächlich auch das Hauptmotiv sein, sollte man ziemlich definitiv die Finger davon lassen. Zusätzlich stellen sich natürlich allerlei Fragen, die vor allem das Verhältnis zu und die weitere Existenz der Frauenabteilung von Lok Leipzig betreffen. Die spielen immerhin zweitklassig, haben gerade ein Jahr (wenig erfolgreiche) Erstklassigkeit hinter sich und durchaus keine extrem schlechten Voraussetzungen, wieder die höchste Spielklasse anzugreifen. Doch letztlich in einem allzeit klammen Verein wohl auch eher schlechte Karten, die Erstklassigkeit dauerhaft zu sichern.

An dieser Stelle würde dann ein potenter Partner Sinn machen, doch stellt sich natürlich sofort die Frage, inwieweit Red Bull als Finanzier bereit wäre, nur Partner zu sein. Den bisherigen Erfahrungen des Sportengagements in allen Feldern nach zu urteilen, wäre es ziemlich ungewöhnlich, wenn man plötzlich auf die Idee käme, lediglich als Mitfinanzier aufzutreten. Die Strategie, im Sport als Red Bull, Rote Bullen, eben immer irgendwie selbst und nicht als klassischer Sponsor aufzulaufen, würde man wohl auch im Frauenfußball nicht aufgeben wollen (oder vielleicht ja doch, weil man es marketingtechnisch für irrelevant hält und die Mitfinanzierung eben nur zu DFB-Imagezwecken braucht.)

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Leipziger Fußball 2012/2013

In guter alter Tradition ist die Zeit reif, so kurz vor dem Saisonstart, einen Rundumblick auf die vier ranghöchsten Leipziger Verein zu werfen. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich dem Treiben außerhalb des RasenBallsports immer weniger Zeit und Aufmerksamkeit widme. Was auch damit zu tun haben könnte, dass die Geschwindigkeit, in der bei RB Leipzig Neuigkeiten und Veränderungen produziert werden, aufmerksamkeitstechnisch bereits (fast) alles abverlangt.

RB Leipzig: Wie immer der große Favorit

Same procedure as every year. RB Leipzig geht als der große Favorit in die Regionalliga-Saison. Aber im Gegensatz zu den beiden Vorjahren, als man Chemnitz und Halle/ Kiel als Konkurrenten erahnen konnte, wüsste man in diesem Jahr tatsächlich nicht, welches Team die Möglichkeiten haben sollte, sich dem Favoriten in den Weg zu stellen. Zumindest nicht in der regulären Saison. Wenn RB Leipzig die Relegation erreichen und dort bspw. Holstein Kiel (oder ähnliche Kaliber) zugelost bekommen sollte, sähe es allerdings schon wieder ganz anders aus.

Doch soweit sind wir noch lange nicht. Zuerst einmal zieht man wieder als Gejagter in die Regionalliga-Arena und versucht sich des Widerstands der Konkurrenz, der auch in diesem Jahr wieder (zumindest vom Willen her) groß sein wird, zu erwehren. Mit dabei werden vermutlich in der sonntäglichen Startelf gegen Union Berlin II mit Daniel Frahn und Tim Sebastian noch zwei Spieler aus dem Saisonauftakt 2010/2011 gegen Türkiyemspor Berlin und mit Daniel Frahn, Thiago Rockenbach, Sebastian Heidinger, Fabian Franke und Henrik Ernst gleich fünf Spieler vom letztjährigen Start beim SV Meppen sein. Womit man zumindest einen Stamm von Spielern hat, die sich inzwischen in dieser Liga und ihren Gegenwind-Bedingungen auskennen dürften. Das kann letztlich nur gut sein..

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Leipziger Talfahrten

Man könnte ja auch ein wenig verzweifeln über Fußball-Leipzig. ‚Nur zwei Viertligisten – Leipzigs Fußball weiter am Boden‘ könnte die Headline für die kommende Spielzeit heißen, wenn Lok nach zwei Jahren ligentechnisch wieder zu RB Leipzig aufgeschlossen hat (auf das Ereignis hätte man beim Wettanbieter des Vertrauens 5 Euro setzen sollen..). Nimmt man es aber genau, dann ist dieser Zustand in Fußball-Leipzig so ziemlich der erfolgreichste Zustand seit fast zehn Jahren oder seit der Jahrtausendwende (je nachdem, ob man die Spielzeit 2003/2004 mit Abstieg des FC Sachsen und VfB-Insolvenz aufgrund der Nummer der Ligen als Erfolg sehen will).

Die tatsächlich letzten halbwegs erfolgreichen Tage des Fußballs in Leipzig liegen jedenfalls in den 90ern. Seitdem prägen Insolvenzen und sportliche Fehlversuche das Bild. Wenn man mal von Loks Marsch durch die unteren Ligen absieht. Die Tatsache, dass die beiden ranghöchsten Leipziger Vereine der 90er inzwischen nicht mal mehr existieren, ist jedenfalls ziemlich extrem.

Der Fußball in Leipzig ist also mit seinen zwei Viertligisten – wenn dieser Ligenformalismus als Argument gilt – leistungstechnisch über das schlimmste Tief hinweg (zumal die heutigen vierten Ligen aufgrund der Einführung der eingleisigen dritten Liga sehr viel leistungsstärker sind als die vierten Ligen zum Anfang des Jahrtausends). Was sich auch darin verdeutlicht, dass mit der BSG Chemie und der SG Leipzig Leutzsch in der sechstklassigen Landesliga auch noch zwei Vereine um das grün-weiße Erbe konkurrieren, die sicherlich (zumindest einer von ihnen) irgendwann die fünfte Liga (Oberliga) anpeilen werden wollen.

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Sachsenliga: SG Leipzig Leutzsch vs. BSG Chemie Leipzig 0:1

Während es die Anhänger von RB Leipzig vorzogen, den Samstag bei einem Fanclubturnier im Leipziger Norden zu verbringen, entschied ich mich für den Besuch des grün-weißen Stadtteilderbys. Was weniger daran lag, dass das Duell große Strahlkraft auf mich ausübte, sondern vor allem damit zu tun hatte, dass sich in diesem Rahmen die Möglichkeit bot, einen Fußballnachmittag mit den Blog-Nachbarn von Lipsia, der Flohbude und dem Chemieblogger zu verbringen. Eine Entscheidung, die zumindest diesbezüglich eine vollumfänglich weise war.

Zur Situation in Leutzsch zwischen SGLL und BSG Chemie ist eigentlich hier an dieser Stelle schon vor einem Jahr alles relevante gesagt worden. Seitdem hat sich essenziell nichts verändert, nur die Fronten sind eher härter, denn weicher geworden. Faktisch-pragmatisch-finanziell geht es in Leutzsch nur miteinander. Emotional-fankulturell-identitär führt gerade ganz definitiv kein Weg zusammen, auch wenn es sich die sportlichen Entscheidungsträger immer mal wieder wünschen. Im Rahmen des samstäglichen Derbys waren es bspw. beide Trainer, die die Möglichkeit eines zukünftigen Zusammengehens befürworteten.

Es ist schon eine Crux, dass da mit dem Alfred-Kunze-Sportpark ein Stadion mit Charakter vor sich hin schimmelt und letztlich dauerhaft nur erhaltbar wäre, wenn beide Vereine an einem Strang zögen. Und es aber in beiden Vereinen – zumindest von außen gesehen – vor allem darum zu gehen scheint, dem jeweils anderen möglichst eins auszuwischen. Man bräuchte Partnerschaft und hat doch eigentlich nur Misstrauen.

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Leipziger Fußball 2012

Es hat ja schon ein wenig Tradition, dass hier an dieser Stelle kurz vor (Wieder-)Aufnahme der Saison ein kleiner Blick auf die ranghöchsten Leipziger Vereine und ihre aktuelle sportliche und manchmal auch nichtsportliche Situation geworfen wird. Deshalb geht es heute (die Namen ändern sich ja im Leipziger Fußball gelegentlich) um RB Leipzig, Lok Leipzig, SG Leipzig-Leutzsch und Chemie Leipzig. Kurz bevor zumindest RB Leipzig am Sonntag ab 13.30 Uhr in den Spielbetrieb eingreift. Die anderen drei Vereine müssen noch eine Woche auf den Rückrundenbeginn warten Angesichts der zu dieser Zeit des Jahres durchweichten Böden könnte es aber auch noch etwas länger dauern..

RB Leipzig: 16 Endspiele

16 Endspiele habe man vor der Brust, so heißt es aus dem RB-Lager immer wieder unisono. Und letztlich hat man damit wohl recht. Viele Punktverluste wird man sich jedenfalls in der Rückrunde nicht leisten können, denn die Konkurrenz aus Halle und Kiel wartet nur auf jeden Ausrutscher und darf die RasenBallsportler noch jeweils zum Heimspiel begrüßen (am 30. und 34. Spieltag). Überhaupt sind es wohl in der Rückrunde die Auswärtsspiele, die einen hohen Reiz haben. In Kiel und Halle sowieso, aber auch in Magdeburg, beim HSV II oder bei den konterstarken Havelsern dürfte die bisherige Auswärtsstärke von RB Leipzig auf eine harte Probe gestellt werden. Letztlich wird sich wohl in den Auswärtsspielen auch das sportliche Wohl und Wehe von RB entscheiden.

Ansonsten bleibt in meiner Einschätzung zur Lage bei RB Leipzig alles beim Altem in einer Liga, die aufgrund der speziellen Nichtabstiegssituation ein heftiges Hauen und Stechen zwischen den Top 3 produzieren wird. Der Kader ist nach menschlichem Ermessen mehr als gut besetzt, auch wenn die drei neuen Spiele Wallner, Wisio und Hoheneder leider erst gegen Ende der Transferperiode verpflichtet wurden, sodass sie die Vorbereitung mehr oder weniger verpassen mussten. Trotzdem sieht man gerade bei Wallner, wie wichtig er für das Spielsystem von RB Leipzig sein kann. Gerade in einem System mit zwei Stürmern ist es essenziell für den Spielfluss, dass sich mindestens einer der Stürmer immer wieder zurückfallen lassen und den Ball sichern, verteilen oder im Eins gegen Eins auch mal Raum generieren kann. Roman Wallner, das hat man in den Testspielen schon gesehen, kann das. Weswegen man sich schon mal sehr auf ihn freuen darf.

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11Freunde und das Leipziger Fußballelexier

Das selbsternannte Magazin für Fußballkultur 11Freunde fährt in Person von Frank Willmann zum Leipziger Stadtteil-Sechstliga-Duell zwischen BSG Chemie Leipzig und SG Leipzig-Leutzsch. So weit, so gut und unspektakulär, aber wenn man schon zum auserkorenen Rat der Kulturwächter gehört, muss man dann auch noch ein paar Halb-Weisheiten über Fußball-Leipzig in einen Artikel [broken Link] packen. Ein bissel Historie hier: Lok und der Europacup, Chemie und der Rest von Leipzig. Ein bissel Gegenwart dort: Lok rechts, Roter Stern links, FC Sachsen pleite und in zwei gespalten, RB Leipzig eine „Retortenbude“. Weil, so will es das Magazin für fußballkulturelle Grundsatzentscheidungen:

RB Leipzig ist für all jene Leipziger, denen der Fußball Lebenselixier ist, keine Beachtung wert.

Oh man, wie mir dieses Bescheidwissen auf den berühmten und zur Weihnachtszeit erlaubten Sack geht. Hier die wahren, guten Fußballanhänger, die Lok, Chemie oder RSL folgen, dort die Konsumentenfans ohne fußballkulturell vertretbare Bindung, die sich von RB Leipzig einfangen lassen. Geschrieben von einem Autor, der es für das wahrhafte Lebenselexier hält, zu einem Stadtteilduell zweier Sechstligisten zu fahren und hinterher festzustellen, dass dort „nur 2690 Zuschauer beiden Vereinen beim Kicken zuschauen“ wollten. Mal abgesehen davon, dass die Zuschauerzahl ziemlich beeindruckend ist, darf auch ein Herr Willmann gern zur Kenntnis nehmen, dass man sich  ein Viertliga-Duell gegen Germania Halberstadt nicht anschaut, weil es der Fußball-Event-Himmel auf Erden ist oder man damit ewige Dauerkarten für mögliche, zukünftige Bundesligaspiele in Leipzig gewinnt, sondern weil man Bock hat auf Fußball, weil man Bock hat auf RB Leipzig und weil man keinen Bock hat, auf irgendwelche platten Vorhaltungen kulturerfahrener Fußballredakteure einer total hippen und angesagten Zeitschrift für die Pseudo-Fußball-Subkultur, deren Lebenselexier es ist, sich selbst und die eigene Weltsicht abzufeiern. Ihr wollt entscheiden, wer zur 11 der Freunde gehören darf? Na dann, schönes Leben noch.

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Zwei Stunden verschenkte Lebenszeit

Eigentlich war die Idee eine gute, eine Diskussionsveranstaltung zum Thema „Der Fußballklub Red Bull und die Leipziger Stadtgesellschaft“ zu organiseren. RB Leipzig ist ein Phänomen, das mit seiner professionellen und finanzkräftigen Power ziemlich unvermittelt und heftig über Leipzig hineingebrochen ist und durchaus kontroverse Positionen über die Stellung des Vereins in der Stadt provoziert. Darüber zu diskutieren, also sich zu fragen, was den Verein ausmacht, wie er in Leipzig verankert ist, was er überhaupt in und für Leipzig bedeutet oder wie er (Fußball-)Leipzig verändert, könnte als sachlich-kontroverses Thema durchaus ein spannendes sein. Eines, das vermutlich nur einen Teil der Leipziger und der Leipziger Fußballanhänger interessiert, aber als gesellschaftspolitisch relevantes seine Berechtigung hat und bei einer gesellschaftspolitischen Organisation wie der Friedrich-Ebert-Stiftung, die gestern zu oben genannter Diskussion in die Räume des Leipzig Fernsehens lud, gut aufgehoben scheint.

Dass die Diskussion trotz des insgesamt spannenden Hintergrundes mit dem Titel dieses Beitrages zwar überspitzt, aber in der Tendenz stimmig beschrieben ist, lag überraschenderweise daran, dass man mit Wolfgang Loos einen Vertreter von RB Leipzig mit auf das Podium gesetzt hatte. Eine Entscheidung, die in der Theorie sinnig erscheint, da man natürlich am liebsten über ein Thema mit direkt daran beteiligten Personen redet, die in der Praxis aber offenbar nicht funktioniert, da das öffentlich kontroverse Diskutieren und der Meinungsaustausch – und diese Erfahrung durfte man in der Vergangenheit, Stichwort Trainingszentrum, Personalentscheidungen und Lizenzprobleme mit dem DFB, bereits öfters machen – nicht zum Standardrepertoire des Vereins gehören. Wobei man fairerweise auch dazu sagen muss, dass es einem gerade einmal drei Monate beim Verein angestellten Geschäftsführer Loos auch schwerlich möglich ist, mal locker fluffig über die Stellung von RB Leipzig in der Stadt Leipzig zu plaudern.

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Neue grün-weiße Landesliga-Welten

Los ging es letztes Wochenende nicht nur für RB Leipzig in der Regionalliga, sondern auch in der Sachsenliga, deren besonderen Reiz ich ja schon in der Vorschau auf die Leipziger Fußballsaison zumindest ansatzweise beschrieben habe. Am ersten Spieltag marschierte das noch ungewohnte und ungleiche grün-weiße Doppel aus BSG Chemie und SG Leipzig Leutzsch jedenfalls mit zwei 2:0-Siegen im sportlichen Gleichschritt voran.

Zu ihrem Heimspiel im Alfred Kunze Sportpark (gegen Eilenburg) begrüßte Chemie dabei durchaus bemerkenswerte knapp 1.700 Zuschauer, die für ordentlich Anfangseuphorie sorgten. Währenddessen besuchten den Bildern nach zu urteilen reichlich 100 grün-weiße Anhänger aus der anderen Ecke auch das Auswärtsspiel der SG LL in Plauen (gegen Oelsnitz). Bleibt die spannende Frage, wieviele Zuschauer die SG LL nächste Woche zum Heimspiel in den Alfred Kunze Sportpark ziehen wird.

Angesichts dessen, dass im grün-weißen Lager alles oder ziemlich viel neu ist, kann man schon mal den Überblick verlieren, wie sich auch in der LVZ (09.08.2011) gezeigt hat:

Bei der BSG Chemie kamen zum Auftakt gegen den FC Eilenburg fast 1700 Zuschauer. Hat Sie das überrascht?
Tino Vogel (Trainer RB Leipzig II): Eigentlich nicht, in Leutzsch werden sicher noch oft über 1000 Fans kommen. Besonders gefreut hat mich, das mit Vincent Markus ein Spieler zum 1:0 getroffen hat, den ich in den Junioren trainiert habe.

Dummerweise spielt Vincent Markus aber nicht für die BSG Chemie, sondern für die SG Leipzig Leutzsch und erzielte für diese den Führungstreffer gegen Oelsnitz. Ob tatsächlich Tino Vogel der Fauxpas unterlief oder der interviewbearbeitenden LVZ-Redaktion ist nicht überliefert.

Man könnte nun einwenden, dass das ja auch egeal und Leutzsch überall da ist, wo grün-weiß ist. Und SG LL oder BSG Chemie eben alles eine Suppe. Was die Beteiligten wohl weit von sich weisen würden und auch durch ihre Praxis hartnäckig dementieren. Während die Chemie-Ultras bspw. gegen den LL-Chef Jamal Engel schießen (Spruchband beim Eilenburg-Spiel: „Nur kleine und dumme Kinder glauben an Engel …“), lässt der kaum eine Gelegenheit aus, um den Chemie-Ultras  als prägendem Teil des Konkurrenz-Vereins eine mitzugeben. Währenddessen werden in den jeweiligen Foren vermeintliche oder tatsächliche Fehler und Pannen des jeweils anderen genauestens dokumentiert und somit die jeweilige Frontstellung zementiert. Kaum vorstellbar, dass sich beide Vereine (und auch Fans) im Laufe der Saison einander annähern. Schwer vorstellbar bereits, dass man die grün-weißen Landesliga-Duelle als gemeinsame Feste organisieren kann..

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Leipziger Fußball 2011/2012

Eine neue Saison steht unmittelbar bevor. Eine neue Saison, die für die verschiedenen Leipziger Fußballlager wieder einmal viele Fragen aufwirft, viele Fragen, die vermutlich derzeit noch nicht mal gestellt wurden. Erinnert man sich daran, wie es im Leipziger Fußball vor einem Jahr aussah, dann gab es dort RB Leipzig mit Tomas Oral, Lok Leipzig mit Achim Steffens, den FC Sachsen Leipzig mit Dirk Heyne und die BSG Chemie Leipzig mit Radisa Radojicic. Dass mal eben keiner der Vereine (aus den unterschiedlichsten Gründen) mehr mit demselben Trainer in das neue Spieljahr geht, wirkt schon fast unheimlich. Dass einer der Vereine nicht mal mehr existiert, ist dagegen für Leipziger Verhältnisse nicht ungewöhnlich. Neues Jahr also, neues Glück. Und viele Baustellen und verschiedenste Ziele für die Vereine in den verschiedenen Spielklassen.

RB Leipzig: Schon wieder zählt nur der Aufstieg

Die umfassensten Personalveränderungen hat in den vergangenen Monaten sicherlich der ranghöchste Leipziger Verein hinter sich gebracht. Man kann guten Gewissens sagen, dass da kein Stein auf dem anderen geblieben ist. Was sowohl für den Bereich der sportliche Verantwortlichen gilt (wer das nachvollziehen möchte, nutze die Google-Suchfunktion oben rechts in der Sidebar und die Namen Pacult, Oral, Beiersdorfer, Linke, Loos, Bach, Shoukry), als auch für den Kader von RB Leipzig. In der Stammformation der Leipziger stehen gleich sieben Neuzugänge, die zumindest für den DFB-Pokal keine große Eingewöhnung brauchten.

Ich hatte den Kader der neuen Saison ja bereits ausführlich unter die Lupe genommen und bleibe bei dem formulierten Ergebnis, dass die Mannschaft bis auf kleiner Ausnahmen (vor allem die Innen- und Linksverteidigung) zumindest doppelt hochwertig besetzt ist. Neu-Trainer Peter Pacult hat den Kader nach seinen Vorstellungen noch einmal verändert und vor allem Spieler in den Mitzwanzigern verpflichtet, die dem Team auch in der Breite Stabilität verleihen sollen. Zudem hat Pacult sehr viel wert auf Spielertypen für die Außenbahn gelegt, die seiner Spielphilosophie, die man als schnell, robust, zielstrebig bezeichnen könnte, entgegenkommen. Die beiden Duos Kocin/ Heidinger und vor allem Müller/ Röttger verkörpern jedenfalls mindestens Drittliga-Niveau, dürften aber aufgrund ihrer Robustheit auch in der Regionalliga prima zur Geltung kommen und die Differenz zum letztjährigen Kader ausmachen.

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RB Leipzig vs. VfL Wolfsburg 2.0

Das Spiel RB Leipzig gegen den VfL Wolfsburg war nicht nur für die althergebrachten Medienerzeugnisse und Online-Portale sowohl in der Vor- als auch in der Nachbereitung ein gefundenes Fressen, auch in der (vornehmlich Leipziger) Blogspähre, zu der ich nicht nur dem Namen nach dazu gehöre, ging es – vergleicht man dies mit dem sonstigen Output nach Spielen mit Beteiligung von RB Leipzig – rund. Aus meiner Sicht sind die Beiträge eine prima Ergänzung zu den medialen Fragen, wann denn Pokalheld Frahn wohl ins Bett gegangen ist und wie lange er zum dopingprobenpullern gebraucht habe und helfen dabei, ein komplettes Bild vom Spiel und dem Geschehen drumherum zu vermitteln. Weswegen ein kleiner Blick auf die versammelten Einzel-Online-Artikel erlaubt sei.

Den Anfang macht ein Blog namens Spielverlagerung, welcher auch der einzige sein wird, der nicht aus dem Leipziger Umfeld kommt. Behandelt werden dort generell und so auch in Bezug auf das Spiel der RasenBallsportler gegen den VfL vor allem die spieltaktischen Fragen:

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Finale auch bei „Fußball nach Plan“

Nachdem letzten Mittwoch die Saison der RasenBallsportler zu Ende ging, zog am Samstag die sechsteilige Doku „Fußball nach Plan“ über RasenBallsport im Speziellen und Fußball-Leipzig im Allgemeinen nach (nach Folge 1 hatte ich schon einmal einen kurzen Blick auf die Sendung geworfen) und beendete ihr Kurzgastspiel nach insgesamt 90 ‚Spiel’minuten. Für Menschen, die am Leipziger Fußball in ihrem Alltag aus welcher Perspektive auch immer halbwegs dran sind, war die Serie sicherlich nur wenig überraschend, geschweige denn tiefgründig. Ein paar bekannte Gesichter hier, ein paar weniger bekannte Gesichter dort. Journalisten, Bürgermeister, sportlich Verantwortliche, und Fans. Dazu die typische pseudo-objektive Kameraführung, die im Zusammenhang mit Doku-Soaps wohl üblich ist. Das alles verbal zugespitzt unter dem Motto „ein Marketingprojekt mit sportlichen Ambitionen“ (Untertitel zu Folge 2) vs. Tradition und Ablehnung, ohne dass man aus der filmenden Scheindistanz die Widersprüchlichkeiten dieser Realität hätte einfangen können.

So weit, so zumindest für Außenstehende auch gar nicht so schlecht. Mein persönliches Highlight bei den dann doch gelegentlich netten Blicken hinter die Kulissen war der Auftritt des ehemaligen Pressechefs Hans-Georg Felder bei einer Fan-Veranstaltung nach der desaströsen Niederlage gegen Holstein Kiel (Folge 4, ab 7:30). Schon sein Eintreffen am Veranstaltungsort unterlegt mit den sarkastischen Worten „Na das ist ja überschaubar hier“ hätte Legende-Potenzial. Wie er aber anschließend grinsend und belustigt die Fankultur seziert, die seiner Meinung nach offenbar zu verkopft daher kommt und sich über den Ruf „Schieri im Praktikum“ lustig macht, das ist großes Kino. Thomas Linke windet sich derweil, scheinbar nicht sonderlich überzeugt vom Felderschen Fan-Krisenmanagement, auf seinem Stuhl, als würde der ihm zu heiß weißen.

Ironie der Geschichte, dass beide Herren bei RasenBallsport Leipzig schon wieder Geschichte sind. Die Frage, wer welchem der beiden Funktionäre mehr hinterher trauert, soll hier und heute nicht beantwortet werden..

Die sechs Folgen der Doku „Fußball nach Plan“ gibt es allesamt in der Mediathek des MDR [broken Link]. Jede der Folgen widmet sich einem eigenen Thema (in chronologischer Folge): die Entstehung von RasenBallsport Leipzig, das Derby Lok gegen FC Sachsen, das Derby FC Sachsen gegen RasenBallsport, das Fanumfeld, der RB-Nachwuchs und die sportliche Lage/ der sportliche Misserfolg.

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Grün-weiße Alternativen: SG Leipzig Leutzsch vs. BSG Chemie

Ich hatte vor kurzem bereits meine damalige Sicht auf die Entwicklungen bei grün-weiß in der Nachfolge des FC Sachsen dargelegt oder besser gesagt dargeätzt. Seitdem ist schon wieder einiges passiert, was nur wenig Anlass gibt, darauf zu hoffen, dass die Zukunft im Alfred Kunze Sportpark besser werden wird als die jüngere Vergangenheit. Denn auch wenn man bei Lok Leipzig mit den Rücktritten von Aufsichtsratschef Gunter Weißgerber und Vorstandsangehöriger Katrin Pahlhorn (nach Morddrohung) offenbar etwas von der öffentlichen Aufmerksamkeit abhaben wollte, schlägt man das alles bei grün-weiß derzeit locker.

Es geht bei grün-weiß wie meist seit der Neugründung der BSG Chemie um den legitimen Vertreter grün-weißen Fußballs und damit derzeit auch um die Nachfolge des FC Sachsen Leipzig. Mit der Gründung der SG Leipzig Leutzsch, die nun von den Verbänden die Spielrechte der Nachwuchsteams von der U23 abwärts zugeschlagen bekam, stehen wieder die zwei grün-weißen Vereine auf der Matte, die es schon vor der Bekanntgabe des Endes des FC Sachsen gab.

Ehrlich gesagt ist es etwas schwierig zu erfassen, wofür die SG Leipzig Leutzsch steht und wer dahinter steht. Bis auf Jamal Engel tritt öffentlich niemand so recht für den Verein auf. Wodurch es auch schwierig ist einzuschätzen, worauf der Verein eigentlich fußt. Im Raum stehen Sponsoren, die nach dem Ende des FC Sachsen weiterhin grün-weißen Fußball unterstützen, aber nicht zur BSG Chemie wollen. Im Raum standen bei der SG Leipzig Leutzsch in den letzten zwei Wochen auch zwei grundverschiedene Konzepte. Auf der einen Seite das Konzept kompromisslose, erfolgreiche Nachwuchsarbeit ohne sonderliche Rücksicht auf Fans, Farben und Männermannschaft. Auf der anderen Seite das Konzept grün-weißer Fußball in der Nachfolge des FC Sachsen Leipzig, also ein Konkurrenzprodukt zur BSG Chemie, das sich an die Anhänger richtet, die mit der BSG nicht können oder wollen. Grün-weiße Alternativen: SG Leipzig Leutzsch vs. BSG Chemie weiterlesen

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Der Trauer folgt das Leipziger Allerlei

Der Leipziger Fußball übertrifft sich in dieser Saison mal wieder selbst. Die Kubald-Demontage bei Lok, nachdem der gern mit RB kooperiert hätte, die Nichtkommunikation von RB Leipzig in Bezug auf ihr Trainingszentrum Ende letzten Jahres, die Personalquerelen und -abgänge bei RB (Felder, Linke, Beiersdorfer), die vor allem bei Lok und RB unbefriedigende sportliche Entwicklung und auch die schöne Geschichte um den Fußballweltreisenden Heiner Backhaus, der kam, um sich bei Lok sehr wohl fühlen zu wollen und spielen und ein bisschen Marketing betreiben zu können und nach gerade einmal fünf Spielen den Verein wieder verließ. Das alles und noch viel mehr hätte für einen Jahresbericht Leipziger Fußball 2010/2011 locker gereicht. Aber den wenig witzigen Höhepunkt des Storytellings lieferte dann doch der FC Sachsen Leipzig mit dem nun feststehenden negativen Abschluss des Insolvenzverfahrens mit der Liquidition und dem darauf folgenden Hauen und Stechen um die Vereinsreste.

Es ist wie so oft in Leipzig. Es muss wieder mal alles ganz schnell gehen. Letzten Dienstag gab Sachsen-Insolvenzverwalter Heiko Kratz bekannt, dass er den Verein zum Jahresende aus dem Spielbetrieb nehmen und versuchen werde, die Mannschaften des FC Sachsen Leipzig bei anderen Vereinen unterzubringen. Das ganze muss bis Ende Mai oder Anfang Juni über die Bühne gegangen sein, da bis dahin die Meldungen für die neue Saison vorliegen müssen. Nach ersten Plänen sollte alles ab der U23 abwärts an die BSG Chemie Leipzig als zweitem grün-weißen Verein in Leipzig gehen, für das Spielrecht der ersten Männermannschaft in der Oberliga interessiert sich nach allgemeinem Kenntnisstand RB Leipzig für das eigene U23-Team. So weit, so gut und im Rahmen der Ereignisse nachvollziehbar. Doch dann kam die SG Leipzig-Leutzsch und damit eine Tradition, die in Leipzig kaum jemand kannte. Der Chemieblogger machte sich bei sich drüben auf die Suche nach der Vergangenheit des Vereinsnamens:

Der Name ist nicht ohne Geschichte. Als die sowjetische Besatzungsmacht nach 1945 den Fußball in der Ostzone reorganisierte, trugen zunächst Stadtteilmannschaften die Wettkämpfe aus. Eine davon war die SG Leipzig-Leutzsch, worauf sich die Neugründung von Bauchspieß, Engel & Co. scheinbar beziehen soll. Wie aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs einst der Arbeiter- und Bauernstaat geschaffen wurde, soll nun also der Leutzscher Fußball begleitet von dem Soundtrack „Auferstanden aus Ruinen“ ein furioses Comeback feiern.

Bernd Bauchspieß und Jamal Engel sind also die Gesichter, die mit Unterstützung einer ominösen Investorengruppe dem neu gegründeten Verein grün-weiße Seele einhauchen und die Nachfolge vom FC Sachsen Leipzig antreten wollen. Ersterer gilt in Leutzsch als ehemalige Legende mit recht zweifelhaften, aktuellen Ansichten und als Gegner der BSG Chemie Leipzig. Zweiterer wurde in den letzten Wochen von den Fans immer mal wieder in verantwortlicher Position (Trainer) beim FC Sachsen erhofft, wozu es nicht mehr kam. Der Trauer folgt das Leipziger Allerlei weiterlesen

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