Archiv der Kategorie: Fußballdeutschland

Saisonrückblick

Auch wenn die Saison noch nicht in allen Ligen beendet ist, wird es langsam Zeit einmal einen kurzen Blick auf die Gewinner und Verlierer der Saison zu werfen, zumal die Entscheidungen auch in Regional- und Oberliga (zumindest was die Vereine in Ostdeutschland angeht) bereits gefallen sind.

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Champions League Finale 2010

Ach lieber FC Bayern München: Es hätte alles so schön werden können. Triple-Sieger und Fußball-Legende für immer. Nun mussten Sie aber doch einsehen, dass Sie als deutsches Top-Team schlechthin von der absoluten europäischen Spitze weiter entfernt sind als Sie das vor dem Finale gedacht hatten – Sichtweite, maximal. Das macht grundsätzlich gar nichts, führt aber hoffentlich zu der Erkenntnis, dass Sie nächstes Jahr ein paar Prozente drauflegen müssen, wenn Sie weiter und dauerhaft an die europäische Spitze heranrücken wollen.

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Finale der Gemeinsamkeiten

Mourinho hält sich für den Größten. Er könnte Recht haben. (sportschau.de [broken Link])

Besser könnte man es nicht auf den Punkt bringen. Und damit auf in den Champions-League-Finaltag, der uns zu einem Finale führt, das wie ein Ausflug in die Vergangenheit wirkt. Ein deutsches und ein italienisches und kein englisches und spanisches Team, damit hätte man vor der Saison beim Wettanbieter des Vertrauens sicher viel Geld gewinnen können. Zudem gab es wohl selten so viele Gemeinsamkeiten zwischen zwei Finalisten, wie in diesem Jahr.

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Regionalliga reloaded

Von einer Regionalliga-Reform war in den letzten Tagen zu lesen [broken Link]. Sogar der Vorschlag, die zweiten Mannschaften in eine eigene Staffel zu verschieben, kam dabei auf den Tisch, dürfte aber kaum zu halten sein, da die Deutsche Fußball-Liga, also letztlich die Proficlubs zustimmen müssten. Diese aber wehren sich schon seit geraumer Zeit gegen solche Vorschläge.

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Michael Ballack

Vielleicht sollte man so ein weitreichend und ergiebigst besprochenes und betrauertes Thema, wie das der Verletzung Michael Ballacks nicht weiter besprechen, weil man dem Gesagten nichts Substanzielles hinzufügen könnte. Aber ein bisschen ist das in diesem Fall wie bei einem Nachruf, es geht nicht nur um den Betrauerten, sondern auch um die Trauernden und darum, dass auch das, was schon tausend Mal gesagt wurde, noch mal gesagt werden muss, weil man sein eigenes Herz erleichtern will. Und um es einfacher zu machen: Wer das nun wirklich nicht noch mal lesen will, klicke einfach nicht auf den Weiterlesen-Button.

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Leipzigs Nähe zur Champions League

„Ich wollte ihn vor zehn Jahren nach Leipzig holen. Olic war da bei den Hertha Amateuren. Den Kontakt gab es, er hat sich leider anders entschieden.“ (Edi Stöhr [1999/ 2000 Trainer bei Sachsen Leipzig, derzeit Trainer bei Austria Lustenau in Österreich] bei altach.vol.at über Ivica Olic)

Näher waren sich Leipzig und die Champions League (bzw. der Europapokal der Landesmeister) in den letzten 20 Jahren wohl nie (so über drei Ecken meine ich). Und beim kommenden Champions League Finale bietet mir der heimliche König der Champions League ungeahntes Identifikationspotenzial, so von Ex-Grün-Weißem-Leipziger zu Fast-Grün-Weißem-Leipziger. Ivica Olic wechselte damals übrigens lieber zu einem Provinzclub in seiner kroatischen Heimat, weil er dann doch nicht dauerhaft in der deutschen Regionalliga spielen wollte. Verständlich, irgendwie.

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Panini-Sticker: Zwischenbilanz

So, nachdem ich zur diesjährigen WM zum ersten Mal in meinem Leben dem Sammeln von Panini-Stickern verfallen bin und ich bereits etwa 60 Sticker mein eigen nenne, ist es Zeit für eine Zwischenbilanz. Vom deutschen Team besitze ich derzeit Rene Adler (naja, Pech gehabt würde ich sagen) und Thomas Hitzlsperger. Ja, Hitzlsperger! Genau der, den nun wirklich fast kein Team mehr haben wollte, woraufhin er zum italienischen Fastabsteiger Lazio Rom auf die Ersatzbank wanderte und vor kurzem in einem Ligaspiel (30 Minuten lang) bester Feldspieler seines Teams war, weil der Rest der Mannschaft und die Fans lieber den Gegner (Inter Mailand) unterstützten, damit Inter verhindert, dass Lazios Stadtrivale AS Rom italienischer Meister wird. Ausgerechnet Hitzlsperger klebt nun also in meinem Panini-Heft. Ts.

Und überhaupt sind diese Panini-Hefte optisch und inhaltlich ziemlich dürftig und kein Vergleich zu bspw. dem Hertha-BSC-Sticker-Heft, das mir der Sohn einer befreundeten Familie vor einigen Wochen unter die Nase hielt und welches diverse Informationen und liebevolle Details zu den Spielern enthielt. Beim Panini-WM-Heft gibt es lediglich durchschnittliche Bilder, die auf einen lieblosen Hintergrund geklebt werden. Naja, falls der eigene Nachwuchs mal auf die Idee des Sticker-Sammelns verfällt, bin ich zumindest vorbereitet..

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Kultgetränk für Kultverein

Vor einiger Zeit habe ich hier in diesem Blog die Idee besprochen, dass Dynamo Dresden einen eigenen Energy-Drink kreieren sollte [broken Link], mit dem man dann Geld verdienen und gleichzeitig Red Bull schaden kann. Ergänzend dazu und auch auf die Gefahr hin, dass mir dies Google übelnimmt, sei erwähnt, dass ich vor ein paar Tagen über die Nachricht gestolpert bin, dass die Millionste Flasche „Kalte Muschi“, dem „offiziellen Kaltgetränk des FC St. Pauli“ (eine Rotwein-Cola-Mischung) verkauft wurde. Ist zwar nicht gerade ein Energy-Drink (naja, zumindest nicht im klassischen Sinne) und was der Verein finanziell davon hat, weiß man auch nicht, aber die Partnerschaft scheint Früchte zu tragen, passt zum Image des FC St. Pauli (wobei das darauf ankommt, wen man fragt: siehe hier und hier) und zeigt, dass es möglich ist, durch ungewöhnliche Produktideen, die mit dem Image des Fußballvereins verknüpft sind, auch neue Finanzquellen zu öffnen. Ähm ja, Prost und bis bald bei Kalte Muschi St.Pauli gegen Red Bull Leipzig.

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Ultras vs. Aktiengesellschaften

„Der klassische Hooliganismus hat abgenommen. Gewalt entsteht heute eher situationsgebunden und heraus aus einigen Ultra-Gruppierungen. In Zeiten der Kommerzialisierung des Fußballs fühlen sich diese Fans mehr und mehr als reine Stimmungsmacher ausgenutzt, auf die – wenn es hart auf hart kommt – draufgeknüppelt wird. Die Ultras identifizieren sich vor allem mit sich selbst. Wer kann schon aus vollem Herzen Fan einer Aktiengesellschaft sein? Da liegt ein Problem. Der Protest und damit ein Teil der Gewalt ist heute viel mehr in der Kommerzialisierung und in einem sich gegenseitigen Hochschaukeln von Sicherheitsappart und Ultras zu sehen. Fan-Gewalt kann auch eine Reaktion auf die viel zu geringen Partizipationsmöglichkeiten für Fußballfans sein.“ (Gerd Dembowski gegenüber tagesschau.de)

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Eigene Liga für zweite Mannschaften

Ich persönlich finde das Spielen gegen die zweiten Mannschaften von Proficlubs, also das was RasenBallsport Leipzig und seine Anhänger in der neuen Saison erwartet gar nicht unbedingt dramatisch. Nichtsdestotrotz verstehe ich das Klagen der Vereine, die auf jeden Euro aus den Eintrittsgeldern angewiesen sind und denen die zuschauertechnische Magerkost der Spiele gegen die U23-Teams gelinde gesagt auf die Nerven geht. Und ich finde, man könnte das Problem ganz schnell durch eine eigene Liga für zweite Mannschaften lösen.

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Aufstieg

Euphorische Freude sieht natürlich anders aus – eher verbindet sich mit dem nun perfekten Aufstieg in die Regionalliga ein ‚der erste Schritt ist gemacht, denken wir über den nächsten nach‘-Gefühl – trotzdem von dieser Stelle an alle Spieler, Betreuer und Unterstützer von RasenBallsport Leipzig herzlichen Glückwunsch zum ersten sportlichen Erfolg der sehr jungen Vereinsgeschichte.

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Probleme, die andere gerne hätten

Möchte man auf legendäre Reporter-Sprüche zurückgreifen, hätte man am gestrigen Abend im Rückgriff auf DDR-Sport-Moderatoren-Legende Heinz-Florian Oertel den Fernsehzuschauer auffordern müssen, seine Kinder Ivica zu nennen. Doch erstens haben Sportereignisse (außer vielleicht WM-Endspiele) wohl kaum noch die gesellschaftliche Integrationskraft, dass solch ein Aufruf folgenreich wäre und zweitens möchte man wohl kaum, dass das eigene Kind Waldemar (wie von Heinz-Florian Oertel gefordert) oder Ivica (wie von niemandem gefordert) heißt.

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Ferguson fliegt raus und teilt aus

„Sie haben den Schiedsrichter belagert und die Rote Karte erzwungen.“, behauptete Alex Ferguson (sportschau.de [broken Link]) nachdem sein Team Manchester United gegen die Bayern das Champions-League-Zeitliche segnete. Mal abgesehen davon, dass dieses Gewinke von Spielern nach Karten absolut peinlich, unsportlich und vielleicht sogar eine typisch Deutsche Sitte ist, bleibt doch der Fakt, dass Schiedsrichter meistens eher angenervt sind, wenn Spieler bestimmte Entscheidungen von ihnen verlangen und dann erst recht gegenteilig entscheiden und sowieso die gelb-rote Karte völlig berechtigt war (da hat der 19-jährige Rafael im falschesten aller Spiele Lehrgeld bezahlen müssen). Der Unmut Fergusons bleibt aber nachvollziehbar (auch wenn ihn der Falsche abkriegte), weil ManU gegen diese Bayern niemals ausscheiden durfte. Doch 3 folgenschwere, individuelle Fehler, nämlich das Pennen beim 2:1-Siegtreffer der Bayern in München, das wiederholte Pennen beim 1:3-Anschluss der Bayern in Manchester und der erwähnte Platzverweis haben dem besseren Team das Ausscheiden beschert. Dazu noch die schwer nachvollziehbare Wechseltaktik Fergusons bei Hin- und Rückspiel und fertig war die Überraschung. Ich finds gut, aber ich mag die Bayern auch..

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Verquere Logik

„Es handelt sich hierbei um keinen sportrechtlich relevanten Sachverhalt, da die Äußerungen im rein privaten und vertraulichen Rahmen gemacht wurden und nicht damit gerechnet werden konnte, dass diese in die Öffentlichkeit gelangen würden.“ (sportschau.de [broken Link/ 20.04.2011]) Mit diesen Worten begründete der Vorsitzende des Kontrollausschuss des DFB Anton Nachreiner, dass es kein Verfahren gegen Schiedsrichter Kempter geben würde. Kempter hatte sich in einer Mail über ein mögliches Ausscheiden der Bayern aus der Champions League gefreut: „Hoffentlich fliegen die Bayern gleich raus, dann können wir anstoßen.“ Mal abgesehen, davon, ob diese Mail wirklich schlimm ist und mal abgesehen davon, ob Schiedsrichter frei sein müssen von Vereinspräferenzen, ist die Logik des Kontrollausschusses ziemlich verquer. Wäre es sportrechtlich auch nicht relevant, wenn ein Schiedsrichter in einer Mail ankündigen würde, dass er die blöden Bayern mal ordentlich verpfeifen will, wenn es sich dabei um eine private Mail handelt? Muss sich ein Schiedsrichter mit so etwas an die Presse wenden, damit es sportrechtlich relevant wird? Ein bisschen hat man das Gefühl, dass der DFB den Fall Kempter einfach nur schnell zu den Akten legen will.

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Aktivitäten gegen den modernen Fußball

Der moderne kommerzorientierte Fußball und die finanziell-sportlich dahinsiechenden Traditionsvereine, das sind für viele Fans zwei Seiten derselben Medaille. Aktivitäten gegen den modernen Fußball beschränken sich dabei oft auf Beschimpfungen und Drohungen (wie bspw. das ‚Wir kriegen euch alle‘ der Lok Leipzig-Kurve beim Spiel gegen RasenBallsport Leipzig). Doch es gibt auch ganz praktische Handlungsanweisungen. Zwei seien hier in aller Kürze vorgestellt.

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HFC-Ultras in der Kritik

Bei der Jugendbande/Saalefront (JB/SF), einer Ultra-Gruppierung beim HFC Chemie will man unter anderem RB Leipzig töten. Eine unterstützenswerte Bemerkung zum Thema:

“Es ist unglaublich, wie die „Ultras“ des HFC ihre Wahnvorstellung eines Vereins, den sie angeblich unterstützen, von den Funktionären des Vereins, den Spielern des Vereins, und vielen Fans des Vereins loskoppeln können”, kritisiert der Arbeitskreis Kritischer Studenten an der MLU. “Oft behaupten sogenannte Ultras, kritisiert man rechte Sprüche im Stadion, sie seien unpolitisch und Politik habe im Stadion/Fussball nichts zu suchen“, heißt es in einer Mitteilung. “Die Kampagne „Tötet RB“ oder die Sprüche „HFC – Fuck Antifa“, „88“ und „JUDEN“ sprechen eine andere Sprache.” (halleforum.de [broken Link], empfohlen auch die Kommentare zum Artikel [broken Link])

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Die Causa Zwanziger

Was auch immer zwischen Amerell und Kempter oder anderen Schiedsrichtern passiert sein mag, mit einem hat Herr Amerell vermutlich recht: „Zwanziger hat in blindwütiger Weise zwei Menschen kaputtgemacht, die Ehre von zwei Menschen auf dem Altar der Öffentlichkeit geopfert. Er ging mit uns um, wie mit zwei Holzstücken, wo man draufhauen kann.“ (siehe Süddeutsche Zeitung vom 05.03.2010) Nach dem Verklagen des Sportjournalisten Weinreichs [broken Link] und dem öffentlichen Nachgetrete gegenüber Löw und seinem Team anlässlich von Vetragsverhandlungen die nächste, eigentümliche Geschichte, die in Zwanzigers Vater-der-Kompanie-Manier ganz schön daneben geht.

PS: Bei direkter-freistoß.de finden sich diverse lesenswerte Artikel zum Thema Amerell-Zwanziger-Kempter.

Update PS: Die FAZ hat in Person von Patrick Bahners einen Artikel zu Zwanzigers Auftreten im Fall Amerell vs. Kempter geschrieben. Prädikat: sehr lesenswert.

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