Ergebnisdruck zur falschen Zeit

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig gegen den FC Bayern München (18.03.2018, 18.00 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralph Hasenhüttl.]

27. Spieltag in der Bundesliga schon. Allzu viele Punkte sind nicht mehr zu vergeben. Doch Punkte könnten die RasenBallsportler ganz gut gebrauchen. Zumindest wenn es darum geht, dass man noch auf einen der drei noch zu vergebenen Champions-League-Plätze will. Was vielleicht nicht das ultimative Saisonziel, aber schon der Wunsch von allen Beteiligten ist.

Dass in dieser Situation, wo sich RB Leipzig bereits vier Punkte hinter den Champions-League-Plätzen befindet, nun ausgerechnet der FC Bayern vorbeikommt, ist ein bisschen undankbar. Viele Punkte gibt es in diesen Spielen im Normalfall nicht zu holen, das weiß man schon allein aus der eigenen RB-Geschichte mit dem alten und demnächst auch neuen Meister.

Einen besonderen Reiz könnte das Spiel dadurch bekommen, dass die Bayern durch einen Sieg in Leipzig Meister werden können. Voraussetzung dafür allerdings, dass sowohl Dortmund als auch Schalke am Wochenende nicht gewinnen. Ob das der Fall ist, wird man sehen und ist zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Vorberichts noch unklar.

Abgesehen davon ist der erste Hype um die RB-FCB-Duelle erst mal durch. Letzte Saison das Duell des Aufsteigers und vermeintlichen Bayern-Herausforderers im Hinspiel. Im Rückspiel dann das Duell um die Ehre, in dem beide noch mal ihr Können zeigen wollten und zeigten. Diese Saison das frühe Aufeinandertreffen im DFB-Pokal und das Duell 2 gegen 3 in der Bundesliga. Jetzt ist es das Duell 6 gegen 1 und zwischen beiden Vereinen liegen sportlich einige Welten. Entsprechend ist das bundesweite Interesse am Duell nicht mehr ganz so groß, sondern entspricht einem normalem Topspiel.

Vielleicht tut es dem Spiel ja mal ganz gut, ohne die überdrehten ‚Kann RB den Bayern gefährlich werden‘-Beiträge auszukommen (vielleicht kommen die ja aber auch noch). Die Eigenmotivation bei den Spielern dürfte auch so groß genug sein. Was die positive Nachricht nach dem Weiterkommen in St. Petersburg ist. Dass der Fokus und die Konzentration auf die Partie aufgrund des Gegners automatisch hoch ist. Doppelbelastung hin oder her.

Allerdings dürfte das die Bayern wenig stören, denn unter Jupp Heynckes pflügen sie völlig unabhängig von Gegnermotivation und eigener Personallage durch die Bundesliga als läge eine Liga zwischen ihnen und dem Rest. Was irgendwie ja auch stimmt. Denn seit Heynckes in München übernommen hat, sammelte der Verein in 28 Spielen 26 Siege und verlor nur ein Mal. Und das war Ende November in Mönchengladbach und ist schon eine halbe Ewigkeit her. Nach dem siebten Spieltag stand man mit fünf Punkten Rückstand auf Dortmund auf Platz 2 und die spannendste Bundesliga aller Zeiten war ausgerufen und alle saugten sich Texte aus den Fingern, warum die Bayern diese Saison nicht durchmarschieren. Nun hat der FCB als Tabellenführer 20 Punkte Vorsprung auf Schalke und es werden die Texte zum Untergang der Bundesliga geschrieben.

Ralph Hasenhüttl erklärte in der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen die Bayern, dass manch einer von seinem Team erwartet, eine eierlegende Wollmilchsau zu sein und die Mannschaft diesen Ansprüchen natürlich nicht gerecht werden kann. Wenn man so will, dann ist der FC Bayern diese eierlegende Wollmilchsau, die RB Leipzig nicht sein kann, weil man eigentlich (auf Bundesliga-Niveau) keine Schwächen und Fehler hat und entsprechend mit einer konstanten Rotation durch drei Wettbewerbe marschiert. Nicht immer mit spektakulärem Glanz, sondern auch mal dreckig, wie bei drei 1:0-Siegen im Dezember am Stück, aber am Ende dann doch immer souverän.

Jupp Heynckes hat es geschafft, die Stars bei Bayern München wieder einzufangen, er hat ihnen für die Spiele klare Strukturen mitgegeben und er hat das Training wieder auf ein Niveau gehoben, durch das die Spieler auch körperlich gut für die Aufgaben gerüstet sind. Rundum, der Verein ist wieder auf einem Niveau, auf dem er seine Potenziale weitgehend ausschöpft. Und wenn er das tut, ist er für die anderen unerreichbar. Erst recht, wenn die anderen Vereine mit ihren eigenen, unterschiedlichen Problemen zu kämpfen haben und mit Dortmund das potenziell zweitbeste Team eine gar nicht perfekte Saison spielt.

Aus RB-Sicht stellt sich vor dem Aufeinandertreffen mit dem FC Bayern München die Frage, wie man diese Mannschaft knacken soll. Hinten rein stellen, ist keine Option, weil man dann über 90 Minuten lang so hergespielt wird, dass irgendwann auch Tore fallen. Vor allem, weil bei den Bayern auch von den Innenverteidigern viel Input in den Spielaufbau gesteckt wird. Gerade Hummels stößt bei entsprechender Möglichkeit immer wieder in die Halbräume vor und schafft dort Überzahlsituationen und findet mit seiner Passsicherheit gute Lösungen. Ganz ohne die Innenverteidiger des FCB mit unter Druck zu setzen, wird es also nicht gehen.

Neben klassischem Ballbesitz arbeiten die Bayern auch gern mit Diagonalbällen (gerade die Passquote bei langen Bällen ist phänomenal). Mit Coman fehlt zwar auf dem Flügel ein wichtiger Spieler, der Geschwindigkeit in die Aktionen bringen kann. Mit den Pärchen Ribery/ Alaba und Robben (fehlt aber verletzt)/ Kimmich ist man auf den Außenbahnen aber weiter gut besetzt. Auch da darf man beim Verdichten des Spielfelds nicht allzu viel Platz lassen. Denn die Bayern spielen in der Zentrale mit einer hohen Pressingresistenz und sind so immer wieder in der Lage, sich aus Drucksituationen zu befreien und dann den Ball in die freien Räume auf dem entfernten Flügel zu spielen. Im ersten Spiel bei den Bayern im Dezember 2016 machte RB damit schon mal recht unangenehme Erfahrungen.

Komplettiert wird das Bild der Bayern davon, dass man ein recht gutes Anlaufverhalten in vorderster Linie hat (wenn man denn will und wollen tun die Bayern in Spielen gegen RB erfahrungsgemäß). Sprich, wenn vorne ein Müller oder ein Lewandowski anlaufen, dann rücken dahinter auch Spieler nach und stellen mögliche Anspielstationen zu. Wenn man nicht über sehr viel Selbstbewusstsein und Klasse im Passspiel verfügt, was die Bayern auch vor Probleme stellen würde, bleibt dann meist nur der lange Ball, wenn man Ballverluste in ganz gefährlichen Zonen vermeiden will. Die gehen dann aber in Richtung Hummels und Boateng, die als Innenverteidiger auch nicht von schlechten Eltern sind.

Womit man bei dem Punkt ist, dass das ganz gut ausbalancierte FCB-System natürlich auch noch sehr gut besetzt ist. Auf naturgemäß allen Positionen. Auch ein Vidal wurde gut integriert und kann mit seinen aggressiven Balleroberung glänzen, ohne dass seine etwas geringeren Qualitäten am Ball auffallen würden. Thiago (fehlt in Leipzig verletzt) ist natürlich sowieso überragend in der Zentrale. James ist technisch unglaublich stark und hat sich nach einer lethargischen Anfangsphase unter Ancelotti auch gut integriert. Müller, Robben, Kimmich und sogar Ulreich. Man weiß gar nicht, wo im Bayern-Kader die Lücken sind. Wenn überhaupt, dann auf den Außenbahnen, aber auch das nur, wenn man den älteren Herren Ribery und Robben eine Auszeit gönnen will und dann plötzlich Defensivlösungen wie Bernat oder Rafinha auf den offensiven Außenpositionen auftauchen.

Naturgemäß liegen die Bayern in allen relevanten, statistischen Kennzahlen vorn. Man hat mit Abstand den meisten Ballbesitz der Liga und die beste Passquote (was auch dazu führt, dass man die Gegner laufen lässt und selbst mit Abstand die wenigsten Kilometer zurücklegt). Man schießt mit Abstand die meisten Tore aus dem Spiel heraus und hat zusammen mit Hertha die meisten Standardtore erzielt (bei allerdings deutlich mehr Standardsituationen als die Berliner). Man gewinnt mit Abstand die meisten Spiele aller Bundesligisten mit mindestens zwei Toren Differenz (15) und holt die meisten Punkte in Spielen, die mit maximal einem Tor Unterschied ausgehen (2,1 pro Spiel). Man hat mit riesigem Vorsprung die beste Balance aller Bundesligisten und hat pro Spiel rund fünf Chancen mehr als der Gegner (nur reichlich drei lässt man pro Spiel zu, reichlich acht hat man selbst). Selbstverständlich schießt man die meisten Tore und fängt die wenigsten. Und selbstverständlich hat man in 23 Versuchen noch nie nach einer Führung ein Spiel verloren. Lediglich zweimal spielte man nach Führung noch Unentschieden und das war noch in der Prä-Heynckes-Zeit. Was dann auch noch mal für die taktische Stabilität des Meisters spricht.

Ja, die Frage nach der näheren Zukunft des FC Bayern bleibt. Nicht nur auf dem Trainerposten, sondern auch bei der Kaderzusammenstellung. Auf den ersten zwölf Plätzen der ältesten eingesetzten Mannschaften der Saison stehen nur Bayern-Aufstellungen. Vier Jahre liegen im Schnitt zwischen den bei Bayern (ältestes Team der Liga) und bei RB (jüngstes Team der Liga) eingesetzten Spielern. Was darauf verweist, dass da immer noch ein kleiner Umbruch im Team ansteht. Der FCB wird nie in ein Ausbildungskonzept wie Leipzig oder mit Abstrichen Dortmund verfallen, aber ein bisschen jünger darf es in der Zukunft schon werden, wenn man auch mittelfristig international konkurrenzfähig sein will. Und das ist ja letztlich das, was in München das wirkliche Ziel ist, während man die Bundesliga mal eben so mitnehmen kann.

Nun, vielversprechend klingt das alles wie immer, wenn es gegen die Bayern geht, nicht wirklich. Über eine Saison gesehen hast du gegen sie, wenn sie nichts falsch machen, keine Chance. Was nichts daran ändert, dass es in direkten Duellen bei aller Klasse des Gegners immer darum geht, diesen auch schlagen zu wollen. Und genau das muss natürlich auch am Sonntagabend das Ziel sein. Vorteilhaft dabei wäre schon mal, wenn RB ein Spiel gegen den FCB nicht zu großen Teilen nur zu zehnt bestreitet. Im bisher einzigen Aufeinandertreffen, das Elf gegen Elf zu Ende ging, sah RB Leipzig lange gut aus und schenkte den Bayern (in einer zugegeben sportlich unwichtigen Partie) vier Tore ein. Zu zehnt hast du im Normalfall keine Chance, den komplexen Anforderungen aus Anlaufen der Innenverteidigung und breitem und doch kompaktem Verteidigen gerecht zu werden.

Wer alles auf Seiten von RB Leipzig auflaufen wird, ist noch unklar. Mit Laimer, Kampl und auch Sabitzer (wenn er fit ist) hätte man drei Spieler, die zuletzt aufgrund von Ausfällen nicht spielten und körperliche Frische mitbringen. Ademola Lookman fällt auch in diese Gruppe aber von seiner Qualität her etwas ab. Ist halt die Frage, wem du dafür eine Pause gibst. Werner hat viel gespielt, ist aber gerade in diesem Spiel unverzichtbar. Das gilt ähnlich für Keita, der einst als Ziel angab, noch mal gegen die Bayern gewinnen zu wollen, bevor er die Bundesliga verlässt (letzte Chance, junger Mann!). Und es gilt mit Abstrichen auch für Forsberg, den man aufgrund der Alternativen wie Forsberg, Sabitzer, Lookman oder auch Kampl noch am ehesten ersetzen könnte.

Letztlich auch eine Frage der Spieltaktik und wie man es angeht. Noch ein, zwei sehr gute, offensive Leute auf der Bank haben, um später noch mal frischen Wind in ein Spiel zu bringen, das man vorher vor allem durch Spiel gegen den Ball eng gehalten hat? Oder doch lieber auf Attacke von Beginn an setzen, zumal man auch weiß, dass man gerade gegen die Bayern guten Ballbesitz braucht, um sich nicht erdrücken zu lassen. Wird ein bisschen spannend, was sich Hasenhüttl einfallen lässt. Und wird auch ein bisschen spannend, was Heynckes sich so an Rotation und Wechseln einfallen lässt.

Mögliche Aufstellungen:

  • RB Leipzig: Gulacsi – Laimer (Klostermann), Orban, Upamecano, Klostermann (Bernardo) – Kampl, Keita (Demme) – Sabitzer (Bruma), Forsberg (Lookman) – Augustin (Poulsen), Werner
  • Bayern München: Ulreich – Kimmich, Boateng (Süle), Hummels, Alaba – Vidal, Martinez, James – Müller, Lewandowski (Wagner), Ribery (Bernat)

Fazit: Undankbar, dass RB Leipzig ausgerechnet aus einem Spiel gegen die Bayern möglichst drei Punkte holten soll. In diese Position hat man sich durch die Spiele gegen Köln, HSV, Mainz oder auch in Freiburg gebracht. Aussichtslos ist das in einem einzelnen Spiel nie, aber es muss schon extrem viel passen in Offensive, Defensive und in Sachen Disziplin im Zweikampf, um gegen den FCB Punkte zu holen. Und ein bisschen Glück braucht man dazu auch noch. Spannend, wie sich RB Leipzig gegen das Topteam der Liga schlagen wird. In einer Underdog-Rolle geht man ja inzwischen nur noch selten an den Start.

[Wer das Spiel von RB Leipzig gegen den FC Bayern München nicht vor Ort verfolgen kann und am 18.03.2018, ab 18.00 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. Bayern München

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Ralph Hasenhüttl. Foto: GEPA Pictures - Andreas Pranter.
Foto: GEPA Pictures – Andreas Pranter.

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Pressekonferenz einen Tag vor dem Spiel von RB Leipzig gegen Bayern München. Mit Ralph Hasenhüttl.

13.18

So, das Bayern-Spiel steht vor der Tür. Zuvor aber die Auslosung des Viertelfinales der Europa League. Es wird Olympique Marseille. Gutes Los, weil gutes Reiseziel und sportlich zumindest nicht unlösbar. Leider wieder zuerst zu Hause, aber auch das passt schon irgendwie.

13.21

Am Sonntag also die Bayern. Ausgerechnet gegen den alten und auch demnächst neuen Meister steht RB ein wenig unter Ergebnisdruck. Es ist das letzte Spiel vor der Länderspielpause. Stichwort #allesraushauen. Konzentration und Motivation kommen in dem Spiel von allein. Der Wettergott schickt auch schon mal Freiburg-Wetter zur Unterstützung (wobei von dem Schnee am Sonntag auf dem Rasen wohl nichts mehr zu sehen sein wird).

13.25

Ausverkauftes Haus natürlich beim Spiel gegen die Bayern. Warm anziehen nicht vergessen. Eigentlich hatte ich gedacht, dass der Frost für diese Saison vorbei ist, aber da hatte ich mich wohl getäuscht. Soll am Sonntagabend noch mal richtig kalt und bis runter zu gefühlten -10 Grad werden.

13.31

Viel Kamera-Andrang hier und heute. So voll wie bei früheren Bayern-Spielen ist es aber nicht. Auch dieses Spiel wird halt langsam Normalität. Im Gegensatz zu früheren Spielen ist der Hype ein wenig vorbei.

13.33

Ralph Hasenhüttl lässt hier noch auf sich warten. Vielleicht muss man sich erst noch besprechen, was man von Marseille halten soll..

13.39

Ralph Hasenhüttl zum Weiterkommen: „Freue mich riesig. Hat man mir gestern vielleicht nicht so angemerkt, weil das Spiel Nerven gekostet hat. Freue mich sehr über dass Weiterkommen, weil wir ein neues Kapitel in der Vereinsgeschichte aufgeschlagen haben. Auf dem Heimflug die letzten Wochen eingeordnet. Die Entwicklung der Mannschaft im Moment ist wechselhaft. Die eierlegende Wollmilchsau wird von uns verlangt. Das können wir nicht leisten. Machen viel für Deutschland und für unsere Reputation in Europa. Nicht leicht nach einem Donnerstag am Wochenende schon wieder hochzufahren und das nächste Topspiel zu liefern.“ Mannschaft ist jung und Schwankungen normal (sehr sinngemäß)

13.41

Hasenhüttl: Wurde wegen Flugzeugenteisung und Dopingtests gestern (also heute Morgen) sehr spät. Heute Regeneration. „Sind gut durch das Spiel gekommen.“ Forsberg Schlag auf den Kopf. Geht wieder besser. Demme mit leichtem Schlag, aber auch nicht schlimm. „Haben Möglichkeit, am Wochenende auch frisches Personal zu bringen.“ Mal sehen, was mit Sabitzer ist.

Zu Marseille: „Hatten schon das Vergnügen mit einer französischen Mannschaft (Monaco). Starker Gegner. Hätte vielleicht lieber zuerst auswärts gespielt. Interessanter Gegner. Kann mit jedem Los leben. Chance für uns weiterzukommen. Freuen uns auf die Aufgabe.“

13.44

Hasenhüttl: „Mir fehlt die realistische Einschätzung für unsere Situation. Macht aktuell wenig Sinn, immer Phasen rauszuziehen und nicht die Gesamtsituation zu sehen. Dürfen nicht die Mannschaft überfrachten. Stelle mich da bewusst vor sie. Würde ich mir auch von anderer Seite wünschen.“ (Ich glaube, er meint die Medienberichterstattung, aber so deutlich wird Hasenhüttl nicht.)

Man will in die Champions League, aber es ist keine „Pflicht“. „Weiß um die Belastungen der Saison. Sehen die Probleme, ohne Training in die Spiele gehen zu müssen. Hänge den Jungs den Rucksack nicht um und versuche sich trotzdem zu Topleistungen zu bringen. Gelingt phasenweise, vor allem in der Europa League. Freue mich für die Fans, dass wir wieder einen interessanten Gegner im Stadion haben und eine weitere Reise haben. Sind in Schlagdistanz zu den oberen Rängen. Haben als einzige Mannschaft neben den Bayern die Doppelbelastung und wollen trotzdem das Maximum holen.“

13.47

Hasenhüttl: „Vier Wünsche für Sonntagabend. In Gleichzahl das Spiel beenden. Kein Tor kassieren. Irgendwann eins machen. Danach sofort abpfeifen.“

„Frisches Personal in der Hinterhand. Bayern hat Mittwochabend gespielt und auch nicht ganz wenig investiert. Wir haben das Spiel am Sonntag noch nicht verloren. Zuletzt war es knapp. Werden uns was zurechtlegen, um die Bayern ärgern zu können.“ Noch keine Gedanken gemacht über die Aufstellung. Bis jetzt noch keine Zeit und keinen Kopf dafür gehabt. Gucken, wer fit und bereit ist.

13.50

Hasenhüttl: „Von der mentalen Seite ist es einfacher jetzt gegen die Bayern zu spielen als gegen den Tabellenletzten. Grundeuphorie ist eine andere. Für jeden ein Highlight. Wir müssen schauen, dass wir gut regenerieren. Hätten es gestern einfacher haben können. Aber wir werden eine frische Mannschaft auf dem Platz haben. Vielleicht in einer etwas anderen Grundformation.“

Bis vor zehn Minuten noch nicht über Bayern nachgedacht, weil Reflexion auf St. Petersburg und Auslosung. „Langsam merke ich, dass der Modus beginnt, sich mit dem Bayern-Spiel zu beschäftigen.“

Ein bisschen was von Salzburg gesehen. „Für den deutschen Fußball nicht optimal.“

13.54

Hasenhüttl: Keita als Sinnbild für die Bewertungen derzeit. „Wenn man ihn am letzten Jahr misst, dann kann er dem nicht standhalten.“ Wenn man ihn an dem misst, was diese Saison ist, dann „hat er nicht das allerhöchste Level, aber ist immer wieder bei den Toren dabei und arbeitet viel für die Mannschaft. Bin mehr als zufrieden mit ihm. Messe ihn an dem, was im Moment mit der Doppelbelastung möglich ist. Und da kann ich mit seiner Leistung mehr als leben.“

Zu Augustin: „Hat taktisch viel gelernt. Mit dem Ball sehr torgefährlich. Gegen den Ball sehr fleißig und mit vielen Sprints. Wird immer mehr zu dem Gesamtpaket, das wir uns wünschen.“ Auch die anderen Neuzugänge des Sommers entwickeln sich gut. Konaté als Beispiel. „Verpflichtung von Konaté hat sich gelohnt. Bei Augustin ist es ähnlich.“

„Wir sind international kein unbeschriebenes Blatt mehr. 50:50-Chance gegen Marseille.“

13.58

Hasenhüttl: „Hatte jetzt schon ein paar Erlebnisse mit Bayern. Waren nicht so prickelnd. Wäre schön, wenn das jetzt mal anders wäre.“

Zur Regeneration: „Körperlich gar nicht das große Thema. Eher mental. Vielleicht gut, wenn die Bayern kommen, weil man da automatisch hochfährt. Bei Szenen der Bayern sind die Spieler aufmerksamer als bei Szenen des Tabellenletzten (im Videostudium). Wird ein heißes Spiel.“

„Gibt kaum Schwächen bei den Bayern. Seit Heynckes da ist, marschieren sie wie aus einem Guss.“ Verletzungen jucken sie nicht. Sehr breiter Kader. „Kein Zufall, dass sie allein vorne weg marschieren.“ „Würde mir einfach wünschen, 90 Minuten lang in Gleichzahl beweisen zu können, wie weit wir sind. Dann ist meine Mannschaft auch nicht so schlecht. Zu Hause haben wir noch nicht von Vornherein verloren.“

14.00

Kinderreporter ist auch da.

„Wenn wir gegen Bayern gewinnen, kann es sein, dass Montag frei ist. Eigentlich ist Regeneration. Wenn wir frei haben, bin ich aber vielleicht doch hier im Trainingszentrum.“ Wenn RB gewinnt, darf der Kinderreporter sich Montag am Cottaweg umschauen. Nun ja.

14.03

Ralph Hasenhüttl zu Beginn der PK mit einer kleinen Rede, die ihm auf dem Herzen zu liegen schien. Realistische Einschätzung der Mannschaft, sie nicht mit Forderungen überhäufen, Rücken stärken, am Ende der Saison das Ergebnis bewerten. Und so. Der Adressat dessen bleib ungenannt, schien sich aber auf öffentliche Berichterstattung (die MZ hatte die Woche ein Pro-Contra-Hasenhüttl-Stück, in dem die eine Seite klarere Trainer-Kritik am Team forderte) und nicht auf die interne Wahrnehmung zu beziehen. Ansonsten war da viel Stolz auf das Viertelfinale der Europa League und im Laufe der Pressekonferenz eine größer werdende Angriffslust Richtung Bayern-Spiel zu hören. Ein heißes Spiel erwartet Hasenhüttl gegen den FCB. Könnte ganz gut tun angesichts des Frosts, der das Stadion wohl umhüllen wird. In diesem Sinne ein schönes Wochenende allerseits und einen aufregenden Sonntagabend.

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