Mannschaftsorganisation auf Topniveau

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig gegen den FC Schalke 04 (13.01.2018, 18.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralph Hasenhüttl.]

Zweiter Teil der Saison. Die Rückrunde der Bundesliga startet. Für RB Leipzig geht es gleich mit dem wichtigen und schweren Spiel gegen den Tabellenzweiten Schalke 04 los. Es ist der Auftakt in ein im Vergleich zur Hinrunde lockeres Programm mit fünf Partien ohne Spiele unter der Woche. Wie hart die Rückrunde wird, hängt im wesentlichen vom RB-Abschneiden in der Europa League ab. Mindestens 19 Pflichtspiele wird man absolvieren. Maximal 26 und damit sogar eins mehr als in der Hinrunde wären beim Erreichen des Finales im Europapokal möglich. Dank Europa League kommt man auch in den ‚Genuss‘ einiger Donnerstag-Sonntag-Wochen und sogar eines Montagsspiels (in Frankfurt).

Zum Auftakt geht es allerdings erstmal gegen Schalke 04 und damit gegen einen ganz direkten Konkurrenten im Kampf um einen Platz in Europa und dort eher in der Champions League. Denn das Tedesco-Team hat sich als einer der ganz heißen Kandidaen für einen Platz unter den ersten vier Teams der Bundesliga positioniert. Vor allem die taktische Ordnung im Team ist dafür verantwortlich.

Dabei ist Schalke vor allem eine Mannschaft, die passend zur Entwicklung der Bundesliga allgemein vor allem das Spiel gegen den Ball sehr gut beherrscht. Das konnte RB Leipzig im Hinspiel aus nächster Nähe beobachten, als man gegen die gut organisierten Gastgeber kaum zu klaren Torabschlüssen kam und deswegen auch nicht unverdient mit 0:2 verlor. Auch wenn die Schalker Taktik als Underdog-Taktik vielleicht nicht unbedingt das war, was man von einem Team mit europäischen Ambitionen erwarten würde.

Eingependelt hat sich Schalke seitdem meist bei einem 5-1-2-2- alias 3-3-2-2-System, das den Fokus auf gute Organisation und gutes Spiel gegen den Ball legt. Man hat aus diesem flexibel interpretierbaren System heraus ein gutes Anlaufverhalten, das den geordneten Spielaufbau sehr schwer macht. Man nutzt die Vorteile des Systems, in der Mitte kompakt zu sein, aber in der letzten Reihe auch breit verteidigen zu können, sehr gut. Dass man mit drei Innenverteidigern spielen und auf einen bisher herausragenden Naldo, an dem es kaum ein Vorbeikommen gibt, zurückgreifen kann, führt dann auch zu einer meist guten Verteidigung am und im Strafraum.

Interessant vielleicht die Entwicklung von Schalke in den letzten eineinhalb Jahren unter Christian Heidel. Die erste Spielzeit war eine des Umbruchs und der Bestandsaufnahmen und des Anschiebens erster struktureller Veränderungen. In der zweiten Saison nun hat man mit Domenico Tedesco ein vorerst perfektes Trainer-Setting gefunden. Tedesco lässt einen pragmatischen Fußball mit guter individueller Qualität vor allem im Mittelfeld spielen, steht aber auch vor der Aufgabe den nächsten Schritt hin zu einem Team zu machen, das auch auch aus dem Ballbesitz heraus agieren kann.

Kadertechnisch blieb bisher bei Schalke noch eine Lücke im Offensivbereich. Genau die hat man in der Winterpause adressiert. Mit Cedric Teuchert kam ein talentierter Mittelstürmer aus Nürnberg, der eher langsam integriert werden soll. Möglich, dass er perspektivisch auch den unter Tedesco verbesserten, aber weiter nicht herausragenden Franco di Santo ersetzen soll.

Schon schneller helfen soll Marko Pjaca, der von Juventus Turin ausgeliehen wurde. Ein eher groß gewachsener Mann für die linke Offensivseite, der bei Schalke wohl vornehmlich für die linke Acht (oder Zehn, je nachdem wie man das zählen will) hinter den zwei Stürmern vorgesehen ist. Im ersten Test gegen Genk zeigte er bei einem Treffer gleich, dass er gute Wege in die Tiefe hat und auch den Torabschluss beherrscht.

Mit Pjaca hat man für die zwei Positionen vor der Sechs inzwischen ein ordentliches (Über)angebot. Denn dort können mit Goretzka (derzeit nach Verletzung noch nicht spielbereit), Bentaleb, Schöpf, Harit oder Konoplyanka verschiedene Spieler ran. Das könnte besetzungstechnisch ein ganz schönes Luxusproblem ergeben.

Eine gute (und im Nachhinein naheliegende) Lösung hat Domenico Tedesco für Max Meyer gefunden. Der wirkte auf Schalke immer ein wenig unglücklich, weil er (zu) wenig Spielzeit bekam. Im neuen Tedesco-System blieb irgendwie kein Platz mehr, weil es den Zehner als Position nicht mehr gab. Und so setzte man ihn einfach auf der Sechs ein, wo Meyer dem Schalker Spiel mit seiner Passsicherheit Struktur gibt. Was dann aber eben auch dazu führt, wenn man das als gesetzt nimmt, dass dort kein Platz mehr für Goretzka, Bentaleb (wobei beide nicht ganz ideal für die Rolle des alleinigen Sechsers mit seinem Passspielfokus sind) oder das große Talent Weston McKennie ist. Letzterer wurde im Test gegen Genk sogar in zentraler (Naldo-)Position in der Abwehrkette getestet, was die spielerischen Qualitäten im Team noch mal deutlich erhöhen würde.

Schalke hat nach der dritten Heidel-Transferperiode einen interessanten und ausgewogenen und auch talentierten Kader zusammen. Lediglich links hinten ist man noch dünn aufgestellt, was durch eine Leihe von Abdul Rahman Baba gelöst werden soll. Auch einer wie Benjamin Stambouli in der Innenverteidigung ist wegen seiner Anfälligkeit unter Druck immer ein kleines Fragezeichen. Ansonsten ist man auf praktisch allen Positionen vor allem von der Sechs vorwärts doppelt und sehr gut besetzt und kann ab nächsten Sommer auch noch auf den ablösefrei kommenden Mark Uth von der TSG Hoffenheim bauen. Ein sehr gut organisiertes Team mit viel individueller Klasse und einigen entwicklungsfähigen Spielern im Offensivbereich, das ist eine durchaus vielversprechende Mischung, zumal man erst am Anfang des Weges ist.

Dass man vor allem defensiv sehr gut organisiert ist, zeigt sich auch darin, dass man eines der Teams der Liga mit den meisten Balleroberungen ist. Was dann dazu führt, dass nur die Bayern weniger Chancen zulassen als Schalke. Sich aus dem Spiel heraus gute Torabschlüsse herauszuarbeiten, ist eine der größten Herausforderungen gegen das Tedesco-Team, auch wenn die Mannschaft schon 21 Gegentore kassiert hat.

Am anderen Ende fehlt es derweil noch ein wenig. Man ist beim Herausarbeiten von Chancen nur ein Durchschnittsteam der Liga, was auf die Probleme verweist, aus dem Spiel heraus gefährlich zu werden. Dafür hat man die viertmeisten Torabschlüsse der Liga nach Kontern, auch wenn man aus den Chancen noch wenig macht. Insgesamt ist die Chancenverwertung aber ok. Wichtig für das Spiel gegen RB Leipzig auch, dass man insbesondere viele lange Key-Pässe spielt, auch wenn man grundsätzlich gar nicht so sehr auf lange Bälle setzt. Spricht dafür, dass man schon Fußball spielen will, aber im schnellen Umkehrspiel auch gut mit präzisen, langen Bällen arbeiten kann. Das wird für das Positionsspiel von RB nach Ballverlusten und für die Tiefenabsicherung durchaus eine Herausforderung.

Eine Herausforderung wird das Spiel gegen Schalke 04 für RB Leipzig auch deswegen, weil mit Emil Forsberg und Marcel Halstenberg die linke Achse wohl ausfällt. Zumindest bei Forsberg ist das sicher. Bei Halstenberg ist es wahrscheinlich. Das vereinfacht die Dinge im Spiel mit dem Ball nicht unbedingt. Bernardo wäre die erste Alternative rechts hinten. Für Forsberg kämen Bruma oder Kampl in Frage, wenn Kampl nicht auf der Sechs vorgesehen ist.

Offen wäre auch noch die Position neben Werner, wenn der denn fit genug für die Startelf ist. Poulsen war unter der Woche angeschlagen und könnte durch Augustin ersetzt werden. Vom Potenzial her wäre der Franzose auch die logische, weil torgefährlichere und ballsicherere Wahl, aber im Testspiel gegen Prag sammelte Augustin bei einigen vergebenen Chancen auch nicht unbedingt entscheidende Pluspunkte, die ihn zwangsläufig in die Startelf spülen müssten.

Mögliche Aufstellungen:

  • RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Orban, Upamecano, Bernardo – Demme (Kampl), Keita – Sabitzer, Kampl (Bruma) – Poulsen (Augustin), Werner
  • Schalke 04: Fährmann – Stambouli (Kehrer), Naldo, Nastasic – Caligiuri, Meyer, Oczipka – Harit (Schöpf), Bentaleb (Pjaca) – Burgstaller, di Santos (Embolo)

Fazit: Es ist zum Auftakt nach der Winterpause eine sehr schwere Aufgabe, die RB Leipzig da gegen Schalke 04 zu lösen hat. Man muss gegen eines der bestorganisiertesten Teams der Liga versuchen Torgefahr zu kreieren und gleichzeitig aufmerksam in der Rückwärtsbewegung sein. Das ist eine Mischung, die man gerade gegen Ende der Hinrunde nicht mehr allzu gut hinkriegte. Entsprechend stellt sich die Frage, wo RB Leipzig mit frischer Energie nun bei der Entwicklung der Spielidee steht. Rein tabellarisch wären drei Punkte gegen einen direkten Konkurrenten durchaus wichtig. Aber das wird man beim Gast vermutlich ganz ähnlich sehen. Die Qualität, RB Leipzig richtig wehzutun, hat Schalke, deren Spielidee vielleicht noch nicht die eines Topteams ist, die ihre Spielidee aber wie ein Topteam umsetzen, in jedem Fall.

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[Wer das Spiel von RB Leipzig gegen den FC Schalke 04 nicht vor Ort verfolgen kann und am 13.01.2018, ab 18.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live natürlich bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. FC Schalke 04

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Auch diesmal wieder auskunftsfreudig bei der Pressekonferenz: Ralph Hasenhüttl. Foto: GEPA Pictures - Sven Sonntag
Foto: GEPA Pictures – Sven Sonntag

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig gegen den FC Schalke 04. Mit Ralph Hasenhüttl.

13.16

So, seid ihr schon wieder bereit für die Bundesliga? Scharfer Start gegen Schalke 04. Topspiel am Samstagabend. Ausverkauftes Haus. Flutlicht. Auch wenn es derzeit rund um RB einige Baustellen zu geben scheint, stimmen die Rahmenbedingungen dann doch.

13.19

Ich hatte Schalke vor der Saison in einem Anflug von Größenwahn mal als Meister getippt. Wenn sie Best of the Rest werden, geht das als gültig durch. Fakt ist, dass sie eine gute und vor allem defensiv gut organisierte Saison spielen. Tedesco hat heute aber auch noch mal selbst betont, dass es nun im nächsten Schritt auch darum gehen muss, dass die Offensivabläufe besser werden. Halt der Schritt, den man gehen muss, wenn man auch dauerhaft an der Spitze mitspielen will. Wird interessant, wie sie das hingehen. Haben von der Spielanlage und von den Spielern her viel, dass der Schritt auch gelingen kann.

13.26

Naby Keita wird hier und heute wohl auch Thema sein. Wie immer bleibt die Frage, was im Kern wirklich stimmt. Aber Stand heute würde ich kein Geld mehr darauf setzen, dass Keita bis zum Saisonende in Leipzig Fußball spielt. Den Rest wird man sehen. Vielleicht lässt sich ja Hasenhüttl ein bisschen in die Karten gucken. Hier bei der PK ist jedenfalls ganz gut Betrieb. Aber kann natürlich auch nur an Rückrundenauftakt und Schalke liegen.

13.27

Grad ging hier ein-, zweimal das W-Lan an meinem Rechner aus. Hoffe, das hält alles durch für die nächste halbe Stunde.

13.31

Ralph Hasenhüttl: Emil Forsberg und Marcel Halstenberg sind raus für Schalke. Der Rest ist bereit. Halstenberg trainiert wieder, aber Heilungsprozess an der Hand noch nicht weit genug. Forsberg weiter nicht schmerzfrei.

13.33

Hasenhüttl zu Keita: „Haben immer gesagt, Keita nicht vorher abzugeben. Dabei bleibt es. Wird gegen Schalke spielen. Das ist das einzige, was mich interessiert. Beim Training im öffentlichen Teil zurückhaltend, danach richtig gut.“

„Glaube nicht, dass Keita mit euch über Gerüchte reden muss. Ist nicht seien Aufgabe. Soll Fußball spielen.“ Kein Zweifel, dass Keita am Samstag gut kicken wird. Keita wird alles dran setzen, noch mal alles zu geben. „Will Eigenwerbung betreiben.“ Hasenhüttl geht nicht davon aus, dass Keita geht.

13.35

Hasenhüttl: Schalke mit Top-Entwicklung. Völlig zurecht auf Platz 2. „Nicht einfach zu besiegen. Tolle Mentalität. Kommt nicht zum ersten Mal eine Mannschaft mit einer Serie zu uns. Wie gegen Hoffenheim vor einem Jahr, die ungeschlagen kamen.“ Trainingswochen gut genutzt. „Sind wieder frisch. Konnten Inhalte ins Training packen. Freuen uns auf einen interessanten Rückrundenstart gegen Topmannschaft in einem Topspiel.“

13.38

Hasenhüttl: „Werner jetzt länger weg und in der ersten Vorbereitungswoche nicht dabei. Fast drei Wochen Pause. Körperlich noch nicht ganz in Schuss.“ Unklar, ob er in der Startelf steht. Unklar auch, wie die Offensive aussehen wird, wenn Werner nicht spielt oder wer neben Werner spielen würde.

„Sollten uns mehr Chancen erarbeiten als im Hinspiel. Da hatten wir im letzten Drittel zu wenig Lösungen. Schalke ist defensiv sehr gut. Fühlen sich in der Art zu spielen sehr wohl.“ Kommt ihnen entgegen, in Leipzig nicht das Spiel machen zu müssen. „Spielen gute Konter.“ Verteidigungsverhalten im letzten Drittel wichtig, weil Schalke bei Standards sehr gefährlich ist.

13.39

Hasenhüttl: „Standardtraining tut auch manchmal weh. Haben den Finger in die Wunde gelegt. Werden nicht ohne Standardtor durch die Rückrunde gehen, aber Ziel muss es sein, die Quote zu halbieren. Müssen uns da besser verkaufen. War in der Vorbereitung schon viel konsequenter und aggressiver.“ Auch offensiv noch Luft nach oben bei Standards.

13.42

Hasenhüttl: „Letztes Spiel gegen Hertha vor Weihnachten wirkt noch nach.“ Hofft auf bessere Überzahllösungen in der Zukunft als damals, wenn man mal in die Situation kommt.

Zu Tedesco: „Sehr angenehmer Kollege. Klare Ansagen. Geht seinen Weg konsequent. Erfolg gibt ihm recht. Hat mit Schalke einen Verien, der über viel Potenzial verfügt. Das Potenzial dann auch zu wecken, ist nicht selbstverständlich.“

Vorbereitung nicht ganz positiv bspw. durch Forsberg- und Werner-Ausfall. Dafür Sabitzer zurück. „Ist halt nicht immer alles optimal. Da müssen wir mit umgehen. Ist normal in diesem Geschäft. Müssen wir Lösungen finden.“

13.46

Hasenhüttl: Hat Keita nicht empfohlen, über den Jahreswechsel in Leipzig zu sein und am Cottaweg Einheiten zu absolvieren. „Zeigt, dass er ein Vollprofi ist. Ist in der Hinsicht vorbildlich. Gefällt ihm offenbar in Leipzig.“

„Sind dankbar, über Weihnachten nicht zu spielen. Hat nichts mit jammern zu tun.“ Man wisse aus England, dass die Belastung zu groß ist und sich Verletzungen in dieser Phase häufen. Zeigt sich noch mal froh, dass man nicht ins Trainingslager gefahren ist, weil man zu Hause optimal und ohne Zeitverlust trainieren konnte.

Abgänge von Palacios und Compper ist Chance für Nachwuchskicker. Lobt Stierlin, Ludewig und Abouchabaka für ihren Testspieleinsatz gegen Prag. Könnten auch noch andere Nachwuchskicker mal oben reinschnuppern demnächst.

13.50

Hasenhüttl fand eine letzte Frage, ob er seine Zukunft von Keitas Verbleib abhängig macht, offenbar sehr unpassend und nicht beantwortungswürdig. Und damit endet dann diese PK mit ihrer Mischung aus Wertschätzung für Schalke und ‚Keita fühlt sich in Leipzig wohl, ist ein Vollprofi und wird weiter für uns gut Fußball spielen, weil er hier mit einem guten Eindruck gehen will im Sommer‘. Naja.

13.52

Egal wie, am Samstag wird erst mal gekickt. Mit Keita oder ohne Keita. Gut oder schlecht. Man wird es sehen. In diesem Sinne viel Spaß allerseits am Samstagabend.

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Ein Gedanke zu „Mannschaftsorganisation auf Topniveau“

  1. Die kommende Begegnung könnte tatsächlich ein richtiger Hit werden! Wie mir gestern Abend ein bekannter Gastwirt aus dem thüringischen Ort Wutha-Farnroda als eingefleischter Fan des FC Schalke 04, nach einem Besuch mit Freunden im Trainingslager der Gäste mitteilte, erhielt dieses Team mit dem jungen Trainer Tedesco aus Aue einen regelrechten Star, der ganz nebenbei als perfektes Sprachgenie im Umgang mit seinen internationalen Schützlingen und der neugierigen Presse in betonter Rückhaltung seine vielseitigen Ideen durchzusetzen vermag. Er ist plötzlich in diesem Verein, wo in der Vergangenheit oftmals verschiedene Querelen interessanter waren als die durchwachsenen Ergebnisse auf dem Rasen, der zentrale Ansprechpunkt und Lautsprecher zugleich! Die kleineren Vergehen seiner Jungs bestraft er eher mit Einsätzen in anderen Abteilungen des großen Clubs oder in sozialen Organisationen der Stadt, statt mit Geldbußen! Mit den bisher geholten Punkten im Rücken, fühlen sich die Knappen besonders wie eine intakte große Familie.

    Da auch „RaBa“ dieses Gefühl verkörpern möchte, fast so gut in der Tabelle steht und international auch noch im Geschäft ist, sollte das kommende Zusammentreffen in Leipzig eine besondere Spannung beinhalten, zudem auch noch der Gastgeber eine höhere Ausfallquote haben könnte. Wer spielen kann und wer nicht, das gehört allerdings schon immer dazu. Der Sonderfall vom Ablauf der bisher ungewöhnlichsten Wechselgeschichte um Keita zu dem gerade „abgefischten“ Verein von Kloppo trägt aber sehr seltsame Blüten, der mit Sicherheit auch nicht durch Trainer Hasenhüttls aufmunternde Worte vor versammelten Presse abgeschlossen sein dürfte……. Diesen Mann aus Guinea zieht es nach der zwischenzeitlichen Vertragsänderung doch schon möglichst ab sofort auf die Insel! Der so oder so vorzeitig scheidende und damit nicht die ausgehandelte Arbeitszeiten erfüllende Auswanderer musste erst von den beiden Trainergehilfen zu den vorgesehenen letzten Übungseinheiten gebeten bzw. aufgefordert werden! Das ist kein gutes Zeichen, das auch bei seinen (Noch-) Kollegen nicht ganz spurlos vorübergehen könnte.

    Gefühlsmäßig wird aus meiner Sicht der Name Keita aus der Personalliste von „RaBa“, entgegen der noch derzeitig geäußerten Meinung von Hasenhüttl, sehr zeitnah entfernt und nur noch die Höhe der eigentlich dafür nicht mehr ganz eingeplanten „Tauschscheine“ in Euro für ihn registriert werden, die eine weitere Grundlage für Rangnicks geschickte spätere Einkaufspolitik mit möglichst hohen Laufzeiten und incl. durchdachten prognostischen Leihgeschäften bilden!

    Auch das kann Fußball sein, den aber die echten Fans eigentlich nicht wollen.

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