Bundesliga: RB Leipzig vs. Eintracht Frankfurt 2:1

Sechster Spieltag der Bundesliga. RB Leipzig nach sieben Punkten aus fünf Spielen schon ein kleines bisschen unter Ergebnisdruck. Gegen Eintracht Frankfurt reichte es zu einem verdienten 2:1-Sieg, bei dem vor allem die ersten 60 Minuten sehr souverän gestaltet wurden.

In die Partie gegangen war Ralph Hasenhüttl mit einer zurückrotierten Mannschaft. So etwas wie der besten Aufstellung, die man in Abwesenheit von Kampl (verletzt) und Keita (gesperrt) derzeit aufbieten kann. Yvon Mvogo, Bruma und Yussuf Poulsen behielten immerhin noch der Platz auf der Bank. Benno Schmitz, Marvin Compper (was hat der eigentlich gerade ausgefressen?) und Kevin Kampl fielen gleich ganz aus dem Kader. Dafür kamen Peter Gulacsi, Lukas Klostermann, Dayot Upamecano (sehr wichtig für das Verteidigen in der Tiefe), Stefan Ilsanker, Emil Forsberg und Jean-Kevin Augustin in die Mannschaft.

Auf Frankfurter Seite gab es auch ein paar Wechsel, genaugenommen vier. Ante Rebic, Taleb Tawatha, Kevin-Prince Boateng und Mijat Gacinovic nahmen nur auf der Bank Platz. Jetro Willems, Marius Wolf, Daichi Kamada und Jonathan de Guzman kamen dafür herein. Vor allem mit Wolf und Kamada musste man vor der Partie nicht unbedingt rechnen. Eintracht-Coach Kovac argumentierte, dass man geschaut habe, wer den läuferischen Belastungen gewachsen ist und danach aufgestellt hatte.

RB Leipzig begann im normalen 4-2-2-2, in dem Diego Demme viel auf der rechten Seite helfend unterwegs war und dort immer wieder versuchte, im Zusammenspiel mit Klostermann und Sabitzer die Seite zu überladen und Offensivaktionen zu kreieren. Forsberg rückte links dagegen häufig nach innen ein in eine sehr zentrale Zehnerposition, sodass Halstenberg viel Platz auf seiner Seite hatte, wo er immer mal wieder von Augustin oder Werner unterstützt wurde.

Frankfurt spielte in einer Art 5-2-2-1, das sich dann flexibel in ein 5-4-1 oder ein 3-4-3 verschieben lässt. Je nach Anforderungen. In der ersten Halbzeit war es oft ein tiefes 5-4-1, weil Wolf und Kamada es nicht schafften aus ihren Rolle hinter Haller heraus, das Spiel in des Gegners Hälfte zu verlagern. Entsprechend war das System der Eintracht lange ein Bollwerk-System ohne Offensivgefahr.

So konnte RB Leipzig von Beginn an eigentlich recht gemütlich den Spielaufbau betreiben. Haller allein konnte da wenig stören, viel Hilfe im Anlaufen bekam er nicht. Sodass RB den Ball weitgehend ungefährdet in die gegnerische Hälfte befördern und dort nach der Lücke suchen konnte. Schon aus dem letzten Jahr weiß man ganz gut, dass RB in solchen Situationen, wo ihr Spielaufbau nicht früh oder nicht ernsthaft unter Druck gesetzt werden kann, durchaus ganz gut aussieht. Und so war es auch gegen Frankfurt. Ganz ohne Spektakel, suchte man in Ruhe nach der Lücke.

Dabei spielte man nicht nur quer, sondern neben schnellen Spielverlagerungen immer mal wieder auch tief. Klar, dass nicht jeder Ball in die Tiefe bei einer tief stehenden Verteidigung zu einer Großchance führt, aber man bringt die Verteidiger so in Bewegung und aus ihren Systempositionen. Und man kreiert in der zweiten Welle aufgrund der Unordnung vielleicht dann doch immer mal wieder Situationen mit Torgefahr, wenn es im ersten Anlauf nicht klappt.

Dayot Upamecano und Kevin-Prince Boateng im Infight. | Foto: Dirk Hofmeister

Wie gesagt, das war jetzt kein Offensivfeuerwerk, was RB da abzog. Aber es war ein sehr sicherer Ballbesitzfußball, der nicht komplett brotlos blieb, sondern immer mal wieder auch die nötige Tiefe hatte, um die Abwehr ein wenig ins Schwimmen zu bringen. Ein paar nicht ungefährliche Hereingaben, hier und dort mal ein Schuss, der abgeblockt wurde. Man tastete sich langsam an das Tor heran.

Vor allem war das Ballbesitzspiel im Gegenpressing auch sehr gut abgesichert. Nach Ballverlusten hatte Frankfurt kaum Möglichkeiten, den Ball mal kontrolliert aus der eigenen Hälfte herauszuspielen und in einen Konter zu verwandeln. Die RasenBallsportler packten meist früh zu und ließen den Ball dann wieder laufen. In manchen Situationen fehlt da in der Balleroberung der Impuls der letzten Saison, sofort tief spielen zu wollen, aber das scheint in dieser Saison so gewollt zu sein.

Die erste richtig gefährliche Chance hatte natürlich Timo Werner, der nach 22 Minuten freistehend ein Luftloch schlug. Nach einer knappen halben Stunde läuft es besser. Sabitzer organisiert sich auf der rechten Seite einen missglückten Hradecky-Abschlag im Zweikampf mit Willems. Dann legt er für Werner auf, der sich mit guter Bewegung den einen Meter Freiraum schafft, den er braucht um abzuziehen. Hradecky kann den auf die lange Ecke gezogenen Ball nur zur Seite abwehren. Wo dann Augustin die Co-Produktion von Sabitzer und Werner perfekt vollendet.

Bis zur Pause geht das Spiel eigentlich so weiter. RB hat den Ball, die Eintracht schaut zu und verteidigt. Klostermann hat noch mal zwei kleinere Gelegenheiten, die aber verpuffen. Und so geht es mit einem 1:0 in die Kabine, das das Spiel bis dahin ganz gut beschrieb.

In der zweiten Halbzeit verschoben sich die Spielanteile im Laufe der Zeit immer mehr. Die Eintracht nun deutlich aktiver. Aber in der ersten Viertelstunde nach der Pause auch weiterhin ohne offensive Durchschlagskraft. Durch die aktivere Spielweise bieten sich aber nun (beidseitig) mehr Möglichkeiten. Bei der größten scheitert Emil Forsberg kurz nach der Pause nach schöner Aktion am Außenpfosten und nach einer Stunde per Freistoß am Gäste-Keeper Hradecky.

Zu kippen beginnt das Spiel mit der Einwechslung von Ante Rebic nach einer knappen Stunde für Kamada. Nun haben die Gäste endlich jemanden vorn drin, der auch mal einen Ball halten und nach vorn tragen und der Mannschaft das Nachrücken erlauben kann. Ein Freistoß, der durch den RB-Strafaum segelt. Eine Riesenchance für de Guzmann, die ihm Halstenberg quasi noch vom Kopf spitzelt. Und ein Treffer nach Ecke, dem der Schiedsrichter die Anerkennung verweigert, weil er schon vorher abgepfiffen hatte, weil der Ball im Flug die Torauslinie überschritten haben soll. Rund um die 60. Minute herum hatte RB ein wenig Glück, nicht den Ausgleich zu kassieren.

Mitten in diese Phase hinein, in der die Frankfurter besser ins Spiel kamen, fiel dann der zweite Treffer für RB Leipzig. Wieder war es Timo Werner, der halbrechts an den Ball kommt. Diesmal ist er aber nicht auf einen anderen Vollstrecker angewiesen, sondern knallt das Leder der Einfachheit halber gleich selbst ins lange Eck.

Timo Werner trifft zum 2:0 für RB Leipzig gegen Eintracht Frankfurt. | Foto: Dirk Hofmeister

Eigentlich denkt man jetzt, dass diese Partie entschieden ist. Zumal RB 60 Minuten lang, den Gegner mit gutem Ballbesitz dominiert und aus dem Spiel genommen hatte. Aber wie schon gegen Mönchengladbach beginnt man ein wenig die Kontrolle zu verlieren und hat nur noch wenig klare Aktionen, bei denen man den Ball hält und ruhig hinten raus spielt. Entsprechend kommt Frankfurt immer wieder schnell in Ballbesitz und spielt die Kugel dann immer wieder in die RB-Hälfte, wo man nun auch im Gegensatz zur ersten Halbzeit einige zweite Bälle gewinnt.

Der Lohn der Mühen ist ein Treffer von Ante Rebic nach 77 Minuten. Eine der wenigen Situationen, in denen sich Upamecano an der falschen Stelle aus der Abwehrkette ziehen lässt, sodass in seinem Rücken Platz wird. Platz für Wolf, der ihn zu einem präzisen Pass quer durch den Strafraum nutzt, wo der Ex-RBLer Rebic nur noch einschieben braucht.

Es ist nun ein offenes Spiel. RB mit einigen guten Umschaltsituationen und Chancen, die Partie zu entscheiden. Aber im letzten Pass oder im Abschluss ist man nicht präzise genug. Am nächsten dran ist noch Sabitzer, der mit einem Kopfball an der Latte scheiterte.

Auf der anderen Seite kriegt die Eintracht noch die ganz große Chance auf den Ausgleich kurz vor Schluss. Ein Freistoß aus dem linken Halbfeld von Willems ist eine gefühlte Minute in der Luft und fällt trotzdem einem völlig freistehenden Falette auf den Kopf. Von dort klatscht er an den linken Pfosten und von dort an Gulacsis Rücken und von dort kullert er ins Aus. Das war ganz viel Glück, das RB in dieser Situation hatte.

Es wäre ein ordentlicher Tiefschlag gewesen, wenn RB Leipzig aus diesem Spiel mit nur einem Punkt herausgegangen wäre. Denn lange dominierte man die Partie quasi nach Belieben. Und selbst als die Eintracht aktiv wurde und zu Chancen kam, hatte man trotz Wackelns noch diverse Kontersituationen und Chancen für die Vorentscheidung. Es zeigte sich aber auch gegen Frankfurt wieder, dass man Ballbesitzdominanz nicht über 90 Minuten spielen, aber gleichzeitig ohne Ballbesitz auch nicht kompakt und sicher verteidigend agieren kann. In der letzten halben Stunde wackelte man bei manchen Offensivaktionen der Frankfurter ganz schön bedenklich und hätte sich fast erneut um den Lohn für ein gutes Spiel gebracht.

Fazit: Insgesamt ein verdienter Sieg, der am Ende noch mal auf sehr wackligen Füßen stand. RB war lange das deutlich dominante Team, spielte aus dem Ballbesitz heraus ganz guten Fußball und machte in den perfekten Momenten die Tore. In der Schlussphase zitterte man noch mal, kämpfte sich aber dann doch gegen ihre Chance witternde Gäste zu den wichtigen drei Punkten. Womit man auch verhinderte, im dritten Heimspiel hintereinander eine Führung zu verspielen.

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Randbemerkung 1:Im Vergleich zur Vorsaison RB Leipzig nach sechs Spielen mit zwei Punkten weniger. Gegen dieselben Gegner wie 2016/2017 holte man in dieser Saison bisher auch zwei Punkte weniger. Macht derzeit Rang 6. Das ist absolut im Rahmen dessen, was man in der Saison erwarten durfte bzw. als Ziel ausrufen konnte. Mit Hannover und Augsburg stehen derzeit zwei Teams vor RB, die man dort nicht erwartet hätte. Teams wie Wolfsburg, Leverkusen, Schalke oder Mönchengladbach, die man diese Saison vielleicht als Hauptkonkurrenten im Kampf um einen Platz unter den ersten Sechs erwarten würde, stehen derzeit hinter RB. Ist aber natürlich auch noch sehr früh in der Saison. Eigentlich macht der Blick auf die Tabelle erst ab Spieltag 10 so richtig Sinn.

Randbemerkung 2: Reichlich 40.600 Zuschauer bei der Partie gegen Eintracht Frankfurt. Letzte Saison war es noch ausverkauft. Diesmal blieb auch im Gästeblock einiges leer. Was angesichts des Gegners durchaus ein wenig überraschte. Im Vergleich zum Vorjahr stehen nach drei Heimspielen rund 3.900 Zuschauer weniger in der Zuschauerbilanz, davon 2.000 weniger im Heimbereich.

Randbemerkung 3: Der erste Sieg also von RB Leipzig, wenn Naby Keita fehlte. Allerdings ist die Datenbasis auch eher gering mit vier Bundesligaspielen (zwei davon sehr früh in der vergangenen Saison) und einem Champions-League-Spiel. Keita selbst saß mit sehr roter Kleidung und Hut im Stadion und sorgte so wenigstens abseits des Spielfelds für Aufsehen bei den modebewussteren unter den Mitmenschen.

Naby Keita. | Foto: Dirk Hofmeister

Randbemerkung 4: Auch der erste Sieg von RB in dieser Saison, wenn ich mit dem Fahrrad zum Stadion gefahren bin. Da wurde also auch eine krasse Serie gebrochen. Gut, dass wir das geklärt hätten.

Randbemerkung 5: Ausfall des Stadionsounds rund um das 2:0, als mitten in der Tormusik plötzlich Stille eintrat und Tim Thoelke etwas verwirrt mit seinem Mikro unterwegs war. So ohne Toransage war es mal ganz, ganz Old School. Aber auch irgendwie nett, dass das Stadion die Timo-Werner-Rufe der Einfachheit halber eben selbst und ohne Hilfe des Stadionsprechers übernahm. Das hatte durchaus was. Vielleicht lässt sich das ja in unregelmäßigen Abständen wiederholen..

Randbemerkung 6: Wieder 61% Ballbesitz für RB Leipzig im Spiel gegen Eintracht Frankfurt, nachdem man lange sogar irgendwo bei 75% gelegen hatte. 61% entspricht ungefähr dem Saisonschnitt, womit man direkt hinter den Bayern auf Platz 3 in der Ballbesitz-Statistik liegt. Letzte Saison waren es im Saisonschnitt 52% gewesen. Was die Veränderungen in den Anforderungen an das RB-Spiel schon ganz gut ausdrückt. Sind inzwischen andere Qualitäten gefordert. Erstaunlicherweise tut sich RB inzwischen sehr schwer, den letzte Saison noch sehr stabilen 4-2-2-2-Riegel aufzubauen, wenn man mal eine Führung verteidigen muss und der Gegner den Ball hat. Solange man den Ballbesitz dominiert, sieht es eigentlich meist ganz gut aus (wobei man durchaus auch noch konteranfällig ist, was man gegen Frankfurt aber überhaupt nicht gesehen hat). Wenn allerdings der Ballbesitz des Gegners höher wird und man selbst im 4-2-2-2 verteidigt, fängt man durchaus auch an zu schwimmen. Da einen kompakten Riegel aufzustellen, war ja letzte Saison durchaus eine Stärke. Allerdings auch dort schon eher gegen Teams, die auf den Spielaufbau über die Doppelsechs setzten. Wenn dann die Bälle eher über diese Zone drübergespielt werden, wird es im Kampf um die zweiten Bälle dann durchaus schon schwieriger.

Randbemerkung 7: Fünf Tore stehen nach sechs Spielen in der Bundesliga schon wieder auf dem Konto von Timo Werner. Trotz veränderter Herangehensweise bei RB Leipzig mit mehr Ballbesitz und weniger Konterfußball ist Werner damit schon wieder auf dem Niveau des Vorjahres. Bzw. mit 0,83 Toren pro Spiel sogar leicht drüber. Rund jeder vierte Torschuss landet im gegnerischen Kasten. Was nur leicht über dem Niveau vom Vorjahr ist. Die Konstanz des RB-Stürmers über die Sommerpause hinweg auch in die zweite Saison hinein ist durchaus beeindruckend. Zumal eben aufgrund des vielen Ballbesitzes nicht mehr vornehmlich der tief startende und seine Geschwindigkeit ausspielende, sondern der Strafraumwühler Werner gefragt ist.

Randbemerkung 8: Wo wir schon bei Stürmern sind. Rund 300 Minuten stand Jean-Kevin Augustin bisher auf dem Platz. Wenn er dabei ist, schießt RB Leipzig pro 90 Minuten 2,72 Tore. In den rund 240 Minuten, die Augustin bisher nicht auf dem Platz war, schoss RB pro 90 Minuten  0,37 Tore. Statistisch interessante Differenz. Gleichzeitig gibt es aber auch keinen RB-Spieler in dessen Einsatzzeit weniger Gegentore gefallen wären als bei Augustin. Kann man über die Saison mal im Auge behalten diesen Einfluss des Franzosen auf das Spielergebnis. Bisher jedenfalls präsentiert er sich als sehr variabler, lauffreudiger Stürmer, der dem RB-Spiel sehr gut tut.

Randbemerkung 9: Etwas gutes hatte Ralph Hasenhüttl dann nach dem Sieg gegen Frankfurt doch noch der Rotation und der Niederlage in Augsburg abgerungen. Nämlich, dass man dadurch viele Spieler mit großer Frische aufbieten konnte, was für den Ausgang des Spiels nicht unwesentlich war. Gegen laufstarke Frankfurter spulte man wieder viele Kilometer ab. In Sachen Frische lag der Vorteil sowieso per se bei den Leipzigern, denn für die Eintracht war es das zweite Auswärtsspiel in wenigen Tagen. Ein Tag später als RB trat man am Mittwochabend in Köln an. Rückreise nach Frankfurt und dann am Samstag schon wieder das nächste Auswärtsspiel in Leipzig. In Sachen Regeneration und Vorbereitung auf den nächsten Gegner sicherlich auch eher eine Herausforderung diese enge Abfolge zweier mit Reisestress verbundenen Auswärtsspiele.

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Lichtblicke:

  • Timo Werner: Im Angriff mal wieder den Unterschied gemacht. Ein Tor herrausragend selbst geschossen, das andere mit sehr gutem Abschluss zu 50% mitverdient. Dazu wie immer viel gegen den Ball gearbeitet und gelaufen und immer wieder in der Offensive rotiert. Ist aber auch ein extremes Pensum, was er bisher in dieser Saison abreißt in Sachen Einsatzzeit. Mal sehen, wie lange er das noch leisten kann, ohne eine Auszeit zu nehmen.
  • Stefan Ilsanker: Mit Ilsanker ist die Doppelsechs vielleicht (bzw. natürlich) nicht so kreativ besetzt, wie mit einem Keita, aber dafür unheimlich stabil. Überragende Zweikampfquote, immer wieder am Löcher stopfen. Aber auch im Ballbesitz gegen Frankfurt lange eine wichtige und sichere Station in der Ballverteilung gewesen. Durch seine Größe bringt er auch noch mal ein bisschen Kopfballstärke auf die Position.
  • Jean-Kevin Augustin: Kommt immer besser bei RB Leipzig an und ist eine prima Ergänzung im Sturm. Ballsicher, technisch stark, sehr variabel in seinem Spiel. Sowohl mit Tiefgang, aber auch mit Qualität in der Ballzirkulation. Auch gutes Auge für die Mitspieler und guter Vorlagengeber. Derzeit wesentlich effektiver und torgefährlicher als Poulsen. Nimmt sich aber im Laufe einer Partie auch irgendwann immer seine Auszeiten, sodass dann Poulsen als frischer Stürmer und Arbeiter gegen den Ball in die Partie kam. Die Doppelspitze Werner/ Augustin, die sich beide Tore quasi direkt auflegte, hat aber durchaus sehr viel Qualität und Zukunft.

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Tore: 1:0 Augustin (28.), 2:0 Werner (67.), 2:1 Rebic (77.)

Aufstellung RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann (83. Bernardo), Orban, Upamecano, Halstenberg – Demme, Ilsanker – Sabitzer, Forsberg – Augustin (73. Poulsen), Werner (90. Kaiser); Bank: Mvogo, Konaté, Bruma, Laimer; nicht im Kader: Keita (gesperrt), Kampl (verletzt), Köhn, Coltorti, Schmitz, Compper, Kühn, Abouchabaka, Palacios

Aufstellung Eintracht Frankfurt: Hradecky – Chandler, Abraham, Hasebe, Falette, Willems – Fernandes (27. Boateng), de Guzman – Wolf, Kamada (56. Rebic) – Haller (62. Jovic)

Schiedsrichter: Benjamin Brand (Insgesamt eine souveräne Spielleitung mit nachvollziehbaren (und wenigen) Strafen in einer Partie, in der es lange wenig Probleme mit den Spielern gab. Hohe Akzeptanz für die Entscheidungen des Schiedsrichterteams. Erst in der Schlussphase waren die Gäste mit zwei, drei Entscheidungen sehr unzufrieden. Nicht völlig zu Unrecht, aber insgesamt machte das Benjamin Brand absolut vernünftig.)

Gelbe Karten: Upamecano (1.) – Boateng, Rebic

Zuschauer: 40.606 (davon 3.600 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, MDR-Bericht, SGE-Bericht, Kicker-Bericht, Pressekonferenz-Ticker

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  • Torschüsse: 17 : 8
  • Torschüsse innerhalb des Strafraums: 12 : 6
  • Schüsse auf das Tor: 5 : 3
  • gewonnene Zweikämpfe: 52,2% : 47,8%
  • Ballbesitz: 61,7% : 38,3%
  • Passquote: 83,5% : 69,0%
  • Laufstrecke: 117,5 km : 118,5 km
  • Sprints: 211 : 194
  • Intensive Läufe: 622 : 685
  • Fouls: 9 : 16
  • Ecken: 2 : 4
  • Abseits: 3 : 5
  • Meiste Torschüsse: Werner: 4 – Willems, Rebic: je 2
  • Meiste Torschussvorlagen: Forsberg, Augustin: je 5 – Willems: 3
  • Beste Zweikampfquote (mindestens 10 Zweikämpfe): Ilsanker: 81,0% – Falette: 82,4%
  • Meiste Ballkontakte: Demme: 108 – Willems: 59
  • Beste Passquote (mindestens 20 Pässe): Upamecano: 95,1 – Abraham: 87,5%
  • Größte Laufstrecke: Demme: 12,6 km – Wolf: 12,6 km
  • Meiste Sprints: Werner: 37 – Chandler: 28

Statistiken von bundesliga.de, whoscored.com

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Saisontorschützen: Werner – 5; Augustin – 2; Orban, Bruma, Keita – je 1

Saisonvorlagengeber: Augustin – 3; Forsberg, Halstenberg, Sabitzer, Kampl, Bernardo, Keita, Werner – je 1

Saisontorbeteiligungen (Entstehung des Tors jenseits der direkten Vorlage): Sabitzer – 3; Demme, Laimer – je 2; Gulasci, Keita, Forsberg, Upamecano, Kampl, Ilsanker, Klostermann – je 1

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Bilder: © Dirk Hofmeister

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6 Gedanken zu „Bundesliga: RB Leipzig vs. Eintracht Frankfurt 2:1“

  1. Ich sitze ja in Sektor A Block 11 gut auf der Höhe des 11er Punktes und muss sagen, dass die Gulasci-Leistung richtig mies war. Gefällt mir in letzter Zeit gar nicht. Er segelt am Freistoß vorbei obwohl er freie Sicht drauf hat und beschimpft dann seine Vordermannschafft als sei sie dran schuld. Bitte was? Das war dein Bock Peter. Sobald er rauskommen muss, hab ich immer richtig schiss. Ist halt keiner wie Coltorti. Wenn der rauskam, war Ruhe.

    1. Bei hohen Bällen ist Gulacsi sehr unsicher. Das hat man schon in seiner Zeit bei Red Bull Salzburg gesehen. Das wird er auch nicht mehr lernen. Dafür ist er aber an der Grundlinie sehr reaktionsschnell und klärt immer wieder brenzlige Situationen. Dem nächsten Entwicklungsschritt bei RB Leipzig nach vorne wird Gulacsi sicherlich zum Opfer fallen. Mit Mvogo wurde ja bereits ein talentierter Nachfolger verpflichtet. Er dürfte bei hohen Bällen deutlich stärker sein als Gulacsi und auch im Wechselspiel mit seinen Vorderleuten erscheint er als der potentiell bessere Torhüter. Nach nur einem absolvierten Pflichtspiel von Mvogo ist es aber sicher noch verfrüht, zu beurteilen, ob Mvogo bereits jetzt schon dazu bereit ist, Gulacsi zu ersetzen. Auf jeden Fall besteht über kurz oder lang Handlungsbedarf in der Torhüterbesetzung; im Moment ist es immer eine Zitterpartie, wenn hohe Flanken in den Strafraum kommen.

  2. Ich fange mal von hinten an.
    Also Brand hat mir auch gut gefallen, wenn es nicht am Anfang die Szene mit Werner und den Nicht-Pfiff zum Elfmeter gab. Es war definitiv keine Schwalbe und bei DAZN, ZDF ist es einer (er trifft ihn unten 2x) und auch ich würde ihn als Kann-Elfmeter ansehen (VAR?)

    Lichtblicke
    Puh, diesmal vermisse ich da Upamecano. Für mich sogar MotM. Was hat da Rangnick für ein Juwel ausgegraben. Egal ob die frühen Wechsel (HSV, Mainz) oder sich mit KPB gestern anzulegen. Der Junge entwickelt sich richtig stark und lernt dazu. Wenn er wirklich eine AK von 100 hat wird sich RR eher in den allerwertesten beissen, daß da nicht 200 steht 😉

    Die Werte von Jika sind ja mal richtig stark (RB 8) Auf der anderen Seite macht es mir auch Sorgen, daß Yussuf Poulsen (noch) nicht an seine alte Form anknüpfen kann. Bin gespannt, wie es vorne dann aussieht, wenn Werner mal wirklich pausiert.

    Wer mir auch gut gefallen hat bzw so langsam der Alte zu sein, war Forsberg. Tendenz zeigt ganz stark nach oben. Ich bin ja eher ein Defensivfreund bzw feiere ich Einsätze und die saubere Grätsche mehr als Hacke, Spitze 1,2,3.
    Und da war in der 1. Hz eine Szene, wo die SGE kontern könnte, aber Forsberg war sich nicht zu Schade, die 2-3 Schritte zu machen und denn Ball zu klären. Gab bei uns Szenenapplause. Auch schön, sein Jubel, bevor Jika das Tor macht. Ging uns auch so, sprich das Tor zu feiern, obwohl es noch nicht fiel. 😉

    Werner
    Hätte nie und nimmer gerechnet, daß er spielt. Aber es ging gut und 2 Szenen fehlen noch in Deiner Analyse. Zum einem beim 2:0 als er Sabitzer den Ball „klaut“ und den Treffer markiert und sich aber sofort per Handzeichen entschuldigt. Sabitzer hätte definitiv die bessere Schussposition gehabt.
    Und dann eben die 90+x Minute
    Als MS und jedes Spiel gespielt, sprintet er in der letzten Minute in den eigenen Strafraum, um den Ball zu klären!!! Wahnsinn und für mich die Szene des Spieles!!!!! Hinter Werner standen 2 Frankfurter und das wäre zu 99% das 2:2 geworden.

    Randbemerkung 5
    Ich hatte im Stadion das Gefühl, TT hätte es eh nicht mehr ansagen können und lies es dabei bleiben. War eine starke Reaktion vom Publikum.

    Randbemerkung 4
    Top!
    Ich fahre zu 99% mit dem Rad zum Stadion!!

    Ach ja, weil es mein Vorredner schrieb. Ich mache mir auch Sorgen um Gulacsi. Da waren wieder soviele Wackler drin. Echt Schade, daß man sich nur für eine „1b“ Lösung entschied (Mvogo) und nicht „1a“. Aber gut, man könnte ja auch behaupten, der Kopfball an den Posten hat er mit Knie und Rücken gerettet. 😉

  3. zu Randbemerkung 2: Letztes Jahr hat man gegen FF noch ohne Probleme Karten für alle Blöcke an der Tageskasse bekommen. Dieses Jahr waren nur noch Restkarten für Block A verfügbar.
    Vermutlich nähert sich durch die Kartenbörse die tatsächliche Auslastung der virtuellen an.

  4. Zu Gulasci’s Leistung habe ich ja schon oft meinen Senf dazugegeben und werde bei jedem Spiel aufs neue bestätigt. Vorallem wenn man seine Länderspiele verfolgt,Sieht das dort auch nicht besser aus,Wird echt Zeit für einen langfristigen Wechsel.
    Sehr gut gefallen hat mir ,das auch mal versucht würde,Gefahr von der Grundlinie zu erschaffen.

  5. Halstenberg und der (noch nicht wieder) fitte Klostermann werden spätestens in der CL als unsere Schwachpunkte vom Gegner gnadenlos aufgezeigt werden.
    Compper kann durch Erfahrung und „kluges“ Stellungsspiel seine Schnelligkeitsnachteile auf diesem Niveau ebenfalls nicht mehr kompensieren, das ist sehr „wohlwollend“ formuliert, als Mensch und Sportler finde ich ihn top, ebenso wie die vorhergehend kritisierten… In der Defensive hätte RB in der Transferperiode einfach handeln müssen, jetzt müssen es die vorne richten!
    Gleiches gilt für Gulácsi.
    Ansonsten bin ich froh über die 3 Punkte und hoffe auf erneuten Beginn der A-Elf am Bosporus.

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