Champions League: RB Leipzig vs. AS Monaco 1:1

Erstes Champions-League-Spiel für RB Leipzig. Zu Gast der französische Meister AS Monaco. Nach 90 Minuten trennte man sich 1:1. Die Gäste dabei das reifere und komplettere Team. RB aber insgesamt die Mannschaft mit den besseren Chancen. Von daher geht das Ergebnis wohl so auch in Ordnung.

In die Partie gegangen war RB mit vier Veränderungen gegenüber dem Hamburg-Spiel. Klostermann ersetzte erwartungsgemäß rechts hinten Bernardo, hatte aber vor allem defensiv so seine Probleme. Emil Forsberg kam nach Erkrankung zurück und verdrängte Bruma wieder auf die Bank, erwischte aber auch einen überschaubar guten Tag. Yussuf Poulsen ersetzte im Sturm Jean-Kevin Augustin. Und Stefan Ilsanker kam für den verletzten Naby Keita im zentralen Mittelfeld in die Partie, um vor allem seine Qualität im Spiel gegen den Ball einzubringen. Poulsen und Ilsanker in die Partie zu bringen, machte auch wegen der Standardstärke der Gäste absolut Sinn.

Bei Monaco fiel Stammkeeper Subasic kurzfristig aus, sodass der Ex-Wolfsburger Diego Benaglio im Tor stand. Neuzugang Youri Tielemans ersetzte den verletzten Lemar. Und Almamy Toure rutschte für Rony Lopes ins Team und rückte rechts hinten in die Viererkette, sodass Sidibe eine Position nach vorn rücken konnte.

Etwas überraschend vielleicht, dass RB auch in diesem Spiel wie in der Bundesliga fast 60% Ballbesitz hatte. Das hatte man vor der Partie angesichts spielstarker Gäste etwas anders erwartet. Entsprechend waren auch in diesem Spiel wieder Qualitäten im Ballbesitz gefragt. Was gegen gut verteidigende Gäste eine schwere Aufgabe war.

Dabei war neben der Abwesenheit von Keita auch deutlich die Nervosität des Team beim ersten Auftritt in Europa zu spüren. Gerade zu Beginn tat man sich schwer, aus diesem Ballbesitz heraus auch gute Offensivaktionen zu kreieren. Weil man im Passspiel in vielen Momenten zu ungenau blieb. Und weil bei fast allen Spielern der erste Kontakt nach dem Anspiel immer wieder daneben ging und so viele Situationen versandeten oder gar zu guten Umschaltsituationen für die Gäste führte.

Dabei war aber auch das gute Verteidigen der Monegassen bemerkenswert. Im 4-4-2 (Tielemans spielte gegen den Ball ganz vorn neben Falcao) beherrschte man eine sehr gute Mischung aus aggressivem Anlaufen nach Ballverlusten oder in der eigenen Hälfte und kompaktem Verteidigen irgendwo ab der Mittellinie. Vorn stellten Tielemans und Falcao die ersten Passwege gut zu und dahinter arbeiteten die zwei Viererketten sehr konsequent in Ballnähe und nah am Gegenspieler. Auch in der Tiefe hatte man die Geschwindigkeit von RB meist gut im Griff. Schwer sich gegen diese sehr gut organisierte Mannschaft mal sinnvoll und spielerisch in Szene zu setzen.

Gut sahen die Gäste auch aus, wenn sie mal den Ball hatten. Viel Ballsicherheit strahlten sie von hinten aus. Fabinho und Moutinho in der Mittelfeldzentrale zeigten sich auch komplett unanfällig für Ballverluste oder anlaufende Gegenspieler. Immer wieder löste man auch durch Spielverlagerungen Situationen auf. Das sah von der Grundanlage her sehr hübsch und reif aus. Es hatte nur einen Haken. Es war fast über die komplette Spielzeit, wenn man konkrete Torabschlusssituationen nimmt, völlig ungefährlich. Weil man einige Umschaltsituationen nicht gut aus- und in den Strafraum hinein zu ungenau spielte und weil RB in der letzten Reihe und vor allem in der Innenverteidigung sehr gut verteidigte und so auch ein Falcao wirkungslos blieb.

Emil Forsberg war der erste Treffer für RB Leipzig in der Champions League vergönnt. Trotz überschaubarer sonstiger Leistung. | GEPA Pictures - Kerstin Kummer

Entsprechend war es ein umkämpftes Spiel mit zwei Mannschaften, die sehr gut gegen den Ball arbeiteten und sich vor allem zwischen den Strafräumen bekriegten. Auf hohem Niveau bekriegten wohlgemerkt.

Und so waren größere Torgelegenheiten in der ersten Halbzeit Mangelware. Werner hatte zu Beginn zwei potenziell gute Gelegenheiten, als er einmal den Ball nicht unter Kontrolle bekam und einmal knapp im Abseits stand. Falcao verpasst derweil nach einer reichlichen Viertelstunde eine Hereingabe knapp, weil Orban ihn noch stört.

Die erste Großchance hat dann natürlich wieder Timo Werner. Nach Ecke und Kopfballverlängerung durch Poulsen ist er am langen Pfosten aber etwas überrascht. So erreicht er zwar noch reflexhaft den Ball, setzt ihn aber knapp neben das Tor.

Etwas aus dem berühmten Nichts dann nach 32 Minuten die RB-Führung. Halstenberg mit dem schnellen Pass aus der eigenen Hälfte heraus. Poulsen zieht die Gegenspieler auf sich und berührt den Ball noch weiterleitend oder auch nicht. In jedem Fall ist Forsberg in Poulsens Rücken der Nutznießer, dass der Däne die Gegenspieler auf sich gezogen hat und kann mit dem Ball am Fuß Richtung Monaco-Tor ziehen. Fast scheint es, als wird er zu weit abgedrängt, aber dann schießt er doch noch im kurzen Eck ein. Kann man zumindest über eine Benaglio-Beteiligung am Tor nachdenken, denn die lange Ecke wird eigentlich von den Verteidigern zugemacht, sodass die kurze Ecke jene war, für die der Keeper verantwortlich war. Aber der Abschluss von Forsberg kam auch aus sehr kurzer Distanz und war hart und präzise.

Vielleicht der entscheidende Punkt in dieser Partie, dass Monaco nur eine Minute später zurückschlug. RB verteidigt auf der linken Seite trotz personeller Überzahl schlecht und verhindert die Flanke nicht. Klostermann ist im Kopfballduell gegen Diakhaby komplett unterlegen. Und Tielemans steht im Rücken von Orban frei. Den ersten Abschluss von Tielemans kann Gulacsi noch abwehren. Den Abpraller kann Tielemans dann aber im Tor unterbringen. Und Monaco kann durch das Tor bei der defensiven Spielweise bleiben.

Mit diesem 1:1 ging es in die Pause. In der zweiten Halbzeit ging es zwischen den Strafräumen weiter. Beide Teams bearbeiteten sich intensiv, verpassten es in der Offensive aber, sich entscheidend durchzusetzen. Werner verzieht kurz nach der Pause von halbrechts. Monaco spielt einen Überzahlkonter schlecht aus. Poulsen klaut Werner eine Hunderprozentige, weil er an den Ball geht, aber im Abseits steht, während der dazusprintende Werner nicht im Abseits gestanden hätte. Und der Schiedsrichter übersieht eine Tätlichkeit gegen Werner im Strafraum, die einen Strafstoß zu Folge hätte haben müssen.

Viel passierte ansonsten nicht. Bis plötzlich der eingewechselte Jean-Kevin Augustin kurz vor Schluss den Lucky Punch hätte setzen können. Aus (im Stadion stark, in den TV-Bildern nur leicht) abseitsverdächtiger Position startet er allein Richtung Gästetor, scheitert aber an Benaglio, der damit seinem Team einen Punkt sichert.

Einen insgesamt verdienten Punkt, denn Monaco präsentierte sich reifer und in der Mischung aus spielerischen Qualitäten und Defenivstärke als das komplettere Team. Allerding müssen sich die Monegassen vorwerfen, dass sie diese Spielanlage nicht mit Torgefahr und Toren veredelt haben. In Sachen Torgefahr hatte RB mehr zu bieten, die allerdings auch gemerkt haben, dass man gegen einen solchen Gegner eine stärkere Leistung im Ballbesitz braucht, um ihn ernsthafter in Bedrängnis zu bringen. Oft waren die Anspiele zu ungenau und war die Ballverarbeitung nicht gut genug, um gefährliche Situationen zu kreieren.

Fazit: Es war ein guter Start von RB Leipzig in die Champions League, aber es war gerade im Spiel mit dem Ball und im Erarbeiten von Offensivgefahr auch bei weitem keine RB-Topleistung. Gegen einen gerade defensiv sehr guten Gegner mit hoher Ballsicherheit in der eigenen Hälfte reichte diesmal eine ’nur‘ gute Leistung nicht, um einen Sieg einzufahren. Ein Spiel, in dem man gut sehen konnte, was RB in Sachen Überzeugung und Ballsicherheit noch fehlt, um gegen einen Gegner vom Kaliber des französischen Meisters zu gewinnen. Ein Spiel aber auch, das Mut gemacht haben dürfte hinsichtlich der weiteren Aufgaben in der Champions League, wenn die Nervosität aus dem ersten Auftritt dann erst mal abgefallen ist.

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Randbemerkung 1: Das erste Spiel in der Champions League. Königsklasse in Europa. Ein bisschen surreal ist es schon, dass man nun plötzlich zu den 32 Teams gehört, die Dienstag und Mittwoch den wichtigsten Vereinspokal Europas ausspielen. Hymne, Flutlicht, ausverkaufte Haus. Alles super. Aber auch irgendwie das seltsame Gefühl, das einen immer beschleicht, wenn ein Spiel im Vorfeld völlig überladen wird. Dass das Spiel selbst und die Atmosphäre im Umfeld der überhöhten Erwartungshaltung gar nicht gerecht werden kann. Will sagen, es war ein schöner Abend und alles prima, aber eine kochende Arena wie ein Jahr zuvor gegen Dortmund war es dann auch nicht.

Randbemerkung 2: Ob es nun ein Märchen ist, dass RB Leipzig nach acht Jahren Vereinshistorie schon in der Champions League spielt oder nicht, ist auch eine eher seltsame Diskussion. Fakt ist, dass 2009 relativ klar war, dass RB Leipzig irgendwann mal in Europa ankommen würde, wenn denn nicht Red Bull vorher den Stecker zieht. Avisiert hatte selbt Mateschitz 2010 mal einen Zeitraum zwischen 2015 und 2017 dafür. Von daher kommt das Mitspielen in der Champions League jetzt insgesamt nicht so arg überraschend. Dass man nach der ersten Saion in der Bundesliga mit einem Team, von dem man das defnitiv nicht erwarten musste, als Vizemeister in der Champions League mitspielt, ist dann allerdings schon eine ordentliche Überraschung. Ob man das jetzt märchenhaft findet oder nicht, hängt vermutlich vor allem davon ab, wie man zu RB Leipzig steht.

Randbemerkung 3: Am Ende war das Stadion im Heimbereich dann doch ausverkauft. Ein bisschen schleppend lief er der Vorverkauf, dafür dass es das erste europäische Spiel der Vereinsgeschichte war. Späte Anstoßzeit, die Kinder und Familien ausschließt und Ticketpreise bis 85 Euro sorgten dafür, dass erst kurz vor dem Spiel das Ausverkauft-Schild am Stadion pappte. Mit den Preisen, die man auf den beiden Haupttribünen verlangt (hinter den Toren wird man die Tickets immer schnell los), ist man hierzulande am Ende der Fahnenstange angelangt, falls der Gegner nicht gerade Real, Barca oder Manchester United heißt. Wird auch interessant, wie sich das dann im nächsten Heimspiel gegen Porto im Oktober gestaltet.

Randbemerkung 4: Vor dem Spiel wurden wichtige Spieler der Vereinshistorie auf dem Rasen begrüßt. Von Ingo Hertzsch über Carsten Kammlott und Matthias Mory und Timo Röttger bis hin zu Daniel Frahn. Schöne Geste den Bogen zu den Anfängen und denen, die diese mitgestalteten zu schlagen, selbst wenn vielleicht die Hälfte der Stadionbesucher mit Namen wie Tom Geißler oder Lars Müller nicht mehr allzuviel anfangen kann. Auch die Spieler schienen von Geste und Einladung sehr angetan. Da spürt man durchaus noch einige Verbundenheit bei einigen Arbeitnehmern und Vereinsgesichtern der Vergangenheit. Darf man gern pflegen, solche Geschichten und bei passender Gelegenheit wiederholen. Eingeladen wurden nach RB-Angaben alle Spieler mit mindesten 50 Pflichtspielen. Gekommen waren: Timo Rost, Sven Neuhaus, Lars Müller, Daniel Rosin, Thomas Kläsener, Ingo Hertzsch, Tim Sebastian, Tom Geißler, Christian Müller, Henrik Ernst, Bastian Schulz, Clemens Fandrich, Matthias Morys, Carsten Kammlott, Timo Röttger und Daniel Frahn. Da steckt in fast jedem Namen irgendeine Erinnerung und Geschichte drin, an die man zurückdenken kann. Wird wohl langsam Zeit für ein Traditionszimmer irgendwo am Cottaweg.^^

Randbemerkung 5: Passend zum großen Tag auch die unmittelbar vor Spielbeginn verkündete Nachricht, dass Yussuf Poulsen noch mal zwei Jahre auf seinen Vertrag bei RB draufgelegt hat. Wird ihm sicherlich auch ein paar Euro einbringen. Und für RB bleibt die Sicherheit einen immens wichtigen und mannschaftsdienlichen Spieler gebunden zu haben und im Fall der Fälle, die Wege trennen sich in den nächsten drei Jahren, noch ein paar Euro zu verdienen.

Randbemerkung 6: In der Startformation von RB Leipzig gegen Monaco kein einziger Neuzugang und (bis auf Upamecano und Werner) neun Spieler, die schon in Liga 2 dabei waren. Hasenhüttl setzte auf funktionierende Abläufe und damit auf das Team, das letzte Saison erstmals in der Bundesliga auflief. Im Team auch gleich vier Spieler mit Gulacsi, Sabitzer, Ilsanker, Upamecano, die mit Salzburg die Champions League nicht erreichen konnten. Man muss sich ja auch immer wieder vergegenwärtigen, dass da von Ilsanker über Demme bis Halstenberg nicht unbedingt Spieler auf dem Platz stehen, die man bis vor ein, zwei, drei Jahren als zwangsläufige Stammelfspieler in einem deutschen Champions-League-Team gesehen hätte..

Randbemerkung 7: Nur zwei Auswechslungen nahm Ralph Hasenhüttl vor. In einem umkämpften Spiel, in dem die RasenBallsportler viel liefen, durchaus überraschend. Die Einwechslungen von Kampl und Augustin waren absolut logisch zu den jeweiligen Zeitpunkten. Danach wäre es mit logischen Wechseln schon schwieriger gewesen. Bruma zu bringen und damit mehr Offensivrisiko zu gehen, scheute sich Hasenhüttl. Bernardo für Klostermann wäre vielleicht noch eine Option gewesen. Aber so ein bisschen blieb im Spiel das Gefühl, dass es den perfekten dritten Wechsel nicht gab, sodass der Verzicht von Hasenhüttl auf diese Option auch ein wenig nachvollziehbar war.

Randbemerkung 8: Nach dem Spiel merkte Kapitän Willi Orban an, dass vielleicht ein wenig der Mut fehlte. Auch Ralph Hasenhüllt erklärte, dass man bewusst das letzte Risiko vermieden habe. Passend dazu, dass man gerade mal acht Dribblings versuchte und davon nur eins erfolgreich war. Zum Vergleich: Im Spiel beim HSV gab es 33 Dribbling-Versuche (also Versuche mit dem Ball am Gegner vorbeizugehen), von denen 18 erfolgreich waren.

Randbemerkung 9: Timo Werner gestern mit gleich fünf Abseitsentscheidungen gegen sich. Klar als Stürmer in der vordersten Linie steht man immer mal knapp im Abseits, das ist normal. Dass er auch bei Standardsituationen zweimal im Abseits postiert war und so gute Möglichkeiten zunichte gemacht wurden, ist allerdings vermeidbar.

Randbemerkung 10: Istanbul gestern im Parallelspiel zu RB mit einem etwas überraschenden 3:1 in Porto. Das erhöht den Druck auf RB vor dem Auswärtsspiel in Istanbul schon mal ein wenig. Ist natürlich noch etwas früh für Gruppenprognosen, aber eine Niederlage in der Türkei sollte man sich eher nicht leisten bzw. würde es die Aufgabe, in der Champions League zu überwintern, ordentlich erschweren.

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Lichtblicke:

  • Marcel Sabitzer: Na klar war er derjenige, dem man am wenigsten Nervosität anmerkte. War derjenige, der immer den Ball wollte, unheimlich viel unterwegs war und offensiv und defensiv alles probierte. Klappte naturgemäß nicht alles, aber die Mentalität von Sabitzer ließ ihn auf Leipziger Seite in diesem Spiel (wieder mal) herausragen.
  • Dayot Upamecano: Zwei, drei kleinere Herzattackeneinlagen durch Kopf-durch-die-Wand-Dribblings und gewagte Pässe, aber mit seiner Schnelligkeit und Zweikampfstärke in der Zentrale absolut wichtiger Baustein, dass Monaco nicht häufiger durchkam.
  • Willi Orban: Neben Upamecano auch mit einigen spektakulären Rettungsaktionen, die ein Durchbrechen Monacos verhinderten. Mit gutem Gespür, wann es galt nach vorn zu verteidigen und wann man sich fallen lassen muss. Gute Zweikampfquote, vor allem in der Luft durchsetzungsstark. Meiste Ballkontakte aller RB-Spieler. Nicht jeder Pass war gelungen, aber es waren auch ein paar schöne, flache Pässe durch das Mittelfeld dabei.

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Tore: 1:0 Forsberg (33.), 1:1 Tielemans (34.)

Aufstellung RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Orban, Upamecano, Halstenberg – Ilsanker, Demme – Sabitzer, Forsberg (63. Kampl) – Poulsen (80. Augustin), Werner; Bank: Mvogo, Bernardo, Bruma, Kaiser, Laimer; Nicht im Kader: Keita (verletzt), Compper (krank), Konate, Abouchabaka, Kühn (alle Youth League), Schmitz

Aufstellung AS Monaco: Benaglio – Toure, Glik, Jemerson, Jorge – Sidibe (84. Ghezzal), Fabinho, Moutinho, Diakhaby (74. Balde) – Tielemans, Falcao (89. Carillo)

Schiedsrichter:  Michael Oliver (Insgesamt wenig Probleme. Ein paar Zweikampfbewertungen blieben diskutabel, aber alles im normalen Rahmen. Die gelben Karten waren nachvollziehbar und kamen zur richtigen Zeit. Bei Abseitsentscheidungen schienen die Assistenten aus Stadionsicht nicht immer eine glückliche Hand zu haben. Aber faktisch lagen sie da auch meist richtig, wobei Augustin vor seiner Großchance knapp im Abseits gestanden haben dürfte (was im Stadion nach zwei Metern Abseits aussah).)

Gelbe Karten: Demme (1.), Halstenberg (1.) – Tielemans, Sidebe, Jemerson

Zuschauer: 40.068 (davon 80 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, MDR-Bericht, AS-Bericht, Kicker-Bericht

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  • Torschüsse: 8 : 7
  • Torschüsse innerhalb des Strafraums: 6 : 4
  • Schüsse auf das Tor: 2 : 2
  • gewonnene Zweikämpfe: 47,0% : 53,0%
  • Ballbesitz: 59,0% : 41,0%
  • Passquote: 76,0% : 64,0%
  • Laufstrecke: 112,3 km : 105,8 km
  • Fouls: 10 : 20
  • Ecken: 5 : 4
  • Abseits: 9 : 2
  • Meiste Torschüsse: Werner: 2 – Moutinho, Tielemans, Diakhaby: je 2
  • Meiste Torschussvorlagen: sechs Spieler mit je 1 – fünf Spieler mit je 1
  • Meiste Ballkontakte: Orban: 99 – Jorge: 73
  • Größte Laufstrecke: Demme: 12,0 km – Tielemans: 11,5 km

Statistiken von kicker.de, whoscored.com, sofascore.com, uefa.com

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Saisontorschützen: Forsberg – 1

Saisonvorlagengeber: Poulsen – 1

Saisontorbeteiligungen (Entstehung des Tors jenseits der direkten Vorlage): Demme, Halstenberg – je 1

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Bild: © GEPA pictures/ Kerstin Kummer

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7 Gedanken zu „Champions League: RB Leipzig vs. AS Monaco 1:1“

  1. Danke für diesen Bericht Namensvetter.

    Interessant die total unterschiedliche Bewertung der div. Spieler sowohl von dir als auch in den div. Medien.

    Im englischen TV war man absolut von Diego Demme begeistert der wieder mal die meisten Wege ging und viele Lücken stopfte. Vielleicht ist das bei dir schon der Gewöhnungsfaktor? Man kennt halt diese Leistung.
    Sport 1 sieht Demme hier richtig schlecht. Warum auch immer.

    Timo Werner war im englischen TV ähnlich umschwärmt und auch mir hat er wieder mal sehr gut gefallen.
    Die Abseitsentscheidungen wären tatsächlich einige Male unnötig und ich denke hier war eine gewisse Nervosität vorhanden und etwas Übermotivation.
    Abgesehen davon ist es jedes Mal ein Traum ihm beim lossprinten zuzusehen. Erinnert teilweise etwas an Drag Races wenn Timo da wie eine Rakete abzieht. Dazu kamen 3-4 Situationen in denen er hinten mit aushilft und selbst den Ball erobert.
    Tolle Vorstellung für mich.

    Mit Augustin bin ich noch nicht so im reinen. Sieht für mich oft aus, als würde er eher egoistisch sein. Hatte zuviele Situationen (auch schon im Letzten Spiel) bei denen er besser postierte Spieler bewusst nicht anspielte. Gefällt mir nicht sowas.

    Trotzdem erst mal ein gelungener Start. Ist schließlich für alle neu.

    Gruß aus Stuttgart!

  2. Ich empfand die Leistung von Leipzig ziemlich reif. In der Vergangenheit hatte man schon oft couragierte Bundesligamannschaften erlebt, die im Verlaufe so eines Spieles immer wütender attackierten und dann beinahe vorhersehbar noch eine „unverdiente“ Niederlage einstecken mussten. Und die meisten aufstrebenden Mannschaften mussten in der CL zunächst heftig Lehrgeld zahlen, siehe etwa Dortmund, City, PSG. Gestern hatte ich zwar das Gefühl, dass es mit einem Sieg schon sehr schwer werden wird, aber war gleichzeitig relativ unbesorgt, dass der Punkt noch flöten geht. Da haben die Leipziger schön die Ordnung gehalten. Ein höheres Risiko hätte mMn eher die Chancen von Monaco verbessert. Die kamen zwar nur zu wenigen Torchancen, aber hatten doch einige gefährliche Situationen geschaffen, welche dann auch nur einen Pass oder Abpraller vom Torerfolg entfernt waren.

    Ziemlich überrascht war ich von der Startaufstellung der Monegassen. Ich verfolge die Ligue 1 praktisch überhaupt nicht. Trotzdem bekommt man ja mit, dass Monaco heftig Substanz im Sommer verloren hatte. Aber meine Fresse, steht da immer noch Qualität auf dem Platz und Lemar war nicht mal dabei. Und dieser Tielemanns – wäre das nicht auch einer für RB gewesen? Der geht doch in zwei Jahren auch für 100 Mio übern Tisch (oder was immer in zwei Jahren die heutigen 100 Mio sein werden).

    Ärgerlich war der Gästeblock. So viel freier Platz auf günstigeren Plätzen. Hätte man die 100 Leute nicht auszahlen können oder in eine Loge stecken und die Blöcke den Leipziger freigeben? Wirklich ärgerlich.

    1. @Pekka
      Lemar ist verletzt gewesen (nach Foul am WE gegen Nizza)
      Irgendwas mit Oberschenkel.

  3. Ich empfand Sabitzer dann doch als sehr nervös und irgendwie mutlos, wie auch die ganze Mannschaft. Hatte Situationen in denen er aus zweiter Reihe abschließen konnte, was er aber ungewohnterweise nicht tat.
    Forsberg hat kaum ein 1-gegen-1 Dribbling gewagt, das wirkete schon etwas seltsam, aber auch fast wie eine Vorgabe des Trainers, da es sich durch die ganze Mannschaft zog.
    Upamecano fand ich sensationell. Hat so viele Bälle derart kompromisslos abgefangen, das war sehr beeindruckend.
    Ingesamt eine solide Vorstellung, die aber das unbekümmerte, freche und mutige Spiel, das man eigentlich von der Mannschaft auch gegen starke Gegner gewohnt ist (siehe das Heimspiel gegen Bayern letzte Saison), vermissen ließ. Von daher kam mir alles etwas seltsam und „gedämpft“ vor. Auch die Stimmung im Block D empfand ich irgendwie ein bisschen verhaltener, umso lauter kam es aber vom Block B rübergeschallt.

    Bei der Schiri-Bewertung sollte man die Tätlichkeit vllt. nochmal erwähnen.

  4. So, da ist sie nun, die erste CL-Analyse.
    Sehr gut gelungen.
    Die Aufstellung war mMn ein „Geschenk“ an diejenigen, die die Qualifizierung ermöglichten. Es passte ja auch mit den Beiden großen Spielern wie Ilsanker und Poulsen bei hohen Bällen.

    Erstaunt war ich, warum Monaco uns den Ball überlies. Oder war sogar Kalkül von Jardim? Sprich, wollte Monaco den einen Punkt und ging kein Risiko ein?
    Genau wie auf der Gegenseite habe ich auch im Stadion in der 80. Minute überlegt, was nun? Risiko und Bruma oder den Punkt mitnehmen? In der Buli hätte RH diesen Wechsel gebracht, aber es ist CL!! Und von daher völlig in Ordnung.

    Lichtblicke
    Top!
    Nach Spielende im weiten Rund und Auswertung hat man nur bei Upamecano nur gehört: Wahnsinn, 18 Jahre, unfassbar, Schnappatmung.
    (Wie er in der Nachspielzeit nach vorne will und in das Dribbling geht!)

    Auf den Schiedsrichter und seine Regelauslegung waren wir auch gespannt. Mhm, da waren einige Zweikämpfe dabei, die er mMn in der PL nicht pfeiffen würde. Aber gut, eine gute Partie von ihm, wenn da nicht dieser Schlag gegen Werner am Ende wäre. Klar Rot und Elfmeter!
    (Da würde mich mal die Meinung von ColinasErben interessieren, ob dies mit Videobeiweis gepfiffen worden wäre)
    Die Großchance von Werner in der 1. Hz war Abseits.

    Randbemerkung 11
    Wir sind ja Sektor A-Oberrang und konnten bis jetzt immer über den Wall in die Mitte vom Stadion rein. Jetzt steht da das VIP-Zelt und uns wurde der Zugang verwehrt. Also wieder runter und dann wieder hoch.

  5. Wenn man ehrlich das erste große internationale Treffen der Leipziger auswertet, sollte schon betont werden, dass dabei einige flatternde Beine und ein wenig der Mut bei den Einheimischen festzustellen waren, was zu einer eher bescheidenen Ausbeute führte. Das ist aber normal und wird hoffentlich bei den nächsten Begegnungen noch besser werden!

    Etwas lustig fand ich aber eine andere Geschichte, die mit dieser Begegnung auch etwas zu tun hatte. Im Vorfeld legte bekanntlich die UEFA fest, eigens bei den internationalen Heimspielen von den mächtigen Dachbefestigungen des gerade u.a. an einen wichtigen Geldgeber verkauften Stadions die beiden weit sichtbaren „Bullen“ beseitigen zu lassen, weil dieser Dachverband mit den Tieren (des Leipziger Zoos) keine gemeinsamen Werbemaßnahmen durchführt…….

    Das schien den Beiden, die eigentlich mit dem Namen des Leipziger Vereines gar nichts zu tun haben, aber nicht zu gefallen und sprangen dafür, zur Freude des weit entfernten Hauptsponsors, auf die Vorderseiten der Trikots der RasenBaller, die von den vielen Fernsehanstalten in alle möglichen Wohnzimmer europaweit transportiert wurden! Frühere Einsprüche des Sächsischen bzw. Deutschen Fußballverbandes, diese auch damals schon zu entfernen, erwiderte der Club mit Rückzugsdrohungen! So musste nur die Sonne weichen……..

    Nun erleben wir das interessante und lustige Wechselspiel des Auf- und Abbaues in luftiger Höhe, zum Gespött der heimischen und auswärtigen Gäste, bis vorerst zum Tag des „Knecht Ruprecht“! Auch so etwas gibt es in der heutigen unruhigen Zeit!

  6. Nun auch noch ich: Ich war selten enttäuschter als nach diesem Spiel, die Angst ging um bei RB, schon die Aufstellung verhieß nichts Gutes! Kampl und Augustin taten später dem Spiel mehr als gut, sie hätten in die erste Elf gehört – ohne Wenn und Aber, auch Bruma hätte für ein Spektakel sorgen können, das wurde ja schon kommentiert…
    Die Stimmung selten mau wie das Spiel, ORF1 übertrug uns live – Werbung für den RB-Fußball, wie wir ihn lieben, die sieht definitiv anders aus!
    Über Halstenberg mache ich mir ja schon lange Sorgen, Klostermann hätte durch eine Auswechslung geschützt werden müssen, er tat mir als Rekonvaleszent einfach nur noch Leid.
    In der Straßenbahn (danke LVB für die vielen Trams!) Totenstille – und das 29 Jahre nach dem letzten EC-Spiel in L.E., das sagt alles.
    Der Viedeo-Assi fehlte mir nicht – im Gegenteil.
    Ich erwischte mich während des Spiels, dass ich Bundesliga einfach besser finde, dafür schäme ich mich fast, selbst bei der Hymne kein Prickeln bei mir – unglaublich.
    Auf Porto freue ich mich doch, insgesamt wurde eine Riesenchance für die Außendarstellung vertan, ich hätte lieber spektakulär wie gegen die Bayern verloren als solch ein Spiel, ich war nicht der Einzige, der so denkt.
    Trotzdem ist das natürlich jammern auf hohem Niveau, das ist mir schon klar…

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