Transfers: Kevin Kampl, Oliver Burke, Naby Keita, Nils Quaschner

Eigentlich hatte man bei RB Leipzig die Transferplanungen schon vor ein paar Wochen abgeschlossen. Am Ende drehte sich das Karussell dann doch noch mal bis in den letzten Tag des geöffneten Transferfensters hinein. Drei Personalien handelte man dabei ab, wobei Naby Keita erst in einem Jahr den Klub verlassen wird.

Kevin Kampl

Fangen wir einmal vorn und bei Kevin Kampl an. Weil er der Neuzugang unter den drei Spielern ist. Einer, bei dem manch einer im Umfeld von RB Leipzig ein wenig mit den Augenbrauen zuckte. Bis zu 20 Millionen für einen, der in Leverkusen zuletzt eher hinten dran war und nach China wollte? So die Skepsis.

Sportlich gesehen ist die Verpflichtung von Kevin Kampl eigentlich über jeden Zweifel erhaben. Einen viel besseren Transfer kannst du als RB Leipzig am letzten Tag der Transferperiode nicht mehr wirklich tätigen. Es feht zwar die B-Note in Sachen Kreativität (die beispielsweise der Transfer von Jadon Sancho von Manchester City zu Borussia Dortmund hatte), aber das ist wohl auch nicht für jeden Transfer das entscheidende Maß der Dinge.

Denn mit Kevin Kampl kriegt man einen Spieler, der in vielerlei Hinsicht ziemlich perfekt in die Spielidee bei RB Leipzig passt und das auf seinen Stationen in Salzburg und unter Roger Schmidt in Leverkusen auch schon überzeugend gezeigt hat. Entsprechend freuen sich auch praktisch alle, die mit Kampl früher schon zu tun hatten, über den Neuzugang. Aufgrund der Salzburger Vergangenheit sind das im RB-Team ja nicht wenige, mit denen Kampl schon zusammen spielte.

Mit Kevin Kampl kriegt man jedenfalls einen Spieler, der über gute Fähigkeiten am Ball und beim letzten Pass verfügt. Einer der vielleicht nicht der herausragende Spieler im ersten Kontakt wie ein Emil Forsberg ist. Aber einer, der in einer offensiven, passorientieren Rolle auch sehr gut im Einleiten von Chancen und im Zug zum Tor ist.

Besonders wertvoll werden die Qualitäten für das Leipziger System, weil Kampl auch gegen den Ball über große Fähigkeiten verfügt und ein sehr guter Balleroberer ist. Einer, der zudem die Rolle der rechten Zehn aus Salzburger Zeiten schon sehr genau kennt. Genausogut könnte er aber auch die Acht in einem 4-1-2-2-1 aka 4-3-3 spielen. Wobei bisher nicht viel darauf hin deutet, dass das zu einem Standardsystem werden könnte.

Ralph Hasenhüttl sieht seinen Neuzugang jedenfalls klar auf der Zehn, während er in Leverkusen auch auf der Sechs spielte (was vielleicht nicht die optimale Kampl-Position, aber trotzdem auch eine Möglichkeit ist). Auf der rechten Zehn stünde Kampl in direkter Konkurrenz zu Sabitzer und Kaiser. Das wird für beide keine leichte Situation. Während Sabitzer auch in den Sturm ausweichen könnte (wo aber die Konkurrenz sehr groß ist und Sabitzer als hängende Spitze vor allem mit Poulsen und Augustin konkurrieren würde), bleibt für Kaiser nun noch weniger Raum für Einsatzzeit. Denn dass ein Kampl sich erst mal ganz weit hinten anstellen muss, ist angesichts seiner Ablöse und dem daraus abzulesenden Grundvertrauen seitens der Verantwortlichen bei RB Leipzig jedenfalls nicht anzunehmen.

Dieses Grundvertrauen dürfte ein Aspekt beim Wechsel von Kevin Kampl nach Leipzig gewesen sein. Er braucht ein Umfeld, das auf ihn in passender Position und passendem Systm setzt, um seine Stärken irgendwo zwischen einem Forsberg und einem Keita ausspielen zu können. Im Sommer stand ein Wechsel nach China im Raum und scheiterte nur an den Transfermodalitäten. Den Weg nach China wäre Kampl gegangen, um dort auf seinen Leverkusener Ex-Trainer Roger Schmidt zu treffen. Nun ging er nach Leipzig, wo er offenbar ein wenig das zu finden hofft, was er unter Schmidt oder einst in Salzburg hatte. Zumindest spieltaktisch sollte diese Rechnung aufgehen.

Mit dem Kampl-Transfer verlässt RB Leipzig allerdings die Leitlinien, keine Spieler über 23 (oder 24, je nachdem, wann und wo die Geschichte erzählt wird) zu holen. Bzw. nicht für Ablöse zu holen, weil das wirtschaftlich keinen Sinn machen würde. Nun hat man die Rekordsumme von fast 20 Millionen Euro in einen investiert, der schon fast 27 Jahre ist und der entsprechend keine ganz große Wertsteigerung mehr verspricht (wobei man sich da bei den im Umlauf befindlichen Transfersummen auch nicht sicher sein kann).

Mit Marvin Compper hatte man einst einen ähnlichen Transfer getätigt. Der kam 2014 trotz gehobenen Alters, weil Ralf Rangnick genau wusste, was er von ihm kriegt und viel Vertrauen in diese Personalie hatte (allerdings auch keine Unsummen investieren musste). Die Rechnung mit Compper ging sehr gut auf. Nun kommt wieder einer, den Rangnick aus Salzburger Tagen sehr gut kennt und von dem er genau weiß, wie gut er in das Leipziger System passt. Von daher macht der Transfer sportlich und zur Stärkung des Gesamtkaders absolut Sinn. Leichte Probleme hinsichtlich der ’nur junge Spieler holen‘-Rhetorik wird man da ohne größere Gewissensbisse in Kauf nehmen (oder wie Rangnick auf der PK mit einem seltsamen ‚Nächste Saison wärst du vielleicht schon zu alt gewesen, um dich zu holen‘ wegzulächeln.

Inwieweit Kevin Kampl ein Transfer des Sportdirektors und weniger des Trainers ist, wird man sehen. Hasenhüttl kennt Kampl ja auch schon aus zwei Monaten in Aalen. Und sowieso wird ein Kampl nicht kommen, ohne dass Hasenhüttl seinen Daumen gehoben hat. Trotzdem ist es eine Personalie, die mehr nach Rangnick und dessen Vergangenheit riecht als nach einem Spieler, den Hasenhüttl ausgegraben und gegen Widerstände im Verein durchgesetzt hat.

Das muss natürlich kein Problem sein. Zumal wenn ein Kevin Kampl so perfekt ins Anforderungsprofil passt. Kampl gibt dem Kader noch mal deutlich mehr Breite in der Mittelfeldbesetzung und erhöht die Qualität im Team. Was auch auf die internen Ambitionen für die kommende Spielzeit hinweist. Er wird nicht allzu viel Anlaufzeit brauchen und er kann dem Team auch mit seiner Erfahrung aus diversen Spielen in Europa helfen. Passt alles sehr gut zusammen an dem späten Transfer.

Oliver Burke

Fraglich bleibt vor allem, warum man einen Burke gegen einen Kampl eingetauscht hat. Wobei der Tausch wohl eher finanzieller Natur war (es brauchte einen Verkauf über mindestens 15 Millionen, um die 20 für Kampl finanzieren zu können). Rein von der Kaderplanung her hat man sich Breite im Mittelfeld geschaffen. Im Angriff dagegen hinterlässt der Abgang von Burke eine Lücke hinter Werner. Einen Angreifer mit sehr viel Geschwindigkeit, Tiefgang und Zug zum Tor hat man nun nicht mehr so richtig im Kader. Vielleicht können aber Augustin oder auch Bruma ersatzweise in diese Rolle schlüpfen.

Oliver Burke jedenfalls ging kurz vor Schluss der Transferperiode für etwas mehr an Euros als er gekommen war in die Premier League nach England. West Bromwich Albion hieß das Ziel. Und so wie man Burke auch in Leipzig kennengelernt hat, ist er von diesem nächsten Schritt wieder komplett überzeugt. Mehr Spielzeit verspricht er sich davon. Möge ihm dieser Wunsch erfüllt werden.

Vor einem Jahr schien er schon mal am Ziel seiner Wünsche. In Leipzig, bei den perfekten Bedingungen, bereit für den nächsten Entwicklungsschritt. Was waren das damals für Lobeshymnen, die auf den Offensivmann gesungen wurden. Als „Naturereignis“ wurde er angekündigt. Großartige Hardware, nur die Festplatte müsse noch gefüllt werden. Ein außergewöhnlicher Spieler, der mit seinen Anlagen perfekt zu RB Leipzig passt. Ihn von der Insel zu locken, sei ein Riesenerfolg, bei dem auch noch internationalen Topklubs ein Schnippchen geschlagen wurde. Und schließlich bereitete Burke auch noch das 1:0 gegen Dortmund in seinem ersten Einsatz vor. Die Geschichte, dass RB einen kommenden Star, der an Gareth Bale erinnert, aus dem Hut gezaubert hat und nun viel Freude an dem Schotten haben würde, war schon fertig geschrieben.

Erstaunlich, dass man binnen einem Jahr das Vertrauen in die Entwicklungsfähigkeit der Softwareseite der überragenden Hardware Burke vereinsseits so sehr verloren hat, dass man ihn wieder zu Geld gemacht hat, um damit Kampl zu holen. Aber schon die Tatsache, dass sich für Burke zum Auftakt in der Bundesliga nicht mal ein Platz auf der Bank finden ließ, deutete entgegen zwischenzeitlicher Bekundungen, dass man mit Burke in die neue Saison gehen wird, schon früh auf eine solche Entwicklung hin.

Dass man das Vertrauen in Burke verloren hat, hat natürlich ein ganzes Bündel an Gründen, von denen man einen Teil vermutlich noch nicht mal kennt. Ganz vorn, und das muss sich dann auch die sportliche Leitung zumindest mitankreiden, steht die fehlende Entwicklung des Schotten. Tatsächlich bringt er viele Anlagen mit, die auch Werner hat, plus einen unglaublichen Körper. Auf dem Platz war er aber nur selten als Versprechen zu sehen, obwohl er nicht weniger sprintete als Werner.

Das ging schon beim Anlaufen los. In Fleisch und Blut ist ihm die Sache nie übergegangen. Intiutives Reagieren, wann man wo anzulaufen hat, war selbst nach einem Jahr nicht so richtig zu beobachen. Immer verstrich der berühmte Bruchteil einer Sekunde Bedenkzeit, der beim Synchronen Anlaufen der Bruchteil zu viel ist. Dazu kam ein freundlich gesagt überschaubares Zweikampfverhalten, sodass unter anderem das Anlaufen meist im Nichts versandete.

Oliver Burke war letzte Saison mit Abstand der schlechteste Zweikämpfer bei RB Leipzig. Nur eines von drei direkten Duellen gewann er. Gerade im Kopball zeigte er (erstaunlich für seine Statur und für sein Aufwachsen im englischen Fußall) enorme Schwächen im Timing und Durchsetzungsvermögen. Bei allen positiven Ansätzen, wenn es mal schnell in die Tiefe ging, blieb vieles Stückwerk, blieben immer wieder Auftritte wie jener in Frankfurt, bei dem man ein wenig Mitleid haben konnte mit den phasenweise hilflos wirkenden Bemühungen von Oliver Burke.

Teilaspekt der fehlenden sportlichen Entwicklung scheint auch gewesen zu sein, dass Burke in mancher Hinsicht nie richtig in Leipzig ankam. Und dabei geht es nicht nur um vor dem Trainingszentrum geparkte Autos, die nicht zur Sponsorenkollektion und zur Vereinsrhetorik, dass junge Spieler kleine Autos fahren, gehören, sondern um das Binnenverhältnis auch Richtung Trainerteam. Zumindest benannte Burke nach seinem Wechsel nach England auch die Sprachbarriere als Problem beim Zugang zum Trainerteam. Mit der deutschen Sprache tat er sich offenbar in den zwölf Monaten auch mehr als schwer.

Fraglich, wohin die Entwicklung Oliver Burkes geht. Rein von Physis und Geschwindigkeit her bringt er alles mit, was es braucht, um auf dem Platz eine Maschine zu sein. Fußballerisch ist es allerdings oft auch einigermaßen überschaubar. Schon das war ein Hinderungsgrund für Einsätze auf der Zehn, auf der man bei RB Burke anfangs sah, bevor man ihn Ende der Saison und in der Sommerpause komplett als Stürmer und Werner-Backup einsetzte. Am Ende ist es schade, dass einer nach einem Jahr relativ klanglos geht, der mit so viel Brimborium empfangen wurde. Wenn man dann aber die einst ausgegebene Ablöse wieder erlöst und der Spieler wegwill, dann ist es wohl für alle Beteiligten ok so.

Naby Keita

Ok für alle Beteiligten war auch der Wechsel von Naby Keita zum FC Liverpool. Schon Mitte April gab es hier im Blog eine gewisse Skepsis gegenüber der Vereinsallaussage, dass es in diesem Sommer keine Schmerzgrenze bei Naby Keita geben wird. Letztlich, so die damalige These, ist es immer eine Frage von konkreten Vertragsgestaltungen, ob es dann doch für alle Seiten Sinn macht.

Genau so etwas ist dann eben auch beim Dreieck Keita-Liverpool-Leipzig passiert. Eine Konstruktion wurde gefunden, mit der eben doch bei RB Leipzig eine Schmerzgrenze in diesem Sommer ausfindig gemacht wurde. Wobei die Schmerzgrenze nur deswegen zu finden war, weil Naby Keita erst nächste Saison in Liverpool spielt. Sprich Keita unterschreibt beim FC Liverpool jetzt einen Vertrag für den kommenden Sommer und spielt weiter mit seinem aktuellen Vertrag in Leipzig. RB verdient ein paar Millionen Euro mehr, weil Liverpool schon heute an den Spieler randurfte und ihn schon jetzt sicherte, bevor in einem Jahr die internationale Meute über die vergleichsweise kleine Ausstiegsklausel von 55 Millionen Euro herfällt. Kolportierte 70 Millionen zahlt Liverpool statt zu warten, bis man sich mit Barcelona ernsthaft um den Spieler streiten muss.

Fakt ist, dass Keita diese Summe (nach heutigen Transfermaßstäben) mehr als wert ist, wenn er diese Saison in der Champions League nur halbwegs so aufläuft wie in der Bundesliga. Die Grazilität mit der er den Ball im Dribbling bewegt, erinnerte letzte Saison manchmal an einen Diego Maradona. Sein Abschluss ist aus vielerlei Entfernungen bis hin zu 20 Metern sehr ordentlich. Nur im Spielen des letzten Passes kann er in Sachen Präzision und Timing noch ein paar Sachen lernen. Genau wie beim Treffen von Entscheidungen, wenn es um die grundsätzliche Frage nach Pass, Dribbling, Abschluss oder was auch immer geht, wenn man beispielsweise an das wahnsinnige Dribbling in der Nachspielzeit gegen die Bayern Ende der Vorsaison denkt, das im Konter zum 4:5 endete.

Was Keita aber zu so einem perfekten und überragenden Paket macht, ist vor allem auch seine Antizipation als Balljäger im Mittelfeld. Keita war letzte Saison der RB-Spieler, der mit Abstand die meisten Bälle eroberte oder abfing. Immer wieder, dass er in Pässe spritzt und so direkt in den Gegenzug starten kann. Immer wieder auch, dass er sich Bälle im direkten Zweikampf erobert.

Die Mischung aus absoluter Ballsicherheit und sehr guter Balleroberung macht ihn mit seinen 22 Jahren zu einem Juwel, das sich in den kommenden Jahren tatsächlich zu einer der dominanten Mittelfeldfiguren Europas aufschwingen kann. Wenn er seinen Hang zu übertriebener Laxheit und manchmal zu heftigen Foulspielen von hinten in den Griff kriegt.

Wahnsinnstyp, bei dem es so viel Spaß macht zuzugucken. Den Rangnick einst in Salzburg für 2 Millionen Euro aus der zweiten französischen Liga fischte und vor einem Jahr für 15 Millionen nach Leipzig weiterlockte. Bei dem es aber offenbar keine Chance gab, ihn ohne eine Ausstiegsklausel zu holen. Und dem man in Leipzig nun noch ein Jahr zugucken und darauf hoffen darf, dass er RB noch mal zu einer guten Saison verhilft.

Bei dem Wechsel gibt es zwei Gewinner. RB verdient noch ein paar mehr Euro als man in einem Jahr gekriegt hätte, ohne auf die fußballerische Qualität von Keita verzichten zu müssen. Und Liverpool hate einen Spieler sicher, den man nächsten Sommer vielleicht gar nicht mehr gekriegt hätte. Ob es für Keita die richtige Wahl war, sich schon jetzt für einen Klub zu entscheiden, muss er selber wissen. Finanziell versüßt wird man ihm die Entscheidung schon haben.

Nils Quaschner

Ein paar Zeilen seien auch noch Nils Quaschner gewidmet. Der ist hier im Sommer aus irgendeinem Grund durchgerutscht. Eigentlich sollte Quaschner im Januar 2015 schon nach Leipzig kommen. Damals scheiterte der Transfer aber an Bedenken der UEFA. Weil es verboten ist, dass ein Spieler in drei verschiedenen Vereinen in einer Saison spielt. Und Leipzig nach Liefering und Salzburg der dritte Verein in jener Spielzeit gewesen wäre. Wobei die Frage war, ob Liefering und Salzburg überhaupt als zwei Vereine gelten, weil es aufgrund spezifisch österreichischer Bestimmungen möglich ist, für seinen Heimatverein und eine Art Leihverein gleichzeitig aufzulaufen (wie hierzulande im normalen Team und der angeschlossenen U23). Da man sich aber auf keine juristische Auseinandersetzung einlassen wollte, verzichtete man auf den Transfer.

Ein halbes Jahr später kam Quaschner dann doch mit Verspätung. War aber in der Aufstiegssaison in Leipzig lediglich so etwas wie das fünfte Rad am Wagen. Viel Einsatzzeit bekam er nicht. Viel glänzen konnte er auch nicht. Und so war es logisch, dass er vor einem Jahr nach Bochum verliehen wurde. Dort schien es zwischenzeitlich für ihn gut zu laufen. Er fühlte sich wohl und wäre auch gern geblieben. Aber Richtung Saisonende schlug die Stimmung vereinsseits ein wenig um und Quaschner gehörte zu den Spielern, die man eher als Bremse ansah, sodass man die vereinbarte Kaufoption nicht zog.

In Leipzig hatte er aber auch keine Perspektive mehr, schließlich war hier inzwischen ein Champions-League-Team entstanden. Und so war die einzig logische Konsequenz, dass man sich entschied, getrennte Wege zu gehen. Bielefeld ist die neue Heimat für den Stürmer. Dort ist er aber auch noch nicht so richtig angekommen. Anfangs nicht im Team, danach wieder mal verletzt. Die Karriere des Nils Quaschner will irgendwie noch nicht so richtig durchstarten.

Wobei er halt auch immer noch erst 23 Jahre alt ist. Für einen Stürmer ist das noch ein sehr junges Alter. Quaschner bring viel mit, um zumindest ein guter Zweitligastürmer zu werden. Er hat eine ordentliche Physis, Abschlussqualitäten und auch die Fähigkeit, immer mal wieder auf den Flügel auszuweichen. Andererseits ist die Vielseitigkeit vielleicht auch ein bisschen sein Problem. Der ganz große Dribbler ist er nicht. Im Torabschluss fehlt es ihm auch ein Stück. Und die Physis reicht gegen solide Zweitligaabwehrreihen bisher auch nicht unbedingt.

Man weiß noch nicht so recht, ob es eher ein Khedira-Phänomen (Rani) ist, wo eine klare Spezialbegabung fehlt und das halt natürliche Grenzen vorgibt oder ob Quaschner quasi in Niederlechners Spuren den Durchbruch auch noch schaffen kann. Die vier Tore und fünf Vorlagen in rund 2.000 Zweitligaspielminuten in den letzten zwei Jahren sind jedenfalls ausbaubedürftig, wenn Nils Quaschner noch mal stärker auf sich aufmerksam machen will.

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Adios Oliver, mögen Deine Träume in England in Erfüllung gehen. | Foto: GEPA Pictures - Roger Petzsche
Foto: GEPA Pictures – Roger Petzsche

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3 Gedanken zu „Transfers: Kevin Kampl, Oliver Burke, Naby Keita, Nils Quaschner“

  1. „die vergleichsweise kleine Ausstiegsklausel von 55 Millionen Euro“
    Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Auch das wäre noch eine der größten Transfersummen, die die Bundesliga je gesehen hat, meines Wissens haben z.B. die Bayern auch noch nie so viel Geld für einen Spieler ausgegeben.
    Und das alles für einen zwar genialen aber auch noch sehr jungen Spieler, der sich noch so oder so entwickeln kann.
    Ich freue mich aber auf die Gelegenheiten, ihn noch Live im Stadion zu sehen, denn es ist eigentlich immer ein Genuss. Schon im Spätsommer letzten Jahres meinte ich, „der spielt in 2 Jahren bei einem der ganz großen Vereine“. Nun gut, jetzt ist es „nur“ Liverpool. Aber ich meinte ja auch, Werner spielt in 2 Jahren bei den Bayern. Hoffentlich können wir ihn halten…

  2. @PeterM
    Es wird in der Tat spannend zu beobachten, wenn der FC Bayern München von uns gestresst sein wird und auf dem Transfermarkt zu langt.
    Da es aber eine sehr innige Verbindung von Uli H. und Didi M. gibt, siehe Basketballarena München, kann ich mir vorstellen, daß es uns nicht so schlimm treffen wird, wie TSG, BVB oder Bremen. Ich bin dahingehend echt optimistisch.
    Das heisst nicht, daß auch andere Vereine bei entsprechender Leistung anklopfen.
    Aber das ist ja im Grunde auch ein Kompliment und man wollte doch genau dahin.
    Liegt dann an RR und den Spielern.
    Bei Keita haben die Verantworltichen alles richtig gemacht.
    Aber was soll er in der WP schon dort (s. Presse), wenn er bei Pool keine CL spielen darf.

    Ich freue mich auch auf ihn und seine „Abschiedstournee“ im Rasenballsportdress.

  3. Es wurde einfach Zeit, dass das zum allgemeinen Unmut gewordenen Wort „Transferfenster“ vorerst in unseren Fußballkreisen kein Durcheinander mehr zulässt, wie es der „RBB“ in einer sehr sachlichen Art beschrieben hat und dabei auch fairerweise „sehr offen“ manch eigene Handlungen beschrieb, die zum Nachdenken anregten! Er erinnerte daran, dass z.B. die Leipziger Club-Oberen nicht einen Leistungsträger in dieser Periode zu Geld machen wollten, vergaß aber dabei an Keita zu denken, der praktisch noch in Leipzig spielt, doch schon verkauft ist. Das ist ein Fall, der kaum woanders zu registrieren war! Andererseits war man froh, wie leicht man Spieler, die bei ihrer Begrüßung mit Vorschusslorbeeren praktisch überschüttet wurden, doch enttäuschten bzw. kaum Chancen erhielten, ihr Können durch entsprechende Einsatzzeiten auch zu beweisen, auf diese Art und Weise wieder „losgeworden“ oder einfach verliehen haben. In anderen Vereinen wurde das stark kritisiert, wobei schon mancher Manager dafür seinen Hut nehmen musste!

    Nun merken auch langsam die internationalen Verbände, wie verwerflich es war, einfach solche irren Transfersummen, wie z. B. Bei Neymar oder Dembèle` zuzulassen, weil das natürlich bis hinunter in die unteren Klassen entsprechende Nachahmer auf den Plan riefen! In Leipzig hofft man nun, möglichst durch gute Ergebnisse bei den Punktspielen sich für die CL zu qualifizieren, damit allein durch die dann erhaltenen günstigen Fernsehgelder der Etat aufgebessert werden kann.

    Trotzdem wird mit Sicherheit der teuerste Schotte, O. Burke, in Leipzig nach seiner „komischen Abwicklung“ dann vermisst werden, wenn bei den „RaBa“- Akteuren im Sturm die Säge klemmt….

    Ein paar wirklich nicht nachzuvollziehende Einzelbeispiele, von den bekannten Superstars abgesehen, sollen nachfolgend genannt werden, wie irrsinnig einige andere Transfers abgewickelt wurden:

    Beispiel 1:
    Wie es viele andere Vereine auch immer begründen, verlieh der VfB Stuttgart den 18 (!)-jährigen ghanaischen Sarpei zu einem relativ unbekannten Erstligisten in die Slowakei, nachdem der fast schon gelaufene Leih-Wechsel im August 2017 wegen einer fehlenden Arbeitserlaubnis in einen relativ unbekannten niederländischen Verein wieder platzte. Wie kann dieser seit August 2016 in Stuttgart angeheuerte Junge Erfahrungen sammeln, wenn er praktisch nur hin- und hergeschoben wird?

    Beispiel 2:
    Vor einem Jahr wurde der 22-jährige Spanier Rodriguez vom FSV Mainz 05 vom türkischen Club G. Istanbul für etwa 2 Millionen € gekauft und in der zweiten Saison (!) zum spanischen Club, FC Malaga, ausgeliehen. Nach seiner Rückkehr nach Mainz, wurde das frühere Talent von Real Madrid nach Tel Aviv ausgeliehen, wo eine spätere Kaufoption möglich wäre! Nun wird die Mainzer Führung hoffen, durch gute Leistungen seines eigentlichen Schützlings später „Kasse zu machen“, statt mit ihm die Bundesliga aufzumischen!

    Beispiel 3:
    Der FC Bayern „schlug bekanntlich für sehr viel Geld zu“ und einem wahnsinnig langen Vertrag bis 2021 (!) zu, als der langhaarige 18- jährige Portugiese, Sanches, bei der letzten Europameisterschaft 2016 durch gute Leistungen positiv auffiel. Lt. den Bayern konnte er aber sich nicht durchsetzen und verliehen ihn deshalb für ein Jahr zu Swansea City nach England. Auch so kann man einen teuren Fehleinkauf vertuschen und gleichzeitig dabei öffentlich die wilden und völlig überzogenen Transfers und sowie das Verleihen kritisieren…… Übrigens würde sich am besten auch meist auf der Ersatzbank sitzende Franzose Coman von den Bayern längst wieder lösen, was allerdings aufgrund seines Vertrages bis 2020 (!) aber nicht möglich ist.

    Beispiel 4:
    Das Durcheinander bei Schalke 04 dokumentiert, wie ein völliges Durcheinander in einem Club mit hohen und treuen Zuschauerpotential plötzlich erschüttert werden kann. Für die 19 Abgänge wird erwartet, dass die 9 Zugänge für eine erfolgreichere Saison sorgen, die mit internationalen Aufgaben enden sollen! 30 Stunden nach deutschem Transferabschluss wurde dabei der Ex- Jugendauswahlspieler Geis, Vertrag bis 2019, bis 2018 an den FC Sevilla verliehen….Nach seiner Verplichtung von Mainz für ca. 10 Millionen € (!) vor zwei Jahren war er in der letzten Saison nicht eine Minute in der vergangenen Saison auf dem Platz. Auch die nicht gerade unbekannten Badstuber, Höwedes, Sam oder Aogo suchten u.a. das Weite!

    Insgesamt hat man als Beobachter einfach das Gefühl, nur noch Konsument für die fast unüberschaubar hohen Wechselsummen für die Verkäufe oder das Verleihen zu sein, statt die jeweils erreichten Ergebnisse bei den Pflichtspielen in allen Ligen auszuwerten! Nicht zu vergessen sind die nur schwer zu bekämpfenden Ausschreitungen in den Stadien, die mit Sicherheit mit diesem ausufernden Beträgen u.a. auch im Zusammenhang stehen.

    Noch einmal: Mit einem jeweils maximalen Vertragsabschluss von zwei (!) Jahren, in der alle aufkommenden Unzulänglichkeiten zu keinem riesigen Nachteil eines Partners geregelt werden könnte und dieses Anlocken von Interessenten durch Zahlungen von Unsummen automatisch verhindert, wäre mit einem Schlag das Ausufern beendet! Die jeweiligen Verbände sollten dabei trotzdem auftretende Verfehlungen sofort sanktionieren!

    So einfach kann das sein……..

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