Bundesliga: RB Leipzig vs. SC Freiburg 4:1

Zweiter Spieltag in der Bundesliga. Nach der Auftaktniederlage auf Schalke war dann doch schon irgendwie ein wenig Druck auf dem Ergebniskessel. Der schien zur Pause bei einem 0:1-Rückstand sogar noch größer zu werden. Am Ende stand allerdings ein auch in der Höhe verdienter 4:1-Erfolg, den sich RB vor allem durch einen überzeugenden Offensivauftritt verdiente, bei dem lediglich die Chancenverwertung bis zur Pause nicht stimmte.

In die Partie gegangen war RB Leipzig ohne Yussuf Poulen. Der fiel kurzfristig verletzt aus und wird auch nicht zur dänischen Nationalelf reisen. Für ihn kam Jean-Kevin Augustin zu seinem ersten Startelfeinsatz. Zudem stand Emil Forsberg nach überstandener Angina wieder in der Startelf. Auch Diego Demme feierte sein Comeback nach Knieverletzung. Dafür saßen Stefan Ilsanker und Konrad Laimer nur auf der Bank. Organisiert war das Team im klassischen 4-2-2-2.

Christian Streich nahm beim SC Freiburg lediglich eine Änderung vor. Marco Terrazzino kam für Tim Kleindienst in die Mannschaft. Das ganze war als 3-4-3 organisiert (und fiel in der Rückwärtsbewegung zu einem 5-4-1 zusammen) und wurde durchaus recht mutig und gegen den Ball eher offensiv interpretiert. Sprich, wenn einer der RB-Innenverteidiger den Ball hatte, rückte der jeweils äußere Spieler der offensiven Dreierreihe (also Terrazzino oder Niederlechner) ihm auf die Pelle. Haberer stand derweil etwas tiefer und stellte die Passoptionen durch die Mitte zu. Und wenn der Ball nach außen gehen sollte, rückten dort Günter und Stenzel heraus.

Durch dieses konsequente Anlaufen des RB-Spielaufbaus war es den Leipzigern kaum möglich, den Ball vernünftig von hinten rauszuspielen. Oft ging der Ball zwischen Torwart und Innenverteidigern hin und her, bis er dann doch lang abgeschlagen wurde, weil die Innenverteidiger zugestellt wurden.

Das RB-Spiel mit dem Ball wurde zwar so etwa verkompliziert, aber die Torgefahr nahm man den Gastgebern dadurch nicht. Denn wenn man dann den Ball doch mal in der gegnerischen Hälfte durch Eroberung, Passspiel oder lange Bälle in den eigenen Besitz bekam, brannte recht schnell und recht oft der Baum rund um den Freiburger Strafraum. Und im Gegensatz zum Schalke-Spiel kam man auch immer wieder in sehr gute Abschlusssituationen. Selbst wenn man im Spielverlauf immer wieder gute Gelegenheiten verpasste, den tiefen Pass auf einen einlaufenden Offensivspieler zu setzen.

Timo Werner hatte so auf Zuspiel von Demme schon sehr früh die Chance zur Führung. Der starke Augustin, Forsberg, Halstenberg oder noch mal Werner hatten mehr oder minder gute Chancen auf den Torerfolg. Nur in die Maschen wollte der Ball trotz guter Aktionen in dieser ersten Halbzeit nicht. Man ließ den Ball gut laufen, lief nicht in die Falle des offensiven Verteidigens der Freiburger, sondern kam immer wieder in guten Ballbesitz in des Gegners Hälfte, wo man sich gute Schusschancen erarbeitete. Sicherlich noch nicht perfekt im letzten Drittel, aber abgesehen von der Chancenverwertung schon sehr gut.

Freiburg auf der anderen Seite konnte zwei-, dreimal gute Angriffe über die Außenpositionen fahren. Da verteidigte RB manchmal nicht gut und konzentriert genug, selbst wenn Freiburg nur sehr selten durchkam. Einmal aber reichte es, als die RasenBallsportler Mitte der ersten Halbzeit auf der rechten Seite mehrmals die Möglichkeit zur Balleroberung verpassten. Terrazzino und Haberer spielten Doppelpass. Niederlechner schoss in der Mitte freistehend ein. Das 1:0 war nicht folgerichtig, aber der Lohn für einen taktisch ordentlichen Auftritt bis dahin.

Fußball ist ein Spiel, das ohne den Einsatz von Armen nicht denkbar wäre. | Foto: Dirk Hofmeister
Foto: Dirk Hofmeister

Mit diesem 1:0 ging es in die Kabine. Kaum was falsch gemacht bis dahin und eine gute Offensivpartie gespielt, aber trotzdem stand bei RB Leipzig auch nach der dritten Halbzeit der Saison die Null im Sturm. Ralph Hasenhüttl bekannte nach dem Spiel, dass das für die Mannschaft durchaus eine schwere Situation war, dass man sich aber vornahm, nach der Pause einfach so weiterzumachen. Nun, das glückte nicht so richtig, denn nun fielen plötzlich RB-Tore..

Dabei hatte man das Glück, dass die Wende bereits nach reichlich zwei Minuten in der zweiten Halbzeit eingeleitet wurde. Ecke Forsberg, Kopfball Werner. 1:1. Völlig verdient. Denn die Vehemenz, mit der RB Leipzig jetzt den Freiburger Strafraum bestürmte, war selbst im Vergleich mit der auch schon guten ersten Halbzeit noch mal eine ganz eigene Welt. Der SC kam nun gar nicht mehr aus der eigenen Hälfte. Welle auf Welle rollte auf das Gäste-Tor zu. Fast schon folgerichtig, dass Willi Orban nach 55 Minuten eine Augustin-Hereingabe in die Maschen drückte.

Nach 60 Minuten ließ der Druck der RasenBallsportler dann erst mal nach. Freiburg durfte nun auch wieder ein bisschen Ballbesitz haben. Doch so richtig viel Gefahr sprang für die restliche Spielzeit dabei nicht mehr heraus. RB hatte Spiel und Gegner im Griff. Auch weil Niederlechner zu diesem Zeitpunkt den Platz verletzt schon verlassen hatte. Grifo und Philipp in der Sommerpause gewechselt. Niederlechner verletzt raus. Dem SC fehlte in großen Teilen der zweiten Halbzeit mal eben fast komplett die Offensivreihe, wegen der man sich letzte Saison Platz 7 gesichert hatte.

Nach 70 Minuten begann dann RB Leipzig im Umkehrspiel mehr Räume zu kriegen. Die man auch ganz gut zu nutzen wusste. Werner erzielte nach 71 Minuten in typischer Werner-Manier das 3:1. Bruma erzielte ein paar Minuten später in einer für RB untypischen Manier, nämlich per Traumtreffer von der Strafraumkante aus der Drehung, das 4:1.

Als dann auch noch Höfler die gelb-rote Karte sah und Freiburg mit Viererkette verteidigte, drohte den Gästen sogar noch ein Debakel. Aber die RasenBallsportler hatten zu diesem Zeitpunkt schon genug und spielten sich lieber unbeschwert den Ball zu, um dann immer noch mal die Tiefe zu suchen, aber den entscheidenden Abschluss nicht mehr zu finden.

Fazit: Offensiv war es 90 Minuten lang eine absolut überzeugende Vorstellung von RB Leipzig. Während vor der Pause die Chancenverwertung noch nicht gut war, waren die 10 bis 15 Minuten nach der Pause von einer unglaublichen Vehemenz und Wucht geprägt. Was sich dann auch gleich in Toren niederschlug. Defensiv gab es zwei, drei Wackler, die den Erfolg in der ersten Halbzeit unnötig gefährdeten. Aber insgesamt gab es an diesem Spiel und der Antwort auf den Rückstand wenig zu meckern. Im Hinterkopf sollte man aber auch behalten, dass Freiburg in dieser frühen Saisonphase mit geschwächtem Kader und noch nicht komplett sitzenden Abläufen nicht der Maßstab für die kommenden Wochen sein dürfte. Spaß und Mut haben die 90 Minuten aus Gastgeber-Sicht trotzdem gemacht.

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Randbemerkung 1:Im Vergleich zur Vorsaison RB Leipzig nach zwei Spielen mit einem Punkt weniger. Gegen dieselben Gegner wie 2016/2017 holte man in dieser Saison bisher auch einen Punkt weniger. Nach zwei Spieltagen natürlich noch nicht so richtig aussagekräftig.

Randbemerkung 2: Knapp 39.300 Zuschauer beim Heimspielauftakt. Im Vergleich zu 41.400 vor ein paar Monaten. Die Hälfte des Minus resultiert daraus, dass im Gästeblock wesentlich weniger Betrieb war. Trotzdem bleiben offiziell rund 1.000 freie Plätze im Heimbereich. Beim Heimspielauftakt bei super Wetter. Das darf durchaus als kleine Enttäuschung durchgehen. Könnte natürlich auch mit dem Funktionieren der Ticketbörse zu tun haben. Zumindest wirkte das Stadion wesentlich voller und mit weniger leeren Plätze als letzte Saison bei manchem 40.000er- oder Ausverkauft-Besuch. Die Möglichkeit, nicht genutzte Karten offiziell weiterzuverkaufen, ist hinsichtlich der tatsächlichen Auslastung sicherlich positiv. Führt aber vermutlich auch dazu, dass die Plätze mit 50 Euro aufwärts sich noch mal um einiges schwieriger verkaufen lassen, weil man in der Ticketbörse eher nochmal ein Schnäppchen in B oder D oder den Randbereichen von A und C schießen kann. Mal als vorläufige These formuliert.

Randbemerkung 3: Zwei Neuerungen vor dem Spiel. Man spielt nun die Vereinshymne des Gastes (habe ich nicht selbst gehört, nur gelesen) und man leistet sich eine Kiss Cam. Vom Abspielen der Vereinshymne kann man halten, was man will. Ich persönlich finde es eher befremdlich (genauso befremdlich wie in Mainz die eigenen Spielernamen mitschreien zu sollen oder zu dürfen) und bräuchte das nicht. Respekt vor dem Gegner kann man auch anders und viel alltäglicher und weniger plakativ zeigen. Noch viel weniger bräuchte ich allerdings die Kiss Cam. Wenn sie auch künftig dann läuft, wenn ich noch nicht auf meinem Platz bin, würde ich das sehr begrüßen. Alternativ könnte man vielleicht den Verursacher MDR Jump schließen.^^

Randbemerkung 4: Am Ende des Spiels spielten Forsberg und Sabitzer plötzlich Doppelspitze. Sabitzer und Forsberg! Nach Poulsens Verletzung besteht die Sturmabteilung bei RB nominell aber auch nur noch aus Augustin und Werner. Na gut und Palacios. Aber… Ach lassen wir das. Letztlich bleibt der Fakt, dass RB im Sturm nach dem Burke-Abgang sehr dünn besetzt ist. Dort gar nichts mehr zu tun und zu hoffen, dass ein Sabitzer (der auf der Zehn so wertvoll ist) das auch spielen kann und schon gespielt hat, wäre kaderplanungstechnisch vielleicht ein wenig abenteuerlich. Aktuell scheint es aber auf diese Variante hinauszulaufen, wenn die Gerüchte um ein Interesse an Leverkusens Kampl stimmen.

Randbemerkung 5: Drei Punkte nach zwei Spielen, dazu das Weiterkommen im DFB-Pokal. Insgesamt darf man den Saisonstart wohl als gut bezeichnen. Man hat gegen Schalke ordentlich mit dem Ball gespielt, aber zu wenig Gefahr vor dem Tor produziert. Und man hat gegen Freiburg ein offenisv phasenweise durchaus beeindruckendes Spiel abgezogen. Hätte natürlich ein Punkt mehr sein dürfen (der auf Schalke absolut drin lag), aber es bleibt beim Blick auf die Leistungen mehr positives als negatives nach drei Pflichtspielen. Und man konnte mit dem Sieg gegen Freiburg auch den schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte umgehen. Ist doch auch was.

Randbemerkung 6: An Dayot Upamecano scheiden sich aktuell ein wenig die Geister. Ralph Hasenhüttl lobte ihn nach der Partie überschwänglich. Fanseits sieht man durchaus auch die Unsicherheiten im Passspiel oder bei manchem Dribbling oder beim Zweikampfverhalten beim Elfmeter auf Schalke. Auch gegen Freiburg ließen manch ungenauer Pass in die Mitte oder ein, zwei eher gewagte Dribblings aus der Innenverteidigerposition heraus das Publikum raunen. Dazu kamen mehrmals Pässe quer über das ganze Feld zum isolierten Klostermann, der sich aufgrund des langen Passweges schon bei der Ballannahme Gegnerdruck ausgesetzt sah und dadurch mehrmals in Schwierigkeiten kam. Auf der anderen Seite ist Upamecano eine absolute Zweikampfmaschine, die auf Strecke zudem gegen keinen Spieler der Liga Geschwindigkeitsnachteile hat. Er ist bisher mit Abstand der beste Zweikämpfer bei RB. In der Bundesliga haben nur fünf Spieler eine bessere Zweikampfquote. Vergleichbar von der Anzahl der Zweikämpfe und der Einsatzzeit her ist aber nur Dortmunds Marc Bartra, der eine etwa bessere Quote hat. Upamecano ist schon jetzt eine absolute Granate in der Innenverteidigung. Eine, die manchmal noch die falsche Entscheidung trifft. Aber eben auch eine, deren Potenzial deutlich über jenes von Orban und Compper hinausgeht. Wenn man von diesem Potenzial etwas haben will, muss man ihn spielen und Entscheidungsmanagement lernen lassen. Zumal er eben im Zweikampf schon jetzt Vorteile gegenüber der Konkurrenz im Team hat. Dafür muss man auch mal einen Fehler und ein Raunen im Publikum in Kauf nehmen. (18 ist der Junge, das muss man sich immer mal vor sich hin murmeln..)

Randbemerkung 7: 29 Torschüsse für RB in 90 Minuten. Ralph Hasenhüttl ritt nach dem Spiel zurecht auf diesem Wert herum. Denn das ist einfach sehr viel, zumal 20 Abschlüsse von innerhalb des Strafraums kamen. Da hätten auch gut und gern noch mehr als die vier Tore herausspringen können, die man geschossen hat.

Randbemerkung 8: Timo Werner mit seinem ersten Doppelpack der Saison. Gegen den SC Freiburg hat er nun in acht Pflichtspielen bereits acht Treffer erzielt. Allein in den drei Spielen mit RB waren das bisher schon fünf. 12:2 Tore stehen für Leipzig in drei Bundesliga-Spielen gegen Freiburg zu Buche.

Randbemerkung 9: Zu „Krösussen in Europa“ hat Christian Streich RB Leipzig vor dem Spiel mal eben gemacht. Kleiner ging es offenbar nicht. Klar, dass aus Freiburger Sicht ein Verein wie RB wirtschaftlich eine andere Dimension ist. Aber in Deutschland liegt Leipzig weiterhin nicht unter den Top 3 bei Einnahmen und Ausgaben. Geschätzt dürfte die ausgelagerte Kapitalgesellschaft umsatztechnisch so um Platz 6 herum liegen (irgendwann, wenn dann die Zahlen einsehbar sind, wird man das genauer einordnen können). Leipzig ist schon in Deutschland wirtschaftlich (noch) weit von der Spitze weg. Das gilt für den europäischen Vergleich noch viel mehr. Ich fand es bei Streich schon letzte Saison seltsam, dass er vor den Spielen und nach den Spielen Leipzig in eine andere sportliche Dimension stellte, gegen die man nicht bestehen könne. So würde man doch auch nicht nach Gelsenkirchen, Hoffenheim, Leverkusen oder Mönchengladbach fahren. Teams, mit denen man RB von ihren aktuellen sportlichen und wirtschaftlichen Potenzialen her vergleichen kann. Seltsam, dass der Freiburger Coach bei RB so einen Unterschied ausmacht. Aber zumindest die Ergebnisse der letzten drei Spiele gegeneiander geben ihm Recht..

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Lichtblicke:

  • Diego Demme: Nach dem Keita-Foul im Trainingslager hatte es erstaunlich lange gedauert, bis Demme wieder auf dem Platz steht. Gegen Freiburg war es sein erster Einsatz in dieser Saison. Einer, der so wirkte, als wäre er schon wieder bei 100% und mehr. Absoluter Kopf im Mittelfelf. Immer einen Blick für die Anspielstation. Nicht nur in der Breite, sondern auch in der Tiefe. Vier Torschüsse direkt vorbereitet. Zweimal selbst geschossen. Und das als jener Sechser, der eigentlich der tiefere der beiden ist. Dem Spiel viel Stabilität und mit dem Ball Struktur gegeben. Gute Zweikampfgestaltung. Gute Passquote. Toller Auftritt jenes Akteurs, dessen Fehlen man auf Schalke durchaus merkte.
  • Jean-Kevin Augustin: Ersetzte den verletzten Poulsen. Und zeigte gleich, was für ein guter Ersatz er ist und dass er es Poulsen schwer machen wird, Stammspieler zu bleiben. Während Poulsen Bälle über seine Physis festmacht, sichert sie Augustin über seine Technik. Hat guten Zug zum Tor und kann sich Chancen auch mal selbst erarbeiten. Hat in der Ballverarbeitung aber auch immer den Blick für den Mitspieler. Zwei Assists steuerte er in seinem ersten Spiel bei. Dreimal war er nah dran am eigenen Torerfolg. Arbeitete lange auch sehr gut mit gegen den Ball. Ballsicher. Zweikampfstark. Das hat Potenzial für viele gute Auftritte im RB-Trikot.
  • Timo Werner: Mit zwei Toren mal wieder der Matchwinner. Wieder mal auch per Kopf nach Ecke erfolgreich. Hinsichtlich seines Kopfballspiels wird der Stürmer ja gern mal unterschätzt. Während Werner in den letzten Spielen noch oft mit schlechten Laufwegen glänzte und entsprechend viel in Abseitsposition unterwegs war, bewegte er sich diesmal wieder sehr gut an der Linie, war dadurch permanent anspielbar und eine Waffe in der Tiefe. Hatte ein paar gute Läufe, war aber auch immer mal eine gute Option bei der Ballzirkulation. Sechs Torschüsse, zwei Tore. Quotentechnisch schon wieder auf Vorjahresniveau. Mit Standing Ovations verabschiedet. Wegen der sportlichen Leistungen. Aber auch einfach so als Unterstützung der Person Werner.

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Tore: 0:1 Niederlechner (23.), 1:1 Werner (48.), 2:1 Orban (55.), 3:1 Werner (69.), 4:1 Bruma (78.)

Aufstellung RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Orban, Upamecano, Halstenberg – Demme (80. Laimer), Keita – Sabitzer, Forsberg – Augustin (76. Bruma), Werner (83. Kaiser); Bank: Mvogo, Bernardo, Compper, Ilsanker; Nicht im Kader: Poulsen (verletzt), Coltorti, Köhn, Konaté, Palacios, Abouchabaka, Kühn

Aufstellung SC Freiburg: Schwolow – Lienhart, Schuster, Kempf – Stenzel, Höfler, Frantz, Günter – Niederlechner (52. Bulut), Haberer (70. Petersen), Terrazzino (70. Kath)

Schiedsrichter: Christian Dingert (Insgesamt eine ordentliche Partie. Gerade in Hälfte 2 aber auch ein paar diskutable Zweikampfentscheidungen. Die erste gelbe Karte gegen Höfler war aus Stadionsicht(!) ähnlich schwer nachzuvollziehen wie die gegen Orban. Beim Zweikampf mit Augustin in der ersten Halbzeit nicht auf Elfer zu entscheiden, war aus Stadionsicht vertretbar. Das schien dadurch belegt zu werden, dass der Videoassistent keine andere Wahrnehmung hatte. Auch nach der Einführung des Videobeweises bleiben natürlich die Diskussionen, wie Zweikämpfe im Strafraum (Stichwort Upamecano letzte Woche) zu bewerten sind. Da ist der Videoref kein Allheilmittel, sondern nur jener, der krasse Fehlentscheidungen (Elfmeterpfiff, obwohl kein Kontakt vorlag beispielsweise) korrigiert. Der Unterschied zwischen Upa letzte Woche und Augustin diese Woche bestand aus Stadionsicht darin, dass Upa mit Geschwindigkeit seitlich von hinten kommt, während der Augustin-Zweikampf von der Seite geführt wird. Von daher erschien der Nichtpfiff aus Stadionsicht logisch. Aus Videobeweissicht schon weniger, denn in der Zeitlupe sieht man ein klares Stoßen bzw. Wegschieben mit dem Arm gegen Augustin. Noch mal zum Verständnis: Der Videoassistent greift mit seiner Meinung nur helfend  und verändernd ein, wenn eine klare Fehlentscheidung vorlag. Das tat sie bei Upamecano letzte Woche definitiv nicht. In dieser Woche bei Augustin würde ich eher dazu tendieren, dass ein Nichtpfiff in dieser Situation eine klare Fehlentscheidung ist (wobei man dann auch fragen kann, ob die Aktion von Augustin vor dem 3:1 nicht auch Foul war). Sah der Videoreferee nicht so. Was vielleicht auch nur zeigt, dass es auch beim Videobeweis Graubereiche gibt, was eine klare Fehlentscheidung ist und was nicht. Generell funktionierte der Videobeweis vom Prinzip und zeitlichen Ablauf her aber auch in diesem Spiel wieder gut. Für Stadiongänger ist es natürlich weiterhin eine ungewohnte und sehr gewöhnungsbedürftige Situation, dass man bei einem Treffer wie dem zum 3:1 erst mal 20, 30 Sekunden warten muss, bis der Videoassistent sein OK gibt. Keine Ahnung, ob man sich daran irgendwann gewöhnt. Vor dem Fernseher stört mich das gar nicht, im Stadion fetzt es nicht wirklich.)

Gelbe Karten: – | Orban (1.), Demme (1.)

Zuschauer: 39.265 (davon 600 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, MDR-Bericht, SCF-Bericht, Kicker-Bericht, Pressekonferenz-Ticker

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  • Torschüsse: 29 : 7
  • Torschüsse innerhalb des Strafraums: 20 : 5
  • Schüsse auf das Tor: 11 : 2
  • gewonnene Zweikämpfe: 56,1% : 43,9%
  • Ballbesitz: 64,6% : 35,4%
  • Passquote: 86,0% : 72,0%
  • Laufstrecke: 112,8 km : 113,7 km
  • Sprints: 217 : 213
  • Intensive Läufe: 592 : 655
  • Fouls: 10 : 11
  • Ecken: 8 : 2
  • Abseits: 1 : 1
  • Meiste Torschüsse: Werner: 6 – Niederlechner: 4
  • Meiste Torschussvorlagen: Forsberg: 8 – Terrazzino: 2
  • Beste Zweikampfquote (mindestens 10 Zweikämpfe): Upamecano: 90,5% – Lienhart: 90,9%
  • Meiste Ballkontakte: Upamecano: 106 – Stenzel: 46
  • Beste Passquote (mindestens 20 Pässe): Forsberg: 94,4% – Schuster: 100,0%
  • Größte Laufstrecke: Klostermann: 11,3 km – Stenzel: 11,0 km
  • Meiste Sprints: Klostermann: 35 – Günter: 31

Statistiken von bundesliga.de, whoscored.com

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Saisontorschützen: Werner – 2, Orban; Bruma – je 1

Saisonvorlagengeber: Augustin – 2; Forsberg, Halstenberg – je 1

Saisontorbeteiligungen (Entstehung des Tors jenseits der direkten Vorlage): Demme, Gulasci, Keita, Forsberg, Sabitzer – je 1

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Bild: Dirk Hofmeister

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3 Gedanken zu „Bundesliga: RB Leipzig vs. SC Freiburg 4:1“

  1. Treffender hätte man das Spiel nicht beschreiben können.🖒👌
    Besonders die Ausführung zu Upa und Demme.war echt super wie er das Mittelfeld organisiert hat.
    Bruma hat übrigens schon bei der U 21 EM zwei so ne Granaten gezeigt .immer eine Lösung gegen tiefstehende Gegner.Der Junge weiss wo das Tor steht.

  2. Wie immer, eine sehr gute Analyse!
    Wobei, Dich auf der Kiss-Cam zu sehen, da würde das Stadion und das Internetz abgehen. Talentfrei eben oder 😉

    Randbemerkung 3
    Ich habe nix dagegen. Im Gegenteil. Ich finde es gut und wenn man sieht, wie die Freiburger Fans es gefeiert haben, dann hat RBL alles richtig gemacht. Tim Thölke die Namen des Gegners laut vorzulesen, wäre auch mMn des guten zu viel. Aber die Hymne der Gäste 30-40 Minuten vor Spielbeginn zeigt auch etwas Respekt.

    Schiedsrichter und Videobeweis.
    Ist schon im Stadion echt seltsam. Bei Augustin war es so, daß wir diskutierten, ob es einer wahr oder nicht. Dann kam der Griff an das Ohr und nun hieß es warten. Im Netz bzw bei @ColinasErben wurde geschrieben, wenn Dingert gepfiffen hätte, dann hätte es auch gezählt, weil es eben ein „Kann-Elfmeter“ war.
    2. Fall auchJika
    Da ich mehr in Richtung B im Sektor A sitze, dachte ich erst, es geht um Abseits, aber es wurde der Zweikampf bewertet. Es war „nur“ das 3:1, aber man stelle sich vor, es ist die 93. Minute zum Siegtor.
    Hallejulia!

    Bei den Lichtblicken war die Auswahl nicht so einfach. Am Ende sind die 3 verdient da drin. Upa, Sabitzer oder Bruma bekommen ihre Chance beim nächsten mal.

  3. Eine weitere Randbemerkung: Das uns nun auch bei RB durch den MDR dieser KissCam-Schwachsinn übergeholfen wird, ist ein weiter Ausweis der kulturellen Trostlosigkeit dieses Senders. Da sollten sich die RB-Verantwortlichen noch einmal überlegen, ob das wirklich sein muss. Die meisten Zuschauer kommen ins Stadion um Fußball zu sehen, guten Sport mitzuerleben und haben kein Interesse unfreiwillig Zeugen von diesem pseudofröhlichen Rummelunfug zu werden.

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