Transfers: Augustin, Nukan, Jung, Müller, Ernst

Weiter ging es in den letzten Wochen für RB Leipzig auf dem Transfermarkt. Mit der Verpflichtung von Jean-Kevin Augustin sei man auf Zugangsseite durch, so ließen die Verantwortlichen zuletzt immer wieder verlauten.

Das ist für den jetzigen Stand der Kaderplanung sicherlich richtig. Allerdings ist bis zum Schließen der Transferliste noch mehr als ein Monat Zeit. Da kann noch allerhand an Dingen passieren. Muss es nicht, aber auch ein Oliver Burke tauchte letztes Jahr erst kurz vor Toresschluss als Verpflichtungsmöglichkeit auf. Und die Lücken in der Kaderplanung entdeckte man in der Vorsaison auch erst spät in der Vorbereitung. Von daher ist es grundsätzlich gut, wenn man früh meint, den Kader komplett zu haben, weil man dann entspannter in die Welt schauen kann, aber man sollte auch niemals nie sagen. Dazu ist noch viel zu viel Zeit bis Anfang September.

Und dazu ist der Kader auch nicht unbedingt so breit besetzt, wie man es vielleicht denken würde. 20 + 4 ist die Zauberformel. Also 20 Profis plus 4 Nachwuchsspieler als Feldspielerkader. 24 Feldspieler ist ok (wenn man denn die vier Nachwuchsspieler mal komplett hat). Wie die vier Nachwuchsspieler im Fall der Fälle, dass sie gebraucht werden, reagieren und agieren, weiß man dabei aber nicht. Und auch bei den 20 Profis ist es nun nicht so, dass das 20 Spieler sind, die man ohne Reibungs- und Qualitätsverlust zu beliebigen Formationen zusammenwürfeln könnte. Sprich, 24 Feldspieler sind für drei Wettbewerbe sowieso kein extremer Riesenkader. Und was die Qualität in der Breite angesichts des Ziels, sich wieder für Europa zu qualifizieren, angeht, bleiben auch noch einige Fragezeichen.

Egal wie, der bisher und vielleicht ja auch endgültig letzte Neuzugang des Sommers war Jean-Kevin Augustin. Den RB Leipzig dann doch einigermaßen überraschend aus dem Hut zauberte. Ein Name, der in den Gerüchten der letzten Monate gar keine Rolle spielte.

In vielerlei Hinsicht ist der Franzose ein prototypischer Rangnick-Transfer. Nicht ganz billig, aber mit 20 Jahren sehr jung, eher unbekannt und entwicklungsfähig. Vor reichlich zwei Jahren feierte Jean-Kevin Augustin bei Paris Saint-Germain mit 17 sein Debüt in einem Pflichtspiel. Ein knappes Jahr zuvor war er bereits beim Testspiel bei RB Leipzig dabei, als die Franzosen gegen das Zorniger-Team mit 2:4 verloren.

Glücklich wurde Augustin zuletzt in Paris nicht mehr. Seit der Winterpause kam er gar nicht mehr zum Zuge. Vor Weihnachten brachte er es auf zehn Ligaspiele, davon nur eins von Beginn an. Ist natürlich auch schwierig, sich bei einem Team wie Paris Saint-Germain durchzusetzen, wo Spieler mit Markwerten von 20 Millionen Euro auf der Bank sitzen.

Die sportliche Situation von Jean-Kevin Augstin war der glückliche Umstand für Ralf Rangnick. Denn dadurch bekam man eine Chance beim Talent, der seinerseits bei RB gesehen haben dürfte, dass man jungen Spielern auch Einsatzzeit gibt. Irgendwas unter 15 Millionen Euro, also einen knappen Burke, soll Rangnick die Investition in den dritten Franzosen im Kader wert gewesen sein.

Gekriegt hat er dafür sehr viel vielversprechende Anlagen. Denn Augustin ist ein Stürmer mit guter Geschwindigkeit, der über sehr gute Fähigkeiten am Ball und im Dribbling, aber auch über sehr viel Zielstrebigkeit und Klasse beim Torabschluss verfügt. Einer, der für sein Alter schon ziemlich komplett ist und auch alles mitbringt, um ein guter und agressiver Pressingspieler zu sein.

Wenn man will, dann kann man in Augustin eine gute Mischung aus Timo Werner und Yussuf Poulsen bei etwas filigranerer Ballbehandlung sehen. Wobei ihm zu Werner ein Stück Geschwindigkeit und zu Poulsen ein Stück Physis fehlt. Aber Augustin weiß durchaus auch, wie man den Ball mit dem Rücken zum Tor annehmen und verarbeiten kann. Ein arbeitender Wühler wie Poulsen wird er in der extremen Form wohl trotzdem eher nicht.

Insgesamt ist der französische U21-Nationalspieler aber bereits ein sehr gutes, offensives Komplettpaket. Einer, bei dem man sich sehr gut vorstellen kann, dass er die Entwicklung nimmt, die in den 13 Millionen Euro bereits eingepreist ist. Einer, dessen Festplatte im Gegensatz zu der von Burke vor einem Jahr auch nicht leer, sondern schon ganz gut gefüllt scheint. Einer, der im  Sturm und wohl vor allem auch für Poulsen recht schnell zu einer echten Alternative werden dürfte. Und das sagt dann doch einiges über die Qualitäten von Augustin aus.

Ergänzt wird der Profikader in den kommenden Monaten permanent durch die U19-Akteure Elias Abouchabaka und Nicolas Kühn. Beide noch 17 Jahre und damit auch noch nicht mit Profiverträgen ausgestattet. Beides U17-Nationalspieler. Beide 2015 zu RB Leipzig gekommen (von Hertha BSC und Hannover 96). Abouchabaka war dabei damals derjenige, für den RB irgendwas um die 250.000 Euro in die Hand genommen hatte, weil die Familie damit gescheitert war, den Sohn mit juristischen Mitteln und Verbandshilfe aus seinem Vertrag bei Hertha herauszuholen.

Es wird interessant sein, wo die beiden mit regelmäßigem Profitraining in diesem Jahr hinschippern und wie ihnen das auch bei ihren wahrscheinlichen Einsätzen bei der U19 weiterhilft. Beides sind Offensivspieler, der eine etwas mehr Richtung Mittelfeld (Abouchabaka), der andere mehr Richtung Sturm (Kühn). Kühn fiel dabei auch mal damit auf, dass ihm im Dress der deutschen U17-Nationalmannschaft zwei Tore binnen nicht mal einer Minute gelangen.

Ansonsten ist es noch viel zu früh, über die beiden viel zu sagen. Man hat bei RB Leipzig in den letzten Jahren immer wieder Talente gesehen, die an die Profis herangeführt werden sollten, dort aus unterschiedlichen und nicht immer nur sportlichen Gründen aber nie landeten. Kühn und Abouchabaka bringen von ihren fußballerischen Qualitäten schon viel mit. Von ihrer ganzen Physis und ihrer Adaption des Spiels bei den Männern braucht es dann aber schon auch noch ein bisschen mehr. Gespannt darf man aber durchaus sein, was beim neuen Versuch, Talente schon mit 17 enger mit den Profis zu verzahnen, an Entwicklung herauskommen wird.

Viel zu tun hatte Ralf Rangnick in diesem Sommer und auch in den letzten Wochen vor allem auf Abgangsseite. Diverse Profis brauchten einen neuen Arbeitgeber. Anthony Jung beispielsweise stand nach seiner Leihe zum FC Ingolstadt sogar kurzzeitig wieder zum Training in Leipzig auf der Matte. Dann wechselte der Linksverteidiger allerdings weiter zu Bröndby IF, wo er auf Alexander Zorniger, Zsolt Kalmár und Benjamin Bellot, also auf alte Bekannte trifft. Eine kleine Leipziger Enklave, die sich da in Dänemark gebildet hat. Wie Kalmár ist Jung allerdings nur verliehen und würde in einem Jahr zu RB zurückkehren.

Bröndby Kopenhagen ist für Anthony Jung sicherlich eine gute Option. Dort trifft er auf einen Trainer, der ihn kennt und auch oft auf ihn setzte. Und er kriegt die Möglichkeit jene Einsätze zu erhalten, die er in den letzten zwei Jahren in Leipzig und Ingolstadt nur in überschaubarem Rahmen bekam.

Erstaunlich bei Anthony Jung ist, dass er noch bis 2019 Vertrag hat. Vor zwei Jahren erst hatte Rangnick an die Vertragslaufzeit noch mal drei Jahre rangehangen. Um drei Monate später Marcel Halstenberg zu holen und weitere neun Monate später Jung praktisch wegzuschicken. Geht halt auch bei Vereinen und nicht nur bei Spielern manchmal schnell, dass sie lange Verträge unterschreiben, aber diese dann plötzlich nicht mehr selber mit Leben erfüllen wollen..

Leihweise weg ist auch Atinc Nukan. Der Türke bleibt wie Massimo Bruno dort, wohin er auch letzte Saison schon ausgeliehen war, nämlich bei Besiktas Istanbul. 200.000 Euro Leihgebühr streicht RB Leipzig dafür ein. Für kommende Saison ist eine Kaufoption für 3.000.000 Euro in die Verträge eingebaut worden. Das wäre für RB ein Minusgeschäft, nachdem man einst 6.000.000 Euro zahlte. Aber so richtig glaubt man in Leipzig wohl auch nicht mehr, dass der Wert von Nukan noch mal ganz schnell nach oben geht.

In der letzten Saison jedenfalls war der 24-Jährige in den wichtigen Spielen bei Besiktas meist außen vor. Lediglich im Landespokal bekam er regelmäßig Einsätze, solange es noch nicht um allzu viel ging. Mal sehen, ob es diese Saison ein paar Minuten mehr werden und die Türken am Ende der Spielzeit das Geld tatsächlich auf den Tisch legen oder Nukan erst mal nach Leipzig zurückkehren müsste.

Noch ein Leihspieler, aber ein neuer ist Marius Müller. Der Keeper geht nach nur einem Jahr leihweise dahin zurück, wo er herkam, nämlich nach Kaiserslautern. Was ein spannendes Experiment ist. Denn gut gelitten sind Wechsel von Kaiserslautern nach Leipzig sowieso schon nicht. Dass einer, der nach Leipzig ging nun wieder in die Region zurückkehrt und dann auch nur leihweise, das dürfte zumindest ein paar Menschen im Stadion eher weniger gefallen. Wenn man bedenkt, dass Müller in seiner letzten Saison in Kaiserslautern auch sportlich nicht unumstritten war, dann braucht der 24-Jährige ein paar gute Nerven, um gut durch die Situation zu kommen.

Grundsätzlich stellt sich sowieso die Frage nach der Perspektive für Marius Müller. In Leipzig standen mit Peter Gulacsi und Yvon Mvogo zwei Keeper vor ihm. Möglich, dass Fabio Coltorti in einem Jahr aufhört und dadurch der Platz der Nummer 3 frei wird. Dann hat man mit Philipp Köhn aber auch noch ein Talent, das sicherlich auch nicht ewig Nummer 4 bleiben will. Gut denkbar aber auch, dass der Verlierer des Duelles zwischen Gulacsi und Mvogo in einem Jahr entnervt den Verein verlässt. Dann wäre wieder ein Platz frei recht weit oben in der Torhüterpyramide.

So richtig weiß man aber immer noch nicht, was die Idee mit Marius Müller war. Einer der vielen RB-Torhüter in den letzten Jahren, die mal ein Jahr oder etwas länger da waren und dann wieder verschwanden, ohne dass sie einen Eindruck hinterlassen konnten oder eine echte Chance kriegten. En bisschen wirkt es weiterhin so, als wäre Müller letzten Sommer für RB eine Art Notlösung gewesen, weil man die große Lösung nicht bekommen hatte und nun versucht man diese Idee, die nicht Fisch, nicht Fleisch war, wieder zu korrigieren. Aber vielleicht macht Müller nun in Kaiserslautern wie vor ihm beispielsweise auch ein Schwolow in der zweiten Liga einen Riesensprung und dann sieht kommenden Sommer alles ganz anders aus.

Nur der Form halber seien bei den ganzen Kaderveränderungen im Profibereich die Herren Kilian Senkbeil, Marc Dauter, Dominic Minz und Mert Yilmaz erwähnt. Alle 18 Jahre alt. Alle frisch gebackene Besitzer von Profiverträgen (bzw. Lizenzspielerverträgen wie es im DFL-Deutsch heißt). Das bedeutet im Fall dieser vier aber nicht so viel. Am Profitraining werden sie Stand heute nicht regelmäßig teilnehmen. Die allererste Reihe der förderungswürdigen Talente sind sie entsprechend nicht.

Ihre Verträge begründen sich im Erfüllen der Local-Player-Regel (mindestens vier Spieler im Profikader, die zwischen 15 und 21 drei Spielzeiten im eigenen Klub ausgebildet wurden) und der Vorschrift, dass jeder Verein zwölf deutsche Lizenzspieler unter Vertrag haben muss. Die vier sind sicherlich hinsichtlich ihrer Profiperspektiven nicht völlig chancenlos, aber mehr als Namen für den Hinterkopf sind es vorerst nicht. Zumal man noch nicht mal weiß, wie lange ihre Verträge laufen (laufen sie mindestens drei Jahre, könnte man sie in einem Jahr nach ihrer U19-Zeit noch verleihen) und ihre Verträge dem Verein nur eine kleine Meldung auf den Social-Media-Kanälen wert war.

Bleiben noch diverse Abgänge im Nachwuchsbereich bzw. im U23-Bereich. Bzw. auch wiederum nicht, denn mit Felix Beiersdorf verließ auch einer den Klub, der schon einen Profivertrag in der Tasche hat und vor einem Jahr in der Saisonvorbereitung auch bei den Profis teilweise mit unterwegs war. Noch vier Jahre läuft sein Vertrag in Leipzig. Chancen, kurzfristig bei den Profis eine Rolle zu spielen,  rechnete man dem 18-Jährigen aber nicht zu.

Deswegen wechselt er nun leihweise in die zweite Liga Österreichs zum SC Wiener Neustadt. Ein etwas überraschender Wechsel etwas weit ab vom Schuss. Vielleicht für das Mittelfeldtalent aber auch die Chance, weit weg von den perfekten Bedingungen von RB Leipzig noch mal neu anzufangen. In Leipzig wirkte er manchmal etwas überambitioniert und forderte schon in seinem ersten Testspiel mit den Profis jede Minute den Ball. Ist natürlich grundsätzlich positiv, immer viel zu wollen. Wenn aber dann Verstimmung daraus entsteht, dass man den Ball doch nicht in jedem Versuch kriegt oder man Dinge anders sieht als ein Trainer, dann wird es unproduktiv.

Für Beiersdorf gilt dasselbe wie für so viele andere Talente auch. Er ist fußballerisch sehr gut ausgebildet (Nachwuchsnationalspieler von U15 bis U18, aber letztmalig vor einem Jahr eingeladen), aber für den entscheidenden Schritt zu den Profis braucht es halt noch mehr als Talent. Die entsprechende körperliche Entwicklung, ein bisschen Glück und auch den entsprechenden Kopf. Mal sehen, ob Beiersdorf in Österreich einen neuen Anlauf nehmen kann, der ihn weiter bringt als bisher. Schließlich ist er auch immer noch erst 18.

Neben Agyemang Diawusie ist Felix Beiersdorf der einzige Spieler aus dem Nachwuchsbereich, der RB Leipzig nicht komplett verloren geht, sondern erst mal verliehen wird. Ansonsten sind alle Spieler der Jahrgänge 1998 und älter mal eben in einem Sommer abgegeben worden. Unter ihnen auch Dominik Franke, der beim VfL Wolfsburg eine neue Heimat fand.

Eine Heimat, die auch viel damit zu tun haben dürfte, dass es dort eine U23 gibt und in Leipzig nicht. Von den sonstigen Perspektiven hinsichtlich Einsatzzeiten bei den Profis und Entwicklungsmöglichkeiten ist Wolfsburg nämlich auch kein besserer Standort als Leipzig. Aber die Abmeldung der U23 von RB hat es Talenten wie Dominik Franke, die noch ohne Profivertrag waren, ermöglicht, sich ihren neuen Verein frei auszuwählen. Und in Wolfsburg findet Franke nun einen ambitionierten Verein, der ihm sicherlich Perspektiven aufgezeigt hat, wie man ihn langsam an die Bundesliga heranführen will.

Es bleibt schade, dass man ein Talent wie Franke verliert, der als einer der wenigen Nachwuchsakteure bei RB in der zweiten Jahreshälfte geboren ist, sich also trotz Altersnachteil im Gegensatz zu den Kollegen in den jeweiligen U-Jahrgangsstufen durchsetzen konnte. Dazu kam Franke 2011 aus Riesa, also sogar aus der Nähe von Leipzig und hätte Lokalkolorit in den Profiteil des Vereins bringen können. Nun bringt er diesen nach Wolfsburg, wo ja mit Maximilian Arnold bereits ein gebürtiger Riesaer spielt. 18 Jahre ist Franke erst alt. Noch viel Zeit, gerade auf der Außenverteidigerposition, um noch eine relativ große Karriere zu starten.

Ähnlich wie bei Dominik Franke liegt der Fall auch bei Kamil Wojtkowski. Auch er war letzte Saison mit der Möglichkeit bei den Profis immer mal mitzutrainieren und dann im Nachwuchs zu spielen, ganz zufrieden. Verliehen zu werden war für ihn dagegen keine Option. Weswegen er sich für einen Wechsel zurück nach Polen zu Wisla Krakau entschied. 19 Jahre. Recht großes Offensivtalent. Der Schritt zu den RB-Profis wäre hier und heute trotz einiger Bankplätze im letzten Jahr in der Bundesliga noch zu groß gewesen. Kann aber auch gut sein, dass man ihn mal irgendwann in der Bundesliga wiedersieht.

Nur am Rande erwähnt seinen Valentino Jovic, Tom Wallenstein, Alexander Vogel und Marcel Becher. Alle vier haben im RB-Nachwuchsbereich nicht die ganz großen Spuren hinterlassen. Keeper Jovic wechselt in die zweite Reihe des SV Sandhausen. Keeper Wallenstein geht in Amerika ans College. Abwehrmann Alexander Vogel wechselt nach Probetraining beim HFC nun in die fünfte Liga zum FC Eilenburg. Und Mittelfeldmann Becher (früher mal U16-Nationalspieler) geht sogar noch eine Liga tiefer in die sechste Liga zum FC Lößnitz.

Bleibt mit Henrik Ernst noch einer, dder mit den ganzen jungen Hüpfern nur die Mannschaft, aber nicht das Alter gemein hatte. Der Defensivallrounder kam 2011 zu RB Leipzig. Also in jenem Jahr, in dem Peter Pacult das Verpflichten von Sechsern zur zentralen Aufgabe seines Schaffens gemacht hatte. 24 Jahre alt war Ernst bei seinem Wechsel. 30 ist er nun, wenn er den Verein zurück Richtung Hannovers zweiter Mannschaft verlässt.

Henrik Ernst war zu seiner Zeit eine Art Diego Demme. Jedes Jahr war man der Meinung, dass jetzt aber jemand verpflichtet wurde, an dem er nicht vorbeikommt. Dazu kam noch, dass Ernst im Gegensatz zu manch anderen Herren nicht gerade einen klangvollen Namen hatte. Und doch bekam Ernst in Leipzig insgesamt einiges an Spielzeit. Dabei kam ihm entgegen, dass er nicht nur in der defensiven Mittelfeldzentrale, sondern auch als Innenverteidiger spielen konnte.

Vor allem unter Pacult war Henrik Ernst gesetzt. Bei Alexander Zorniger dauerte es dann doch ein Jahr bis er in der dritten Liga zum Stammspieler im zentralen Mittelfeld wurde. Bis er sich Anfang 2014 das Kreuzband riss. Ein Jahr lang setzte ihn das außer Gefecht. Als er wiederkam, spielte RB Leipzig bereits in der zweiten Liga, was den Anschluss nicht einfacher machte. Beim Übergang zu Ralf Rangnick fiel Ernst dann durch den Rost und wurde von der U23 aufgefangen. Dort gab er in den letzten zwei Spielzeiten für ein junges Team die Vaterfigur.

Insgesamt fast 140 Einsätze verbuchte Henrik Ernst im Dress von RB Leipzig. Und wie schon bei seiner Verpflichtung 2011 geht er eher leise durch die Hintertür. Fast ein bisschen arg ruhig für einen, der in Leipzig doch auch fast drei Jahre lang den Verein mit seiner ruhigen, aber verlässlichen Art auf durchaus sympathische Art mitprägte, der nach dem Wechsel von Benjamin Bellot der dienstälteste RB-Spieler und letzte Akteur aus der Pacult-Zeit war und an den man sich durchaus gern erinnert. Mögen ihm in Hannover noch ein paar gute Karrierejahre beschieden sein.

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Henrik Ernst, das letzte Überbleibsel aus der Pacult-Ära. | GEPA Pictures - Roger Petzsche
GEPA Pictures – Roger Petzsche

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2 Gedanken zu „Transfers: Augustin, Nukan, Jung, Müller, Ernst“

  1. Für Quaschner nicht mal ein „nur der Form halber“ oder „nur am Rande erwähnt“-Absatz übrig 😉

    1. Hehe. Den habe ich beim Schreiben dann offenbar völlig vergessen. Naja, hole ich beim nächsten Transferschwung nach, zusammen mit Keita.^^

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