Individuelle Zahlenrundumleuchte RB Leipzig 2016/2017 – Teil 1

Sommerpause. Zeit für die entsprechenden Rückblicke auf die erste Saison von RB Leipzig in der Bundesliga. Los geht es heute mit dem ersten Teil mit Zahlen rund um die eingesetzten Spieler von RB Leipzig. Betrachtet werden nur die 34 Bundesligaspiele und nicht das DFB-Pokalspiel in Dresden. Teil 2 des Zahlenrundumblicks folgt dann irgendwann demnächst.

Eingesetzt wurden bei RB Leipzig insgesamt 21 Spieler. Das sind im Vergleich zur Winterpause zwei mehr. Bzw. drei, denn Kyriakos Papadopoulos ist als Winterabgang in der Liste der RB-Spieler nicht mehr drin. Zum Einsatz kamen zusätzlich zu den Hinrundenspielern noch Fabio Coltorti, der aufgrund eines Gulacsi-Ausfalls dann doch noch zu seinem Bundesliga-Debüt kam. Eingesetzt wurde auch Dayot Upamecano, der nach seiner Verpflichtung im Winter immerhin reichlich 660 Minuten sammelte. Nicht zu vergessen ist zudem Federico Palacios, der sich mit seinem Treffer in Dortmund gleich in die RB-Geschichtsbücher hätte eintragen können, wenn der Trefffer denn gezählt hätte.

Aus dem Profikader gar nicht eingesetzt wurden Keeper Marius Müller und Ken Gipson (dessen Zugehörigkeit zum Profikader aber eher formaler Natur war). Genauso wie die U23-Spieler Dominik Franke, Kamil Wojtkowski, Benjamin Bellot und Patrick Strauß durften sie aber zumindest mal auf der Bank sitzen. Müller teilte sich diese Rolle ja mit Coltorti. Zu Einsätzen kamen von den Nachwuchsspielern bis auf Palacios, der nächste Saison komplett bei den Profis eingegliedert wird, niemand. Durchlässigkeit von unten nach oben ist weiterhin nicht das hervorstechendste Merkmal von RB Leipzig. Ist aber auch schwierig, wenn dein Profiteam in der Bundesliga auf Platz 2 unterwegs ist.

Kein RB-Spieler schaffte es in jedem Spiel eingesetzt zu werden. Peter Gulacsi und Stefan Ilsanker waren mit je 33 Spielen noch am nächsten dran. Witzigerweise standen mit Dominik Kaiser, Davie Selke und Benno Schmitz drei Spieler in jedem Spiel im Kader, die in Sachen Einsatzzeit eher hinterherliefen. Macht die Sache für Selke bspw. eher noch depremierender. An einer perfekten Spielzeit von 3060 Minuten war also kein RB-Spieler bis auf Peter Gulacsi sehr nah dran.

Neben Gulacsi kommen auch noch Willi Orban, Diego Demme und Marcel Halstenberg auf 90 Minuten pro Einsatz oder zumindest knapp in die Nähe der Zahl. Auch Bernardo stand in den Spielen, in denen er eingesetzt wurde, meist sehr lang auf dem Feld. Auf der anderen Seite stehen dann mit Selke, Khedira und Burke Spieler, die klassische Schlussphasenakteure waren. Auf Kaiser traf das in der Rückrunde ganz genauso zu.

Interessant vielleicht noch die Entwicklung bei den Offensivkräften Marcel Sabitzer, Timo Werner, Emil Forsberg und Naby Keita (wobei Keita zum Schluss meist auf der Sechs spielte). Vor der Winterpause bekamen die noch oft Ruhephasen in Form früher Auswechslungen. Nach der Winterpause erhöhte sich ihre Einsatzzeit pro Spiel teils deutlich. Statt um die 70 bis 75 Minuen pro Spiel liefen die Akteure nun alle über 80 Minuten pro Partie auf. Das spricht für eine gewisse Alternativlosigkeit und dafür, dass sich da gerade in der Offensive im Saisonverlauf eine deutliche Stammformation festgespielt hatte.

Wollte man sich aus den Einsatzzeiten ein Stammteam der Saison bauen, dann käme man auf folgende Formation: Gulacsi – Ilsanker, Orban, Compper, Halstenberg – Keita, Demme – Sabitzer, Forsberg – Werner, Poulsen. Ilsanker ist dabei derjenige, der seine Einsatzzeit dadurch bekam, dass er mal Sechser, mal Innenverteidiger und mal Rechtsverteidiger spielte. Bernardo fehlt hier in der Reihe zwar, aber ist mit seiner hohen Einsatzzeit so etwas wie der gleichberechtigte zwölfte Mann des Teams. Danach war die Lücke zu den anderen Spielern aber auch schon groß.

Macht elf gleichwertige Feldspieler. 16 bis 17 Spieler auf diesem Niveau hat man als Ziel für die kommende Saison ausgerufen. Kann jeder selbst die Differenz bilden. Wenn man Burke und vor allem Klostermann für die kommende Saison dazuzählen mag, dann bleiben allerdings auch nur noch 3, 4 auf hohem Niveau zu belegende Plätze.

[Sp = Anzahl der Spiele; Min = Einsatzminuten; Min/Sp = Einsatzminuten pro Spiel; Min HR = Einsatzminuten bis zur Winterpause; Min/Sp HR = Einsatzminuten pro Spiel bis zur Winterpause]

Spieler SpMinMin/SpMin HRMin/Sp HR
Peter Gulacsi33297090144090
Diego Demme32287090134890
Marcel Halstenberg30265789141689
Stefan Ilsanker33264780126979
Marcel Sabitzer32259581112375
Willi Orban28251790144090
Timo Werner31241778117473
Naby Keita3124077895468
Emil Forsberg30233678107772
Marvin Compper2520988487379
Yussuf Poulsen29205671119775
Bernardo2218918674483
Dominik Kaiser2510634372556
Benno Schmitz169906242260
Dayot Upamecano126675600
Oliver Burke256312526420
Davie Selke214522218519
Rani Khedira101631653
Lukas Klostermann190909090
Fabio Coltorti1909000
Federico Palacios2562800
Marius Müller00000
Ken Gipson00000
Dominik Franke00000
Kamil Wojtkowski00000
Benjamin Bellot00000
Patrick Strauß00000

Insgesamt konnten sich elf Akteure in die Torschützenliste bei RB Leipzig eintragen. Neun davon trafen mindestens zweimal. Timo Werner ist mit seinen unglaublichen 21 Toren natürlich Toptorjäger und Überlebensversicherung. Wahnsinn, aus was für Situationen und Winkeln Werner in dieser Saison Tore erzielen durfte. Man darf sich aber sicher sein, dass da auch mal wieder Durststrecken kommen. Dann hat man aber immer noch einen Stürmer, der extrem fleißig anläuft.

Gegenüber der Zeit vor der Winterpause hat Werner auch noch mal seine Torquote verbessert. Alle 115 Minuten traf er über die Saison gesehen ins Tor. Auch das im Ligavergleich ein Topwert. Von den Toptorjägern trafen nur Lewandowski und Aubameyang häufiger. 28,4% aller Werner-Torschüsse landeten am Ende im Tor. Auch dieser Wert hat sich im Vergleich zur Hinrunde noch mal verbessert und ist höher als jener von Aubameyang (26,7%), Modeste (24,8%) oder Lewandowski (21,0%) . Damit liegt er natürlich im RB-Universum abgesehen von Joker Davie Selke deutlich vor dem Rest.

In die Liste schießen konnte sich nach der Winterpause auch wieder Yussuf Poulsen. Vier Tore in den letzten sieben Spielen machten es möglich. Wenn er sich auf diesem Niveau stabilisiert, dann wird aus dem Dänen eine echte Wunderwaffe. Wichtig für das Team auch, dass man mit Sabitzer, Keita und Forsberg drei relativ stabil treffende Akteure hinter den Stürmern hat. Das war in der jüngeren Vergangenheit vor der Bundesliga nicht immer so.

[Tore = Anzahl der Tore der Saison; Min/Tor = Minuten pro Tor gesamte Saison; Chance = Chancenverwertung (Tore/Torschüsse) Tore HR = Tore bis zur Winterpause; Min/Tor HR = Minuten pro Tor bis zur Winterpause]

Spieler ToreMin/TorChanceTore HRMin/Tor HR
Timo Werner2111528,49130
Emil Forsberg829216,35215
Naby Keita830118,64239
Marcel Sabitzer832410,34281
Yussuf Poulsen541111,411197
Davie Selke411333,3293

Sieben Spieler bereiteten bisher jeweils mindestens drei Tore von RB Leipzig vor. Insgesamt gab es zwölf Torvorbereiter. Überragend natürlich dabei Emil Forsberg, der gleich 22 Tore direkt vorbereitete. Egal ob man das nun zu einem Bundesligarekord rechnet oder nicht, ist es ein unglaublicher Wert, mit dem sich der Schwede auf Anhieb in die Reihe der nahmhaftesten Vorbereiter der Liga in der jüngeren Vergangenheit einreiht. Eine Torvorbereitung alle 106 Minuten ist (auch dank Standards) schlicht Wahnsinn.

Auch Timo Werner hat sich gut in seine Rolle im Strafraum als Vorbereiter eingefunden. Er ist neben Naby Keita der Spieler, der die meisten RB-Tore auflegt. Verdeutlich auch noch mal die Wichtigkeit von Werner jenseits des eigenen Torerfolgs.

[Vorl = Anzahl der Vorlagen der Saison; Min/Vorl = Minuten pro Vorlage gesamte Saison; Vorl HR = Vorlagen bis zur Winterpause; Min/Vorl HR = Minuten pro Vorlage bis zur Winterpause]

Spieler VorlMin/VorlVorl HRMin/Vorl HR
Emil Forsberg221069120
Timo Werner92695235
Naby Keita83012477
Yussuf Poulsen63432599
Marcel Sabitzer55194281
Marcel Halstenberg38860
Diego Demme39573449

Insgesamt gleich 16(!) Spieler spielten vorletzte Pässe zu einem Torerfolg von RB Leipzig. Bis zur Winterpause waren es nur sieben gewesen. Könnte für größere Vielseitigkeit in der Spielanlage sprechen. Mag aber auch nur Zufall sein. Vier Spielern gelang das mindestens sechsmal, den vorletzten Pass zu spielen (alle anderen spielten maximal drei Vorvorlagen). Hier dreht dann neben Emil Forsberg auch Marcel Sabitzer noch mal richtig auf. Ein Spieler, der als Passoption immer  wichtig ist und der offenbar auch das Auge hat, Nebenspieler so einzusetzen, dass sich daraus Tore ergeben. Auch Diego Demme als eigentlich strafraumferner Spieler spielt hier ein Rolle. Selbst Timo Werner hatte nach der Winterpause drei Vorvorlagen im Gegensatz zu Null bis dahin. Was auch darauf verweist, dass Werners Rolle komplexer und vielschichtiger geworden ist als in der frühen Saisonphase. Ist aber vermutlich auch nötig bei der RB-Transformation zu einem System mit mehr Ballbesitzelementen.

[Vorvorl = Anzahl der vorletzten Pässe vor einem Tor in dieser Saison; Min/Vovorl = Minuten pro vorletztem Pass vor einem Tor in dieser Saison; Vorvorl HR = Anzahl der vorletzten Pässe vor einem Tor bis zur Winterpause; Min/Vorvorl HR = Minuten pro vorletztem Pass vor einem Tor bis zur Winterpause]

Spieler VorvorlMin/VorvorlVorvorl HRMin/Vorvorl HR
Emil Forsberg92608135
Marcel Sabitzer92885225
Naby Keita64013318
Diego Demme64785270

Wenn man alle Beteiligungen an Toren zusammenrechnet (also Tore, Vorlagen, Vorvorlagen und sonstige Beteiligungen zuvor an einem zu einem Tor führenden Angriff), dann bleibt Emil Forsberg der überragende Akteur. An 39 von insgesamt 66 Toren war der Schwede auf die eine odere andere Art, meist relativ direkt beteiligt (39 von 55 sind es, wenn man nur die Zeit nimmt, die Forsberg auf dem Platz stand). Alle 60 Minuten irgendeine Offensivaktion, die in einem Torerfolg mündet. Muss man gar nicht weiter kommentieren. Allerdings hat die Quote der Beteiligung an Toren bei Forsberg seit der Winterpause auch leicht abgenommen. Könnte darauf verweisen, dass ihn die gegnerischen Defensiven etwas besser in den Griff bekommen haben.

Extrem wichtig auch Timo Werner, Marcel Sabitzer und Naby Keita hinter Forsberg. Besonders Werner hat noch mal einen enormen Sprung gemacht vom Abschlussstürmer hin zu einem Akteur, der auch in die Ballzirkulation eingebunden ist und dort Tore mit vorbereitet. Auch bei Yussuf Poulsen sieht man diese Wichtigkeit, die sich vor allem in Ballsicherungen in der Offensive demonstriert.

Weiterhin stark auch die Rolle von Diego Demme. Als Akteur, der immer auf Ballhöhe eine Anspielstation in Drucksituationen darstellt und dann Bälle weiterverteilt, ist er automatisch an vielen Toren nicht ganz direkt, aber in der Entstehung beteiligt. Und auch Willi Orban demonstriert seine Stärken am Ball durch entsprechende Werte bei der Eröffnung von Spielzügen, die zu Toren führen. Wodurch er am Ende auf 13 Torbeteiligungen kommt.

Interessant auch die komplette Abwesenheit der Außenverteidiger Halstenberg, Bernardo und Schmitz. Gerade bei Halstenberg schwingt da durchaus eine kleine Enttäuschung mit, da er diesbezüglich in der Vorsaison noch wichtig war. Die Rolle der Außenverteidiger mag sich unter Hasenhüttl ein wenig verschoben haben. Dass sie so fast gar keine konkrete Rolle für die RB-Offensive spielen, ist dann aber doch etwas arg wenig.

[TB = Anzahl der Beteiligung am Torerfolg (Tore plus Assists plus Beteiligung an Torentstehung); Min/TB = Minuten pro Beteiligung an der Torentstehung; TB HR = Anzahl der Beteiligung am Torerfolg vor der Winterpause; Min/TB HR = Minuten pro Beteiligung an der Torentstehung vor der Winterpause]

Spieler TBMin/TBTB HRMin/TB HR
Emil Forsberg39602151
Timo Werner34711484
Marcel Sabitzer28931575
Naby Keita241009106
Diego Demme1915113104
Yussuf Poulsen171217171
Willi Orban131948180
Marvin Compper92334218
Stefan Ilsanker92945254

Größter Gelbsünder bei RB Leipzig ist Willi Orban. Neun gelbe Karten (seine gelb-rote Karte gegen Leverkusen wird hier als zwei gelbe Karten gerechnet). Alle 280 Minuten sieht der Innenverteidiger eine Karte. Das ist noch kein extremer Wert, aber es zeigt auch an, dass Orban da in letzter Linie immer mal mit gelbwürdigen Aktionen klären muss. Ein rustikaler Innenverteidiger ist er eigentlich nicht, aber einer der bei Gefahr, dann eben auch mal die gelbe Karte mitnimmt.

Naby Keita hat mit seinen acht gelben Karten fast noch Glück gehabt. Das hätten auch noch mehr oder auch mal Karten mit anderen Farben sein können. Im Foulspiel stellt sich der Mittelfeldspieler manchmal noch etwas ungeschickt und/ oder derbe an. Da ist relativ viel Luft nach oben, was geschickte Zweikampfführung angeht.

Neben Emil Forsbergs roter Karte in München vor der Winterpause und Willi Orbans gelb-roter Karte gegen Leverkusen kurz vor Schluss gab es keine weiteren Platzverweise gegen RB Leipzig. Zu Undiszipliniertheiten (leichte Abstriche bei Keita bei dieser Bewertung) lässt man sich eigentlich nie hinreißen. Was ja auch ein wenig für die Mannschaft und ihre mentale Stabilität spricht.

[Gelb = Anzahl der gelben Karten der Saison (gelb-rote Karten zählen als zwei gelbe Karten); Min/Gelb = Minuten pro gelber Karte gesamte Saison; Gelb HR = gelbe Karten bis zur Winterpause; Min/Gelb HR = Minuten pro gelber Karte bis zur Winterpause]

Spieler GelbMin/GelbGelb HRMin/Gelb HR
Willi Orban92804360
Naby Keita83012477
Stefan Ilsanker83313423
Marvin Compper63503291
Davie Selke41131185
Timo Werner46043391
Marcel Halstenberg46462708
Diego Demme47182674

In Bezug auf die begangenen Fouls liefern sich drei Spieler ein Kopf-an-Kopf-Rennen an der Spitze. Denn Naby Keita, Yussuf Poulsen und Diego Demme greifen zwischen alle 35 und alle 38 Minuten aus Schiedsrichtersicht zu einer unerlaubten Aktion.

Erstaunlich dabei, dass Diego Demme mit satten 74 Foulspielen (die meisten aller Bundesligaspieler) mit nur vier gelben Karten davongekommen ist. Spricht für den (nochmal: im Gegensatz zu Keita) relativ cleveren Einsatz von Foulspielen. Dabei teilt aber Demme nicht nur aus, sondern steckt als Ballverteiler auch viel ein. 71mal wurde er gefoult. Sprich, alle 19 bis 20 Minuten war der Mittelfeldmann als Akteur oder als Betrofferner an einem Foulspiel beteiligt. Mit Dario Lezcano (an 203 Fouls beteiligt, 136mal(!) wurde er nach Schiedsrichtermeinung gefoult), Jhon Cordoba und Sandro Wagner gibt es nur drei Spieler, die häufiger an Foulspielen beteiligt waren.

[Fouls pro Spieler bzw. Anzahl der Fouls gegen die Spieler. Mindestens 20 Fouls oder mindestens 1000 Einsatzminuten (außer Upamecano, weil der erst zur Winterpause kam).]

Spieler FMin/FGefMin/Gef
Diego Demme75387140
Naby Keita69355246
Yussuf Poulsen56374942
Stefan Ilsanker48552798
Marcel Halstenberg35762798
Willi Orban31813279
Bernardo267315126
Emil Forsberg25935146
Marcel Sabitzer241083868
Marvin Compper229514150
Timo Werner201213276
Dayot Upamceano14483222
Dominik Kaiser12892248

Der zweikampffreudigste Spieler von RB Leipzig bleibt Yussuf Poulsen. 32 Zweikämpfe weist die Statistik für den Dänen auf 90 Minuten gerechnet aus. Immerhin vier weniger als noch in der Vorsaison. Aber rund alle drei Minuten ein Zweikampf ist trotzdem ein enormer Wert, der nicht ohne körperlichen Verschleiß zu kriegen ist. In dieser Rolle des Arbeiters in vorderster Linie ist Poulsen weiterhin unglaublich wichtig.

Hinter Poulsen folgen dann die beiden Sechser Demme und Keita. Vor allem Keita ist mit seiner Spielweise in viele Zweikämpfe verwickelt. 29 entsprechende Aktionen pro 90 Minuten sind für seine Position sehr viele. Generell kann man aber sagen, dass die Zahl der Zweikämpfe im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen ist. Was sicherlich auch damit zu tun hat, dass die Bundesliga nicht so zweikampflastig ist wie die zweite Liga.

Mit Dayot Upamecano gibt es auch gleich einen Neueinstieg in der Statistik der RB-Zweikämpfer. Spricht für die kürzlich schon durchgeführte Analyse, dass der Franzose ein sehr aggressiver Defensivspieler ist, der die Duelle früh sucht. Man wird sehen, wie viel davon jugendlicher Übermut ist und sich mit der Zeit relativiert. Marvin Compper auf der anderen Seite führt als erfahrenster Defensivspieler gerade mal 13 Zweikämpfe pro 90 Minuten. Unterschiedlicher könnten die Herangehensweisen nicht sein.

Top 5 Anzahl der Zweikämpfe pro 90 Minuten (mindestens 600 Minuten Einsatzzeit)

  • Yussuf Poulsen: 32
  • Naby Keita: 29
  • Diego Demme: 26
  • Upamecano: 24
  • Bernardo/ Emil Forsberg: je 20

Bei den gewonnenen Zweikämpfen liegen naturgemäß die Verteidiger vorn. Willi Orban hat sich auf recht hohem Niveau in der Bundesliga konsolidiert. Mit 60,3% gewonnene Zweikämpfe verpasst er die Top20 der Liga zwar knapp, kann aber trotzdem eine sehr gute Quote vorweisen. Vor allem in der Luft gewinnt er viele Duelle. Gerade auch im Vergleich mit Upamecano und Compper punktet Orban durch seine Zweikampfstärke. Wobei ihn Upamecano diesbezüglich angesichts der Anlagen, die er mitbringt, über kurz oder lang einholen wird.

Ein wenig überraschend, dass Benno Schmitz weiterhin ganz vorn dabei ist in Sachen Zweikampfquote. Auch wenn die Zahl etwas schwächer geworden ist. Insgesamt sind es also offenbar gar nicht so sehr die direkten Zweikampfduelle, mit denen er Probleme hat, sondern eher das Defensivverhalten insgesamt.

Top 5 gewonnene Zweikämpfe (mindestens 600 Minuten Einsatzzeit)

  • Willi Orban: 60,3%
  • Benno Schmitz: 59,8%
  • Marcel Halstenberg: 58,4%
  • Dayot Upamecano: 57,5%
  • Stefan Ilsanker: 56,5%

Fazit: Aus den Zahlen lässt sich vor allem die extreme Wichtigkeit des offensiven Quartetts Werner, Forsberg, Sabitzer, Keita und die ergänzende Kämpferrolle von Yussuf Poulsen herauslesen. Diego Demme als Ballverteiler, Toreinleiter und Foulsicherung im Mittelfeld. Orban als Stabilitätsfaktor mit Qualitäten am Ball in der Innenverteidigung. Dazu mit Upamecano eine neue Zweikampfmaschine hinten drin. Die Zahlen spiegeln die Saison und die Rollen der Akteure ganz gut wieder. Demnächste geht es dann hier noch um Balleroberungen, Laufstrecken, den Impact auf das Spielergebnis und ein bisschen mehr.

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Datengrundlage: Bunte Mischung aus aufgearbeiteten Zahlen aus eigener Sammlung, BILD-Sportdatencenter, bundesliga.de, transfermarkt.de und Fourfourtwo.

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Alte Zahlenrundumleuchten:

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Lucky Guys. | GEPA Pictures - Roger Petzsche
GEPA Pictures – Roger Petzsche

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3 Gedanken zu „Individuelle Zahlenrundumleuchte RB Leipzig 2016/2017 – Teil 1“

  1. Das ist ja mal wieder der reine Wahnsinn, was Du da an Zahlen vorlegst.
    Respekt und Danke dafür.

    Beeindruckt bin ich natürlich als erstes von den Torbeteiligungen von Emil-MVP-Forsberg. Was für Werte. Wenn man bedenkt, er hatte 3 Spiele Sperre …

    Auf der Entäuschung Seite zeigen sich die Zahlen der AV’s. Da ist sehr viel Luft nach oben. Wäre es mit Klostermann anders?

    Was die vielen Zahlen in der Offensive auch zeigen, wie gefährlich die Fantastischen 4 da vorne sind und jeder eben seine eigene Stärke da mit einbringt. Ob Dribbling, Zweikampf, Torabschluß. Das ist so stark individuell verteilt. Da hat natürlich Ralph Hasenhüttl einen großen Anteil.

    Dazu auch das perfekte Anlaufen in der Rückwärtsbewegung. Und dahinter dann die 2 (3) unfassbaren Wadenbeißer. Richtig erkannt hast Du das Zweikampfverhalten. Sehe es auch so, daß sich ein Diego Demme da richtig gut verhält im Gegensatz zu Keita, der mir viel zu oft Richtung gelb oder auch auch rot agiert.

    Drüben bei Spox habe ich noch 2 starke Zahlen entdeckt. Einmal die Ballkontakte. Da führt klar Thiago. Aber direkt dahinter mit 2774 Ballaktionen Demme!!! Der Demme aus Liga 3. Verrückt.
    Und eben Keita mit 83 erfolgreichen Dribblings. (Forsberg 71) Vor Robben!

    Was mich mal interessieren würde. Wer taucht bei Dir bei den Lichtblicken am häufigsten auf? (Bin jetzt zu faul alle Analysen zu öffnen und Du hast sie bestimmt schneller griffbereit)

    Vielen Dank für diesen Potpurri von Zahlen rund um die Rasenballsportler!!!

    1. Bezüglich der Lichtblicke bin ich auch zu faul zum suchen. Habe es nicht gesammelt als Statistik. Ist aber eine gute Idee für kommende Saison..

  2. Hi, hi.
    War doch sehr neugierig und habe es mal gesucht.
    Ich habe es Dir zwar gerade auf Twitter geschrieben, aber hier nochmal:

    Lichtblicke 2016/17:
    Orban 13
    Demme 12
    Forsberg 12
    Werner 11
    Sabitzer 10
    Ilsanker 10
    Keita 10
    Poulsen 9
    Halstenberg 6
    Gulacsi 3
    Upamecano 2
    Compper 2
    Schmitz 2
    Selke 2
    Kaiser 2
    Bernado 1
    Klostermann 1

    Ging im Grunde sehr schnell, brauchte ja nur die 2 Blögge mit den Bilanzen aufrufen, wo Du die einzelen Spiele verlinkt hast.

    Finde es aber nun sehr erstaunlich, da die Defensive mehr „Punkte“ bekam als die fantastischen 4 da vorne. Sehe es aber auch so ähnlich, da ich auch mehr auf die Rückwärtsbewegung achte.

    Vielleicht hilft es ja Dir in irgendeiner Zahlenspielerei.

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