Chance zum vorentscheidenden Schritt

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig gegen den FC Ingolstadt (29.04.2017, 15.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralph Hasenhüttl.]

Es geht in der Bundesliga auf die Zielgerade. Und mal abgesehen von Bayern und Darmstadt haben praktisch alle Teams vier Spiele vor dem Ende noch etwas zu gewinnen oder zu verlieren. Je nachdem, wie man es psychologisch korrekt formulieren will.

So geht es beim Spiel zwischen Leipzig und Ingolstadt dann auch für die einen um die Champions League und die anderen um den Nicht-Abstieg. Ingolstadt könnte bei einer Niederlage schon fast weg vom Klassenerhaltsfenster sein. Für Leipzig wäre ein Sieg gleichbedeutend mit dem vorentscheidenden Schritt in die Gruppenphase der Champions League. Wenn man Zweiter oder Dritter werden will, ist die Partie schon fast schon ein Must-Win-Game. Zumindest wenn man bedenkt, dass danach noch zwei schwere Auswärtsspiele bei Hertha und in Frankfurt und das auch nicht leichte Spiel gegen die Bayern warten.

Mit Ingolstadt kommt allerdings auch so etwas wie der Angstgegner von RB nach Leipzig. Es gibt mit Unterhaching und Kaiserslautern nur zwei weitere Teams, gegen die RB mindestens dreimal gespielt und noch nicht gewonnen hat. Ingolstadt ist die einzige Mannschaft, gegen die es in drei Anläufen noch nicht mal zu einem Unentschieden reichte. Drei knappe Niederlagen stehen bisher zu Buche.

Darunter im Hinspiel die erste Niederlage in der Bundesliga für RB Leipzig überhaupt. Ein Ergebnis, das damals ziemlich miesepetrig aufgenommen wurde und vor allem von Ralph Hasenhüttl nicht vergessen worden sein dürfte. Nicht nur wegen der Champions League dürfte der Trainer besonders heiß sein, dass er gegen den Ex-Club nicht noch mal Punkte liegenlässt und auf Revanche sinnen.

Entsprechend sind extrem motivierter Leipziger zu erwarten, die noch eine Rechnung offen haben. Auf der anderen Seite steht schon der Name Walpurgis dafür, dass man eine äußerst einsatzbereite Mannschaft erwarten darf, die noch dazu im Abstiegskampf alles in die Partie werfen wird, was es an anwendbaren Mitteln gibt. Wobei Walpurgis bei Spielen in Leipzig im Gegensatz zu Heimspielen gegen RB noch punktlos ist. Bei allerdings erst zwei Versuchen mit Lotte und Osnabrück.

Dass die Aufgabe gegen Ingolstadt eine sehr schwere wird, dafür spricht auch, dass der FCI vielleicht die am unterbewerteteste Mannschaft der Liga ist. Zumindest deutet von den Zahlen her nicht viel darauf hin, dass da ein Absteiger kommt. Eher vermitteln die Daten den Eindruck eines Teams aus dem Mittelfeld der Tabelle.

Denn Ingolstadt ist in Sachen Balance zwischen Defensive und Offensive eines der besseren Teams der Liga. Guckt man sich Schüsse an, die auch auf das Tor gehen  (also im Tor landen oder gehalten werden), dann hat Ingolstadt genauso viele abgegeben wie zugelassen. Die achtbeste Bilanz der Liga. Schaut man auf Torabschlüsse im Strafraum, dann hat man sogar 22 Torabschlüsse mehr als der Gegner. Die sechstbeste Bilanz der Liga. Die grundsätzliche Spielanlage führt also offenbar dazu, dass man mit den meisten Teams auf Augenhöhe agiert.

Allerdings gibt es dabei zwei Probleme. Erstens ist die Chancenverwertung die drittschlechteste aller Bundesligisten. Und zweitens scheint die Qualität der Chancen nicht so gut. Heißt, man schießt zwar nicht seltener als der Gegner aufs Tor, aber beim Gegner sind dies häufiger große Chancen als bei einem selbst. Was auch dazu passt, dass Ingolstadt viel über die Flügel kommt und viele Flanken schlägt. Und damit auch Angriffe spielt, die in der Mitte noch verteidigt oder bei denen die Torabschlüsse nur unter Druck durchgeführt werden können.

Entsprechend erspielt sich Ingolstadt die zweitwenigsten Tore aller Bundesligisten aus dem ’normalen‘ Spiel heraus. Dafür ist man das zweitbeste Team nach Standars. Damit ist man auch das einzige Team der Bundesliga, das häufiger nach Standards trifft (13mal) als aus dem normalen Spiel heraus (12mal) (wenn man also die zwei Kontertore und die fünf Elfmeter nicht mitzählt). Insgesamt 18 von 33 Toren fallen zusammengenommen nach Standards und Elfmetern.

Typisch für Walpurgis-Teams, dass man meist sehr intensiv spielt und darauf aus ist, sich Standards in Strafraumnähe auf verschiedenste Art zu erarbeiten. So auch in Ingolstadt, wo man die permanenten Zweikämpfe mit unzulässigem Körperkontakt (Ingolstadt foult am zweithäufigsten und wird am häufigsten gefoult) auch gestisch und sprachlich in Richtung Schiedsrichter intensiv begleitet. Von der permanenten Unruhe muss man sich auch ein Stückweit frei machen, wenn man gegen Ingolstadt gewinnen will.

Dass Spiele gegen Walpurgis-Teams und so auch gegen Ingolstadt immer sehr unruhig sind, liegt auch an der Spielweise. Bei keinem Team der Liga gibt es weniger Action im Mittelfeld. Keine Mannschaft spielt mehr lange Bälle. Das erinnert ein bisschen an Mainz. Nur dass es noch weniger Ruhephasen im Spiel gibt, weil in Ingolstadt in noch größerer Permanenz weit vorn angelaufen und noch vor der Mittellinie der Raum in Ballnähe extrem verengt wird. Entsprechend ist die Passquote (Stichwort lange Bälle) bei Ingolstadt die niedrigste der ganzen Bundesliga und gewinnt man (Stichwort Aggressivität) relativ viele Bälle.

Diese Art zu spielen, wirkt nicht nur sehr intensiv, sie ist auch sehr laufaufwändig. Hinter Freiburg spult der FCI die meisten Kilometer aller Teams ab. Im höheren Geschwindigkeitsbereich unterhalb der Sprints ist Ingolstadt sogar das Team mit den besten Laufwerten der Bundesliga. Es wird viel und schnell und intensiv gerannt, um Lücken zu stopfen und den gegnerischen Ballbesitz unter Druck zu setzen.

Was vielleicht auch erklärt, dass Ingolstadt das schlechteste Team der Liga in der Schlussviertelstunde ist. Man schießt in den letzten 15 Minuten einer Partie mit Abstand die wenigsten Tore und kassiert die meisten. Zuletzt verlor man das Spiel gegen Bremen nach langer Führung durch drei Tore in den letzten zehn Minuten.

Auch passend dazu, dass Ingolstadt nur vier Punkte holte, wenn es zur Pause Unentschieden stand. Ein Sieg, ein Unentschieden und acht Niederlagen sprangen da in zehn Spielen am Ende heraus. Vor der Halbzeitpause ist man ein passables Bundesligateam. Zwischen Halbzeitpfiff und Schlusspfiff verliert nur Darmstadt mehr von den Punkten, die man in den ersten 45 Minuten erkämpfte als Ingolstadt (10 vs. 6).

Entsprechend schafft man es auch kaum, Rückstände noch zu drehen. Vier Punkte holte man noch, wenn man zur Pause zurücklag. Dafür ist man sehr ordentlich unterwegs, wenn man in Führung ist. Nach Pausenführungen (8mal) ist man noch unbesiegt. Was alles zusammen bedeutet, dass es schwer ist, Ingolstadt zu bespielen, dass sie sich aber genauso schwer tun, selbst den Gegner erfolgreich zu bespielen, wenn es die Spielsituation bei Unentschieden oder Rückstand erfordert.

Dabei sieht es oft gar nicht so schlecht aus, wenn Ingolstadt den Ball hat. Was sie öfters haben als man vielleicht glauben würde (Platz 12 in Sachen Ballbesitz). Hinten spielen sie meist mit einer Dreier- alias Fünferkette. In Ballbesitz schieben die beiden Außenverteidiger sehr offensiv nach vorn. Und die beiden äußeren Innenverteidiger aus der verbleibenden Dreierkette gehen auch immer wieder mit dem Ball am Fuß in die Halbräume auf den Außenpositionen und schaffen dort Überzahlsituation. Und wenn dort die Positionen zugestellt werden, findet man in der Mitte mit Cohen oder Morales immer noch Mittelfeldspieler, die den Ball Richtung Strafraum weiterbefördern können.

Entsprechend verfügt Ingolstadt im eigenen Ballbesitz immer über sehr viele Spieler am gegnerischen Strafraum. Die man (Stichwort Standards herausholen) auch immer wieder einbinden und ins Spiel bringen kann. Dabei entwickeln sie durchaus eine gewisse (physische) Wucht, die zusammen mit der relativen Vielzahl an Spielern schwer zu verteidigen ist. Bzw. muss man gegen diese Unruhe und Wildheit schon sehr präzise und aufmerksam verteidigen, um dabei keine Fehler zu begehen und in die Standardfalle zu laufen oder Elfmetersituationen heraufzubeschwören oder dann doch mal einen freien Schuss zuzulassen.

Ganz unanfällig ist aber gerade der Ballbesitz von Ingolstadt auch nicht. Die recht offensive Positionierung der Mannschaft lässt bei Ballverlusten durchaus einige Räume offen, die sich mit Geschwindigkeit bespielen lassen. Gerade hinter den Außenverteidigerpositionen entstehen dann Lücken. Und auch die Dreierkette ist nicht immer die schnellste und sicherste. Wobei die Anzahl der Kontergegentore eher normal denn überdurchschnittlich ist. Aber Ingolstadt ungeordnet zu erwischen und zu guten Chancen zu kommen, klappt dann doch immer mal. Hinter dem HSV kassiert Ingolstadt die meisten Treffer aus dem Spiel heraus, während man beim Verteidigen von Standards recht sicher agiert.

Aus RB-Perspektive liegen die Dinge also recht klar auf der Hand. Aufmerksam verteidigen, am besten ein paar gute Bälle früh gewinnen und dann die unsortierte Hintermannschaft auf dem falschen Fuß erwischen. Wobei Ingolstadt in Leipzig vermutlich stärker auf lange Bälle als auf Läufe der äußeren Innenverteidiger setzen dürfte.

Trotzdem wäre es plausibel, wenn RB Leipzig gegen die sehr breite Dreierkette mit äußeren Innenverteidigern auf den Positionen von Außenverteidigern auf eine Dreierkette in vorderster Linie zum Anlaufen des Gegners setzt. Mit nur zwei Spielern wäre der Ingolstädter Spielaufbau eigentlich nicht effektiv zu attackieren. Mit vier Spielern wiederum würde man dahinter wohl zu viele Räume öffnen.

Wenn man mal das Denkspiel mit drei Anläufern in vorderster Linie fortspinnt und davon ausgeht, dass es keine wichtigen Ausfälle bis zum Samstag gibt (gestern trainierte nur Oliver Burke nach Erkältung individuell), dann liefe es wohl auf ein 4-3-3 heraus (was den Vorteil hat, auch schnell auf ein 4-2-2-2 umzustellen, wenn nötig).

Die Abwehrkette wäre wohl mit Bernardo, Orban, Compper und Halstenberg normal besetzt. Davor wäre Stefan Ilsanker der logische alleinige Sechser. Demme und Keita als Achter sind eigentlich auch die naheliegende Wahl. Und dann liefe es vorn darauf hinaus, dass einer aus dem Quartett Forsberg, Sabitzer, Werner und Poulsen auf die Bank muss. Wenn es nach Anlaufverhalten und Intensität geht, könnte man da auf Forsberg tippen. Klingt natürlich verrückt, wenn man bedenkt, dass es der beste Vorbereiter im Team ist. Hätte aber den Vorteil eine Waffe zu haben, wenn die Intensität der Ingolstädter im Verlauf des Spiels nachlässt. Aber auch Poulsen könnte erstmal auf die Bank und Werner in die Sturmmitte und Forsberg und Sabitzer auf die Außen. Oder, oder.

Das sind aber natürlich nur Gedankenspiele. Dass ein Ilsanker wieder auf die Bank muss und RB mit Demme und Keita als Doppelsechs im 4-2-2-2 spielt, wäre genaus denkbar (oder ein 5-4-1 aka 3-4-3). Dann müsste man halt vorn etwas asynchron anlaufen. Fakt ist jedenfalls, dass auf Ingolstädter Seite mit Pascal Groß der beste Scorer gelbgesperrt fehlt. Wobei der Ausfall wohl angesichts anderer Offensivoptionen weniger schmerzt als die Rückkehr von Matip, Bregerie und Suttner (bester direkter Freistoßschütze der Liga) in Sachen Stabilität gut tut.

Mögliche Aufstellungen:

  • RB Leipzig: Gulacsi – Bernardo, Orban, Compper, Halstenberg – Ilsanker – Demme, Keita – Sabitzer (Forsberg), Werner – Poulsen (Forsberg)
  • FC Ingolstadt: Hansen – Matip, Roger, Bregerie – Hadergjonaj, Morales, Cohen, Suttner – Leckie, Kittel – Lezcano

Keine Rolle spielt derzeit beim FC Ingolstadt RB-Leihgabe Anthony Jung. Dass er nun in Leipzig plötzlich wieder auftaucht, ist eigentlich unwahrscheinlich. Letztmals stand er am 22. Spieltag in der Startelf. Seitdem reichte es nur zu drei Kurzeinsätzen und viermal 90 Minuten auf der Bank. Gegen Bremen waren zuletzt seine Chancen aufzulaufen sehr gut, weil in der Abwehr drei Spieler fehlten. Da meldete er sich dann aber selbst krank. Gegen RB bestünde nur eine Chance, ins Team zu rutschen, wenn Walpurgis ihn links vorn einsetzen würde. Dass Walpurgis auf die Geschwindigkeit von Leckie verzichtet, ist allerdings eher unwahrscheinlich. 14 Spiele mit im Schnitt 49 Minuten Spielzeit. So ganz sind die Hoffnungen in Sachen Spielzeit, die Jung mit dem leihweisen Wechsel verbunden haben dürfte, nicht aufgegangen. Nur bei Klassenerhalt würde aus der Leihe eine feste Verpflichtung. Ob das (also der fixe Wechsel) gerade Jungs Wunschversion ist, ist eher fraglich.

Fazit: Es wird ein sehr intensives Spiel zwischen dem Hasenhüttl-Team, das eine offene Rechnung begleichen und den vielleicht vorentscheidenden Schritt Richtung Champions League machen will und dem Walpurgis-Team, das so intensiv und unangenehm spielen wird, wie man es von Walpurgis-Teams als Leipziger schon eine ganze Weile gewohnt ist. Vielleicht braucht man bei diesem Spiel, das eher unruhig und von vielen Foulpfiffen begleitet sein wird, auch sehr viel Geduld, wenn man die Anfälligkeit des Gastes in der Schlussphase bedenkt. Auf jeden Fall wird man eine fußballerisch und physisch gute Leistung brauchen, um den Abstiegskandidaten zu schlagen, der in vielerlei Hinsicht und in vielen Spielen nicht wie ein Abstiegskandidat auftritt.

[Wer das Spiel von RB Leipzig gegen den FC Ingolstadt nicht vor Ort verfolgen kann und am 29.04.2017, ab 15.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live natürlich bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. FC Ingolstadt

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Mal wieder eine Pressekonferenz mit Ralph Hasenhüttl. Foto: GEPA Pictures - Andreas Pranter.
Foto: GEPA Pictures – Andreas Pranter.

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig gegen den FC Ingolstadt. Mit Ralph Hasenhüttl.

12.44

Schlussspurt in der Bundesliga. Was ein gutes Stichwort ist, denn mit Ingolstadt kommt ein Team nach Leipzig, das besonders gern besonders viel besonders schnell läuft. Entsprechend wird man am Samstag ein sehr intensives Spiel mit wohl viel Action an den Strafräumen erleben. Ob es auch im Strafraum viel Action gibt, wird man noch sehen.

12.47

Für RB Leipzig ist es die Riesenchance, schon ganz nah an die Gruppenphase der Champions League heranzukommen. In Abhängigkeit von den Resultaten von Dortmund und Hoffenheim reicht es eventuell sogar schon für das finale Erreichen. Theoretisch sind es im Maximalfall noch ein Sieg und ein Unentschieden. Den Sieg nach dem Spiel gegen Ingolstadt von der To-Do-Liste streichen zu können, wäre für das Erreichen des Saisonziels schon ganz gut..

12.48

Ganz ausverkauft wird die Partie nicht sein. Nicht nur, weil im Gästeblock Plätze freibleiben. Auch im Heimbereich werden wohl noch ein paar Tickets übrigbleiben.

12.57

Ingolstadt, da ist nicht nur die Rechnung aus dem Hinspiel offen. Da stehen auch bisher drei RB-Niederlagen in den Büchern. Historische Vergleiche sind natürlich aufgrund der Unvergleichbarkeit der Ausgangsbedingungen immer ein wenig albern, aber eine 1 in der Rubrik Sieg würde dann wohl schon manch einer in Leipzig ganz hübsch finden..

13.04

Ralph Hasenhüttl: Coltorti und Burke und Orban hatten irgendwas mit Magen-Darm bzw. Kränklichkeit​. Aber wieder gut. Compper mit Schlag auf den Oberschenkel.. Einblutung. Orban mit Problemen am Sprunggelenk. Machen beide heute ruhiger. Aber für Samstag beide noch eine Option. Klostermann noch unklar, ob er noch ins Training einsteigt diese Saison. Steigert die Belastung langsam.

Zu Ingolstadt: „Sind gewarnt durch das Hinspiel. Schwere Aufgabe.“ Ist ihnen oft gelungen, es den Gegnern schwer zu machen. Sehr gut bei Standards. „Unangenehme Spielweise. Müssen hinten geschickt attackieren. Möglichkeiten aus dem Ballbesitz müssen wir ausspielen. Werden nicht viele Chancen kriegen.“ Ingolstadt verteidigt Tor „mit allen Mitteln. Legitim im Abstiegskampf.“

13.07

„Wenn sie in Leipzig keine Punkte holen, ist noch nicht alles verloren.“ Relegationsplatz auf jeden Fall noch drin. „Wir brauchen die Punkte auch. Wollen die CL-Qualifikation fix machen. Können großen Schritt und Niederlage aus dem Hinspiel vergessen machen. Arbeiten intensiv daran. Mannschaft macht fokussierten Eindruck.“

Kann nicht sagen, wie viel Walpurgis verändert hat. „Glaube, man ist vom Ballbesitzfußball wieder weggegangen nach Kauszinski. Wieder mehr Spiel gegen den Ball. Sehr stabil. Viele enge Spiele. Walpurgis macht sicher einen sehr ordentlichen Job. Deswegen hat man überhaupt noch die Chance, die Liga zu halten.“

13.10

Zu möglichem Interesse der Bayern an RB-Spielern: „Sie werden überall Spieler finden, die sie sich leisten können. Ob sie das bei uns tun, interessiert mich eigentlich nicht.“

Zur Hinspiel-Niederlage: „Verliere nicht gern zweimal im Jahr gegen die selbe Mannschaft. Allein daraus ensteht eine große Motivation. Wir spielen zu Hause und sind in einer guten Verfassung. Auf Schalke in der ersten Halbzeit sehr gut. Haben die Qualität, Spiele zu gewinnen. Brauchen einen guten Plan und eine gute Umsetzung.“

„Freue mcih nicht nur nach innen, sondern kann auch feiern.“ Aber noch nichts vorbereitet, falls man sich schon jetzt für die Champions League qualifiziert. „Aber ich glaube auch nicht, dass es an diesem Wochenende schon entschieden ist.“ Bester des Rests hinter Bayern zu sein, wäre auch noch ein hübsches Ziel.

13.12

Zu Davie Selke: „Klar rede ich mit ihn. Aber nicht über die Wohnungssuche in Bremen. Ist ein Spieler meines Vereins und solange er hier ist, ist die Konzentration auf unseren Aufgaben. Wenn ich sehe, wie er sich beim Training reinschmeißt, weiß ich, dass er mit 100% Ehrgeiz dabei ist. Deswegen ist er im Kader, deswegen wird er auch eingewechselt.“ „Wir wollen keine Spieler wegschicken. Wir brauchen einen breiten Kader nächste Saison. Aber es kann immer sein, dass wir nicht das haben, was sich ein Spieler wünscht. Und dann werden wir Lösungen finden.“

13.15

Zur Kaderzusammenstellung: „Überraschung, tatsächlich habe ich Einblick ins Scouting und kann mitentscheiden. Das Scouting beobachtet Spieler mehrfach. Wenn das durch ist, bekomme ich mitgeteiligt, welche Spieler in Frage kommen. Und dann wird gemeinsam entschieden, auf welche Spieler man sich konzentriert. Haben schon über einige Spieler geredet, aber die Hauptaufgabe liegt derzeit noch auf der Qualifikation zur Champions League.“ Redet auch mal selbst mit Kandidaten. Spieler werden nur in Abstimmung mit dem Trainer geholt. Mache auch anders gar keinen Sinn, weil die Spieler ansonsten vielleicht auf der Bank sitzen würden, wenn sie vom Trainer nicht gewollt waren.

13.18

Zu Schalke: „Hab es schon nach dem Spiel angedeutet und der Eindruck hat sich verfestigt, dass wir nach dem Ausgleichstreffer zu viel quer und nach hinten gespielt haben. Haben uns im Ballbesitz zu viel ausgeruht und den Gegner nicht mehr gestresst. Umschaltsituationen fahrig hergeschenkt und den Gegner nicht frühzeitig ausgeknockt. Müssen gegen Ingolstadt das Tempo 90 Minuten lang hochhalten und den Gegner stressen. Schalke war guter Anschauungsunterricht, was uns gegen Ingolstadt erwartet.“

Schlechte Laufwerte wie gegen Schalke haben auch damit zu tun, dass der Gegner hinten drin steht und man den Ball statt sich selbst laufen lässt. Gegen Schalke aber in der zweiten Halbzeit zu wenig gesprintet und zu wenig Tiefgang gehabt. „Wir haben zu Saisonbeginn auch anders gespielt und die Gegner haben mehr probiert, sodass wir mehr gegen den Ball arbeiten mussten.“

13.21

Einsatz von Ilsanker in Abhängigkeit der Einsatzfähigkeit von Compper und Orban. Auch rechts hinten denkbar. Möglich, dass es sich schnell ändert, dass er wieder im Team ist und nicht wie zuletzt zweimal auf der Bank sitzt.

Irgendwas mit des Trainers Sohn, der in Ingolstadt in der zweiten Mannschaft spielt und ob man über das Spiel redet. Antwort: nein. Nach dem Spiel wird man aber intensiver reden.

Unklar, woher die Magen-Darm-Geschichte bei zwei Spielern und beim Trainer kam.

13.23

Zu Unzufriedenheit im Kader bei Spielern, die hinten dran sind: „In der Bundesliga viel schwerer, wenn Spieler in der zweiten Reihe stehen, weil Aufmerksamkeit so hoch. Versuche ihnen immer wieder zu vermitteln, wie wichtig sie für den Erfolg sind.“ Geht dabei um Unterstützung für die anderen und darum, bereit zu sein, wenn man die Chance bekommt zu spielen. „Alle werden gesehen, wenn man erfolgreich ist.“ Vom Zeugwart bis zum letzten Spieler. „Den Deal geht man ein, wenn man einen Vertrag bei einem Team unterschreibt.“ „Ich war selten Stammspieler und oft Joker. War nicht immer zufrieden, aber Teil des Erfolgs. Wichtige Erfahrung für die Spieler. Sie sollen das Positive mitnehmen.“

13.25

Das war es schon von hier. Man merkt Ralph Hasenhüttl den besonderen Fokus auf das Ingolstadt-Spiel an. Wegen der Hinspiel-Niederlage, aber auch wegen des Ziels Champions League. Wenn er den Spielern das auch einimpfen kann, dann kann es am Samstag gut werden. Vom Gefühl her glaube ich nicht daran, dass man mit der Einstellung ins Spiel geht, dass da ’nur‘ der Vorletzte der Bundesliga kommt.

13.26

Samstagabend werden wir alle schlauer sein, was das Spiel und das mögliche Erreichen von Saisonzielen angeht. Viel Spaß mit dem vorletzten Heimspiel und einen schönen Ausklang der Arbeitswoche allerseits.

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