Bundesliga: Borussia Dortmund vs. RB Leipzig 1:0

Das nächste Spitzenspiel für RB Leipzig. Zweiter gegen Vierter. Zu Besuch beim normalerweise zweitbesten Team in Deutschland. Dazu noch arg dezimiert. Am Ende machte das eine verdiente 0:1-Niederlage für RB, bei der man sich aber insgesamt achtbar aus der Affäre zog und am Ende sogar am überraschenden Punktgewinn schnupperte.

Verzichten musste RB Leipzig gleich auf vier der sechs besten Spieler der Hinrunde. Forsberg weiter gesperrt. Der Ausfall von Timo Werner war auch frühzeitig klar. Dazu kamen dann auch noch Sabitzer und Demme. Was vor allem für das Spiel gegen den Ball nah an katastrophal war. Drei der vier Topoffensivakteure raus plus das zentrale Bindeglied im Mittelfeld. Eigentlich nicht aufzufangen.

Versucht hat man es mit Khedira als Ersatz für Demme auf der Sechs. Sein erster Startelfeinsatz in dieser Saison. Die Offensive stellte sich derweil angesichts von nur noch vier gesunden Profis von selbst auf. Kaiser rückte für Sabitzer auf die Zehn. Selke versuchte Werner in der Spitze zu ersetzen. Wie gewohnt das ganze im 4-2-2-2.

Dortmund stellte derweil taktisch und personell um. Schürrle, Castro, Ginter raus. Dafür Bartra, Dembele und Durm dafür rein. Von der Formation her lief das auf eine Art Dreierkette in der Abwehr raus. Davor der Sechser Weigl unterstützt von zwei Außenverteidigern. Dembele und Guerreiro davor und Reus und Aubameyang ganz vorn.

Angesichts der augrund der Aufstellungen zu erwartenden Kräfteverhältnisse ergab sich in der ersten halben Stunde ein überraschend ausgeglichenes Spiel. Auch wenn Dortmund vielleicht ein wenig mehr offensive Geschwindigkeit auf den Platz brachte, bearbeitete RB den Gegner gut. Selke und Poulsen arbeiteten in erster Linie viel und nahmen Weigl und den BVB-Spielaufbau aus der Partie. Viele lange Bälle der Dortmunder waren die Folge. Die im Normalfall kaum eine Gefahr darstellten. Und in der Mitte sorgten Ilsanker und Khedira dafür, dass es dicht bleibt.

2:2 Torschüsse standen nach 30 Minuten auf den Statistikzetteln. Wobei die RB-Versuche von eher überschaubarer Gefährlichkeit waren. Poulsen arbeitete das ganze Spiel mit enormer Hingabe und sicherte viele Bälle, verpuffte aber zumeist in seinen Bemühungen wegen mangelnder Unterstützung. Selke mühte sich redlich, aber auch wenig auffällig. Und Keita wurde meist von mehreren Dortmundern angegriffen uns so doch deutlich in seiner Kreativität eingebremst.

Auf der anderen Seite wurde RB nach 12 Minuten das erste Mal ausgekontert. Nach Leipziger Ecke sprintete Aubameyang einmal über den ganzen Platz, aber Dembele konnte den Ball aus spitzem Winkel nicht aufs Tor bringen. Nach einer reichlichen halben Stunde dann dieselbe Kombination nur andersrum. Dembele mit Geschwindigkeit über rechts und mit der Flanke in die Mitte. Wo Aubameyang etwas zu überrascht ist, um einen kontrollierten Torabschluss hinzukriegen.

Dayot Upamecano ließ sich bei seiner RB-Premiere in Dortmund von nichts und niemandem aufhalten. | GEPA Pictures - Roger Petzsche

Fast dieselbe Situation nur zwei Minuten später. Diesmal erfolgreich. Khedira verliert in der Vorwärtsbewegung in aussichtsreicher Position den Ball. Und dann geht es gegen aufgerückte RasenBallsportler schnell. Zu schnell. Compper verliert gegen Dembele den entscheidenden Zweikampf bzw. kann das taktische Foul nicht ziehen. Orban rückt aus der Kette, um den schaden zu beheben, wird aber auch überspielt. Flanke auf Aubameyang, der freistehend den Ball nur noch über die Linie drücken muss.

Mit dem 1:0 ging es in die Pause. Dortmund agierte mit seiner Dreierkette vor allem auch defensiv orientiert und suchte daraus nach schnellen Wegen in die Tiefe, wo man Dembele, Aubameyang und Reus ins Spiel bringen wollte. Was gelegentlich auch funktionierte. Das ganze spielte man auch mit einer Intensität, wie es für das BVB-Spiel der letzten Wochen nicht gerade typisch war, sodass die Formation nicht nur auf defensive Stabilität ausgelegt war, sondern auch defensive Stabilität herstellte. Von daher ging das 1:0 durchaus in Ordnung zur Pause.

Durch die Führung enstand in der zweiten Halbzeit für RB Leipzig natürlich auch eine ganz schwere Partie. Mehr fürs Spiel tun müssen und gleichzeitig hinten nicht anfällig werden für Konter.

Nach 48 Minuten wurde es dann zum ersten Mal so ein bisschen gefährlich vor dem BVB-Tor. Selke hatte Bartra den Ball abgeluchst und war in den Strafraum eingedrungen. Aber sein Querpass kam nicht beim völlig freien Kaiser an. Und auch der daraufhin völlig freigespielte Khedira spielte seine Flanke nicht etwa auf den Kopf eines Mitspielers, sondern hinter das Tor.

Wie die zweite Halbzeit laufen würde, zeigte sich zwei Minuten später, als der BVB wieder nach einer Ecke RB auskontert. Aubameyang und Reus dürfen allein auf Ilsanker zulaufen. Aber Reus schießt den Ball am langen Pfosten vorbei. Es sollte beileibe nicht das letzte Mal bleiben, dass ein RB-Spieler allein vor Gulacsi auftaucht.

Die Statik des Spiels ändert sich noch mal ein wenig, als nach 66 Minuten Dayot Upamecano sein Debüt im RB-Dress feiert. Das führte nämlich zu einer taktischen Umstellung auf eine Dreierkette in der Abwehr, sodass Bernardo und Halstenberg nun sehr offensiv verschoben wurden. Daraus resultierte ein sehr wildes Spiel, in dem RB ohne die allerletzte Absicherung anrennt. Mit viel Mut, aber ohne die Lücken zu finden.

Reus und Aubameyang verpassten bis in die Nachspielzeit hinein diverseste Möglichkeiten, die Entscheidung herbeizuführen. Upamecano rettete auch noch mal auf der Linie. Auf der anderen Seite gab es viel Bemühen um das Offensivspiel, aber im BVB-Strafraum passierte praktisch nichts. Bzw. fehlte der letzte Pass oder der letzte Punch.

Und wie es dann manchmal so ist, hat RB Leipzig Sekunden vor dem Schlusspfiff dann doch noch mal diese eine Chance zum Ausgleich und zum Bestrafen der BVB-Nachlässigkeit vor dem Tor. Einwechsler Burke wie im Hinspiel als Vorbereiter. Einwechsler Palacios allein vor Bürki. Und vollendet eiskalt. Einzig der Linienrichter hat (zu Recht) etwas dagegen, weil er Palacios im Abseits gesehen hatte. Und so war die Explosion der Gefühle auf RB-Seite und der kurze Schock auf BVB-Seite völlig umsonst.

Wenn man den Jubel des BVB gesehen hat, dann weiß man wie wichtig ihnen dieses Spiel in Sachen sportliches Selbstverständnis war. Selbst wenn er nur gegen einen Gegner errungen wurde, der mit dem allerletzten Aufgebot auflief und dem man das trotz allem hervorragenden Kampf vor allem bei den Offensivbemühungen, aber auch in der Gesamtstabilität relativ deutlich anmerkte.

Fazit: Ein verdienter Sieg für Borussia Dortmund, bei dem ihnen die Führung deutlich in die Karten spielte. Stabile Defensive, viel Intensität, viel Geschwindigkeit in der Tiefe. So schlug man am Ende RB Leipzig, die offensiv zwar bemüht, aber ohne klar zu Ende gespielte Aktionen auftraten. Es war mit dem letzten Aufgebot ein guter Fight, den die RasenBallsportler da boten. Bis zur 30. Minute völlig gleichwertig und auch nach dem Rückstand nie verzweifelnd und immer nach der einen Situation suchend, die vielleicht noch den Punkt bringt. Man hätte angesichts der so schon guten und mutigen Vorstellung gern gewusst, wie dieses Spiel gelaufen wäre, wenn zumindest Demme und Sabitzer hätten mitspielen können.

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Randbemerkung 1: Krasse Spieltagsorganisation. Also, wenn man so etwas wie den Begriff Organisation in den Mund nehmen möchte. Wenn man nicht mal einen gesammelten Anmarsch von 1.000 Zugfahrern gegen Übergriffe sichern kann, weil man einfach schlecht drauf vorbereitet ist, dann läuft ganz grundsätzlich was schief. Genauso, wenn im Einlassbereich völlig ungehindert und praktisch ohne Polizeiabsicherung Heim- und Gästefans aufeinander losgelassen werden. Genauso, wenn man den Stehplatzbereich so überfüllt und nicht für Fluchtwege sorgt, dass man nicht mehr raus oder reinkommt. Das machen die schon ein paar Jahre so? Wahnsinn. Man kriegt eine ungefähre Idee davon, warum es dort immer wieder mal zu Vorfällen am Einlass kommt..

Randbemerkung 2: Ja, es gab im Tagesverlauf auch diverse RB-Fans, die mit ihren Utensilien relativ entspannt durch Dortmund liefen. Aber abgesehen davon war es durchaus massiv, was rund um das Spiel an Übergriffen passierte. Werfen mit Gegenständen auf RB-Fans, Bespucken, Angreifen, als Juden beschimpfen und attackieren (wie der Linken-Politiker Sören Pellmann bei Twitter schrieb). Verletzte Polizisten und verletzte RB-Fans. Da war rund um das Stadion alles dabei. Im Stadion dann die passenden Banner u.a. mit zu schlachtenden Bullen und Pflastersteien, die man auf sie zu werfen habe. Es gibt einen durchaus entscheidenden Unterschied zwischen einer rauhen, pöbeligen oder meinetwegen auch feindseligen Atmosphäre, weil man jemanden nicht leiden kann und einem von Stil und Ausdrucksweise her selbsternannten Nazi-Volksmob. Muss man sich halt in Dortmund entscheiden, was man sein will.

Randbemerkung 3: Fast schon als Folklore ging da durch, dass die Nachtruhe der RB-Spiele in Duisburg von Böllern gestört wurde, wie Sky berichtete. Inklusive Polizeieinsatz.

Randbemerkung 4: „Ich würde mich schämen“, hieß es auf einem Banner im BVB-Fanblock in der zweiten Halbzeit. Vermutlich war das nicht als Anflug von Selbstreflexion gemeint..

Randbemerkung 5: Krass werden die Dinge ja vor allem vor dem Hintergrund, dass man sich selbst als wahre Fußballkultur verkauft und sich das nicht von Red Bull kaputtmachen lassen will. Mal ganz abgesehen von einer seltsamen ‚Volkssport Fußball‘-Attitüde bei der Fußball-AG ist an der Gewalt- und Vernichtungsdrohungskultur selbst schon genug kaputt. So kaputt, dass man diesen „unser Fußball“, den man bewahrt haben möchte, gern behalten kann.

Randbemerkung 6: Man muss dieses Spiel nur mal neben das Hinspiel beider Mannschaften legen. Das war zum ersten Heimspiel von RB Leipzig in der Bundesliga ein buntes Gewimmel von völlig problemlos nebeneinander die Straße bevölkernden Fangruppen. Völlig ohne größeres Aggressionspotenzial. Was die An- und Abwesenheit mancher Fangruppierungen dann doch so ausmacht..

Randbemerkung 7: Mal abgesehen vom ganzen Drumherum bekommt man im Stadion ja durchaus einen Eindruck davon, was man in diesem Tempel mit seiner wahnsinnigen Südtribüne für Fußballfeste feiern kann und warum man sich selbst dafür abfeiert. Wenn dieser Koloss  an Stehplatztribüne zum Leben erwacht, entwickelt das eine unheimliche Wucht, die alles mitziehen kann. Gegen RB erwachte er nach dem 1:0 dann auch mal richtig. Durchaus imposant.

Randbemerkung 8: Im Gästeblock anwesend die Herren Rangnick, Mintzlaff, Wolter, Scholz und Matthias. Welchen Namen die neue Ultra-Gruppierung haben wird, ist noch unbekannt. Kleiner Tipp: Für den Status eines offizielen Fanclubs sollte man vielleicht was mit „Bullen“ oder „Bulls“ im Namen haben. Wobei die Auswahl da langsam eng wird.

Randbemerkung 9: Oliver Mintzlaff ließ sich unter der Woche in der Sportbild so zitieren, dass er eigentlich ganz froh ist, dass es mit Thomas Tuchel als RB-Trainer vor knapp zwei Jahren nicht geklappt hat. Wenn man es wenig stichelnd interpretieren will, dann ging es ihm darum, dass er mit Hasenhüttl sehr glücklich ist. Für ein Interview vor einem direkten Duell war es trotzdem durchaus erstaunlich offensiv, wenn man bedenkt, dass solche Interviews auch immer authorisiert werden müssen. Tuchel hatte das sehr wohl offenbar auch stichelnd aufgefasst, wie seine Mine im Sky-Interview verriet. Er habe nur einmal mit Mintzlaff geredet und gedacht, dass der nur Rangnicks Assistent wäre, stichelte er zurück. Vielleicht erklärt sich auch darin die besondere Emotionaliät, die Tuchel in diesem Spiel auslebte und die ihn kurz vor Schluss nach dem Abseitstor zu eher despektierlichen Gesten in Richtung RB-Akteure verleitete.

Randbemerkung 10: 6:0 klare Torchancen standen am Ende auf dem Datenzettel. Zum Vergleich: Bei den Bayern ließ RB neun Großchancen zu. In den restlichen 17 Spielen waren es im Schnitt 0,71 pro Spiel..

Randbemerkung 11: Es war für Dortmunder Verhältnisse ein komplett anderes Spiel als sonst. Nichts mit ballbesitzorientiertem Positionsspiel, mit dem man sich relativ behäbig über den Platz zu schieben versucht. Nur 53% Ballbesitz sind für BVB-Verhältnisse gerade zu Hause sehr wenig. Im Saisonschnitt bringt man es auf 61%. Auch die Passquote deutete auf schnelles Spiel in die Spitze und nicht auf sicheres Spiel über viele Stationen. Gerade mal 67% der Pässe kam an. Für eine Passmaschine, die sonst auf 83% im Schnitt kommt, ist das durchaus bemerkenswert. Und drückt halt die Änderung in der Spielidee für die Partie gegen Leipzig aus.

Randbemerkung 12: Mit Upamecano, Khedira und Palacios feierten gleich drei Spieler ihre RB-Premieren. Wobei es bei Khedira nur die Startelfpremiere in dieser Saison war, nachdem er bei ein paar wenigen Einwechslungen vorher schon ein paar Minuten Spielzeit gesammelt hatte. Für Palacios waren es die ersten Minuten im RB-Dress seit zwei Kurzeinsätzen in der zweiten Liga noch unter Zorniger. Für Upamecano war es dagegen die komplette Premiere.

Randbemerkung 13: Überhaupt Federico Palacios. Im Januar 2014 kam er aus Wolfsburg, weil er dort mit der U19 die Bundesliga in Grund und Boden geschossen hatte, der VfL ihm aber keine kurzfristige Perspektive bei den Profis anbieten wollte. Für 600.000 Euro wechselte er nach langem Ringen den Verein. In Leipzig  wurde er aber nicht glücklicher. In 3. und 2. Liga reichte es nur zu ein paar Kurzeinsätzen. Leihe nach Erfurt (wo er auch nicht zufrieden wurde) und Abschiebung in die U23 von RB waren die Folge. In der Regionalliga gehört er inzwischen zu den Leistungsträgern, ohne dort der herausragende Spieler der Liga zu sein. Wer vor der Saison darauf gesetzt hätte, dass der inzwischen 21-jährige Palacios in der Bundesliga aufläuft, hätte damit vermutlich mehr Geld verdienen können als mit einer RB-Meisterwette. Und dann kommt er wegen der vielen Ausfälle in Dortmund doch zum Einsatz. Von Meuselwitz nach Dortmund binnen weniger Wochen. Diese Geschichte hätte mit einem Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit eine wahnwitzige Pointe bekommen. Nur der Linienrichter hatte etwas gegen diese Story. Schade eigentlich.

Randbemerkung 14: Dritte Auswärtsniederlage in Folge. Drittes Mal ohne eigenen Treffer. Ja, da waren die Spiele in München und Dortmund dabei. Von daher ist die Aussagekraft eher gering. Aber man kann es ja mal im Hinterkopf behalten. Das nächste Auswärtsspiel dann in zwei Wochen in Mönchengladbach.

Randbemerkung 15: Ein kleines Jubiläum gab es auch noch. Es war mein 100. RB-Pflichtspiel ohne Unterbrechung live im Stadion. Das letzte verpasste war der Auswärtssieg in Regensburg Ende März 2014. Die goldene Hochzeit der Eltern war damals Schuld. Seitdem ging es im bunten Mix durch Sachsenpokal, DFB-Pokal, 3. Liga, 2. Liga und Bundesliga. Vor allem auch dank der rotebrauseblock-Supporter und der nicht (oder nur selten) hadernden Familie. Viel gesehen in dieser Zeit (und ja auch schon vorher) quer durch die verschiedensten Stadien von klein bis groß in der ganzen Republik. Es hätte ein etwas schöneres sportliches Ergebnis zum Jubiläum sein dürfen und vielleicht auch ein etwas angenehmerer Rahmen. Aber man kann es sich manchmal nicht aussuchen..

Lichtblicke:

  • Stefan Ilsanker: Sehr gute Partie des Sechsers. In der Balleroberung herausragend, aber auch mit dem Ball sicher, präsent und gut organisiert. Man soll ja mit Superlativen nicht immer um sich schmeißen, aber in Abwesenheit von Demme hat Ilsanker sich zum Kopf der Mannschaft erhoben und auf überragendem Niveau gespielt. Man mag sich gar nicht vorstellen, dass sich Hasenhüttl mal irgendwann für zwei aus dem Trio Demme, Ilsanker, Keita auf der Sechs entscheiden muss..
  • Yussuf Poulsen: Gott, was fightete der zweikampfaktivste Spieler der Bundesliga in diesem Spiel wieder. Gegen einen überragenden Sokratis und auch gegen Bartra lieferte er sich packende Duelle. Sehr, sehr gute 55% seiner unglaublichen 40 Zweikämpfe gewann er. Viele Bälle sicherte er dadurch. In vielerlei Hinsicht eine tolle Partie von Poulsen. Nur die Jungs um ihn herum, die das hätten veredeln können, fehlten diesmal.
  • Dayot Upamecano: Natürlich in 25 Minuten Spielzeit nicht wirklich zu bewerten. Aber da kommt ein 18-Jähriger erstmals bei 0:1-Rückstand vor 80.000 Zuschauern in Dortmund bei RB ins Spiel und dann spielt er als wäre es die normalste Situation der Welt. Robust, ballsicher, extrem schnell, viel Übersicht. Unglaubliches Potenzial. Lass ihn sich auf diesem Niveau entwickeln und das wird ein ganz großer Defensivspieler.

Fanarena-Spieltagsspieler:

RB-Spieler des 18.Spieltags in Dortmund bei fan-arena.com

(Quelle: iPhone und Android App FanArena für RB Leipzig Fans – www.fan-arena.com)

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Tore: 1:0 Aubameyang (35.)

Aufstellung RB Leipzig: Gulacsi – Bernardo, Orban, Compper, Halstenberg – Khedira (66. Upamecano), Ilsanker – Kaiser (80. Palacios), Keita – Selke (73. Burke), Poulsen; Bank: Coltorti, Schmitz, Wojtkowski, Strauß; Nicht im Kader: Forsberg (gesperrt), Klostermann (verletzt), Werner, Sabitzer, Demme (alle krank), Müller

Aufstellung Borussia Dortmund: Bürki – Piszczek, Sokratis, Bartra – Weigl – Durm, Dembele (61. Pulisic), Guerreiro (77. Ginter), Schmelzer (85. Passlack) – Aubameyang, Reus

Schiedsrichter:  Tobias Stieler (Insgesamt souverän. Ein paar streitbare Zweikampfentscheidungen, aber das durchaus im Rahmen des Möglichen. In der ersten Halbzeit beim Verteilen von persönlichen Strafen etwas zweifelhaft. Gegen Dortmund gleich zweimal bei taktischen Fouls, inklusive Trikotziehen (Guerreiro) Gnade vor Recht ergehen lassen. Keita hätte durchaus auch einen Karton sehen dürfen. In der zweiten Halbzeit dafür sehr schnell, aber nicht völlig zu Unrecht, gegen Upamecano gelb gezückt. Insgesamt souverän und mit guter Spieleransprache in sicher nicht einfacher Atmosphäre.)

Gelbe Karten: Aubameyang – Compper (5.), Bernardo (2.), Upamecano (1.)

Zuschauer: 81.360 (davon 8.000 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, MDR-Bericht, BVB-Bericht, Kicker-Bericht

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  • Torschüsse: 11 : 2
  • Torschüsse innerhalb des Strafraums: 10 : 1
  • Schüsse auf das Tor: 4 : 1
  • gewonnene Zweikämpfe: 52,2% : 47,8%
  • Ballbesitz: 53,3% : 46,7%
  • Passquote: 67,1% : 66,5%
  • Laufstrecke: 108,7 km : 111,8 km
  • Sprints: 241 : 226
  • Intensive Läufe: 628 : 646
  • Fouls: 15 : 17
  • Ecken: 5 : 2
  • Abseits: 5 : 4
  • Meiste Torschüsse: Aubameyang: 5 – Orban, Khedira: je 1
  • Meiste Torschussvorlagen: Aubameyang: 4 – Khedira, Selke: je 1
  • Beste Zweikampfquote (mindestens 10 Zweikämpfe): Sokratis: 76,0% – Compper: 61,9%
  • Meiste Ballkontakte: Bartra: 89 – Ilsanker: 75
  • Beste Passquote (mindestens 20 Pässe): Sokratis: 75,4% – Orban: 79,2%
  • Größte Laufstrecke: Weigl: 11,1 km – Poulsen: 11,3 km
  • Meiste Sprints: Reus: 37 – Poulsen: 29

Statistiken von bundesliga.de, bild.de, FourFourTwo

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Saisontorschützen: Werner – 11; Forsberg, Sabitzer – 5; Keita – 4; Selke, Orban – je 2; Kaiser, Burke, Poulsen, Compper – je 1; Eigentore: Baumgartlinger, Kolasinac, Vallejo

Saisonvorlagengeber: Forsberg – 9; Werner, Keita – je 5; Sabitzer – 4; Demme – 3; Poulsen, Burke, Halstenberg – je 2; Schmitz, Orban, Compper, Selke – je 1

Saisontorbeteiligungen (Entstehung des Tors jenseits der direkten Vorlage): Demme – 10; Sabitzer – 9; Forsberg – je 7; Orban – 6; Ilsanker, Poulsen – je 5; Keita, Halstenberg – je 4; Compper, Gulacsi – je 3; Kaiser – 2; Bernardo, Werner, Selke – je 1

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Bild: © GEPA pictures/ Roger Petzsche

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17 Gedanken zu „Bundesliga: Borussia Dortmund vs. RB Leipzig 1:0“

  1. Ilsanker völlig zu Recht bei Lichtblicken. Eine echte Kampfmaschine gestern. Tat gut zu sehen, dass er in diesem kampfbetonten Spiel der ersten Halbzeit dagegen gehalten hat.

    Jetzt stellt euch mal vor. Upa geht locker, abgeklärt und leicht mit dem Ball los. Passt auf den völlig ruhig am Ball agierenden Keita. Er legt einen Pass durch die Schnittstelle auf einen unserer Stürmer. Mir egal welcher (nennen wir ihn mal Selke) und Selke macht das Ding.
    Was für ein Spaß #baldindiesemVerein

  2. Es ist schon beachtlich , das alle sogenannten Spitzen Teams bis an ihre Leistung grenzen gehen müssen um gegen uns zu bestehen , siehe Bayern bestes Spiel der Saison .und jetzt BVB bis zu Krämpfen 😏.
    Aber ohne einen Sokrates in Best form Dembele und Auba hätte das wohl anders ausgesehen .
    Sehr gute Leistung von uns unter diesen Umständen .
    Einzig Selke hatte zum wiederholten Mal technische Probleme bei der Ballannahme und sicherung.

  3. Was eigentlich wurde aus der noch vor kurzem an dieser Stelle gelobten gewachsenen Akzeptanz von Rasenball Leipzig in Ost wie Dresden und West wie Dortmund?

  4. Guter Bericht. Angesichts der Umstände war es ein ganz ordentlicher Auftritt. Dass solche Leute wie Werner, Forsberg, Sabitzer und Demme nicht gleichwertig ersetzt werden können, war zu erwarten. Trotzdem hat man das Spiel bis in die 94. Minute offengehalten. Das Glück war uns dann nicht hold. Wofür hat eigentlich Compper die gelbe Karte bekommen?

  5. Ich fand den Abseitspfiff in der 94. überhaupt nicht eindeutig. Der Arm war Abseits, aber der Arm zählt hier nicht. Der Rest vom Körper war nach meinem Empfinden auf gleicher Höhe. Aber okay, ausgleichende Gerechtigkeit. Der BVB hätte vorher eine Ecke bekommen müssen und war auch ansonsten das bessere Team. Allerdings war deren Zeitspiel am Ende anstrengend bis unerträglich.

    5 mal in Folge gegen eine TOP5 Mannschaft gespielt und 9 Punkte mitgenommen. Da kann man zufrieden sein. Allein diese Niederlage kurz zuvor in Ingolstadt…hach.

  6. Warum diese ängstliche Startaufstellung gegen einen angeschlagenen BVB?
    Unter Druck zeigte die RB-Abwehr ihre ganze Behäbigkeit, bei voller Kapelle kommt es zu solchen Situationen ja fast nie.
    Nach der Einwechslung von Upa und Burke – ab da hatten wir eine Chance, der BVB bettelte mehrfach um den Ausgleich, anfangs ohne die ganz großen Chancen für RB.
    Was haben sich Compper und Orban eigentlich vor dem Tor gedacht, die Gelbe vor dem HSV-Spiel insbesondere für Orban wäre ideal gewesen!
    Ohne Männer-Grippe wäre das gestern alles so nicht passiert.
    Das Gesamtpaket „BVB-AG“ ist an Abartigkeit und Heuchelei nicht zu überbieten.
    Trotzdem ist es eine tolle Saison und ich hibbele dem Samstag entgegen.
    Die Bayern können wir noch packen, am 13. Mai gibt es in L.E. das Endspiel um die deutsche Meisterschaft – es wäre grandios.
    Danach sind Selke, Compper und Khedira leider weg, gerade bei Davie tut mir das sehr leid, hätte ich so nicht erwartet.

    1. Bei Bayern und Dortmund sind drei Unternehmen zu rund 30% beteiligt und damit Anteilseigner. Leipzig ist zu 100% Teil des Unternehmens RedBull. Das ist ein wesentlicher und nicht weg zu diskutierender Unterschied, der, würden DFB und DFL ihre eigenen Gesetze Einheiten, ganz sicher ganz andere Konsequenzen hätte.

  7. Glückwunsch zum 100! Und Danke für den Qualitätsjournalismus, den du bietest. Deine Arbeit sehe ich qualitativ auf Augenhöhe mit dem Fußball, den RB derzeit auf den Rasen bringt – gerne weiter so!

  8. RB Leipzig hält dem deutschen Fußball, den Traditionsfirmen und ihrem Anhang den Spiegel vor’s Gesicht und wirklich niemandem gefällt was er sieht! Dafür greifen sie uns an und jedes Mittel ist ihnen Recht.

    1. Aha. Niemandem also. Sprichst du auch für die Fußballfans in der alten Republik zwischen Betzenberg und Alm? Zwischen Millerntor und Bökelberg?

  9. Ich kann nur meinen virtuellen Hut ziehen, wie Du es schaffts, so ruhig und sachlich das Spielgeschehen auf das „Papier“ bringst nach der gestrigen Partie mit all seinen Umständen.

    Ich beziehe mich mal auch nur auf das sportliche ohne Reihenfolge.
    Pete-ich-komm-nicht-raus-egal-was-ist-Gulacsi ist auf der Linie echt gut, aber da waren gestern 2-3 Dinger drin, wo man Schnappatmung bekam.
    Wenn Herr Dickel nicht mal die Namen der Ersatzspieler kennt, sagt das schon sehr viel aus. Und die Jungs, die von der Bank kamen haben ihre Sache sehr gut gemacht. Ob Upa mit diesen Wahnsinnsprint gegen Auba oder Palacios, dem 3cm fehlten.
    Auch war ich überrascht, nein, mir viel eher die Kinnlade runter, wie Hasenhüttl auf einmal 3er-Kette spiele und das mit einem Neuen dahinten. An ihm werden wir noch viel Freude haben.
    Das heisst, er müsste ja jetzt gegen den HSV nun mit Orban IV spielen, weil Compper gesperrt ist.
    Ilsanker fand ich auch richtig stark. Das wird nicht nicht einfach für den Chef, wenn alle 3 DMF-Spieler wieder zur Verfügung stehen.

    Wir waren ganz oben unter dem Dach untergebracht, Block 59. War wirklich imposant. Auch wie der Support von unten nach oben „klang“.

    Und Gratulation zur 100!!

  10. Kann mich henne auch nur anschließen, hätte auch eine andre Startaufstellung gewählt. Kaiser statt Khedira und vorn gleich das volle Programm mit Burke und Selke, Poulsen dahinter…
    Diese ekligen BVB Fans mit ihrem asozialen Benehmen sind wirklich abartig, zusätzlich der Watzke mit seinen peinlichen Bemerkungen über Tradition und der arrogante Tuchel, der einmal nicht kurz vor Schluss noch die Packung bekam und so ein „überragendes Spiel“ seiner Mannschaft sah. Angeblich hätte man ja viel höher gewonnen. Wie blind man sein muss, dass man gegen eine Ersatzaufstellung fast das Unentschieden gefangen hat und dann diese unfassbare Arroganz mit der Tucheleigenen Eloquenz bringt, da kann einem schlecht werden. Dieser Verein wird auf die Art und Weise baden gehen und dann haben sie es verdient, aber weiterhin viel Glück an der Börse! Böse sind ja nur Vereine mit einem Hauptsponsor… achja außer dem HSV, der hat ja „Tradition“.
    Schade, ich mochte den BVB mal (vielleicht bin ich auch einfach ein Klopp-Fan…)

  11. Zunächst noch alles Gute zu Deiner Randbemerkung 15!

    Das, was jetzt gerade in Dortmund passierte, hat in und um alle Stadien herum einfach nichts zu suchen! Dabei wurden vermeintliche Sportfreunde zu schweren hasserfüllten Gewalttätern, die sogar Polizisten und Familien als Zielscheiben benutzten! In diesem Zusammenhang ist einfach nicht zu verstehen, dass der zuständige Ordnungsdienst, der eigentlich jede mitgebrachte Flasche zur Eigenversorgung beim Eintritt entfernen lässt, bei dieser großen Anzahl von völlig unseriösen Transparenten und anderen Spruchbändern, die indirekt der Grundstein für aggressive und zur Gewalt aufrufende Aktionen gegen den Gast waren, einfach die Augen zudrückte! Um diesen regelrecht furchtbaren Begleiterscheinungen eines Fußballbesuches in Dortmund zukünftig entgehen zu können, sollte als erster Schritt (der auch einen entscheidenden Fingerzeig auf andere Gefahrenherde“ bedeuten würde, die DFB – Gerichtsbarkeit, unterstützt durch die politisch Verantwortlichen und der Justiz, den Mut haben, die als in Europa größte und bekannteste Südtribüne mit ihren fast 25.000 Leuten bis auf Weiteres zu sperren! Die lapidaren Entschuldigungen der BVB-Führung, mit dem alternden BVB und DFL-Chef, Dr. Rauball und Herrn „Schwatzke“ im Nachhinein, wirkten nicht gerade aufmunternd und überzeugend!

    Bei „RaBa“, wie der Verein eigentlich richtig heißt und allein durch die fälschlicherweise ständige namentliche Verquickung zu einem ausländischen Konzern, der auch oftmals für vielseitige internationale finanzielle Aktivitäten besonders bei den Auswärtsspielen in Ungnade fällt, werden sich vermutlich immer die Geister scheiden. Jeder Fußballinteressent weiß doch aber längst andererseits, dass die damaligen Verantwortlichen bei der „Geburt“ 2009 und den später bekannten unnormal vielen Wechsel- und Verleihspielchen etwas andere Wege als ihre jeweiligen Mitbewerber um die vorderen oder Aufstiegsplätze wählten, die mit der üblichen „Tradition“ etwas weniger zu tun hatten……

    Vergessen scheinen allerdings die vielen personellen Verluste von Akteuren und Betreuern aller Art auf dem sehr steinigen Weg bis in das Fußballoberhaus zu sein. Doch langsam sollte in jedem Winkel unseres Landes auch anerkannt werden, dass das bisher Erreichte bis hin zum derzeitigen fast sensationellen Tabellenstand nicht nur allein mit locker sitzenden Geldscheinen möglich war! Heutzutage hat jeder „große Verein“ auch mindestens einen großen Sponsor! Man kann in dieser entstandenen Euphorie deshalb auch den Leipziger Marketingleuten nicht übel nehmen, wenn sie im Sog des bisherigen überraschenden positiven Auftretens im Überschwang bereits die Meisterschaftstrikots griffbereit auf Abruf in ihren Kabinenregalen liegen haben!

    Abschließend noch ein Vorschlag meinerseits zu Deiner Randbemerkung 8:
    Die nahezu im Gleichschritt in das Dortmunder Stadion einmarschierte Leipziger „Ultra- Gruppe“, unter der Leitung des am Vorabend in der Dresdener Semperoper Dresden ausgezeichneten Herrn Rangnick, die fast die Höhe der Mitgliederanzahl ihres Vereines erreicht hat, sollte sich z.B. „Rasenballos“ nennen, um nicht schon wieder in die Ecke einer schon bekannten Firma gestellt zu werden…..

  12. alles gute und weiter so, dafür unterstütze ich Sie gern. Grüße aus Gera.
    Gegen Hamburg wieder ein Top Heimspiel abliefern und die Bayern sind noch längst nicht durch…

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