Bundesliga: FC Ingolstadt vs. RB Leipzig 1:0

Letzter gegen Erster. Klar war, dass die Tabelle die Unterschiede zwischen beiden Mannschaften nicht richtig wiedergibt. Überraschend war es dann doch, dass RB Leipzig in Ingolstadt lange wenig einfiel, um die Defensive der Gastgeber in Bedrängis zu bringen. Am Ende stand ein unglückliches 0:1 nach einer insbesondere in der ersten Halbzeit schwachen Vorstellung.

Ins Spiel gegangen war RB Leipzig mit der identischen Startformation der letzten zwei Spiele in Freiburg und gegen Schalke. Defensiv fehlen weiter die Wechseloptionen. Und offensiv entschied man sich, Yussuf Poulsen trotz Knöchelproblemen in die Partie zu werfen. Etwas, was Ralph Hasenhüttl nach dem Spiel als vielleicht eher unglückliche Entscheidung kennzeichnete.

Gegenüber Maik Walpurgis änderte bei seinem FC Ingolstadt mal eben das Spielsystem und stellte auf eine Dreier- aka Fünferkette um. Roger rückte hinten zwischen Tisserand und Matip. Morales kam für den gelbgesperrten Suttner ins Team und spielte für Roger neben Cohen auf der Sechs. Jung nahm den Platz links irgendwas zwischen linkem Mittelfeld und Linksverteidiger ein. Lezcano durfte zudem im Sturm von Beginn an ran. Hartmann fand sich dafür auf der Bank wieder.

Vielleicht bezeichnend für die erste Hälfte, dass Ingolstadt schon in der zweiten Minute die erste gute Chance hatte. Ein schlichter Einwurf Richtung Eckfahne. Kein Zugriff auf den Ingolstädter, der einfach in den Strafraum passen darf. Wo Groß noch gerade so am kurzen Pfosten vom einrückenden Schmitz geblockt werden konnte. Eine Szene (und auch ein Vorlauf zu Szene), in der man ein wenig zu passiv, ein bisschen zu wenig aggressiv und wach agierte.

Ingolstadt auf der anderen Seite machte das in der Anfangsphase recht gut. Präsent in den Zweikämpfen. Das Spiel immer wieder breit machend und Situationen am Strafraum suchend. Und sei es per Standard.

Durch einen solchen gelang dann auch die Führung. RBL-Leihgabe Anthony Jung, der bei Nichtabstieg in Ingolstadt bleibt, mit einer Flanke mit links zum Tor. Roger kommt vor Ilsanker an den Ball und verlängert ihn aus fünf Metern ins lange Eck. Lässt sich trefflich darüber streiten, ob Gulacsi sich hätte den Ball schnappen können. Aber dort Richtung kurzen Pfosten wäre eine Torhüterrettungsaktion wohl auch ziemlich gewagt gewesen. Zumal man dafür dann hätte Ilsanker und Roger aus dem Weg räumen müssen. Eher schwierig.

Bis zur Pause kam von RB Leipzig derweil bis auf zwei Abseitsaktionen (Forsberg, Halstenber) gar nichts. Also wirklich gar nichts. Viel zu kompliziert versuchte man sich immer wieder Richtung Ingolstädter Strafraum zu kombinieren. Was für die aggressiven und kompakten Ingolstädter ein gefundenes Fressen war. Denn die Kombinationsfähigkeiten, eine derart intensive Verteidigungsstrategie zu bespielen, haben die RasenBallsportler dann doch nicht. Zumal Keita in der ersten Halbzeit nicht der erhoffte Taktgeber sein konnte, sondern selbst immer wieder Bälle verlor.

Vielleicht wäre man an so einem Tag mit klassischem Zorniger-Fußball, also hohe Bälle an den Strafraum und dann den zweiten Ball jagen, besser gefahren. Weil man so zumindest die Option gehabt hätte, mal Bälle am gegnerischen Strafraum zu haben, die man erobern und den Gegner mal in Unordnung erwischen kann. Aber in den Fällen, in denen so etwas in der ersten Halbzeit mal gespielt wurde, zeigte sich auch Yussuf Poulsen (vielleicht wegen seines Knöchels) vergleichsweise indisponiert und nicht so präsent wie sonst, sodass der Däne nicht wie gewohnt in Zweikämpfe kam. Und wenn stand dann dort auch noch die Maschine Roger.

Vereint nicht nur im Sieg, sondern auch in der Niederlage. Zwischen Mannscahft und Fans passt nach dem 0:1 in Ingolstadt kein Blatt. | GEPA Pictures - Roger Petzsche

Die erste Halbzeit war aus RB-Sicht weniger als erbaulich, sondern wirkte eher ein wenig pomadig. Zumindest im Vergleich zu den Gastgebern. Die aber auch den Vorteil hatten, nach dem 1:0 gar nichts mehr fürs Spiel machen zu müssen. Verteidigen, verteidigen und verteidigen. Und wenn man mal einen Ball gewann, den schnell nach vorn bringen, wo man mit Lezcano, Groß und Leckie nicht gerade viele Offensivkräfte hatte. Vielleicht kommt ja was bei raus. Bei 42% Passquote kam wenig erstaunlich nur selten was bei raus. Matip mit einem Kopfball wieder nach einem ruhenden Ball hatte noch eine vergleichsweise gute Chance auf einen Treffer.

Das 1:0 zur Pause ging in Ordnung. Weil Ingolstadt das spielte, was man von Walpurgis-Teams kennt. Eine gute Mischung aus auch gegen den Spielaufbau aggressiver und gleichzeitig in der Breite und der Zentrale kompakter Verteidigung. Aber man verteidigte ja praktisch auch mit neun von zehn Feldspielern. Wenn du nicht ein sehr, sehr gutes Ballbesitzteam bist, dann ist das ziemlich eklig zu bespielen.

Hatte Ingolstadt in der ersten Halbzeit abseits des Verteidigens immerhin noch zwei, drei offensive Möglichkeiten, kam in der zweiten Halbzeit gar nichts mehr. Zwar lauerte man 45 Minuten lang auf den entscheidenden Konter, aber die paar Gelegenheiten, die man bekam, spielte man nicht gut aus bzw. wurden von RB in der Tiefe auch ganz gut verteidigt. Lediglich nachdem Gulacsi durch einen Querpass in Bedrängnis gebracht wurde und einen Ingolstädter anschoss, lag das 2:0 in der Nachspielzeit in der Luft. Aber der Ball landete dann doch deutlich neben dem Tor.

Auf der anderen Seite übernahm RB Leipzig immer mehr das Offensivkommando. Und auch wenn weiterhin nicht alles gut oder zielführend war, wurde die Überlegenheit von Minute zu Minute drückender. Was vor allem damit zusammenhing, dass Naby Keita in der zweiten Halbzeit immer stärker wurde und seine Kollegen immer besser einsetzte.

Wie nach 52 Minuten, als er Marel Sabitzer an der Strafraumkante freispielte (es dürfte der erste gelungene Pass von RB in den Strafraum im ganzen Spiel gewesen sein) und der Österreicher dann vor Hansen gleichzeitig mit dem Abschluss scheitert und von Cohen von der Seite weggetreten wird. Statt Foul und Elfer ging es mit Einfwurf und einem verletzten Torhüter Hansen, der später runter musste, weiter.

Das Signal für mehr Druck gab man dann endgültig nach 63 Minuten ab. Forsberg hatte abgezogen und war an Nyland gescheitert. Das folgende fröhliche Scheibenschießen war gut für die Torschussstatistik, aber ansonsten für nicht viel gut.

Der Druck von RB Leipzig war nun hoch, aber man spielte weiterhin auch oft zu ungenau. Und am und im Strafraum fiel den RasenBallsportlern auch nicht mehr viel ein. Ein paar wenig gelungene Flanken. Burke mit einer Hereingabe, die zu nah an den Keeper gespielt war. Große Chancen entsprangen dem häufigen Spielen in der FCI-Hälfte nicht. Man versuchte es nun auch häufiger mit langen Bällen. Was auch dahingehend erstaunlich war, dass der eingewechselte Selke zwar groß, aber im Gegensatz zum ausgewechselten Poulsen eigentlich nicht der optimale Zielspieler für hohe und weite Bälle ist. Und auch Burke ist zwar physisch stark, aber in Luftduellen fehlt ihm erstaunlich viel an Timing. Aber Burke spielte eh zumeist über links (und das gar nicht mal schlecht), sodass er nicht wirklich der Zielspieler war.

Abfallprodukt der langen Bälle aber durchaus, dass man immer wieder zweite Bällle in der Ingolstädter Hälfte aufgabeln konnte. Und so in guten Feldpositionen in Ballbesitz kam und die Gastgeber ordentlich beschäftigte. Richtige Chancen blieben allerdings wie gesagt Mangelware. Burke kam nach 76 Minuten mal einen Ticken zu spät gegen Nyland. Forsberg blieb bei einem Konter im Strafraum hängen. Das war es schon bis kurz vor dem Schlusspfiff.

Denn nach 88 Minuten hätte Emil Forsberg den insgesamt verdienten Ausgleich erzielen können oder müssen. Wieder war Keita der Initiator, der sich erst den Ball an der Eckfahne erkämpft, dann an einem Ingolstädter per Beinschuss vorbeigeht und dann Forsberg per Beinschuss gegen den nächsten Inolstädters auflegt. Doch Forsberg legt den Ball aus fünf Metern freistehend links am Tor vorbei. Eine Szene, von der der Schwede wahrscheinlich mindestens die letzte Nacht geträumt hat. Konnte hinterm Tor im Gästeblock kaum einer fassen, wie der Ball am Tor vorbeigehen konnte. Und auch auf dem Platz war eine gewisse Fassungslosigkeit vorherrschend.

Es passte aber zu diesem in jeder Hinsicht gebrauchten Tag, dass dieser Ball dann auch noch am Tor vorbeikullerte. Genauso wie die Rudelbildung zu dieser Partie passte, die sich dann noch in der Nachspielzeit abspielte. Ausgangspunkt dafür ein kleiner Bodycheck von Willi Orban, der danach im Trubel um ihn rum die Ruhe in Person bleibt und sich anguckt, wie sich die kompletten Mannschaften und Betreuerstäbe gegenseitig auf dem Platz rumschubsen. Der Moment, in dem die Giftigkeit in der Partie, wie man sie nun mal kennt, wenn man gegen Walpurgis-Teams spielt, explodierte. Am Ende aber auch nur eine Randnotiz, die Leckie einen Platzverweis einbrachte.

Fazit: Aus RB-Sicht eine unnötige Niederlage, weil man die Chancen zumindest auf den Ausgleich und den Gegner in der zweiten Halbzeit komplett im Griff hatte. Ganz unverdient war der Sieg der Gastgeber aber auch nicht, weil sie gerade in der ersten Halbzeit das bessere und zielstrebigere Team waren und 90 Minuten lang fast durchgängig gut und aggressiv verteidigten und dadurch auch die Geschwindigkeit von RB in der Tiefe komplett aus dem Spiel nahmen. RB fiel dagegen lange nicht viel ein. Zu umständlich war man vor allem in der ersten Hälfte. Spätestens ab der 60. Minute hätte man sich den Ausgleich dann verdient gehabt, aber in der Partie kam von einer vergleichsweise schwachen Leistung über einen nicht gegebenen Elfmeter bis hin zu Abschlusspech/ -schwäche alles zusammen. Sodass am Ende das 1:0 für die Gastgeber auch irgendwie ok ging und Lohn einer guten Taktik und vor allem guten Umsetzung dieser Taktik war.

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Randbemerkung 1: Das Spieldrumherum in Ingolstadt. Immer ein wenig gewöhnungsbedürftig. Das geht bei der Anreise mit dem Busshuttle irgendwo ins Industriegebiet los. Und geht bei der Stadionmoderation weiter, die einen ein wenig an Diskos erinnert, bei denen der DJ in die Lieder hinein die Menschen zum Tanzen animiert. Selten, dass man einen Anpfiff nicht nur aus sportlichen Gründen herbeisehnt, sondern auch deswegen, weil man will, dass einfach die Untermalung aus den Lautsprechern loswerden will.

Randbemerkung 2: 50+1, Mitbestimmung, Red Bull doof und Red Bull ganz doof und Red Bull richtig doof. Es gibt wenige Orte in diesem Land, an denen die Abgrenzung von RB Leipzig absurder und aufgesetzter wirkt als in Ingolstadt. Das könnte wohl nur Freud sinnvoll erklären..

Randbemerkung 3: „Hexenkessel“ hat Maik Walpurgis nach dem Spiel zur Atmosphäre im Stadion gesagt. Gut, er war einst Trainer in Lotte, wo Fuchs und Hase der Werbewand hinter dem Tor gute Nacht sagten. Aber er war auch Trainer in Osnabrück, wo das Publikum in seiner Amtszeit zweimal gegen RB Leipzig tatsächlich ein entscheidender Faktor war. Aber in Ingolstadt? Really? Wenn die Niederlage an irgendwas nicht lag, dann am Heimpublikum, das immerhin in den letzten fünf Minuten da war..

Randbemerkung 4: Da hatten die Balljungen schon eher Anteil am Sieg, die es in selten gesehener Nervigkeit schafften, praktisch keinen Ball zu einem RB-Spieler zu werfen, sondern ihn drei Meter vor ihnen abzulegen, damit sie auch noch was zu tun haben. Ilsanker war einmal sauer. Und dann nochmal, was die Werbeumrandung zu spüren bekam. Und dann sah er dafür gelb. Vielleicht schaffen es die Balljungen ja wenigstens auch in den Spielberichtsbogen.

Randbemerkung 5: In Osnabrück musste Walpurgis letztes Jahr einen sicheren Sieg gegen RB im DFB-Pokal hergeben, weil ein Zuschauer den Schiedsrichter mit einem Feuerzeug getroffen hatte. In Ingolstadt wurde RB nicht durch eine Feuerzeug gerettet. Auch wenn die Gegengerade einiges für einen Spielabbruch tat, indem sie den Linienrichter (und Ilsanker) mit Bierbechern bewarfen. Halt einen Meter daneben, sonst hätte es klappen können mit einem Sieg am grünen Tisch.

Randbemerkung 6: Nur 42% angekommene Pässe, nur 42,5% gewonnene Zweikämpfe, gerade mal 36% Ballbesitz für Ingolstadt. Mal wieder so ein Spiel, in dem sich zeigt, dass Statistiken im Fall der Fälle wenig Wert sind. Die Wiederkehr von altem Darmstadt- oder Zweitligafußball gegen RB Leipzig. Du brauchst nicht den Ball, um RB bekämpfen zu können. Du musst ihn ihnen geben und dann die entscheidenden Zonen und aggressiv verteidigen und dann den Ball nach vorn kloppen, um darauf zu hoffen, dass mal ein, zwei Bälle durchrutschen. Hatte man so diese Saison in der Bundesliga noch nicht gesehen. Aber von Walpurgis durfte man aus der Vergangenheit erwarten, dass er weiß, wie es geht und wie man es gut umsetzt.

Randbemerkung 7: Viertes Auswärtsspiel gegen ein Walpurgis-Team. Einst in der Relegation zur dritten Liga hieß es nach 90 Minuten 2:0 für Lotte (2:2 am Ende, weil den Sportfreunden die Kraft ausging). Im selben Jahr gab es ein 3:2-Sieg mit Osnabrück. Letztes Jahr stand es beim Spielabbruch im DFB-Pokal 1:0 für Osnabrück. Diesmal also ein 1:0 nach 90 Minuten. Walpurgis und RB Leipzig. Eine besodere Geschichte. Er könnte sein Erfolgsrezept anderen Teams für viel Geld verkaufen..

Randbemerkung 8: Vielleicht fragt man aber auch einfach nur beim FC Ingolstadt an. Drei Spiele gegen RB Leipzig, drei Siege. Eine bessere Bilanz hat kein Team gegen Leipzig.

Randbemerkung 9: Ein (abgeblockter) Torschuss in der gesamten ersten Halbzeit von RB Leipzig. Der erste Schuss aufs Tor nach 52 Minuten. Mehr muss man über die Geschichte des Spiels für lange Zeit nicht wissen.

Randbemerkung 10: Beide Teams liefen insgesamt gleich viel. Aber im höheren Geschwindigkeitsbereich der schnellen und intensiven Läufe war Ingolstadt deutlich im Vorteil. Was auch ein bisschen mit ihrer Spielweise und ihrem geringen Ballbesitz zu tun hatte (Laufdaten sagen ja meist mehr über Spielidee als über Einsatz oder Laufbereitschaft aus). Allerdings ist das eine Tendenz, die in der jüngeren Vergangenheit (und noch deutlicher im letzten Zweitligajahr) schon zu beobachten war, dass man in den Hochgeschwindigkeitsläufen gegenüber den Gegnern ein bisschen zurückbleibt. Kann man ja mal im Auge behalten und sich Theorien dazu überlegen. Körperliche Überlastung sollte es eigentlich nicht sein. Zumal das Spielsystem in diesem Jahr weniger laufaufwändig ist als das in der letzten Saison.

Randbemerkung 10: Interessant die gelb-rote Karte für Mathew Leckie. Also vor allem die Art und Weise, wie er sie kassierte. Im Mittelfed Demme von hinten für dunkelgelb abgeräumt. Aber es geht mit Vorteil weiter und dann kommt es zur Rudelbildung in der Nachspielzeit, bei der Leckie Orban durch die Gegend schubst. Macht dann in einem Zug gelb für das Foul und gelb für die Unsportlichkeit und zack vom Platz. Sieht man auch selten, dass ein Spieler gleichzeitig zwei gelbe Karten für verschiedene Vergehen kriegt.

Randbemerkung 11: Orban in der Situation natürlich auch interessant. Erst gibt er Morales, nachdem schon abgepfiffen ist, noch einen kleinen Check mit, den man wohlwollend als ungewollten Zusammenprall interpretieren könnte. Um sich danach, so cool wie es nur Orban kann, hinzustellen und all die Aufregung um ihn herum anzugucken und nicht mal mit einem Augenzucken daran Anteil zu nehmen. Und obendrauf kassierte er als Auslöser der Rudelbildung noch nicht mal gelb. Und steht damit weiter bei vier gelben Karten.

Randbemerkung 12: Erste Niederlage der Saison. Und auch erstmals ohne eigenes Tor geblieben. Vor der Saison betonte Hasenhüttl, dass es keine Niederlagen gibt, sondern nur Spiele, aus denen man lernen kann. Mal sehen, was man aus diesem Spiel so alles lernt.

Randbemerkung 13: 34 Minuten lag RB Leipzig bisher in 13 Saisonspielen insgesamt nur zurück. Nach dem Spiel in Ingolstadt hat sich die Zahl mal eben mehr als verdreifacht. 112 von 1260 Minuten sind es nun..

Randbemerkung 14: Ändert alles natürlich wenig an der bisher hervorragenden Saison. Sechs bzw. sieben Punkte Vorsprung auf Rang 3 bzw. 4, zehn Punkte auf Platz 6. 33 Punkte nach 14 Spielen. Immer noch eine irre Bilanz. Sechsmal Bayern, zweimal Leverkusen und je einmal Dortmund, Stuttgart und Kaiserslautern (in der Meistersaison). Mehr Teams hatten seit Einführung der Dreipunktregel noch nicht 33 Punkte nach 14 Spielen.

Randbemerkung 15: Erste Niederlage der Saison. So richtig reden wollte direkt nach dem Spiel darüber niemand. Spielerinterviews gab es also fast gar keine. Lediglich Chefcoach Ralph Hasenhüttl erfüllte seine Medientermine im üblichen Umfang. Vielleicht ja nur Zufall, dass dies so nach einer Niederlage passierte. Und dass man nach so einem Spiel nicht so richtig Bock hat, drüber zu schnacken, ist zumindest emotional nachvollziehbar.. Auffällig blieb es angesichts sonstiger Mitteilungsbedürftigkeit trotzdem.

Lichtblicke:

  • Marcel Sabitzer: Ist jemand, dem in solch intensiven Partien erst so richtig das Herz aufzugehen scheint. Lässt sich nichts gefallen, hält dagegen, sucht die Zweikampfsituationen. In der ersten Halbzeit in klassischer Zeichen-setzen-Manier gelb abgeholt. In der Schlussphase einer der wachesten Spieler. Viel gelaufen und gesprintet, viele Zweikämpfe gewonnen. Schade, dass er nach reichlich 50 Minuten den Ausgleich nicht machte oder machen konnte. Trotzdem einer, der vorneweg ging und sich um die Aggressivität der Gastgeber nicht scherte.
  • Naby Keita: Lange ungenau und mit wenig Präsenz, um dann in der Schlussphase umso gewaltiger zu kommen. Riss das Spiel an sich. Sorgte immer wieder mit gelungenen Körpertäuschungen für Räume. Bereitete fünf Torschüsse vor, darunter die 120%ige Ausgleichschance von Forsberg und die Großchane von Sabitzer. In der Form der letzten halben Stunde überragend.
  • Timo Werner: Aus Prinzip. Weil er sich nach der Schwalbe letzte Woche redlich mühte und von allen Seiten unter besonderer Beobachtung stand und vom Heimpublikum Pfiffe erntete. Bekam nach dem Spiel noch mal Extra-Sprechchöre aus dem Gästeblock. Auch wichtig in diesen Tagen und tat ihm sichtbar gut.

Fanarena-Spieltagsspieler:

RB-Spieler des 14.Spieltags beim FC Ingolstadt bei fan-arena.com

(Quelle: iPhone und Android App FanArena für RB Leipzig Fans – www.fan-arena.com)

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Tore: 1:0 Roger (12.)

Aufstellung RB Leipzig: Gulacsi – Schmitz, Ilsanker, Orban, Halstenberg – Demme, Keita – Sabitzer, Forsberg – Werner (70. Selke), Poulsen (55. Burke); Bank: Müller, Khedira, Kalmár, Kaiser, Franke; Nicht im Kader: Compper, Bernardo, Gipson, Papadopoulos (alle verletzt), Coltorti, Boyd

Aufstellung FC Ingolstadt: Hansen (58. Nyland) – Matip, Roger, Tisserand – Hadergjonaj, Morales, Cohen, Jung – Leckie, Groß (86. Hinterseer) – Lezcano (64. Hartmann)

Schiedsrichter: Markus Schmidt (Tat sich gelegentlich mit Zweikampfentscheidungen schwer. Inkonsequent in der ersten Halbzeit, als er erst Groß wegen Foul ermahnt und beim nächsten Foul eine Minute später noch mal ermahnt. Freistoß vor dem 0:1 war aus Stadionsicht keiner. Dafür hätte es für Foul gegen Sabitzer im Strafraum nach 52 Minuten Elfmeter geben sollen oder müssen. Alfredo Morales kam in der ersten Halbzeit mit einer Ermahnung für ein Foul weg, für das Sabitzer kurz zuvor gelb gesehen hatte. Die Rudelbildung in der Nachspielzeit war auch Folge dessen, dass Schmidt die Partie eher über die Zeit brachte, als die Akteure wirklich unter Kontrolle zu haben. Nicht so richtig überzeugend, was Schmidt auf dem Rasen machte, auch wenn man ihm das Ergebnis natürlich nicht anlasten kann.)

Gelb-Rot: Leckie (90. + 4/ irgendwas mit Rudelbildung, Foul und Unsportlichkeit)

Gelbe Karten: Hadergjonaj – Ilsanker (3.), Werner (2.), Selke (1.), Sabitzer (1.)

Zuschauer: 15.200 (davon 1.700 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, MDR-Bericht, FCI-Bericht, Kicker-Bericht

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  • Torschüsse: 4 : 13
  • Torschüsse innerhalb des Strafraums: 4 : 7
  • Schüsse auf das Tor: 1 : 3
  • gewonnene Zweikämpfe: 42,5% : 57,5%
  • Ballbesitz: 35,6% : 64,4%
  • Passquote: 42,1% : 73,2%
  • Laufstrecke: 116,3 km : 116,4 km
  • Sprints: 221 : 178
  • Intensive Läufe: 659 : 595
  • Fouls: 19 : 15
  • Ecken: 3 : 4
  • Abseits: 2 : 2
  • Meiste Torschüsse: Matip, Groß, Roger, Leckie: je 1 – Schmitz, Forsberg: je 3
  • Meiste Torschussvorlagen: Groß: 2 – Keita: 5
  • Beste Zweikampfquote (mindestens 10 Zweikämpfe): Ilsanker, Sabitzer: je 75,0% – Roger: 63,6%
  • Meiste Ballkontakte: Leckie: 50 – Schmitz: 114
  • Beste Passquote (mindestens 20 Pässe): Roger: 57,1,5% – Gulacsi: 80,0%
  • Größte Laufstrecke: Leckie: 11,7 km – Demme: 11,8 km
  • Meiste Sprints: Leckie: 39 – Sabitzer: 22

Statistiken von bundesliga.de, bild.de, FourFourTwo

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Saisontorschützen: Werner – 8; Forsberg – 5; Keita, Sabitzer – je 4; Selke – 2; Kaiser, Burke, Poulsen, Orban – je 1; Eigentore: Baumgartlinger, Kolasinac

Saisonvorlagengeber: Forsberg – 8; Werner – 5; Sabitzer – 4; Demme – 3; Poulsen, Burke – je 2; Schmitz, Orban, Compper, Selke, Keita – je 1

Saisontorbeteiligungen (Entstehung des Tors jenseits der direkten Vorlage): Demme – 9; Forsberg – 7; Sabitzer – 6; Orban, Ilsanker – je 5; Halstenberg, Poulsen – je 4; Keita, Compper, Gulacsi – je 3; Kaiser – 2; Bernardo – je 1

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Bild: © GEPA pictures/ Roger Petzsche

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13 Gedanken zu „Bundesliga: FC Ingolstadt vs. RB Leipzig 1:0“

  1. Schon etwas enttäuschend aber so ist Fußball. Manchmal ist eben der Wurm drin… Tagesform und so. Aber wie sagt man so schön, abputzen und weitermachen!

  2. Tja. Schon schade. Hab sogar 2 nicht gegebene Elfer gesehen. Da war auch noch ein Foul an Burke dabei. Damit hat sich wohl das Schwalbenglück nun wieder mehr als ausgeglichen. Auch gut.

  3. Was mich wundert, bisher haben seine Einwechslungen immer was gebracht, diesmal jedoch hat er sogar nur 2 mal gewechselt. Vielleicht hätte Kaiser nochmal neue Impulse bringen können…

  4. Was ist passiert. Wollen wir einmal resumieren. Frankfurt und Hoffenheim trennen sich torlos. Ein Aufsteiger verliert beim Tabellenletzten. Dortmund spielt nur remis kann in der Tabelle nicht nachziehen und die Hertha holt noch nichteinmal einen Punkt. Es ist weiterhin ein Zweikampf an der Tabellenspitze wodurch die Bayern gestern lediglich durch das bessere Torverhältnis die Tabellenspitze zurückerobert haben. Warum die Bayern allerdings eine Wagenladung Weißwürste und eine Wagenladung Weißbier nach Ingolstadt durch den Vorstand schicken müssen verstehe ich nicht. Haben Sie es nötig? Gibt es in Ingolstadt nichts mehr zu essen und zu trinken? Ist das Sportsgeist? Ich kann mich nicht erinnern das Leipzig nach Dortmund Dosen geschickt hat um für deren Sieg gegen Bayern zu gratulieren. Also RBL weiter gehts, prima erste BL Sasion….

  5. Wie immer ein absolut zustimmungswürdiger Bericht.

    Zu Randbemerkung 2: Es gibt tatsächlich eine psychoanalytische Erklärung, warum das Ausmaß der Ablehnung gegenüber RB gerade in Ingolstadt besonders ausgeprägt ist. Es handelt sich um eine klassische Projektion. Das, was ich selber bei mir nicht wahr haben will, wird dem Anderen übergestülpt und dort umso intensiver bekämpft. Hier projezieren die Ingolstädter ihre eigene Retortenhaftigkeit auf RB Leipzig. Es ist nämlich so, dass es diesen Verein erst seit 2004 gibt und die vorherigen Vereine MTV und ESV Ingolstadt zwar kurzzeitig Ende der Siebziger Jahre zweite Liga Zweite Liga gespielt haben, insgesamt sich aber eher in der Bayernliga oder in der 5. Liga rum getrieben haben. Und die Ingolstädter wollen auch nicht wahr haben, dass es ihren Verein, der eigentlich Audisport Ingolstadt heissen müsste, ohne diesen Sponsor in dieser Form und mit diesem Stadion nicht geben würde.

    Es gibt aber wahrscheinlich noch einen anderen Grund für die Ablehnung: Mindestens 50% der Ingolstadt-Fans sind aus den erwähnten Gründen (fehlende Tradition etc.) eigentlich Bayern München-Fans. Und als solche haben sie schlicht Angst vor der aktuellen und zu erwartenden Konkurrenz.

  6. Wieder mal auf den Punkt gebracht!

    Mit einer Ausnahme. Sky als auch die ARD sprachen von einer Rettungstat von Nyland gegen Burke. Aber in der Wiederholung ist klar zu sehen, daß OB sich den Ball vorbei legt und durch den TW zu Fall kommt. Klarer Elfmeter, wie auch gegen Sabitzer. Was mich wundert, daß kein Spieler dazu reklamiert (außer Demme) Sind wohl noch alles Nachwirkungen vom letzten Spiel.

    Warum Orban wieder nicht die 5. gelbe bekam, ist mir auch schleierhaft. Klarer ging es diesmal nicht. Ich vermute Willi wird am 21.12. nicht in München dabei sein. (!Verschwörungs-Dings!) 😉

    Deine Lichtblicke sind 100% richtig. Was ist der Marcel Sabitzer für ein Vollzeigeprofi!

    Bei Werner hat es mich sehr gefreut, daß Ihr ihn bei der Auswechslung mit Sprechchören ermuntert habt!! Vielleicht sollte man in der 11. Minute gegen Hertha eine ähnliche Aktion planen wie damals mit Willi.

  7. Treffende Analyse , warum man aber bei solchen Teams nicht von den Flügel und Grundlinie agiert erschließt sich mir nicht.den die einzigen gefährlichen Aktionen resultierten daraus .
    In Darmstadt hat es ja auch funktioniert.
    Noch eine Anmerkung zu Gulasci. , ich weiss nicht warum er immer noch im Tor steht , klare Klärungsaktionen bei Ecken und Flanken. ……Fehlanzeige(siehe Freiburg)
    Nur auf der Torlinie festgenagelt😨bei Ecken und Freistößen wird mir immer mulmig .

  8. Das mit Gulácsi sehe ich auch so. Coltorti wäre rausgegangen und hätte alles platt gemacht inklusive der eigenen Spieler.
    Walpurgis hat einfach die 2. Liga in die 1. importiert, hinten Beton angemischt und schon war es vorbei mit der RB-Herrlichkeit.
    Das ewige Lächeln vom Coach bedeutete schon beim Einlaufen nichts Gutes (bin da etwas abergläubig), danach war man sehr dünnhäutig bei der PK, hätte ich auch anders erwartet.
    Die erste Hälfte war ja wirklich Zorniger-Gedächtnisfußball, am Ende fehlte uns auch etwas Glück, dieses war wohl aufgebraucht, „die Bank“ schwach wie lange nicht. Keita weiter ein Hochgenuss und allein den Eintritt wert. Einstellung von Sabitzer top. Poulsen braucht wohl mal eine Pause. Selke sollte sich mehr auf das Spiel konzentrieren, wenn er schon mal ran darf.
    Das war gestern wohl leider richtungsweisend, Platz 4 sollte es nun aber trotzdem werden, die anderen spielen ja weiter für RB.
    Die Weihnachtsfeier der Bayern wurde ebenfalls durch unsere Niederlage „beflügelt“ – was will man mehr.
    Die Presse gratuliert den Bayern fast schon zur Meisterschaft, wenn „Spiegel & gleichgesinnte Anti-RBLer“ da mal nicht irren.

  9. Feiner Bericht. Sehe es auch so, dass Schiri in den ersten Minuten jeden Ball gegen RB entscheiden wollte. Bezeichnend, dass die Entstehung des entscheidenden Freistoßes in keiner Zusammenfassung auftaucht.
    Von meinem Platz aus sah ich auch keine Bewegung von Willi O. aber eine absolute Schauspieleinlage des IN, um Zeit zu schinden.
    Wenn wir in Frankfurt auch so einen ängstlichen / Schiri bekommen, der RB was beweisen will…
    Ansonsten punktgleich an der Spitze, weil alle Verfolger patzten … Wir sind gewöhnt 😃

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