Bundesliga: RB Leipzig vs. FC Schalke 04 2:1

RB Leipzig gegen Schalke 04. Das Duell der beiden formstärksten Teams der Bundesliga. Ein echtes Spitzenspiel. Das durch zwei schnelle Tore in beiden Halbzeiten und dadurch, dass RB Leipzig in der zweiten Halbzeit das gefährlichere und aktivere Team war, am Ende durchaus verdient an die Heimmannschaft ging.

Ins Spiel gegangen war RB Leipzig ohne Veränderungen. Defensiv hatte man keine Wechseloptionen mehr übrig. Und offensiv gab es keinen Grund zu wechseln. Sodass es naheliegend war, dass man ohne Wechsel in die Partie geht. Auch Schalke gegenüber dem Darmstadt-Spiel ohne Veränderungen. Auch hier gab es keine auf der Hand liegenden Optionen oder Gründe, etwas an der Formation zu verändern.

Die Partie begann extrem fulminant. Denn schon der erste Angriff von RB Leipzig mündete in der Führung. Ballgewinn am eigenen Strafraum. Perfekt über Orban, Halstenberg und Demme herausgespielt. Über Sabitzer, der einen wichtigen Zweikampf im Mittelfeld gewinnt, kommt der Ball zu Keita, der ein Stück geht und ihn tief auf Werner spielt. Naldo hat den Ball eigentlich schon, verliert ihn aber wieder an Werner, der daraufhin allein auf Fährmann zuläuft, von Naldo noch leicht an der Schulter gehalten wird und sich dann zwei Schritte später zu Boden wirft. Ohne erneuten Gegnerkontakt. Schon gar nicht mit Fährmann, der trotzdem Gelb sieht und sich einem Strafstoß ausgesetzt sieht.

Phantastischer Angriff über das ganze Feld mit dem Schönheitsfehler eines falschen Pfiffes am Ende. Wilde Proteste der Schalker und insbesondere von Fährmann. Eine Szene, die den Nachklapp des Spiels auf allen Ebenen bestimmen und das Ergebnis überlagern sollte (siehe die Randbemerkungen unten). Timo Werner ficht das alles nicht an. Als Gefoulter bzw. eben nicht Gefoulter tritt er zum Elfmeter an und versenkt zum 1:0.

Dass es nicht eine Minute später schon 2:0 steht, ist dann wiederum Fährmann zu verdanken. Werner war links durchgebrochen und hatte in die Mitte gepasst. Wo sich Poulsen durchsetzte und erst aus Nahdistanz an Fährmann und anschließend am Pfosten scheiterte.

In den ersten fünf bis zehn Minuten schien Schalke 04 bei aller Vorbereitung vom Tempo von RB Leipzig überrascht. Und musste den Wirkungstreffer des 0:1 verarbeiteten. Was ihnen ganz gut gelang. Denn spätestens nach zehn Minuten hatte man die Partie, die man vorher erwartet hatte. Eine, in der sich die beiden Mannschaften gegenseitig zwischen den Strafräumen bearbeiten, ohne dass dabei größere Offensivaktionen herausspringen. Nicht umsonst standen da zwei der besten Defensivteams der Liga gegeneinander auf dem Platz.

Schalke zeigte in dieser ersten Halbzeit viel von dem, womit man RB Leipzig wehtun kann. Viel Physis in den Zweikämpfen. Relativ aggressives Anlaufen des RB-Spielaufbaus. Und ein kompaktes Verteidigen vor allem in der Zentrale des Spielfelds und am und im eigenen Strafraum. Am Ende standen trotzdem 12 Torschüsse von innerhalb des Strafraums für RB Leipzig zu Buche. Aber gerade in der ersten Halbzeit war da ab der 5. Minute nicht mehr viel gefährliches dabei.

Viel Offensivgefahr brachte Schalke lange auch nicht auf den Rasen. Das änderte sich erst nach 30 Minuten. Nicht ganz zufällig, dass die ersten gefährlichen Szenen der Gäste auch Folge ihrer Formation waren, in der Schöpf und Kolasinac als jeweilige Außenbahnspieler das Feld breit machen.

Nach 30 Minuten jedenfalls war es Schöpf der nach einer defensiven Unordnung bei RB Leipzig rechts durch war. Gulacsi wollte erst rauslaufen, dann wieder nicht und rückte zurück in den Kasten. Wo er dann den frei vor ihm auftauchenden Österreicher im Eins gegen Eins besiegte.

Timo Werner lieferte in vielerlei Hinsicht die wichtigsten Geschichten zum Spiel von RB Leipzig gegen Schalke 04. | GEPA Pictures - Sven Sonntag.

Kurz danach war dann aber der Ausgleich da. Auf der rechten Seite guckten vier RB-Spieler zu, wie die Flanke in den Strafraum geschlagen wurde. Orban kommt mit einer Kopfballabwehr zu spät. Ilsanker springt unter einem Ball durch. Goretzka scheitert aus Nahdistanz an Gulacsi. Der unangenehm zu bespielende und starke Kolasinac drückt den Ball aber aus spitzem Winkel als Abpraller über die Linie.

Ein Tor, das auch ein bisschen die Folge der umgestellten Viererkette war. Schmitz musste zuvor ausgewechselt werden, weil er nach einer Schädelprellung auf einem Auge nichts mehr sah. Sodass Kaiser Rechtsverteidiger spielte. Genau zwischen Ilsanker und dem eingerückten Kaiser kam Goretzka zum Schuss. Und im Rücken von Kaiser stand dann Kolasinac völlig frei.

Bis zur Pause war Schalke dann das reifere und dominantere Team. Ballsicher, gut organisiert. Und kurz vor der Pause sogar fast in Führung. Aber Schöpf schoss nach gutem Konter den Ball knapp links am Tor vorbei.

Alles in allem ging das 1:1 zur Pause in Ordnung. RB Leipzig startete fulminant. Dann war es lange ausgeglichen. Und dann bestimmte Schalke die Szenerie. Alles in allem war es aber eine beiderseits sehr kontrollierte Halbzeit. Leipzig im 4-2-4-Block ab fünf bis zehn Meter vor der Mittellinie sehr kompakt und keine Räume zulassend. Schalke auf der anderen Seite mit einer Mischung aus Aggressivität vorn und kompaktem Verteidigen hinten. Dadurch war manches im Spiel Stückwerk, aber es war das erwartet ausgeglichene Spiel.

Die zweite Halbzeit war dann eine komplett andere und wesentlich spektakulärere Partie, die teilweise mit recht offenem Visier ausgefochten wurde. Und in diesem Spiel lagen dann die Vorteile doch recht deutlich auf Gastgeberseite.

Dabei kam RB Leipzig zugute, dass man keine zwei Minuten nach der Pause schon wieder in Führung lag. Diesmal nicht durch Mithilfe des Schiedsrichters, sondern durch Mithilfe eines Schalker Spielers. Denn Sead Kolasinac köpfte einen Forsberg-Freistoß relativ unbedrängt ins eigene Netz.

Das Tor war im Vergleich mit dem Elfmetertor in der ersten Hälfte für den Spielausgang der sehr viel entscheidendere Genickschlag. Denn von diesem erholte sich Schalke nicht mehr so richtig. Im Gegensatz zur ersten Halbzeit leistete man sich in der zweiten zu viele Ballverluste in der eigenen Hälfte und geriet so immer wieder in gefährliche Situationen, die man nur mit viel Mühe und gelegentlich Glück lösen konnte.

Viele Situationen, in denen RB Leipzig in der Lieblingsdisziplin, mit Geschwindigkeit Räume in der gegnerischen Hälfte zu bespielen, in der Schalker Hälfte unterwegs war. Forsberg, Keita, Werner, dazu ein Halstenberg-Lattentreffer nach Standard. Chancen gab es reichlich. Nur ein Tor wollte nicht mehr fallen. Auch weil nicht jeder Angriff mit der letzten Genauigkeit ausgespielt wurde. Hier noch mal ein Ball versprang. Es dort noch mal zu lange dauerte. Oder Naldo am Ende den Ball von der Linie kratzte. Wenn sich die RasenBallsportler in dieser zweiten Halbzeit etwas vorwerfen könnten, dann dass ihre Angriffsbemühungen nicht effektiv genug waren und man gerade in einer offensiv sehr starken Phase zwischen dem 2:1 und der 70. Minute nicht den Sack zugemacht hat.

So musste man dann halt bis zum Ennde zittern. Auch weil das Spiel wilder war als in der zweiten Halbzeit kam Schalke durchaus immer mal wieder in Ballbesitz in der gefährlichen Zone vor der RB-Abwehrkette. Aber RB verteidigte diese Situationen am eigenen Sechzehner mit viel Engangement und ließ entsprechend dann an konkreter Torgefahr auch kaum noch was zu.

Lediglich nach 77 Minuten lag der erneute Ausgleich (quasi in zeitlicher Analogie zur ersten Halbzeit) in der Luft. Nach einem Freistoß von Geis musste Gulacsi den Ball erneut nach außen prallen lassen. Diesmal wurde der Ball nach innen gepasst, wo ihn Choupo-Moting mit der Hacke ins Tor befördern wollte, aber an Gulacsi scheiterte.

Am Ende ein 2:1, das sich RB Leipzig in der zweiten Halbzeit mit einer starken Partie verdiente. Wobei halt auch der Fakt bleibt, dass man ein Tor durch einen Elfmeter geschenkt bekam (oder je nach Sicht ergaunerte) und das andere ein Eigentor der Schalker war. Einen eigenen Treffer aus dem Spiel erzielte man trotz vieler offener Situationen in der Schalker Hälfte nach der Pause nicht. Was nicht nur gegen RB, sondern auch für die Schalker Verteidigungszentrale spricht, die im Strafraum keine unbedrängten Torschüsse zuließ.

Interessant vielleicht auch, dass die Kopfballdominanz der Schalker, die man insbesondere in der ersten Hälfte zu sehen glaubte und die mit der Einwechslung des klein gewachsenen Kaiser noch mal größer wurde, am Ende gar kein Faktor war. Auch weil die Gäste in der zweiten Halbzeit nur noch wenige Standards in Strafraumnähe hatten, die dann zu Flanken in den Strafraum genutzt wurden.

Fazit: Spannend war es über 90 Minuten. In der ersten Hälfte spielte man beidseitig sehr organisiert und es entstand eine ausgeglichene Partie. In der zweiten Hälfte wurde es etwas wilder und offener, was RB Leipzig die Räume gab, die sie mögen. Dadurch darf man durchaus von einem verdienten Sieg sprechen, auch wenn die jeweils frühen und ungewöhnlichen Treffer in den beiden Halbzeiten darauf verweisen, dass in dem Sieg auch eine Portion Glück steckte.

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Randbemerkung 1: Der Werner-Elfmeter. Na klar ist das auch hier (ausführlich) Thema. Nein, es war kein Elfmeter. Zumindest nicht im Duell zwischen Werner und Fährmann. Das war eine klare Schwalbe. Eine ziemlich üble Schwalbe aus TV-Sicht . Auch Ralph Hasenhüttl bekannte nach dem Spiel, dass ihm die Elferszene als einzige Szene des Spiels „ein bisschen aufstößt“. Es ist immer das eine, wenn man jeden noch so geringen Kontakt im Strafraum annimmt, um daraus ein Fallen zu kreieren. Sich einen Meter vor dem Torwart fallen zu lassen und dabei (so die Sicht von der Hintertor-Kamera) ohne getroffen zu werden auch noch ein schmerzverzerrtes Gesicht zu machen, ist eine deutliche Spur jenseits von albern. Man kann nur hoffen, dass Hasenhüttl seinen Stürmer noch mal zu einem kleinen Gespräch hereinholt und ihm klarmacht, dass eine solche Unsportlichkeit nicht sein muss. Punkt.

Randbemerkung 2: Sehr widersprüchlich ging es nach der Partie zu. Ralf Fährmann meinte, Timo Werner hätte zugegeben, dass es keinen Kontakt gab. Timo Werner bestätigte das, spekulierte aber, dass dies der Schiedsrichter in der Hektik überhört habe. Schiedsrichter Bastian Dankert erklärte, dass er Werner unmittelbar vor dem Elfmeter gefragt habe, was los war, der aber nichts dazu geäußert habe. Und Markus Weinzierl erklärte, dass ihm Dankert erklärt hat, dass Naldo bei der Elfmeterentscheidung eine Rolle spielte (was deswegen absurd wäre, weil ja Fährmann die gelbe Karte sah und was von Dankert auch bestritten wurde). Also irgendetwas in der Kommunikation zwischen Spielern und Schiedsrichter bzw. bei der Entscheidungsfindung des Schiedsrichters muss da nicht so richtig gut funktioniert haben. Bzw. scheint Werner gegenüber dem Schiedsrichter bewusst oder unbewusst nicht so deutlich gewesen zu sein wie gegenüber den Schalke-Spielern.

Randbemerkung 3: Könnte natürlich sein, dass der DFB sich der Schwalbe bzw. dem Sturz von Werner noch mal annimmt und sie ob ihrer Unsportlichkeit untersucht. Gerade angesichts der unterschiedlichen Aussagen zu dem Fall. Oliver Held wurde einst gesperrt, weil er gegenüber dem Schiedsrichter fälschlicherweise ausgesagt hatte, dass er auf der eigenen Torlinie den Ball mit dem Kopf und nicht mit der Hand gespielt hat. Was da wer wem nach dem Elfmeterpfiff gesagt hat, könnte also noch mal eine Rolle spielen. Für Werner oder für den Schiedsrichter..

Randbemerkung 4: Timo Werner nach dem Spiel mit einem Sky-Interview, das ihm im Nachhinein einigermaßen negativ ausgelegt wurde. Weil er darin nicht den reuigen Schwalbenkönig gab, sondern aussagte, dass ihm es leid tue, dass es wie eine Schwalbe aussieht, dies aber nicht seine „Intention“ war, dass er doch aber nach einem Halten von Naldo aus dem Tritt kam und dann in der Folge noch gestürzt ist. Was ein bisschen nach einer Schutzbehauptung klang. Vielleicht auch vor dem Hintergrund, dass das Zugeben einer gezielten Schwalbe Richtung DFB nicht unbedingt gut kommen würde. Rein spekulativ kann man da auch noch hinzufügen, dass Werner vor dem TV-Interview ein Gespräch mit der RB-Kommunikationsführung hatte. Was ja auch nicht unüblich ist, dass man sich noch mal bespricht, wenn klar ist, dass Fragen zu stark diskutierten Aktionen kommen werden. Und wo man die Kommunikation rund um den Elferpfiff ja vielleicht auch noch mal kurz besprochen hat, damit Werner keinen Ärger mit dem DFB bekommt, aber gleichzeitig auch nicht so schlecht und als Schwalbenkönig wegkommt. Ob das jetzt gelungen war oder nicht, da entscheide jeder selbst, wie groß sein moralisierender Stein ist.

Randbemerkung 5: Fakt ist auch, dass es ein Ziehen von Naldo an Werners Schulter ungefähr vier Meter vor Fährmann gibt. Das sieht unspektakulär aus, gerade im Fernsehen. Aus Stadionsicht nimmt das Werner genau die gute Position zum Torabschluss, die er ohne dieses Halten gehabt hätte und bringt ihn erst in die Situation den Ball vor Fährmann nicht richtig zu treffen. Das entschuldigt nicht das Fallen zwei Schritte später. Aber es führt halt zu der Frage, für was es im Strafraum Elfer gibt. Zugegeben, wenn Dankert in der Situation das Ziehen von Naldo als Foul gewertet und den Regeln nach wegen Notbremse (weil die Aktion nicht dem Ball galt) rot gezeigt hätte, dann wäre das wohl auch für viele unverständlich gewesen und hätte zu erheblichen Debatten geführt, weil die Aktion dafür zu soft war. Ralph Hasenhüttl meinte nach dem Spiel, dass Werner hätte bei dem Ziehen von Naldo zu Boden gehen müssen, wenn ihn das aus dem Tritt bringt und nicht zwei Schritte später. Wäre das besser gewesen? Vermutlich eher nicht, aber es hätte der Logik entsprochen, dass man im Normalfall (und gerade im Strafraum) fallen muss, um einen Pfiff von einem Schiedsrichter zu kriegen. Was eben erst zu der absurden Situation führt, dass Spieler zu Boden gehen und sich wälzen, um dann eben auch den Pfiff zu kriegen, den sie vielleicht auch verdient hätten, aber nicht kriegen würden, wenn sie stehen bleiben. Fakt ist, dass Werner mitten in der Abschlusssituation an der Schulter gezogen wird und dabei den Oberkörper so verdreht und an Geschwindigkeit verliert, dass er nicht mehr so gut zum Ball steht wie vorher. Fakt ist aber auch, dass kaum ein Schiedsrichter deswegen pfeifen würde, selbst wenn es halt einen mitentscheidenden Einfluss auf den folgenden Torabschluss hat. Ergibt ein Dilemma, das die meisten Spieler mit hinfallen lösen. Werner halt zwei Schritte zu spät, sodass das zum fußballkulturellen Code gehörende, in Schiedsrichterlogik notwendige Fallen zum unsportlichen Fallen wird.

Randbemerkung 6: Witzig, dass nach der Partie inklusive Markus Weinzierl einige Leute (auch Leute aus dem Oberrang) der Meinung waren, dass jeder im Stadion gesehen hätte, dass der Elfmeter keiner war. Also ich für meinen Teil kann sagen, dass ich das auf gar keinen Fall gesehen hab, sitze aber auch am anderen Ende des Stadions. Von wo aus das Halten von Naldo zu sehen war. Das dann aber nicht zur gelben Karte von Fährmann passte. Ob Fährmann an Werner dran war oder nicht, war jedenfalls überhaupt nicht zu erkennen. Und das ging definitiv der Mehrheit im Stadion ganz genauso.

Randbemerkung 7: Faiererweise muss man auch anerkennen, dass die Reaktionen der Schalker insgesamt zwar verständlicherweise emotional, aber auch vielschichtig waren. So betonten Verantwortliche wie Heidel oder Kapitän Höwedes auch deutlich, dass man das Spiel nicht auf den Elfmeter reduzieren könne, sondern auch über den Rest und die zweite Halbzeit reden müsse.

Randbemerkung 8: Was nach der Partie über Timo Werner von Presse- und Internetfanseite hereinprasselte, war schon teilweise extrem. Ja, dass er sich im Strafraum fallen lässt, ist nicht schön. Und dass er im Interview nach dem Spiel die Situation rechtfertigen will, ist es vielleicht auch nicht. Aber der Junge ist 20. Er hat im Bruchteil einer Sekunde eine falsche Entscheidung getroffen und nach einer intensiven Partie offensichtlich in Rücksprache mit den Vereinsverantwortlichen eine defensive Kommunikationsstrategie gewählt (und sich laut Sky später in der Schalke-Kabine noch mal entschuldigt). Wenn man einem 20-Jährigen nicht zugesteht, Fehler zu machen, ohne die Jagd auf ihn mit sämtlichen Moralgeschützen der Fußballrepublik zu eröffnen und ihn zum Abschuss freizugeben, dann läuft aber auch extrem was schief. Falls Werner in den nächsten Monaten und Jahren weiter mit solchen Elfernummern auffällt, dann können wir die Fragen gern noch mal diskutieren. Bis dahin gilt, dass Fehler zum Leben dazugehören und die entscheidende Frage nicht die ist, ob man einen Fehler gemacht hat, sondern was man daraus lernt. Einmal einen Fehler zu machen, liegt immer drin. Wenn man denselben Fehler das zweite Mal macht, dann wird es schon schwieriger. Beim dritten oder vierten Mal sieht das dann schon ganz anders aus. Bis dahin darf jeder gern selbst mal darüber nachdenken, wo und wann Gaspedal und wo und wann Bremse in der öffentlichkeitswirksamen Beurteilung von Fußballern angebracht wären..

Randbemerkung 9: Seltsam auch die Argumentation, dass RB Leipzig etwas für das eigene Image hätte tun können, wenn Timo Werner offensiver zum Schiedsrichter gegangen und quasi die Rücknahme des Elfers gefordert hätte. Der aber die Chance durch Nichtbestehen des „Charaktertests“ (Zitat des Fachmagazins für Fußballkultur) verpasst hat. Sehen wir mal davon ab, dass es widersprüchliche Aussagen zur Kommunikation nach dem Elferpfiff gibt. Und sehen wir mal auch davon ab, dass sich Werner vielleicht sogar im Recht sieht, was den Elfmeter grundsätzlich angeht (weil er unter Umständen schon das Naldo-Ziehen als strafwürdig ansieht). Dann bleibt es noch immer albern, dass man so tut, als wäre der Teil der Fußballwelt, der RB Leipzig weiter kritisch gegenübersteht, dadurch umzustimmen, dass man nach einer Elfmetersituation zum Schiedsrichter geht und ihn zurücknehmen lässt. Timo Werner ist ein Fußballspieler, der in einer Situation vielleicht aus guten Gründen, vielleicht aus schlechten Gründen offensichtlich eine falsche Entscheidung getroffen hat. Und größer sollte man es dann doch nicht machen. Selbst wenn es um RB Leipzig geht.

Randbemerkung 10: „Gegründet von Kumpeln und Malochern“, hieß es auf einem Banner am Gästeblock. Genau dasselbe stand auf einer kleineren Version, hinter der sich die Schalker Spieler nach der Niederlage bei ihren Fans für das Kommen bedankten. Nun ja. Spaßige „Besiegt von..“-, „Bezahlt von..“- oder was auch immer für Späße bitte selbstständig hinter dem „Gegründet von..“-Banner einsetzen, falls Bedarf besteht. Witzig fände ich ja, wenn mal wieder ein Ostklub vorbeikommt und mit einem „Gegründet von der SED“-Banner oder ähnlichem aufläuft. Aber Humor und Fußball, das ist rund um den RasenBallsport ja immer so eine Sache.

Randbemerkung 11: „Wir brauchen keine Jacken, um blau zu sein“. Dichtete es auf einer Tapete im RB-Fanblock während des Spiels bezugnehmend auf die Aktion im Gästeblock, geschlossen in blauen Regenjacken aufzutreten. Das hat zumindest ein bisschen was mit Humor zu tun.

Randbemerkung 12: Dominik Kaiser war nun schon der fünfte Rechtsverteidiger, den RB Leipzig in dieser Saison aufbot. Schmitz war der erste. Spielte sich mit ein paar Fehlern aus dem Team. Danach kam Lukas Klostermann. Kreuzbandriss. Dann kam Bernardo. Meniskus-OP. Dann kam Stefan Ilsanker. Der musste für Marvin Compper in die Innenverteidigung, weil der sich eine Kapselverletzung zugezogen hatte. Deswegen kam Benno Schmitz wieder zurück. Und zog sich gegen Schalke eine Schädelprellung zu, wegen der er auf dem rechten Auge nichts mehr sehen konnte. Ken Gipson wäre vielleicht eine Option geworden, zog sich aber im September einen Bruch des Sprunggelenks zu. Weswegen nun Dominik Kaiser Rechtsverteidiger wurde. Dominik Kaiser, der das noch nie im Männerbereich, sondern nur irgendwann mal in der Jugend gespielt hatte. Die Rechtsverteidiger-Position hat diese Saison bei RB Leipzig echt die absolute Seuche. Irgendwann führt da wohl kein Weg mehr an Coltorti vorbei..

Randbemerkung 13: Apropos Fabio Coltorti. Der wurde gestern 36 und durfte mal wieder als Nummer 2 auf der Bank sitzen. Was er im steten Wechsel mit Marius Müller tut. Und was ihn gestern in die Situation brachte, dass ihm nach dem Spiel vom Fanblock ein Ständchen gesungen wurde.

Randbemerkung 14: Der Tabellenführer der Bundesliga spielt gegen Schalke 04 über eine Stunde mit der Abwehrkette Kaiser-Ilsanker-Orban-Halstenberg und gewinnt. Der Fußballgott hat manchmal einen seltsamen Humor. Und RB Leipzig muss über eine sehr gute Mannschaftsorganisation verfügen, wenn man die inzwischen sechs verletzten Defensivspieler immer wieder durch neue Lösungen auffangen kann.

Randbemerkung 15: 33 Punkte nach 13 Spielen. 16 Punkte Vorsprung auf Schalke. Elf Punkte Vorsprung auf Platz 7. Je nach Ausgang der heutigen Spiele acht oder neun Punkte Vorsprung auf Platz 5 und sechs oder acht Punkte Vorsprung auf Platz 4. Tabellenführer. Bester Aufsteiger seit Entdeckung des Monds ungefähr. 33 Punkte oder mehr nach 13 Spielen erreichten in 21 Spielzeiten seit Einführung der Dreipunktregel sechsmal die Bayern und je einmal Dortmund, Stuttgart und Leverkusen. Selbst wenn Leipzig kein normaler Aufsteiger ist, spielt man trotzdem eine extrem außergewöhnliche Saison. Außer man hat von RB  vor der Saison das Niveau von Bayern München erwartet.

Randbemerkung 16: 7,7 enge Spiele hat jeder Bundesligaverein bisher bestritten. Meint Spiele, die am Ende mit maximal einem Tor Unterschied ausgehen.  RB Leipzig liegt mit acht Spielen ziemlich genau im Schnitt. Gar nicht im Schnitt liegt man damit, dass man bisher aus diesen acht Spielen 2,25 Punkte holte. Denn das ist mehr als bei jedem anderen Verein der Bundesliga. Schon fünf Siege mit einem Tor Differenz hat man eingefahren. Schalke dagegen hat nur ein Spiel knapp gewonnen, aber schon drei mit einem Tor Differenz verloren und holte in nur sechs engen Spielen im Schnitt gerade mal 0,8 Punkte. Dass RB Leipzig gerade auch in der Lage ist, enge Spiele über die Runden zu bringen, ist jedenfalls wichtiger Teil des Erfolgs. Vielleicht gehört das mit zu den erstaunlichsten Dingen einer ja eigentlich recht unerfahrenen Mannschaft.

Lichtblicke:

  • Willi Orban: Einmal mehr der Kopf der Abwehr, der sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt. Überragende Zweikampfquote (allerdings auch beim Gegentor mit Pech im Zweikampf). Weiß eigentlich immer, wann und wie auf eine Situation zu reagieren ist (wenn man von einer Ballvertändelei an der eigenen Eckfahne in der zweiten Halbzeit absieht) und wo man herausrücken oder zurückweichen muss. Dazu ein sauberes Passspiel. In den letzten Wochen mehr als verlässlich und ein würdiger Aushilfskapitän. Wenn das so weitergeht, droht tatsächlich irgendwann der Löw..
  • Marcel Halstenberg: Zusammen mit Orban der einzige Feldspieler, der noch keine Bundesliga-Minute verpasst hat. Vor allem defensiv gegen Schalke ein sehr verlässlicher Spieler. Sicheres Positionsspiel und verlässlich als Teil der Ballzirkulation. Gar nicht vorzustellen, wenn auch ihn der Außenverteidiger-Verletzungsfluch ereilen würde.
  • Dominik Kaiser: Nein, nach Außenverteidiger-Maßstäben war das keine überragende Partie. Aber das Matchup mit Schalkes robustem und schnellen Linksaußen Sead Kolasinac war von vornherein ein ungünstiges, zumal wenn man bedenkt, dass Kaisers Erfahrungen mit der Außenverteidiger-Position im Männerbereich zuvor bei Null lag. Wenn man dies als Ausgangsbedingung nimmt und dann sieht, wie sich Kaiser auf völlig ungewohnter Position einbringt und das Beste aus den Gegebenheiten macht und mit Hilfe seiner Kollegen dafür sorgt, dass die rechte Seite in der zweiten Halbzeit dicht bleibt, dann kann man nur Respekt für den Auftritt des Kapitäns haben.

Fanarena-Spieltagsspieler:

RB-Spieler des 13.Spieltags gegen Schalke 04 bei fan-arena.com

(Quelle: iPhone und Android App FanArena für RB Leipzig Fans – www.fan-arena.com)

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Tore: 1:0 Werner (2./ FE), 1:1 Kolasinac (31.), 2:1 Kolasinac (47./ ET)

Aufstellung RB Leipzig: Gulacsi – Schmitz (23. Kaiser), Ilsanker, Orban, Halstenberg – Demme, Keita – Sabitzer, Forsberg (90. Khedira) – Werner (83. Burke), Poulsen; Bank: Coltorti, Franke, Kalmar, Selke; Nicht im Kader: Compper, Gipson, Bernardo, Papadopoulos, Klostermann (alle verletzt), Müller, Boyd

Aufstellung FC Schalke 04: Fährmann – Höwedes, Naldo, Nastasic – Geis (86. Reese) – Schöpf (86. Caicara), Goretzka, Bentaleb (81. Konoplyanka), Kolasinac – Meyer – Choupo-Moting

Schiedsrichter: Bastian Dankert (Verlor schon in der ersten Minute durch den Elfmeter ein wenig die Akzeptanz auf dem Feld und wirkte in der Folge in einem intensiven Spiel mit einigen Fouls und kniffligen Zweikämpfen nicht immer sicher und souverän. Wenig glücklich mit manch Vorteilsauslegung. Den Zusammenprall zwischen Schmitz und Kolasinac, wegen dem Schmitz später ausgewechselt werden musste, nicht mit Gelb zu ahnden, war aus Stadionsicht äußerst gewagt. Der Ellenbogen im Luftduell von Bentaleb gegen Ilsanker hätte zwingend Gelb sein müssen. Spielern zu bedeuten, sie mögen beim Einwurf zurück an die eigentliche Einwurfstelle gehen oder beim Freistoß den Ball zurück zur Foulstelle legen und sich dann zufrieden zu geben, wenn die Spieler zwanzig Zentimeter statt fünf bis zehn Meter zurückrücken, führt auch nur bedingt zu größerer Autorität. War insgesamt keine ganz glückliche Spielleitung, die aber durch die Elfmeterentscheidung und deren Handling, durch eine allgemein nicht immer vorhandene Akzeptanz durch die Spieler und durch die hohe Intensität im Spiel auch ordentlich erschwert wurde.)

Gelbe Karten: Halstenberg (2.) – Fährmann, Nastasic, Schöpf, Höwedes, Bentaleb

Zuschauer: 42.558 (davon  5.000 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, MDR-Bericht, S04-Bericht, Kicker-Bericht, Pressekonferenz-Ticker

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  • Torschüsse: 14 : 11
  • Torschüsse innerhalb des Strafraums: 12 : 6
  • Schüsse auf das Tor: 5 : 5
  • gewonnene Zweikämpfe: 53,3% : 46,7%
  • Ballbesitz: 48,4% : 51,6%
  • Passquote: 73,1% : 71,5%
  • Laufstrecke: 115,0 km : 114,0 km
  • Sprints: 186 : 207
  • Intensive Läufe: 626 : 629
  • Fouls: 15 : 19
  • Ecken: 8 : 5
  • Abseits: 4 : 5
  • Meiste Torschüsse: Werner: 5 – Schöpf: 3
  • Meiste Torschussvorlagen: Keita: 5 – Meyer: 4
  • Beste Zweikampfquote (mindestens 10 Zweikämpfe): Orban: 78,6% – Geis: 55,0%
  • Meiste Ballkontakte: Demme: 66 – Naldo: 73
  • Beste Passquote (mindestens 20 Pässe): Orban: 88,5% – Naldo: 81,0%
  • Größte Laufstrecke: Demme: 11,9 km – Meyer: 11,8 km
  • Meiste Sprints: Werner: 27 – Kolasinac: 34

Statistiken von bundesliga.de, bild.de, FourFourTwo

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Saisontorschützen: Werner – 8; Forsberg – 5; Keita, Sabitzer – je 4; Selke – 2; Kaiser, Burke, Poulsen, Orban – je 1; Eigentore: Baumgartlinger, Kolasinac

Saisonvorlagengeber: Forsberg – 8; Werner – 5; Sabitzer – 4; Demme – 3; Poulsen, Burke – je 2; Schmitz, Orban, Compper, Selke, Keita – je 1

Saisontorbeteiligungen (Entstehung des Tors jenseits der direkten Vorlage): Demme – 9; Forsberg – 7; Sabitzer – 6; Orban, Ilsanker – je 5; Halstenberg, Poulsen – je 4; Keita, Compper, Gulacsi – je 3; Kaiser – 2; Bernardo – je 1

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Bild: © GEPA pictures/ Sven Sonntag

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28 Gedanken zu „Bundesliga: RB Leipzig vs. FC Schalke 04 2:1“

  1. Kann Deine Ansicht über Werners Schwalbe 100 % unterschreiben. Ich war als Aktiver auch häufig in dem Dilemma. Das Problem ist die Vorteilsauslegung. Mein bester Fall: ich werde im Strafraum vom Verteidiger umgerissen, komme im Fallen an den Ball, der kullert Richtung Tor, Torwart nimmt ihn auf. Schiedsrichter in Beantwortung meines Reklamierens: „Natürlich war das Halten, aber Sie haben den Ball noch bekommen, das war Vorteil“.

    Ob das bei Werner jetzt eine hinreichende Behinderung war, um Elfmeter zu geben (wie Du schon sagst: sieht zu soft aus), sei dahingestellt. Fakt ist: Du musst Dich sofort fallen lassen, um Elfmeter zu bekommen. Wenn Du versuchst Dich durchzuwühlen, wirst Du nicht belohnt. Die Bewertung zur Vorteilsauslegung hat sich zwar gebessert, dennoch gibt es immer noch zu viele Anreize, den Kontakt zum Fallen zu nutzen. Werner hat sich dann vor Fährmann absichtlich fallen lassen, weil er für sich keinen Vorteil mehr hatte.

    Abschließend:
    Was sich da über Werner ergießt, ist unglaublich. Arjen Robben fällt gefühlt jede zweite Woche kontaktlos. Der hat noch nicht einmal Reue gezeigt, aber zu Robben habe ich noch kein „Sky Extra“, keinen „ARD Brennpunkt“, kein „Schreinemakers Live Spezial“ gesehen. Da sollten die Medien mal die Verhältnismäßigkeit wahren und sich fragen, ob man hier wegen der Schwalbe oder der RB-Beteiligung so ein Fass aufmacht.

  2. Vielen Dank für diesen detaillierten und auch objektiven Blick auf die Geschehnisse um das 1:0! Zu erwähnen vielleicht noch, dass Fährmann im Aktuellen Sportstudio die Schuld offensichtlich mehr beim Schiedsrichter als bei Timo Werner sieht.
    Zitat: „Werner sagt, dass ich ihn nicht foule, ehrlicher kann man nicht sein, da muss man auch Respekt vor ihm zollen, und auch wirklich super, super Sportsmann. Aber der Schiedsrichter stand da 1 Meter daneben und der hört das und dass er dann nicht handelt finde ich halt umso ärgerlicher.“

    Ich kann bestätigen, dass in meiner Umgebung (Haupttribüne, relativ weit weg vom Geschehen) niemand sah, dass das eine Schwalbe war. Auch nicht die Schalke-Anhänger in meiner Umgebung.

  3. Randbemerkung 17: Das waren die meisten Randbemerkungen die jemals ein Bundesligaaufsteiger an einem 13. Spieltag erzielte.

    Wie immer ein aufwendiger und interessanter Artikel. Danke für Dein Engagement!

  4. Über Werner und dem (Nicht) Elfmeter hast Du alles richtig gut analysiert. Insbesondere Randbemerkung 9 trifft es auf den Punkt.

    Zum Spoocht:
    Ich dachte mit der Einwechslung von Kaiser wird das Spiel kippen. Kolasinac gegen Kaiser, das kann doch nicht gehen. Und dann spielt Domme das so cool runter, Respekt. Alleine wie er in der 2. Hz den einen hohen Ball locker mit der Brust annahm.
    Erstaunlich finde ich, daß Ralph Hasenhüttl in der Halbzeitpause immer wieder! die richtigen Worte bzw Lösungen den Jungs auf den Weg gab. Ob offensiv oder defensiv. Aber was hatte Rasenballsport in der 2. Hz für Chancen bzw Gelegenheiten, den Sack zu zumachen. So muss man immer am Ende zittern.

    Größtes Kompliment kam von unseren Nachbarn, 2 Schalke-Fans. Das hätten sie nicht erwartet, also diesen #Brauserausch. Sprich nach dem 2:1 so offensiv weiter zu spielen und sich nicht hinten reinzustellen. Die beiden waren schwer beeindruckt.

    Lichtblicke alle top!

    Deine Randberkungen sind zwar schon voll, aber ich hätte noch 2.
    Leider hat Orban sich nicht die 5. gelbe „abgeholt“. Dann muss er vor allen gegen Berlin zusehen, daß da keine dazu kommt.
    DAS war doch mal eine Stimmung, auch von den Gästefans! Bis auf das übliche „Bullen-Schweine“ war das richtig stark. Und dafür gehen wir doch auch in das Stadion bzw ist das Stadionerlebniss ein anderes, wenn der Gegner nicht boykotiert. (Hat mich an Hansa erinnert) Dazu das Gewussle / Feiern vor und nach dem Spiel, wunderbar.

    Choreo war wieder stark!

    Wer hat in der Schweigeminute geklatscht? Und sollte es nicht eine solche auch im Spiel geben? Hatte es auf Twitter gelesen, daß ein Leipzig-Fan kürzlich verstorben war und man wollte an ihn erinnern.

  5. Bei 9 Randbemerkungen wegen eines Elfers braucht man sich über die Medien und deren übertriebenes Auseinandersetzen mit diesem nicht zu wundern.

    1. Unschön wenn man statt eines „Danke“ immer nur nach dem Fleck auf der Tischdecke sucht. Gerade mit dieser Eigenschaft braucht man sich nicht über die Medienschelte des Rotebrausebloggers zu mokieren. Mal hin und wieder in den Spiegel schauen, schadet nichts…

  6. Interessant wäre auch die Frage gewesen,was wäre, wenn es die gleiche Situation im Leipziger Strafraum gegeben hätte.bin mir sicher,der eine oder andere Schalker Spieler hätte ähnlich wie Werner gehandelt… Schwamm drüber und wie die Statistik es zeigt,gleicht sich so ein fauler 11m mal irgendwann zu Gunsten von Schalke wieder aus!

  7. @Wuppertaler: Mir persönlich geht es nicht um die Massen und die Intensität der Auseinandersetzung, sondern um den Inhalt. Ich finde es immer seltsam, wenn man erst mal auf jemanden eindrischt, bevor man möglichst viele Informationen zusammen zu haben und ohne sich zu fragen, was dahinter steckt und was die verschiedenen Handlungssträge vielleicht erklären könnte. Und ich finde in dem Zusammenhang das in Leipzig auch gern genommene ‚Haben schon Hunderte vor Werner so gemacht‘ genauso wenig hilfreich, wie es der Müll ist, der auf Werner abgeladen wird.

    @ausLE: Hat sich mancherorts als üblich durchgesetzt, dass man seine Anteilnahme bei Schweigeminuten mit Applaus ausdrückt. Ist nicht als Respektlosigkeit gemeint. Meins ist es nicht, aber das muss jeder selber wissen. Die Erinnerung an den RB-Fan, der an Krebs gestorben ist, gab es nach 77 Minuten per Tapete und dazu gesungenem „Wir sind Leipzig, RasenBallsport Leipzig“ (glaube zumindest, dass es das Lied war).

    1. Zur Schwalbe kann ich nur sagen – ich habe ergaunerte Elfmeter schon immer „gehasst“ und werde es immer tun…

      So will einfach kein „ehrlicher und aufrechter Charakter“ gewinnen…

      Ich konnte mich schon 1990 mit unserem Weltmeistertitel nur deshalb am Schluß arrangieren, weil wir insgesamt und auch über das gesamte Spiel gegen Argentinien gesehen, die bessere Mannschaft / der verdiente Sieger waren…

      Ansonsten wären wir für mich „Gaunerweltmeister“ aber kein Fußballweltmeister geworden, über den ich mich hätte freuen können…

      Ich hoffe Hasenhüttl legt Werner in klaren und deutlichen Worten dar, daß Schwalben und ergaunerte Elfmeter ehrlos und unwürdig sind, weshalb ein Spieler mit Charakter auf solche Methoden nicht zurückzugreifen hat!

      Christlicher Gruß!

  8. Ihr könnt euch auch wirklich alles schönreden, jede noch so berechtigte Kritik an eurem „Verein“ oder einem eurer Spieler wird letztendlich noch relativiert! Wie kann man eigentlich angesichts des allgemein lobhudelnden Pressetenors der letzten Wochen sich trotzdem noch jedesmal darauf berufen, daß man auf RBL einen strengeren Blick hat?

    Tatsache ist, daß man beim Aufholen des unberechtigten Vorteils in der ersten HZ eine Menge Körner lassen musste und daß man dann direkt zu Beginn der 2. direkt wieder – zugegebenermaßen diesmal aus eigener Schuld, aber es wäre regulär nunmal nur ein Ausgleich gewesen – in Rückstand gerät, hätte jeder anderen Mannschaft auch einen mentalen Tiefschlag verpasst und kam nunmal der Spielanlage des Gastgebers weit entgegen. Insofern hat der 11-m-Pfiff am Anfang eben doch eine entscheidende Rolle gespielt. Es gab auch kein Halten von Nald in der Szene, wie behauptet wird, sondern ein leichtes, kurzes Auflegen der hand auf die Schulter ohen jedweden Impuls überhaupt nur den bewegungsablauf von Werner zu stören! Bei Leipzig hat es aber dafür gereicht, daß nun wirklich niemand der Verantwortlichen uneingeschränkt zugeben wollte, daß man bevorteilt wurde! Das Gejammer von Rangnick im Sportstudio über unsere angeblich überharte Spielweise tat noch ihr Übriges.

    Zum Abschluß bleibt mir nur zu sagen: man trifft sich im Leben meistens öfter, als einmal!

    1. So siehts aus – ein solch ergaunerter Vorsprung hat (körperliche und psychologische) Konsequenzen für den gesamten Spielverlauf = eine objektive Bewertung in „verdient und unverdient“ wird dadurch ausgehebelt.

      Ein weiterer Grund wieso ich „ergaunerte Tore/Spiele“ ablehne und verachte…..

      Und man „trifft sich im Leben nicht nur zweimal“ sondern man trifft am Ende des Lebens auch auf den „Ursprung alles Wahren und Guten, in dem keine Lüge zu finden ist und vor dem keine Lüge zu rechtfertigen ist / bestehen kann / eine Existenzberechtigung mehr hat…..

      Fußballspieler sollten also nicht nur bedenken für was sie vor einem Millionenpublikum stehen/angesehen werden wollen sondern auch, wie der Urheber des Alls über sie denkt…..

      Gruß!

    2. Was willst du damit sagen? Wie relativ ist der Begriff „Rattenball“ etc. zu werten? Und ja, irgendwie gleicht sich alles aus, gerade im Fußball. Ich will nicht zurück schauen, sondern nach vorne. und freue mich schon auf das Rückspiel :-).

      P.S. Hoffentlich kommt da keine Schwalbe geflogen, oder wie soll ich den letzten Satz verstehen?

  9. Das unehrlich Böse hat das ehrlich Gute besiegt, nur das zählt!
    Ansonsten ist alles wie immer sehr schön zusammengefasst, vielen Dank dafür.

  10. Abseits von Elfmeter oder nicht, war man vor allem in der 2. Hälfte das bessere Team mit den besseren Chancen. Alles in allem hätte es auch ohne Elfmeter 4:1 stehen können.

    Für mich war der Schiri unter aller Sau. Das schalke mit 11 Mann das Spiel beendete war definitiv falsch. Abgesehen von Naldos Foul an Werner zum Elfmeter (rot) hätte es hier für Schalke viel öfter gelb geben MÜSSEN! Die englischen Kommentatoren waren entsetzt! Da muss man ihnen auch recht geben. Min. 2x gelb rot hätte es geben müssen. Gab es aber nicht.

    Da braucht sich Schalke nicht beschweren.

    Schwalbe hin oder her. Wir denken an letzte Woche .. danach Gab es auch keinen shitstorm.
    Das ist die übliche doppelmoral.

  11. Wir brauchen die Elfmeterszene nicht schön zu reden, aber bei dem Shitstorm, der jetzt auf den Jungen einprasselt, ist auch ganz viel Heuchelei dabei.

  12. Es ist schon eine erstaunliche Siegesserie, die nun auch gegen Schalke fortgesetzt wurde. Erst gegen Leverkusen mit Eigentor und Torwartfehler, nun gegen Schalke mit geschenktem Elfmeter und nochmal Eigentor. Vielleicht entsteht ja analog zum FC Bayern der Mythos eines „RB-Dusels“.

    Wenn man wie RB die engen Spiele mit z.T. glücklichen Toren gewinnt, sollte man die Chance auf eine maximal erfolgreiche Saison nutzen. Auch vor dem Hintergrund der fehlenden Doppelbelastung stehen die Chancen in dieser Saison so gut wie nur möglich – das hatten ja auch schon die Bayern-Bosse bemerkt.

  13. Wie schon auf Twitter geschrieben, Lob an Schalke, Eure Kopfbälle sind Gold wert. Und an die Werner-Heuchler-Fraktion, bei Rossmann sind Taschentücher im Angebot.

    Ansonsten, 33 Punkte ergaunert, sehr geil!
    Danke an die Schiedsrichter und alle bestochenen Spieler unserer bisherigen Gegner.
    Läuft.

    Uups, mein Telefon klingelt, ich muss aufhören, mein Wettpate aus Ingolstadt ist dran.
    Money, Money, Money…

  14. Mein Respekt, wie S04 mit der Fehlleistung des 20jährigen auf seiner Webside und in Interviews umgeht. Die Schalker und ihre Fans haben in Leipzig ein echt guten Eindruck hinterlassen. Unser Werner steht wie alle Stürmer extrem unter Druck. Gerade wenn man einen Lauf hat. Wie oft wird ein 11er kommentiert mit „erzwungen“, „gewollt“ , „geschunden“ oder „Angebot angenommen“ etc., das beauftragt so einen jungen Burschen auch irgendwie. Und so entsteht eine Situation, die er dann wirklich nicht gut bewältigt. Vielleicht braucht Timo mal eine Pause, um wieder runterzukommen, um diese Last loszuwerden. Fußball ist nur Fußball.

    1. absolut @Wuppertaler!
      In Liga 3 bzw 2 war der Blog um diese Zeit schon draussen.
      Heute tippe ich gegen 13:00.
      Ich denke, der rotebrauseblogger wird danach erstmal ein Bier brauchen 😉

    2. Montags ist eigentlich schon lange schwierig. Schon letzte Saison, aber seit der Bundesliga noch mal besonders. Da ich ja parallel zudem noch an RBLive rumwerkle, wird es zeitlich alles eher eng. Von daher ist am Montag schon vor 14 Uhr ein Erfolg. Selbst wenn es keine Werner-Geschichten gibt..

    3. Deine FollowerInnen und LeserInnen wissen das zu Schätzen!
      Vielen Dank!

  15. Also Werners Schwalben Diskussion finde ich nur noch anstrengend. Hätte mir gewünscht, dass er den Ball zum TW kullert. Aber selbst dann wären Diskussionen nöti, nach dem Motto Hochmut gegeben, „RB hat es nicht mal nötig zu gewinnen“.

    Viele schlimmer und leider zuw enig betrachtet ist unsere Defensiv Position. Denn nicht nur Aussen haben wir ein problem. Leider ist Orban auch schon mit 4 Gelben Karten besückt. Das heisst ein Fehltritt in Ingolstadt oder noch spannender beim Herta Spiel und wird sind auch in der IV blank. Ich will keinen Kedira als IV sehen.

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