Bundesliga: Bayer Leverkusen vs. RB Leipzig 2:3

Auswärtsspiel in Leverkusen. Nicht nur wegen des starken Gegners eine schwer vorhersagbare Partie. Auch die Länderspielpause führte wieder mal zu der Frage, wo RB Leipzig eigentlich steht. Nach 90 teilweise spektakulären Minuten war klar, dass sich im Vergleich zu vor der Länderspielpause nichts verändert hat. Denn trotz aller Rückschläge setzten sich die RasenBallsportler am Ende ein wenig glücklich, aber auch nicht unverdient mit 3:2 durch.

In die Partie gegangen war RB Leipzig mit der identischen Formation wie zuletzt beim Heimsieg gegen Mainz. Viel Variationsmöglichkeiten gibt der Kader auch nicht mehr her. Stefan Ilsanker spielte anfangs wie erwartet erneut Rechtsverteidiger. Burke, Selke und Kaiser blieb nur die Bank.

Leverkusen seinerseits konnte nach einigen Verletzungsproblemen über die Länderspielpause doch größtenteils mit der Wunschformation auflaufen. Lars Bender fiel erwartungsgemäß aus. Aranguiz und Kampl rückten in die Startelf. Chicharito, der erst Donnerstag von der Nationalelf zurückkehrte und Talent Havertz nahmen dafür auf der Bank Platz.

Man hatte ein Spiel erwartet, in dem zwei aktive Mannschaften ohne doppelten Boden mit viel Aktivität im Spiel gegen den Ball aufeinandertreffen. Und man bekam entsprechend eine Partie, in der es von Anfang an und ohne Abtasten mit Zug zum Tor ging.

Ein bisschen zu viel Zug zum Tor, wenn man die Sicht von RB Leipzig einnimmt. Denn die Partie hatte kaum begonnen, da stand es schon 1:0 für die Gastgeber. Kein Zugriff im Mittelfeld auf den Ball und den Gegner. Eine sehenswerte Kombination unter Beteiligtung von Calhanoglu, Wendell und Brandt veredelte am Ende Kampl am langen Pfosten. Halstenberg, der sich gleich zwei Bayer-Spielern gegenüber sah, konnte dem Ball nur hintergucken. Gulacsi war chancenlos.

RB Leipzig versuchte auf der anderen Seite sofort zurückzuschlagen. Ein Freistoß am Strafraum brachte noch keinen Erfolg. Aber eine darauffolgende Ecke sorgte keine drei Minuten nach dem Rückstand schon wieder für den Ausgleich. Forsberg hatte die Ecke getreten, die in der Mittte von Baumgartlinger etwas glücklich ins eigene Tor prallte.

Dem furiosen Auftakt folgte eine sehr intensive Phase bis kurz vor der Halbzeitpause mit wenig konkreten Torraumsszenen. Was ein wenig erstaunlich war, denn es gab durch das intensive gegenseitige Pressing immer wieder Ballgewinne in aussichtsreichen Situationen und viele Räume vor den Strafräumen. Die aber nicht so erfolgreich bespielt wurden, dass daraus auch konkrete Aktionen im Strafraum entstanden wären.

Leverkusen hatte ein, zwei wenig gefährliche Fernschüsse aufzubieten. Leipzig hatte einige gute Kontersituationen, in denen man entweder nicht passgenug agierte oder man noch an einem letzten Verteidigerbein scheiterte. Langweilig wurde es dabei nie. Permanent war das Gefühl, das Spiel könne jederzeit in die eine oder andere Richtung kippen. Aber die letzte Verteidigungsreihe machte beiderseits einen guten Job.

Was auf Seiten von RB Leipzig dahingehend überraschend war, dass man nach einer halben Stunde schon wieder die Abwehrkette umstellen musste. Nach Klostermann und Bernardo erwischte es diesmal Compper, der umknickte und vom Platz musste. Ilsanker rückte dafür in die Innenverteidigung. Schmitz durfte mal wieder als Rechtsverteidiger ran.

Der glücklichste Trainer der Bundesliga: Ralph Hasenhüttl. | GEPA Pictures - Roger Petzsche

Ilsanker war es dann auch, der kurz vor dem Pausenpfiff den überraschenden Rückstand mit einem Fehlpass aus der Innenverteidigerposition ins Mittelfeld einleitete. Schnell ging der Ball zu Calhanoglu, der den völlig blank am Strafraum stehenden Brandt einsetzte. Brandt nimmt den Ball perfekt mit und nagelt ihn dann aus spitzem Winkel in die rechte Ecke.

Neben Ilsanker sieht auch Gulacsi nicht gut aus. Der kommt zuerst aus seinem Tor raus, weil er die (aus Stadionsicht nachvollziehbare) Meinung hat, vielleicht vor Brandt am Ball zu sein. Als er merkt, dass er dazu den Strafraum verlassen und das Risiko in Kauf nehmen müsste, vielleicht zu spät zu  kommen und vom Platz zu fliegen, rückt er wieder zurück ins Tor. Sieht unglücklich aus, vermutlich kann er aber in der Situation gar nicht viel anders agieren. Vielleicht war es aber auch diesem Hin und Her geschuldet, dass der gute Schuss aus spitzem Winkel an ihm vorbei ins lange Eck zischt.

Eingreifen konnte auch Willi Orban nicht mehr, weil er vor dem Anspiel auf Brandt einen Schritt nach vorn macht, um eine Abseitsstellung herbeizuführen. Sodass er beim Zurückeilen zu spät kommt und keine entscheidende Grätsche mehr setzen oder Brandt beim Torschuss bedrängen kann. Auch Halstenberg verpasst es einzurücken und näher an Brandt zu stehen. Am Ende macht es Julian Brandt jenseits der RB-Verantwortlichkeiten aber auch einfach sehr gut.

Mit dem unglücklicen 1:2 geht RB Leipzig in die Kabine. Zwei Abwehrpatzer mit zwei Gegentoren in der Folge. Die Verletzung von Compper. Dazu der  Turban, den Marcel Sabitzer wegen einer Platzwunde am Kopf bekam. Wenn man die Fotos nach dem Spiel richtig interpretiert, dann wurde die Platzwunde mit ein paar Stichen geflickt.

Ordentliche Rückschläge für das junge Team, das bisher nur wenig Rückschläge gewohnt war. Und der nächste hätte nach der Pause folgen können. Bayer war besser aus der Kabine gekommen und hatte die Partie weitgehend unter Kontrolle gebracht. Auch deswegen kam Brandt im Strafraum in eine Eins-gegen-Eins-Situation gegen Ilsanker. Der Österreicher dabei etwas zu ungestüm im Zweikampf, sodass Brandt zu Fall kommt.

Der folgende Elfmeter ist dann vermutlich der entscheidende Knackpunkt der Partie. Calhanoglu schnappt sich den Ball nach 54 Minuten und schießt gar nicht mal so schlecht Richtung rechts unten, aber auch nicht so richtig gut. Und Peter Gulacsi taucht stark ab und kratzt den Ball aus der Ecke.

Nach dem Elfmeter kam RB Leipzig wieder besser in das Spiel und übernahm nach und nach in Sachen Torgefahr komplett das Kommando. Wobei das 2:2 ähnlich glücklich war wie das 1:1. Emil Forsberg konnte mit viel Geschwindigkeit durch das Mittelfeld schreiten. Statt die mitgelaufenen Mitspieler anzuspielen, schoss er mit 50 Meter Anlauf einfach mal aus ungefähr 20 m Entfernung. Und auch wenn der Ball etwas flatterte, kam er relativ zentral auf Torwart Leno zu, der ihn trotzdem nicht abwehren konnte und ihn sich mehr oder weniger ins eigene Tor faustete.

Dass das Spiel direkt danach nicht wieder in Richtung Heimteam kippte, war wieder Peter Gulacsi zu verdanken. Denn im direkten Gegenzug zum Forsberg-Tor hatte Baumgartlinger im Sechzehner eine gute Schusschance. Aber Gulacsi kratzte den Schuss aus dem rechten Winkel.

In der Folge dann diverse gute RB-Gelegenheiten. Allein Timo Werner hätte die Partie entscheiden können. Doch einmal legte er sich den Ball zu weit vor in einer Situation, in der er gut einen Querpass zu Burke hätte spielen können. Und einmal war der Torabschluss völlig freistehend viel zu schwach. Ein gute Chance hatte auch noch Sabitzer, der nach überragendem Pass von Schmitz frei vor Leno auftauchte, aber auch etwas zu nah am Keeper war, um ihn zu überwinden.

Als man schon fast ein wenig hadern durfte, dass RB Leipzig aus vielen guten Chancen und Räumen nicht mehr macht, fiel dann doch noch das 3:2. Nach einer abgewehrten Ecke Demme mit der perfekten Balleroberung gegen Kampl. Bayer dadurch einen Moment ungeordnet. Forsberg kriegt rechts ganz frei den Ball und schlägt ihn direkt als lange Flanke in den Strafraum. Wo dann Orban in perfekter Manier den Ball per Kopf gegen die Laufrichtung von Leno versenkt und endlich seinen schon lange verdienten ersten Bundesligatreffer erzielt.

Der Rest des Spiels war dann aus RB-Sicht zittern. Volland kommt im Sechzehner zum Abschluss, wird dabei aber noch von Halstenberg gestört. In einigen anderen Situationen fehlte den Leverkusenern hier und da ein Zentimeter oder kam noch eine passende Grätsche eines RB-Spielers. Sodass dann am Ende tatsächlich ein RB-Auswärtssieg stand.

Insgesamt war der Sieg durchaus ein Stück glücklich. Wenn Calhanoglu den Elfmeter verwandelt, ist die Partie wahrscheinlich durch. Andererseits war der Rückstand zur Pause schon recht unglücklich. Und nach dem Elfmeter punktete RB Leipzig mit vielen guten Chancen und vielen guten Umschaltsituationen nach Leverkusener Ballverlusten im Mittelfeld. Von daher war der Sieg auch durchaus verdient, weil man ihn mit Überzeugung und guten Mitteln errungen hatte.

Gerade die zweite Halbzeit war dabei ein unglaublich gut anzusehendes Fußballspiel. Wenn man nicht unbedingt Anhänger eines kontrollierten Fußballs Guardiolischer Prägung ist. Es war wild, es war schnell, es war oft ungenau, es ging hoch und runter, es knallte bei einigen Zweikämpfen ordentlich. Es war für den geneigten Stadionbesucher einfach eine großartige zweite Halbzeit. Mal völlig abgesehen vom erhöhten Herzinfarktrisio.

Erstaunlich, aber da kann man sich in dieser Saison auch nur wiederholen, wie stark RB Leipzig darin ist, immer wieder Lösungen für Spiele zu finden. Die Phase zwischen dem Elfmeter für Leverkusen und dem 3:2-Führungstreffer war in vielerlei Hinsicht überragend. Bei Rückstand gegen ein Champions-League-Team mit bekannten Qualitäten im Umkehrspiel zwei Tore zu erzielen und das Spiel zu drehen, ist schon ganz großes Kino.

Auch wenn man im Verlauf der 90 Minuten auch immer mal Glück hatte, dass Leverkusen aus viel Raum nicht so richtig viel gemacht hat. Aber man konnte gut sehen, wie sich Bayer immer wieder in Dribblings aufgrund individueller Qualität Platz verschaffen konnten, um dann die Möglichkeit zu haben, freie Mitspieler zu bedienen und RB Leipzig in Unordnung zu versetzen. Dass Bayer trotzdem zu relativ wenigen großen Torchancen kam, spricht wiederum für die Strafraumverteidigung der RasenBallsportler.

Fazit: Ein vor allem in der zweiten Halbzeit unglaubliches Fußballspiel mit viel Tempo und vielen Offensivaktionen. Am Ende hatte RB Leipzig etwas glücklich, aber nicht unverdient das bessere Ende für sich, weil man nach dem vergebenen Elfmeter von Bayer noch mal eine Schippe drauflegen konnte und trotz der Rückschläge in der ersten Halbzeit mit viel Überzeugung, Mut, aber auch kühlem Kopf das Spiel drehte. Der Wahnsinn geht weiter. Diesmal vielleicht mit etwas mehr Matchglück als sonst, aber weiterhin auch mit beeindruckenden Qualitäten in der Anpassung an neue Spielsituationen und beeindruckender Überzeugung, auch bei einem Champions-League-Teilnehmer einen Rückstand drehen zu können. Wahnsinn halt.

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Randbemerkung 1: Farbbeutelattacke auf den Mannschaftsbus von RB Leipzig vor der Partie in der direkten Anfahrt auf das Stadion. Ralph Hasenhüttl nahm es relativ locker und machte sich über einen Werfer lustig, der aus zwei Metern den Bus nicht traf. Rudi Völler und Roger Schmidt waren gar nicht amüsiert und fanden es total daneben. Ralf Rangnick war auch bedient. Letztlich ist es halt Sachbeschädigung. Und sowieso strunzdoof. Und falls sich das „Willkommen in der Farbenstadt“-Banner zu Spielbeginn im Heimblock tatsächlich auf die Farbbeutel bezog, dann hat man sich Strunzdoofheit im Bayer-Block auch noch erfolgreich direkt auf die Fahnen geschrieben.

Randbemerkung 2: Banneraktion im Heimblock. Dargestellt wurde in der ersten Halbzeit die Entstehungsgeschichte von Bayer Leverkusen und wie sich die Angestellten Anfang des 20. Jahrhunderts ihren Verein offenbar bei der Firmenführung erbettelten. In der 2. Halbzeit wurde dann Mateschitz und Co empfohlen, sich was anderes als den Fußball zu suchen. Vielleicht merken sie ja selbst noch in Leverkusen, dass es keinen wesentlichen Unterschied zwischen Angestellten, die sich eine Fußballstruktur von ihrer Firma erbetteln und Stadtbewohnern, die eine Gründung einer Fußballstruktur durch eine Firma begrüßen, gibt. Aber vielleicht besteht der Unterschied für die Bayer-Fans ja auch darin, dass das eine 1903/1904 stattfand und das andere 2009.

Randbemerkung 3: Lustig auch die fünf, sechs Jungs, die nach dem Spiel im Oberrang am Gästeblock mit hasserfüllten Minen herumpöbelten und eine Zweikampfsituation heraufbeschwören wollten (die sie zumindest von den Ordnern noch bekamen). Dabei hatten sie sich einen Zettel ausgedruckt, auf dem „Aspirin statt Taurin“ zu lesen war. Nein, das war keine satirische Kommunikationsguerilla. Die meinten das tatsächlich ernst.

Randbemerkung 4; Apropos Gästeblock. Der war überraschend vernünftig und bot gute Sicht und hatte ein gut funktionierendes W-Lan. Perfekte Bedingungen sozusagen. Und eine absolute Wohltat gegenüber so grausamen Blöcken wie in Wolfsburg oder in Freiburg in einer Woche.

Randbemerkung 5; Irgendwas bis zu 1.500 Fans von RB Leipzig verfolgten die Partie vor Ort. Für RB-Verhältnisse bei der unangenehmen Entfernung nach Leverkusen und an einem Freitagabend eine mehr als ordentliche Zahl. Da schlägt gerade der sportliche Erfolg absolut auf die Zahl der Auswärtsfahrer durch. Mal sehen, ob das dann auch für das ebenso ätzend terminierte Freiburg-Spiel nächsten Freitag gilt. Ist ja sogar noch mal ein Stück weiter als Leverkusen.

Randbemerkung 6: Nun können die Elogen auf RB Leipzig weitergesungen werden. Bester Aufsteiger aller Zeiten. Erstmals hat ein Aufsteiger zum Start elf Spiele in Folge nicht verloren. Auch punktetechnisch liegt man nun einen Zähler vor Kaiserslautern, die in ihrer Meistersaison 1997/1998 nach elf Spielen ’nur‘ 26 Zähler hatten. Ob RB Leipzig nach dem elften Spieltag auch Tabellenführer sein wird, entscheiden Dortmund und Bayern dann heute Abend. Bayern muss gewinnen, um Tabellenführer zu werden. Mal sehen, wie sie mit Druck umgehen können.^^

Randbemerkung 7: Ey, und sowieso. 27 Punkte nach elf Spielen. Acht Siege und drei Unentschieden. Bestes Auswärtsteam der Liga mit vier Siegen und zwei Unentschieden. Es ist absolut unheimlich mit dem einzig wahren RasenBallsport in dieser Saison.

Randbemerkung 8: Andererseits: Die Zeit, in der RB in dieser Saison in Rückstand lag hat sich von 10 Minuten auf 34 Minuten erhöht und damit mehr als verdreifacht. Die Krise ist nah!

Randbemerkung 9: Für Gegenpressingfetischisten ein Traum die Balleroberung von Diego Demme vor dem 3:2. Kurz gewartet, ob Kampl den Ball direkt nach vorn spielen will und als Demme merkt, dass Kampl das nicht tun würde, direkt draufgegangen, den Ball geholt und das Siegtor eingeleitet. Fürs Lehrbuch.

Randbemerkung 10: Durch die Verletzung von Kyriakos Papadopoulos (irgendwas mit dem Knie) spülte es Nachwuchsmann Dominik Franke in den Kader. Der Junge ist gerade 18 geworden (könnte also noch U19 spielen) und ist Linksverteidger in der U23. Fast hätte man bei einem wie Hasenhüttl denken können, dass er Franke ins Spiel wirft, als nach Comppers Verletzung ein Außenverteidiger gefragt war. Dann wurde es aber doch Schmitz. Was natürlich auch ok war. Denn für Franke dürfte schon das Erlebnis Bundesliga im Kreis des Profiteams eine super Erfahrung gewesen  sein. Und junge, entwicklungsfähige Außenverteidiger im Nachwuchs zu haben, kann nie schaden..

Lichtblicke:

  • Emil Forsberg: Immer und immer wieder. Zwei Tore vorbereitet, ein Tor selbst geschossen. Schon elf direkte Torbeteiligungen in elf Spielen. Viel mehr geht nicht. Mehr muss man dazu eigentlich auch nicht wissen.
  • Benno Schmitz: Erst verletzt sich Klostermann und Bernardo wird Schmitz vorgezogen. Dann verletzt sich Bernardo und Ilsanker wird Schmitz vorgezogen. Nachdem nun Compper verletzt ausfiel und Ilsanker Innenverteidiger spielen musste, ging der Weg am eigentlichen Klostermann-Backup nicht mehr vorbei. Man hätte denken können, dass Schmitz nach zweimaliger Zurücksetzung eher geschwächt auftreten würde. Doch das völlige Gegenteil war der Fall. Präsent in Defensive und Offensive. Mit sehr gutem Zweikampfverhalten und einigen guten Offensivaktionen. Als ob es die Vorgeschichte seiner Quasi-Degradierung nie gegeben hätte.
  • Peter Gulacsi: Man kann über die Aktion vor dem 1:2 streiten. Aus Stadionsicht hätte er rauskommen müssen, aus Fernsehsicht war sein Wegbleiben richtig. Streiten kann man nicht darüber, dass Gulacsi den Sieg mit starken Aktionen auf der Linie überhaupt erst möglich gemacht hat. Den Elfmeter gegen Calhanoglu hält er genauso sehr gut wie den Schuss von Baumgartlinger, der ansonsten zum 3:2 für Leverkusen im Kasten eingeschlagen wäre. Entscheidende Aktionen, bei denen der Ungar zur Abwechslung zur sonstigen Unterbeschäftigung mal zeigen konnte, was er auf der Linie so drauf hat.

Fanarena-Spieltagsspieler:

RB-Spieler des elften Spieltags in Leverkusen bei fan-arena.com.

(Quelle: iPhone und Android App FanArena für RB Leipzig Fans – www.fan-arena.com)

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Tore: 1:0 Kampl (1.), 1:1 Baumgartlinger (4./ET), 2:1 Brandt (45.), 2:2 Forsberg (67.), 2:3 Orban (81,)

Aufstellung RB Leipzig: Gulacsi – Ilsanker, Orban, Compper (30. Schmitz), Halstenberg – Demme, Keita – Sabitzer, Forsberg (90. Kaiser) – Werner, Poulsen (64. Burke); Bank: Coltorti, Franke, Khedira, Selke; Nicht im Kader: Klostermann, Bernardo, Papadopoulos (alle verletzt), Müller, Boyd, Kalmár

Aufstellung Bayer 04: Leno – Henrichs, Tah, Toprak, Wendell – Baumgartlinger (82. Havertz), Aranguiz – Kampl, Brandt – Calhanoglu (63. Volland), Mehmedi (74, Chicharito)

Schiedsrichter: Felix Brych (Durchwachsene Partie mit (aus Stadionsicht) ein paar seltsamen und nicht immer einheitlichen Zweikampfbewertungen. Mit den gelben Karten lag er allerdings richtig. Auch die Elfmeterentscheidungen gegen Schmitz (kein Elfer) und Ilsanker (Elfer) kann man vertreten auch wenn die Vergehen recht ähnlich waren und entsprechend auch eine Gleichbehandlung bei der Entscheidung näher gelegen hätte. Insgesamt war die Spielleitung in einem auch nicht immer einfach zu leitenden Spiel etwas unrund. Wenn auch nicht entscheidend unrund.)

Gelbe Karten: Toprak – Orban (4.), Ilsanker (3), Keita (2)

Zuschauer: 27.752 (davon 1.400 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, MDR-Bericht, B04-Bericht, Kicker-Bericht

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  • Torschüsse: 12 : 11
  • Torschüsse innerhalb des Strafraums: 9 : 10
  • Schüsse auf das Tor: 6 : 5
  • gewonnene Zweikämpfe: 53,3% : 46,7%
  • Ballbesitz: 54,8% : 45,2%
  • Passquote: 72,8% : 59,2%
  • Laufstrecke: 113,6 km : 116,6 km
  • Sprints: 232 : 202
  • Intensive Läufe: 688 : 659
  • Fouls: 12 : 15
  • Ecken: 6 : 9
  • Abseits: 4 : 3
  • Meiste Torschüsse: Tah, Calhanoglu, Kampl, Aranguiz, Brandt: je 2 – Orban, Sabitzer, Keita, Werner: je 2
  • Meiste Torschussvorlagen: Brandt: 4 – Forsberg: 4
  • Beste Zweikampfquote (mindestens 10 Zweikämpfe): Wendell: 65,5% – Schmitz: 57,1%
  • Meiste Ballkontakte: Wendell: 72 – Demme: 61
  • Beste Passquote (mindestens 20 Pässe): Baumgartlinger: 83,3% – Keita: 70,3%
  • Größte Laufstrecke: Aranguiz: 11,6 km – Demme: 12,0 km
  • Meiste Sprints: Brandt: 33 – Sabitzer: 31

Statistiken von bundesliga.de, bild.de, FourFourTwo

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Saisontorschützen: Werner, Forsberg – 5; Keita, Sabitzer – je 3; Selke – 2; Kaiser, Burke, Poulsen, Orban – je 1; Eigentore: Baumgartlinger

Saisonvorlagengeber: Forsberg – 6; Sabitzer, Werner – je 3; Demme, Poulsen, Burke – je 2; Schmitz, Orban, Compper, Selke, Keita – je 1

Saisontorbeteiligungen (Entstehung des Tors jenseits der direkten Vorlage): Demme – 7; Forsberg, Ilsanker, Sabitzer – je 5; Halstenberg, Compper, Orban, Poulsen, Gulacsi – je 3; Kaiser – 2; Keita, Bernardo – je 1

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Bild: © GEPA pictures/ Roger Petzsche

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14 Gedanken zu „Bundesliga: Bayer Leverkusen vs. RB Leipzig 2:3“

  1. Schmitz sahen wir genau so. Stark gespielt. Als wenn nichts war.
    Vor dem Hammerpass auf Sabi waren wir schon am schreien, warum er den Pass nicht rechts raus auf den startenden Burke spielt und wartet bis dieser ins Abseits muss. Aber er wartet und wartet und spielt dann dieses wirklich guten Pass. Leider hatte Leno in diesem Moment das richtige Auge und kam raus.

  2. Spiel nach zweimaligen Rückstand gedreht.Was für eine Mannschaft .Die Defensive, die im letzten Testspiel noch einen vogelwilden Eindruck gemacht hat, ist trotz den Ausfällen stabil .hängt sicher auch mit einer Super geschlossenen Mannschaftsleistung zusammen .absolut top.
    In der vorigen Saison wäre das noch nicht möglich gewesen .

  3. Wieder alles super geschrieben. Keita für mich auch wieder ein Lichtblick, was der alles weggrätscht und wegköpft.

  4. Klasse Einschätzung eines wirklich aufregenden Spiels, dem ist, wie gewohnt, nichts hinzuzufügen.
    Daumen hoch!

  5. Vorab:
    Brandt sagte nach dem Spiel, daß er nicht in der Haut von Brych stecken wollte. Sprich, er gibt die Schwalbe indirekt zu, sonst hätte er ja von einer Berührung gesprochen.

    Es ist wirklich unfassbar, wie RH den Jungs immer wieder Lösungen aufzeigt und diese umgesetzt wird.
    Und die Aussage von RH „Wo 1 Punkt ist, sind auch 3“ haben sie wahr genommen. Ich denke, jeder Fan wäre mit dem Punkt zufrieden, aber nein die Jungs spielen auf Sieg! Unglaublich! Und am Ende sogar verdient.

    Das Benno #WirhabendochSchmitz so cool gegen Brandt (MotM auf Lev-Seite) spielte war dann noch die andere wirkliche positive Überraschung!

    Und auch Burke kam gestern trotz Männerschnupfen richtig gut in das Spiel.

    So, und nun ein Wehrmutstropfen. Papa und Compper nun verletzt und hoffentlich!! nicht ernstes bei Beiden. Dazu Ilsanker und Orban bei der 3. bzw. 4. Gelben Karte und kein Klostermann/Bernado zur Verfügung. Das könnte richtig eng werden Richtung Dezember.

    Brych hat das sonst gut gemacht, bei den vielen intensiven Zweikämpfen die Übersicht zu behalten war verdammt schwer.

    Falls Bayern heute nicht vorbeizieht, viel Spaß mit den Pressemitteilungen eine Woche lang 😉

  6. Sehr geehrter Herr rotebrauseblogger,

    wäre RB Leipzig der erste Tabellenführer aus den neuen Bundesländern?

    1. Ich bin zwar nicht der Blogger, aber ich glaube zu wissen, daß Hansa Rostock auch mal Tabellenführer war.

  7. Der derzeitige Tabellenzwischenstand in der 1. Fußballbundesliga muss schon als sensationell eingeschätzt werden, obwohl nicht gerade jeder Sportfan diesen Verein unbedingt liebt! Wohl wissend, dass seine Geburtsstunde erst im Jahr 2009 war, die verständlicherweise mit einer langjährigen Tradition natürlich nicht viel zu tun haben kann, sollten solch schreckliche Aktionen der Anhänger des gestrigen Gastgebers, die den Leipziger Bus statt mit Blumen, mit Farbbeuteln begrüßten, vom DFB – Sportgericht hart geahndet werden!

    Obwohl sich die Vertretungen von Bayer Leverkusen gegen RaBa Leipzig gegenüberstanden, die auch noch im Volksmund als „Werkself“ bzw. „Dosentruppe“ sowie „Pillen- und gelbe Brause“ – Spieler bezeichnet werden, konnte man erkennen, dass entscheidende Aktionen von Akteuren auf dem Feld und am Spielfeldrand zu sehen waren, in deren Adern noch Salzburger Blut zu fließen scheint.

    Der glückliche, aber verdiente Sieg und die daraus entstandene überaus unerwartete derzeitig günstige Tabellensituation ist erneut ein Beleg, dass scheinbar auf die frühere Fremdeinmischung in manche personelle Entscheidungen des weit abseits stehenden wichtigen Geldgebers, die aber in der Vergangenheit vordergründig zu einem nachweisbaren Durcheinander im Verein führten und deshalb manche kühne Pläne bereits im Ansatz zerstörten, nun klugerweise verzichtet wird. Wohin das Gegenteil nämlich führen kann, demonstrieren gerade die Verantwortlichen des HSV……

    Kaum zu glauben, doch es ist regelrecht kurios, dass die verschiedenen Medien und bundesweiten Fußballfreunde nun Woche für Woche warten müssen, wann der „Neuling“ aus Leipzig das erste Mal verliert………..

    Alle Achtung!

  8. Jede Woche ein neuer verletzter Spieler. So muss keiner nur Zugucken. Jeder bekommt ne Fette Prämie. Und Papadopulus sollte wohl gegen Bayer nicht ran 😉
    Dank an Hasenhüttl, der die Jungs bei Laune hält und für die Aufbauarbeit bei Schmitz.

  9. Forsberg hat im Länderspiel einen sensationellen Freistoß in Tor geschossen. Er soll wohl Ronldos Technik trainieren. Ein zentral, mit voller Wucht geschlossener Ball fliegt als Flatterball.

  10. Unheimlich ist es. Erklärbar ja, aber…(Rückrunde letzte Saison, Spiel in Dresden…)

    Demut, nirgends wo taucht das Wort mehr auf.

    Erste Gedanken an Freiburg, die 3 Punkte holen wir, die putzen wir weg, irgendwann muss es passieren, aber bitte nicht in Freiburg, die 27 Punkte kann uns keiner mehr nehmen…

    Lob von allen Seiten.

    Historisches.

    Europareif.

    Halt! Meine Gedanken sind von Spiel zu Spiel. Ja, keine Floskel, ist echt so.

    Nüchtern bleiben, nicht leicht, aber machbar.

    In dem Sinne.
    Danke an die Mannschaft u.d. Trainer für diese geile Zeit.
    Wir genießen und bleiben auf dem Boden.

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