Lokales Kapital in globalen Sportwelten?

Wenn sich ein Investor zu Werbezwecken einen Verein strategisch raussucht, ohne regionalen Bezug, nur um ihn nach oben zu bringen, dann finde ich das schon fragwürdig. (Lars Stindl im 11Freunde-Interview)

Lars Stindl kann mit RB Leipzig (denn darum dreht es sich überraschenderweise bei der Antwort) also nichts anfangen. Das ist zuerst einmal sein gutes Recht und soll im Detail gar nicht so sehr interessieren. Interessanter daran ist ja der Inhalt (und auch hier gilt Stindl eher als Aufhänger denn als Adressat, zumal man seinen Satz in verschiedene Richtungen interpretieren kann). Und der läuft auf die These hinaus, dass es nicht gut ist, wenn eine Firma ihr Geld strategisch und ohne regionalen Bezug in einen Verein steckt, um mit diesem erfolgreich zu sein bzw. diesen erfolgreich zu machen.

Nehmen wir der Einfachheit halber mal an, dass es durchaus Sinn von Firmen und deren Versuch, sie im Wettbewerb mit anderen Firmen, erfolgreich sein zu lassen, ist, strategisch Geld zu investieren. Auch und gerade zu Werbezwecken. Auch und gerade mit der Hoffnung, dass das Geld gut angelegt ist und sich vermehrt und der Sponsoringgegenstand durch das investierte Geld noch erfolgreicher wird. Bezüglich der Sportart Fußball scheint zudem Konsens zu sein, dass das ein Ort ist, wo man sehr gut Geld so versenken kann, dass man am Ende als Firma noch was davon hat. Ob das nun stimmt oder nicht, müssen die jeweiligen Firmen wissen. Hängt vermutlich auch immer davon ab, wie gut man die positiven Effekte dann innerhalb der Firma zu formulieren weiß.

Nehmen wir das also mal so hin. Dann bleibt noch der Punkt des fehlenden regionalen Bezugs, um den es hier vornehmlich gehen soll. Fehlende Verankerung wird ja immer wieder mal als Argument gegen die Konstruktion RB Leipzig in den Raum gestellt. Zumal auch gegen Red Bull, für die Leipzig nur ein beliebiger Ort sei. Wobei da schon von vornherein ein Missverständnis besteht. Denn wenn überhaupt sollte es der Verein sein, der sich lokal verankert, weil er seine Umgebung und die Interaktion mit ihr für das nachhaltige Wachsen braucht (etwas, das man auch bei RB Leipzig weiß und in der Mehrzahl der Zeit in den letzten sieben Jahren auch gelebt hat), und nicht unbedingt der (Haupt-)Geldgeber.

Oder anders gesagt. Warum sollte es nötig sein, dass der Finanzier oder eine Firma, die im Fußball investiert, egal in welcher Höhe, regionale Bezüge hat? Das würde von der Idee her dann nur bedeuten, dass man gern einen im Fußball ausgetragenen Stellvertreter-Wettbewerb von Wirtschaftsregionen hätte.

Den hat man ein Stückweit natürlich sowieso, weil eine Region oder Stadt mit hoher Wirtschaftskraft ganz andere Möglichkeiten hat, einen professionellen Fußballklub, an dem die Stadtgesellschaft hängt, auch in der Breite finanziell zu stützen, als ein Klub in einer Region mit wenig großen Firmen oder generell wenig Wirtschaftskraft. Frag nach im Saarland oder in Schleswig-Holstein oder im ganzen Gebiet zwischen Berlin und Rostock.

Es gibt natürlich auch Orte, wo das ganz gut funktioniert mit dem Eingebettetsein in die lokale Wirtschaft. Heidenheim ist so ein Beispiel. Wer mal vor der dortigen Sponsorenwand stand, hat eine Idee davon, dass in der Gegend gerade vom besseren Mittelstand aufwärts eine ordentliche Wirtschaftskraft zu kriegen ist.

Anderswo ist das nicht in diesem Ausmaß der Fall. Zudem wird die Luft je höher man kommt auch immer dünner. Sprich, in der Bundesliga gerät das Konzept, mit lokalen Klein- bis Mittelsponsoren über die Runden zu kommen, zumindest auf Dauer relativ schnell an die Grenzen. In strukturschwachen Gegenden sowieso.

Wenn man auf Leipzig guckt, dann fallen lokale Großfirmen, die in den Fußball investieren wollen, schon mal weg. Für BMW und DHL, wenn man die als lokal bezeichnen will, nur weil sie hier ansässig sind, ist der Fußball hierzulande uninteressant. Und Porsche und VW sind bei RB Leipzig im kleineren Umfang als Förderer von Nachwuchs oder Autospender oder mit kleineren Summen dabei. Größeres Engagement ist von beiden nicht zu erwarten. Andere große Firmen, denen man ein großvolumiges Sponsoring im Fußballbereich zutrauen würde, gibt es hierzulande nicht.

Die nicht gerade hohe Dichte an finanziell sehr gut aufgestelltem Mittelstand, der auch noch im Sport investieren möchte, verteilt sich nicht nur noch auf andere Fußballklubs, sondern hat auch noch den Handball und andere Sportarten vor der Sponsorennase. Vielleicht aus Sponsoringsicht sogar die lohnenderen Ziele. Weil man beispielsweise bei den Bundesliga-Handballern des SC DHfK keinen überpräsenten Hauptgeldgeber hat, neben dem schwer bestehen ist.  Oder weil die lokalere Orientierung manch einem besser gefallen oder passen mag.

Letzlich ist es aber auch alles wurscht. In einer globalisierten Welt mit bundesweiten bis globalen Fußballmarken, wenn man vor allem an die Spitze und an Bayern, Schalke, Dortmund denkt, wäre es ein ziemlicher Anachronismus, darauf bestehen zu wollen, dass Kapital lokal fließen oder lokale Interessen verfolgen sollte. Kapital sucht sich seine Wege dorthin, wo es meint, dass es am besten angelegt ist. Das war im Fall von Red Bull zufällig Leipzig. Und das war im Falle der Postbank zufällig Mönchengladbach. Zufällig in dem Sinne, dass sie nicht nach Mönchengladbach gegangen wären, wenn sie dort nicht ihre Werbe- und Sponsoreninteressen, ergo ihre Firmeninteressen befriedigt gesehen hätten. Und für Red Bull war im Jahr 2009 am Ende Leipzig der einzige Ort, an dem man einen vielversprechenden Boden für die eigenen Werbe- und Sponsoreninteressen gesehen hat.

Das mitschwingende Motiv bei dem Verweis auf den Vorteil lokaler Sponsoren ist wohl, dass mit lokalem Geld auch eine höhere Identifikationskraft und damit auch ein mehr an Nachhaltigkeit, ein mehr an Wir geschaffen wird. Rein vom Nachhaltigkeitspunkt her gesehen dürfte das aber nicht so sehr an der Lokalität des Kapitals, sondern vor allem an der Breite der Unterstützer, also ihrer Vielzahl hängen. In breite Firmenstrukturen eingebunden zu sein, erhöht die Chance, auch gut durch finanzielle Krisen zu kommen. Egal ob die Krisen nun bei den Sponsoren passieren oder sportlicherseits und daraus resultierend finanziell beim Fußballklub. Aber auch egal, ob das Geld aus Hamburg, Hannover, Hanoi oder Hongkong kommt.

Breite bei der Sponsorenunterstützung können die betreffenden Klubs als Wettbewerbsvorteil verbuchen. Genauso wie lang bestehende Vereine mit großer Anhängerschaft gerade in wirtschaftlichen Krisenzeiten ihre Basis als Vorteil einsetzen können (wobei die Schraube irgendwann auch überdreht werden kann).

Jenseits dieses sachlichen Vorteils breiter Unterstützung bliebe es eine seltsame Annahme, dass lokales Geld dem globalen Geld vorzuziehen sei. Am Ende wohnt dem auch die Idee eines schlechten, weil wurzel- und heimatlosen Kapitals inne, während die lokalen Kapitalisten eher das Gute im Fußball sehen und fördern. Eine etwas arg künstliche Trennung, da am Ende über alle Klubs hinweg die Geldgeber eine Sache eint: Der Effekt des Geldeinsatzes muss für die Firma des Geldgebers positiv sein. Egal ob er 5 Meter oder 5.000 Kilometer vom Stadion des Vereins entfernt seinen Hauptsitz hat.

Wenn man mal nur die Brustsponsoren der Bundesliga nimmt, dann hat man bereits ein sehr buntes Bild. Von direkt vor der Haustür bis hin zu über 6.000 km Entfernung ist da alles dabei. Dass Klubs wie Freiburg oder Darmstadt lokale Firmengrößen auf der Brust haben, kann aufgrund der in ihrer Grundstruktur eher lokalen Ausrichtung der Klubs kaum überraschend. Dass andere Vereine mit globalerer Strahlkraft auch eher globaler finanziert werden, überrascht genausowenig. Niemand würde die Freiburger Schwarzwaldmilch im Sponsoren-Portfolio der Bayern weiter oben erwarten. Würde für beide Seiten nur wenig Sinn machen.

Und das ist letztlich der viel entscheidendere Grund, als es Lokalbezüge sind. Welchen Sinn ergibt Sponsoring oder die Investition von Geld für beide Seiten? Im Fall von Leipzig und Red Bull dann eben beiderseits sehr viel. Weswegen man relativ leicht zusammenfand, nachdem der eine gleich noch die passenden, weil fehlenden Klubstrukturen mitgebracht hatte. In anderen Fällen wie bei Gazprom und Schalke oder Krombacher und Frankfurt oder Schwarzwaldmilch und Freiburg bringt es sicherlich auch beiderseits viel. Entscheiden müssen das die jeweiligen Partner, wie sinnvoll die Partnerschaften jeweils sind.

In jedem Fall bleibt es mühselig, von außen entscheiden zu wollen, welche Partnerschaft nun sinnvoll, vielversprechend oder eben nicht ist. Vor allem wenn man es an der Trennlinie der regionalen Bezüge des Kapitalflusses fest macht. Letztlich ist es wohl eher eine Frage der Effektivität des Kapitalflusses oder eine Frage des mit ihm erreichten Erfolgs. Diese Fragen werden in den lokalen oder globalen Firmenzentralen immer wieder aufs Neue gestellt und mit Antworten versehen werden.  Und sowohl im lokalen als auch im globalen werden die Antworten nicht immer im Sinne der entsprechenden Fußballklubs und ihrer Anhänger ausfallen (oder andersherum). Sonst würde in Mönchengladbach vielleicht immer noch Diebels auf den Brüsten kleben und nicht eine Bank.

——————————————————————————

Konsum und RB Leipzig - eine Wirtschaftsbeziehung, die über den Verkauf von Dosen kaum hinaus geht.

——————————————————————————

Verein – Brustsponsor – Hauptsitz des Brustsponsors – ungefähre Autobahnentfernung zwischen Hauptsitz Brustsponsor und Verein

  • VfL Wolfsburg – VW – Wolfsburg – 0
  • FC Ingolstadt – Media Markt – Ingolstadt – 0
  • SV Darmstadt 98 – software – Darmstadt – 0
  • 1. FC Köln – Rewe – Köln – 0
  • SC Freiburg – Schwarzwaldmilch – Freiburg – 0
  • TSG Hoffenheim – SAP – Walldorf – 20
  • Borussia Dortmund – Evonik – Essen – 40
  • Bayer Leverkusen – Barmenia – Wuppertal – 40
  • Werder Bremen – Wiesenhof – Visbek – 50
  • FC Augsburg – WWK – München – 80
  • Borussia Mönchengladbach – Postbank – Bonn – 90
  • FSV Mainz 05 – Kömmerling – Pirmasens – 130
  • Eintracht Frankfurt – Krombacher – Krombach – 150
  • RB Leipzig – Red Bull -Fuschl – 560
  • FC Bayern München – Telekom – Bonn – 560
  • Hertha BSC – bet-at-home – Düsseldorf – 560
  • Schalke 04 – Gazprom – Moskau – 2.300
  • Hamburger SV – Emirates – Dubai – 6.600

Flattr this!

10 Gedanken zu „Lokales Kapital in globalen Sportwelten?“

  1. Tja, was soll man von dem Artikel halten, der eben nicht zwischen Brustsponsor auf der einen Seite und Investoren, dem der komplette Laden gehört, auf der anderen Seite unterscheidet. Das mag für RBLer die gleiche Schose sein, für die Kritiker aber eben der fundamentale Unterschied. Vermutlich auch für Lars Stindl. Von daher reden Lars Stindl und du von zwei verschiedenen Dingen.

    1. Als lanjäriger Blogleser ist es sehr lustig mal einen kritischen Kommentar hier im Blog zu lesen. Wenn sich in fremden Blogs über Leipzig echauffiert wird, dann liest man schnell mal verteidigende Kommentare von Leipzigern. Andersherum ist es neu. Ich freue mich über die neue mediale Aufmerksamkeit für den Rote Brause Blogger. Lasst das trollen beginnen.

    2. Es stellt sich die Frage, nach Henne oder Ei. Will sagen, es ist ein Unterschied, ob sich der Verein einen Brustsponsor sucht, oder sich ein Unternehmen einen Werbeträger kauft. Wem das zu kryptisch ist, der erkennt vielleicht den Unterschied zwischen einer Frau mit dem sie auch finanziell unterstützenden Partner und dem Freier, der sich eine Prostituierte nimmt.

  2. Ich finde es im Zusammenhang mit der Diskussion mal Interessant zu klären was RBL nun eigentlich vorgeworfen wird.
    Unterscheiden muss man zwischen Mäzenatentum, die kaum kommerzielle Interessen haben und kapitalistisch orientierten „Investoren.“
    Letzteres trifft ja wohl auf RBL zu. Die Frage muss also lauten: „Warum zahlt ein (rein wirtschaftlich) denkendes Unternehmen (Red Bull) in Leipzig so viel mehr Geld als andere Firmen woanders bereit sind zu zahlen?“

    Vielleicht weil sie in anderen Sportarten gelernt haben, dass der Kampf um Siege (Titel) wesentlich mehr Werbewirkung bringt als der Kampf ums Überleben?

    Vielleicht weil sie dazu ein tatsächlich langfristiges Investment eingehen wollen?

    Vielleicht trauen sie sich das zu weil die Strukturen professioneller und damit sicherer sind als woanders?

    Daraus ergeben sich natürlich immer mehr Fragen. Ich finde das müsste aber mal ernsthaft beleuchtet werden.

    Also Langfristigkeit von Verträgen, Werbewirksamkeit in Relation auf Platzierungen, Erfolg in Verbindung mit handelnden Personen usw. Denn irgendwo dort liegt die Wahrheit/der Grund warum Red Bull so viel investiert.
    Hinzu kommt natürlich noch, dass Red Bull das Thema Marketing sicher viel besser versteht als viele andere auf diesem Planeten 😉

  3. Wenn sich ein Lars Stindel aus finanziellen Zwecken strategisch einen Verein raussucht, nur um seine Karriere voranzubringen, dann finde ich das schon fragwürdig.

  4. Wenn man Erfolg kaufen kann tut das früher oder später auch jemand. Dann muss es jeder tun um noch mithalten zu können. Woher das Geld kommt wird dann zwangsweise immer weniger relevant.

    Will man das beheben, muss man zurück zur Wurzel. Erfolg darf nicht kaufbar sein.

  5. moin moin..

    alle argumentationen hier gehen, wie beim thema tradition auch, völlig an einem normalen „umgang“ vorbei.

    Mätze, Investor, Sponsor sind die Schlagwörter in diesem Thema.. im anderen heissen diese „tradition, richtiger verein, bla bla“ im anderen.

    das mag an der sehr emotionalisierten sportart fußball liegen.

    nimmt man alle emotionen eiskalt raus und betrachtet alles nüchtern von weitem und neutraler sieht die sache viel einfacher aus.

    Ein Verein der Profi Fußball spielt ist zuallerst (heutzutage!) eine Art „konstruierte“ Firma die mit steigendem Einkommen (Sponsoren, Mätzen, Investoren, Marketingeinahmen wie Klamotten, Eintrittsgeld etc) auch steigende Investitionen (bessere Spieler, besseres Stadion, bessere Rahmenbedingungen wie Traininsgsplatz etc) tätigen kann.

    Warum sag ich „konstruierte“ Firma?

    weil alle Profivereine dies sind. Egal ob ausgegliedert oder nicht, man versucht hier eine Art Firma (im Gewand eines Vereins) zu konstruieren, mit denen man sowohl die formalen Anforderungen (lizenz) als auch geldlichen Anforderungen (gewünschte Verbesserung) erfüllen kann.

    Bei dem zur Verfügung stehendem Geld ist es natürlich völlig wurscht woher es kommt. Geld ist immer gleich viel Wert. Die 5 € vom Arbeitslosen Hartz IVer sind (für den Verein!!!!) genauso viel wert wie die 5€ von der lokalen Schreinerei Maier.

    Gefühlt sind natürlich die 5€ des Hartz IVers mehr .. aber gefühlt zählt eben nicht wenn man völlig emotionslos bleibt.

    Bei der emotionslosen Betrachtung merkt man also: egal von wem oder was das Geld kommt, für den Verein ist es immer gleich viel wert.

    Jetzt ist natürlich gleich das Geschrei groß, da ja Traditionsvereine ja nicht nur Profifußball machen sondern auch was für Kinder tun und bla hier und bla dort.

    Richtig, aber das machen diese Profivereine nur aus einem Grund… in der Firmensprache auch: Corporate Responsibility genannt.

    jetzt kann man(n) schreien, weinen, fluchen, sonstwas aber es bleibt dabei .. „Traditionsvereine“ genau wie „Plasitikclubs“ verhalten sich wie Firmen und sind nichts anderes. Alles vermeintlich „positive“ ist nichts weiter als Corporate Responsibility.

    und warum machen Firmen Corporate Responsibility? einerseits weil sie natürlich alles tolle menschen sind *hust*

    … und weil es IMAGE bringt .. und damit mehr Marktwert (nennen sich auch heute noch „Fans“).

    Mehr Marktwert bringt … trommelwirbel …. mehr Geld!

    ups.

    und genau so siehts eben aus. die fußballvereine sind firmen mit einem marktwert die geld über diverse quellen bekommen. dies versuchen sie mit ergebnissen einerseits und Corporate Responsibility andererseits zu verbessern für mehr geld.

    und genau daher ist jede diskussion über tradition oder investor/sponsor/lokal/global für den Arsch. sie ist nicht relevant!

  6. Keine Ahnung woher diese Diskussion überhaupt kommt. Vor 100 Jahren haben sich ein oder zwei Dutzend Männer getroffen , nicht ahnend dass aus ihrem privaten Engagement mal ein multimillionen Euro Unternehmen wird dass im Milliardenbusiness Fussball Geld verdienen und sportlichen und marketingtechnischen Erfolg will. Was ist der Unterschied zu ein oder zwei Dutzend „Männern“ die sich 2009 treffen, einen Fussballverein gründen und das konkrete Ziel vor Augen haben sportlichen, wirtschaftlichen und marketingtechnischen Erfolg zu generieren im milliardenschweren Eventbusiness Fussball?

    Ist das konkrete Ziel tatsächlich das Problem?

  7. Erstmal Moin, ich kommentiere das erste Mal hier, lese aber schon länger mit.

    Die gesamte Argumentation dieses Beitrags krankt aus meiner Sicht daran, daß der Verfasser so tut – wie RBL-Befürworter im Allgemeinen – als gebe es einen vom Red Bull Konzern irgendwie unabhängingen Verein. Diesen gibt es aber nicht, alle Entscheidungen des Vereins werden von Red Bull-abhängingen Personen getroffen. Trennungen zwischen dem Konzern, Verein und auch den anderen Vereinen des Konzerns gibt es höchstens zum Schein, das zeigt nicht zuletzt und trotz aller Beschwichtigungsversuche auch die Transferpraxis zwischen Leipzig und Salzburg. Solange sich Befürworter der RB-Vereine dies nicht eingestehen, können sie aus meiner Sicht keine ehrliche Diskussion führen!

    1. Deine argumentation krankt daran, dass du so tust als würde es in der 1. und 2. Liga Vereine geben, die eine saubere Trennung haben.

      Das mag oberflächlich betrachtet sogar so erscheinen, ist es aber in der Tiefe eben nicht.

      Nimm als Beispiel den VFB Stuttgart der ja formal bestimmt all das erfüllt, was du unter einem „unabhängigen“ richtigen Verein verstehst.
      Dort ist Mercedes (Daimler) der Hauptsponsor. … und oh Wunder, Daimler sitzt auch im Aufsichtsrats des Vereins.

      Glaubst du denn alles ernstes wirklich, dass ein Hauptsponsor der Millionen in einen Verein buttert, kein Mitspracherecht will?

      Glaubst du das Freundschaftsspiel damals von Schalke in Moskau kam zufällig? trotz aller kritik? natürlich hatte da gazprom als russischer staatskonzern NIEMALS die finger im spiel 😉

      glaubst du ein hopp gibt nur geld ohne seine meinung zu sagen und diese durchzusetzen?

      oder der Kühne beim HSV?

      oder oder oder oder oder…

      Ein selbstständiger Verein, der SELBSTSTÄNDIG und OHNE RÜCKSICHT auf Sponsoren etc handeln kann GIBT ES NICHT.
      (Profifußball).

      Das mag bei manchen Vereinen mehr und bei manchen Vereinen weniger offensichtlich sein, aber am Ende gibt es immer Abhängigkeiten!

      Und jetzt fang blos nicht mit dem Spiel an wie „Abhängigkeit A (red bull)“ ist böse! und „Abhängigkeit B(sponsor X)“ ist gut!

      da liest du einfach meinen anderen text nochmal durch und wirst festellen: ist alles der gleiche Brei, nur die Fasade ist anders!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *