Pressekonferenz: RB Leipzig vs. Borussia Dortmund

[Nach dem Bundesligaspiel zwischen RB Leipzig und Borussia Dortmund hier die Einschätzungen der beiden TrainerThomas Tuchel und Ralph Hasenhüttl von der Pressekonferenz.]

———————————————————————

20.42

Wer jetzt noch Stimme hat, ist selber Schuld. Ein Abend, wie man ihn sich aus RB-Sicht besser nicht hätte malen können. Eine tobende Arena, ein kämpfende Mannschaft, die in der zweiten Halbzeit schlicht besser war als der BVB. Und der Siegtreffer kurz vor Schluss, als sich eigentlich fast schon alle zum 0:0 zittern wollten. Ein Ausbruch von Emotionen, wie man ihn in der Form in Leipzig schon eine Weile nicht mehr erlebt hat..

20.45

In der ersten Halbzeit war es ab und zu etwas grün im Zweikampfverhalten, aber insgesamt kam der BVB-Ballbesitzfußball RB Leipzig über 90 Minuten durchaus entgegen. Selten, dass mal ein Ball durch den Verbund zu Götze oder auf die Außen kam. Stattdessen gab es viele Ballgewinne gegen ungewohnt fahriges Passspiel des BVB, das auch durch Weigl, der gut abgedeckt wurde, nicht besser wurde.

20.51

Thomas Tuchel: „Glückwunsch an Ralph und RB. Finde, wir mit der nötigen Einstellung gespielt haben. War offensichtlich, dass wir zu viele unerzwungene Fehler gemacht haben. In der Abwehrkette und im zentralen Mittelfeld. Teils wegen Ungeduld, teils technische Fehler. Auch bei zweiten Wellen waren wir zu fehlerhaft. So waren wir nie komplett dominant. Durch die Fehler mussten wir gegen Tempo verteidigen. Platz war tief und noch nicht richtig angewachsen. Kostete viel Kraft. Hatten in jeder Phase genug Möglichkeiten über die Außen, um 100%ige Chancen zu erarbeiten. Aber das haben wir nicht geschafft. Deswegen mussten wir noch das Tor hinnehmen. Hat sich nicht angedeutet. Hatten auch in der konkreten Situation Überzahl. Zweikampfquote war gut. Mentalität war entsprechend in Ordnung. Lernen uns kennen und müssen damit umgehen.“

21.02

Ralph Hasenhüttl: „Glaube, dass wir zu der Fehlerquote Dortmunds beigetragen haben. Gegen den Ball sehr diszipliniert und mutig gespielt. Weitgehend mit unserer Zweitligamannschaft gespielt. Wollten das Spiel am Anfang offen halten und vor allem gegen den Ball spielen. Gegner zeigen, dass er nicht durchkommt. In der ersten Halbzeit zu fahrig gespielt bei Ballgewinn. Haben wir in der Pause angesprochen. Speed hat dem Gegner weh getan. In der zweiten Halbzeit kam der Moment, wo wir Qualität nachlegen konnten. Stimmung wurde immer besser. Habe der Mannschaft gesagt, es reicht nicht nur mitzuhalten, sondern man muss dran glauben zu gewinnen. Einwechslungen haben noch mal Punch gehabt. Hatten vorher bei BVB-Chance auch Glück. Freut mich für Mannschaft und Zuschauer, dass man sich belohnen konnte Lautstärke nach dem 1:0 war abartig. Dafür arbeiten wir. Freue mich für alle, die mit uns sind.“

21.05

Tuchel: „Kennenlernen in unterschiedlichen Situationen und hinsichtlich der verschiedenen Aufgaben im Spiel. Zu viele unforced Errors. Sind damit aber gut umgegangen und haben nicht gehadert. Positive Reaktion, dass wir so gespielt haben, wie man so ein Spiel annehmen muss. Offensichtlich, dass wir nicht unseren besten Tag hatten. Wenn es uns gelungen wäre, in Führung zu gehen, dann hätten wir wohl von einem verdienten Sieg und von Qualität gesprochen. Bin zufrieden mit der Mentaliät. Sind nicht zufrieden, dass wir verloren haben. Werden an Details und am großen Ganzen weiterarbeiten. Spüre Harmonie in der Mannschaft.“

21.08

Hasenhüttl: „Schwitze wegen dem Sprint zum Schluss. Geht mir gut nach einem Sieg gegen Dortmund. Man kann es sich kaum besser vorstellen. Topspiel. Machen es nicht schlecht. Wenn du gewinnen willst gegen Dortmund, muss alles passen. Brauchst auch Glück.“ Wollten zeigen, was wir schon drauf haben. Geringer Ballbesitz  von heute wird wohl charakteristisch sein.

21.10

Hasenhüttl: „Man entscheidet so ein Spiel idealerweise, wenn der Gegner müde wird. Der Moment kommt, wenn man das Herz in beide Hände nimmt.“ Deswegen gewechselt und bspw. Burke gebracht.

21.11

Tuchel: „Will in keinster Weise die RB-Leistung kleinreden. Intensiv verteidigt. Topspiel gemacht. Absolute Anerkennung dafür. Wollte nicht respektlos kennen, als ich von unseren unforced Errors gesprochen habe.“ Tor am Ende erzwungen. „Tolle Atmosphäre hier. Wissen um das Know How im Klub. Ralph wird Schritt für Schritt gehen. Manchmal ist der nächste Schritt zu gehen schwerer, wenn man einen großen Schritt macht wie mit dem heutigen Sieg. Nächsten kleinen Schritte müssen gewertschätzt werden.

21.13

Tuchel: „Erste Hälfte sehr gutes Spiel von Götze. Dann wurde es schwerer. Wollten dann noch mal andere Typen einwechseln.“

21.15

Tuchel: „Vorfreude auf Champions League überwiegt die Sorge. Das muss das dominierende Gefühl sein. Fehler, die wir gemacht haben, sind nicht so elementar, dass man alles in Frage stellen muss. Jeder ist im Training bereit doppelte Schritte zu machen. Fand es heute nicht so dramatisch, um unsere Wettbewerbsfähigkeit in Frage zu stellen. Es gilt weiterhin volles Vertrauen.“

21.28

Das war es von hier. Was soll ich noch dazu sagen. Ich feiert Euch wahrscheinlich sowieso gerade irgendwo in Grund und Boden. Lasst es Euch dabei gut gehen und genießt das Wochenende, den ersten Bundesligasieg und den phantastischen Abend.

—————————————————————————–

Die ultimative Jubltraube.. | GEPA Pictures - Sven Sonntag.

—————————————————————————–

Flattr this!

4 Gedanken zu „Pressekonferenz: RB Leipzig vs. Borussia Dortmund“

  1. Grossartig! Hasenhüttl (hat schon in Hoffenheim super gewechselt) und Burke (hat wohl das Potential für Ganzgross) für mich die Matchwinner.

  2. Tuchel trifft es hier mit den entscheidenden kleinen Schritten nach so einem großen doch sehr gut. Diese kleinen Schritte werden der Mannschaft jedoch auch anderes abverlangen als bei diesem fantastischen Auftritt gegen Dortmund. Deshalb macht es mich etwas skeptisch, wenn Hasenhüttel (der ja bisher anscheinend einen unglaublich guten Job macht) meint, der geringe Ballbesitz würde für diese Saison charakteristisch werden. Ich hatte den Eindruck, dass in der zweiten Zweitligasaison die entscheidende Weiterentwicklung gegenüber dem ersten Jahr mit einer besseren Balance zwischen Gegenpressing und Ballbesitz einherging. Ähnliches meint man ja eigentlich auch über das Verhältnis von Tuchel-Dortmund zu End-Klopp-Dortmund sagen zu können. In dieser Königsdisziplin, beides zusammenzubringen, hat sich Tuchel in seinem ersten Jahr bewährt. Und im Supercup gegen Bayern haben die Dortmunder wiederum gerade durch das Gegenpressing geglänzt und gezeigt, wozu sie fähig sind. Die Saison wird sich für Leipzig letztlich in den Spielen gegen schwächere Mannschaften entscheiden. Ich bin sehr gespannt, wie sie sich hier schlagen. Dass gegen die Topclubs wirkliche Spektakel zu erwarten sind, hat man jetzt gesehen.

    Noch etwas: War die Sky-Berichterstattung eigentlich immer schon so absolut gruselig? Ich habe jetzt nicht mehr alles in Erinnerung. Das fängt bei diesem ganz unangenehm aufdringlichen Interviewer am Spielfeldrand an. Und setzt sich weiter fort beim Experten-Trio. Ich war irgendwann nicht mehr sicher, ob ich amüsiert sein oder Mitleid haben sollte. Marcel Schmelzer ist fast den Tränen nahe, nur weil er gegen RB Leipzig verloren hat und wird dann auch noch von dem besagten Reporter-Typen malträtiert. Matthäus und Metzelder konnten ihre Missgunst und Verbitterung auch nicht wirklich hinterm Berg halten. Zunächst soll der lange Ball von Gulasci vor dem Tor beiden zufolge völlig absurder Weise Abseits gewesen sein (war ja passiv) und auch die Balleroberung durch Halstenberg wurde recht deutlich als Handspiel bewertet, war die Situation in Wirklichkeit auch noch so uneindeutig. Und um dem ganzen die Krone aufzusetzen, erdreistet sich der Sky-Mensch dann nicht, das Tor damit zu kommentieren, dass da 15-Millionen auf 15-Millionen gepasst hätten und das dann eben ein Tor ergeben würde. Man schämt sich wirklich nicht dafür, sich in aller Öffentlichkeit dieser reinsten Heuchelei hinzugeben. Eigentlich fing es schon damit an, dass diese 3 Typen sich vor dem Spiel allen Ernstes 3 Bratwürste auftischen ließen, und der Zuschauer für das Geld, welches er an Sky überweist, dabei zuschauen darf, wie Metzelder in seine auch noch reinbeißt, um dann kauend in die Kamera zu glotzen. Es ist reinste Realsatire. Dagegen wirkte das Sportstudio dann wie eine Wohltat und professioneller Journalismus par excellence. Und man kann auch mal feststellen, dass im Vergleich dazu und auch zu vielem was von anderen Seiten so kam, die ganze Außendarstellung RBs durch Rangnick und Hasenhüttel sehr angenehm professionell, nüchtern und sachlich daherkommt.

  3. Matthäus und Metzelder waren sich eigentlich relativ einig dass es nach der derzeitigen Regelanwendung kein Abseits war, haben aber aufgezeigt, dass aus Sicht des Verteidigers (Bartra) der da den Ball wegköpfen muss durchaus ein Pressing-Druck von eben jenen 3 Verteidigern vorhanden war, auch wenn letzlich nur Forsberg aktiv auf ihn drauf ging. Ich finde, da haben sie schon irgendwo recht, bin aber auch der Meinung dass so eine Sitatuation nicht als Abseitslage zählen sollte (wie es ja auch derzeit angewendet wird und hier auch wurde)

  4. Mitleidig gelächelt habe ich nach dem Schlusspfiff: da zeigen diese verbitterten Sky-Leute allen Ernstes minutenlang die Verlierer statt die ihren ersten Sieg feiernden und zu Recht jubelnden Leipziger!! Eine Schande! Wie erbärmlich!!
    Gratulation an Ralf und Ralph!!!
    Peter Cwielag, Zippendorf

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *