Support-your-local-rotebrauseblogger-Schallplatte

Seit 2010 gibt es diese kleine Blogpräsenz nun schon. Mit der Spielzeit 2016/2017 geht es in das siebte Jahr, in dem ich den RasenBallsport in all seinen Facetten und diskursiven Wirren verfolge und nach bestem Wissen und Gewissen mit Empathie aufarbeite und analysiere. Ab und zu versucht mich mal jemand zu fragen, ob das nach so einer langen Zeit nicht langweilig werden würde. Eine Frage, auf die ich zu leicht verrücktem Kichern eine gleichbleibend abschlägige Antwort formuliere.

Langweilig ist es tatsächlich nie geworden, was nicht nur an den fußballerischen Dingen liegt, sondern auch daran, dass rund um den Verein immer irgendwas los ist, zu dem man sich in einer bunten Mischung aus Beschreibung, (statistischer und nicht-statistischer) Analyse und Meinung äußern kann. Vorberichte und Spielberichte sind der Kernbereich des Bloggens, zu dem Dinge der Tagesaktualität hinzukommen. Spielerstatistiken, Äußerungen von Verantwortlichen von RB oder anderen Vereinen, allgemeine Fragen der Entwicklung des Fußballs, Beobachtungen aller Art und vieles mehr.

Dazu kommen die unter der Woche täglichen Presseupdates, die im Schnelldurchlauf die Dinge der letzten 24 Stunden rund um RB Leipzig aufgreifen und an vielen Stellen auch einordnend kommentieren. Angenehme Nebenprojekte (zumindest in Bezug auf ihre Häufigkeit) bleiben der Podcast Champagner statt Bier und das (etwas eingeschlafene) Videoprojekt Bis Dose leer.

An diesem Blogkern soll sich auch künftig nichts ändern. Was bedeutet, dass auch künftig die wirtschaftlichen Grundlagen des Bloggens relevant bleiben. Vor einem Jahr hatte der Familienrat beschlossen, dass nach einem Aufstieg ein Erstligajahr auf jeden Fall noch bloggend begleitet wird. Die Sache mit dem Aufstieg von RB Leipzig hat geklappt. Was die Frage der Blog-Finanzierung auch auf Bundesliga-Ebene weiter aktuell hält.

Ist man bei der wirtschaftlichen Basis diese Blogs, dann hat sich hier in den letzten fast vier Jahren schon einiges getan. Anfangs eher ein Zuschussgeschäft zahlen die Erlöse inzwischen von Krankenkasse bis Reisekosten alle direkt mit dem Fußball und mit der Website verbundenen Kosten und noch ein Stück vom restlichen Leben mehr. Der Abstand zu dem, was man als halbwegs adäquate Einnahmesituation im Sinne der eigenen Familie inklusive Kind empfinden würde, ist allerdings trotzdem noch deutlich spürbar. Selbst wenn man den Liebhaberbonus, der hinter dem Betrieb dieses Blogs steckt und die inhaltliche Freiheit, die mir so viel wert und die unbezahlbar ist, abrechnet.

Neben dem, was alles gleich bleibt, ändert sich in diesem Sommer familiär auch ziemlich viel. Auf der einen Seite verändert sich meine Angebetete beruflich, was allerdings für sie mit erhöhtem zeitlichen Aufwand und für mich mit eingeschränkterer zeitlicher Flexibilität (weil die Kinderbetreuung an den Nachmittagen und Abenden stärker auf meinen Schultern lasten ruhen wird) einhergeht. Einige von euch wissen, dass ich bisher das Bloggen durch Hotel-Nachtdienste quersubventioniert hatte. Das fällt auch wegen der Veränderungen in den Familienabläufen ab September weg.

Dafür werde ich aber künftig, diejenigen, die Twitter verfolgen, wissen darum schon, auf freier Basis mit im Schnitt vermutlich irgendwas um die 15 Wochenstunden an einem neuen Projekt mitarbeiten, das die finanziellen Einbußen der wegfallenden Nachtdienste auffängt. Bzw. in überschaubarem Umfang vermutlich (erst mal abwarten, was das Finanzamt davon so wegsteckt) sogar mehr als auffängt.

Bei dem Projekt handelt es sich um rblive.de aus dem Hause der Mitteldeutschen Zeitung. Die Online-Präsenz ist recht frisch, wurde vor nicht allzu langer Zeit ins kalte Wasser geworfen und ist in vielerlei Hinsicht noch Work in Progress. Ihre Grundlage soll sein, dass man über den Tag dort alle wichtigen Nachrichten zu RB Leipzig findet. Egal, wer sie produziert hat und wo sie publiziert werden. Das geht von Inhalten der MZ-Redakteure über Online-Fundstücke bis hin zu Verweisen auf lesenswerte Artikel, Gerüchte oder interessante Infos in anderen Medienangeboten oder in Blogs oder wo auch immer. Und zwar mit den entsprechenden Verlinkungen (so es welche gibt), damit jeder auch die Möglichkeit hat, die (ausführlicheren) Originalquellen zu lesen.

Was rblive.de über diese Basis hinaus inhaltlich wird, ist aktuell noch schwer vorherzusagen (deswegen ja auch Work in Progress). Das hängt wie immer an personellen und zeitlichen Ressourcen der Beteiligten und an guten Ideen und vor allem der entsprechenden Möglichkeiten, diese auch umzusetzen. Fakt ist, dass ich dort erst mal teilhaben darf, dies auf für beide Seiten vernünftige Art finanziert ist und für mich eine sehr gute Ergänzung zur eher hintergründig-analytischen Ebene hier im Blog darstellt. Fast schon wie gemalt die Möglichkeit, rblive.de mitzubetreuen.

Der rotebrauseblog soll sich, ich erwähnte das schon weiter oben, deswegen allerdings nicht verändern. Meine Lust am Schreiben ist vor allem auch die Lust an der Analyse in der Tiefe (zumindest Analyse in der Länge gelingt schon ganz gut^^). Etwas, was wohl in der Form nur in der Blog-Nische funktionieren kann. Weswegen die Nische das schützenswerte Gut bleibt. Kann natürlich sein, dass der Aufwand für rblive.de und familiäre Bedürfnisse auch mal dazu führen, dass unter der Woche ein Artikel weniger erscheint als gewohnt, aber geplant ist dies zumindest erstmal nicht. Sodass vier, fünf Beiträge pro Woche plus die Pressegeschichten der Standard im Blog bleiben sollen. Mal sehen, wie das verrückte Kichern dann am Jahresende klingt..

Lange Rede, kurzer Sinn. Um die Existenz der Nische in Form dieses Blogs nachhaltig abzusichern, braucht es auch weiterhin euch als UnterstützerInnen diese Blogs. So wie derzeit etwa 50 andere verrückte großartige Menschen könnt ihr euch dabei zum Beispiel einen Platz im rotebrauseblock (Erstbesuch bitte über Desktoprechner) sichern, der Supporterseite zu rotebrauseblogger.de, wo man für einen nach oben offenen, jährlichen Obulus ab 20 Euro auf einer virtuellen Tribüne rumlungern und so quasi ein Unterstützer-Abo abschließen kann.

Unterstützerwege gibt es jenseits des rotebrauseblock hier im Blog auch viele und ich bin jedem dankbar, der einen dieser Wege egal in welchem Umfang nutzt. Bisher ist es so, dass eher wenige eher viel zahlen. Langfristig wäre es natürlich sinniger, wenn eher viele eher wenig zahlen. Das käme auch der Idee hinter dem Micropayment etwas näher..

Wer also keine virtuellen Tribünenplatz braucht oder will, der kann sich hier im Blog in der rechten Seitenleiste auch dem Spendenbutton widmen oder den klasssichen Flattr-Button unter den Artikeln benutzen. Wer Geld gern im Vorbeigehen spendet, der kann seine Amazon-Einkäufe über den Kasten auch rechts in der Blog-Seitenleiste (oder mobil unten drunter) erledigen, sodass dann ein paar Protzent des Einkaufswerts direkt auf meinem Konto landen (dazu reicht es vom Amazon-Kasten hier im Blog zu Amazon zu gehen und dort alles wie immer zu machen). Die anderen Affiliate-Angebote in der Seitenleiste (bwz. mobil unter den Beiträgen) funktionieren ähnlich.

Inwieweit es den LeserInnen etwas wert ist, die tägliche Arbeit in diesem Blog zu be- und entlohnen, muss natürlich jedeR für sich selbst entscheiden. Subjektive Wichtigkeit und Verbundenheit werden dabei eine ähnliche Rolle spielen wie die jeweilige, eigene finanzielle Einnahmesituation. Muss halt jeder selber wissen, ob und wie er oder sie journalistische Angebote im Netz und deren Macher mitfinanzieren möchte oder kann.

Die Frage wird ja in der modernen Medienwelt noch dadurch interessanter, dass Formen der Microfinanzierung in den letzten vier Jahren, seidem es den rotebrauseblock als Supporterplattform gibt, deutlich häufiger, vielfältiger und präsenter geworden sind. Was dann aber auf Userseite auch bedeutet, dass man plötzlich hier und dort und da um Microbeträge angebettelt wird und das ganze schnell unübersichtlich oder einfach teuer wird. Bzw. man am Ende tatsächlich eine bewusste Auswahl treffen muss, warum man dieses Angebot unterstützt und das andere nicht.

Begründet, warum ich denke, dass ein Angebot wie dieser Blog seine Existenzberechtigung hat und unterstützt werden sollte, hatte ich bereits vor drei Jahren bzw. in der umfangreichen Variante vor fast vier Jahren. Die damaligen Beschreibungen gelten auch heute noch praktisch vollumfänglich. Da ihr die dortigen Formulierungen inzwischen natürlich bestimmt schon auswendig kennt, brauche ich sie hier ja nicht mehr wiederholen..

In diesem Sinne freue ich mich über jedeN, die oder der sich dazu entscheidet, am Mitlesen hier in der empathisch-analytischen Blognische so viel Spaß zu haben, dass er dies gern auch finanziell unterstützen möchte. Und ich freue mich über jeden einzelnen Euro auf welchem Wege auch immer, mit dem das Fundament für diesen Blog auch in der kommenden Saison weiter gefestigt wird. Lottogroßgewinne können als Langzeitfinanzierung hier natürlich auch immer gern im Blog versenkt werden, falls die Lust auf Weltreise, spritfressende Autos, billigen Spaß und Leben ohne Arbeit in der Hängematte keine Option ist..

Vor fast vier Jahren habe ich an dieser Stelle angefangen um Unterstützung zu betteln, ohne das Gefühl vermitteln zu wollen, dass es betteln ist. Was wohl mehr oder minder gut gelingt, wenn man jedes Jahr die Support-your-local-rotebrauseblogger-Schallplatte erneut auflegt. Allerdings verschone ich euch sonst über das Jahr auch mit diesen Aufrufen, weil ich an so etwas wie individuelle Verantwortung und Freiheit der Entscheidungswege glaube und euch für groß genug halte, selbst zu entscheiden, ob Ihr etwas unterstützen wollt oder eben nicht.

Ist ja auch Quatsch immer die ‚Wenn ihr nicht zahlt, werden wir alle sterben‘-Karte auszuspielen. Ich habe viel Spaß an dem bunten Mix, den ich hier zusammenschustern kann. Wenn euch das genauso geht und daraus dann resultiert, dass der Blog auch dauerhaft eine wirtschaftliche Basis hat, dann gut. Wenn nicht, dann ist es eben so, dann gibt es halt irgendwann in einer undefinierten Zukunft den Moment, wo man einen Schlussstrich zieht. Und nein, das ist keine Drohung, nur eine nüchterne Beschreibung. Und gleichzeitig weniger nüchtern als es klingt, weil in sechseinhalb Jahren Schreiben natürlich viel Herzblut drinsteckt. In diesem Sinne: Macht was draus. Egal ob nüchtern oder nicht.

Flattr this!

10 Gedanken zu „Support-your-local-rotebrauseblogger-Schallplatte“

  1. Lieber Matthias, wie früher schon mal erwähnt, ist Dein Blog für mich, die Hauptinformtationsquelle rund um RB Leipzig. Daher spende ich gern und werde es in Zukunft auch weiterhin tun.

    Für Euer neues Projekt wünsche ich Euch viele Leser, denn wo Rotebrausblogger dahinter steht, da mach ich mir über einen Erfolg keine Sorgen.

    Auf eine gute und gemeinsame Zeit!

  2. Danke für deinen Blog und auch für die Erinnerung, dass gute Infos auch Geld kosten! Ich sitze täglich in einem Dresdner Großraumbüro, da sind treffende Argumente sehr hilfreich.

  3. Schliesse mich @rbfreund an!

    Das sind doch gute Neuigkeiten, was Familie und neues Projekt betrifft!!

    Viel Erfolg dazu!!

    #ProSitzplatzUltra!

  4. Auch ich schließe mich meinen Vorrednern an und freue mich, dass zumindest die Option durchaus wahrscheinlich ist, dass du uns bei entsprechender Wirtschaftlichkeit noch lange erhalten bleibst.

    Es ist jeden Tag ein Genuss deine Zeilen zu lesen!

    Danke für alles Matthias! Bin gespannt auf den Erstligablog 🙂

  5. Hey Matthias,

    (wie immer) toll geschrieben! Gern würde ich dich wieder ab Oktober unterstützen. Sobald das erste „richtige Gehalt“ da bei mir eingeht, werde ich meinen alten Platz auf deiner Tribüne zurückerobern.

    LG, der René

  6. Matthias,

    „In den Farben getrennt, in der Sache vereint“ oder so… Ich denke, ich kann das an der Stelle schon auch mal öffentlich machen: Dein Blog war (und ist!) für mich stets große Motivation und Inspiration für mein eigenes Projekt. Auch wenn mein Herz an einem anderen Verein hängt, schätze ich Deine Arbeit sehr und unterstütze sie daher sehr gern. Mach‘ weiter so!

    Sportliche Grüße,
    Alex

  7. Hast du schon mal über patreon nachgedacht? Für mich wäre eine Unterstützung dort einfacher, weiß nicht, ob es anderen auch so geht.

    Ein gute Bloggersaison wünsche ich.

  8. Auch für mich ist dein Blog DIE zentrale Informationsquelle rund um RB Leipzig. Besonders gefällt mir nicht nur die Tiefe, sondern auch die Objektivität deiner Beiträge. Gerade deine statistischen Betrachtungen zeigen, dass man aller (notwendigen) Emotionalität, Fußball auch mal analytisch und nüchtern betrachten kann und soll. Sehr schön auch „Bis Dose leer“ und ganz besonders „Champagner statt Bier“.

    Danke dafür, viel Erfolg bei deinem neuen Projekt und weiter alles Gute für dich und deine Familie!

  9. „Kleine Bogpräsenz“ – mehr Untertreibung geht nimmer…
    „Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein“ – bitte alles weiter so wie bisher! Wurde sonst bisher überall wegen „kritischer Äußerungen“ gesperrt, beleidigt habe ich niemanden… Egal! Grüße an alle hier und auf eine tolle Zukunft – „henne“

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