Zwischen Cinderella-Story und Tal der Tränen

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht zur Partie von RB Leipzig beim MSV Duisburg (15.05.2016, 15.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick, Davie Selke und Yussuf Poulsen.]

Letzter Stopp für RB Leipzig in einer langen Saison mit einigen denkwürdigen Stationen von Frankfurt über Osnabrück, Fürth, Freiburg bis hin zu Karlsruhe. Stationen, die wir hier an der Stelle sicherlich noch in der näheren Zukunft in Ruhe aufarbeiten können.

Vorher geht es allerdings noch nach Duisburg. Wo auf RB Leipzig eine der undankbarsten Aufgaben wartet, die man in Feierlaune am letzten Spieltag, an dem man nur noch für Lust und Laune Fußball spielen würde wollen, haben kann. Die Aufgabe, bei einem Team anzutreten, das noch mitten im Abstiegskampf steckt und im Fall der Fälle am Ende der 90 Minuten vom Sonntag direkt wieder in die dritte Liga runter muss.


Im Kern geht es für den MSV Duisburg im Spiel gegen Leipzig nur noch um das Erreichen des Relegationsplatzes. Die Chancen, Düsseldorf auf Platz 15 abzufangen, sind bei drei Punkten und sechs Toren Rückstand nur theoretischer Natur. Gegenüber den Verfolgern Frankfurt (vier Tore Vorsprung) und Paderborn (ein Punkt und drei Tore Vorsprung) hat man es allerdings komplett in der eigenen Hand.

Man kann vor so einem Spiel natürlich hin- und herrechnen, ob vielleicht auch ein Unentschieden reicht. Der MSV wird allerdings wohl nicht darum herumkommen, gegen Leipzig drei Punkte zu holen, wenn man in die Relegation gegen den Drittligisten Würzburg einziehen will. Dass weder Frankfurt, noch Paderborn ihre Heimspiele gegen 1860 und Nürnberg gewinnen, darauf sollte man sich jedenfalls nicht verlassen.

Wenn aber drei Punkte das Ziel sind, stellt sich gleich die spannende Frage, wie man diese holen will. Duisburg ist nicht gerade bekannt für eine sonderlich aktive Spielweise. Am wohlsten fühlt man sich wenn man mit zwei Viererketten und zwei Offensivspielern davor kompakt verteidigen und dann sein Glück im schnellen Spiel nach vorn suchen kann. Vermutlich wird man daran auch (oder gerade) gegen RB Leipzig nichts ändern, was dann aber auf ein ziemliches Nervenspiel hinauslaufen würde. Weil Abwarten in einer Situation, in der vielleicht auch die Ergebnisse auf den Nachbarplätzen nicht passen, die Füße noch zittriger machen kann, als sowieso schon.

Wenn man auf die letzten Wochen und Monate schaut, dann ist es allerdings sowieso schon ein mittleres Wunder, dass der MSV Duisburg überhaupt dieses Endspiel um den Relegationsplatz kriegt. Zum ersten Mal seit dem ersten Spieltag steht man überhaupt wieder oberhalb eines direkten Abstiegsplatzes. 29mal belegte man im Saisonverlauf den letzten Tabellenplatz, immer wieder verlor man scheinbar wegweisende Spiele und spätestens nach dem 0:2 gegen Heidenheim am 28.Spieltag vor nur noch 13.000 Zuschauern schienen die Lichter endgültig auszugehen.

Fünf Punkte Rückstand auf Paderborn, neun auf Düsseldorf und sogar zehn auf Frankfurt hatte man zu diesem Zeitpunkt. Dazwischen lag nur noch 1860, auf die man sechs Punkte Rückstand hatte. Doch zehn Punkte aus den letzten fünf Spielen, darunter das extrem überraschende 2:1 in Nürnberg und nur eine Niederlage (in Freiburg), und eine weiter vor sich hintaumelnde Konkurrenz führten zur vergleichsweise idyllischen Situation im Abstiegskampf, es selbst in der Hand zu haben.

Falls der MSV am Ende die Klasse tatsächlich hält, wird es die Geschichtsschreibung schwer haben, genau zu erklären, wie es eigentlich dazu kommen konnte. Selbst wenn man mal davon absieht, dass einige Punkte wie der Sieg gegen 1860 inklusive Phantomtor und umstrittenem Platzverweis für den Gegner, aber auch der Punktgewinn in Sandhausen am letzten Spieltag nach 0:2-Rückstand sehr glücklich waren.

Denn die Daten sprechen eigentlich dafür, dass der MSV Duisburg der naheliegendste direkte Absteiger wäre. Auf Augenhöhe mit dem FSV Frankfurt die wenigsten Torschüsse auf das gegnerische Tor abgegeben, dafür die meisten auf das eigene Tor zugelassen. Eine schlechte Chancenverwertung, die wenigsten geschossenen Tore der Liga, die meisten Gegentore. Neben Frankfurt und Sandhausen die meisten mit mehr als einem Tor verlorenen Spiele. Dazu die schlechtesten Laufwerte der Liga neben dem FSV Frankfurt und diverse Platzverweise.

Ginge es im Fußball ausschließlich nach der Mathematik, wäre Duisburg wohl schon abgestiegen. Und wäre Paderborn nicht so ein unfassbar schlechtes Team in engen Spielen und hätte nicht nur zwei von 22 Partien, die mit maximal einem Tor Differenz endeten, gewonnen (die mit Abstand schlechteste Bilanz aller Zweitligisten), wäre Duisburg (zusammen mit dem FSV Frankfurt) wohl auch schon lange abgestiegen.

Ist man aber nicht und so entwickelte sich dann in den letzten Wochen doch noch so etwas wie ein Momentum. Während in Paderborn schon seit geraumer Zeit überwiegend Weltuntergangsstimmung herrscht, weil man oft auch unglücklich verlor, reitet man beim MSV die Welle, die ihnen durch eine Mischung aus Glück, Eigeninitiative und verbesserter Arbeit als Team hingestellt wurde. Und wenn etwas für den Klassenerhalt der Duisburger spricht, dann ist es diese Welle und eben das psychologische Momentum, etwas gewinnen zu können.

Kadertechnisch gehörte der MSV von Anfang an zu den Abstiegskandidaten in der dritten Liga, auch wenn man sicherlich nicht aussichtslos weit weg war. Wenn aber wichtige Spieler wie Obinna und Chanturia, also Spieler mit besonderen Qualitäten, erst im September dazukommen und entweder viel verletzt sind (Obinna) oder lange brauchen, bis sie ihre Verspieltheit ablegen (Chanturia) und sich der Winterneuzugang Tomané komplett als Nichtverstärkung herausstellt, dann wird es noch schwerer als es sowieso schon ist.

Generell stehen hinter der Kaderzusammenstellung ein, zwei Fragezeichen. Deutlich über 30 Spieler versammelt der MSV Duisburg inzwischen. 29 Spieler hat man bereits eingesetzt, nur neun davon haben mindestens die Hälfte der Spielzeit in der zweiten Liga bestritten. Zum Vergleich: RB Leipzig hat 24 Spieler eingesetzt, zwölf davon haben mindestens die Hälfte der möglichen Spielzeit absolviert. So richtig Ruhe ist beim MSV Duisburg in einer schwierigen sportlichen Situation nie eingekehrt. Ein übergroßer Kader trägt da nicht gerade positiv zum Erfolg bei.

Trotzdem hat man sich natürlich unter Coach Ilja Gruev seit Anfang November letzten Jahres deutlich verbessert und stabilisiert. Punkte zu holen, ist bei weitem nicht mehr so zufällig, wie es das vor Gruev war. Man spielt das System so wie viele andere Zweitligisten recht routiniert und stabil und schaffte sich damit die Basis, immer mal wieder Punkte mitzunehmen.

Auffällig vor allem, dass der MSV Duisburg nach Kaiserslautern die meisten Jokertore erzielt. Bereits zehnmal traf ein Spieler von der Bank. Klar, als Team, das oft zurückliegt (nur der FSV Frankfurt lag in mehr Spielen in Rückstand), wechselst du vornehmlich offensiv, was Jokertore begünstigt. Zehn Tore zeugen trotzdem von einer gewissen Qualität und der Mentalität, auch als Bankspieler voll engagiert zu sein. Zehn Punkte aus 22 Spielen, in denen man in Rückstand lag, geholt zu haben, sind dann eben der kleine Vorteil, den man sich bspw. gegenüber Paderborn (fünf Punkte nach 20 Rückständen) erarbeitet hat.

Will man es zusammenfassen, dann verfügt der MSV Duisburg vielleicht nicht über die allergrößte individuelle Qualität, aber man hat sich im Saisonverlauf nie aufgegeben, eine Menge mentaler Stärke bewiesen und sich mit Glück und Geschick wieder in die Saison gekämpft. Mentale Stärke, Glück und Geschick wird man auch am letzten Spieltag brauchen, um den Relegationsplatz zu ergattern.

Ein ordentlicher Nackenschlag bei den Bemühungen um den Klassenerhalt bedeutet die Verletzung von Victor Obinna, zusammen mit Rechtsverteidiger Rolf Feltscher bester Scorer im Team. Zuletzt bildete er zusammen mit Kingsley Onuegbu, der in der dritten Liga den MSV kurz vor Schluss zum Sieg gegen RB schoss, eine sehr physische, unangenehm zu verteidigende Doppelspitze, die vor allem im Strafraum über viele Qualitäten verfügte, dem Gegner allein durch Körperlichkeit weh zu tun.

Obinna zu ersetzen wird sehr schwer. Seitdem der Stürmer in der Rückrunde von einer Knieverletzung zurückkehrte, holte der MSV in acht Spielen 14 Punkte. Und so richtig weiß man nicht, wer ihn ersetzen soll. Vielleicht wird es ja Drittligaheld Zlatko Janjic, der diese Saison noch nicht so richtig zum Faktor wurde.

Ausfallen könnte neben Mittelfeldmann und Winterneuzugang Baris Özbek auch Torwart Michael Ratajczak, der im Ligavergleich sicherlich nicht zu den Topkeepern gehört, aber mit seiner Erfahrung gerade in so einem Spiel ein wichtiger Rückhalt wäre. Vor allem wenn man Alternative Marcel Lenz, der erst achtmal in der dritten und noch gar nicht in der zweiten Liga gespielt hat, danebenlegt. Am Ende wird Ratajczak aber wohl auflaufen. Wie meist bei wichtigen Spielen, wenn man die Woche über etwas von 50:50-Chance erzählt.

Schwachstelle des MSV Duisburg ist sicherlich die Viererkette in der Verteidigung, die vor allem, wenn sie mit Geschwindigkeit bespielt wird, schnell ins Schwimmen kommen kann. Viele Ballverluste in der Vorwärtsbewegung sollte sich der MSV also nicht erlauben, will er das Defensivkonstrukt nicht unnötig austesten.

Darauf hoffen, dass RB Leipzig im Partymodus anreist, sollte der MSV Duisburg jedenfalls nicht. Klar werden auf Leipziger Seite nicht dieselben elf Spieler auf dem Platz stehen, wie am letzten Spieltag gegen Karlsruhe. Und klar hätte man mehr und intensiver trainiert, wenn man noch drei Punkte in Duisburg gebraucht hätte. Aber man wird trotzdem mit einem gut besetzten und in ausreichender Zeit gut vorbereitetem Team anreisen. Und wenn man Ralf Rangnicks Unlust, selbst unwichtige Spiele zu verlieren, kennt, dann kann man annehmen, dass er es verstehen wird, seine Mannschaft auch angemessen zu motivieren.

Am Ende fehlen da dann vielleicht ein paar Prozent gegenüber einem Pflichtspiel, in dem es für RB Leipzig noch um ganz viel gegangen wäre, was man eventuell vor allem in der Zweikampfführung merken wird. Aber vom spielerischen Potenzial her bringt man immer noch genug mit, um auch einen MSV im Existenzkampf zu schlagen, wenn der zu viele Fehler macht.

Mögliche Aufstellungen:

  • MSV Duisburg: Ratajczak (Lenz) – Feltscher, Meißner, Bajic, Poggenberg – Chanturia, Holland, Hajri, Wolze – Janjic (Bröker) – Onuegbu
  • RB Leipzig: Coltorti (Gulacsi) – Teigl (Klostermann), Orban, Nukan (Compper), Jung – Ilsanker (Khedira), Demme – Kaiser, Forsberg (Bruno) – Selke, Poulsen

Fazit: Das letzte, was man eigentlich als ein Team, das gerade aufgestiegen und in Feierlaune ist, will, ist am letzten Spieltag vielleicht einem Abstieg beizuwohnen. Trotz dieser Möglichkeit wird RB Leipzig die Aufgabe in Duisburg sicherlich „seriös“ (Beierlorzer) angehen und schwer besiegbar sein. Die Chancen sind für den MSV sicher besser als sie ein, zwei Spieltage früher gewesen wären, aber die Punkte werden sie nicht auf dem Silbertablett präsentiert bekommen. Wenn sie den Relegationsplatz aus eigener Kraft erreichen wollen, werden sie entsprechend etwas dafür tun müssen. Eine kleine Cinderella-Story wäre das Erreichen der Relegation in jedem Fall.

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[Wer das Spiel von RB Leipzig beim MSV Duisburg nicht vor Ort verfolgen kann und am 15.05.2016, ab 15.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. MSV Duisburg

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig beim MSV Duisburg mit Ralf Rangnick, Davie Selke und Yussuf Poulsen.

12.45

Na dann, eine Station bleibt uns in der zweiten Liga noch. Auswärtsspiel in Duisburg. Glücklicherweise geht es für RB Leipzig um nichts mehr. Für den Gastgeber sieht das ganz anders aus. Vermutlich wird nur ein Sieg helfen, um am Ende den Relegationsplatz zu sichern und sich zwei Spiele gegen Würzburg zu sichern.

12.47

Mal sehen, was RB Leipzig für eine Aufstellung aufs Feld schicken wird. Gut denkbar, dass die Nationalspieler Forsberg, Sabitzer und Ilsanker, die noch zur EM dürfen, zumindest partiell eine Pause bekommen. Halstenberg fehlt sicher. Und im Sturm hat Rangnick eine Zweistürmerlösung Selke/ Poulsen angekündigt, von der er es schade findet, dass diese Lösung im Saisonverlauf nicht besser funktioniert hat.

12.52

Irgendwas bis knapp 30.000 Zuschauern werden in Duisburg erwartet. Reichlich 2.000 Tickets gingen nach Leipzig. Mal sehen, wie viele davon am Spieltag tatsächlich am Einlass eingelöst werden..

12.55

Letzte Pressekonferenz des Jahres. Sicherlich viel Zeit für Rückblicke, Fragen zum kommenden Jahr und sonstige Dinge abseits des Duisburg-Spiels. Dass das heute interessetechnisch ein bisschen im Hintergrund steht, sollte aber auch nicht so richtig überraschend kommen.

13.04

Davie Selke zum Aufstieg: „Waren pure Emotionen. Viele Gedanken durch den Kopf gegangen. Pure Freude nach dem Abpfiff. Man hat gesehen, was der Aufstieg der Stadt bedeutet hat. Umzug mit Bus war Wahnsinn. Bin froh, dass ich das miterleben durfte.“

Yussuf Poulsen: „War noch emotionaler als beim Aufstieg in die 2. Liga. Jeder hat sich gefreut wie noch nie, dass wir in der Bundesliga mitspielen dürfen.“

Poulsen: „Rangnick hat gesagt, dass ich mit Selke zusammen spiele. Haben gezeigt, dass wir gut zusammenspielen können. Duisburg muss was machen und offensiver spielen, weil sie Punkte brauchen. Wird gut für uns als Stürmer.“

Selke: „Geht für Duisburg um sehr viel. Freuen uns auf die Kulisse und darauf zusammenzuspielen. Werden alles geben, um zu gewinnen.“

13.07

Yussuf Poulsen: „Man hat die letzten Spiele gesehen, dass das mit mir und Selke gut passen kann. In Nürnberg erstmals gut zusammengespielt. Auch in Düsseldorf in der zweiten Halbzeit. Kommt nach und nach. Anfangs hat es nicht so gut geklappt. Leider nicht so viel zusammengespielt.“ Wenn man es mal länger und in der Vorbereitung spielt, kann es passen.

Selke: Haben gezeigt, dass wir zusammenspielen können. „Werden alles dafür tun, dass das klappt. Wissen, wie der andere spielt und tickt. Hoffen, dass die kommende Saison erfolgreicher wird.“

Selke: War überrascht, dass seine Jagdszene auf Rangnick inklusive dessen Muskelverletzung so rumging. „Witziger Moment, der uns in Erinnerung bleibt.“

13.11

Selke: „Zuletzt häufiger Kontakt nach Bremen. Hab ihnen viel Erfolg gewünscht. Bin überzeugt, dass sie morgen gewinnen.“ Fans auch super, 12. Mann. „Drücke die Daumen, dass sie den Klassenerhalt perfekt machen. Wäre verdient.“

Poulsen: Schließt sich da an und glaubt an einen nervenstarken Vestergaard.

Poulsen: Kabinenansprachen von Rangnick seien sehr unterschiedlich. Situationsabhängig. „Variiert sehr viel.“ Gab aber mehrere sehr emotionale Kabinenansprachen.

Selke: „Hat immer die richtigen Worte gefunden und den Druck von uns genommen. Mal emotionaler, mal sachlicher. Da zeigt sich auch die Erfahrung vom Trainer. Hat ja nicht zum ersten Mal ein Aufstiegsjahr erlebt.“

13.13

Selke: Im Urlaub nach Amerika mit Familie und Freundin.

Poulsen: Auch nach Amerika mit Freunden. „Werde auch viel in Kopenhagen sein mit Familie und Freunden.“

Poulsen: „Hoffen alle, dass Paderborn in der Liga bleiben kann.“ Wegen Tim Sebastian und Niklas Hoheneder. „Ich war auch eng befreundet mit beiden. Viele in unserer Mannschaft wollen, dass sie in der ersten Liga bleiben können. Da wollen wir helfen.“

13.17

Selke und Poulsen: Loben Terrence Boyd für seine Kreativität (Frage war, ob für die Aufstiegsparty am Montag was geplant ist von den beiden) und glauben, dass er sich schon was einfällen lässt.

Poulsen: Hört nicht so viel deutsche Musik.

Selke: Steht auch nicht so auf Ostrock wie am Montag gespielt werden wird. „Kann aber gut passen am Montag.“

Selke: „Ziel Bundesliga haben wir geschafft. Für mich war es eine Saison mit vielen Höhen und Tiefen. Hat mich aber weitergebracht, weil ich lernen musste, mich hintenanzustellen und den Mannschaftserfolg voranzustellen. Erste Halbserie viel gespielt, zweite Halbserie hat Yussuf viel gespielt. Klar will jeder spielen, aber zuerst mal bin ich froh, aufgestiegen zu sein.“ Nächste Saison mehr Spielzeit angepeilt.

13.20

Poulsen und Selke: Noch keine endgültigen Absprachen mit Rangnick, ob sie zu Olympia dürfen. Aber ja noch unklar, ob man überhaupt von den Nationalmannschaften nominiert werde. Beide wollen aber „auf jeden Fall“ dabei sein. „Wäre ein super Erlebnis.“ (Poulsen) „Riesensache. Nur einmal die Chance, so ein Turnier spielen zu dürfen.“ (Selke)

13.21

Das war es mit dem Sturmduo, das sich in Duisburg noch mal präsentieren und zeigen will, dass man gut zusammenspielt. Poulsen noch mit Extra-Motivation, weil er Paderborn und Sebastian und Hoheneder helfen will.

13.22

Jetzt dann gleich der Sportdirektor und baldige Ex-Trainer Ralf Rangnick mit seinen letzten Worten vor einem Spiel in dieser Saison.

13.30

Rangnick: Marcel Sabitzer hat bisher diese Woche nicht mit der Mannschaft trainiert. Fällt wahrscheinlich für Duisburg aus, weil man muskulär nichts riskieren will. Halstenberg hatte eine Nasen-OP. Fällt aus. Ansonsten theoretisch alle dabei. „Wie wir aufstellen, weiß ich noch nicht. Tendiere zu Poulsen UND Selke. Alles andere ist noch nicht entschieden. Heute und morgen beschäftigen wir uns konkret noch mit Spiel und Gegner.“

„Personalentscheidungen für die kommende Saison sind gefallen.“ (was die Spieler, die gerade noch in Leipzig spielen, angeht.) Könne aber trotzdem sein, dass in Duisburg Spieler spielen, die nächste Saison vielleicht nicht mehr in Leipzig sind. Davon sei die Aufstellung nicht abhängig.

13.35

Rangnick: Hat noch Schmerzen von seiner Muskelverletzung. Aber nicht schlimm, weil spielt ja nicht. Joggen dann wieder in ein paar Wochen.

Man wolle in Duisburg gut spielen und gewinnen. „Das sind wir uns selber schuldig. Das ist unser Anspruch. Wird am Sonntag nicht einfach, weil wir auf viel Gegenwehr stoßen. Wird ein schönes Auswärtsspiel mit guter Atmosphäre. Ein Härtetest für unsere jungen Spieler, sich dort zu bewähren.“ Rangnick selbst hat bei dem Spiel nicht unbedingt Puls, weil es um nicht mehr so viel geht.

Rangnick: „Poulsen und Selke haben Bundesligapotenzial. Geht darum, die beiden auch zusammen zur Geltung zu bringen. Hat mit taktischen Dingen zu tun. Selke sollte vorn drin spielen. Poulsen bringt die Fähigkeiten mit, auch auf einer der beiden Zehnerpositionen zu spielen.“ Habe man unter der Saison nicht forciert, Poulsen auf die Zehn zu setzen. War auch der Situation geschuldet, dass man anders erfolgreich war. Man probiere es nun noch mal ohne Druck, wie Selke und Poulsen zusammenspielen.

13.38

Rangnick: „Keine Wehmut“, dass er nun nicht mehr Trainer ist. „Werde weiter die Nähe zu den Jungs haben.“ Nicht jeden Tag, aber regelmäßig.

Zu Olympia: Falls Selke, Klostermann und Poulsen für Olympia nominiert werden, werde man hören, was die Spieler wollen, was Ralph Hasenhüttl will und dann werde man eine „mehrheitsfähige Entscheidung“ treffen.

Zur Party am Montag: Keine Aussagen zu musikalischen Vorlieben und den auftretenden Ostrock-Bands, weil er nicht viel davon kennt. „Ändert sich ja vielleicht am Montag.“

„Vertrag von Georg Teigl läuft aus und wird nicht verlängert. Stefan Hierländer auch. Bei allen anderen gehe ich davon aus, dass sie weiter bei uns spielen.“

13.42

Rangnick: „Habe die Hymne schon gehört. Schon vor einigen Monaten in der Rohfassung. Klingt gut. Auch die Protagonisten machen Sinn [wegen Lokalkolorit]. Will nicht vorgereifen. Soll ja auch eine Überraschung werden.“ „Hoffen am Montag auf schönes Wetter. Soll aber kühl werden und ein bisschen regnen. Hält aber wohl niemanden vom Feiern ab. Freuen uns auf die Aufstiegsfeier.“

Frage, ob er nach Ablauf seines Vertrags 2019 noch mal Trainer sein will: Längeres Ausholen, wie er als Sportdirektor angefangen hat und was dann passiert ist und warum er letzte Saison noch mal auf den Trainerstuhl ging. „Habe vor, mit Leib uns Seele wieder Sportdirektor zu sein. Was in drei Jahren sein wird, kann ich nicht sagen.“

„Matchplan fürs Leben macht keinen Sinn. Fühle mich hier pudelwohl und alles andere ist dann wieder Tagesgeschäft.“

Träumt sich auf die Aufstiegsfeier am Montag.

Anfang Juli Vorbereitungsstart.

13.47

Rangnick: Hatte keinen Kontakt zu Hoheneder und Sebastian. „Sind Sportsmänner genug.“ Man brauche nicht gebeten zu werden, alles zu geben. Bielefeld, Kaiserslautern und Karlsruhe hätten gegen RB alles gegeben, auch wenn es um nichts mehr ging. So werde man auch auftreten in Duisburg. „Ob das reicht drei Punkte zu holen“, hänge auch vom Gegner ab.

Nürnberg-Spiel auswärts war schwierig, wegen der Voraussetzungen (Grippe). „Schwierig, danach alle wieder aufzubauen.“ „Am wenigsten eingeplante Niederlage war die gegen Sandhausen.“ „Am Ende war alles gut und richtig so, ansonsten hätten wir den letzten Sonntag im Stadion nicht erleben können. Habe so eine Atmosphäre in Leipzig noch nicht erlebt und auch nicht in vielen anderen deutschen Stadion. Besonderer Moment.“

Strauß und Gipson sollen für das kommende Jahr dauerhaft zur U23 gehören und dort überwiegend trainieren. „Übernehmen keinen festen Kaderplatz bei den Profis.“ Alles andere und ob noch jemand den Verein verlassen wolle, müsse man sehen. „Von unserer Seite nicht so, dass wir noch jemandem sagen, dass er gehen soll.“

13.52

Rangnick: „Im Idealfall in vier Wochen weitestgehend“ durch mit der Kaderplanung. „Teilweise weit in den Gesprächen.“ Hänge auch noch an den betreffenden Vereinen. Man habe klare Vorstellungen, wen man holen wolle.

Mit der Bundesliga habe es gar nichts zu tun, dass man noch niemanden verpflichtet hat. Die gescouteten Spieler befinden sich überwiegend nicht mehr dort im Abstiegskampf.

Die Mannschaft wollte kein „Regenerationstrainingslager“ nach der Saison zur Verkürzung der langen Sommerpause mehr machen. Das ist überraschend..

Drei Wochen wirklich Urlaub, danach drei Wochen mit festen Arbeits- und Fitnessplänen. Offizieller Trainingsauftakt ist der 11.07.2016, davor Leistungstests.

Am Scharmützelsee Lauftrainingslager Mitte Juli. Anfang August am Chiemsee oder in Oberösterreich das Trainingslager. Ursprünglicher Ort sei belegt.

13.53

Rangnick: Dank an die Journalistenrunde für die Zusammenarbeit und so weiter.

13.55

Das war es von hier. Die letzte PK des Jahres. Wie zu erwarten viel gestern und Kaderplanungsmorgen. Und ein bisschen Duisburg und die beim MSV vielleicht nicht ganz freudig aufgenommene Ansage, dass man auch ein bisschen für die Ex-Kollegen Hoheneder und Sebastian spielt. Vielleicht sollte Duisburg noch schnell einen in der Mannschaft beliebten RB-Spieler verpflichten, dann dreht sich der Wind noch mal.

13.57

Sei es wie es sei. Am Ende geht es halt um nichts mehr und wenn es im Zweikampf hart auf hart geht, zieht vermutlich nicht jeder RasenBallsportler zu 100% durch. Da arbeitet das Unterbewusstsein meist recht zuverlässig. Wir werden es am Sonntag sehen. Ich wünsche viel Spaß bei dem Spiel. Genießt den letzten Auftritt diese Saison. Danach warten schließlich unglaubliche drei Monate Sommerpause.

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3 Gedanken zu „Zwischen Cinderella-Story und Tal der Tränen“

  1. Starke Analyse der Situation beim MSV – dem ist kaum etwas hinzuzufügen.
    Ich selbst sehe die Kadersituation als Folge der in der Saison so frühen Verletzungen von Spielern, die klar als Stammplatzverpflichtungen angesehen waren. Bin da also nicht so kritisch, wie es in dem Ton deiner Anmerkungen zur Kadersituation anklingt. Wenn Kritik dann eher bei den Verpflichtungen in der Winterpause. Das wirkte doch ein wenig nach Schrotschuss und nehmen, was einem vor die Flinte kommt.

  2. Echt ein seltsames Gefühl noch ein Punktspiel zu machen, um den es beim Gegner um alles geht.
    Und dann noch Duisburg.
    Im Hinspiel das 2fache Comeback inkl. Nukan-Auszieh-Tor.
    Und dann ist ja auch der MSV daran „Schuld“, daß wir als Aufsteiger entspannt nach Duisburg fahren können, nachdem Sieg gegen Nürnberg.
    Bin echt gepspannt auf die Laufwerte 😉

    Ich denke auch, daß RR etwas rotieren wird. Teigl bekommt bestimmt sein Abschiedsspiel. Und auch der Rest der Aufstellung könnte passen.

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