Matchball

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig gegen den Karlsruher SC (08.05.2016, 15.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick, Fabio Coltorti und Dominik Kaiser]

Die Situation erinnert ein wenig an jene vor zwei Jahren, kurz vor dem Aufstieg von RB Leipzig in die zweite Liga. Damals hatte man vor dem vorletzten Spieltag vier Punkte Vorsprung auf Darmstadt und auch ein Heimspiel, in dem man mit einem Sieg aufsteigen konnte.

Am Ende holte sich Leipzig den Sieg gegen Saarbrücken, die schon als Absteiger feststanden und genauso auftraten. Sodass die spannende Frage unbeantwortet blieb, wie man es psychologisch eigentlich hinkriegt, nach einer Woche, in der sich alle schon auf den Aufstieg vorbereiten, eine Mannschaft wieder aus dem Loch herauszuholen und auf das finale Auswärtsspiel vorzubereiten, wenn man die Chance zu Hause verpasst hat und die ganze Emotionalität rund um das Aufstiegsspiel wieder abfällt.

Die Chancen, dass man in so eine Situation gerät, stehen diesmal sehr viel ‚besser‘ als vor zwei Jahren, da statt eines schon früh in der Saison in seine Einzelteile zerfallenen Absteigers diesmal mit dem Karlsruher SC ein sehr stabiles Team zu Besuch kommt, das nach einer schwierigen Hinrunde eine starke Rückrunde spielt und als fünftbestes Zweitligateam in dieser Zeit nur zwei Punkte weniger geholt hat als RB Leipzig.

Beeindruckend in dieser Zeit vor allem die Defensivbilanz. Lediglich zehn Gegentore kassierte der Karlsruher SC in bisher 15 Rückrundenspielen. Das sind satte fünf weniger als Nürnberg und Leipzig, die sich Platz zwei in der Statistik der wenigsten Gegentore in der Rückrunde teilen. Das ist ziemlich überragend.

Erreicht wird diese Defensivdominanz durch eine recht gelungene Mischung aus kompaktem 4-4-2, mit dem man den Gegner vor allem ab der Mittellinie bearbeitet und eingestreutem aggressivem Spiel im Gegenpressing und hohem Pressing, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt. Man hat beim KSC sowohl als Teamverbund, aber auch individuell ein unheimlich gutes Gespür dafür, wann man herausrücken und pressen kann und wann man eher auf Kompaktheit in der eigenen Hälfte zu setzen hat oder intensiv am eigenen Strafraum arbeiten muss. Das letzte Mal entsprechend, dass man zwei Gegentore kassierte, war Ende Februar in Berlin.

Eine vielleicht nicht unwesentliche Rolle spielt dabei auch der Wechsel von Dirk Orlishausen zu René Vollath im Tor. Orlishausen wirkte nach einer grandiosen letzten Saison in der Hinrunde dieser Saison immer mal wieder unsicher und wurde ab dem 18.Spieltag dauerhaft ersetzt. Vollath seinerseits war schon letzte Saison wahrscheinlich die beste Nummer 2 der Liga und ist derzeit einer der besten Stammkeeper.

Überragend in Eins-gegen-Eins-Situationen und sehr guter Fußballer, worin er an Manuel Riemann erinnert. Bei vielleicht leichten Schwächen bei Flanken und Ecken ist Vollath seit der Winterpause von den Stammkeepern der zweiten Liga derjenige, der prozentual die meisten Bälle hält (wobei der Vergleich angesichts der unterschiedlichen Spielsysteme der Mannschaften immer auch ein bisschen hinkt).

Dass der Karlsuher SC wieder zu einem extrem stabilen Team werden würde, war zu Beginn der Saison, als man allein zwischen 5. und 7. Spieltag elf Gegentore kassierte, nicht zu erwarten. Vor allem mit Max, Hennings und Yabo hatte man (teilweise sehr späte) herbe Abgänge zu verkraften, die nicht adäquat bzw. eher durch junge Spieler ersetzt werden konnten. Dazu brannte die Niederlage gegen den HSV in der Relegation noch in den Köpfen und führte zu der Hoffnung, dass man ja vielleicht wieder so weit oben mitspielen könnte. Eine vom Kerngeschäft ablenkende und irrige Hoffnung angesichts der Abgänge und der Tatsache, dass man schon in der Saison zuvor eher über dem Niveau gespielt hatte, welches der Kader nominell erwarten lassen würde.

Wenn du mit dem Karlsruher SC, seinem Kader und den wirtschaftlichen Möglichkeiten oben mitspielen willst, muss schon sehr viel passen. Das tat es in der Hinrunde aus verschiedenen Gründen nicht. Man darf es dem Trainerteam um Markus Kauczinski, der völlig zurecht und passend derzeit beim FC Augsburg im Gespräch ist (der Kicker sieht ihn allerdings nach Ingolstadt gehen), als Verdienst hoch anrechnen, dass man den Club wieder in stabile Bahnen geführt und zu einem der Topteams der Liga gemacht hat.

Zumal vor dem Hintergrund, dass Kauczinski früh erklärt hat, dass er Karlsruhe im Sommer verlassen wird. Mit diesem Wissen trotzdem ein Team fußballerisch mit aller Ruhe wieder zusammengeschweißt zu haben, das alles andere als in ruhigen Fahrwassern unterwegs war, darf man sich dann auch mal als Achievement ins Arbeitszeugnis schreiben lassen.

Das große Problem des Karlsruher SC über die ganze Saison gesehen, ist der Abgang von Rouwen Hennings, der inzwischen beim FC Burnley, der gerade den Aufstieg in die Premier League geschafft hat, auf der Bank oder Tribüne sitzt und für den KSC 2014/2015 mit 17 Toren in 27 Spielen die absolute Lebens- und Erfolgsversicherung war. Weil er als Stürmer selbst Chancen kreierte und verwertete und so die defensive Stabilität seines Teams und das gute Umschalten bei Ballgewinnen veredelte.

Neuzugang Dimitrios Diamantakos hat vom Typ her ähnliche Anlagen wie ein Rouwen Hennings. An die Qualität und die Konstanz eines Hennings konnte er allerdings mit seinen 23 Jahren und zum ersten Mal weg von Griechenland noch nicht heranreichen. Acht Tore in 22 Spielen sind trotzdem ordentlich.

Hinter Diamantakos wird es dann schon dünn. Torres hat viele Talente vor allem im schnellen Spiel in die Tiefe, Effektivität vor dem Tor gehört trotz fünf erfolgreicher Versuche weiterhin (oder noch) nicht dazu. Erwin Hoffer ist eher ein Strafraumvollstrecker, der in Karlsruhe nicht so richtig oft gefragt ist. Hiroki Yamada war noch nie als großer Torschütze bekannt. Dimitrij Nazarov hat nach sechs Treffern in seiner KSC-Premierensaison 2013/2014 in zwei weiteren Spielzeiten noch viermal getroffen, ausschließlich vom Elfmeterpunkt. Und das war es bis auf den sehr jungen Boubacar Barry und vielleicht noch Mohamed Gouaida schon mit Offensivkräften, von denen man sich Torerfolge erwarten könnte.

Es kann also nicht sonderlich erstaunen, dass Karlsruhe zwar einerseits das Team ist, das hinter Leipzig die wenigsten Schüsse aller Zweitligisten auf das eigene Tor zugelassen hat, man aber gleichzeitig das drittschlechteste Team der Liga (nur Frankfurt und Duisburg sind schlechter) ist, wenn es um eigene Schüsse auf das gegnerische Tor geht (also Schüsse, bei denen der gegnerische Keeper auch eingreifen muss).

Wobei man zur Ehrenrettung des KSC zugeben muss, dass man eigentlich einen ganz ansehnlichen Ball und nur selten hoch und weit spielt. Allerdings reicht das oft nur bis zum gegnerischen Strafraum. Was im vordersten Spielabschnitt passiert, ist dann doch gelegentlich schwerlich mitanzusehen. Wobei man gerade aus dem Umkehrspiel heraus, auch gute Lösungen für Pässe in die Schnittstellen hat. Also durchaus über Qualitäten verfügt, die einem hoch verteidigenden Team wie RB Leipzig wehtun können.

Eine zusätzliche Qualität des Karlsruher SC unter Kauczinski besteht auch darin, immer wieder junge Spieler heranzuführen und in das Team einzubauen oder Spieler, die lange nur in der zweiten Reihe standen, an das Team heranzuführen und sie dann auch einzusetzen, ohne dass das zu Verlusten in der Leistung führt.

Dieses Vertrauen in die Spieler und Entwickeln und Aufbauen aller zum Kader gehörenden Spieler, führt auch dazu, dass die Mannschaft inzwischen von ihrer Qualität in der Breite leben kann. Die 18 Spieler, die beim KSC zum Kader gehören, könnte man auch einfach durchwürfeln und auf den Platz werfen, es würde kaum eine Formation herauskommen, die leistungstechnisch gegenüber anderen Formationen abfällt. Vielleicht nicht ganz zufällig, dass bereits neun KSC-Spieler nach einer Einwechslung an einem Tor direkt durch Abschluss oder Vorbereitung beteiligt waren, mehr (Ausgeglichenheit) gibt es diesbezüglich bei keinem anderen Zweitligateam.

Wer in Leipzig für den KSC auflaufen wird, ist angesichts der Kaderbreite bzw. angesichts des Vertrauens, das der gesamte Kader immer wieder auch durch Startelfeinsätze spürt, schwerlich vorherzusagen. Zumal in den letzten beiden Spielen einigermaßen ordentlich durchgemischt wurde. Es ist davon auszugehen, dass eine Formation aufläuft, die vor allem beim Spiel in die Tiefe Qualitäten hat.

Was Spieler wie Boubacar Barry ins Team spülen und einen Nazarov herausspielen könnte. Interessant auch, dass Rechtsverteidiger Enrico Valentini gegen Sandhausen zuletzt in den Schlussminuten als offensive Ergänzung im 4-4-2 neben Diamantakos eingewechselt wurde. Eine Idee, die man sich gut auch bei einer Partie in Leipzig vorstellen kann, wo man Spiel gegen den Ball und Dynamik in die Tiefe braucht. Aber auch ein Yamada oder gar ein Konterstürmer Hoffer statt Diamantakos sind denkbar.

Am Ende wird es wie gesagt von der Qualität her keine große Rolle spielen, welche elf Spieler auflaufen. Lediglich taktische Feinheiten werden durch die Aufstellung ausgedrückt werden.

Nicht vertrauen sollte man, trotz einstündigem Sommerfußball im letzten Spiel gegen Sandhausen, dabei darauf, dass Karlsruhe in Leipzig unmotiviert aufläuft, weil es für sie in den letzten beiden Spielen um nichts mehr geht. Mit hoher Sicherheit kann man davon ausgehen, dass der KSC gerade bei RB Leipzig noch mal ganz viel Luft findet und sowieso will wahrscheinlich kein Team der Welt irgendwo hinreisen, um dann dort eine Aufstiegsfeier durchzuwinken.

Die wird sich RB Leipzig schon selber organisieren, erspielen und erkämpfen müssen. Ausfälle sind dabei nach jetzigem Stand nicht zu beklagen. Es wird die Topelf auflaufen, in der eigentlich als einzige mögliche Frage steht, ob man mit Davie Selke für den einsatzfreudigen, zuletzt aber auch glücklosen Yussuf Poulsen spielt. Abgesehen davon sollte es hinsichtlich der Startelf bei RB Leipzig im Gegensatz zu der vom Karlsruher SC wenig Diskussionsbedarf geben. Aber wer weiß, wie das ein Ralf Rangnick am Sonntag sehen wird.

Mögliche Aufstellungen:

  • RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Orban, Compper, Halstenberg – Ilsanker, Demme – Kaiser, Sabitzer, Forsberg – Poulsen (Selke)
  • Karlsruher SC: Vollath – Traut (Valentini), Gordon, Thoelke (Gulde), Sallahi – Meffert, Krebs (Peitz, Prömel) – Torres, Barry (Nazarov), Yamada (Gouaida) – Diamantakos (Hoffer)

Der Karlsruher SC wird für RB Leipzig eine sehr unangenehme Aufgabe, weil der Club (vor allem defensiv) sehr gut organisiert Fußball spielt und jeder immer genau zu wissen scheint, was er zu tun hat, man zudem auch etwas mit dem Ball anfangen kann (viertbeste Passquote der Liga), in Sachen Laufwerten auf Augenhöhe mit RB zu den besten Teams der Liga gehört und auch vor Zweikämpfen nicht zurückschreckt.

Am Ende spielt es aus Sicht von RB Leipzig (abgesehen von der taktischen Vorbereitung) vermutlich aber keine große Rolle, wie gut oder schlecht der Gegner ist. Die Tabellenlage ist klar. Mit einem Sieg oder zwei Unentschieden aus den letzten beiden Spielen steigt Leipzig aus eigener Kraft auf. Wird es weniger, dann braucht man einen Ausrutscher des 1.FC Nürnberg, der zwingend sechs Punkte aus den letzten beiden Spielen braucht, wenn man überhaupt noch eine Chance auf Platz 2 haben will.

Fazit: Wenn sich RB Leipzig allen Rechenspielchen entziehen will, braucht man für den Aufstieg in die Bundesliga einen Sieg gegen den Karlsruher SC. Gegen einen in der Rückrunde defensiv überragend organisierten, sehr konstanten Gegner keine einfache Aufgabe. Dass die Sache mit dem Aufstieg einfach werden würde, hat vor der Saison allerdings auch niemand behauptet..

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[Wer das Spiel von RB Leipzig gegen den Karlsruher SC nicht vor Ort verfolgen kann und am 08.05.2016, ab 15.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. Karlsruher SC

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig gegen den Karlsruher SC. Mit Ralf Rangnick, Fabio Coltorti und Dominik Kaiser.

12.47

So, da geht es also auf die Zielgerade hin zum vorletzten Spieltag. Heimspiel gegen Karlsruhe. Matchball im Aufstiegskampf. Auch wenn man angesichts der Hasenhüttl-News heute anderes vermuten könnte, das Spiel gegen Karlsruhe ist tatsächlich das wichtigste, was es derzeit gibt..

12.49

Mal sehen, ob man hier heute trotzdem offiziell bekanntgibt, dass Hasenhüttl neuer Coach wird oder ob man bei rein sportlichen Themen bleibt. Den Erfahrungen der letzten Wochen nach mit all den Geschichten rund um Aufstiegsfeiern, Kaderplanung, Trainersuche und Co wäre es nicht verwunderlich, wenn es auch heute nicht so richtig um Sport, sondern eher um andere Geschichten geht.

12.51

Sportlich gesehen wird die Aufgabe gegen den KSC schwer genug. Nicht nur, weil Karlsruhe zu den Rückrunden-Topteams gehört, sondern auch wegen der Erfahrungen der letzten beiden Auswärtsspiele von RB beim KSC, in denen man zwar vier Punkte holte, aber genaugenommen handgeschätzt null verdient hatte und Karlsruhe bis auf die Chancenverwertung jeweils das bessere Team war.

12.53

Das Spiel gegen Karlsruhe ist natürlich ausverkauft. Entsprechend reagiert gerade der Schwarzmarkt ein wenig über. Das zehn- bis zwanzigfache des Ursprungspreises für ein Ticket zu verlangen, ist mal eine ordentliche Gewinnspanne..

12.59

Ordentlich Betrieb auch bei der Pressekonferenz. Letztes Heimspiel plus Hasenhüttl. Atmosphäre wie in einer dritten Klasse am letzten Schultag..

13.00

Und da ist die Hasenhüttl-Geschichte also auch schon offiziell. Vertrag bis 2019. Vergessen wir also das Karlsruhe-Spiel für die nächste Stunde.^^

13.01

Oliver Mintzlaff jetzt zusammen mit Rangnick auf dem Podium.

13.03

Mintzlaff: „Möchten verkünden, dass ab wir ab der kommenden Saison einen neuen Cheftrainer haben. Mit Ingolstadt und Hasenhüttl geeinigt.“ Ligenunabhängige Verpflichtung.

Rangnick: Beierlorzer wird Cheftrainer der U19 plus sportliche Leitung von U16 bis U23. Zsolt Löw bleibt Co-Trainer. Auch ansonsten bleibt der Stab zusammen.

13.07

Mintzlaff: „1a-Lösung. Suchen immer best man für den Job. Gilt insbesondere für die erste Mannschaft.“ Hasenhüttl letzte Saison schon Thema. Damals klar für Ingolstadt entschieden. „Hasenhüttl passt von der Grundsatzphilosophie und menschlich sehr gut zu uns.“ „Man spricht die gleiche Sprache. Vertrauensverhältnis ist schon da.“ Nur enger Kreis an Kandidaten.

Rangnick: „Sportliche Bilanz von Hasenhüttl spricht für sich. Ingolstadt vom Abstiegsplatz in der zweiten Liga in die Bundesliga geführt und dort gehalten. Viel mehr geht nicht. Und das noch mit einer Art von Fußball, die einiges mit der Art, die wir spielen, zu tun hat.“ „Seit ein, zwei Jahren immer wieder im Austausch mit Hasenhüttl. Da kriegt man ein Gefühl für den Menschen. Passt hervorragend zum Team und dazu, wie wir arbeiten.“

13.09

Rangnick: „Hoffen, dass Hasenhüttl in der Bundesliga übernimmt. Werden wir alles für tun.“ Jetzt schon Bekanntgabe, weil Hasenhüttl ligenunabhängig unterschreibt und man deswegen kein Versteckspiel mehr spielen muss.

„Hasenhüttl mit engem Draht zu Mitarbeitern und Spielern. Hat viel Durchsetzungsvermögen. Faktoren, die von einer Führungskraft verlangt werden. Alles andere hat mit Vibrations zu tun und ob man auch miteinander klar kommt.“ Rangnick ist davon überzeugt. „Dass sich Hasenhütt für uns entschieden hat, zeigt, dass ein Vertrauensverhältnis gewachsen ist.“

13.10

Kauczinski von Karlsruhe nach Ingolstadt auch offiziell.

13.13

Mintzlaff: Letzte Nacht bzw. heute Morgen final geeinigt. Deswegen heute Bekanntgabe. „Keinen RBL-Bonus gezahlt. Alles vernünftig und vertretbar. Zähe und mühsame Verhandlungen. Aber respektvolle Gespräche.“ Lässt sehr unterschiedliche Vorstellungen durchblicken, bei denen man zusammenfinden musste.

Hasenhüttl habe Ingolstadt mitgeteilt, dass er unabhängig von RB nächste Saison nicht mehr Trainer beim FCI sein wird.

Ablösesumme wird nicht kommentiert.

13.17

Rangnick: „Frank Leicht sensationell gearbeitet mehr als drei Jahre lang bei U17 und U19. In Gesprächen mit ihm beschlossen nach den Anstrengungen der letzten Jahre, dass ein Jahr der Fortbildungen und des um sich selber kümmerns ansteht.“ Scoutingaufgaben, Kaderplanungen und Co. Nächste Saison soll er wieder als Trainer bei RB einsteigen. Bei welchem Team ist noch unklar.

Man habe schon immer diskutiert, dass man Nachwuchstrainern nach drei Jahren immer mal ein Fortbildungjahr gönnen will.

Gehe im Nachwuchsbereich nicht um Titel, sondern um die Entwicklung von Spielern.

13.18

Rangnick: Kaderplanung für die Profis zusammen mit Hasenhüttl, wenn die Liga feststeht. In Bezug auf die aktuellen Spieler habe man sich schon ausgetauscht. Kern der Mannschaft, also die Vielspieler werden bleiben. Wenig- bis Nichtspieler eher nicht.

13.21

Rangnick vor KSC: Bis auf den Langzeitverletzten Boyd alle dabei, alle fit. Trainingstage laufen gut.

„KSC versucht ihren Stil durchzubringen. Hat auch mit Kombinationen und Ballbesitz zu tun.“ „Wissen um die Spielstärke des KSC. Müssen unseren Stil auf den Platz bringen. Ist uns bisher immer gelungen nach langen Trainingswochen. Sind voller Vorfreude. Wollen den letzten, entscheidenden Schritt machen.“

Hasenhüttl-Verpflichtung wird die Mannschaft nicht mehr überraschen und interessieren, weil die letzten Wochen genug drüber geschrieben wurde und man auf das letzte Spiel fokussiert ist.

13.23

Rangnick: Keine Gedanken über die Aufstiegsfeier. Nur Gedanken für das KSC-Spiel. „Mannschaft topmotiviert in das Spiel schicken.“

Frage danach, welcher Song aus der Karaoke-Show vor der Spielzeit die Saison am besten beschreiben würde.. Ein wenig Ratlosigkeit bei Rangnick, der dafür über den Ablauf und die Idee der Karaoke-Show damals referiert..

13.27

Rangnick: Dass Coltorti (als Vizekapitän und langjähriges Teammitglied) heute bei der PK sei, sei nicht dahingehend zu interpretieren, dass Coltorti am Sonntag im Tor steht. Kaderentscheidung für KSC werde heute Abend getroffen.

Keine Ansprache von Rangnick ans Publikum vor dem Spiel..

An der Vorbereitung auf das Spiel wird nichts verändert. Spieler sind im Normalfall Heimschläfer. „Sehen uns beim Frühstück.“

„Gehen davon aus, dass wir gewinnen müssen.“ Zwischenstände aus Nürnberg helfen da nicht weiter. „Wenn es in Nürnberg in der 90. Minute 0:0 steht, hilft uns das auch nicht weiter.“

13.30

Rangnick: Platz für den Rathausbalkon ist in Rangnicks Kopf gerade nicht. „Müssen aufgabenorientiert an die Sache herangehen.“ Mannschaft vorbereiten, alles andere lenkt ab.

„Kenne die Jungs schon länger. Was uns verbindet ist das Ziel Bundesliga. Das ist das Motiv für alle. Auch für einen Benjamin Bellot als Ur-Leipziger.“ „Kein Platz für Nachdenken gerade. Spiel am Sonntag hat Endspielcharakter. Bringt nicht weiter, wenn man ins Grübeln gerät. Immer auf die nächste Aktion konzentrieren.“ Gut Umsetzung des Plans führe am ehesten zum Ziel.

13.31

Rangnick: Dass es sein letzes Heimspiel auf der RB-Bank sein könnte, spielt in seinen Gedanken keine Rolle.

13.32

Das war es von Ralf Rangnick. Oliver Mintzlaff hatte sich schon nach den Hasenhüttl-Fragen davongeschlichen. Nun noch Dominik Kaiser und Fabio Coltorti.

13.37

Coltorti: „Vorfreude auf Sonntag sehr kurz. Vor zwei Jahren gegen Saarbrücken ein ähnlich spezieller Fußballtag. Haben nun wieder die Chance auf so einen Tag und hoffen, dass es magisch wird.“

Kaiser: „Da kann ich fast nichts mehr hinzufügen. Wollen es am Sonntag klarmachen. Große Chance, die wir nutzen wollen.“

Kaiser: „Erwarte, dass uns der KSC nichts schenken wird. Haben einen Mittelfeldplatz erreicht. Spielen seit ein paar Jahren auf sehr hohem Niveau. Im Hinspiel einer der Mannschaften, die uns mit am meisten gefordert hat. Glücklich gewonnen. Wird auch am Sonntag nicht einfach.“

13.40

Kaiser: „Bereiten uns fokussiert vor. Anspannung kommt dann spätestens am Sonntag. Bin überzeugt, dass der Mix aus Vorfreude und Anspannung stimmt. Anspannung ist sowieso immer da, egal ob am 1. oder 12. oder vorletzten Spieltag.“

Coltorti: „Vorfreude und Nervosität größer als sonst. Haben aber genauso viel Zeit wie sonst, in der wir uns gut vorbreiten müssen. Angespannte Vorfreude am Sonntag dann rauslassen.“

Kaiser: Nach dem letzen Spiel am Abend große Enttäuschung über Ergebnis und Spielweise. „War trotzdem möglich, das Spiel auf unsere Seite zu ziehen. Enttäuschung hält noch ein, zwei Tage an und dann geht es im Fußball immer weiter.“ Nürnberg-Niederlage in Braunschweig habe dabei geholfen.

13.46

Kaiser: Man müsse seine Abläufe normal durchziehen. „Besonderes Spiel, aber letztendlich bringt es nichts, sich zu viel über Szenarien Gedanken zu machen. 15.30 Uhr muss man fit und bereit sein. Da hat jeder seinen eigenen Ablauf.“

Coltorti: „Sichtweise ist entscheidend. Wir haben eine Riesenchance. Das ist sehr positiv. Kann ein magischer Moment werden. Problem wäre, wenn man nur sieht, was alles schiefgehen kann. Man muss es mit positiven Gefühlen verbinden und dann ist es ein Privileg das Spiel am Sonntag bestreiten zu können.“

Coltorti: Vier Jahre hier. Ziel war von Anfang an Bundesliga. Dafür auch Trennung von Familie auf sich genommen. Emotionale Situation, in der auch Videobotschaften von Familie noch mal besonders emotional sein.

Coltorti: Keine Gedanken darüber, dass im Sommer bei RB Leipzig Schluss sein könnte. Fühlt sich fitter als noch vor ein paar Jahren.

Coltorti: Nicht wichtig, wer auf dem Platz steht. Wichtig ist, dass das Ziel erreicht wird. Macht alles, dass er bei einem Einsatz bereit wäre.

13.48

Kaiser: Hasenhüttl-Thema interessiere noch nicht. Auch in der Kabine kein Thema. Gehe jetzt nur um das Spiel gegen den KSC.

Coltorti: „Wollen den nächsten Schritt machen. Saison ein bisschen ein Auf und Ab. Gute Ausgangslage. Wollen Sack zumachen. Was darüber hinausgeht, ist noch zu weit weg.“

Kaiser: „Sind immer noch Zweitligist und müssen den Schritt erst noch gehen.“

13.51

Das war es von hier. Hasenhüttl fiebert ab sofort also noch intensiver mit RB Leipzig mit. KSC-Coach Kauszinski weiß nun auch, wo er nächste Saison unterkommt. Trainertechnisch Friede, Freude, Eierkuchen allseits.

Aber es geht ja im Kern um Fußball. Kaiser und Coltorti mit viel Fokus auf das Spiel gegen den KSC. Sind natürlich in solchen Situationen auch immer dieselben Sätze.

Die Personalentscheidungen werden hier im Blog sicherlich in den nächsten Tagen noch mal aufgedröselt. Ich gebe gern zu, dass mich das Trainerthema aktuell nicht so richtig doll interessiert und viel mehr als das sonntägliche Spiel keinen rechten Platz in meinem Kopf hat. In diesem Sinne viel Spaß mit dem Fußballwochenende. Möge es ein gutes Ende nehmen.

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3 Gedanken zu „Matchball“

  1. Wie immer – herzlichen Dank fürs „Mitnehmen“ in die PK. Und ich bin ehrlich gesagt ganz froh, dass Du das Trainerthema hier im Blog auf vergleichsweise kleiner Flamme gekocht hast 🙂

    Tja, und das Thema Coltorti: Am besten, es steht nach 90 Minuten 3:3, er kommt für Selke und wir erleben den magischen Darmstadt-Moment erneut 😉

    LG Markus

  2. Als Auftakt für ein erneutes und schon sehnsüchtig erwartetes „Spektakel-Wochenende“ in Leipzig wird die heutige Pressekonferenz mit einem weiteren Kapitel der Leipziger prallen Personalchronik die Öffentlichkeit informieren! So, wie es dieser immer etwas pommelig wirkende Karlsruher Kauczinski angestellt hat, ohne großem Aufsehen schon rechtzeitig in der laufenden Saison seinem Verein bekanntzugeben, dass er wegen schon lange anhaltenden Vertrauensverlusten zu seinem Präsidenten Wellenreuther, ganz ohne für Aufsehen sorgende Allüren, seinen Club verlassen möchte, finde ich regelrecht professionell und in Ordnung.

    Es ist einfach fair, wenn der eigene Anhang sowie die hungrigen Medienvertreter und damit die Öffentlichkeit, im Gegensatz zu den Leipziger vor Wochenfrist zufällig beobachteten „heimlichen Begegnungen am Kaffeetisch“, weil der nun auch hier einen eigenen Wohnsitz gefundene „RaBa“-Sportchef und (Noch-) Trainer vor Wochen wahrscheinlich noch keinen anderen Gesprächspartner als den zukünftigen österreichischen „Arbeitskollegen“ fand…..damit genau rechtzeitig wusste, dass im dortigen Club Veränderungen unumgänglich werden!

    Natürlich hatten damals die festgestellten Begegnungen nichts mit eventuellen Vertragsverhandlungen zwischen Ingolstadt und der sächsischen Messestadt zu tun….oder etwa vielleicht doch? Der Inhalt der heutigen Pressekonferenz sollte wieder einmal alles, wie sooft schon geschehen, bestens aufgeklärt haben!

    Fast unbedeutend dagegen scheint die Meldung vom Zugang des Herrn Trautner vom wohl eventuell sinkenden Schiff , VfB Stuttgarts, nach 35 Jahren Mitgliedschaft(!), zu sein, der als „Torwartkoordinator“, einer kaum woanders vorhandenen Personalie, damit den beliebten Ex-Torhütertrainer, Perry Bräutigam, weiter nach hinten in der vereinseigenen Funktionärstabelle verdrängt haben dürfte und somit die Liste der „Übersiedlungen aus dem süddeutschem Raum“ nach Leipzig erneut bereichern wird.

    Schon im Vorfeld, viel Spaß beim Feiern mit über 40.000 Zuschauern, wobei Rangnick seinen von ihm bezeichneten „schlafenden Riesen“, nämlich seine längst eroberte Stadt, in großer Feierlaune erleben wird!

  3. Mit dem letzten Absatz stehst Du nicht alleine da.

    Aber nur keine Hast mit dem Funktionsteam-Blog!
    Vielleicht kannst Du dann auch mal die Fortbildungssache näher erläutern.

    12:59 = Bestes Kopfkino!

    Ach ja, Fußball ist ja auch noch.
    Mhm, ich dachte eigentlich, daß Coltorti nicht mehr spielen wird (Außnahme Duisburg, wenn wir durch sein sollten), aber wenn er jetzt bei der PK mit anwesend war. Zumindest wäre ich bei Rückpässen bzw Flanken etwas beruhigter wenn er denn am Sonntag spielt. Da muss! Pete sich steigern.
    Ich würde am Sonntag auch erstmal YP auf der Bank lassen. Mit Selke hat man da einen guten Ersatz.

    Meinen Tip übernehme ich aus Transfer-Dings:
    Einen Sonntagsschuss bekommen wir immer
    Diego #ichlaufe20kmproSpiel Demme macht sein allererstes Tor
    Und Bruno kickt uns in die 1. Liga.
    Prost!
    Und gut Kick!

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