Spiel der Gegensätze

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig gegen den SV Sandhausen (15.04.2016, 18.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz ein Tag vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick und Peter Gulacsi. Ab 13.30 Uhr.]

Endspiel 3 von 7 steht für RB Leipzig auf dem Programm. Nach kurzem Wechsel von Montag auf Freitag wartet das Heimspiel gegen den SV Sandhausen. Gut an der kurzen Pause ist, dass man keine Zeit hat zum Nachdenken und den Schwung vom Sieg in Düsseldorf ähnlich wie in einer englischen Woche gleich mit ins nächste Spiel nehmen kann.

Nachteilig daran natürlich, dass die Regenerations- und Vorbereitungszeit vergleichsweise kurz ist. Essenziell drei Tage hat man für Nachbereitung des Spiels in Düsseldorf, Regeneration und Vorbereitung auf das kommende Spiel. Auch kein extrem außergewöhnlich enger Rhythmus, aber eben auch zwei Tage weniger als der Gegner aus Sandhausen, der bereits am vergangenen Samstag das Heimspiel gegen Bielefeld verlor.

Verlieren ist derzeit ein ganz gutes Stichwort, wenn es um Sandhausen geht. Denn nachdem man 2015 lange eines der besten Zweitligateams war und die Hinrunde auf Platz 5 beendete und gar auf Platz 3 gestanden hätte, wenn ihnen nicht vor der Saison drei Punkte abgezogen worden wären, folgte seitdem ein enormer Einbruch. Zwei Siege (Paderborn, Düsseldorf) und ein Unentschieden (Heidenheim) in zwölf Rückrundenspielen bei neun Niederlagen lautet die niederschmetternde Bilanz des schlechtesten Teams der Rückrunde. 1,59 Tore pro Spiel in der Hinrunde stehen 0,67 Tore pro Spiel in der Rückrunde gegenüber.

Der Einbruch ist fast schon episch, führt aber erstaunlicherweise nicht dazu, dass man schon zum engeren Kreis der Abstiegskandidaten gehört. Noch hat man als unterstes Glied des Tabellenmittelfelds acht Punkte Vorsprung auf Relegationsplatz 16 und 1860 München. Hätte man den Punktabzug am Anfang der Saison nicht gehabt, wäre man wohl schon gerettet. So braucht man wohl doch noch irgendwas um die drei Punkte, um drin zu bleiben. Wobei man mit Frankfurt und Duisburg noch direkte Abstiegskandidaten zu Hause empfängt.

Bezeichnend auch für die Sandhäuser Bilanz, dass man im Saisonverlauf bereits neun Niederlagen mit mehr als einem Tor kassierte. So viele dieser klaren Niederlagen kassierte ansonsten nur der MSV Duisburg. Damit einher geht auch, dass man die zweitwenigsten Schüsse aller Zweitligisten abgibt. Offensivstärke geht anders und seit dem Wahnsinnsstart in die Saison mit 13 Toren aus drei Spielen schoss man nur noch 22 Tore in 26 weiteren Partien.

Für einen Verein wie den SV Sandhausen ist es nicht ungewöhnlich, wenn man mal eine längere Phase des Misserfolgs mitmacht. Um in der zweiten Liga gut mitzuspielen, müssen schon alle Rädchen perfekt ineinander greifen. Am Anfang der Saison hatte man da auch manchmal das Glück auf seiner Seite. In der Rückrunde spielt man etwas unter Niveau und hat das Glück auch nicht gepachtet (auch wenn das zwischenzeitliche Schiedsrichter-Gemecker, das man aus Sandhausen hörte, eher albern war), sodass man eben am unteren Ende der zweiten Liga landet.

Ganz genau festmachen, woran es liegt, dass man zwei so komplett unterschiedliche Halbserien spielt, ist schwierig. Es fehlt von allem ein bisschen und in der Mischung ist es dann eben wie es ist.

Vielleicht ein wenig das Gesicht der Krise ist Andrew Wooten, der in den ersten sechs Spiele sechs Tore schoss, einer der gefeierten Spieler war und zur US-Nationalmannschaft fahren durfte. Tore seitdem: Null. Und das entspricht durchaus ungefähr dem, was Wooten in umittelbarer Strafraumnähe an Torgefahr einbringt. Als hätten sie den Spieler irgendwann ausgetauscht.

Neben Wooten gibt es auch andere Spieler, bei denen die Entwicklung stagniert oder rückläufig ist. Linksverteidiger Leart Paqarada, den man 2015 noch auf dem Weg in die Bundesliga wähnte, spielt bspw. eine sehr unauffällige Saison und ist seit Mitte Oktober an keinem Tor mehr beteiligt. Dabei war sein linker Fuß gerade auch bei Standards zuvor lange eine Waffe.

Zu nicht so richtig positiven Spielerentwicklungen kommen auch noch einige Verletzungen hinzu. Der wichtigste Saisonneuzugang und Außenbahnwirbler Jakub Kosecki spielte 2016 bisher gerade mal 67 Minuten (kommt aber nach Verletzung langsam wieder zurück). Robert Zillner, fleißiger Arbeiter meist auf der Zehn, geht es nicht viel besser. Stiefler, Kuhn, Kratz, Zellner, Zenga und zuletzt auch Jovanovic kamen und kommen noch dazu. Und gegen RB Leipzig legt man mit Rechtsverteidiger Klingmann und Innenverteidiger Kister noch zwei gelbgesperrte Spieler obendrauf. Klar, dass solche Ausfälle für einen Verein wie Sandhausen schwer aufzufangen sind.

Zu den personellen Dingen kommen dann auch noch mannschaftsorganisatorische Dinge. Viele Standardgegentore (die meisten der Liga) sprechen immer auch gegen die Defensivorganisation. Erstaunlich daran vor allem, dass man offensiv wiederum zusammen mit Union und Kaiserslautern die meisten Kopfballtore erzielt hat.

Im Anlaufen des Gegners sind die Offensivspieler des SV Sandhausen meist sehr fleißig, allerdings arbeitet der Mannschaftsverbund nicht immer perfekt zusammen, sodass die Abstände zwischen vorderster und letzter Reihe manchmal enorm groß sind. Und die Viererkette in der Abwehr ist bei weitem nicht so gut im Bilde wie noch vor einem halben Jahr. 22 Gegentore hat man in zwölf Rückrundenspielen hinnehmen müssen, das sind schon jetzt mehr als in der kompletten Hinrunde.

Was Sandhausen weiterhin liegt, ist aus einer sicheren Abwehr heraus einen Vorsprung zu verteidigen. Zwölfmal lag man in der bisherigen Saison vorn, nur zweimal gewann man das Spiel am Ende nicht, nur einmal verlor man. Fünfmal brachte man dabei ein 1:0 über die Zeit.

Auf der anderen Seite tut man sich unheimlich schwer, nach Rückständen noch mal zurückzukommen. Zweimal drehte man Rückstände noch zu Siegen. Da dies in den ersten beiden Spielen der Saison passierte, erinnern sich daran vermutlich selbst in Sandhausen nur noch wenige daran. In 16 weiteren Spielen, in denen man in Rückstand geriet, sprangen noch drei Unentschieden und 13 Niederlagen heraus.

In den letzten Wochen sah es entsprechend oft gleich aus. Man geriet in Rückstand und versuchte dagegen anzuspielen. Oft auch im Ansatz gar nicht schlecht, aber aus dem Spiel mit dem Ball heraus fehlte dann doch meist die direkte Torgefahr, um den Ballbesitz im vordersten Spielfelddrittel auch zu veredeln, sodass die Gegner oft wenig Mühe hatten, ihre Punkte einzufahren.

Auch ein Aziz Bouhaddouz, der als Torschütze und Ballsicherer eine gute Saison spielt und durchaus auch in der Bundesliga oder zumindest bei einem ambitionierteren Zweitligisten denkbar wäre, kann die Situation nicht entscheidend verbessern, auch wenn er den Gegnern mit seiner unangenehmen Spielweise weiterhin weh tun kann. Und ein José Pierre Vunguidica, den die geneigten RB-Fans noch aus der dritten Liga und starken Auftritten für den SV Wehen Wiesbaden kennen, macht nach ewiger Verletzungsgeschichte gerade erst seine ersten Schritte in der zweiten Liga und im Trikot des SV Sandhausen. Von der Qualität und Physis her sicherlich einer, der in dieser Liga für Aufsehen sorgen und dem SV Sandhausen offensiv helfen kann.

Insgesamt hat Sandhausen aktuell einige Baustellen. Und bleibt trotzdem ein Team, das potenziell noch über die Qualitäten verfügt, wegen denen sie in der Hinrunde zum Überraschungsteam der Liga wurden. Sprich, im Idealfall verteidigen sie im 4-4-1-1 recht kompakt gegen den Ball und nutzen Ballgewinne zu schnellen Gegenstößen und Torerfolgen. In den letzten Wochen passte es nicht so gut zusammen und man kassierte vor allem zu viele einfache Gegentore, die den SVS in eine ungünstige Spielkonstellation brachten. Aber das heißt nicht, dass sie nicht auch mal ein Spiel einstreuen können, in dem es gut passt.

Dass dies ausgerechnet in Leipzig passiert, klingt angesichts der Ausfälle in der Abwehr nicht unbedingt wahrscheinlich, aber mit zurückkehrenden Spielern wie Kosecki oder Vunguidica oder den Winterneuzugängen Vollmann und Pledl sind sie in der Breite eigentlich inzwischen offensiv auch wieder breiter aufgestellt als sie es vor der Saison waren.

Aus Sicht von RB Leipzig kann es in dieser Saisonphase und gerade gegen Sandhausen nur um drei Punkte gehen. Drei Siege und ein Unentschieden braucht man rechnerisch aus fünf Spielen noch, um aufzusteigen. Punktverluste in einem Heimspiel gegen das schlechteste Team der Rückrunde sind da nicht vorgesehen.

Aufstellungstechnisch wird es für RB Leipzig noch ein kleines Puzzlespiel. Yussuf Poulsen hat sich bei seinem Tor zum 3:1 in Düsseldorf an der Schulter verletzt und ist für das Spiel gegen Sandhausen fraglich. Fällt er aus, bleibt es beim 4-2-3-1, in dem dann Selke die Sturmspitze spielen würde und wohl nur die Frage stünde, ob man wieder eher offensiv mit Bruno spielt oder nicht.

Kann Poulsen mitwirken, spricht nicht wenig dafür, dass Rangnick die erfolgreiche Variante der zweiten Halbzeit in Düsseldorf wählt und mit zwei Stürmern und einem 4-2-2-2 spielt. In dem dann wohl nur die Frage stünde, ob die Doppelsechs Kaiser und Demme oder Kaiser und Ilsanker heißt. Vielleicht würde sich das System bei einem Ilsanker-Einsatz auch leicht zu einem 4-1-3-2 hin verschieben. Mit einem Kaiser in zentral-offensiver Position.

Nicht mitwirken kann derweil neben den weiter verletzten Khedira und Boyd der gelbgesperrte Linksverteidiger Marcel Halstenberg, der positionsgetreu von Anthony Jung ersetzt werden wird. Zumindest wäre alles andere eine große Aufstellungsüberraschung.

Mögliche Aufstellungen:

  • RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Orban, Compper, Jung – Ilsanker (Demme) Kaiser – Sabitzer, Forsberg – Selke, Poulsen (Bruno, Demme)
  • SV Sandhausen: Knaller – Thiede, Olagengbesi, Hübner, Paqarada – Vollmann (Kosecki, Pledl), Linsmayer, Kulovits, Bieler – Wooten, Bouhaddouz

Im Hinterkopf haben sicherlich viele noch das 0:4 aus der vergangenen Saison, als Sandhausen die am Aufstieg gescheiterten RasenBallsportler kurz vor Saisonende in der Leipziger Red Bull Arena noch mal ordentlich vorführte. Dass ihnen dies in dieser Form und Höhe noch mal gelingt, ist nicht anzunehmen. Dass sie RB Leipzig weh tun können, sollte man als Erinnerung und Warnung trotzdem im Kopf behalten.

Fazit: Endspiel Nummer 3 von 7 ist ein Spiel der Gegensätze zwischen einem der besten Teams der Liga und einem der aktuell schwächsten Teams der Liga. Wenn man Nürnberg gegen Duisburg vom letzten Wochenende sieht, dann weiß man, dass das nicht unbedingt immer zum erwartbaren Ergebnis führt. Trotzdem kann es für RB Leipzig nur um drei Punkte gehen. Alles andere würde sicherlich als Enttäuschung durchgehen. Das ist sicherlich ein nicht unwesentlicher Teil dessen, was den SV Sandhausen zu einem unangenehmen Gegner und potenziellen Stolperstein macht.

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[Wer das Spiel von RB Leipzig gegen den SV Sandhausen nicht vor Ort verfolgen kann und am 15.04.2016, ab 18.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live natürlich bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. SV Sandhausen

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Pressekonferenz ein Tag vor dem Spiel von RB Leipzig gegen den SV Sandhausen. Mit Ralf Rangnick und Peter Gulacsi. Ab 13.30 Uhr.

13.17

Überraschung des Tages. Es geht auch noch um Sport, nicht nur um Trainer, geheime Treffen und wie fair wer mit wem umgeht. Im Endspiel 3 von 7 ist der SV Sandhausen bei RB Leipzig zu Gast. Das schlechteste Team der Rückrunde beim Tabellenzweiten und Aufstiegskandidaten. Klingt nach einer klaren Sache und hat genau deswegen das größte Überraschungspotenzial.

13.24

Ein bisschen Regen ist morgen für tagsüber angesagt. Falls jemand Lust hat, schon mal Argumentationen Richtung Witterung und Rasenbedingungen zu überdenken. Vielleicht werden es ja noch bis zu 30.000 Zuschauer (realistisch irgendwas um die 27.000), die trotzdem Lust auf Fußball am Freitagabend haben.

13.28

Egal, was die Bedingungen für das Spiel sind, egal wie der Gegner heißt, egal welche Themen gerade durch die Presse getrieben werden, gegen Sandhausen zählen für RB Leipzig natürlich nur drei Punkte. Ausgangssituation im Aufstiegskampf mindestens halten, vielleicht ja sogar verbessern. Nürnberg spielt am Samstag in Karlsruhe, Freiburg am Montag in Braunschweig. Beide Spiele sind sicherlich keine Selbstläufer. Und vielleicht ja erst recht nicht, wenn Leipzig morgen drei Punkte vorlegt.

13.32

Peter Gulacsi zu Sandhausen: „Wird ein schwieriges Spiel, weil Sandhausen unangenehm ist. Spiel am Montag hat gezeigt, wenn wir nicht auf 100% kommen, dann gibt es keine einfache Spiele. In der zweiten Halbzeit am Montag gegen den Ball viel besser gespielt. Müssen morgen ab der ersten Minute diese Leistung bringen. Dann haben wir eine Chance zu gewinnen.“

„Wenn man Ball lange Zeit nicht berührt, dann muss man konzentriert bleiben als Torwart. War in Düsseldorf in der zweiten Halbzeit der Fall.“ Generell müsse man immer konzentriert bleiben, egal wie viel man zu tun hat.

13.36

Gulacsi: Gegentorbilanz ist ok. „Leistung aber nicht von den Toren aus beurteilen, sondern von den Aktionen her, die ich gemacht habe. Wichtig ist, dass die Mannschaft erfolgreich ist.“ Situation sei für ihn besser geworden, seit er spielt. Aber auch vorher schon wohlgefühlt in Leipzig. Wichtig ist Mannschaftserfolg.

„Ich denke nicht zu viel an die Nationalmannschaft zur Zeit. Kommt als Konsequenz der Leistung im Verein. Erst wollen wir die letzten fünf Spiele und den Aufstieg schaffen. Was danach passiert, wird man sehen. War aber schön mal wieder bei der Nationalmannschaft zu sein.“ In Deutschland bei einem guten Club zu spielen, sei ein Vorteil Richtung Nominierung für die Europameisterschaft.

13.41

Gulacsi: War nicht überrascht, die Nummer 1 zu werden, weil er in der Zeit der Coltorti-Verletzung seine Chance versucht hat zu nutzen. „Dass ich weiter spielen durfte, freut mich sehr. Konzentriere mich aber weiter wie vorher von Spiel zu Spiel.“

„Versuchen gegen Sandhausen 100% fit zu sein. Ist das einzige, was in unserem Kopf ist. Situation hat sich letztes Wochenende verbessert, aber wir müssen auf unserem Weg und konzentriert bleiben.“ Letzte zwei Spiele waren gut, morgen soll es auch so sein.

„Gibt viele Sachen, die ich von anderen Torhütern haben möchte. Coltorti hat viel Erfahrung. Das merkt man auch in den Spielen. Ich habe auch meine Qualitäten, aber wenn ich etwas lernen kann von anderen Torhütern, versuche ich es umzusetzen. Konzentriere mich aber auf meine Stärken.“

Van der Sar und Cech als Vorbilder von Gulacsi. „Spielen sauber und ohne unnötige Aktionen.“

13.45

Gulacsi: „Auch wenn wir nicht gut spielen, muss ich trotzdem ruhig bleiben. Wenn ich Einfluss nehmen kann, muss ich das nutzen. Bin ein ruhiger Torwarttyp, aber hellwach.“ „Selbstvertrauen ist das wichtigste für den Torwart. Haben als Mannschaft eine gute Gruppe. Meine Ruhe kommt auch von unserem Spiel.“

„Hatten wenig Zeit zwischen den Spielen. War wichtig, uns zu regenerieren. Heute werden wir den Gegner analysieren. Kopfballstärke müssen wir gut verteidigen. Werden uns aber auf unser Spiel konzentrieren.“

„Haben eine gute Heimserie und wollen die ausbauen. Auswärts haben wir auch immer eine gute Chance. Haben viel Qualität vorn. Hinten haben wir auch wenig zugelassen. Diese Mischung gibt uns sehr viel Selbstvertrauen.“

13.48

Gulacsi: In Salzburg habe man noch offensiver gespielt. Auch der Torwart. Dabei vielleicht auch Fehler gemacht. Sein Torwartspiel ist in Leipzig sauberer geworden.

Auf Zettel vom Trainerteam im Spiel gegen Heidenheim wurde Gulacsi neu auf die Eckballzuordnung eingetaktet.

Noch kein Thema, was nach den fünf Spielen am Saisonende passiert. In der Kabine sei das Trainerthema keins.

13.50

Nach den recht umfangreichen Auskünften von Peter Gulacsi kommt nun Ralf Rangnick an die Reihe. Mal sehen, ob sich jemand traut das Hasenhüttl-Thema anzuschneiden..

13.54

Ralf Rangnick: Yussuf Poulsen und Lukas Klostermann waren ernster angeschlagen, trainieren aber heute mit. Bis auf Khedira und Boyd also alle im Training dabei. Ob Klostermann und Poulsen morgen spielen können, sei aber noch fraglich.

Zu Sandhausen: „Wir müssen schauen, dass wir eine richtig gute Leistung auf den Platz bringen. Sandhausen hat gerade keinen Lauf, das wissen wir natürlich. Das heißt aber gar nichts. Hat man ja auch bei Nürnberg gegen Duisburg gesehen. Wollen den Auswärtssieg mit einem Heimsieg veredeln. Haben zwei Tage weniger Regenerationszeit, das macht es nicht einfacher. Müssen wir heute im Training gut steuern.“

14.06

Rangnick: Jung wird für den gesperrten Halstenberg anfangen.

In einer langen Woche hätte man Düsseldorf noch mal videotechnisch ordentlich aufgearbeitet. Durch die kurze Woche wird man darauf eher am Rande eingehen. „Hab in Düsseldorf schon in der Halbzeit gesagt, was ich vom Spiel halte. In zweiter Halbzeit war das Spiel gegen den Ball besser und dann ist auch unser Spiel immer besser.“

Ilsanker in Düsseldorf gut, davor nicht ganz so gut. Wird man sehen, ob er oder Demme oder beide gegen Sandhausen auflaufen.

Gab nicht wirklich eine Erklärung, warum man in Düsseldorf in der ersten Halbzeit so schlecht gespielt hat. Man war eigentlich gut auf alles vorbereitet, aber schon in der zweiten Minute sei es schlecht losgegangen. „Konnten dann froh sein, kein zweites oder drittes Tor kassiert zu haben. 1:1 hat uns gut getan. Wechsel waren nicht ganz verkehrt. Mannschaft ist noch jung und da kann es auch mal sein, dass es unterschiedliche Halbzeiten gibt.“

Findet es absurd, dass ihm der 90%-Satz vor dem Düsseldorf-Spiel um die Ohren gehauen wird. Wirft Azzouzi „Populismus“ vor. Sagt noch mal dieselben Sätze wie vor dem Spiel und kann nicht sehen, wie man darin fehlenden Anstand und Respekt sehen kann. Redet sich in Rage und findet es absurd, dass man RB fehlenden Anstand vorwirft, während derselbe DJ, für den sich Düsseldorf letzte Saison schon entschuldigt hat, zum RB-Einmarsch „Ich find dich scheiße“ spielt. Düsseldorf habe sich auch diese Saison durch Schäfer wieder entschuldigt.

14.12

Rangnick: Doppelspitze Poulsen/ Selke kann funktionieren. Gegen Düsseldorf habe man es recht variabel gespielt. Selke zentral, Poulsen ein bisschen variabler drumherum.

Zu Hasenhüttl: Treffen mit ihm fand statt. „Völlig normaler Vorgang. Bin seit zwei Jahren mit ihm in regelmäßigem Austausch. Ähnliche Vorstellungen von Fußball. Auch zu Zeiten, wo wir keinen Trainer gesucht haben, schon mit ihm getroffen.“ Sei sowieso in Österreich gewesen und deswegen das Treffen. Man sei nicht „so blöd“, dass man sich zu Vertragsverhandlungen in einem Restaurant treffe, habe aber auch darüber gesprochen, wie die Situation bei Hasenhüttl und bei RB Leipzig nächste Saison sei. Wenn man in Vertragsverhandlungen eintreten will, werde man den betreffenden Verein anrufen. Aber für einen Restaurantbesuch werde man nicht Thomas Linke anrufen und ihn um Erlaubnis fragen.

Ralf Rangnick mit einem vorbereiteten Zettel, von dem er Pressezitate von Reuter und Linke vorliest, um die Aufregung um den Vorgang zu relativieren.

14.19

Rangnick: „Hasenhüttl ist ein interessanter Trainer, aber es gibt auch andere interessante Trainer.“ Keine konkreten Verhandlungen mit Hasenhüttl und vorher werde man den Verein informieren. „Wenn klar ist, wer Trainer werden kann, werden wir etwas dazu sagen.“

Rangnick sei es egal, wenn ein Trainer den Club verlässt, wo er dann hingeht und glaubt, dass das auch bei anderen Vereinen so ist. Sprich, in Ingolstadt oder Augsburg hat man nicht deswegen besonders aggressiv reagiert, weil es um RB als Ziel geht.

„Kann sein, dass es schon Vertragsgespräche mit Trainern gibt, aber wenn dann nur mit Kandidaten, die keinen Vertrag haben.“ Verpflichtung eines Trainers „je früher, desto besser“.

Hasenhüttl hat bereits vor sechs Wochen den Verein informiert, dass er mit Interessenten an ihm reden will.

Katz-und-Maus-Frage-und-Antwort-Spiel rund um die Trainerfrage mit wenig Erkenntnisgewinn, aber vielen Rangnick-Sätzen, die sich bloß nicht festlegen sollen..

Man müsse sich mit dem Trainer einigen und mit dem jeweiligen Verein, falls der Kandidat noch Vertrag hat.

14.24

Rangnick: Anforderungen an den Kandidaten werden auf Nachfrage noch mal vorgebetet. Selbe Philosophie verfolgen. Führungspersönlichkeit sein. Und so weiter.

Muttersprachler deutsch soll auch sein. Mag in Nationalmannschaften anders sein, aber im Cluballtag sei die Sprache wichtig.

Auch mal mit Kosta Runjaic getroffen. Auch zu „100%“ ein Treffen unter Kollegen.

Mannschaft lasse das Trainerthema nicht an sich heran. Man konzentriere sich auf die Spiele und habe ansonsten Vertrauen, dass die Vereinsführung, dass man den richtigen Kandidaten finden werde.

14.29

Rangnick: Ob Klostermann, Selke und Poulsen mit zu Olympia dürfen, entscheide man nach der Saison. Klingt durch, dass Voraussetzung ein Bundesligaaufstieg wäre, weil dann die Saison drei Wochen später losgeht und der Olympia-Ausflug nicht in den Ligabetrieb fällt.

Trainerthema noch mal.. „Kreis der Kandidaten im Vergleich zum Vorjahr nicht größer geworden.“ „Guter Dinge, innerhalb der nächsten drei, vier Wochen den neuen Trainer vorzustellen.“

Lässt sich zumindest darauf ein, dass man ihn und Hasenhüttl „naiv“ nennen könne, wenn sie sich in der jetzigen Situation öffentlich treffen.

14.39

Das war es von hier. Ein bisschen Gulacsi und sein Lieblingswort Konzentration, ein bisschen auch Sandhausen und Düsseldorf-Rant und ganz viel Hasenhüttl und sonstige Trainer- und Öffentlichkeitsthemen. Zugegeben, die Trainergeschichte langweilt mich in ihren Details ziemlich ordentlich. Von daher fehlt hier einiges von dem, was Rangnick schon 1000mal gesagt hat und einiges von dem, was aus den letzten Tagen öfters wiederholt wurde.

Wer die volle Dröhung braucht, findet die Komplettversion der PK später dann auf der RB-Homepage. Den Düsseldorf-Rant würde ich da aber viel eher zum Anschauen empfehlen, als wer wann wen warum nicht informiert hat.

Rein sachlich kann man aus dieser PK auch nicht viel mehr rausziehen, als dass Rangnick Hasenhüttl schon länger kennt und ihn interessant findet, man noch nicht konkret über Verträge gesprochen habe, aber dies vielleicht noch irgendwann tue, wenn man Ingolstadt vorher darüber informiert hat. Oder so.

Sonstige Kandidatenprofile kann man sich höchstens diffus zusammenreimen. Trainer, die noch Vertrag haben, mit denen man aber keinesfalls schon Vertragsgespräche geführt hat oder Trainer, die keinen Vertrag für die kommende Saison haben, mit denen man vielleicht auch schon Vertragsgespräche geführt hat, die aber erst abwarten wollen, ob RB nächste Saison Bundesliga spielt. Dazu ein deutsch Muttersprachler. Erstelle sich selbst jeder seine Shortlist und wer da rein passt.

14.43

Das soll es dann aber von hier gewesen sein. Bloß gut kann man sich morgen ein Fußballspiel angucken und dreht sich nicht im Trainerthemenkreis, in dem eh niemand klare Ansagen macht, sondern sich alles in diffusen Spielchen und in Stellung bringen vertut und am Ende eh wieder alle am selben Tisch sitzen und ihr Geschäft miteinander machen.

14.44

Sei es drum, viel Spaß morgen mit dem fußballerischen Start ins Wochenende. Macht das beste draus.

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2 Gedanken zu „Spiel der Gegensätze“

  1. Da schreibst Du so eine gute Vorschau, begibst Dich zur PK, erwartest etwas zum Spiel und dann bekommst Du Popkornkino.
    Rein aus Interesse: Wieviel Personen sind denn da immer vor Ort? Print, TV etc.
    Und waren es heute wegen dem #Trainergate mehr?

    Zum Spoocht:
    Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit für ein Einsatz bei Poulsen und Klostermann? (Wenn man live dabei, bekommt man ja etwas mehr mit)

    1. Wenn man die Leute vom Verein abzieht normal irgendwas um die 10, 15 Journalisten. Gestern waren es ein paar mehr, aber nicht extrem.

      Poulsen, Klostermann kann ich nicht einschätzen. Zuletzt hat Rangnick solche Spieler ja gern mal draußen gelassen. Müsste ich tippen, würde ich sagen, sie spielen. Auch weil bis zum nächsten Spiel dann zehn Tage sind.

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