Kampf gegen die ausgeglichene Bilanz

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig gegen den 1.FC Heidenheim (02.03.2016, 17.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick und Marvin Compper.]

Zweiter Teil der letzten englischen Woche der Saison, die sich im Freitag-Mittwoch-Montag-Rhythmus nicht wirklich wie eine englische Woche anfühlt. Denn drei Spiele in elf Tagen sind auch nicht wirklich mehr als drei Spiele in zwölf Tagen, die man haben würde, wenn man an normalen Spieltagen Montag-Samstag-Freitag spielt.

Der 1.FC Heidenheim kommt bereits zum dritten Mal nach Leipzig. Gibt nicht so viele Clubs, gegen die RB Leipzig schon sechs Spiele bestritten hat. Jenseits der Grenzen des NOFV gibt es mit Holstein Kiel gar nur einen Verein, der schon so oft mit Leipzig  die fußballerischen Klingen kreuzte.

Gegen keinen Club, gegen den man so oft antreten musste, hat RB Leipzig keine positive oder gar negative Bilanz. Gegen Heidenheim liegt man aktuell bei einem Sieg, drei Unentschieden und einer Niederlage, also bei einer ausgeglichenen Bilanz. Der bisher einzige RB-Sieg resultiert aus dem ersten Pflichtspiel zwischen beiden Teams im Oktober 2013, als ein Joshua Kimmich sein Startelfdebüt für RB Leipzig feierte. Heidenheim verlor also die letzten vier direkten Duelle nicht mehr (auch wenn man im Hinspiel sehr nah dran war) und könnte damit auch nach sechs Begegnungen eine positive oder ausgeglichene Bilanz gegen RB Leipzig vorweisen. Wenn man denn punktet.

Skurrilerweise wird auch das dritte Duell zwischen den beiden Teams in Leipzig unter der Woche ausgetragen. Nach einem MDR-Livespiel an einem Mittwoch Abend um 20.15 Uhr in der dritten Liga im März 2014, machte Sport1 daraus reichlich sechs Monate später das Montagsspiel. Nun also mitten in der englischen Woche Anstoß an einem Mittwoch um 17.30 Uhr. Eine Uhrzeit, die wohl wieder nicht mehr als die 50 Gästefans (mit Boykott) letzte Saison oder 200 Gästefans (ohne Bokott) vorletzte Saison mit sich bringen wird.

Wie auch immer dem sei. Nach zwei Heimunentschieden in Folge gegen Heidenheim werden die RasenBallsportler den ersten Heimsieg gegen den 2014er Mitaufsteiger erringen wollen. Nach einem Wochenende, an dem die ersten fünf in der Tabelle der zweiten Liga mit Siegen im Gleichschritt unterwegs waren und vor dem Topspiel in Freiburg kann man der Partie gegen Heidenheim durchaus einige Bedeutung zumessen. Mit drei Punkten fährt es sich sicherlich wesentlich entspannter in den Breisgau als ohne Punkte und Druck von den Verfolgern.

Mit dem 1.FC Heidenheim kommt ein (im besten Tabellensinne) prototypisches Zweitligadurchschnittsteam nach Leipzig. Eines, das einige Probleme hat, selbst das Spiel zu machen, aber sehr gut darin ist, viel zu arbeiten, gegen jeden Gegner unbequem zu sein und gegen fast jeden an einem guten Tag gewinnen zu können. Erst zweimal verlor Heidenheim diese Saison ein Spiel mit mehr als zwei Toren. Auswärts verlor man noch gar nicht mit mehr als einem Tor und ist dort seit fünf Spielen ungeschlagen.

Siebter der zweiten Liga ist Heidenheim im Moment und auch im zweiten Jahr nach dem Aufstieg hat man mit dem Abstieg gar nichts zu tun. Wie in der vergangenen Saison ist man auf Kurs, irgendwas im hohen 40er-Bereich an Punkten zu holen und von Aufstieg und Abstieg gleichermaßen weit entfernt zu sein. Gut etabliert würde man es wohl nennen. Ein Zwischenstand, den man beim Aufstieg 2014 wohl sofort unterzeichnet hätte. Ein Zwischenstand, der aber perspektivisch auch zu Begehrlichkeiten Richtung erste Liga führen könnte.

Die große Stärke des 1.FC Heidenheim besteht vermutlich darin, dass man gegen Teams, die das Spiel machen, unheimlich gut darin ist, Tempo und Rhythmus des Gegners zu stören und nicht in einfache Tore zu laufen. Bedeutet, nicht nur immer viele Spieler hinter dem Ball zu haben, sondern auch im Aufbauspiel kein Risiko einzugehen. Sodass man sich den Ball auch gern mal hinten zwischen Innenverteidigern, zurückfallendem Sechser und Torwart unter gelegentlicher Einbeziehung der Außenverteidiger gemächlich hin- und herspielt, bis man glaubt, einen sicheren Passweg entdeckt zu haben oder einfach den langen Ball spielt und dann schaut, dass man vorn den zweiten Ball holt und Druck auf den Gegner macht. So nimmt man den Rhythmus aus dem Spiel der Gegner und bringt das Spiel auf ein Tempo- und Sicherheitslevel, auf dem es einfacher ist, Punkte zu holen.

Die Lebensversicherungen sind in dieser Heidenheim-Saison weiterhin Marc Schnatterer, der aber bei weitem nicht so eine große Dominanz hat wie noch in der vergangenen Spielzeit und oft durch Lamentieren und übergroße Theatralik bei Zusammenstößen mit Gegenspielern oder Fouls auffällt, sowie Robert Leipertz, der ein wenig die Lücke ausfüllt, die ein Florian Niederlechner hinterlassen und bereits neun Tore erzielt und acht vorbereitet hat.

Die Rolle von Leipertz, der allein in vier Spielen 2016 auf sechs Scorerpunkte kommt, ist gar nicht hoch genug zu schätzen. Egal ob er vom Flügel kommt oder aus der Mitte, seine Wege in die Spitze sind immer gefährlich und eine absolut notwendige Ergänzung zum Spiel der Angreifer, die in Heidenheim nie klassische Angreifer im Sinne von Vollendern in der Mitte sind.

Weswegen die Verpflichtung von Daniel Frahn im Sommer schon leicht verwundern durfte, denn mit dem physisch starken, wuseligen Alleinunterhalter Niederlechner, der sich letzte Saison selbst Chancen erarbeitete und vollendete, aber auch Tore auflegte, hat Frahn nun wirklich fast überhaupt nichts gemein. Dass die Sache zwischen Frahn und Heidenheim (und auch zwischen Heidinger und Heidenheim) so krachend scheiterte, wie sie es tat und Frahn nach nur einer Torbeteiligung (der Elfmeter gegen RB) in zehn Spielen (sechs von Beginn an, eins über 90 Minuten) schon wieder nach Chemnitz weiterzog, überraschte dann aber doch.

Sowieso hatte Heidenheim in der Winterpause beschlossen, dass man ein Stürmerproblem hat und neben Frahn (Chemnitz) auch Voglsammer (Bielefeld), Grimaldi (Münster) und Schröter (vorzeitig zurück zum Verleihclub Schalke) weggeschickt. Mit Smail Morabit, der zuletzt ausfiel und gegen RB wieder zum Thema werden dürfte, behielt man nur einen Stürmer, mit dem man vollauf zufrieden war. Im Gegensatz zu den anderen Stürmern bezeichnenderweise ein quirliger, spielender Stürmer.

Wenn man in der Winterpause gleich vier Stürmer abgibt, dann muss man natürlich auch neue holen. Bard Finne war neben Havard Nielsen (von Salzburg nach Freiburg) so etwas wie der Königstransfer der zweiten Liga, für den Heidenheim vergleichsweise viel Geld gen Köln überwies. Getroffen hat er (muss man erwähnen, dass er eher spielender Stürmer ist?) bisher allerdings noch nicht. Sogar gespielt hat er nicht immer von Beginn an.

Neben Finne lieh sich Heidenheim noch den in Leipzig bekannten Ex-RBLer Denis Thomalla aus, der im Sommer 2014 nach dem Aufstieg in die zweite Liga von RB nach Österreich verliehen wurde, letzten Sommer in die erste Liga nach Polen ging und nun von dort zumindest vorübergehend nach Heidenheim wechselte. Als Torjäger fiel er in Leipzig nie auf, in Heidenheim traf er bisher in fünf Spielen (viermal über 90 Minuten) immerhin schon einmal. Denis Thomalla ist ein technisch ganz guter Stürmer, der seine Stärken irgendwo zwischen Sturm und Zehn hat, also (oh Überraschung) nicht der klassische Vollstrecker, sondern eher der spielende Stürmertyp ist.

Der Verschleiß an Stürmern begründet sich natürlich auch Stückweit durch das Heidenheimer Spielsystem. Über das Spiel mit dem Ball die Stürmer zu füttern, ist nicht unbedingt die Blaupause, nach der Spiele funktionieren. Vielmehr erfüllen Stürmer viele Aufgaben im Spiel gegen den Ball, sollen die Gegenspieler beschäftigen und Lücken reißen, in die Spieler wie Leipertz oder Schnatterer dann immer wieder stoßen können. Oder wie man es im Spiel gegen Bielefeld gestern sah: Thomalla stört den Linksverteidiger, der deswegen einen unsauberen Pass spielt, den sich Leipertz holt, der auf Schnatterer durchsteckt, der dann vollendet. Zusätzlich dazu wird es dann gern gesehen, wenn der Stürmer sich wie Niederlechner oder Morabit noch eigene Chancen kreiert und im besten Fall versenkt.

Gespielt wird in Heidenheim im 4-4-2 oder im 4-2-3-1 eine sehr intensive Spielart des Fußballs. Interessant in dem Zusammenhang die Statistik, dass Heidenheim zwar ein Zweitligateam mit nur durchschnittlicher Gesamtlaufleistung ist, man aber pro Spieler pro Spiel die meisten Sprints und die größte Sprintstrecke der Liga absolviert. Sprich, aus einem recht stabilen System heraus wird der Gegner immer wieder im Höchsttempo attackiert und bei Ballgewinn umgeschalten. Das führt dazu, dass die gegnerischen Mannschaften bei Ballbesitz den Gegenspieler immer gleich an den Hacken haben, sobald sie den Ball bekommen. Insbesondere sobald man sich über die Mittellinie in die Heidenheimer Hälfte bewegt hat. Das macht es am Ende so unangenehm gegen Heidenheim zu spielen.

Das heißt natürlich nicht, dass der Verein in der Rückwärtsbewegung ohne Fehler wäre. 25 Gegentore in 23 Spielen sind ok, aber auch nicht überragend bombensicher. Wenn man den Ball irgendwo zwischen Innenverteidiger und Sechser platziert bekommt, dann kann man das Verteidigungskonstrukt mit Tempo schon ordentlich durcheinanderwirbeln. Das ist alles sehr solide konstruiert im Abwehrverbund, aber auch kein Hexenwerk.

Dass nur Freiburg und Leipzig weniger Schüsse auf das Tor zugelassen haben als Heidenheim sagt aber auch relativ deutlich aus, dass es keine einfachen Wege gibt, gegen Heidenheim zum Torabschluss zu kommen. Zwar gibt es nur sechs Teams, gegen die öfter Torschüsse abgegeben wurden, aber auf das Heidenheimer Tor gehen davon nur 27%. Bestwert in Liga 2. Dahinter noch einen Keeper, der im Ligavergleich mindestens solide ist und schon passt es in fast allen Spielen defensiv ganz gut. Nur zweimal kassierte man mehr als zwei Gegentreffer. Beide Male gegen Nürnberg.

Interessanterweise treffen nicht nur die Gegner mit ihren vielen Versuchen nicht sonderlich oft den Heidenheimer Kasten, auch andersherum ist das Verhältnis eher schlecht. Nicht nur, dass Heidenheim im Ligavergleich sehr selten Torschüsse abgibt (nur Sandhausen und Frankfurt schießen seltener), nur 29% der Schüsse gehen auch auf das Tor des gegnerischen Torhüters (nur Karlsruhe und Duisburg mit schlechteren Prozentwerten). Pro Spiel nur 3,5 Schüsse, bei denen der gegnerische Torhüter überhaupt in die Verlegenheit kommt einzugreifen, das ist entsprechend der zweitschlechteste Wert der Liga (Leipzig als Spitzenreiter in dieser Kategorie schießt pro Spiel 5,7mal so, dass der gegnerische Keeper auch handeln muss).

In Leipzig wird Heidenheim an der grundsätzlichen Spielidee mit wenig Ballbesitz (im Schnitt der zweitwenigste der Liga) und wenn dann sicherem Ballbesitz, intensivem Bearbeiten des Gegners und versuchtem, schnellen Spiel, wenn man mal im vorderen Spieldrittel ist oder dort den Ball gewinnt (eine Spielweise, die auch zwangsläufig zur zweitschwächsten Passquote der Liga führt), nicht viel ändern. Vielleicht werden die offensiven Außenbahnen noch intensiver nach hinten mitarbeiten müssen, aber sonst ist mit größeren Überraschungen nicht zu rechnen.

Wobei Frank Schmidt in seiner neunten Spielzeit als Heidenheim-Coach in Leipzig nicht auf den gelbgesperrten Sechser Sebastian Griesbeck zurückgreifen kann. Norman Theuerkauf wäre eigentlich die naheliegende Variante den wohl defensivstärksten Heidenheimer Mittelfeldspieler zu ersetzen.

Auf Seiten von RB Leipzig ist ausfalltechnisch noch nichts bekannt. Stefan Ilsanker sollte gegen Heidenheim wieder final fit sein, sodass nur Boyd als Langzeitverletzter und Coltorti fehlen würden. Nach dem eher überschaubar guten Spiel in Paderborn und angesichts der Belastungen der englischen Woche wäre die Frage, ob man trainerseits trotzdem Änderungen am Kader vornimmt oder alles so laufen lässt wie es ist und nur Ilsanker für Khedira zurück ins Spiel bringt.

Angesichts der Tatsache, dass mit Forsberg, Ilsanker, Demme, Poulsen und Sabitzer gleich ein wichtiges Quartett vor der zehnten bzw. fünften gelben Karte steht und es am nächsten Spieltag nach Freiburg geht, ist zusätzlich auch aus diesem Grund zumindest ein Nachdenken über Veränderungen möglich. Davie Selke, Massimo Bruno oder Nils Quaschner scharren im Offensivbereich mit den Füßen.

Mögliche Aufstellungen:

  • RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Orban, Compper, Halstenberg – Ilsanker, Demme – Kaiser, Sabitzer (Quaschner), Forsberg – Poulsen (Selke)
  • 1.FC Heidenheim: Zimmermann – Philp (Strauß), Wittek, Kraus, Feick – Leipertz, Titsch-Rivero, Theuerkauf, Schnatterer – Thomalla (Morabit, Halloran), Finne (Morabit, Halloran)

Egal wie es personell aussieht, RB Leipzig wird gegen Heidenheim bessere spielerische Lösungen brauchen, als man sie gegen Paderborn präsentierte, wo es im Kern reichte, vor allem Forsberg aus dem Spiel zu nehmen (14% Zweikampfquote), um den Spielfluss fast komplett zu zerstören. In einem klassischen Spiel mit viel Ballbesitz wird RB Leipzig geduldig und trotzdem mit Geschwindigkeit spielen, gleichzeitig in der Rückwärtsbewegung gut arbeiten und auch Heidenheimer Standards in Strafraumnähe (egal ob Schussdistanz für Schnatterer oder Flanken auf die kopfballstarken Spieler) besser vermeiden oder zumindest konzentriert verteidigen müssen.

Fazit: Einfach gab es zwischen Leipzig und Heidenheim bisher in fünf Anläufen noch nie. Auch Teil sechs der Aufeinandertreffen könnte wieder ein enges Duell werden, auch wenn die Wege beider Clubs immer deutlicher auseinandergehen. Zumindest steht die bisherige Saison dafür und die Tatsache, dass Heidenheim 2016 noch nicht verloren hat. RB Leipzig ist allerdings natürlich Favorit und verfügt auch über die Möglichkeiten, die Heidenheimer Formation zu bespielen. Mit mindestens sechs Punkten Vorsprung ins Spitzenspiel in Freiburg zu gehen, sollte zudem als Motivation reichen, um das Potenzial auch in tatsächliche Leistung umzusetzen.

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[Wer das Spiel von RB Leipzig gegem den 1.FC Heidenheim nicht vor Ort verfolgen kann und am 02.03.2016, ab 17.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live natürlich bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. 1.FC Heidenheim

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig beim 1.FC Heidenheim. Mit Ralf Rangnick und Marvin Compper.

14.11

Weiter geht es im Text der englischen Woche. Heidenheim ist mal wieder zu Gast. Aktuell das Team, mit dem RB Leipzig in der jüngeren Historie am engsten verbandelt ist, weil das einzige mit dem man drei Spielzeiten am Stück zusammen in derselben Liga verbracht hat.

14.14

Im Gegensatz zur ersten Spielzeit, als man sportlich auf Augenhöhe um den Drittligatitel kämpfte, gibt es aktuell nicht mehr eine größere sportliche Rivalität. Abgesehen von Fußballmörder- und Dollarscheinenscharmützeln gäbe es auch keinen Anlass dafür. Zu unterschiedlich sind die Entwicklungen und Zielstellungen beider Vereine.

14.18

Heidenheim wird wie gewohnt als unangenehm zu bespielender Gegner anreisen, der keinen Meter herschenkt und offensiv über zwei, drei Waffen verfügt, die weh tun können. Man spielt auch im zweiten Zweitligajahr eine prima Saison und macht viel aus den eigenen Möglichkeiten. Der Kader ist inzwischen auch in der Tiefe noch mal wesentlich besser besetzt als noch letzte Saison. Wobei der Kern des Teams weiterhin aus Spielern aus der dritten Liga und der letztjährigen zweiten Liga besteht. Zuvorderst fällt da natürlich ein Marc Schnatterer ins Auge, der das Spiel der Heidenheimer auch diese Saison nicht unwesentlich prägt, auch wenn ihm die Gegner noch stärker ihre Aufmerksamkeit widmen. Ganz ausschalten lässt sich seine Schuss- und Vorbereitungsstärke aber nicht.

14.19

Erwartet werden zum Spiel der letztjährigen Aufsteiger irgendwas ab 20.000 Zuschauer auswärts und vermutlich unter 100 Heidenheim-Anhänger. Der eher schwierige Spieltermin am Mittwoch um 17.30 Uhr spielt da sicherlich keine unwesentliche Rolle. Nur auswärts wäre es um diese Uhrzeit noch unhübscher.

14.21

Gleich dann also die Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Heidenheim, zu der ich mich suboptimalerweise per Fahrrad durch das Schneetreiben gekämpft habe. Vielleicht ja ohne Effenberg-Thema. Versichert wurde hier zumindest gerade, dass neben Ralf Rangnick diesmal tatsächlich Marvin Compper kommt, der letztes Mal noch angekündigt war, aber vom vertragsverlängerten Emil Forsberg ersetzt wurde. Na mal sehen.

14.29

Nürnberg und Bochum legen im Kampf um den Aufstieg morgen in Sandhausen und Düsseldorf bereits vor. Freiburg zieht parallel zu RB in Bielefeld nach. St. Pauli und Braunschweig beschließen am Donnerstag Abend das Programm der verbliebenen Anwärter.

14.33

Marvin Compper: „Fühlt sich schön an, schon zweimal getroffen zu haben 2016. Freue mich der Mannschaft helfen zu können. Auch neben dem Verteidigen.“

„Haben uns in der Vorbereitung noch mal mehr auf das Einstudieren von Laufwegen bei Standards konzentriert. Ist kein Selbstläufer. Dürfen wir uns nicht drauf ausruhen.“

„Sind gefestigt genug, dass uns nichts mehr komplett aus der Bahn wirft. Müssen aber trotzdem unsere Punkte holen. Sehr gute Gegner.“ Lobt Heidenheim und deren Verteidigen und schnelles Angreifen.

„Solange rechnerisch noch alles möglich ist, müssen wir hellwach sein und den Deckel draufmachen wollen. Am besten so schnell wie möglich.“

14.36

Compper: „Wichtig, dass wir in Paderborn mit Glück und Gulacsi gewonnen haben. Kann nicht immer alles reibungslos laufen. Fußball ist schließlich ein Spiel mit zwei Mannschaften. Paderborn hat es über die gesamte Spielzeit gut hinbekommen. Wir haben gezeigt, dass wir Standards als Waffe haben, auf die wir setzen können.“

„Paderborn war ein schweres Spiel. Wir Innenverteidiger hatten den meisten Platz, aber wenig Anspielstationen. Haben in der Analyse aber auch gesehen, dass es Räume gab, die wir nicht bespielt haben. Wird nicht der letzte Gegner sein, der es uns so schwer macht. Trainer werden uns weiter gut vorbereiten.“

14.40

Compper: „Teamspirit ist größer, wenn man gewinnt. Was uns vereint, ist Gier auf Erfolg und uns in Richtung Aufstieg zu bewegen. Ein gemeinsames Ziel zu haben, verstärkt noch mal das Teamgefühl.“

„Bin immer schon ein Spieler gewesen, der sich nie zufrieden gegeben hat. Ist auch immer noch so. Habe Luft nach oben und kann mich in vielen Bereich verbessern. Bin in guter Verfassung, aber das Ziel bleibt immer, 100% Zweikämpfe zu gewinnen. Hoffe, dass ich mich bis zum letzten Tag meiner Karriere nicht zufrieden geben werde, mit dem wie ich spiele.“

„Seit ich im aktiven Bereich bin, dürften fünf oder sechs Tore in einer Saison das höchste gewesen sein. Hoffe, dass ich noch Tore besteuern kann in dieser Saison. Ist aber zweitrangig.“ Punkte sind wichtiger.

14.41

Gleich dann Ralf Rangnick zu all about Effenberg, äh Heidenheim.

14.47

Ralf Rangnick: „Heute zum ersten Mal trainiert nach Paderborn.“ Mit Ausnahme von Coltorti, Boyd und Janelt alle dabei. Compper (Bauchmuskulatur) und Sabitzer (Schläge aus dem Paderborn-Spiel) aber im individuellen Training. „Eher Vorsichtsmaßnahme. Mal sehen, wie das bis morgen aussieht.“ Morgen nach dem Training werde man entscheiden, wer spielen kann. Möglich, dass es Wechsel im Team gibt, wenn Spieler nicht ganz frisch oder leicht angeschlagen sind.

„Wenn Compper immer noch was spürt morgen, spielt natürlich Nukan.“ Geht aber nur darum, ob jemand nicht spielen kann und nicht darum, Spieler partout spielen zu lassen.

Die drohenden Gelbsperren werden keine Rolle spielen bei der Aufstellung für das Heidenheim-Spiel. Wenn dann jemand in Freiburg gesperrt ausfällt, ist das eben so.

14.52

Rangnick: „Haben von Anfang an gesagt, dass es bei Coltorti vier Wochen dauert.“ Frühestens gegen 1860 ein Thema (also in knapp zwei Wochen). Heilungsprozess auf gutem Weg.

„Dass Heidenheim eher defensiv spielen wird, davon ist auszugehen.“ Erklärt noch mal, wie es zu den Manndeckungsäußerungen nach dem Paderbornspiel kam und dass es zwar „ungewöhnlich“ gewesen sei, aber absolut „legitim“ so zu spielen. „Deswegen kam Emil zu mir.“ (um zu fragen, was er machen soll, da hänge ihm immer einer an den Hacken) „Wir müssen auf alles Antworten finden. Heidenheim wird auch eher abwartend spielen. Auch da gilt es Lösungen zu finden.“ Mit dem „Nachdruck“ von Union und Braunschweig auftreten.

„Haben gegen Paderborn nicht die richtigen Antworten gefunden. Muss man auch kritisch anmerken. Erst in der letzten haben Stunde Lücken herausgelaufen. Auch nicht so viele Balleroberungen gehabt. Bei eigenem Ballbesitz erst am Ende verstanden, Gegner herauszuziehen und in die Mitte zu starten. Dann haben wir es zwar immer noch nicht gut, aber ordentlich gemacht.“

14.57

Rangnick: Ilsanker wird am Mittwoch voll bereit sein.

Wisse nicht, ob künftige Gegner noch mal so auftreten werden wie Paderborn. Man habe es per Video aufgearbeitet und gezeigt, was es für Möglichkeiten gegeben hätte, das zu bespielen. Man gehe erst mal davon aus, dass künftige Gegner so spielen wie in den jeweiligen Spielen zuvor.

Zu Thomalla: „Technisch exzellent. Hat Nase für Spielsituationen. Wünsche ihm, dass er mal länger bei einem Verein bleiben kann. Wäre für ihn wichtig. Habe ihn sehr jung nach Hoffenheim geholt und wünsche ihm, dass er regelmäßig spielen und treffen (nicht gegen uns) kann.“

„Wüsste nicht, warum ich noch mal mit Effenberg telefonieren sollte. Gibt keine persönlichen Ressentiments.“ Rangnick habe seins gesagt, Effenberg hat darauf auf der Basis der Medienzitate geantwortet. Und das war es dann auch an „Rascheln im Blätterwald“.

Heidenheim erwartet Rangnick so wie zuletzt. „Sehr kompakt, körperlich ausgerichtet. Vorn einige Qualität mit Schnatterer und Leipertz. Dazu Thomalla. Trainer ist seit acht Jahren dort und verkörpert den Verein. Verein steht für Nachhaltigkeit. Vieles von dem, was in Heidenheim entstanden ist, hat mit Schmidt und Sanwald (Geschäftsführer) zu tun.“

14.59

Das war es schon von hier. Rangnick erklärt noch mal seine Äußerungen zum Paderborner Spielstil („ungewöhnlich, aber legitim“), ohne dass in den Äußerungen größeres Feuer oder Potenzial zum Aufflammen der Debatte steckt. Betont auch, dass man selbst Lösungen finden müsse, um solche Aufgaben zu lösen.

15.02

Vor Heidenheim hat man durchaus Respekt, aber auch keine Angst. Es läuft halt auf das klassische Spiel, gegen einen abwartenden Gegner Lösungen zu finden und defensiv konzentriert zu bleiben, hinaus. Hat gegen Braunschweig und Union gut funktioniert. Mal sehen wie das gegen Heidenheim aussieht. Eine Dreier-/Fünferkette bringt Heidenheim im Gegensatz zu den anderen beiden schon mal nicht mit. Personelle Änderungen scheinen eine Option zu sein. Mal sehen, was das dann am Ende aufstellungstechnisch bedeutet.

15.03

Lasst euch die Tage bis zum Mittwochabend nicht zu lang werden. Bis dahin.

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5 Gedanken zu „Kampf gegen die ausgeglichene Bilanz“

  1. Forsberg steht momentan bei drei Gelben, dürfte also nur eine Sperre für Freiburg bekommen, wenn er sich beide gelben in einem Spiel abholt. Demme, Poulsen und Sabitzer haben vier, Ilsanker (wenn er spielen darf und kann) hat derzeit neun gelbe Karten. Das sind die Gefährdeten.

    1. Stimmt. Danke. Hatte mich von der transfermarkt-Gesamtstatistik irritieren lassen. Da steht Forsberg mit Pokal bei vier Karten. Wobei auch das Quatsch ist, da die eine gelbe Karte aus dem Osnabrück-Spiel stammt und das ja nicht gewertet wurde.

  2. Also diesmal hat der Live-Ticker bestens funktioniert und selbst ich habe es verstanden, die Pfeile zu drücken. 😉

    Die künftigen Gelbsperren sollten in der Tat kein Argument in der Aufstellung sein. Wichtiger wäre einfach mal auf bestimmten Positionen zu rotieren, um einigen eine kreative Pause zu gönnen. Guter Ersatz ist ja auf der Bank, wie Bruno oder Selke.

    Für Marvin freut es mich sehr. 2 Tore+1 Vorlage, besser geht es nicht für einen IV. Da muss Nukan sich noch gedulden müssen.

    Wenn wir mal 1. Liga spielen sollten, dann wird sich RR noch wundern, wer alles so wie Paderborn spielt (siehe letzte Spieltag)

  3. Ich werde mit dem Rotationsgedanken, der hier und da geäußert wird, nicht so richtig warm. Die Bayern und der BVB können sich das leisten, aber wir sind noch längst nicht so weit. Punktuell Selke für Poulsen ODER Bruno für Sabitzer zu bringen, wäre für mich in Ordnung. Aber 2 oder mehr Wechsel könnten schon zu viel sein.

    1. Klar, der Erstligaauftritt liegt nah, aber mit insgesamt vier Spielen gegen die Bayern und den BVB wird RBL nicht automatisch zur Fahrstuhlmannschaft. Oder ist da im Kopf schon die Champions League gebucht? RBL wird sowieso wieder „aufrüsten“, es gibt 2x im Jahr ein Transferfenster… und selbst wenn der Fahrstuhl überraschend runter wollte, wäre das nicht aufregend (Fanfrage)?

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