Erstligaabsteiger im Kampf gegen den freien Fall

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig beim SC Paderborn (26.02.2016, 18.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick und Emil Forsberg.]

Spieltag Nummer 23 bringt für RB Leipzig mal was Neues. Nämlich eine Auswärtsfahrt zum SC Paderborn. Erstmals in der jungen Vereinshistorie darf man den Erstligaabsteiger besuchen, nachdem man in der Vergangenheit schon zweimal zu Hause auf den SCP getroffen war.

Wenn der Tabellenführer zum stark abstiegsgefährdeten 16. der zweiten Liga fährt, dann sind die Rollen natürlich klar verteilt. Zumal der letzte Heimsieg Paderborns von Mitte Oktober stammt und der letzte Sieg überhaupt nur eine Woche später errungen wurde.

Diese beiden Siege stammen noch aus der ganz frühen Phase des Neu-Trainers Stefan Effenberg, der nach seiner Ankunft nicht nur im Umfeld Euphorie entfachte, sondern in der Mannschaft auch die Fesseln löste. Über die Rückkehr in die Bundesliga wurde in Paderborn gesprochen, wenn schon nicht diese Saison, dann wenigstens nächste.

Doch es folgten zehn sieglose Spiele (bei fünf Unentschieden) und der Absturz in den absoluten Tabellenkeller, wo der direkte Durchmarsch in die dritte Liga droht. Sieht man es nüchtern, dann hat Effenberg in 12 Spielen 0,9 Punkte im Schnitt geholt, während Vorgänger Markus Gellhaus in zehn Spielen bei 0,7 Punkten stand. Die Verbesserung unter Effenberg liegt vermutlich nicht ganz in dem Rahmen, den man sich in Paderborn erwünscht hat. Zumal die letzten zehn Spiele gerade mal 0,5 Punkte im Schnitt einbrachten.

Effenbergs Trainerkarriere in Paderborn ist vergleichsweise kurz, hat allerdings schon so manches gesehen. Was u.a. an der leicht speziellen Situation liegt, dass Präsident und Hauptgeldgeber Wilfried Finke eine sehr starke Rolle im Verein hat und im Fall der Fälle seine Ansichten auch durchzudrücken weiß.

So geht man immer noch davon aus, dass Effenberg nicht ganz freiwillig die Suspendierungen von Daniel Brückner, Mahir Saglik und Srdjan Lakic im Dezember mitgetragen hat. Einen Spieltag vor der Winterpause nach einem 0:4 in Bochum ein Exempel an drei älteren Profis zu statuieren, wirkte so hilflos wie die Antworten der Beteiligten auf die Fragen nach dem Warum, auf die die betroffenen Spieler keine Antworten wussten.

Letztlich wollte man mit der Maßnahme den Kader ein wenig umbauen und zukunftsfähiger machen. Warum man dafür die drei an den Pranger stellen musste und nicht einfach die eine Woche bis zur Winterpause warten konnte, erschließt sich von außen bis heute nicht.

Schon eher erschlossen hat sich, dass man sich von Nick Proschwitz getrennt hat, nachdem der im Trainingslager meinte, sich öffentlich entblößen zu müssen. Leichter Testosteronüberschuss am Ende der Trainingstage könnte man freundlich formulieren. Die Audienzen bei Finke liefen wohl weniger freundlich und wohlwollend. Denn eine Zukunft für Proschwitz, bis dahin immerhin bester Torschütze im Team, gab es in Paderborn nicht mehr.

Das letzte Kapitel schrieben dann Finke und Effenberg im Zusammenspiel direkt. Vor Beginn der Rückrunde sprach Finke noch davon, dass man über einen „Reiterwechsel“ nachdenken müsse, falls der Februar in die Hose ginge. Nach zwei Niederlagen zum Auftakt in Sandhausen und gegen Kaiserslautern bei null erzielten Toren schienen Effenbergs Tage entsprechend schon fast gezählt. Nun zuletzt die Kehrtwende. Das Ultimatum habe es nie gegeben. Effenberg bleibe auf jeden Fall bis Saisonende. So Finke. Vielleicht nicht ganz falsch, dass Effenberg seinen Präsidenten zwischenzeitlich als „mal so, mal so“-Typen charakterisiert hatte.

Das alles würde schon reichen, um einen gut funktionierenden Verein durcheinanderzubringen. Aber der SC Paderborn ist aktuell kein gut funktionierender Verein, weswegen die öffentlichkeitswirksam ausgetragenen Unstimmigkeiten nicht gerade förderlich sind beim Kampf, den zweiten Abstieg aus der zweiten Liga nach 2009 zu vermeiden.

Denn schon rein sportlich hat der Verein in dieser Saison einige Umbrüche hinter sich und ist auch unter Effenberg noch nicht bei einer konstanten Formation angekommen. Nachdem vor dem Spiel in Bielfeld auch noch Torhüter Lukas Kruse entkernt und auf die Bank gesetzt wurde, bleiben in der Effenberg-Ära genaugenommen wohl nur der erst 21jährige Vizekapitän Hauke Wahl und Marvin Bakalorz als Konstanten, die immer gesetzt waren, wenn sie zur Verfügung standen. Abgesehen davon gab es viel an Versuchen und rein und raus und wiegen und für zu leicht befinden.

Inwieweit man nun an einem Punkt angekommen ist, an dem das Team an Stabilität gewinnt und in konstanter Formation auftritt, ist noch nicht ausgemacht. Zumindest hatte man nach dem 0:4 gegen Kaiserslautern beschlossen, dass einigen Spielern der Zugang zum Abstiegskampf fehle und man entsprechend eher auf Typen und Charaktere setzen wolle, die besser zu den zu erfüllenden Aufgaben passen. Dass darunter mit dem 21jährigen Robin Krauße einer ist, der im Winter aus der vierten Liga kam und kein Jakub Sylvestr, der auch im Winter aus Nürnberg kam, überrascht ein wenig. Oder in Bezug auf Sylvestr auch wiederum nicht so sehr.

Die Reaktionen auf die Auftaktniederlagen 2016 waren sowieso ein wenig irritierend. Nach dem 0:1 in Sandhausen war man bei den Paderborner Verantwortlichen zufrieden. Stefan Effenberg hatte keine Sorgen, weil seine Mannschaft ein gutes Spiel gemacht habe. Ein Spiel, was genaugenommen schwer anzuschauen war und wenig Torabschlüsse hatte. Aber zwei, drei klare Offensivaktionen und zumindest der Versuch Fußball zu spielen, bewogen bereits zu einer positiven Sicht auf die Dinge.

Eine Sicht, die binnen einer Woche komplett kippte. Witzigerweise nach einem Spiel gegen Kaiserslautern, das nicht schlechter war als das in Sandhausen, allerdings drei Gegentore mehr einbrachte. Ein Freakspiel, bei dem Paderborn vor jedem Tor des FCK selbst eine Riesengelegenheit zum Torerfolg hatte. Doch in einer Mischung aus Tragik, Peck und Komik vergab man selbst beste Gelegenheiten und kassierte hinten unter anderem zwei Standardtreffer. 13:10 Torschüsse standen beim 0:4 am Ende zu Buche. Trotzdem wurde aus ‚alles wird gut‘ binnen 90 Minuten nackte Panik.

Eine Panik, die sich dann im Spiel in Bielelfeld eben in der Formation niederschlug. Statt mit Doppelsechs spielte man nur noch mit einem Sechser (Krauße) und im 4-1-4-1, das relativ konzentriert und organisiert hin und her verschoben wurde. Innerhalb dieses Systems übernahm die offensive Viererkette relativ flexible Rollen, sodass die Spieler dort je nach Ballverlagerung sich nach hinten fallen ließen oder nach vorn verschoben. Dabei versuchte man insbesondere auf den Außenbahnen viel zu helfen. Links spielte mit Hartherz/ Bertels sowieso ein Duo mit viel Defensivqualität und rechts half Koc immer wieder dem Rechtsverteidiger Heinloth aus und ließ sich selbst bei entsprechender Bewegung seines Gegenspielers in die Außenverteidigerposition fallen.

Das große Problem des SC Paderborn in den bisherigen Spielen 2016 ist auch nach dem insgesamt zumindest ordentlichen Bielefeld-Spiel das Herausarbeiten von Torchancen und deren Verwertung. Zehn Torabschlüsse innerhalb des Strafraums in drei Spielen, das ist sehr, sehr wenig (der Schnitt pro Spiel und Team liegt in der zweiten Liga bei 7,56) und legt nahe, dass man es nicht schafft, sich per Kombinationsspiel in Tornähe zu begeben. Entsprechend ist man auch auf Augenhöhe mit Sandhausen das viertschlechteste Team der Liga, wenn es um tornahe Abschlüsse geht. Dass dann insbesondere Sturmneuzugang Nicklas Helenius, der sich eigentlich gut bewegt und viel richtig macht, noch die wenigen hochkarätigen Abschlüsse vergab, war nur das verschimmelte Sahnehäubchen auf den Offensivbemühungen.

Zudem ist der SC Paderborn das drittschlechteste Team der Liga, wenn es um die Balance zwischen Offensive und Defensive geht. Sprich, man lässt defensiv wesentlich mehr Chancen zu als man offensiv herausarbeitet. Die Gegner gaben entsprechend pro Spiel reichlich zwei Torschüsse mehr von innerhalb des Strafraums ab als der SC Paderborn. Im Schnitt wohlgemerkt. Nur Frankfurt und Duisburg haben noch schlechtere Bilanzen.

Wofür Paderborn unter Effenberg steht, ist aktuell schwer einzuschätzen. Zu sehr scheint man noch auf der Suche nach dem eigenen Weg. In den letzten Wochen und Monaten versuchte man durchaus viel über spielerische Komponenten. Letztlich läuft es aber wohl darauf hinaus, dass der SC Paderborn stärker auf einen Defensivblock und das Umkehrspiel setzt. Mit einem Süleyman Koc hat man dafür zumindest einen schnellen, passenden Spielertypen auf der Außenbahn, auch wenn er in dieser Saison ein deutliches Stück von der Form seiner besten Tage entfernt ist. Stoppelkamp wäre noch so ein Kandidat für eine Umschaltspielrolle. Ouali auch. Beide spielten aber bisher unter Effenberg nicht durchgängig eine Rolle.

Stark ist der SC Paderborn immer dann, wenn er neben spielerischen auch läuferische Tugenden aufs Feld bekommt. Als Effenberg antrat, lief sein Team von der einen auf die andere Woche plötzlich fast zehn Kilometer mehr und konnte mit dieser Leistung dann auch die im Kader vorhandenen individuellen Qualitäten zum Erstrahlen bringen.

In Bielefeld setzte man nun mit 125 gelaufenen Kilometern eine neue SCP-Saisonbestmarke und knüpfte wieder an die frühen Effenberg-Tage an. Woraus man schließen könnte, dass die Moral in der Mannschaft und vor allem das Verhältnis zum Trainer trotz vieler sportlich enttäuschter Spieler intakt ist. Fakt ist zumindest, dass viel laufen eine gute Grundvoraussetzung für sportlichen Erfolg ist.

Fakt ist aber auch, dass Paderborn in Sachen Laufwegen, die im Sprint oder in hohen Geschwindigkeiten zurückgelegt werden, weiterhin nur ein durchschnittliches bis unterdurchschnnittliches Zweitligateam ist. Die gefressenen Kilometer sind also tatsächlich offenbar vornehmlich Systemverschiebekilometer und keine Laufwege in die offensive oder defensive Tiefe, die den Unterschied ausmachen.

Wenn man sich die grundsätzlichen Probleme des SC Paderborn verdeutlichen will, dann hilft es vielleicht, wenn man sich vor Augen führt, dass von zwölf Spielern, die im vergangenen Sommer neu verpflichtet wurden, am vergangenen Sonntag in Bielefeld nur zwei in der Startformation standen. Erwartete Leistunsträger wie Kevin Stöger, Dominik Wydra oder Oliver Kirch stehen schon lange wieder hinten an. Wenn sie es denn überhaupt in den Spieltagskader schaffen. Der Umbruch nach der Erstligasaison ging gründlich daneben, auch wenn er sich in der Theorie vom Personal her gar nicht so schlecht anhörte. Damit verbunden ist auch eine noch nicht abgeschlossene Suche nach einem neuen sportlichen Gesicht und nach einer Philosophie, für die man steht. Blöd, dass man die Suche unter Abstiegskampfbedingungen fortsetzen muss.

Auf RB Leipzig wartet eine unangenehme Aufgabe, weil der Gegner von seiner individuellen Klasse her alles mitbringt, was man als mindestens gutes Zweitligateam braucht. Ist halt bei Paderborn die Frage, was man davon jeweils am Spieltag auf den Platz bringt und wie viel Energie man in die Aufgabe steckt. Energie wird wohl gegen den Tabellenführer kein Problem sein. Bleibt dann nur noch die Frage, ob man die Energie auch in Erfolg umsetzt, man die guten Offensivansätze mit mehr Effizienz veredelt als zuletzt und man defensiv (auch bei Standards) und bei Geschwindigkeit in die Tiefe konzentriert arbeitet.

Auf Leipziger Seite wird sich wohl im Kern jene Mannschaft dem Paderborner Siegversuch entgegensetzen, die zuletzt Union Berlin souverän weggelaufen hat. Leichte Fragezeichen stehen hinter der Frage, ob Stefan Ilsanker wieder gesund ist und ob er dann auch ins Team zurückkehrt oder ob Rani Khedira weiter auf der Sechs bleiben kann. Wobei ein gesunder Ilsanker wohl auch ein spielender Ilsanker ist.

Fragen könnte man sich auch, ob erneut Halstenberg oder doch Jung hinten links anfängt. Und wenn man ganz viel Majestätsbeleidigung wagen will, dann kann man auch überlegen, ob man mal wieder mit zwei Stürmern auflaufen und Marcel Sabitzer nach fleißigen, aber glücklosen Offensivspielen eine kleine Pause gönnen will. Ob man dieses Fass wirklich öffnen will, steht auf einem anderen Blatt.

Mögliche Aufstellungen:

  • SC Paderborn: Heuer Fernandes – Heinloth (Ndjeng), Sebastian, Wahl, Hartherz – Krauße – Koc, Bakalorz, Pepic, Bertels (Stoppelkamp) – Helenius
  • RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Orban, Compper, Halstenberg (Jung) – Ilsanker (Khedira), Demme – Kaiser, Sabitzer (Selke), Forsberg – Poulsen

Nicht vergessen werden sollte, dass in Paderborn mit Niklas Hoheneder und Tim Sebastian gleich zwei ehemalige RB-Spieler unter Vertrag stehen. Tim Sebastian wurde im Winter für eine Führungsrolle in der Abwehr geholt. Ob er die ausfüllen kann, muss sich erst noch zeigen. Bisher spielt er immerhin regelmäßig, was ja sein Ziel bei dem Wechsel war. Niklas Hoheneder steht derweil hinten an. In der Hinrunde war er noch gesetzt, nun verschwindet er hinter Sebastian teilweise sogar aus dem Spieltagskader. Auch eine kleinere Verletzung in der Winterpause soll daran nicht unschuldig sein.

Wichtiger allerdings, dass Effenberg ohne Grund nicht an seinem Innenverteidigerduo aus Wunschwinterneuzugang Sebastian und Neu-Vizekapitän Wahl schrauben wird. Erstaunlich vor allem, wie schnell Hauke Wahl in eine Rolle gewachsen ist, in der er Verantwortung trägt und sich als ballsicherer, moderner Innenverteidiger präsentiert. Bzw. nicht so überraschend, wenn man sich noch an seine Einsätze für Holstein Kiel erinnert.

Fazit: Die Favoritenrolle in diesem Duell muss natürlich ganz klar bei RB Leipzig liegen. Mit jeder anderen Behauptung würde man sich angesichts der Tabellensituation unglaubwürdig machen. Trotzdem verfügt der SC Paderborn über genug individuelle Klasse, um RB Leipzig ordentlich ins Schwitzen zu bringen. Die Frage ist eher, wie gut organisiert und konzentriert man sich präsentieren kann. Steht der SCP defensiv sicher (was diese Saison nicht so oft der Fall war), verteidigt auch in die Tiefe gut und hat bei ein, zwei Gelegenheiten auch mal Glück, dann hat man auch Chancen, Punkte einzusammeln. Wenn nicht, dürfte sich wohl die aktuelle Mischung aus Teampower und individueller Stärke auf Seiten von RB Leipzig durchsetzen.

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[Wer das Spiel von RB Leipzig beim SC Paderborn nicht vor Ort verfolgen kann und am 26.02.2016, ab 18.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live natürlich bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. SC Paderborn

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig beim SC Paderborn. Mit Ralf Rangnick und Emil Forsberg.

11.13

Nächster Schritt für RB Leipzig auf dem Weg Richtung Ziel Bundesliga ist also Paderborn. Klingt im Vergleich zu den bisherigen drei Duellen im Jahr 2016 nach der leichtesten Aufgabe​. Eine Einschätzung, die aber wohl nicht der Tatsache gerecht wird, dass der SCP einiges an Kaderpotenzial in der Spitze, aber auch in der Breite mitbringt und der Verein als Abstiegskämpfer natürlich noch mal unberechenbare Energien einbringen kann.

11.16

Dass Paderborn mit diesem Team überhaupt derart fest im Tabellenkeller steckt, darf als ordentliche Überraschung durchgehen. So ist es dann aber eben, wenn am Anfang der neue Trainer (Gellhaus) nicht funktioniert und anschließend viel zu viel Unruhe im Verein ist und das Team nie ins Rollen kommte. Irgendwie scheint die Kaderplanung des Sommers nicht so richtig aufgegangen zu sein. Und ob Neuverpflichtungen im Winter wie Sylvestr den nötigen Punch für den Klassenerhalt mitbringen, ist auch nicht sicher.

11.23

Aus RB-Sicht wird es darum gehen, den Schwung aus den ersten drei Spielen und die Effizienz aus dem Union-Spiel mitzunehmen. Dummerweise tritt man diesmal nicht wie gegen Braunschweig und Union gegen eine Dreierkette an, die (zumindest wenn sie mit offensiven Außen interpretiert wird) dem Spiel der RasenBallsportler eher entgegen kommt. Gegen eine etwas massivere (wenn auch im Saisonverlauf ganz und gar nicht sichere) Paderborner Defensive könnte es sein, dass man auch einige Geduld mitbringen muss.

11.26

Paderborn ist weiterhin auf der Suche nach einer passenden Stammelf. In Bielefeld spielten nicht unbedingt die talentiertesten Spieler, aber jene, von denen man annimmt, dass sie am besten Abstiegskampf können. Ob diese Formation der Weisheit letzter Schluss ist, werden wohl erst die nächsten Spiele zeigen.

11.29

Für RB Leipzig ist es der erste Ausflug nach Paderborn. Kleines Stadion mit Zuschauern, die nah am Spielfeld sind. Wenn es für den Gastgeber läuft, kann es auch mal unangenehm werden. Andersherum kann die positive Grundstimmung auch mal brechen, wenn das Geschehen auf dem Platz nicht stimmt. Vermutlich irgendwas bis 500 RB-Fans werden sich unter die vermutlich weniger als 10.000 Zuschauer mischen.

11.30

Jetzt hier also gleich Marvin Compper und Ralf Rangnick, die beide weiter im Zufrieden-nicht-nachlässig-werden-Modus unterwegs sein dürften.

11.32

Planänderung: Emil Forsberg sitzt mit Rangnick auf dem Podium.

11.34

Rangnick: „Mit großer Freude bekanntgeben, dass wir Gespräche mit Forsberg erfolgreich beenden konnten.“ Neuer Vertrag bis 2021 statt wie bisher bis 2018.

11.35

Forsberg: „Bin sehr glücklich. Ich mag Leipzig und das Team. Da gab es nicht viel zum drübernachdenken.“

11.37

Forsberg: „Club will der beste werden. Ich will auch der beste werden. Jeder will hier immer besser werden. Deswegen ist es der beste Platz, wo ich sein kann. Es war nichts anderes in meinem Kopf.“ Umgeht die Frage danach, ob er im Winter konkrete Angebote gehabt habe dadurch, dass er sagt, dass andere Angebote für ihn nicht relevant gewesen wären.

Rangnick: Keine Ausstiegsklausel im Vertrag von Forsberg. Auch nicht im Fall eines verpassten Aufstiegs in diesem Sommer.

11.41

Rangnick: Zum ersten Mal während des Trainingslagers mit den Beratern über eine Vertragsverlängerung gesprochen. Aber erst danach konkret geworden, als auch Forsberg keine Einwände hatte. „In den letzten drei, vier Tagen zu einem Ergebnis gekommen.“

Kleine Witzeleien über Forsbergs Verdienst. Natürlich keine direkte Aussage von Rangnick, in welche Richtung es geht. Verweist noch mal darauf, dass man immer das Gehaltsgefüge im Blick habe. Kingt aber auch durch, dass Forsberg die Vertragsverlängerung gut versüßt wurde.

Alle Gespräche und Verhandlungen „harmonisch“.

Forsberg denkt nicht darüber nach, wer nächste Saison Trainer bei RB Leipzig sein wird. Er findet Rangnick gut und was danach kommt, ist jetzt noch egal.​

11.46

Forsberg: Lobt noch mal die Bedingungen bei RB Leipzig und dass es der beste Platz für einen Fußballer ist. Weswegen die Entscheidung für eine Vertragsverlängerung nicht schwer war.

Rangnick: „Wollen versuchen, die Spieler die immer spielen, länger als ein oder zwei Jahre an uns zu binden. Wenn es da noch jemanden gibt, werden wir uns sicher auch bald mit ihm zusammensetzen.“ Nennt Sabitzer als Beispiel, der bisher auch ’nur‘ Vertrag bis 2018 hat.

Rangnick: Konkrete Angebote für Forsberg seien im Winter nicht reingekommen. Die Gerüchte seien aber auch ein Anlass gewesen, die Vertragsverlängerung anzugehen.

11.49

Rangnick: Kaderplanung für nächste Saison laufe „im Hintergrund“. Gibt Spieler, die wir uns „in zweiter und erster Liga vorstellen können“. Man schaue und scoute. Endgültig kann man sich aber erst entscheiden, wenn die Ligenzugehörigkeit für kommende Saison klar ist. „Gilt unter Umständen auch für den neuen Trainer.“ Sobald man wisse, wo man spiele, geht Rangnick davon aus, dass man dann „zeitnah“ einen neuen Coach präsentiere.

Rangnick rechnet nicht, wann der Aufstieg perfekt sein könnte, sondern guckt nur aufs nächste Training und aufs nächste Spiel.

11.55

Rangnick: Bei Stefan Ilsanker sieht es gut aus. Heute soll er wieder ins Mannschaftstraining zurückkehren. Morgen entscheide sich dann, ob es für Kader oder gar Startelf reicht. Vitaly Janelt hat „diffuse muskuläre Probleme“. Fällt noch ein, zwei Wochen aus.

Rangnick: „Jedes Spiel ist ein Duell auf Augenhöhe, wenn es losgeht. Paderborn muss punkten, wenn sie nicht noch auf einen direkten Abstiegsplatz rutschen wollen. Wenn wir an unsere Leistungen zuletzt anknüpfen, dann trauen wir uns zu zu gewinnen.“

Rangnick: Lästert ein wenig über den Düsseldorfer Rasen vom Spiel gegen Nürnberg. „Mir haben die Spieler, die drauf spielen mussten, leid getan.“ Paderborner Platz werde auch nicht ganz so gut sein, aber man werde sich darauf einstellen. Man trainiere entsprechend auf dem schlechtest präparierten der Trainingsplätze.

Rangnick: „Paderborn verfügt über technisch gute Spieler.“ Man müsse gucken, wann man wo in die Pressingsituationen kommt.

Für Forsberg spielen die Platzverhältnisse nicht so eine große Rolle. Damit könne man umgehen. Ein schlechter Platz sei gut fürs Pressing.

11.57

Rangnick zu Effenberg: „Haben noch nicht gegeneinander gespielt. Hab ihn ganz normal verfolgt. Man kriegt halt mit, wie die anderen spielen. Schauen immer die letzten zwei Spiele von jedem Gegner. Und alles andere wird man am Freitag sehen.“

12.00

Das war es von hier. Viel Talk über Forsberg und die Platzverhältnisse in der zweiten Liga allgemein und in Paderborn speziell. Wenig Talk über Paderborn selbst. Nicht ganz unnachvollziehbar angesichts des gesetzten Themas Vertragsverlängerung von Forsberg. Ein kleiner Coup, dass diese Vertragsverlängerung nicht vorher durchgesickert ist. Bei einem Club dieser Größe eher ungewöhnlich. Zumal wenn man bedenkt, dass LVZ oder BILD sonst meist recht früh informiert sind.

12.02

Ist natürlich schön, dass man Forsberg langfristig gebunden hat und entweder ein paar Jahre Freude mit ihm vor sich hat oder man irgendwann in zwei, drei oder vier Jahren noch mal eine ordentliche Ablöse einstreichen kann. Oder man Freude hat und eine ordentliche Ablöse einstreichen kann. Es bleibt dabei: die Überzeugungskraft des Vereins durch seine Mischung aus Finanzkraft, sportlichen Rahmenbedingungen und Rangnick ist weiterhin sehr hoch. Auch wenn manche es gern allein auf Finanzkraft reduzieren wollen.

12.04

Nun ja, Überzeugungskraft braucht der geneigte Leser wohl nicht, was das Beobachten des Spiels am Freitag in Paderborn angeht. Deshalb viel Spaß allerseits dabei. Möge es genauso erfolgreich verlaufen wie die Vertragsverhandlungen mit Emil Forsberg. Schöne Restwoche allerseits.

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2 Gedanken zu „Erstligaabsteiger im Kampf gegen den freien Fall“

  1. Ich freue mich sehr, dass Emil Forsberg noch lange in Leipzig bleibt. Dies ist ein klares Zeichen, dass der junge Verein RBL alles richtig macht – wenn sich solche Ausnahmefussballer wie Emil , Willi , Davie usw. nur Positiv äußern – und sich nicht von RB – Hassern beeinflussen lassen.

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