2.Bundesliga: RB Leipzig vs. 1.FC Union Berlin 3:0

Tabellenführer gegen bis dahin bestes Team der Rückrunde. Es gibt immer irgendeine Statistik, die aus einem Spiel ein sportlich besonderes macht. So auch diesmal. Auf dem Platz fand diese Statistik dann aber doch nicht ihre fußballerische Entsprechung. Zu deutlich war die Überlegenheit von RB Leipzig, die sich am Ende mit einem 3:0 noch im Rahmen ausdrückte.

Gegen Union musste RB Leipzig auf Stefan Ilsanker verzichten. Rani Khedira übernahm seine Position, wenn auch nicht ganz identisch, denn sein Aktionsradius war deutlich umfangreicher und beinhaltete auch den Versuch, im vorderen Drittel im Passspiel Akzente zu setzen, was nicht das bevorzugte Gebiet von Vorzeigeballjäger Ilsanker ist. Die zweite Veränderung beinhaltete die Rückkehr von Marcel Halstenberg links hinten. Anthony Jung musste weichen.

Organisiert war das Spiel von RB Leipzig gegen den Ball in einem aggressiv interpretierten 4-2-2-2 mit einem Sabitzer, der dann immer wieder neben Poulsen in die Sturmposition rutschte. Union auf der anderen Seite behielt sein aktives 3-5-2 alias 3-4-3 alias 3-2-3-2 (je nachdem wo man die Außenspieler und den Zehner verortete) bei. Was auch Sinn machte. Diverse Ausfälle machten eine defensiver orientierte Formation schwerlich möglich. Wenn du links mit Redondo spielst und in der Dreierkette mit Parensen und Trimmel liegt dein Fokus wohl automatisch auch auf eigener spielerischer Aktivität.

Die (unfreiwillige) Ausfallliste bei Union Berlin war so lang wie sie sonst (freiwillig) wohl nur bei Darmstadt-Spielen bei den Bayern ist. Thiel, Korte, Skrzybski, Leistner, Schönheim, Nikci, Köhler. Und zu allem Überfluss gesellte sich auch noch Bobby Wood, der wohl am schwierigsten zu ersetzenden Union-Spieler, zu der illustren Runde aus Langzeit- und Kurzzeitverletzten.

Die Elf, die da letztlich bei Union Berlin auf dem Platz stand, war allerdings auch weit davon entfernt ein namenloses Team zu sein. Da versammelte sich weiterhin sehr viel Zweitligaerfahrung gespickt mit ein wenig Erstligaerfahrung. Sodass man auch nicht mit dem Ziel Schadensbegrenzung nach Leipzig fuhr, sondern tatsächlich auch gern zählbares mitnehmen wollte.

In der ersten Viertelstunde nahmen sich beide Teams entsprechend wenig. RB Leipzig war das giftigere Team und versuchte verbissen, den Ball möglichst früh zu erobern. Ohne dass dies zu Torgefahr geführt hätte.

Das änderte sich nach 13 Minuten fundamental, als die Probleme der Union-Dreierkette bei Geschwindigkeit, wie man sie schon über größere Teile der Saison beobachten kann, deutlich sichtbar wurden. Compper klärt am eigenen Strafraum einen Ball per Kopf. Halstenberg macht den Befreiungsschlag Richtung Mittellinie. Wo Poulsen den Ball sichert und ihn nach links zu Forsberg legt. Von dort aus geht es dann ganz schnell. Der Schwede marschiert ohne größere Gegenwehr, weil auf dieser Seite für die Dreierkette keine defensive Hilfe kommt, und am stolpernden Trimmel vorbei die Linie runter und legt den Ball dann quer in den Strafraum, wo Parensen gleich drei RB-Spieler verteidigen muss. Was naturgemäß nur schief gehen kann. Dominik Kaiser sagt danke und schiebt den Ball gegen die Laufrichtung von Jakob Busk in die Maschen.

Der Gegentreffer hinterlässt bei Union noch keine größere Wirkung. Was sich mit dem nächsten Treffer ändern sollte. Eine bereits abgewehrte Freistoßflanke befördert Demme noch mal per Bogenlampe in den Berliner Strafraum. Compper schaltet schneller als Parensen und legt per Kopf quer, wo Orban den Ball völlig freistehend einschieben kann. Erstes Saisontor des Innenverteidigers.

Ja, es ist schwer nach solchen Standards bei herausrückender Verteidigung mit Spielern umzugehen, die wie Orban zuerst im passiven Abseits stehen und dann bei der nächsten Ablage plötzlich aus dem Abseits raus sind, weil sie hinter dem Ball stehen. Trotzdem ist die Defensivarbeit von Union in diesem Fall einfach schlecht und gedanklich viel zu langsam. Wenn man als Union mit deutlich dezimierter Mannschaft nach Leipzig reist und was holen will, dann sind solche Gegentore jedenfalls maximales Gift.

Bis dahin und in der ersten halben Stunde hatte es Union trotz des intensives Anlaufens des gesamten RB-Kollektivs, dem sie sich bei Ballbesitz erwehren mussten, eigentlich spielerisch ganz ordentlich gemacht. Vor allem die Doppelsechs brachte einige Ballsicherheit und Pressingresistenz mit, sodass die RB-Attacken oft auch ins Leere liefen. Eroll Zejnullahu und seiner beängstigenden Ballsicherheit zuzuschauen, war lange ziemlich großes Kino. Der 21jährige war meist nur durch Foul zu bremsen und hatte einige Situationen, wo er durch eine gelungene Körpertäuschung oder geschickte Ballbehauptung plötzlich Räume öffnete. Spielt er mal ein paar Partien konstant auf diesem Niveau, dann würde man ihn wohl nicht mehr lange in der zweiten Liga sehen.

Unions Problem in der ersten halben Stunde (neben denen bei den Gegentoren, die systembedingt und standardbedingt waren) war vor allem, dass aus diesen Situationen genau nichts an Torgefahr entstand. Selbst wenn plötzlich mal im Mittelfeld der Raum aufging, weil man die Pressinglinie vor der Verteidigungskette überspielt hatte, kam man einfach nicht zu einem gelungenen Spiel in die Tiefe. Das lag zum einen daran, dass die RB-Abwehrkette in diesen Situationen einen aufmerksamen Job machte, aber auch daran, dass eben mit Bobby Wood derjenige fehlte, der für diese Situationen, mal den Ball in einem Eins gegen Eins (oder Eins gegen Zwei) gegen Innen- oder Außenverteidiger zu kriegen, wie geschaffen ist. Durch sein Fehlen verpufften die guten spielerischen Ansätze im Mittelfeld komplett.

Dem Gegner es immer schwerstmöglich machen - Dominik Kaiser demonstriert das Tagesmotto gegen Union Berlin | GEPA Pictures - Sven Sonntag

Ab der 30. Minute war es dann vorbei mit Union und das Spiel praktisch schon gelaufen. Man hatte vor der Halbzeit sogar noch Glück, dass man nicht noch weiter in Rückstand geriet. Forsberg per Freistoß an die Latte, noch einmal Forsberg und ein Demme-Fernschuss aus aussichtsreicher Position brachten aber nichts ein.

Dass Union mit einem 0:2 in die Kabine ging und in der Folgezeit nicht unter die Räder kam, lag aber auch daran, dass das Spiel mit dem Ball der RasenBallsportler an diesem Tag meist nur bis zum Strafraum gut war und man viele potenziell gute Gelegenheiten liegen ließ. Weil man sich einige Male bei Anspielen in Abseitspositionen manövrierte. Weil manchmal die Passgenauigkeit fehlte. Weil Sabitzer sehr fleißig war, aber in konkreter Torgefahr wirkungslos blieb. Und weil man sich generell oft am Strafraum festdribbelte. Nicht vergessen sollte man dabei aber auch, dass ein Emanuel Pogatetz in seinem zweiten Einsatz für Union einen sicheren Abwehrchef gab und viele Zweikämpfe gewann.

In der zweiten Halbzeit musste Kreilach für Fürstner weichen. Der spielte dann fortan den Sechser und vor bzw. neben ihm mit Zejnullahu und Kroos zwei Achter. Was dummerweise den Nebeneffekt hatte, dass Zejnullahu ein wenig aus dem Spielaufbau herausgenommen war und seine Ballsicherheit fortan nicht mehr so recht zum Tragen kam. Gut für die Gastgeber, eher nachteilig für die Gäste.

Das war aber sicher nicht der alleinige Grund, warum Union bis zur 80. Minute gar nicht mehr zu sehen war und das Spiel in der 52. Minute final entschieden wurde. Khedira hatte in der Mitte des Spielfelds alle Zeit und Welt einen präzisen Diagonalball (vielleicht die auf der positiven Seite augenscheinlichste Differenz zu Ilsanker) auf den rechts durchstartenden Kaiser zu spielen. Der Kapitän spielt den Ball wiederum aus dem Sprint heraus direkt und kurz vor der Grundlinie flach und scharf in den Strafraum. Wo Yussuf Poulsen drei Meter vor dem Tor den Fuß in den Ball hält und im langen Eck versenkt. Klar kann man bestimmt auch dieses Tor irgendwie verteidigen, aber der Treffer war in Geschwindigkeit, Enstehung und Abschluss schlicht überragend.

Nach dem 3:0 ist die die große Emotion aus dem Spiel ein wenig raus. RB Leipzig geht nicht mehr aufs ganze, was vor allem den später eingewechselten Selke ein wenig in der Luft hängen lässt. Union kann an diesem Tag inzwischen schlicht nicht mehr, als den Rückstand zu verwalten.

Orban und Khedira hatten noch Kopfballchancen. Jung zielte bei einem vielversprechenden Fernschuss links vorbei. Das war es bis zur 80. Minute. Durch die Einwechslungen von Daube und Quiring bekam Union offensiv noch mal ein wenig Luft gegen nicht mehr ganz so aggressiv verteidigende Gastgeber. Quiring hatte die beste Chance, wenigstens den Ehrentreffer zu erzielen, schoss aber aus bester Position Marvin Compper an. Auch dies passte zu diesem Union-Tag.

In 90 Minuten durfte RB-Keeper Gulacsi nicht einen einzigen Ball halten. Was den wesentlichen Teil der Geschichte des Spiels erzählte. Nämlich dass RB Leipzig sehr gut verteidigte, als Mannschaft hervorragend presste und in der letzten Linie sehr aufmerksam spielte.

Auf der anderen Seite hatte RB Leipzig nur neun Abschlüsse von innerhalb des Union-Strafraums. Was für ihre Verhältnisse leicht unterdurchschnittlich bzw. deutlich weniger ist, als man noch beim FC St. Pauli hatte (dort waren es 18) und ein wenig ausdrückt, dass es den RasenBallsportlern doch einigermaßen schwer fiel, aus vielen guten Feld- und Pressingsituationen auch in gute Torabschlusssituationen zu kommen. Machte aber nichts, weil man offensiv deutlich effizienter agierte als noch in Hamburg und zwei blitzsaubere Tore herausspielte und dazu noch ein Tor von Union auf dem Silbertablett präsentiert bekam.

Es war sicherlich keine Gala, die RB Leipzig da gegen Union Berlin auf den Rasen zauberte. Dazu war die Passgenauigkeit in einigen Situationen nicht hoch und manches Ausspielen von Offensivsituationen nicht sauber genug. Was an diesem Tag und in diesem von seinen äußeren Bedingungen her etwas aufgeladenen Duell aber vielleicht sowieso viel wichtiger war, dass RB Leipzig von der ersten Minute an im gesamten Mannschaftsverbund mit viel Aggressivität und Laufaufwand Union im Spiel gegen den Ball unter Druck setzte und so durchaus auch einen psychologischen Wirkungstreffer setzte, den man dann noch mit enormer Effizienz in der ersten halben Stunde abrundete.

Fazit: Es war über 90 Minuten gesehen ein absolut souveräner Sieg von RB Leipzig über ein in der Offensive komplett harmloses Union Berlin, das in der Defensive zudem ein, zwei Fehler zu viel machte. Da half es auch nicht, dass Union in der ersten halben Stunde noch einige Wege fand, sich dem Pressing fußballerisch zu entziehen. RB Leipzig erarbeitete sich den Sieg durch einen hohen läuferischen Aufwand und ein erst spät nachlassendes, sehr gutes Spiel des gesamten Teams gegen den Ball, das auch dann noch zupackte, wenn mal eine Pressinglinie überspielt war. Auf diese Pflicht setzte man als Kür zwei offensive Sahnehäubchen, die aus dem physisch aufwändigen Arbeitstag auch einen erfolgreichen und gelungenen machten.

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Randbemerkung 1: Die einen fahren durch die Landen, um (und sei es sich selbst) (etwas) zu demonstrieren, die anderen gehen zu einem Fußballspiel. Zumindest gewinnt man den Eindruck, wenn ein Gästeblock erst 15 Minuten lang schweigt, dann bei einem Tor für den Gegner ohne Stillstand und ohne wenigstens eine halbe Minute Ärger und einen Fluch runterzuschlucken weitersingt und später ein Halbzeitinterview mit dem verletzten Keper der Gastgeber mit einem Pfeifkonzert belegt.

Randbemerkung 2: Passend dazu vielleicht die These des Tagesspiegels, dass „das geliebte Feindbild dem 1.FC Union fehlen wird“, falls denn RB Leipzig in die Bundesliga aufsteigen sollte. Zumindest in Bezug auf die Selbstaktivierung und die Identitätsfindung als Gruppe ist es durchaus eine plausible These, dass das Fehlen des äußeren Anderen, auf das sich all das Böse projizieren lässt, eine ordentliche Lücke hinterlässt.

Randbemerkung 3: Sascha Lewandowski meinte vor der Partie in Leipzig sinngemäß, dass er den Anhängern des Vereins in Bezug auf ihren Boykott und ihr Auftreten in Leipzig vertraue. Ob das das Werfen von Böllern (immer und überall komplett Assi) beinhaltet, ist nicht überliefert. Auch in der Pressekonferenz nach dem Spiel stand beim Coach die Trauer im Mittelpunkt, den Fans bei ihrem wichtigen Spiel gegen RB keine bessere Leistung geboten zu haben. Erste Regel des Köpenick-Clubs: Verliere kein schlechtes Wort über das Umfeld des Köpenick-Clubs. Ist halt wie es ist.

Randbemerkung 4: Man könnte sich natürlich darauf zurückziehen, dass der Union-Anhang schon selber wissen muss, ob er sich Böller vor die eigenen Füße wirft. Aber das würde dann auch wieder vergessen, dass so ein Anhang aus einzelnen Menschen besteht, von denen bei weitem nicht alle begeistert sind, wenn sie vielleicht mit einem Knalltrauma wieder nach Hause reisen. Und da ist von den Ordnern im Gästeblock noch nicht mal gesprochen.

Randbemerkung 5: Und vielleicht ganz allgemein zum Drumherum noch abschließend. Es gibt eine Form von Fanegozentrik, Clubselbstverliebtheit und Stehen zu dem, was man glaubt, was den eigenen Club ausmacht, die absolut dazugehört und ohne die alles wohl nichts wäre (für viele zumindest). Aber es gibt dann eben doch eine Ebene von Anmaßung gegenüber den Wegen anderer Clubs und der Selbstverliebtheit anderer Anhänger, die deutlich unsexy und drüber ist.

Randbemerkung 6: Die Partie bestätigte den bisherigen Schnitt der Saison, dass RB Leipzig pro Partie und Spieler 500 m mehr Laufstrecke zurücklegt als Union. Dazu kamen im direkten Duell auch deutlich höhere Werte im Sprintbereich. Sprich, RB Leipzig lief nicht nur mehr, sondern auch größere Strecken in wesentlich höherem Tempo. Was ein bisschen überrascht, denn normalerweise passen sich die laufschwächeren Teams in Duellen mit laufstärkeren Teams zumindest bei den intensiveren Laufduellen ein wenig an und fallen nicht so stark ab, wie es der Saisonschnitt vielleicht vorhersagen würde. Gestern war dem nicht so, sodass man auch behaupten könnte, dass RB Leipzig seinen Gegner schlicht überrannt hat.

Randbemerkung 7: Erst der dritte Startelfeinsatz von Rani Khedira diese Saison. Witzigerweise zwei davon gegen Union Berlin. Im insgesamt zehnten Spiel gelang Khedira seine allererste Torbeteiligung überhaupt in dieser Spielzeit. Was ihn zum 19. RB-Spieler macht, der 2015/2016 in irgendeiner Art an der Entstehung eines Tors beteiligt war. Wobei sein Diagonalpass vor dem 3:0 sicherlich zu den schöneren Torbeteiligungen gehört, denen der geneigte Zuseher in den letzten Monaten beiwohnen durfte. Khediras Saison ist sicherlich keine glückliche nachdem er in der letzten Spielzeit noch Stammspieler war. Vielleicht gibt ihm sein Auftritt gegen Union noch mal Auftrieb und es kommen noch ein paar längere Einsätze oben drauf. Schwer genug wirds, wenn Ilsanker wieder zurückkehrt.

Randbemerkung 8: Im Vergleich zur Vorsaison RB Leipzig mit 17 Punkten und zehn Toren (Tordifferenz) mehr nach dem 22. Spieltag. Gegen dieselben Gegner wie in den ersten 22 Spielen des Vorjahrs holte man diese Saison elf Punkte mehr (wenn man den schlechtesten Aufsteiger Darmstadt durch den schlechtesten Absteiger Paderborn, Ingolstadt durch Freiburg, Aue durch Bielefeld und Aalen durch Duisburg ersetzt).

Lichtblicke:

  • Marvin Compper: Bestätigte den Eindruck der letzten Wochen, dass er immer besser in Form kommt und ins Team findet. Zweikampfstark, sicher im Stellungsspiel, passsicher. Praktisch fehlerlos, dazu das 2:0 durch eifriges Nachsetzen und Gewinnen des Kopfballduells gegen Parensen vorbereitet und den Ehrentreffer der Gäste durch Im-Weg-Stehen verhindert. Viel besser geht so ein Abend für einen Innenverteidiger nicht.
  • Dominik Kaiser: Rackerte viel gegen den Ball. Bereitete das 3:0 phantastisch vor. Schoss das 1:0 durch typisches Einlaufen in den Strafaum selbst. Arbeitstag mit viel Fleiß und ein, zwei Glanzlichern. Also ungefähr so, wie RB Leipzig auch als Team agierte.
  • Diego Demme: In Abwesenheit von Stefan Ilsanker im zentralen Mittelfeld der zentrale Spieler mit vielen Ballkontakten und viel Fleiß im Spiel mit und gegen den Ball. Nicht der ganz große Glanz, aber ganz viel Arbeit in der Schnittstelle zwischen Defensive und Offensive.

Fanarena-Spieltagsspieler:

Spieler des Spieltags 22 (RB Leipzig gegen Union Berlin) bei fan-arena.com

(Quelle: iPhone und Android App FanArena für RB Leipzig Fans – www.fan-arena.com)

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Tor: 1:0 Kaiser (13.), 2:0 Orban (25.), 3:0 Poulsen (52.)

Aufstellung RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Orban, Compper, Halstenberg (69. Jung) – Khedira, Demme – Kaiser (76. Bruno), Sabitzer, Forsberg – Poulsen (67. Selke); Bank: Bellot, Nukan, Teigl, Quaschner; Nicht im Kader: Boyd, Ilsanker, Coltorti (alle verletzt), Strauß, Hierländer, Gipson

Aufstellung Union Berlin: Busk – Trimmel, Pogatetz, Parensen – Zejnullahu, Kroos (77. Daube) – Kessel, Kreilach (Fürstner), Redondo – Brandy, Quaner (81. Quiring)

Schiedsrichter: Felix Brych (Eher unglückliche Spielleitung exakt vier Jahre nach dem 8:2 von RB Leipzig gegen Wilhelmshaven, das Brych noch in der Regionalliga pfeifen durfte. Mit ein paar seltsamen Zweikampfentscheidungen und unterschiedlichem Augenmaß beim Verteilen von Karten. Dazu zweimal klare Vorteilssituationen gegen RB abgepfiffen. Vielleicht ein wenig prototypisch für die Schiedsrichter-Partie, als Brandy sich über den liegenden Demme schmeißt und dafür einen Freistoß bekommt. Ausbaufähig, wenn auch für den Ausgang der Partie komplett unerheblich.)

Gelbe Karten: Forsberg (3.), Klostermann (2.) – Kreilach (7.)

Zuschauer: 30.964 (davon 4.500 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, MDR-Bericht [broken Link], FCU-Bericht, Kicker-Bericht, Pressekonferenz-Liveticker

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  • Torschüsse: 15 : 6
  • Torschüsse innerhalb des Strafraums: 9 : 4
  • Schüsse auf das Tor: 6 (+1mal Aluminium) : 0
  • gewonnene Zweikämpfe: 45,5% : 54,5%
  • Ballbesitz: 53,3% : 46,7%
  • Passquote: 72,3% : 65,2%
  • Laufstrecke: 119,7 km : 114,7 km
  • Sprints: 237 : 193
  • Intensive Läufe: 746 : 643
  • Fouls: 16 : 13
  • Ecken: 4 : 4
  • Abseits: 3 : 2
  • Meiste Torschüsse: Sabitzer, Forsberg: je 3 – Kessel: 3
  • Meiste Torschussvorlagen: Kaiser: 3 – Kessel, Kroos: je 2
  • Beste Zweikampfquote (mindestens 10 Zweikämpfe): Orban: 64,3% – Pogatetz: 81,3%
  • Meiste Ballkontakte:Demme: 94 – Parensen: 72
  • Beste Passquote (mindestens 20 Pässe): Demme: 83,1% – Kroos: 80,0%
  • Größte Laufstrecke: Demme: 12,5 km – Redondo: 11,3 km
  • Meiste Sprints: Sabitzer: 31 – Redondo: 31

Statistiken von bundesliga.de, bild.de

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Saisontorschützen: Selke, Sabitzer – je 7; Forsberg – 6; Kaiser, Poulsen – je 4; Halstenberg – 2; Quaschner, Nukan, Ilsanker, Compper, Orban – je 1; Eigentore: Parensen (Union) – 1

Saisonvorlagengeber: Forsberg – 5; Kaiser – 4; Klostermann, Poulsen, Bruno – je 3; Sabitzer, Selke, Demme, Halstenberg, Jung – je 2; Quaschner, Kalmár, Orban, Compper – je 1

Saisontorbeteiligungen (Entstehung des Tors jenseits der direkten Vorlage): Sabitzer, Kaiser – je 8; Ilsanker, Halstenberg – je 5; Forsberg, Bruno, Orban, Demme – je 4; Poulsen, Compper, Klostermann – je 3; Coltorti – 2; Nukan, Jung, Teigl, Khedira – je 1

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Bild: © GEPA pictures/ Sven Sonntag

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20 Gedanken zu „2.Bundesliga: RB Leipzig vs. 1.FC Union Berlin 3:0“

  1. Der Rotebrauseblogger klingt tatsächlich nicht so euphorisch, wie die Zuschauer gestern im Stadion, sofern sie auf der Seite von RB waren. Klar war nach dem 3:0 die Luft raus, aber alles, was vorher war, ging runter wie Öl. Insbesondere nach der Vorgeschichte mit Union und deren Fans, die gern mal den Klassenkampf ausrufen und RB als das absolut Böse hinstellen. Gestern das war ganz großes Theater, angefangen beim Schauspiel der Unionfans bis hin zum Weltklassetor von Yussuf Poulsen.

  2. Da hättest du deine erste 5 Randbemerkungen auch zusammenfassen können, oder auf Grund der Länge schon den halben Artikel für morgen zusammen gehabt 😉

    Und klar: ein so umstrittenes Projekt wie RBL motiviert die gegnerischen Fans den Eventis mal zu zeigen, wo der Hammer hängt und welches Selbstverständnis man hat. Für mich persönlich gehört das auch zur Qualität eines Fanblocks dazu, ob die (zumindest in besonderen Spielen) auch nach einem 0:3 noch geschlossen anfeuern/mitsingen. Selbst wenn es dann nur noch darum geht, sich in dem Augenblick selbst zu feiern (und klar sich auch selbst zu vergewissern und abzugrenzen) und den gegnerischen Fans den Mittelfinger zu zeigen und lauter zu sein.

    Mein These: RBL wird nie solche Fans haben! Aber vermutlich wird das euch auch nicht wichtig sein. Was dann wieder eines der Elemente ist, weshalb ich kein Fan von RBL sein könnte.

    1. Wenn du die Knallfrösche und Interviewpfeifer meinst – die will auch keiner hier haben. Das sind erbärmliche Selbstdarsteller mit IQ 50. Und es gibt auch Leute, die tatsächlich hauptsächlich wegen des Spiels zum Stadion kommen und so ein deutliches Ergebnis still genießen können, insbesondere gegen diesen Mülltüten- und Buttersäuretraditionalisten.

    2. Hallo Herr Wuppertaler,
      das sich selber feiern ist doch gerade eine Königsdisziplin im RB Fanblock, bedingt durch die 24/7 Beschimpfungen das man ja gar kein richtiger Fan sei.

    3. Das besondere an den Unionern war gestern auch, dass sie so mit sich selbst beschäftigt waren, dass sie wirklich glauben, sie hätten das Stadion im Griff gehabt. Nicht nur, dass das komplette Stadion sie beim hereinschledern nach 15 Minuten niedergepfiffen hat, auch danach wurden sie meist übertönt. Als es dann um nichts mehr ging hat sich das vielleicht geändert. Dieser Punkt schmerzt wahrscheinlich am meisten. Für Sie und Ihren Club (den „Protest“ sowieso) hat sich ab der 60. Minute niemand mehr interessiert.

    4. @Chris: Naja, ein-zwei selbstironische Lieder im Repertoire ist jetzt nicht das was ich meine, eher das bedingslose und dauerhafte Unterstützen, eben auch nach einem 0:3 z.B. in Darmstadt oder Kaiserlautern. Vermutlich wird es das nicht mal nächste Saison gegen die Bayern geben, obwohl da ein Niederlage ja durchaus realistisch ist.

  3. Die Randbemerkungen zum Umgang von Union mit kritikwürdigem Verhalten eigener Fans ist nicht ganz fair – die wird sowohl untereinander als auch vom Verein durchaus geäußert. Das ausgerechnet Lewandowski für die Nach-Spiel-Pressekonferenz vorzuwerfen ist ein bisschen komisch. Also: Böller im Stadion sind scheiße.
    Und, keine Sorge – Hoffenheim wird schon absteigen und den Platz von RB einnehmen, uns daran zu erinnern, wie wir Fußball lieber nicht wollen. Was falsch daran sein soll, das zu demonstrieren, verstehe ich nicht.

  4. Vielen Dank nochmal an die Fans die wieder eine schöne Choreo geschaffen haben.
    Respekt für die Leute .die da Zeit opfern und Willen für den Verein aufbringen..(siehe auch Fürth.und Pauli👍)
    Choreo spende immer dabei.

  5. @charlesay: Du hast recht, die Verknüpfung mit Lewandowski ist ein wenig an den Haaren herbeigezogen und entsprechend etwas unredlich. Und was euer Binnenverhältnis zwischen Vereins und Fans angeht, ist das am Ende wohl auch eure Sache. Manchmal sitzt man halt in so einer PK und denkt, dass der verantwortlichen Person (in dem Fall Lewandowski) eher die Zunge abfaulen würde, als dass er in so einem öffentlichen Rahmen eine Fankritik äußert.

    @Wuppertaler: Mit geht es auch gar nicht um das Abfeiern seiner selbst nach dem 0:3. Deswegen habe ich es auch nicht in die Aufzählung genommen. Dass das Spaß macht und fetzt, ist nachvollziehbar und auch von außen gut erlebbar. Mir ging es tatsächlich vornehmlich um die Form zu einem Fußballspiel zu fahren und das sportliche Duell von vornherein als völlig zweitrangig hinter das Demonstrieren gegen den Gegner zu setzen.

    @ITWolle: Gegen den modernen Mythos von den Buttersäureattacken auf RB-Fans wird wohl kein Kraut gewachsen sein und man wird sich noch in zehn Jahren diese Geschichten erzählen. Aber um es trotzdem noch mal klarzustellen: Es gab in Berlin bei den zwei RB-Spielen keine Buttersäure im Gästeblock, sondern beide Male Stinkbomben. Riechen zwar unangenehm und sind auch blöd, sind aber nicht gezielt gesundheitsgefährdend wie dies Buttersäure wäre. Was nichts daran ändert, dass die lapidare Union-Haltung zu dem Thema (‚Als wir den Block aufgemacht haben, war noch alles ok.‘) ziemlich unangenehm und unpassend war.

    1. Stinkbomben in Plastikampullen, die ein Ordner ganz schnell weit wegwirft, nachdem ein Zuschauer diese ihm präsentiert hat – man lernt immer noch dazu.
      Zucker in Heidenheim, Altöl in Erfurt, Rutschbahn in Fürth – toll, was man alles als Fußballanhänger erleben darf.

  6. Für mich sind Berliner Besserfans, die 150 km fahren, nur um sich vor allem selbst zu feiern bzw. um den Konsumenten mal zu zeigen, was echte Fankultur ist und denen Spiel bzw. Ergebnis eigentlich am A … vorbeigehen (s. div. Einträge im Unionforum) die eigentlichen EVENTIS.

    1. Der Begriff passt wohl nicht ganz. Es sind größtenteils Eventies gewesen! Die Unioner mit Rückgrat sind nämlich in Berlin geblieben.

  7. Lieber rotebrauseblogger,
    Ich war nicht im Stadion und hab das Spiel auch nicht gesehen aber deine Randbemerkungen 1-5 deuten mir, dass die Fans meines Teams am Freitag ziemlich viel richtig gemacht haben. (Außer Böller, die find ik och scheisse) Sie zeigen mir auch, dass du Absolut im dunkeln tappst, über die Fanszene des 1. FC Union – über Gefühlslage, Geschichte und Meilensteine. Deinem Text – ich hoffe nicht dir persönlich – fehlt da jeglich emphatischer Zugang zu einer Fanszene, für die irgendeine taktische Aufstellungsform oder irgend eine Laufstatistik völlig nachrangig ist. Deine Randbemerkungen 1-5 liefern mir auch schon ein Erklärungsmuster dafür warum du nur beim Produkt ‚Rasenballsport‘ des Red Bull Konzerns landen konntest. Du wirfst ja nicht selten allen Kritikern ihre Engstirnigkeit in ihrem Blick auf das Projekt ‚RB‘ vor. Dass du selbst so einen Blick auf Fanszenen von Vereinen hast, die eine anderen Zugang zum Fußball haben, enttäuscht mich. Ich hatte das Gefühl, dass du einen gewissen „rb-kritischen“ Weitblick mit deinem Block hattest. Ich wünsch dir und deinen Brause- Leipzigern maximalen Erfolg und einen guten Aufstieg. Und ich wünsche natürlich, dass ihr irgendwann in irgendeiner Welt-Champions- Märchenwald-League gemeinsam mit den Bayern und Real Madrid spielt. Aber schon dies wird keinen bei Union mehr interessieren. Ich glaube sogar, dass viele Unioner froh sind, nicht mehr gegen das Produkt aus Le spielen zu müssen.
    Viele Grüße aus deiner Hauptstadt!

  8. @Sascha: Du wirst vestehen, dass ich es ein klein wenig skurril finde, wenn du als Unioner hier bei einem Leipziger vorbeischaust und fehlende Empathie für Motivlagen Unioner Fans bemängelst. Angesichts von zwei gemeinsamen Jahren zweite Liga und nun ja völligem Fehlen jeder Empathie aus Richtung Hauptstadt in Richtung Sachsen durchaus erstaunlich.

    Aber das nur am Rande, weil „selber“ sagen kein gutes Argument ist und ich dich nicht kenne und dein Empathielevel nicht bewerten mag. Und vermutlich hast du Recht, dass mir zumindest der emotionale Teil der Empathie Richtung Union fehlt. Was mich nicht daran hindert, die Dinge rund um Union zumindest rational zu verfolgen, so wie ich das bei anderen Vereinen aus der Ferne auch tue, zuzuhören und zu versuchen zu verstehen, was den Verein (inklusive Fans) treibt und ausmacht, wie er sich selbst sieht und was er verlautbart. Von daher glaube ich nicht, dass ich völlig im Dunkeln tappe, was das Dasein des Vereins und seiner Anhängerschaft angeht. Aber natürlich tappe ich auch nicht so im Hellen, wie es jemand tun würde, der näher dran ist. Es bleibt aber trotzdem eine Außenwirkung eines eurerseits im Grundduktus anmaßenden Tuns, die (mir) unangenehm ist und die nichts damit zu tun hat, dass viele bei euch eine andere Vorstellung vom Vereinsfußball haben. Das stört mich bei anderen auch nicht wirklich. Ist halt immer auch die Frage, wie man Dinge in den Wald ruft und wie projiziert sie (in der Außenwahrnehmung) erscheinen.

    Bin mir gar nich bewusst, dass „Engstirnigkeit“ mein Vorwurf an Leute ist, die das, was sie mit Red Bull verbinden, doof finden. Mein Vorwurf begründet sich eigentlich im Normalfall inhaltlich in Bezug auf meiner Meinung nach falsche Argumentationen/ Kritikpunkte oder bezieht sich auf eine falsch verstandene Unterstützung von Fans seitens von Vereinen und das damit verbundene Aufhitzen von Situationen (wie beim KSC damals) oder auf zielt auf das Sündenbock- und wir-laden-jetzt-mal-alles-auf-RB-ab-Ding, wo es eher um grundsätzliche Dinge, wie z.B., wie Wettbewerb organisiert sein sollte, gehen müsste. Ich setze mich jetzt seit sechs Jahren mal besser mal schlechter, mal intensiver mal weniger intensiv mit Kritik an RB Leipzig auseinander und finde tatsächlich nicht (mehr) alles spannend. Mit vielem lebe ich in Frieden, manches teile ich vielleicht sogar, aber in Sachen Unterton dessen, was da formuliert wird, bin ich vermutlich immer noch sensibel.

    „Und ich wünsche natürlich, dass ihr irgendwann in irgendeiner Welt-Champions- Märchenwald-League gemeinsam mit den Bayern und Real Madrid spielt.“ Siehste, selbst da kommen wir nicht zusammen. Denn da will ich für meinen Teil gar nicht hin. Vielleicht ist das aber auch nur das historisch gewachsene Regionalliga-Ding in mir, das ich noch abschütteln muss. Aber eigentlich wünsche ich mir eher, dass der Wettbewerb so organisiert sein möge, dass die Organisationsstrukturen eines Vereins keine großen Auswirkungen auf die Erfolgschancen haben und prinzipiell entsprechend verschieden interpretierte Vorstellungen von Clubstrukturen (auch erfolgreich) nebeneinander existieren können. Was vermutlich ein utopischer Wunsch ist und die Fixierung, 50+1 zu erhalten, obwohl sie schon lange tot ist und die Unfähigkeit Fernsehgelder so zu verteilen, dass es Wettbewerb ermöglicht und die Existenz der Geldmaschine Champions League, dazu führt, dass eben auf Dauer in Deutschland die großen Player Bayern, Dortmund, Schalke plus x und diverse konzern- oder mäzengestützte Klein- bis Großclubs das Bild der Bundesliga bestimmen. Darüber kann man sicherlich streiten und die aktuellen Rahmenbedingungen des Fußballs sind hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit eines attraktiven Wettbewerbs bestimmt nicht clever. Diesen Streit in einen Kampf gegen RB Leipzig umzuschichten, ist aber letztlich (bei unterschiedlichen Untertönen) auch nicht mehr als Folklore.

  9. Ganz emphatisch kann ich einige Argumente anerkennen, die dafür stehen, dass das Mateschitz Projekt in Leipzig und Umgebung sehr gut angenommen wird. Ich finde auch gerade die Aktivitäten der Fanszene gegen Rassismus für vorbildlich. Trotzdem wirds mir gelegentlich schlecht, im Gedanken, dass sich solche Projekte wie dieses im Fußball durchsetzen werden, die zumindest den finanziellen Fairplay (und da mein ich nicht diesen Uefa-Begriff) so mit Füßen treten. Ja, ja klar die Bayern und Wolfsburg und Leverkusen und Schalke sowieso. Wird so sein. Find ich genau so beschissen. Aber in den letzen Jahren hat das Brauseprodukt gegen die Meuselwitz, Chemie Halles, Magdeburgs, Sandhausens und Unions dieser Welt gespielt. Da finde ich es löblich aber doch schon höhnisch gegen über den Fans dieser Vereine, dass du dir wünschst“…, dass der Wettbewerb so organisiert sein möge, dass die Organisationsstrukturen eines Vereins keine großen Auswirkungen auf die Erfolgschancen haben und prinzipiell entsprechend verschieden interpretierte Vorstellungen von Clubstrukturen (auch erfolgreich) nebeneinander existieren können.“ Dass die Fans dieser Vereine sich gerade gegen RB Leipzig positionieren finde ich da eigentlich normal, denn die stehen nicht im direkten Wettbewerb mit Wolfsburg oder Hoffenheim. Das der Ton manchmal neidgeplagt und unerträglich ist, ist beschämdend aber zeigt auch eine gewisse Hilf- und Machtlosigkeit gegen den Gigantismus mit dem der RedBull_Konzern im Fußball auftritt.
    Ok, ich gebe zu, dass meine Forderung nach emphatischer Grundhaltung beim Schreiben deiner Artikel und gerade im Zusammenhang mit dem 1. FC Union zu recht etwas zu viel verlangt sind. Aber wer von sich behauptet „die Dinge rund um Union zumindest rational zu verfolgen,…zuzuhören und zu versuchen zu verstehen, was den Verein (inklusive Fans) treibt und ausmacht,…“, dann hättest du dir einige Randbemerkungen sparen können, die du meineserachtens in Kleiner-Kind-Manier vorträgst. Das die Mannschaft trotz hoher Niederlage gefeiert wird, ist nämlich keine Novum für die Niederlage in Leipzig. Ich war im Dezember mit über 3000 Unionern in Freiburg. Da war auch schnell klar, dass da sportlich nichts zu holen gibt (wie in Leipzig). Trotzdem war die Stimmung im Block bis zum Ende sensationell. Das Freiburger Publikum hat das sehr wohlwollend aufgenommen und am Ende mit uns gefeiert. Und da gibt es noch ziemlich viele Beispiele für (nicht nur in dieserSaison) Das bei der am Freitag ideologisch (von uns selbst) überhöhten Partie auch dazu kommen wird, war zu einer hohen Prozentzahl klar. Die sportlichen Chancen waren so gering. Trotzdem mit 5000 Leuten nach Leipzig zu fahren und zumindest als Sich-Selbst_Feiernde sehr Laute Gruppe aufzufallen war völlig klar und nicht anders zu erwarten. Wer sich nur die jünger Geschichte der Unioner anschaut, versteht warum sportlicher Erfolg nicht die Triebfeder der Fanszene sein kann. (ich bin seit 2004 aktiv dabei und hab unheimlich viele Leute bei Union getroffen, die sich sonst gar nicht für Fußball interessieren.)
    „Vielleicht ist das aber auch nur das historisch gewachsene Regionalliga-Ding in mir, das ich noch abschütteln muss. “ Ich frag mich, warum du das abschütteln musst. Und da bin ich auch wahnsinnig gespannt, wieviel Menschen, die seit Regionalliga Zeiten dabei sind, die RedBull-Maschine noch abschütteln wird, wenn sich der Erfolg in der Bundesliga einstellt. Ich halte wesentlich viele Menschen der derzeitigen Fanszene in Leipzig für zu intelligent, als dass sie sich auf Dauer auf solches Projekt einlassen werden, bei dem Menschen nicht so viel zählen, wie sportlicher Erfolg.

  10. Dieses Durchgefeier und -gesinge hat nichts mit Tradition (btw: Tradition ist manchmal auch Scheiße) zu tun, sondern ist moderner Eventscheiß einer verkoksten Jugendkultur. Solche Fans, die in Horten riesige Fahnen schwenken, durchsingen und extrem konzertiert auftreten, scheinen das, was auf den Platz geschieht, gar nicht mehr an sich ran zu lassen. Die wollen einfach im Männerkollektiv singen, in Reih und Glied hüpfen, ihrem Capo zu gehorchen und in einheitlichen Farben uniformiert sein (quasi das machen, was früher noch jenseits von Fußballvereinen angeboten wurde). Das Gefühl für den Verein wird regelrecht durchorganisiert, wenn nicht von Staat und Kapital, dann halt von den Fans selber. Das schaut im Resultat doch eher nach Firmenfasching und Einheitsparteitag aus als nach spontaner, anarchistischer Fankultur.

    1. „Dieses Durchgefeier und -gesinge hat nichts mit Tradition (btw: Tradition ist manchmal auch Scheiße) zu tun, sondern ist moderner Eventscheiß einer verkoksten Jugendkultur.“ Was auch immer Du nimmst: Nimm‘ mehr davon oder deutlich weniger. Hör Dich doch mal bei den Eisernen um, wie sie sich für ihre subjektiv empfundene Lautstärkehoheit feiern.

      „…scheinen das, was auf den Platz geschieht, gar nicht mehr an sich ran zu lassen. “ Schließ‘ bitte nicht von dir selbst auf andere!

      „Das Gefühl für den Verein wird regelrecht durchorganisiert, wenn nicht von Staat und Kapital, dann halt von den Fans selber. Das schaut im Resultat doch eher nach Firmenfasching und Einheitsparteitag aus als nach spontaner, anarchistischer Fankultur.“ Sicher, dass Du nicht gerade den mit Flatterband gesicherten streng durchorganisierten 15-Minuten-Boykott der Eisernen beschreibst? aBer hauptsache das Großbanner wurde vorzeitig angebracht.

      “ …und in einheitlichen Farben uniformiert sein (quasi das machen, was früher noch jenseits von Fußballvereinen angeboten wurde).“ Die Kritik an der Müllbeutelkation solltest Du besser auf unionforum.de abkippen.

      Und wenn wir Bullenschweine uns nicht Deiner Fandiktatur beugen, sind wir schon anarchistischer als Dir lieb ist.

    1. Hallo Valderrama!

      Loooool! Sorry, ich hoffe Du konntest mir verzeihen, dass ich in Dir einen Eisernen gesehen habe. Kinder, was haben wir uns entwickelt 🙂

      LG Markus

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