Presse 14.01.2016

Personalgeschichte der überraschenden Art. Tim Sebastian wechselt nach übereinstimmenden Berichten von BILD über LVZ bis Kicker doch nicht nach New York zu den dortigen Red Bulls, sondern in die zweite Liga zum SC Paderborn. Das entsprechende Angebot soll letzte Woche hereingekommen sein, heute der Medizincheck stattfinden und dann ein Vertrag bis 2017 unterschrieben werden.

Tim Sebastian könnte damit ein Innenverteidiger-Duo zusammen mit dem alten Kollegen Niklas Hoheneder bilden. Was zumindest eine sehr kurze Eingewöhnungsphase verspricht. Nicht unwesentlich, wenn man bedenkt, dass Paderborn mitten im Abstiegskampf steckt.

Erstaunlich am Wechsel zweierlei. Einerseits, dass Paderborn erst kürzlich drei Spieler mit der Begründung suspendierte, die Struktur und Hierarchie des Kaders verändern und verjüngen zu wollen. Tim Sebastian steht diesbezüglich nicht gerade für alterstechnische Zukunftsfähigkeit. Zudem tat sich Tim Sebastian 2010/2011 in seiner ersten Saison in Leipzig unheimlich schwer, die in ihn gesetzten Erwartungen als Führungspersönlichkeit zu erfüllen. In einer zugegeben schwierigen Situation mit Gruppenbildung und überschaubarem sportlichem Erfolg. Mal sehen, ob Sebastian für den Paderborner Abstiegskampf und eine herausgehobene Rolle in der Abwehr gerüstet ist. Zu wünschen wäre es ihm allemal.

Mit Tim Sebastian geht, wenn man von Benjamin Bellot absieht, der letzte Spieler, der schon vor Ralf Rangnick im Verein war. Fabio Coltorti und Dominik Kaiser sind noch übriggeblieben von jenen Spielern, die mit RB Leipzig noch die Regionalliga gesehen haben.

Was der Wechsel von Tim Sebastian, der ein solider Backup, den man jederzeit ins Spiel werfen konnte, war, für Auswirkungen auf die Kaderplanung bei RB Leipzig auf der Innenverteidigerposition hat, werden die Winterpause, die kommenden Testspiele und die letzten zweieinhalb Wochen der Transferperiode zeigen. Aus dem Nachwuchs bietet sich da niemand direkt zum Füllen der Lücke an. Nicht undenkbar, dass ein Anthony Jung oder ein Lukas Klostermann im Notfall Innenverteidiger spielen und man nur mit drei Innenverteidigern (Orban, Nukan, Compper) in die restlichen 15 Spiele geht. Denkbar aber auch, dass man doch noch mal den Transfermarkt bemüht.

Marvin Compper zeigt sich in dem Zusammenhang im Kicker selbstsicher, dass er bei RB Leipzig einen Stammplatz in der Innenverteidigung erringen wird, wenn er verletzungsfrei bleibt und seine „Topleistung“ zeigt. Um aufzusteigen, werde man noch ein paar Prozent zulegen müssen, weil es immer schwerer ist, oben zu bleiben, als nach oben zu kommen.

Die LVZ berichtet, dass ein Ausbau der Red Bull Arena in diesem Sommer vom Tisch ist. Weil es einerseits zeitlich nicht zu stemmen wäre und andererseits auch ersteinmal ein mögliches erstes Bundesligajahr abgewartet werden soll, um überhaupt den Ausbaubedarf abzuschätzen. 2017 sei nun der frühmöglichste Termin für einen Baubeginn.

Wäre nicht unvernünftig, den Ausbau noch zu schieben und vielleicht so zur Erkenntnis zu kommen, dass man doch keinen Extremaufwand für ein 60.000er-Stadion betreiben muss, weil auch ein kleinerer Umbau und irgendwas zwischen 45.000 und 50.000er locker reicht. Auch wenn ein erstes Jahr in der Bundesliga vielleicht nicht die größte Aussagekraft bezüglich der benötigten Kapazitäten hätte, weil in einem ersten Hype-Jahr wohl eher überdurchschnittlich viele Tickets weggehen und so richtig erst zwei, drei Jahre später klar werden dürfte, wo die Euphoriereise in Leipzig hingeht. Im Normalfall sollte einer 500.000-Einwohnerstadt ein 50.000er-Stadion gut und an 80% aller Spieltage reichen.

Terrence Boyd fährt laut LVZ nun doch mit ins Trainingslager nach Belek, auch wenn er noch nicht voll mit der Mannschaft trainieren kann.

Die Daily Mail behauptet, dass Liverpool weiterhin an Emil Forsberg interessiert ist und man ihn weiter beobachten werde, um im Fall der Fälle im Sommer noch mal mit einem Angebot aktiv zu werden. Wie hier schon früher erwähnt, falls Forsberg eine prima Rückrunde spielt, noch dazu bei der EM auf sich aufmerksam macht und ein Angebot von einem Großclub ins Haus flattert, der ihm am Herzen liegt, ist ein Sommerwechsel sehr gut denkbar. Wenn Liverpool bereitet ist, sehr viel Ablöse zu zahlen. Was wohl nicht unter 20 Millionen Euro sein dürften.

Beim Kicker geht es weiter um Ranglisten. Ohne RB-Spieler im engeren Kreis. Auf der defensiven Mittelfeldposition schafft es keiner der Leipziger Kandidaten in die Herausragend-Rubrik, in der sechs Spieler angeführt von Mirko Boland, Amir Abrashi und Nicolas Höfler stehen. Diego Demme und Stefan Ilsanker gehören der darunter liegenden „Blickfeld“-Kategorie an.

Gar kein RB-Spieler derweil für den Kicker unter den Besten der zweiten Liga auf der Außenbahn offensiv, wo Vincenzo Grifo, Alessandro Schöpf und Mike Frantz die herausragenden Akteure gewesen sein sollen. Die Abwesenheit von RB-Spielern wie Forsberg, Kaiser oder Sabitzer erklärt sich nur dadurch, dass sie der Kicker als Zehner bzw. Stürmer und nicht als Außenbahnspieler sieht. Was nur eine weitere Eigentümlichkeit in der sowieso schon eigentümlichen Ranglistenerstellerei wäre.

Im Nachwuchsbereich gestern die U19 von RB Leipzig mit einem 4:1-Testspielerfolg gegen den Halleschen FC. Die Profis ziehen heute mit Testen nach und treffen um 16 Uhr am Cottaweg auf den Oberligisten Bischofswerdaer FV. Der MDR überträgt den Sachsenschlager zwischen zweiter und fünfter Liga im Livestream.

[BILD] Sebastian geht nach Paderborn: http://www.bild.de/sport/fussball/rb-leipzig/tim-sebastian-wechselt-zum-sc-paderborn-44140284.bild.html

[BILD] „Schlag-den-Raab“-Star macht jetzt RB-Stars: http://www.bild.de/sport/fussball/rb-leipzig/schlag-den-raab-star-macht-jetzt-rb-stars-44137616.bild.html

[Daily Mail] Emil Forsberg being tracked by Liverpool as Jurgen Klopp considers summer bid for Sweden winger: http://www.dailymail.co.uk/sport/football/article-3397614/Emil-Forsberg-tracked-Liverpool-Jurgen-Klopp-considers-summer-bid-Sweden-winger.html

[LVZ] RB Leipzig: Stadionausbau liegt auf Eis – Sebastian wechselt nach Paderborn: http://www.lvz.de/Sport/RB-Leipzig/News/RB-Leipzig-Stadionausbau-liegt-auf-Eis-Sebastian-wechselt-nach-Paderborn

[Kicker] „Reden kann man viel“: nur Print

[MDR] Testspiel RB Leipzig – Bischofswerdaer FV: [broken Link]

[Mitteldeutsche Zeitung] Effenberg holt Tim Sebastian nach Paderborn: http://www.mz-web.de/rb-leipzig/rb-leipzig-verliert-naechstes-urgestein-effenberg-holt-tim-sebastian-nach-paderborn-,27404014,33520670.html

[Spox] RB Leipzig Jahresrückblick 2015 und der Protest: http://www.spox.com/myspox/group-blogdetail/Jahresrueckblick-2015,220051.html

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2 Gedanken zu „Presse 14.01.2016“

  1. Sehr schade für uns um Tim .gut für SCP haben jetzt ein gutes Innenverteidigerduo .
    Hätte Tim einen Laufbahnausklang am Big Apple gegönnt.
    Hoffe ja nur .das sie nicht, am 26.2 in Topform sind wenn es gegen uns geht 😉

  2. Zunächst ist dem Besitzer dieser Seite und „RaBa- Edelfan“ zu danken, dass er sich für einen „bunten – Wechsel“ seiner Website mit günstigen Verbindungen zu ebenfalls interessanten Anschluss-Links entschieden hat!

    Zu den aktuellen Themen:
    Um ehrlich zu sein, rechnete ich schon längst insgeheim mit einer vorzeitigen Ablösung des „RaBa“-Langzeit-Übungsleiters, Tino Vogel. Man sollte aber dabei dringend erinnern, dass das ihm zur Verfügung stehende Spielermaterial ständig abhängig von dem der 1. Mannschaft war! Erst vor ein paar Tagen ließ eine eiskalte Maßnahme innerhalb des Leipziger Vereines, der an der Tür zur 1. Bundesliga klopft, aufhorchen. Bekanntlich wurde dort bereits im letzten Sommer, trotz eines laufenden Vertrages bis Ende 2016, der ungarische Co-Trainer Bodog aus der ersten Mannschaft mit einer ungenügenden Abfindung entlassen, die in zwei Monaten erneut vor einem Arbeitsgericht neu zu verhandeln ist.

    Nun erwischte es mit Tino Vogel aus dem Regionalligateam (samt Assistenten, Olaf Holetschek) sogar ein echtes Trainer-Urgestein, war er doch gleichzeitig auch der erste „Geburtshelfer“ der 2009 aus dem Markranstädter Verein SSV und dessen Spielrecht übernommenen zusammengewürfelten neuen „RasenBaller“ – Truppe, die besonders bei ihren Auswärtsspielen manche unangenehme zusätzliche Hürden der nicht immer auf Zuneigung stoßenden Gegenliebe der fremden Fans überwinden musste. In besonders unangenehmer Erinnerung bleibt bei mir das erste Auswärtsspiel in der Oberliga bei der 2. Mannschaft des FC CZ Jena im August 2009. Nach dem 1:1 mussten damals die Leipziger Gäste ungeduscht regelrecht aus dem Stadiongelände Jenas flüchten, um den hässlichen Anfeindungen der Zuschauer zu entkommen! Der Sohn des dort wohnenden berühmten Vaters „Matz“ hat alle späteren Höhen und Tiefen im mehrfachen Strukturwandel des in Leipzig entstandenen Fußballimperium überlebt, bis eben sein direkter Chef ihm nun das Stoppzeichen vor die Nase hielt. Deshalb schon jetzt, vielen Dank, T. Vogel! Das Kuriose an dieser Geschichte ist, dass unter den Fittichen des bald „gehenden“ Übungsleiters, sein junger Nachfolger, Robert Klauß, mit der derzeitigen Erfahrung eines U 17- Teamleiters, zwischenzeitlich u.a. auch ein Schützling von ihm war….

    Vogels Vertrag läuft eigentlich bis 2017, doch für eine Abfindung dürfte genügend Geld aus der bekannten scheinbar unendlich fließenden auswärtigen finanziellen Quelle vorhanden sein, die eine verlässliche Grundlage für die allgemeinen nahezu unschätzbar coolen Bedingungen des Leipziger Vereines ist und aus der bereits in der Vergangenheit davon genügend angeworbene Spieler, Trainer oder andere Mitarbeiter finanziert sowie die inzwischen vielen „Geschassten“ locker abgefunden wurden. Trotzdem gilt in seiner schon etwas besonderen Angelegenheit festzustellen: Das Fußballgeschäft kann ganz schön brutal sein, was zwischenzeitlich nun auch der einen breiten Scheitel tragende und in Leipzig geborene Tim Sebastian erfahren musste, der regelrecht weggelobt wurde und schon in Gedanken in Amerika war, aber praktisch über Nacht in Paderborn, zumindest auf dem Papier, bis 2018 gut abgesichert, gelandet ist!

    Bleibt bei dieser Gelegenheit zu hoffen, dass der nach seiner in einem Freundschaftsspiel vor zwei Jahren bei einem Testspiel in der Türkei erlittenen fürchterlichen Knieverletzung zwischenzeitlich vertragslose Christian Müller trotzdem weiterhin die spürbare und helfende Nähe seines ehemaligen Vereines genießen darf…..

    Der in Leipzig eingesetzte „sportlichen Verwalter“, R. Rangnick, der oftmals etwas glücklichen Siegermannschaft, die u.a durch die schwächelnden Mitbewerber um den Aufstieg in die oberste Liga vermutlich auch dort oben ankommen wird, dürfte keine Sorgen um seinen Posten im Club haben, da er zwischen der Anstellung als Trainer und Sportdirektor (noch) uneingeschränkt hin- und herpendeln kann.

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