Kampf um die Herbstmeisterschaft

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht zur Partie von RB Leipzig gegen den MSV Duisburg (06.12.2015, 13.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick und Stefan Ilsanker.]

Der letzte Spieltag der Hinrunde der zweiten Liga steht schon an. Die Hälfte der Saison ist also fast rum. Die Weichen sind in vielerlei Richtungen schon gestellt. Wenn dann mit RB Leipzig der Tabellenzweite (mit großem Vorsprung auf den Dritten) im Kampf um die Herbstmeisterschaft auf den abgeschlagenen Tabellenletzten trifft, dann scheinen viele Dinge in Bezug auf den Spielausgang auch klar zu sein.

Statistisch gesehen hatte Duisburg vor der Saison eine große Aufstiegschance zugelost bekommen. Der MSV wird am letzten Spieltag dieser Saison RB Leipzig empfangen. In bisher sechs Vereinsspielzeiten war Leipzig immer entweder aufgestiegen oder hatte im letzten Auswärtsspiel dem Gastgeber beim Aufsteigen zugeschaut. Man muss keine prophetischen Gaben haben, um sich sicher sein zu können, dass zumindest das Beiwohnen bei einer fremden Aufstiegsfeier am Ende dieser Saison ausfallen wird.

Das liegt an den gerade mal elf Punkten, die Duisburg in bisher 16 Spielen gesammelt hat. Womit man ordentliche fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz hat. Einziges Ziel für die verbleibenden 18 Spiele ist, diesen Rückstand aufzuholen und die Klasse zu halten. Der Klassenerhalt war natürlich auch vor der Saison schon das zentrale Ziel. Was Außenstehende schon damals für nicht ganz einfach erreichbar hielten. Mit dem jetzigen Rückstand und hochklassigen Konkurrenten wie 1860, Düsseldorf, Paderborn oder Union wird die Aufgabe noch mal schwerer und es reicht in der restlichen Saison fast schon nicht mehr wie ein abstiegskämpfender Verein zu punkten. Vielmehr wird man die Bilanz eines Zweitligamittelklassevereins brauchen, um nach 34 (+2) Spielen über dem Strich zu landen.

Nimmt man die 36 Punkte, die letztes Jahr für den Relegationsplatz gebraucht wurden und die man auch diese Saison wohl wieder brauchen wird, dann fehlen dem MSV noch 25 Punkte, also ungefähr 1,4 Punkte pro Spiel. In den letzten drei Spielen unter Neu-Coach Ilja Gruev hat man es auf 1,67 Punkte pro Spiel gebracht, also zumindest erst mal einen Anfang geschafft.

In den 13 Spielen zuvor gelang dem Aufsteiger relativ wenig. Nur sechs Punkte, gerade mal ein Sieg (im Kellerduell gegen Paderborn), die wenigsten Tore, die meisten Gegentore. Auch wenn man es sich in Duisburg unter dem dauerlächelnden Gino Lettieri immer mal wieder anders schön redete und glaubte, dass man unglücklich Punkte liegen ließ, stand man völlig leistungsgerecht am Tabellenende. Weil man die schlechteste Laufleistung der Liga hatte (jeder Spieler von RB Leipzig läuft im Schnitt pro Spiel fast 800 Meter mehr als die Duisburger), in der Chancenverwertung zu den schlechtesten Teams gehörte und auch die Balance zwischen dem, was man sich offensiv an Chancen erarbeitete und defensiv an Chancen zuließ, viel zu schlecht war, um konkurrenzfähig zu sein (aktuell die wenigsten Schüsse auf das gegnerische Tor aller Zweitligisten, aber die meisten Schüsse auf das eigene Tor zugelassen).

Dazu kamen einige Probleme, die man nicht beeinflussen konnte. Verletzungen zum Beispiel. Vor allem der wochenlange Ausfall von Zlatko Janjic, der letzte Saison essenziell am Aufstieg beteiligt war, wog schwer und machte es in der Offensive nicht einfacher. Nach seiner Rückkehr vor einem Monat zeigte er, dass mit ihm im Offensivspiel viel mehr Möglichkeiten bestehen und er mit seiner Präsenz auch für andere Spieler Lücken schafft, die vorher nicht da waren. In den letzten beiden Spielern war Janjic mit einem Tor und zwei Vorlagen wieder der Scorer, den der MSV im Abstiegskampf braucht.

Schwierig auch die Kadersituation beim MSV Duisburg zu Beginn der Saison. Zwar hatte man keine relevanten Abgänge zu verzeichnen, aber die Neuzugänge hatten vornehmlich Drittliganiveau, waren also nicht unbedingt Neuzugänge, von denen man erwarten konnte, dass sie das Niveau eines Teams heben, dass eher überraschend durch die zweite Liga marschiert war. Mit Thomas Bröker holte man immerhin einen Spieler mit Erstligaerfahrung schon früh im Sommer.

Auf die Verletzungen, den sportlich schwachen Start und die Kaderlücken reagierte man dann spät in der Sommertransferperiode und auch darüber hinaus. James Holland kam als zentraler Sechser immerhin schon Ende Juli. Dvali und die vereinslosen Obinna, Kayaoglu und Chanturia kamen dagegen erst zwischen Ende August und Mitte Oktober. Was dazu führt, dass man einen Kader mit mehr als 30 Spielern hat, der erst sehr spät fertig und nicht unbedingt mit Spielern zusammengestellt wurde, die per se sofort funktionieren können.

Alles zusammen keine guten Grundvoraussetzungen, um als Aufsteiger gleich mal durchzustarten und die neue Liga aufzumischen. Irgendwie auch nachvollziehbar, dass der MSV ein paar Wochen und Monate brauchte, um zumindest langsam zusammenzufinden und auf einen Stand zu kommen, von dem aus man in der zweiten Liga mithalten kann. Der Georgier Giorgi Chanturia bspw. bringt technische Qualitäten mit, die für die zweite Liga locker reichen, aber in Sachen Effektivität, Zusammenspiel mit den Kollegen, Zug zum Tor und Verständnis für die Spielweise der zweiten Liga fehlt noch einiges, bis der 22jährige dem MSV Duisburg eine neue Qualität geben kann. Eine Art Massimo Bruno des MSV sozusagen, wenn der Vergleich erlaubt ist.

Nach der nachvollziehbaren Trennung von Gino Lettieri (und dem ebenso nachvollziehbaren langen Festhalten am letzte Saison sehr erfolgreichen Coach zuvor trotz Negativserie) übernahm Ilia Gruev den MSV Duisburg. Ehemaliger Spieler und Co-Trainer im Verein, zuletzt Co-Trainer unter Runjaic in Kaiserslautern. Der MSV ist Gruevs erste Station als Cheftrainer. Trotz aller Vorschusslorbeeren bspw. von Lothar Matthäus durchaus eine gewagte Wahl in dieser Situation, weil es schwer abschätzbar war, was man denn da eigentlich jetzt für einen Cheftrainer kriegt.

Nimmt man die ersten drei Spiele als Maßstab, dann gibt Gruev zuerst einmal der punktetechnische Erfolg recht. Fünf Punkte, keine Niederlage. Das war angesichts der sportlichen Ausgangslage ordentlich. Zumal Gruev mit einem Spiel gegen Freiburg in seine Trainerkarriere startete. Auf dem Spielfeld selbst waren die Unterschiede zu Lettieri gar nicht so exorbitant. Man kann gar nicht unbedingt sagen, dass da ein Knoten geplatzt ist und man plötzlich die Gegner an die Wand spielt. Vielleicht trifft man es, wenn man feststellt, dass man in allen Bereichen einiges ein wenig besser macht. Man spielt etwas besser Fußball aus dem Ballbesitz heraus. Man kontert etwas zielstrebiger. Man verteidigt etwas besser und kompakter. Man ist etwas weniger anfällig für Konter. Man spielt offenbar einfach mit etwas mehr Selbstvertrauen und einer guten Mischung aus Lockerheit und Fokussierung Fußball. Was zu reichen scheint, um die im Team ja durchaus vorhandenen Stärken wieder herauszukitzeln.

Gegen RB Leipzig ist der MSV Duisburg nach bisher gerade mal zwei direkten (Drittliga-)Duellen noch ungeschlagen. Da man sich in Duisburg das Ziel gesetzt hat, bis zur Winterpause nicht mehr zu verlieren, will man die Serie gegen Leipzig auch diesmal fortsetzen. Auf Seiten von RB Leipzig stehen aus den damaligen Duellen noch Coltorti, Kaiser, Demme, Poulsen, Jung und Teigl unter Vertrag. Wobei Jung und Teigl sicherlich nur auf der Bank Platz nehmen werden und Kaiser gesperrt zuguckt. Beim MSV Duisburg wissen noch Keeper Ratajczak, Innenverteidiger Bajic, Linksverteidiger Wolze, Mittelfeldmann de Wit, Abwehrmann Kühne (spielt aber in der Kaderplanung keine Rolle mehr) und vor allem Stürmer Onuegbu aus erster Hand um die Erfolgsserie.

Neben Wolze, Bajic und Ratajczak (der sich nach unsicherem Beginn inzwischen zu einem sicheren Rückhalt stabilisiert hat) wird wohl auch der robuste Onuegbu in Leipzig in der Startelf stehen. Der hat mit zwei Treffern gegen RB Leipzig bisher eine besondere Historie im direkten Duell, die er gerne um ein weiteres Kapitel erweitern würde. Insbesondere der 2:1-Siegtreffer Anfang 2014 in der Nachspielzeit eines Spiels, in dem RB deutlich überlegen war, dürfte hierzulande einigen noch schmerzlich in Erinnerung sein.

Das ist natürlich grundsätzlich erst mal nur eine Geschichte aus einer Vergangenheit, die mit der Gegenwart beider Vereine nicht mehr viel zu tun hat. Trotzdem ist zu erwarten, dass der MSV Duisburg als unbequemer Gast anreist, der auch über die nötigen Mittel verfügt, den Leipzigern weh zu tun. In der Mitte steht mit Boll und dem schon 36jährigen Bajic ein inzwischen funktionierendes, aber auch nicht unanfälliges Innenverteidiger-Duo. Die linke Achse bilden der in vielerlei Hinsicht unorthodoxe Feltscher und Grote bzw. alternativ Chanturia. Die rechte Achse bilden Wolze und Bröker. In der Mitte spielt Holland zentral defensiv und wird dabei von Albutat unterstützt, der gleichzeitig das flexibel-dynamische Bindeglied nach vorn ist, wo Onuegbu und Janjic Bälle aller Art verwerten wollen. Hält die Abwehr (und nur vier Gegentreffer aus den letzten sieben Spielen nach 23 Gegentoren in den neun Spielen zuvor verweisen auf eine inzwischen stabile Defensive), dann hat Duisburg gar keine schlechten Karten in Leipzig.

Für RB Leipzig geht es im Heimspiel gegen Duisburg nicht nur um die Herbstmeisterschaft, die man bei einem Strauchler Freiburgs gegen Union nocht erringen könnte, sondern vor allem darum, die durch zwei Auswärtssiege erkämpfte gute Tabellensituation zu veredeln und die miese Heimbilanz von elf Punkten aus bisher sieben Spielen (nur drei Siege) zu verbessern. Dabei gegen den Tabellenletzten anzutreten, ist sportlich derzeit nicht wirklich von Vorteil, sondern dürfte lediglich die Erwartungshaltung im Umfeld an den Spielausgang erhöhen.

Während man relativ sicher sein kann, dass die Defensivabteilung von RB Leipzig inklusive Sechserpositon unverändert antreten wird, bleiben im Offensivbereich ein paar Fragezeichen. Dominik Kaiser fällt gesperrt aus und muss ersetzt werden. Massimo Bruno oder Zsolt Kalmár wären die naheliegenden, direkten Ersatzoptionen. Aber auch ein Yussuf Poulsen drängte zuletzt ins Team und könnte sowohl auf die Kaiser-Position rutschen, aber auch an der Seite von Selke auflaufen. Wobei man dann in einem 4-2-2-2 mit einem Sabitzer und Forsberg hinter Selke und Poulsen im Spiel gegen den Ball vielleicht doch ein paar Lücken zu viel hätte.

Obendrauf kommt noch die Frage nach der Form von Emil Forsberg, der in den letzten beiden Spielen nach der erfolgreichen EM-Qualifikation mit Schweden ein wenig überspielt und nicht so spritzig wie sonst wirkte und entsprechend auch eine Pause bekommen könnte. Wobei ein Forsberg auf der Bank auch irgendwie schwer vorstellbar ist. Das Offensivquartett auszuwählen wird also noch eine ordentliche Puzzlearbeit. Sabitzer und vermutlich auch Selke kann man als gesetzt annehmen. Dazu streiten sich Forsberg, Poulsen, Kalmár und Bruno um die Plätze. Und auch einen Anthony Jung sollte man für die linke Mittelfeldposition nicht völlig außer Acht lassen. Wobei die Besetzung vielleicht auch nicht unwesentlich davon abhängt, ob man im 4-2-2-2 oder im 4-3-2-1 (alias 4-1-2-2-1) oder im 4-2-3-1 auflaufen will. Einen Anthony Jung könnte man sich zum Beispiel besser als linke Acht im 4-3-2-1 als als linke Zehn im 4-2-2-2 vorstellen.

Mögliche Aufstellungen:

  • RB Leipzig: Coltorti – Klostermann, Orban, Compper, Halstenberg – Demme, Ilsanker – Poulsen (Bruno, Kalmár), Sabitzer, Forsberg (Poulsen) – Selke
  • MSV Duisburg: Ratajczak – Feltscher, Boll, Bajic, Wolze – Grote (Chanturia), Albutat, Holland, Bröker – Janjic, Onuegbu

Mit dem MSV Duisburg kommt eine Mannschaft, die als eine von sieben Zweitligateams noch nicht verloren hat, wenn man mal in Führung lag. Bei vier Versuchen sprangen zwei Siege und zwei Unentschieden heraus. Andersherum gewann man neben wiederum sechs anderen Zweitligisten noch kein einziges Spiel nach einem Rückstand. Zwei Unentschieden und neun Niederlagen stehen hier zu Buche. Ein wenig skurril die Statistik, dass Duisburg nur zwei ihrer insgesamt 13 Tore vor der Pause erzielen konnte. Heißt aus Leipziger Sicht, einfach vor der Pause ein Tor zu erzielen und die Partie dann runterzuspielen. Statistiken gewinnen aber leider keine Spiele..

Fazit: Zweiter gegen Letzter. 21 Punkte und 22 Tore Differenz zwischen Leipzig und Duisburg. Die Verhältnisse scheinen klar, sind es aber seit dem Trainerwechsel in Duisburg vor drei Spielen nicht mehr so ganz. Das ändert natürlich nichts an der Leipziger Favoritenstellung, aber es führt zu einem Gast, der inzwischen über Mittel und Wege verfügt, auch gegen ein Spitzenteam der zweiten Liga zu bestehen, wie man beim (etwas glücklichen) 1:1 gegen Freiburg bewiesen hat. RB Leipzig wird eine konzentrierte Leistung, eine gut organisierte Mannschaft und Geschwindigkeit im vordersten Spieldrittel brauchen, um die Aufgabe positiv zu lösen und vielleicht sogar den unnützen Titel des Herbstmeisters einzusacken.

[Wer das Spiel von RB Leipzig gegen den MSV Duisburg nicht vor Ort verfolgen kann und am 06.12.2015, ab 13.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. MSV Duisburg

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig gegen den MSV Duisburg mit Ralf Rangnick und Stefan Ilsanker.

10.45

Letzter Teil der Hinrunde der Zweitligasaison. Achtes Heimspiel für RB Leipzig. In Auswärtsspielen blieb man in neun Versuchen ohne Niederlage. Zu Hause tat man sich im Saisonverlauf bisher deutlich schwerer. Schon zwei Niederlagen fing man sich hier ein. In den Spielen gegen Duisburg und nächste Woche gegen den FSV Frankfurt stellt man sich der Aufgabe, die Heimbilanz auf ein Niveau zu heben, das einem Spitzenteam der zweiten Liga entspricht. Auf dem Papier eher einfache Aufgaben. In der Praxis hat das so seine üblichen Tücken.

10.53

Vor zwei Jahren spielte man schon gegen den MSV Duisburg. Damals in einer Phase nach dem bitteren Abstieg des MSV aus der zweiten Liga wegen Problemen bei der Lizenzierung als man in Duisburg noch noch so recht wusste, in welche Richtung die Reise wohl gehen würde und auch das Ende des Vereins als Schreckgespenst vor der Tür stand. Die Pläne gingen am Ende gut auf. Ein Jahr Konsolidierung in der dritten Liga und danach wieder Richtung oben angreifen. Der nächste Schritt sieht die Konsolidierung in der zweiten Liga vor. Das Ziel steht aktuell ziemlich auf der Kippe. Ein erneuter Abstieg wäre für den finanziell notorisch klammen Club trotz der herausragenden Unterstützung nach dem Abstieg ein ordentlicher Rückschlag. Klar, noch sind 18 Spiele zu spielen, aber die Aufgabe Klassenerhalt ist schon jetzt eine Mammutaufgabe.

10.57

RB Leipzig bisher in zwei Spielen gegen den MSV noch sieglos. Ein Unentschieden und eine Niederlage stehen zu Buche. Zumindest die Niederlage war damals sehr unglücklich. Bzw. für Duisburg in einer überschaubaren Rückrunde eines der wenigen unumstrittenen Highlights.

11.12

Irgendwas mit erhöhten Sicherheitsvorkehrungen.

Ein hiesiger Automobilbauer lädt sozial benachteiligte Kinder zum Spiel ein.

23.000 Tickets bisher verkauft. 300 Gästefans werden erwartet.

Stefan Ilsanker zur Hinrunde: „Bin mit der aktuellen Platzierung zufrieden. Sechs Punkte vor dem Dritten. Oben festgesetzt. Fußballerisch ist noch Luft nach oben. Trotzdem gut gepunktet. Punktetechnisch wollen wir weitermachen, fußballerisch uns noch ein bissen steigern. Möglichst die letzten drei Spiele bis zur Winterpause gewinnen.“

„Habe mich von Anfang an super aufgenommen gefühlt. Mannschaft ist vom Charakter her super. Das wirkt sich auch auf die Tabelle aus.“ Großer zuschauertechnischer Unterschied zu Österreich. „Jedes Spiel ein Highlight.“

„Hab auch persönlich noch Luft nach oben. Die letzten drei Spiele waren bei mir auch nicht besonders. Zwischendurch war es besser. Am Anfang ein holpriger Start. Bin noch nicht ganz zufrieden. Aber erst im Sommer dazugekommen, hoffe ich kann mich noch mal steigern.“ „Möchte immer zu 100% überzeugen. Klappt nur, wenn wir als Mannschaft kompakt gegen den Ball arbeiten. Im Ballbesitz möchte ich noch sicherer wirken und meine Mitspieler offensiv gut in Szene setzen.“

„Jede EM-Auslosung ist meine Traumauslosung. Wird mein Karrierehighlight.“

„Nicht mehr so dicht an Salzburg“, um was zur Trainerentlassung sagen zu können.

11.35

Ralf Rangnick: „Jedes Spiel in der zweiten Liga ist nicht einfach. Können nicht davon ausgehen, problemlos zu drei Punkten zu kommen. Punktausbeute zuletzt war zufriedenstellend, aber wir haben nicht so gespielt, wie wir das brauchen. Wird auch am Sonntag wichtig sein, die Facetten unseres Spiels einzubringen. Dann haben wir Chancen, drei Punkte zu holen.“

Fünf, sechs Spieler mit leichten Blessuren wegen harten Trainings, aber wohl keine Folgen für Sonntag. Boyd und Strauß weiterhin nicht dabei.

Mehrere Optionen für den Kaiser-Ersatz. Poulsen, Bruno und Kalmár werden genannt. Noch keine Entscheidung getroffen.

Titel Herbstmeisterschaft: „Überhaupt keine Bedeutung. Wenn überhaupt, dann ist zu Weihnachten ein Blick auf die Tabelle wert, um zu sehen, wo wir stehen. Aber eigentlich interessiert mich nur unsere  Leistung und der Punkteschnitt. Der ist mit 2,0 in Ordnung.“ Gegen Duisburg kämen vielleicht einige Zuschauer und Medienvertreter mit dem Gefühl ins Stadion, dass gegen den Letzten nichts schief gehen kann. „Das ist ein Trugschluss. Wäre vor vier Wochen dankbarer gewesen, gegen Duisburg zu spielen. Wir brauchen eine richtig gute Leistung. Das ist aber auch unser Anspruch, dass wir besser spielen als gegen Karlsruhe.“

„Duisburg hat durch die Ergebnisse mehr Zutrauen. Das merkt man auch an den Äußerungen der Spieler. Was Gruev genau gemacht hat, kann ich nicht sagen. Wichtig für uns ist aber auch nur, was wir sehen. Müssen die Prinzipien auf den Platz bringen, die uns stark machen.“

Zu Coltorti: „In den letzten zwei Spielen derjenige, der die drei Punkte gerettet hat. Große Ruhe und Sicherheit ausgestrahlt. Dafür haben wir ihn aber auch. Das ist ein Spieler, dem wir das zutrauen und von dem wir das ab und zu erwarten, dass er den Unterschied macht. Versäumt keine Trainingseinheit, das war in den letzten zwei, drei Jahren nicht immer so und das sieht man dann auch in den Leistungen.“

„Glaube nicht, dass sich Duisburg nur hinten rein stellt. Auch in Düsseldorf nicht nur hinten drin gestanden. Werden wir aber am Sonntag sehen.“

Ersatz von Kaiser hängt auch von der taktischen Formation ab.

Man brauche mehr Sprints gegen den Ball, die zu positiven Ergebnissen führen und nicht ins Leere laufen. Soll nicht immer so sein, dass Coltorti der herausragende Spieler ist.

Könnte sein, dass nicht ganz so viele Spieler von den Profis bei der U23 eingesetzt werden.

Will zur Trainerentlassung in Salzburg auch nichts sagen. „Bin ich zu weit weg.“

11.38

Das war es von hier. Eher kurz. Tenor ist, dass man wieder etwas besser Fußball spielen und weiterhin punkten will. Ansonsten relativ entspannte, den sechs Punkten Vorsprung auf den dritten Platz entsprechende Atmosphäre.

Nach einigen Wochen wieder mal ein Heimspiel. Das letzte gegen Kaiserslautern liegt eine halbe Ewigkeit zurück und ist glücklicherweise schon fast wieder verdrängt. Möge die Erinnerung daran am Sonntag vielleicht nicht wieder aufbrechen. In diesem Sinne einen schönen Start ins Wochenende allerseits und viel Spaß mit dem drittletzten Spiel des langen Fußballjahres.

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9 Gedanken zu „Kampf um die Herbstmeisterschaft“

  1. Ich mag ja Vorschau-PK’s nicht gerade, aber Ralf R. bringt ja immer wieder Aussagen, die einen etwas grübeln lassen. (danke für das Tickern RBB!!)

    „Versäumt keine Trainingseinheit und das sieht man dann auch in den Leistungen“
    – bedeutet doch, daß es Spieler gibt, die das Training versäumen bzw. wer immer pünktlich trainiert, bringt Leistung 😉

    „Will zur Trainerentlassung in Salzburg auch nichts sagen. „Bin ich zu weit weg.““
    – geographisch ja, aber nicht im Zeitalter des Telefons.

    „Fünf, sechs Spieler mit leichten Blessuren wegen harten Trainings“
    – ist das der berühmte Kampf um den Stammplatz?

    So lange im Defensivverbund keine Ausfälle drohen, kann man gegen Duisburg 2 von den 3 genannten Reservisten einen Starteinsatz geben (Bruno+Poulsen). Würde zwar bedeuten, daß Forsberg oder Selke auf die Bank gehen, aber dafür hat man ja diesen breiten guten Kader.

  2. Bei Coltorti wollte Rangnick offenbar darauf hinaus, dass der Keeper in den letzten zwei, drei Jahren immer mal wieder Trainings verpasst hat. Kann mir nur vorstellen, dass Rangnick darauf anspielte, dass Coltorti öfters mal zwischendurch zur Familie nach Spanien flog. Das hat Rangnick offensichtlich nicht wirklich gefallen.

    1. Das ist ein Eindruck, der sich auf seinen ganzen Bewegungsablauf und seine Art, die Linie entlang zu ziehen, in Zweikämpfe zu gehen oder den Torabschluss zu suchen, bezieht. Genau kann ich es dir gar nicht erklären, aber man würde Feltscher unter 50 Außenverteidigern vermutlich immer sofort erkennen. Ich fand seinen Jubel nach dem Tor gegen Sandhausen da auch passend. Wie er da so abgeht und (ja sorry, kein anderes Wort) unorthodox jubelt, völlig in sich, bei sich und aus sich heraus, das passte so gut zu dem, wie er auch Fußball spielt und was ihn auf irgendeine Art besonders macht.

    2. Danke.

      Bemerkenswert, wie detailreich und zutreffend Deine Einschätzungen des MSV hier in diesem Text waren. Offenbar schaust Du viele weitere Spiele ohne Leipziger Beteiligung. Es ist und bleibt ein großes Mysterium des Zeitmanagements.

      Unorthodox war natürlich auch seine Ringer-Einlage gestern, stimme zu, dass sein Zweikampfverhalten auch an anderen Tagen oft seltsam aussieht. Wollte eigentlich hinzufügen, dass er deshalb auch ständig Gelb sieht, aber ein Blick in die Statistiken weist ihn erst bei 4 Gelben Karten aus. Womöglich hat sich seine Gelb-Rote da zu sehr bei mir eingebrannt, die er sich auch noch innerhalb der ersten Halbzeit abholte.

      Jedenfalls stellt er einen interessanten und auch sehenswerten Farbtupfer dar, diese Meinung teile ich.

    3. Die Sache mit meinem Fußballkonsum vereinfach sich dadurch, dass ich außerhalb der zweiten Liga tatsächlich fast keinen Fußball schaue. Weder national noch international. Ausnahmen bestätigen die Regel. Von daher kann ich mir zeitsouverän schon im Schnitt zwei bis drei Spiele pro Woche zusätzlich zu den RB-Spielen noch mal in voller Länge anschauen. Passt schon. Und macht mir auch mehr Spaß, den Ligakonkurrenten zu folgen, als einer Bundesliga mit der ich (noch) nichts anfangen kann.

  3. Aber Arbeit und Familie bzw. Vergleichbares geht da nicht, oder? Also, sei es wie es sei, Chapeau! Jedenfalls.

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