2.Bundesliga: RB Leipzig vs. 1.FC Kaiserslautern 0:2

Heimspiel gegen Kaiserslautern. Freiburg am Tag zuvor nur Unentschieden. Bochum verloren. Sonne satt. 33.000 Zuschauer. Perfektes Setting eigentlich. Nur das Fußballspiel wollte aus Sicht von RB Leipzig mit den Rahmenbedingungen nicht mithalten und ging am Ende nicht unverdient mit 2:0 an die Gäste.

In die Partie gegangen war RB Leipzig notgedrungen mit einigen Veränderungen. Tim Sebastian ersetzte in der Innenverteidigung 1:1 den gesperrten Willi Orban. Ken Gipson spielte rechts hinten wie schon in Sandhausen nach seiner Einwechslung für den verletzten Lukas Klostermann, während Georg Teigl (nach eigenen Angaben noch nicht fit) auf der Tribüne Platz nahm. Emil Forsberg kehrte nach Erkrankung auf den Platz zurück und verdrängte Massimo Bruno, der krankheitsbedingt nicht mal auf der Bank saß. Und Stefan Ilsanker kehrte nach Gelbsperre für Rani Khedira zurück ins Team. Das ganze ergab ein 4-2-2-2 mit einem Marcel Sabitzer, der in vorderster Linie zusammen mit Davie Selke für Torgefahr sorgen sollte.

Die Gäste aus Kaiserslautern hatten wegen Verletzungen und Sperren auch einige Umstellungen vornehmen müssen und waren auf der Bank gar mit Nachwuchkräften angereist. Die erste Elf war trotz der Ausfälle von u.a. Karl, Heubach, Zimmer, Piossek oder Gaus eine gute Zweitligaelf, deren einziger Nachteil eigentlich hätte sein sollen, dass sie in der Form auch noch nicht zusammengespielt hatte. Im Spielverlauf musste man sogar noch Linksverteidiger Chris Löwe verletzungsbedingt ersetzen.

Die durch die Ausfälle und durch vier Pflichtspielniederlagen am Stück geplagten Pfälzer ergaben sich zu Spielbeginn aber gar nicht in ihr Schicksal, sondern spielten erstaunlicherweise richtig guten Fußball. Eine Viertelstunde lang dominierten sie die Partie ziemlich komplett und ließen den Ball im Gegensatz zu einigen Hoch-und-weit-Spielen zuletzt richtig gut laufen. Diesen spielerischen Versuchen entsprangen ein paar Ecken. Direkte Torgefahr resultierte daraus aber eher nicht. Aber es war ein erster Fingerzeig, dass hier keineswegs eine Lauterer Mannschaft angereist war, um sich ihre Niederlage abzuholen.

Nach einer Viertelstunde kamen die RasenBallsportler besser in die Partie und übernahmen die Kontrolle. Zeitweise so komplett, dass Kaiserslautern kaum noch aus der eigenen Hälfe hinaus kam. Immer wieder versuchte man es vor allem über links, von wo aus auch Halstenberg nach 20 Minuten eine Flanke schlug, die Selke nur knapp verpasste. Insgesamt galt aber auch hier wie bei Kaiserslautern, dass direkte Torgefahr eigentlich komplett ausblieb.

Wenn man mal von einem Compper-Bock absieht, nach dem Przybylko knapp am Tor vorbeischießt, war es fast schon ein typisches 0:0-Spiel. RB Leipzig kontrolliert die Partie, ohne gefährlich zu sein. Kaiserslautern will nicht mehr, als kein Tor zu kassieren und auf die eigene Chance zu warten. Schon in dieser Phase aber auffällig, wie schwer sich RB Leipzig im Spielaufbau tut und immer wieder beim Spiel aus der Viererkette heraus Fehler einbaut, die Kaiserslautern zum Kontern einladen.

Fahrt nimmt die Partie dann nach einer reichlichen halben Stunde auf. Forsberg, Sabitzer und Selke spielen zuerst die Kaiserslauterer Abwehr schwindlig. Letzerer scheitert dann aber aus spitzem Winkel an Marius Müller. Man nimmt dies im ersten Moment als Zeichen dafür, dass aus Dominanz und Kontrolle nun auch Torgefahr resultiert. Aber nicht an diesem Tag. Denn quasi im direkten Gegenzug erzielen die Gäste das 1:0.

Emil Forsberg bezeichnenderweise am Straucheln - Nach Erkrankung wieder ins Team zurückgekehrt, konnte er dem Spiel nicht den erhofften Stempel aufdrücken | GEPA Pictures - Roger Petzsche

Wieder war es Marvin Compper, der einen Ball direkt in die Füße von Daniel Halfar klärt. Über Jenssen und Löwe läuft der Ball die rechte RB-Abwehrseite hinunter, wo Ken Gipson etwas verloren im Raum herumsteht. Marvin Compper lässt sich aus der Mitte herauslocken, um Löwe zu verteidigen. Ilsanker und Sebastian rücken nicht schnell genug nach, um das Compper-Loch in der Innenverteidigung zu schließen. Und so ist es Mateusz Klich, der sich über Löwe-Zuspiel und Platz freut und den Ball an Coltorti vorbei im langen Eck versenkt. Nicht ganz unverdient, wenn man die gesamte 36 Minuten bis dahin nimmt, aber zu diesem Zeitpunkt, als RB Leipzig das Spiel eigentlich im Griff hatte, etwas überraschend.

Die RasenBallsportler versuchen den Gegentreffer sofort zu beantworten. Eine unübersichtliche Situation mit einigen Schussversuchen im Strafraum verstreicht allerdings genauso ungenutzt wie ein Selke-Schuss aus vergleichsweise spitzem Winkel. Sodass am Ende der ersten Halbzeit ein 0:1-Rückstand steht.

Auffällig an der ersten Halbzeit noch, dass sich die Abwehrkette von RB bei langen Bällen der Gäste sofort sehr weit zurückfallen ließ, ohne dass die zentralen Mittelfeldspieler mitrückten. Sodass zwischen den Mannschaftsteilen große Räume entstanden, in denen dann ein Przybylko bspw. viel Zeit hatte, den Ball aufzunehmen und Richtung außen weiterzuverarbeiten. Mit den Wegen der Abwehrkette schien man vermeiden zu wollen, dass man bei höherem Verteidigen und Kopfballverlängerungen von Przybylko nicht in Geschwindigkeitsnachteile in der Tiefe gegen die Außen von Kaiserslautern gerät. In der Praxis führte es vor allem dazu, dass man oft nicht genug Druck auf den Ball bekam. Generell war Druck auf den Ball ein schwieriges Thema, da man bei Ballverlusten nur selten ins gewohnte Gegenpressing kam und zu oft nur begleitend hinterher trabte.

RB Leipzig nach der Pause natürlich um den Ausgleich bemüht. Aber auch gleich mit einer durchaus bezeichnenden Szene. Coltorti mit einem etwas unmotivierten Abwurf in die Mitte auf Demme, dem sofort Halfar auf den Füßen steht und den Ball erobert. Pass auf Przybylko, der aber zu wenig aus der Szene machte. Und auch hier aber wieder das Zeichen, dass diese Mischung aus Fahrlässigkeit im RB-Spiel von hinten heraus und Kaiserslauterns Wachheit im Spiel gegen den Ball durchaus auch mal für ein Gegentor gut sein kann.

Bis zur 65. Minute gehört das Spiel aber wieder komplett RB Leipzig. Welle auf Welle lief nun ohne den ganz großen Glanz Richtung Gäste-Tor. Sabitzers Schuss nach 50 Minuten parierte der gute Müller im FCK-Tor, der nicht deswegen gut war, weil er unhaltbares hielt, sondern weil er bei einigen Schüssen aus der Mitteldistanz nicht einfach nur parierte, sondern den Ball immer so zur Seite lenkte, dass daraus kein verwertbarer Abpraller enstehen konnte.

Halstenberg vergab eine gute Freistoß-Chance aus 17 Metern als Selke knapp vor dem Strafraum nach guter Bewegung von Vucur daran gehindert wird, sich eine große Torchance zu erarbeiten. Kaiser versucht es mit einem schlitzohrigen Freistoß, bei dem wieder Müller auf dem Posten ist. Und wieder Kaiser scheitert aus der Distanz noch mal an Müller.

Das Spiel nun am Kippen. Vielleicht auch auf der Ergebnistafel als Davie Selke im Strafraum steil völlig freigespielt wird, dort allerdings noch von Vucur ein wenig aus dem Tritt gebracht wird. Statt den Kontakt als Anlass zum Fallen zu nehmen (wofür Forsberg kurz zuvor gelb wegen Schwalbe kassiert hatte), läuft er strauchelnd weiter und scheitert aus etwas spitz gewordenem Winkel an Müller, der die kurze Ecke zugemacht hatte.

Wie schon beim 0:1 folgt auch das 0:2 der Selke-Großchance. Diesmal ist es Diego Demme, der in der gegnerischen Hälfe einen Pass in die Füße von Przybylko spielt. Von da aus geht es über drei Viertel des Platzes ganz schnell gegen komplett aufgerückte RasenBallsportler. Klich spielt quer über den Platz Görtler schön frei, während Halstenberg in der Mitte stehen bleibt und darauf spekuliert, eine Abseitsposition heraufzubeschwören. Dabei verliert er aber den eingewechselten Deville in seinem Rücken aus den Augen, den Görtler auf Compper zulaufend steil bedient. Und Deville lässt sich die Chance nicht nehmen und vollendet ins kurze Eck.

Wieder in eine Phase hinein, in der RB Leipzig dominant war und das Spiel kontrollierte. Wieder nach einem RB-Fehler in der Vorwärtsbewegung. Wieder in der Rückwärtsbewegung sehr schlecht verteidigt. Wobei natürlich auch ein wenig die Frage steht, warum man mehr als 20 Minuten vor dem Ende in einer Art angreift, bei der es keine Absicherung bzw. nur noch eine Harakiri-Absicherung gibt.

Der Rest der Begegnung ist schnell erzählt. RB Leipzig versuchte es weiter und bis zum Schlusspfiff zum Torerfolg zu kommen. Ein-, zweimal fehlte bei Eingaben einfach eine Fußspitze, um noch das Tor erzielen, das den Gastgeber wieder ins Spiel zurückgebracht hätte. Sabitzer hatte nach knapp 80 Minuten auch kein Schussglück. Der Druck war da, aber es fehlte die letzte Vehemenz und Genauigkeit und auch eine kleine Prise Glück.

Auf der anderen Seite hätte die Niederlage auch noch ganz bitter werden können. Denn Kaiserslautern gegen eine teilweise komplett entblößte RB-Defensive auch noch mit zwei, drei großen Konterchancen bei denen man auch noch das 3:0 oder das 4:0 hätte erzielen können. Das wäre zwar des Guten mehr als zu viel gewesen, aber danach hätte am Ende auch keiner gefragt.

So blieb es aber beim 2:0 für ein Gästeteam, das im Vergleich mit den letzten Wochen überraschend gut Fußball spielte und die Chancen, die man bekam, zur richtigen Zeit nutzte. Die Gastgeber versuchten viel an einem Tag, an dem bei weitem nicht alles gelang. Weil der Spielaufbau gut von den Gästen zugestellt wurde und sich der RB-Verbund aus Innenverteidigern und Sechsern so sehr schwer tat. Und weil man nach Ballverlusten nicht griffig genug agierte und so auch nur selten Bälle im Gegenpressing in der gegnerischen Hälfte eroberte. Chancen, das Spiel in die eigene Richtung zu kippen, hatte RB Leipzig trotzdem ein paar. Sollte aber an diesem Tag nicht sein.

Fazit: Insgesamt ein nicht unverdienter Sieg für den 1.FC Kaiserslautern, die meist gut verteidigten, den Ball phasenweise sehr ansehnlich laufen ließen und in den entscheidenden Szenen wacher und effektiver waren. Glücklich war der Sieg für die Gäste, weil man jeweils in Phasen die Tore erzielte, in denen RB Leipzig eigentlich drauf und dran war, die Partie durch Torerfolge in die gewünschten Bahnen zu lenken. Zweimal die Gastgeber böse auf dem falschen Fuß erwischt. Zweimal dabei von bösen Schnitzern im Vorwärtsgang der Gastgeber profitiert. Dass Kaiserslautern diese Schnitzer konsequent und zielstrebig nutzte, spricht aber natürlich auch für ihre Qualität, die sie in diesem Spiel im Gegensatz zu einigen anderen in dieser Saison deutlich zeigten.

Randbemerkung 1: Die Auswechslung von Tim Sebastian wurde mit ein paar Pfiffen begleitet. Und auch Sebastian selbst schien ein wenig erstaunt, dass es ihn trifft. Grundsätzlich gab es an seiner Leistung nicht so viel auszusetzten. Die Verschiebungen im System mit einem etwas tiefer agierenden Kaiser und einem Ilsanker, der von der Innenverteidigerposition heraus den Sechser geben sollte, machte aber Sinn. Man kann sicherlich diskutieren, ob nicht ein Compper eher für eine Auswechslung drangewesen wäre (wobei Sebastian dann auf die linke Innenverteidigerposition hätte gehen müssen, was wohl nicht gewollt gewesen wäre) oder gleich Ilsanker hätte rausgehen können, aber grundsätzlich war die Veränderung der Mannschaft zu diesem Zeitpunkt dran. Und im Fall der Fälle, das ist bei RB wohl inzwischen eine trainerübergreifende Grundregel, trifft es dann eben Sebastian, wenn er zusammen mit ein, zwei anderen Kandidaten auf der Liste steht..

Randbemerkung 2: Interessant, dass es zum Schlusspfiff im Stadion eigentlich keine wahrnehmbaren Pfiffe gab. Das kennt man von Niederlagen auch anders. Man hatte durchaus das Gefühl, dass man im weiten Rund anerkannte, dass die Mannschaft bis zum Schlusspfiff alles ins Spiel warf, auch wenn einiges fußballerisch nicht zusammenpasste.

Randbemerkung 3: Etwas anders sah das offenbar Ralf Rangnick, der sichtbar angefressen auf der Pressekonferenz nach dem Spiel Müdigkeit und fehlende Frische beim Team beklagte und der Meinung war, dass man mit der Leistung gegen jede Zweitligamannschaft verloren hätte. Das mag ein wenig übertrieben sein, weil sein Team unglaubliche 125 km abspulte. Auffällig jedoch, dass man gerade bei den wichtigen Sprintwerten gegenüber den Gästen im Nachteil war. Ein Fakt, der den Augenschein bestätigte, dass man in den entscheidenden Sprintduellen nichts zum Gegensetzen hatte. Allerdings ist das ein genereller Saisontrend, dass RB Leipzig mit Abstand das Team ist, dass die meisten Kilometer läuft, aber in Sachen Sprints einige Teams mehr auf den grünen Rasen bringen. Was das über Trainigssteuerung aussagt und ob die hohe Laufleistung zu Lasten der Sprintqualitäten geht, kann an dieser Stelle sicher nicht abschließend bewertet werden.

Randbemerkung 4: Sechs Ligaspiele hat Kaiserslautern unter Neu-Coach Konrad Fünfstück bisher bestritten. Dreimal gewann man, dreimal verlor man. Interessanterweise resultieren die drei Niederlagen aus den Spielen gegen die Zweitligateams mit dem bisher im Saisonverlauf im Schnitt geringsten Ballbesitz (Karlsruhe, Sandhausen, Bielefeld) und die Siege aus den Spielen gegen drei der vier Zweitligateams mit den höchsten Ballbesitzwerten (Bochum, Düsseldorf, Leipzig – gegen Freiburg, die Nummer 1 des Ballbesitzes hatte man noch unter Runjaic verloren). Sprich, dass man gegen ballaktive Teams gut verteidigen und kontern kann, hat man inzwischen ausreichend bewiesen..

Randbemerkung 5: Die Mitte der ersten Halbzeit eher sparsam unterhaltsame Partie ohne Torraumszenen bot dem Publikum die Möglichkeit, sich ein bisschen mit sich selbst zu beschäftigen und einen neuen Wechselgesang zwischen den Sektoren zu probieren. Große Freude allerseits, dass das gut funktionierte. Aber zu diesem Zeitpunkt auch irgendwie bezeichnend für das Geschehen auf dem Feld, dass die Beschäftigung mit sich selbst das Beste war, was es im Stadion gab.

Randbemerkung 6: Sehr hübsche Choreo featuring Emil Forsberg, Tim Sebastian, Dominik Kaiser, Fabio Coltorti, Willi Orban und Davie Selke vor dem Spiel.

"Ob in der Ferne oder Daheim - RasenBallsport wir sind dabei" - Hübsche Choreo vor dem Spiel RB Leipzig vs. 1.FC Kaiserslautern | GEPA Pictures - Roger Petzsche

Randbemerkung 7: Kann mich gar nicht erinnern, wann das letzte Mal ein Lok-Heimspiel parallel zum RB-Spiel augetragen wurde. Das ist in dieser Stadt mit wenig Sympathien zwischen den Vereinen weiterhin eine ziemlich unglückliche Konstellation, weil nun mal im Vorlauf und im Anschluss an die Spiele ziemlich viel am Bahnhof zusammenläuft und entsprechende Berichte über Angriffe auf RB-Fans (ja, Angriffe auf, nicht Auseinandersetzungen mit) auch darauf verweisen, dass dies nicht nur theoretische Erwägungen sind. Klar, wenn Leute tätliche Angriffe starten, dann kann man nicht die Spielansetzungen der Verbände dafür verantwortlich machen, sondern jene Deppen, die meinen, andere Menschen im Namen des Fußballs (oder welche Rechtfertigungen auch immer sie sich dafür erfinden) angreifen zu dürfen. Auf ein bisschen mehr Voraussicht bei der Spielansetzungspolitik der Verbände sollte man aber schon hoffen dürfen.

Randbemerkung 8: Dass es günstige Zeitpunkte für Niederlagen gibt, ist natürlich eine Mär (außer man hat Meisterschaft oder Aufstieg schon in der Tasche). Die Niederlage gegen Kaiserslautern kommt direkt vor den schweren Spielen in Bielefeld und Karlsruhe trotzdem zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt, steht man nun doch wieder stärker unter Ergebnisdruck als man es mit drei weiteren Punkten in der Tasche getan hätte. Beide Auswärtsspiele bringen erneut die Aufgabe mit sich, gegen defensiv gut organisierte, konterstarke Teams anspielen zu müssen. Man wird sich dort besser anstellen müssen als gegen Kaiserslautern, wenn man Punkte aus diesen Spielen mitbringen will.

Randbemerkung 9: Drei Zweitligaspiele gegen Kaiserslautern bisher. Zwei Unentschieden, eine Niederlage bei 1:3 Toren nun die Bilanz aus RB-Sicht. Wenn da nicht mal fürs Rückspiel eine sportliche Rechnung offen ist..

Randbemerkung 10: Im Vergleich zur Vorsaison RB Leipzig mit drei Punkten mehr und vier Toren (Differenz) weniger nach dem 14. Spieltag. Gegen dieselben Gegner wie in den ersten 14 Spielen holte man diese Saison einen Punkt mehr als im Vorjahr (wenn man den schlechtesten Aufsteiger Darmstadt durch den schlechtesten Absteiger Paderborn und Ingolstadt durch Freiburg ersetzt). Heißt also im Moment, dass man im Vergleich mit der Vorsaison weiter leicht besser ist. Genauso viele geschossene Tore wie im Vorjahr zu dieser Zeit klingt angesichts der Verstärkungen vor allem in der Offensivabteilung aber eher ziemlich mau..

Lichtblicke:

  • Marcel Halstenberg: Gerade in der ersten Halbzeit ging es zeitweise nur über die linke Seite von Marcel Halstenberg, der viel in die Partie investierte und defensiv meist sicher agierte und offensiv einige Akzente setzte. Passend zum RB-Spiel nicht von Erfolg gekrönt, aber Halstenberg gehörte zu den auffälligeren im Team.
  • Dominik Kaiser: Sicherlich kein Sahnetag für den Mittelfeldspieler, aber in Sachen Einsatz ging der Kapitän voran. Lief viel, versuchte viel, hatte viele Ballkontakte und nahm viele Torschüsse. Auch wenn viele Bälle über ihn hinwegflogen und man zwischendurch Angst haben musste, dass Kaiser einen schmerzenden Nacken kriegt vom vielen nach oben gucken, konnte man dem Mittelfeldakteur in Sachen Engagement wenig vorwerfen.
  • Marcel Sabitzer: Mit deutlichen Abzügen für Situationen, in denen er nach dem Ballverlust stehenblieb und nicht sofort mit gegen den Ball arbeitete und für Situationen, in denen er Fehlpässe oder seiner Meinung nach schlechte Aktionen von Mitspielern mit frustrierten Handbewegungen quittierte, war Sabitzer auch diesmal wieder der Spieler, über den die meisten gefährlichen Situationen liefen. Viele Ballkontakte, viele Torschussvorbereitungen, auch ein, zwei gefährliche Torabschlüsse. Fußballerisch war Sabitzer wieder einmal einer der besten. In Sachen Körpersprache ist noch Luft nach oben..

Fanarena-Spieltagsspieler:

Spieler des Spieltags 14 bei fan-arena.com

(Quelle: iPhone und Android App FanArena für RB Leipzig Fans – www.fan-arena.com)

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Tore: 0:1 Klich (37.), 0:2 Deville (69.)

Aufstellung RB Leipzig: Coltorti – Gipson (73. Kalmár), Sebastian (59. Poulsen), Compper, Halstenberg – Ilsanker, Demme (82. Quaschner) – Kaiser, Forsberg – Sabitzer, Selke; Bank: Gulacsi, Jung, Nukan, Khedira; nicht im Kader: Boyd, Bruno, Klostermann, Strauß (verletzt oder krank), Orban (gesperrt), Bellot, Hierländer, Teigl

Aufstellung 1.FC Kaiserslautern: Müller – Schulze, Mockenhaupt, Vucur, Löwe (64. Deville) – Halfar, Ziegler – Görtler, Klich (84. Schmidt), Jenssen – Przybylko (76. Colak)

Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Insgesamt eine absolut souveräne Partie des Spielleiters, an der es wenig bis nichts zu kritteln gibt. Lag mit seinen Entscheidungen aus Stadionsicht nicht daneben. Auch beim Foul an Selke nicht auf Elfer zu entscheiden, erwies sie als goldrichtig. Zog gelbe Karten, wenn nötig. Ließ lange Leine, wenn möglich. Passt.)

Gelbe Karten: Forsberg (1.) – Vucur, Deville, Müller, Görtler

Zuschauer: 33.598 (davon 700 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, MDR-Bericht [broken Link], FCK-Bericht, Kicker-Bericht, Pressekonferenz-Ticker

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  • Torschüsse: 22 : 10
  • Torschüsse innerhalb des Strafraums: 10 : 7
  • Schüsse auf das Tor: 6 : 3
  • gewonnene Zweikämpfe: 47,3% : 52,7%
  • Ballbesitz: 55,4% : 44,6%
  • Passquote: 71,8% : 65,8%
  • Laufstrecke: 125,2 km : 117,0 km
  • Sprints: 188 : 221
  • Intensive Läufe: 658 : 623
  • Fouls: 8 : 11
  • Ecken: 9 : 5
  • Abseits: 2 : 2
  • Meiste Torschüsse: Kaiser, Forsberg: je 5 – Przybylko: 3
  • Meiste Torschussvorlagen: Sabitzer: 5 – Görtler: 3
  • Beste Zweikampfquote (mindestens 10 Zweikämpfe): Compper: 71,4% – Schulze: 81,0%
  • Meiste Ballkontakte: Compper: 91 – Schulze: 60
  • Beste Passquote (mindestens 20 Pässe): Sebastian: 86,8% – Mockenhaupt: 78,6%
  • Größte Laufstrecke: Kaiser: 12,6 km – Jenssen: 12,8 km
  • Meiste Sprints: Selke: 29 – Jenssen: 32

Statistiken von bundesliga.de, bild.de

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Saisontorschützen: Selke – 6, Forsberg – 5; Sabitzer – 4; Kaiser, Halstenberg – je 2; Eigentore: Parensen (Union) – 1

Saisonvorlagengeber: Klostermann – 3; Sabitzer, Selke, Poulsen, Forsberg – je 2; Jung, Quaschner, Kaiser, Bruno, Kalmár, Demme – je 1

Saisontorbeteiligungen: Kaiser – 6, Ilsanker – 5, Sabitzer – 4; Halstenberg, Demme, Orban – 3; Klostermann, Bruno, Forsberg – je 2; Coltorti, Nukan, Jung, Poulsen, Compper – je 1

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Bilder: © GEPA pictures/ Roger Petzsche

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3 Gedanken zu „2.Bundesliga: RB Leipzig vs. 1.FC Kaiserslautern 0:2“

  1. Möchte keineswegs in die aktuelle Schiedsrichterschelte einsteigen. Müdigkeit, akutes Unvermögen, ein einen guten Tag erwischender Gegner, Pech und andere Dinge bedingen eben diesmal diesen Spielausgang. Nur eine Frage möchte ich stellen. War Forsbergs mit Gelb bedachte Schwalbe tatsächlich eine solche?? Vom Oberrang in gleicher Höhe sah es eigentlich gar nicht danach aus. Und TV hab ich mir aus Ärger nicht angeschaut.

    1. War eine Schwalbe. Ist auch noch extra abgehoben. War schon viel schauspielerisches dabei. Wäre er nur zu Boden gegangen, wäre er vermutlich ohne gelb davon gekommen.

    2. So wie Forsberg auf die gelbe Karte reagiert, nämlich gar nicht, würde ich auch davon ausgehen, dass er ein gewisses Schuldbewusstsein hatte, es also tatsächlich eher eine Schwalbe war. Angesehen habe ich mir die Szene allerdings auch nicht noch mal.

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