Jenseits des ideologisch-rhetorischen Geklingels

[Direkt unter dem folgenden Vorbericht vor der Partie von RB Leipzig gegen den 1.FC Kaiserslautern (08.11.2015, 13.30 Uhr) befindet sich der Liveticker von der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel. Mit Ralf Rangnick und Ken Gipson.]

Leipzig gegen Kaiserslautern. Man könnte es als Treffen der ersten Verlierer des letztjährigen Aufstiegskampfes bezeichnen, denn es begegnen sich die Nummer 4 und 5 der Vorsaison. Wobei der Nichtaufstieg in Kaiserslautern stärker nachhallte als in Leipzig. Denn während man sich in Leipzig mit dem Nichtaufstieg schon lange anfreuden konnte, war Kaiserslautern vier Spieltage vor Ende hinter Ingolstadt der große Aufstiegsfavorit, hatte alles in der eigenen Hand und verspielte mit nur zwei Punkten aus den letzten vier Spielen noch alles.

Im Umfeld des 1.FC Kaiserslautern wollte man sich daraufhin der offiziellen Linie, dass man doch trotzdem eine gute Saison gespielt habe, nicht ganz anschließen und sah eher das, was man verloren hatte. Diese negative Grundstimmung färbte dann auch den diesjährigen Saisonstart ein. Sodass man nach vier Spielen und sehr guten acht Punkten zwar schon wieder Vierter, die Atmosphäre allerdings trotzdem vergiftet war, weil man in der Anhängerschaft der Meinung war, dass die Mannschaft nicht gut spiele.

Höhepunkt dieser frühen Saisonphase das Heimspiel gegen Paderborn, das Kaiserslautern nach schlechter Leistung (relativ souverän) gewann und trotzdem viele Pfiffe erntete. Woraufhin die Mannschaft mit dem damaligen Kapitän Chris Löwe vorneweg dem Publikum einen kleinen Einlauf verpasste. Kam auch nicht gut an und führte dazu, dass Löwe ein paar Wochen später seiner Kapitänsbinde verlustig ging.

Nach diesem Spiel und dem punktemäßig guten Start ging es für Lautern dann steil bergab. Eine unglückliche Niederlage in Heidenheim, als man wesentlich besser als der Kontrahent war, aber durch individuelle Schnitzer und eine Schiedsrichterfehlentscheidung verlor. Eine verdiente Niederlage gegen abgezocktere Freiburger. Ein grausam anzusehendes Unentschieden beim TSV 1860 München. Und am Ende eine Freak-Niederlage gegen Nürnberg in Folge eines zumindest streitbaren Platzverweises.

Am Ende dieser vier Spiele, in denen es von Woche zu Woche schlimmer wurde und die Spirale auch dank des negativen Umfelds nicht zu stoppen war, stand dann der Abgang von Sündenbock Kosta Runjaic, der in dieser Atmosphäre auch einfach keine Chance mehr hatte, seine Vorstellungen von Fußball umzusetzen. Verbissen hatte er darauf bestanden, dass man die Gegner mit spielerischen Lösungen bezwingen will.

Auch nach dem Abgang diverser, die Spiekultur tragender Stammkräfte im Sommer, wie vor allem den Innenverteidigern Orban und Heintz, die dem Spiel von hinten heraus Struktur verliehen, änderte sich an der Spielidee nichts. Was bei den veränderten Innenverteidigerverhältnissen, wenn man bspw. an den Wechsel von Orban zu Vucur denkt, die in Sachen Spielkultur dann eben doch fast von unterschiedlichen Planeten kommen, eine ziemliche Herausforderung war. Runjaic wollte sich die Zeit nehmen, bekam sie jedoch nicht bzw. lieferte nicht genügend Ergebnisargumente, um seinen Weg fortzuführen.

Nach dem Abgang von Runjaic stellte Kaiserslauterns Vorstandsvorsitzender die Spielideeverhältnisse auf den Kopf, indem er mit Konrad Fünfstück den eigenen U23-Coach und gleichzeitigen Leiter der Nachwuchsabteilung an die Linie der Profis stellte. Lokalkolorit, der auch das eigenen Umfeld beruhigen sollte. Genau wie Fünfstücks schnelle Entscheidung, Löwe die Kapitänsbinde abzunehmen, was man auch nur allzu leicht als Bauernopfer (miss-?)interpretieren könnte.

Mit Konrad Fünfstück war aber jenseits der Symbolik vor allem eine Abkehr von der alten Idee des Ballbesitzes und der Spielkontrolle verbunden. Zumindest dahingehend war die Trainerentscheidung erstaunlich, denn einem für Ballbesitz zusammengestellten Kader einen Konter-Trainer vorzusetzen, klingt zumindest nicht nach viel Arbeiten mit Konzept im Hintergrund. Wobei Teile des Kaders sowieso nicht mehr so perfekt zum Ballbesitz passten wie noch im Jahr zuvor.

Mit Fünfstücks Einstieg wurde Kaiserslautern von der Idee her zu einem Team, für das Rennen, Beißen, Kratzen und Zweikämpfen im Vordergrund steht. Tief stehen, verteidigen und das Heil im schnellen Umkehrspiel suchen. Dafür ist das Team zwar nicht auf allen Positionen gut gerüstet und ist dies nach dem Ausfall bspw. von Jean Zimmer als Außenverteidiger noch weniger, aber in den ersten zwei Spielen unter Fünfstück passte die Idee perfekt und die Spieler bemühten sich vor jedem Mikrofon darum zu erklären, dass das Rausschlagen von Bällen so viel Last von ihnen nehme und super sei.

In Bochum und gegen Düsseldorf passte es jedenfalls mit neuem Trainerschwung und Bälle rausschlagen so perfekt, dass man das Kaiserslautern, das letzte Saison phasenweise mit ansehnlichem Fußball imponierte, gar nicht mehr wiedererkannte. Zwei Siege, 5:1 Tore. Interessanterweise holte man die zwei Siege gegen Teams, die in dieser zweiten Liga für Ballbesitz stehen und im entsprechenden Ligavergleich am zweit- und vierthäufigsten den Ball haben. Drittplatzierter in dieser Tabelle, die Freiburg anführt, ist RB Leipzig, die im Schnitt 54% Ballbesitz haben und zu einer dominanten Spielweise übergegangen sind. Könnte sein, dass dies den Pfälzern entgegenkommt.

Entgegengekommen ist dem FCK allerdings nicht der Spielplan der letzten Wochen, in denen man drei Mal am Stück Teams vor der Nase hatte (Sandhausen, Karlsruhe, Bielefeld), die mit dem Ball im Normalfall aktiv nicht allzu viel zu tun haben wollen. Nicht umsonst belegen die Mannschaften drei der vier letzten Plätze in der Ballbesitztabelle. In diesen Spielen sah man dann Kaiserslautern an, dass sie nach der Abkehr vom Spiel mit dem Ball ziemlich überfordert sind, solch tiefe Gegner zu bespielen und sie mit ihren langen Bällen dort deutlich an ihre Grenzen gelangen.

Nachteilig in solchen Spielen zwischen Mannschaften, die beide eher nicht so gern dem Spielaufbau frönen, wenn man dann auch noch unglücklich in Rückstand gerät. In Sandhausen ein Eigentor, in Karlsruhe ein ziemlich harter Elfmeter, gegen Bielefeld ein dummer Elfmeter inklusive Notbremsenrot. Von Glück war der 1.FC Kaiserslautern in den letzten Spielen nicht gerade verfolgt.

Nicht gerade vom Glück verfolgt ist man auch in Bezug auf Ausfälle. Tim Heubach wird in Leipzig nach der Notbremse gegen Bielefeld in der Innenverteidigung fehlen. Außenverteidiger Jean Zimmer (der sich vor ein paar Monaten so phantastische Duelle mit Yussuf Poulsen geliefert hatte), Mittelfeldmann Alexander Ring und Stürmer Sebastian Jacob fehlen in unterschiedlichem Ausmaß schon länger bzw. für länger.

Neu dazugekommen sind nun auch noch die Außenbahnspieler Marcus Piossek und Marcel Gaus. Vor allem letzterer steht in besonderem Maße für die Veränderung in der Spielidee, ist Gaus doch das Paradebeispiel eines Spielers, der immer mal wieder die Grätsche auspackt und den Zweikampf sucht und weniger das Exemplar eines feinmotorischen Offensivwirblers. Zu erwähnen bleibt, dass auch die wichtige Stütze im zentral-defensiven Mittelfeld Markus Karl auszufallen droht.

Der 1.FC Kaiserslautern ist mit diesen vielen Ausfällen sicherlich nicht unwesentlich geschwächt. Zumal man im Sommer durch viele Abgänge (Hofmann, Orban, Heintz, Sippel, Matmour, Stöger, Zoller, Younes, Demirbay) und Zugängen, die die Abgänge nicht im selben Maße auffingen, sowieso schon an Substanz verlor.

Das beginnt im Tor, wo Marius Müller eine ordentliche Saison spielt, aber im Vergleich mit Vorgänger Sippel auch immer mal wieder unsicher wirkt. Es geht weiter bei der Innenverteidigung, wo das in Leipzig zu erwartende Duo Mockenhaupt-Vucur, das von den Absteigern Aalen und Aue kam, nicht im Ansatz mit dem Duo Orban-Heintz zu vergleichen ist. Das geht im Mittelfeld weiter, wo der Abgang kreativen Potenzials mit Demirbay und Stöger vom giftigen Neu-Kapitän Daniel Halfar nur unzureichend aufgefangen werden kann. Und es geht im Sturm weiter, wo Przybylko zwar mehr schießt als ein Petersen, Terodde oder Selke, aber eben auch wesentlich seltener trifft und damit auch nicht die nicht gerade positiv verabschiedeten Hofmann und Zoller vergessen machen kann.

Substanzverlust und Ausfälle hin oder her. Eine schlagkräftige Mannschaft wird der 1.FC Kaiserslautern genau wie zuletzt der ausfallgeplagte SV Sandhausen auch zusammenstellen. Ein Fragezeichen dürfte dabei nicht nur hinter der Besetzung der Außenpositionen und des zenralen Mittelfelds, sondern auch hinter dem System stehen. Fraglich hierbei, ob man wie zuletzt auf Mateusz Klich als zentral-offensive Mittelfeldvariante mit mehr Fokus auf spielerische Qualitäten im Zwischenraum zwischen Defensive und Sturm setzt oder auf Antonio Colak (der in den ersten Spielen unter Fünfstück gut dabei geholfen hat, lange Bälle zu sichern) und somit einen zweiten Stürmer, weil man sich in den Zwischenräumen eh nichts erwartet.

Auf RB-Seite könnte die Aufstellung auch ein wenig zur Puzzelei werden, wenn auch bei Weitem nicht in dem Ausmaß wie in Kaiserslautern. Der verletzte Lukas Klostermann wird hinten rechts von Ken Gipson oder von Georg Teigl ersetzt. Falls Emil Forsberg ausfällt, wird erneut Massimo Bruno oder (was wahrscheinlicher ist) Yussuf Poulsen in der offensiven Kette hinter Selke auflaufen.

[Update: Massimo Bruno wird erkrankt ausfallen. Wodurch Yussuf Poulsen zur naheliegenden Ersatzoption bei einem Forsberg-Ausfall wird. Auch Nils Quaschner ist laut Rangnick bei der PK vor dem Spiel (siehe unten) eine Option.]

Bliebe nur noch die Frage, wie man auf den Ausfall von Willi Orban (gesperrt) reagiert. Die Alternativen heißen Stefan Ilsanker, Atinc Nukan oder Tim Sebastian. Für Stefan Ilsanker, der letzte Woche gesperrt fehlte, spricht, dass man dann mit derselben Doppelsechs wie in Sandhausen auflaufen könnte (Khedira, Demme) und nicht in zwei für die defensive Stabilität wichtigen Mannschaftsteilen Veränderungen vornehmen müsste. Alternativ würde Ilsanker für Khedira zurück auf seine Stammposition auf der Sechs rutschen und wäre dann wohl Nukan die Option neben Compper. Schwierig auf jeden Fall, dass man die Innenverteidigung, die gerade erst nach vielen Problemen zu Stabilität gefunden hatte, neu aufstellen muss.

Mögliche Aufstellungen:

  • RB Leipzig: Coltorti – Gipson (Teigl), Ilsanker (Nukan, Sebastian), Compper, Halstenberg – Demme, Khedira (Ilsanker) – Kaiser, Sabitzer, Forsberg (Poulsen, Quaschner) – Selke
  • 1.FC Kaiserslautern: Müller – Schulze, Vucur, Mockenhaupt, Löwe – Jenssen, Halfar, Ziegler, Pich (Thommy) – Klich (Colak) – Przybylko

Die sportlichen Verhältnisse scheinen zwischen den beiden Vereinen nach den jüngsten Serien klar. Der 1.FC Kaiserlautern kassierte inklusive Pokal in den letzten Wochen vier Niederlagen am Stück ohne einen eigenen Torerfolg. RB Leipzig gewann die letzten vier Ligaspiele und ist seit neun Ligaspielen ohne Niederlage.

Für Kaiserslautern spricht trotz der Statistik, dass ihre guten Spiele unter Fünfstück gegen Gegner waren, die eigeninitiativ und mit Ballbesitz Fußball spielen. Zudem haben sie mit Przybylko eigentlich auch eine sehr gute Waffe für das schnelle Spiel in tiefe Räume, so es denn tiefe Räume gibt. Wenn der Pole seine Qualitäten im Abschluss wiederfindet (acht Ligaspiele ohne Tor) oder Spieler wie Halfar oder Jenssen ihren Zug zum Tor (wieder)entdecken, dann können sich die Pfälzer durchaus was ausrechnen.

Für RB Leipzig spricht die gute Serie und dass sie in den letzten Wochen der auch schon in ein paar Spielen zuvor vorhandenen guten Balance zwischen Defensive und Offensive auch Resultate folgen lassen. Gerade offensiv verfügt man über eine Qualität, die in jedem Spiel Tore ermöglicht, selbst wenn der Gegner am Strafraum eine Verteidigungsmauer aufbaut. Aufpassen muss man dabei auf die Standards der Pfälzer, die als sehr gefährlich gelten dürfen. Hat RB diese Disziplin im Griff, dann stehen die Chancen auf einen Heimsieg gar nicht mal so schlecht, wenn man bedenkt, dass man in den letzten vier Spielen nur ein Tor aus dem Spiel heraus kassierte.

Abseits des sportlichen sorgte auch das öffentliche Gespräch über Willi Orban in den letzten Wochen noch mal für Aufregung. Zuerst meldete sich Stefan Kuntz zu Wort und sprach von einem „Dolchstoß“, den Willi Orban den Kaiserslauterer Anhängern mit seinem Wechsel nach Leipzig versetzt habe und dass der Innenverteidiger ja nur wegen des Geldes gewechselt sei. Orban-Berater Roger Wittmann bezeichnete die Kuntz-Aussagen daraufhin vor kurzem als „Blablabla“ und monierte die „martialische“ Sprache des FCK-Chefs.

RBL-Chef Oliver Mintzlaff mischte sich auch noch ein und verneinte, dass finanzielle Gründe bei einem Wechsel zu RB entscheiden würden und behauptete, dass Kuntz in den internen Gesprächen mit Orban Verständnis für dessen Wechsel gehabt habe. Was Kuntz wiederum nicht lustig fand.

Letzter Akt in der Posse dann in dieser Woche die gezielte Indiskretion (von wem auch immer), auf deren Basis BILD und LVZ gleichlautend von einer Klausel berichteten, die es Willi Orban unter Androhung einer emfpindlichen Geldstrafe verbieten würde, schlecht über seinen alten Arbeitgeber zu reden. Weitere Kapitel der kommunikativen Reibung zwischen RBL und FCK dürfen als garantiert gelten. Dass dieses ideologisch-rhetorische Geklingel dazu beigetragen hat, dass wohl deutlich mehr als 30.000 Zuschauer die Partie des 1. gegen den 13. sehen wollen, ist nur zu mutmaßen.

Fazit: Auch jenseits des ideologisch-rhetorischen Geklingels wartet eine interessante Aufgabe auf RB Leipzig. Selbst wenn Kaiserslautern aktuell in vielerlei Hinsicht am Boden scheint, haben sie unter Fünfstück Qualitäten erworben, mit denen sie anderen und vor allem Teams mit viel Ballbesitz weh tun können. Ob sie als eines der laufschwächeren Teams der Liga auch physisch in der Lage sind, RB Leipzig Paroli zu bieten, muss man abwarten. Darauf spekulieren, dass von Ausfällen geplagte Pfälzer eine leichte Beute sind, sollte dagegen niemand.

[Wer das Spiel von RB Leipzig gegen den 1.FC Kaiserslautern nicht vor Ort verfolgen kann und am 08.11.2015, ab 13.30 Uhr trotzdem dabei sein will, nutze die üblichen Kanäle, also Liveticker und Vereinsradio. Bilder gibt es live bei Sky.]

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Bisherige Duelle RB Leipzig vs. 1.FC Kaiserslautern

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Pressekonferenz zwei Tage vor dem Spiel von RB Leipzig gegen den 1.FC Kaiserslautern. Mit Ralf Rangnick und Ken Gipson.

10.59

Spiel gegen Kaiserslautern. Bisher gab es in zwei Aufeinandertreffen zwei Unentschieden. Mal sehen, ob im dritten Spiel ein Team als Sieger vom Platz gehen kann. Das letzte Spiel in Kaiserslautern war zudem jenes, in dem Yussuf Poulsen sein letztes Tor für RB Leipzig erzielen konnte. Lang, lang ist es her..

11.00

Die Gästefans werden wie schon im vergangenen Jahr nicht vollständig anreisen, da einige Gruppen boykottieren. Allerdings war der Boykott schon letzte Saison nicht ganz so erfolgreich, sodass man auch diese Saison damit rechnen kann, dass ein Kaiserslauterer Auswärtsblock in einer Größenordnung wie er früher auch nach Aue gefahren wäre, mitreisen wird. Unterstützung kann die Mannschaft in ihrer aktuellen Situation ja gebrauchen.

11.02

Für Leipzig ist das Spiel eine Chance, die Tabellenführung zu sichern und den Vorsprung auf die Plätze vielleicht sogar auszubauen. Egal ob mit oder ohne Forsberg ist man natürlich Favorit, auch wenn Kaiserslautern mit ihren Stärken im Bereich des Bearbeitens des Gegners sicherlich nicht zu unterschätzen ist.

11.03

Ken Gipson zum ersten Pflichtspiel in Sandhausen: „Sandhausen war eine gute Erfahrung. Jetzt muss ich mich im Training weiter zeigen. War schon überrascht für Klostermann reinzukommen. Vielleicht war es auch ganz gut, dass ich nicht damit gerechnet habe.“

Rangnick: „Forsberg hat gestern das komplette Programm mitgemacht. Gehen davon aus, dass er heute und morgen auch mittrainieren kann. Wenn er das wegsteckt, ist die Chance groß, dass er im Kader steht.“ Startelfeinsatz noch unklar. Bruno fällt definitiv aus. Krankheitsbedingt. Klostermann und Orban fallen aus. Ilsanker könnte auch ausfallen. „Müssen abwarten, was der Internist sagt. Gehe aber erstrmal davon aus, dass er heute mittrainieren kann.“ Boyd und Strauß fallen weiter aus. Jung trainiert wieder mit. Hierländer auch. Teigl und Sabitzer gestern geschont, heute auch wieder dabei.

11.09

Ken Gipson: „Hat in Sandhausen Bock gemacht mit der Mannschaft zu spielen. Haben mich gut aufgenommen.“ War gut nicht vorher davon zu erfahren, weil er dann vielleicht zu aufgeregt gewesen wäre. „Spiele in der U23 haben mir gut getan.“

Gipson zum möglichen Kaiserslautern-Einsatz und eventueller Aufregung vorher: Gab vom Verein beruhigende Musik zum Runterkommen (Rangnick: „Erzähls nicht, was es ist.“). Bruder beruhigt via Telefon auch manchmal.

Rangnick: Entscheidung, ob Gipson spielt, fällt morgen. „Hat das in Sandhausen gut gemacht.“ Bei Teigl muss man abwarten, weil er gestern nicht dabei war. „Mache mir über Aufregung bei Gipson keine Sorgen.“ So wie er in Sandhausen aufgetreten ist, mache sich Rangnick keine Sorgen, dass es zu Hause nicht auch klappt. „Schön wie sich die Mannschaft mit Gipson und seinen ersten Minuten freut. Wird den jungen Spielern auch künftig den Einstieg erleichtern.“

Rangnick: Gipson vor Teigl zu wählen in Sandhausen sei „Bauchgefühl“ gewesen. Auch weil Teigl in Unterhaching schon gespielt habe und entsprechend körperlich belastet gewesen sei. „Gipson war der einzige Spieler auf dem Platz, der das Spiel 2:0 gewonnen hat.“

11.16

Gipson: „Hab schon damit gerechnet, Einsätze zu kriegen. Und in Sandhausen war meine Chance da.“

Rangnick: Yussuf Poulsen ist wie Nils Quaschner eine Option. Hängt auch alles davon ab, ob Forsberg spielen kann.

Rangnick: „Auswärtssieg hat der Mannschaft noch einen Schub gegeben.“ Haben unter der Woche konzentriert und fokussiert gearbeitet. Gestern war die Mannschaft noch zusammen im Kino. „Müssen auf uns schauen, dann können wir uns oben behaupten. Hängt nur von unseren Ergebnissen ab.“

Rangnick: Für Orban könnten Ilsanker, Sebastian oder Nukan spielen.

Rangnick: Wusste noch nicht, dass RB Leipzig die meisten Fouls der Liga hat. „Liegt dann aber an unserer proaktiven Spielweise.“ „Wünsche mir, dass das irgendwann nicht mehr so ist, weil das bedeuten würde, dass wir giftig spielen und trotzdem nicht foulen. Schiedsrichter neigen auch dazu, Foul zu pfeifen, wenn zwei oder drei einen Gegnerspieler angreifen. Foul bricht Pressing stimmt schon als Satz.“ Durch ein Foul werde die Pressingaktion zerstört und der Aufwand sei umsonst gewesen.

11.20

Rangnick: „Wären blöd, wenn wir einen Gegner wie Kaiserslautern unterschätzen würden. Sie haben viermal nicht gewonnen. Sie werden nicht mit breiter Brust auftreten. Müssen mit unserem Selbstbewusstsein und guter Balance das Spiel bestreiten. Dann ergeben sich auch Chancen. Sind mit unserer Spielidee auf einem guten Weg.“

Rangnick: „Wäre schön, wenn uns wieder viele Fans unterstützen. Stimmung war zuletzt grandios. Macht den Jungs auch Spaß, vor so einem Publikum zu spielen.“

Musikalisches Geplänkel noch. Die beruhigenden Töne kommen unter anderem von Mozart, gibt Rangnick noch zu. Klassik also. Auch nicht das schlechteste.

11.22

Gute Laune im neuen Pressekonferenzraum in der Red Bull Arena. Ken Gipson präsentiert sich als lockerer, natürlicher Typ. Ralf Rangnick kann seine Freude über die aktuelle Situation auch nicht verbergen. Es bleibt bei Friede, Freude, Eierkuchen.

Deutlich über 30.000 Zuschauer werden also erwartet. 700 so heißt es hier, werden dem FCK die Daumen drücken. Gutes Setting für einen Fußballsonntag im November. Müsste doch Spaß machen. In diesem Sinne freuen wir uns auf Sonntag. Viel Spaß mit dem Wochenende und bis dahin.

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Ein Gedanke zu „Jenseits des ideologisch-rhetorischen Geklingels“

  1. „Rangnick: Gipson vor Teigl zu wählen in Sandhausen sei „Bauchgefühl“ gewesen.“ Glaube ich nicht. Das war einfach eine richtig gute Entscheidung vom Kopf und typisch Ralf.

    „Schiedsrichter neigen auch dazu, Foul zu pfeifen, wenn zwei oder drei einen Gegnerspieler angreifen.“
    Das habe ich auch schon oft beobachtet. Die Wahrscheinlichkeit, daß 1 von 6 Beinen (wenn 3 Spieler angreifen) den Gegenspieler trifft, ist einfach sehr hoch und dann ist es Foul und der Pfiff kommt dann. Zurecht. Ist aber auch eine Trainingsfrage.

    Sehr schöne Vorschau ohne groß auf die Nebengeräusche einzugehen. Das jetzt auf Beiden Seiten so viele Spieler ausfallen, ist schade, damit hat man eine sehr gute 2.Liga Mannschaft. Würde aber auch bedeuten, daß in der Offensive (Bank!) dann nur Quaschner zur Verfügung steht? Oder was ist mit Kalmar? Dann müsste ja jemand aus der U19/U23 mit auf die Bank bzw als Alternative.

    Hoffentlich schlägt das keine großen Wellen, daß RB Leipzig vom Schwesternclub auch noch Mozart ausleiht 😉

    Ach ja, weil es aktuell ist. Der FCK hat sich mit sofortiger Wirkung von Sportdirektor Schupp getrennt.

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