7.Spieltag – 2.Bundesliga 2015/2016

So richtig spektakulär ging es auf Abgangsseite in der abgelaufenen Transferperiode vielleicht nicht zu. Einige gute Spieler verließen trotzdem die Liga. Besonders traf das natürlich die Absteiger aus der ersten Liga, die zusammen gleich 26 Spieler an anderer Vereine verloren, davon 12 an die Bundesliga. Bei entsprechenden Transfererlösen versteht sich, wenn man vor allem die Abgänge in Freiburg nimmt.

Von den Leistungsträgern der letztjährigen Zweitligasaison verließ auch eine Handvoll Spieler die Liga gen Bundesliga. Florian Niederlechner ganz vorn. Joshua Kimmich nicht zu vergessen und auch Spieler wie Philipp Max oder Dominique Heintz oder Philip Heise oder Niklas Stark oder Charlison Benschop oder Michael Gregoritsch oder Julian Weigl. Da ging ingesamt doch eine ganze Reihe an Qualität und spannendes Talent dahin. Zumindest aus Sicht des vorwiegenden Zweitligazuschauers.

Insgesamt 155 Spieler der aktuellen Zweitligisten verließen ihren Club in diesem Sommer und fanden einen neuen Club. Ob per Wechsel oder Leihe oder Rückkehr nach abgelaufener Leihe. Den größten Batzen machen dabei Wechsel zu anderen Zweitligisten aus. 41 Spieler fanden auf dem Weg ihren neuen Club. Aufhorchen ließ dabei sicherlich neben anderen Wechseln der Abgang von Stephan Fürstner in Fürth oder der von Marcel Halstenberg beim FC St. Pauli oder der von Willi Orban in Kaiserslautern.

Fast genauso viele Spieler wie innerhalb der Liga einen neuen Verein fanden gingen ins Ausland (39). Bei weitem nicht alle verschlug es nach England. Mit Uwe Hünemeier, Rouwen Hennings und Sebastian Polter waren es aber sicherlich die prominentesten Spieler, die auf der Insel landeten. Recht viele gingen in die Bundesliga (29), wobei hier auch einige Spieler darunter fallen, die nach Leihen wieder zu ihrem Bundesliga-Ursprungsclub zurückkehrten, dort aber vielleicht nicht unbedingt die beste Perspektive haben.

Interessanterweise ist das Wechseln in eine untere Spielklasse nicht ganz so verbreitet. 25 Spieler sind inzwischen bei Drittligisten aktiv. 19 Spieler hat es in die Regionalliga verschlagen und zwei in die Oberliga. Wobei mit letzteren beiden Spielklassen auch ein wenig das Eingeständnis verbunden ist, dass die große Profikarriere gerade nicht in Sicht ist.

In dem Zusammenhang auch erstaunlich, dass es fast keine Leihgeschäfte in die dritte Liga gibt. Lediglich vier Spieler in der dritten Liga wurden diesen Sommer aus der zweiten Liga ausgeliehen: Tobias Pachonik (Nürnberg-Stuttgarter Kickers), Dwayne Holter (FSV Frankfurt – Aalen), Alexandros Kartalis (FSV Frankfurt – Aalen) und Fabian Schnellhardt (Duisburg – Kiel). Insgesamt gehen vielleicht sieben verliehene Spieler als Talente durch, die bei ihren Leihstationen sich für größere Aufgaben empfehlen sollen.

Das ist eine vergleichsweise konservative Vereins- und Kaderpolitik, die die Möglichkeit, Talententen auf Zweitligaanschlussniveau Spielpraxis zukommen zu lassen, nicht wirklich nutzt. Was natürlich auch damit zu tun haben könnte, dass die meisten Vereine gar nicht über die nötigen Reserven verfügen, so viele gute Talente unter Vertrag zu nehmen, um von denen auch noch welche zu verleihen und nicht innerhalb der eigenen Mannschaft zu brauchen. Entsprechend wird das Verleihen auch gern eher als Möglichkeit genutzt, für den Kader überflüssige Spieler loszuwerden, wenn man an einen Omer Damari oder einen Ante Budimir denkt.

Alterstechnisch sind Freiburg, Frankfurt und Leipzig die Teams, die deutlich ältere Spieler abgegeben als verpflichtet haben. Rund drei Jahre jünger waren die Spieler im Schnitt. Am anderen Ende des Spektrums liegen Union, 1860 und Nürnberg, die irgendwas um die zwei Jahre ältere Spieler verpflichtet als abgegeben haben. Ein Schritt, der nicht gerade als Zukunftsschritt durchgeht, zumal wenn wie in Berlin auf Abgangsseite vier Spieler mit maximal 21 Jahren dabei sind (aber darunter auch zwei abgelaufene Leihen). Möglich, dass aber gerade bei Union (neben der Transferphilosophie, Zweitligaerfahrung ins Team zu holen) hier auch das Abmelden der U23 eine Rolle spielt, die ein Auffangbecken für Talente wäre, die bei den Profis nicht den Durchbruch schaffen, aber ihre Einsätze im Nachwuchsteam kriegen könnten. Wenn es das denn gäbe.

Interessant auch Kaiserslautern, deren neun Abgänge, die einen neuen Verein gefunden haben, einen Altersschnitt von 23,2 Jahren aufweisen (nur Union und 1860 hat auf Abgangsseite einen niedrigeren Altersschnitt). Was auch bedeutet, dass das letztjährige Jugendkonzept als gescheitert gelten muss. Denn dieses Konzept beruht ja darauf, dass man mit jungen Spielern etwas entwickelt und sie nicht nach einem Jahr durch neue junge Spieler (oder nicht mehr ganz so junge Spieler) ersetzt.

Unverständlich in dem Zusammenhang besonders, dass Spieler wie Stöger und Demirbay, die Kaiserslautern letztes Jahr von Erstligisten ausgeliehen hatte, diese Saison bei anderen Zweitligisten spielen. Allein sich um diese zwei Spieler zu mühen, hätte der Entwicklung des Teams und der Konstanz im Verein unheimlich gut getan. Andererseits wechselten beide Spieler erst spät im August wieder in die zweite Liga. Für Kaiserslauterns Kaderplanung vermutlich schon zu spät. Fakt bleibt aber, dass ein Jugendkonzept für den sportlichen Erfolg nur Sinn macht, wenn man die entsprechenden Talente auch zwei, drei Jahre am Stück hat und nicht nach einem Jahr wieder verliert oder via gering dotierte Ausstiegsklauseln abgeben muss.

[Zugänge = Anzahl der externen Abgänge (alle Spieler, die in der vergangenen Rückrunde noch im Verein spielten und nun bei einem neuen Club spielen; Altersschnitt = Altersschnitt der externen Abgänge, Differenz = Altersunterschied zwischen externen Zugängen und Abgängen (eine positive Zahl bedeutet, dass das Alter der externen Abgänge höher war als das der externen Zugänge) bis 21 = Anzahl der externen Abgänge, die maximal 21 Jahre alt sind; Ü30 = Anzahl der externen Abgänge, die mindestens 30 Jahre alt sind]

AbgängeAltersschnittDifferenzbis 21Ü30fremde Jugend
Freiburg1325,53,2022
Paderborn1324,80,8303
Karlsruhe724,32,3202
Kaiserslautern923,2-0,6411
Leipzig1024,92,9401
Braunschweig925,61,2210
Berlin622,0-2,1400
Heidenheim926,12,1023
Nürnberg823,9-2,0210
Düsseldorf925,20,8210
Bochum924,0-1,4410
Sandhausen925,81,9120
Frankfurt1125,83,0330
Fürth724,3-0,7201
St. Pauli925,82,4011
München523,0-1,6201
Bielefeld623,7-0,6002
Duisburg624,3-0,1101

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Ziel der Spieler, die die aktuellen Zweitligisten verlassen haben (nur Spieler, die einen neuen Verein gefunden haben)

  • Bundesliga: 29
  • 2.Liga: 41
  • 3.Liga: 25
  • Regionalliga: 19
  • Oberliga: 2
  • Ausland: 39

Verliehene Spieler nach Liga (in Klammern: Alter der Spieler)

  • 3.Liga: 4 (20, 20, 20, 21)
  • Regionalliga: 1 (22)
  • 1. belgische Liga: 1 (25)
  • 1. österreichische Liga: 1 (26)
  • 1. norwegische Liga: 1 (19)
  • 2. italienische Liga: 1 (24)
  • 2. spanische Liga: 2 (25, 24)
  • 2. französische Liga: 1 (22)

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7.Spieltag

  • SC Freiburg – Arminia Bielefeld – 1
  • VfL Bochum – Fortuna Düsseldorf – 0
  • 1. FC Heidenheim – RB Leipzig – 2
  • SC Paderborn 07 – Karlsruher SC – 2
  • 1. FC Nürnberg – SV Sandhausen – 1
  • TSV 1860 München – 1. FC Kaiserslautern – 1
  • Eintracht Braunschweig – FC St. Pauli – 1
  • 1. FC Union Berlin – SpVgg Greuther Fürth – 2
  • MSV Duisburg – FSV Frankfurt – 1

Tippquote bisher: 19 von 54 (bei RB-Spielen: 2 von 6).

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