2.Bundesliga: RB Leipzig vs. SC Paderborn 2:0

Ein wenig ungewiss war es nach zwei Wochen Länderspielpause, wie die beiden Kontrahenten der gestrigen Partie zwischen RB Leipzig und dem SC Paderborn auftreten würden. Am Ende wusste man dann, dass in Paderborn noch zu viel von dem drinsteckt, was auch schon vor der Pause im teilweise desolat auftretenden Team drinsteckte und dass Leipzig in der Lage war, dies zumindest über weite Teile des Spiels für sich und viele, viele Torchancen zu nutzen.

Dabei hatte man in der ersten Viertelstunde durchaus den Eindruck, als könnte der SC Paderborn etwas selbstbewusster und stabiler auftreten. Der Gast kontrollierte die Partie und setzte sich phasenweise in der RB-Hälfte fest. Gefährlich wurde man dabei allerdings fast überhaupt nicht. Lediglich in der ersten Minute prüfte Neuzugang Christian Bickel mit einem Schuss Schlussmann Fabio Coltorti, den dieser ohne Mühe parierte. Es sollte der einzige Torschuss in 90 Minuten bleiben, den Coltorti halten musste.

Auf Seiten von RB Leipzig hatte sich in der Startformation einiges verändert. Neuzugang Marcel Halstenberg feierte links hinten ein sehr gutes Debüt im RB-Dress. Lukas Klostermann rutschte dafür in die Innenverteidigung, wo er den intern gesperrten Stefan Ilsanker (siehe Randbemerkung 1) ersetzte und eine solide Partie spielte, aber auch wieder mal zeigte, dass er im Zweikampf manchmal noch Defizite in Bezug auf seine Physis hat. Emil Forsberg kehrte zurück ins Team und verdrängte indirekt Davie Selke, der nach einigen Strapazen mit der deutschen U21-Nationalmannschaft auf der Bank Platz nehmen musste. Yussuf Poulsen rückte dafür in die Sturmposition. Zudem kehrte Kapitän Dominik Kaiser im zentralen Mittelfeld ins Team zurück, weswegen Ranik Khedira nur die Bank blieb.

Taktisch war es über 90 Minuten eine Mischung aus 4-2-2-2 und 4-2-3-1. Je nachdem, ob Sabitzer mehr in einer Sturmposition oder eher auf der Zehnerposition agierte. Sowieso war die Interpretation im Offensivbereich relativ flexibel, da die vier herausragenden Kräfte in dem Bereich, namentlich Sabitzer, Poulsen, Forsberg und Bruno immer mal wieder die Positionen tauschten.

Schon in der ersten Viertelstunde kam RB Leipzig, wie auch für den Rest der ersten Halbzeit immer mal wieder zwischen die Ketten der Paderborner, die gegen den Ball in einem 4-4-2 agierten. Doch aus den potenziell gefährlichen Situationen machte man nicht viel, weil man sich verhedderte und Aktionen nicht klar ausspielte. So waren es anfangs vornehmlich Standards, die direkte Torgefahr brachten. Dominik Kaiser prüfte den Gäste-Keeper erstmals nach 12 Minuten mit einem direkten Freistoß aus allerdings vergleichsweise großer Entfernung.

Marcel Sabitzer war es dann, der nach einer reichlichen Viertelstunde die Führung erzielte. Wieder war es ein ruhender Ball, diesmal eine Ecke, wodurch das Spiel in Richtung der Gastgeber gelenkt wurde. Halstenberg führte den Standard aus. Poulsen sprang irgendwie in den Ball, von wo aus der zu Sabitzer abgelenkt wurde, der ihn aus Nahdistanz über die Linie drückte.

Mit der Führung im Rücken spielte bis zur Pause eigentlich nur noch RB Leipzig, die die Partie nun komplett im Griff hatten, hinten gar nichts mehr zuließen und offensiv immer wieder in die gefährlichen Zonen vorstießen, allerdings zu oft zu ungenau oder zu verspielt blieben. So war es dann auch wieder ein Standard, der schon das Endresultat herstellte. Emil Forsberg war es diesmal, der einen Freistoß aus 20 Metern direkt verwandelte, nachdem drei Spieler vor ihm noch über den Ball gelaufen waren. Trocken und scharf über die Mauer, in der Proschwitz nicht hochsprang, versenkt. Ein blitzsauberes Tor.

Immer wieder nur zweiter Sieger - Auch Ex-RBLer Niklas Hoheneder konnte oft nur hinterherschauen | GEPA Pictures - Sven Sonntag

Sabitzer hatte bis zur Pause noch zwei weiter gute Schussmöglichkeiten, scheiterte aber an Lukas Kruse oder zielte knapp am Tor vorbei. Das 2:0 zur Pause entsprach jedenfalls ungefähr den Verhältnissen auf dem grünen Rasen.

Nach der Pause gab es zuerst einmal einen Moment, in dem das Spiel hätte kippen können. Süleyman Koc nutzte fast eine Unachtsamkeit im RB-Defensivverhalten und köpfte nach 51 Minuten einen Ball knapp rechts am Tor vorbei.

Spätestens ab der 60. Minute allerdings geriet der SC Paderborn komplett unter die spielerischen Räder von RB Leipzig, die nun Gefallen am Kombinationsspiel und immer wieder Lösungen fanden, um die Gästeabwehr in Verlegenheit zu stürzen. Quaschner an den Pfosten, Orban, Sabitzer, Forsberg, die Chancen waren hochkarätig und nur Lukas Kruse und der RB-Abschlussschwäche war es zu verdanken, dass es weiter 2:0 stand, obwohl der Gast für eine Viertelstunde fast komplett an die Wand gespielt wurde.

Die Hereinnahme von Moritz Stoppelkamp, mit dem Georg Teigl als Rechtsverteidiger so seine liebe Müh hatte, sorgte zwischenzeitlich für Entlastung. Drei Torschüsse verbuchte der SCP-Linksaußen in nicht mal einer halben Stunde plus einen Pfostentreffer nach einem Freistoß, der allerdings noch nicht freigegeben war, wofür Stoppelkamp auch zwangsläufig gelb sah. Die beste reguläre Aktion mit Stoppelkamp-Beteiligung war derweil eine Mischung aus Schuss und Hereingabe, an der Proschwitz nur knapp vorbeirauschte.

Während sich RB Leipzig zwischen der 60. und 75. Minuten ohne zählbaren Erfolg offensiv ein wenig ausgetobt und gezeigt hatte, was für eine wahnsinnige Offensivqualität man hat, wenn das Zusammenspiel halbwegs funktioniert und man vom Gegner auch noch ein bisschen Platz bekommt, hatte der SC Paderborn noch mal einen Moment, in dem das Spiel hätte kippen können. Der kurz zuvor eingewechselte Mahir Saglik setzte sich nach 77 Minuten im Sturmzentrum gegen Lukas Klostermann durch und schob den Ball anschließend ins RB-Tor. Um dann völlig entsetzt festzustellen, dass das Tor nicht gegeben wurde, weil er sich gegen Klostermann zu intensiv eingesetzt haben soll. Eine Entscheidung von Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus, die zumindest hart war und bei der RB Leipzig auch Glück hatte.

Der Rest der Begegnung tickte dann relativ ereignislos herunter. RB Leipzig wechselte mit Khedira und Jung noch mal Stabilität für Offensivpower ein und versuchte das Spiel herunterzuspielen. Paderborn hätte sicher gern noch mal was versucht, war dazu aber nicht mehr in der Lage. Wie bereits in der gesamten Spielzeit zuvor, als die Offensivaktionen trotz aller nomineller Klasse auch schon teilweise eher zufällig gewirkt hatten.

Insgesamt stand am Ende ein völlig verdienter 2:0-Erfolg für RB Leipzig, an dem nur absurd war, dass er durch zwei Standardsituationen zustande kam. Nach einem Spiel, in dem die RasenBallsportler 27 Torschüsse hatten (Paderborn: 8), unglaubliche 17mal im Strafraum zum Abschluss kamen (Paderborn: 3mal) und 10mal das Tor von Lukas Kruse und einmal den Pfosten trafen, während es bei Paderborn beim schon erwähnten Schuss aus der ersten Spielminute blieb. Dass bei dieser Bilanz gar kein Treffer aus dem Spiel heraus fiel, darf man durchaus als Mangel ansehen. Und dass es am Ende 2:0 und nicht 6:2 oder so hieß, darf man durchaus als leicht aberwitzig empfinden.

So richtig aberwitzig wäre es allerdings erst geworden, wenn der Paderborner Anschluss nach 77 Minuten gezählt und die Gäste doch noch mal ins Spiel zurückgekommen wären und vielleicht sogar noch den Ausgleich geschossen hätten. Hätte, wenn und aber zählen natürlich nichts, nur darf man trotzdem festhalten, dass wenn RB Leipzig einen Fußball spielt, der eher auf ein 4:3 als ein 1:0 ausgelegt ist, man auch mal die vier Tore schießen muss, wenn sich die Chancen bieten, um dann nicht vielleicht doch noch wegen der in manchen Situationen recht großen Lücken in der eigenen Defensive plötzlich nach 20 Torschüssen mehr als der Gegner noch Punkte zu verlieren.

Punkte hatte sich der SC Paderborn an diesem Tag allerhöchstens in der ersten Viertelstunde verdient. Über 90 Minuten gesehen agierte man zu oft zu passiv, um den Spielaufbau der RasenBallsportler zu stören, ließ einige Lücken zwischen den Ketten und verlor auch im eigenen Spielaufbau zu oft den Ball, wodurch man den pressenden Leipzigern in die Hände spielte. Ohne dass die freilich daraus effektiv was machten. Hätte RB in Sachen Effektivität einen Sahnetag erwischt, hätte es für den SC Paderborn auch in einem Debakel enden können.

Dass Gäste-Coach Gellhaus angesichts dessen seiner Mannschaft trotzdem in Sachen „Einsatz und Leidenschaft“ keinen Vorwurf machen wollte, erscheint nett und macht wahrscheinlich auch Sinn, weil es den Gästen bestimmt nicht am Wollen mangelte, aber die fußballerischen Fähigkeiten und die Mannschaftsorganisation waren weitestgehend nicht auf Augenhöhe mit dem RB-Spiel, sodass das aufbauende und zukunftsorientierte Lob eher merkwürdig wirkte.

Fazit: Es war aus Gastgebersicht ein schöner Fußballabend unter Flutlicht und vor prima Kulisse. Einer, an RB Leipzig nach einer Viertelstunde Anlaufzeit und mit Hilfe eines Standards zu einer Leistung fand, mit der man andeutete, was mit diesen hochtalentierten Einzelspielern vor allem im Offensivbereich alles möglich sein kann. Wie man Paderborn in der zweiten Halbzeit zeitweise an die Wand spielte, wusste durchaus zu beeindrucken. Dass man trotzdem auf die zwei Standardtore keinen Treffer aus dem Spiel heraus mehr drauflegte, spielte an diesem Tag punktetechnisch keine Rolle mehr. Ein ganz leichtes Stirnrunzeln hinterließ die Ineffektivität vor des Gegners Tor dann aber doch.

Randbemerkung 1: Wieder mal ein Weckergate. Nachdem Yussuf Poulsen vor zwei Jahren unter Zorniger schon mal ein Abschlusstraining verschlafen hatte und aus dem Kader gestrichen wurde, erwischte es diesmal Stefan Ilsanker. Der verpasste seinen Flieger, der ihn von seinem Nationalmannschaftseinsatz mit Österreich in Schweden zurück gen Leipzig bringen sollte, weil er den Wecker nicht gehört und verschlafen hatte. Zudem habe der Versuch von Kollege Marcel Sabitzer nicht gefruchtet, ihn anzurufen, weil sein Handy aus gewesen sei. Ralf Rangnick strich ihn daraufhin nach seiner verspäteten Ankunft in Leipzig aus dem Kader für das Spiel gegen Paderborn. Soweit, so eigentlich auch spektakulär unspektakulär. Sollte nicht passieren, passiert halt eben mal und sollte dann auch nach Absitzen der Strafe vergessen sein. Warum allerdings ein Marcel Sabitzer nicht einfach an Ilsankers Hoteltür geklopft hat, wo doch die österreichische Nationalmannschaft sicherlich ein gemeinsames Teamhotel in Schweden hatte, muss offen bleiben. Genauso wie die Frage danach, warum Rangnick der Meinung war, dass Ilsanker „Scheiße gebaut“ habe. Einen Wecker nicht zu hören, ist zwar ungünstig, aber auch nicht direkt das, was man unter Scheiße bauen verstehen würde. Kann man sich nun natürlich fragen, ob es hinter dem nicht gehörten Wecker noch ein unprofessionelles Detail gibt, das die Wortwahl erklärt. Zeit für eine umfassende Vorortinvestigativrecherche. Oder eigentlich auch nicht. So viel Privatsphäre sollte sein, dass man auch mal was verzapfen kann, ohne dass es jeder erfährt. Falls denn überhaupt was verzapft wurde, was spektakulärer wäre als ein nicht gehörter Wecker..

Randbemerkung 2: Am Rande des Spiels von besonderer Wichtigkeit der Besuch von geschätzt 700 Flüchtlingen beim Spiel, die einer auf Initiative von RB-Anhängern von RB Leipzig ausgesprochenen Einladung an alle in Leipzig befindlichen Flüchtlinge folgten und dabei von RB-Fans als Paten begleitet wurden. Weiterhin gilt in dem Zusammenhang, dass diese von dem Banner „Refugees welcome – Solidarität ins Stadion tragen“ begleitete Aktion sowohl in ihrer zwischenmenschlichen Intention als auch in Bezug auf die demonstrative Zeichensetzung in der öffentlichen Debatte und Richtung eigenem Publikum absolut zu begrüßen ist. Auch wenn das Thema zwischen Menschen mit ihren vielen Geschichten und Hintergründen, Residenzpflicht, Sachleistungen, sicheren Drittstaaten, Asylrecht, Einwanderungspolitik, Rassismus, Antirassismus und falsch verstandenem, kulturrelativistischen Antirassismus wesentlich mehr Facetten hat als in einer demonstrativen, integrativen und handreichenden Geste abbildbar wäre.

Randbemerkung 3: Im Vergleich zur Vorsaison RB Leipzig aktuell mit einer identischen Bilanz von elf Punkten und acht geschossenen Toren nach sechs Spielen. Lediglich bei der Anzahl der Gegentore gibt es eine Differenz von einem Tor (vier statt drei). Gegen dieselben Gegner wie in den ersten sechs Spielen holte man letztes Jahr genauso elf Punkte wie in diesem Jahr (wenn man den schlechtesten Absteiger Paderborn durch den schlechtesten Aufsteiger Darmstadt ersetzt). Heißt also im Moment, dass man im Gleichschritt mit der vergangenen Saison unterwegs ist. Die Tendenz ist allerdings positiv.

Lichtblicke:

  • Diego Demme: Vielleicht der wichtigste RB-Spieler auf dem Platz. Wie gewohnt mit der höchsten Laufstrecke aller eingesetzten Spieler. Wichtiger Staubsauer im Mittelfeld, der defensiv auch immer wieder Richtung Außenbahn aushalf. Viele Ballkontakte (die meisten aller Spieler) und viel Aktivität auch im Spiel nach vorn, wo er immer wieder als Anspielstation aushalf. Mit Demme konnte man über weite Strecken die Balance zwischen Defensive und Offensive halten, was in den ersten Saisonspielen nicht immer gelang. Was seinen Auftritt so wichtig fürs Team machte.
  • Marcel Halstenberg: Stell dir vor, du wechselst zu einem neuen Club und gewinnst dort in deinem ersten Spiel mal eben knapp 90% deiner Zweikämpfe, spielst als Linksverteidiger praktisch fehlerfrei, hast viele Ballkontakte und schaltest dich auch oft in die Offensive ein, wo du mit hoher Passsicherheit immer wieder Situationen auflöst. Klingt nach einem perfekten Debüt? War es für Marcel Halstenberg definitiv auch.
  • Emil Forsberg: Hier hätte genausogut Marcel Sabitzer stehen können, mit dem zusammen Emil Forsberg vor allem in der zweiten Halbzeit eine Menge Spielkultur und Spaß in die Offensivaktionen von RB Leipzig zauberte. Da fehlt es weiterhin zwischen den Offensivkräften noch ein bisschen an Abstimmung, aber beide sind mit ihrer je eigenen Art immer für Gefahr Richtung Tor gut und machen beim Zuschauen sehr viel Freude. Dass hier unter den Lichtblicken Forsberg den Vorzug erhält, liegt einfach nur daran, dass sein Tor, der direkt verwandelte Freistoß, einfach das schönere Tor im Vergleich zum grumpeligen Abstauber bei Sabitzer war.

Fanarena-Spieltagsspieler:

Spieler des Tages, gewählt in der Fanarena-App - Paderborn zu Hause 2015

(Quelle: iPhone und Android App FanArena für RB Leipzig Fans – www.fan-arena.com)

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Tore: 1:0 Sabitzer (18.), 2:0 Forsberg (28.)

Aufstellung RB Leipzig: Coltorti – Teigl, Orban, Klostermann, Halstenberg – Kaiser, Demme – Bruno (79. Khedira), Sabitzer, Forsberg (86. Jung) – Poulsen (63. Quaschner); Bank: Gulacsi, Sebastian, Kalmár, Selke; Nicht im Kader: Boyd, Nukan (beide verletzt), Ilsanker (aus disziplinarischen Gründen gesperrt), Compper, Gipson, Bellot, Hierländer, Strauß

Aufstellung SC Paderborn: Lukas – Ndjeng, Hoheneder, Wahl, Hartherz – Bickel (63. Stoppelkamp), Schonlau (75. Saglik), Kirch, Koc – Stöger, Proschwitz

Schiedsrichter: Bibiana Steinhaus (Insgesamt eine souveräne und stringente Spielleitung. Allerdings mit dem im Fußball sehr verbreiteten Spleen manchmal Fallen mit Fouls zu verwechseln. Oder anders gesagt, nicht jedem Fallen nach Körperkontakt geht tatsächlich ein Foul voraus, was in der modernen Schiedsrichter-Regelauslegung offenbar etwas anders gesehen wird. Steinhaus gab in der 77. Minuten ein Tor Paderborns nicht, weil sie eine Behinderung von Klostermanns Abwehraktion durch Saglik gesehen haben wollte, durch die letzterer überhaupt erst frei vor Coltorti zum Schuss kam. Auch da hatte Steinhaus sehr genau hingesehen. Kann so gewesen sein, muss nicht so gewesen sein. Auf jeden Fall sieht Klostermanns am Ball vorbeiagieren nicht ganz freiwillig aus. Eine klare Einflussnahme Saglik ist den Fernsehbildern aber auch nicht zu entnehmen. Oben schiebt Saglik vielleicht ein bisschen, aber eher unwesentlich, unten sieht man nicht genau, ob er Klostermann auch am Bein trifft. In Realgeschwindigkeit im Stadion nicht erkennbar, dass da ein Foul stattgefunden haben soll. Aber irgendeinen klaren, als Foul zu ahndenden Kontakt wird Bibiana Steinhaus wahrgenommen haben, sonst hätte sie nicht gepfiffen. Ob der Kontakt dann tatsächlich ursächlich für Klostermanns Verpassen des Balls oder regelwidrig war, könnte wohl nur der RB-Verteidiger beantworten.)

Gelbe Karten: Demme (1.) – Saglik, Hartherz, Schonlau, Stoppelkamp

Zuschauer:  25.394 (davon  70 Gästefans)

Links: RBL-Bericht, RB-Fans-Liveticker, MDR-Bericht [broken Link], SCP-Bericht, Kicker-Bericht, Pressekonferenz-Ticker

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  • Torschüsse: 27 : 8
  • Torschüsse innerhalb des Strafraums: 17 : 3
  • Schüsse auf das Tor: 10 : 1
  • gewonnene Zweikämpfe: 44,8% : 55,2%
  • Ballbesitz: 53,9% : 46,1%
  • Passquote: 73,0% : 64,5%
  • Laufstrecke: 118,5 km : 113,9 km
  • Sprints: 230 : 199
  • Intensive Läufe: 655 : 621
  • Fouls: 17 : 12
  • Ecken: 9 : 3
  • Abseits: 1 : 1
  • Meiste Torschüsse: Forsberg: 6 – Stoppelkamp: 3
  • Meiste Torschussvorlagen: Demme: 6 – Schonlau: 2
  • Beste Zweikampfquote (mindestens 10 Zweikämpfe): Halstenberg: 88,9% – Wahl: 100,0%
  • Meiste Ballkontakte: Demme: 87 – Hartherz: 81
  • Beste Passquote (mindestens 20 Pässe): Kaiser: 81,6% – Schonlau: 74,1%
  • Größte Laufstrecke: Demme: 12,3 km – Stöger: 12,2 km
  • Meiste Sprints: Poulsen: 32 – Bickel: 28

Statistiken von bundesliga.de, bild.de

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Saisontorschützen: Forsberg – 3, Selke, Sabitzer – je 2; Eigentore: Parensen (Union) – 1

Saisonvorlagengeber: Jung, Klostermann, Quaschner, Kaiser, Bruno, Kalmár, Poulsen – je 1

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Bild: © GEPA pictures/ Sven Sonntag

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7 Gedanken zu „2.Bundesliga: RB Leipzig vs. SC Paderborn 2:0“

  1. Den Spielverlauf wie immer treffend beschrieben. Das nicht gegebene Tor ist mir auch nach mehrmaligem Anschauen der Zusammenfassung immer noch wenig rätselhaft. Vom Sport1 Kommentator angesteckt, hatte ich es mir zunächst mit Abseits erklärt, dass es aber nach einem Abstoß gar nicht gibt (wie ich gestern gelernt habe) und wofür auch der Pfiff viel zu spät gekommen wäre. Also bleibt nur ein Foul und die Hoffnung, dass Frau Steinhaus etwas gesehen hat, was von außen nicht so richtig zu erkennen war. Zum Glück war es am Ende nicht spielentscheidend. Ansonsten solide Schiedsrichterleistung. Und: Emil Forsberg ist einfach ein sagenhaft guter Fußballer.

    Zur Randbemerkung 2 (Du ahntest, dass das kommt :-)): Klar, es war ein Mosaiksteinchen, aber es hat unheimlich viel Freude gemacht und bei etlichen Leuten etwas bewirkt. Nur bitte erkläre mir „falsch verstandenen, kulturrelativistischen Antirassismus“ an einem praktischen Beispiel. Ich zermartere mir nämlich seit 20 Minuten ergebnislos das Hirn, in der Hoffnung, dass ich nicht zu dieser Gruppe gehöre. 🙂

    1. Es ist m.E. der sachlich berechtigte Hinweis des Rotebrausebloggers darauf, dass das Thema Aufnahme von Flüchtlingen vielschichtiger ist, als es in der ersten Euphorie und im Rausch der eigenen Gastfreundlichkeit wahrgenommen wird.

      Unabhängig davon, tomsen, deine Idee und dein Engagement haben für uns alle im Stadion und insbesondere für die Flüchtlinge einen tollen Abend möglich gemacht. Vielen Dank 🙂

  2. @ Herr Müller: Ich will es hier im Wohnzimmer des rotebrausebloggers (den ich sehr schätze, ich meine er weiß das auch), nicht weiter ausdehnen. Der Vielschichtigkeit bin ich mir absolut bewusst, es ist wie gesagt ein Mosaiksteinchen. Wenn es Dir und vielen Anderen gefallen hat, freut mich das sehr.

    Bei Mehrfachnegierungen geht es mir oft wie mit Schachtelsätzen, es entsteht der berüchtigte Knoten im Kopf. Was ich bei Wikipedia zu Kulturrelativismus finde, trägt dann vollends zur Verwirrung bei, deshalb meine Nachfrage. Ich wollte wirklich gern wissen, wie „falsch verstandener, kulturrelativistischer Antirassismus“ konkret aussieht. Allerdings ist es jetzt auch kein Beinbruch wenn mir das ein Rätsel bleiben sollte.

  3. Mir geht es um eine gewisse Form dessen, sich blind zu machen gegenüber Problemen, die mit Migration (auch schon in der Vergangenheit) zusammenhängen (antisemitische Milieus, autoritäre Familienstrukturen, Homophobie, Geschlechterbilder). Problembeschreibungen, die unter antirassistischer Flagge oft mit dem Verweis auf einen angeblich rassistischen Gehalt der Zuschreibungen oder gar mit legitimierenden Verweis auf Herkunftskultur (‚bei denen ist das halt so‘) negiert werden.

    Antirassismus sollte ein universeller Wert sein und deshalb auch universelle Werte vertreten. Und das sind im Kern Werte, die auf die Selbstverwirklichung von Menschen jenseits der Ketten kultureller Zuschreibungen hinauslaufen. Manchmal bzw. bei manchem läuft Antirassismus aber auf eine Akzeptanzkultur kultureller Selbstdefinitionen hinaus, die die Akzeptanz von Unfreiheit und fehlender Selbstbestimmung im Rahmen von Familie oder darüber hinaus in der Entwicklung als Mensch und Persönlichkeit beinhaltet.

  4. Zu den Lichtblicken:

    Ich sehe Sabitzer vor Forsberg, weil er nicht nur mit dem Ball sondern auch gegen den Ball überzeugt hat. Hier hat der Schwede noch etwas Nachholbedarf. Es sei ihm verziehen.

    Demme hat für mich ebenfalls ein überragendes Spiel gemacht. Mit so einer Leistung ist er nahezu der kompletteste Sechser, den wir im Kader haben.

  5. Gute Spielanalyse, aber zu Demme , für einen der keine Rolle beim Vorbericht spielte, den 4 Sechser in der Hierachie , hat er Top
    gespielt.
    Ansonsten gebe ich dir in allem Recht, ich glaube das RB auch in HDH 3 Punkte mit so eine Leistung holt.

  6. Gute Spielanalyse, aber zu Demme , für einen der keine Rolle beim Vorbericht spielte, den 4 Sechser in der Hierachie , hat er Top
    gespielt.
    Ansonsten gebe ich dir in allem Recht, ich glaube das RB auch in HDH 3 Punkte mit so eine Leistung holt.

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